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1893

Nr 6

Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gissten.

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Innaljme von Anzeige« zu der Nachmittag- für d« Utgrobm Tag »rscheinenden Nummer bis Borat 10 Uhr.

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Samstag den 7. Januar

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Bemerkungen über Krankheit, wenn solche durch den Thier- arzt festgestellt ist, so­wie über die Art der Beseitigung der Ca- daoer.

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Gießen, am 3. Januar 1893. Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Welterau.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen RN die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien Mendorf a d.Lahn, Bellersheim, Bettenhaufen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadl, Grotzen'Ltnden, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein Linden, Langd. Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern, Lich, Muschenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Naberts- hausen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe.

Sie werden, insoweit Sie noch im Rückstände sind, an baldige Einsendung der in unserem Ausschreiben vom 23. August 1880 Anzeiger Nr. 201 vorgeschriebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Muster über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der SpalteBemerkungen" die Angabe über die. Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Cadaoers nicht zn

Birrteljähriger >6d«nem<nbyreU 1 2 Mark 20 Pfg. Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redactton, Lxpedittov und Druckerei:

Art.

Fernsprecher 51.

Bekanntmachung,

betreffend das Ersatz-Geschäft für 1893.

Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden alle im Jahre 1873 geborenen Militär­pflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hin­sichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauerndell Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirth- fchaftSbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs-Schein vorzulegen.

Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Die­jenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschloffen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden.

Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises

Deutsches Reich.

Berlin, 4. Januar, lieber die bevorstehende Inkraft­setzung der Sonntagsruhe in Industrie und Hand­werk schreiben dieBerl. Pol't. Rachr.":Nach Erkun­digungen, die wir an competentester Stelle eingezogen haben, sind unnöthige Störungen und Erschwerungen des Gewerbe­betriebes nicht zu befürchten. Die Aussührungsbestimmungen für die Sonntagsruhe in Industrie und Handwerk, welche im Reichsamt des Innern ausgearbeitet worden sind, wurden den einzelnen Bundesregierungen zur Begutachtung mitgetheilt. Die Antworten sind größtenteils bereits an der hiesigen Centralstelle eingelaufen. Augenblicklich ist man hier damit beschäftigt, die Ergebnisse dieser Umfrage nach den für die Berufsstatistlk maßgebenden Gruppen zusammenzustellen. So­bald diese umfangreiche Arbeit beendet sein wird, sollen Sach­verständige aus den einzelnen für die Ausnahmen von der Sonntagsruhe besonders in Betracht kommenden Gruppen zu Conferenzen einberufen w.rden. Erst nach der durch diese erfolgten Begutachtung der Ausführungsbestimmungen wird mit dem Erlaß der kaiserlichen Verordnung wegen Inkraft­setzung der Sonntagsruhe-Vorschriften für Industrie und Hand­werk vorgegangen werden."

Aus dem Saarkohlenrevier, 4. Januar. Die in Aussicht gestellten Unterstützungen der Strikenden von aus­wärts scheinen auszubleiben oder in unzureichendem Maße einzutreffen, da der Vorstand des Rechtsschutzvereins und das Strikeeomitv sich in einem Aufruf an die Gewerkschaften um Unterstützung durch Geldmittel wenden. Dabei beziffern sie irriger Weife die Zahl der Strikenden auf 2728,000 Mann. Gleichzeitig ersuchen sie die Geschäfts- und Bauersleute der Umgegend, die Ausständigen durch Zuwendung von Geld und Lebensmitteln zu unterstützen. Ob diese Bitte großen Erfolg haben wird, steht dahin, ganz unbeachtet wird sie aber sicher nicht bleiben; indirect unterstützt werden die Strikenden da ! und dorr schon von manchen Geschäftsleuten durch weitgehendes Creditiren und morgen sollen, wie wenigstensSchlägel und Eisen" versichert, um die Ausständigen bei guter Laune zu erhalten, Fuhrleute die von den Landleuten gespendeten Dietualien re. dem Slrckecomiie zur Vertheilung überbringen. Daß dies aber nur unzureichende Hilfe sein kann, leuchte: ein. Auf den Dreikönigslag ist eine Versammlung im berg­männischen Saale zu Bildstock für sämmtliche Ausschuß­mitglieder, Knappschaftsäliesten und Vertrauensmänner des ' ganzen Saarreviers ungesagt. Da dürfte wohl, was das j Vernünftigste wäre, etwas eingelenkt werden, vielleicht werden i die Ausschußmitglieder den Auftrag erhalten, mit der Behörde in Unterhandlung zu treten, welchem Vorschläge sich diese

Alle Lnnoncen»Bureaux de» In- und lullanbel nehm« Änitigen für den(Siebener «njeigtr' entgegen.

Bekanntmachung,

betreffend Räudeverdacht bei der Schafherde zu Villingen.

Nachdem die Schafherde zu Villingen räudeverdächtig befunden worden ist, haben wir die polizeiliche Beobachtung derselben verfügt und angeordnet, daß Schafe aus der Ge­markung Villingen nur zur sofortigen Abschlachtung und nur mit unserer jedesmal besonders einzuholenden Erlaubniß weg­gebracht werden dürfen.

Gießen, den 5. Januar 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

f ftüt Gießen xM ein ni9 tüchtiger, zuverlässiger, lunn Beruf durchaus ersah-

Rutscher

gesucht

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 5. Januar. DerReichsanzeiger" publicirt einen Runderlaß von den Ministern des Innern und der Finanzen vom 29. September 1892 an die Regierungspräsidenten, be­treffend die stärkere Heranziehung der Realsteuern bei der Aufbringung der Communallasten, sowie eine Der- sügung an die Oberpräsidenten vom 28. Oetober 1892, betreffend die Zulässigkeit des progressiven Eom- munalsteuersystems für Einkommen über 900 Mk., wo­nach auch bei Einkommen über 900 Mk. eine Abstufung der communalen Zuschlagsproeqnte eintreten kann.

Hamburg, 5. Januar. Heute wurde kein neuer Eholera- fall conftatirt.

Petersburg, 5. Januar. DieNowoje Wremja" schreibt: Die gegenwärtig in Paris in Uebung stehenden Verdäch­tigungen beschuldigen auch ihren Mitarbeiter Ta test sch ew dreister Weise, von Floquet 50,000 Franes geschenkt erhalten zu haben. Sie habe sofort Schritte gethan, um die Ver­leumder zur Verantwortung zu ziehen. Sie erachte es als russisches Blatt für schimpflich, einer ausländischen Regierung, in welcher Frage auch immer, zu dienen, sie werde von den Verleumdern die ganze Wahrheit verlangen, was es auch kosten möge.

Konstantinopel, 5. Januar. Für Herkünste aus Ham­burg bis zur Elbemündung ist eine fünftägige Quaran­täne angeordnet roorben.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 5. Januar. Der hiesige Polizeioberst

Paris ist letzte Nacht an Lungenentzündung gestorben.

Berlin, 5. Januar. Der Führer der unab- hängigen Socialistcn, Buchdruckereibesitzer Werner, hat seine Buchdruckerei verkauft und sich ins Ausland begeben.

Berlin, 6. Januar. Die Stadtverordneten wählten Dr. Langerhans zum Vorsteher und Dr. Alexander Meyer zum stellvertretenden Vorsteher.

Berlin, 6. Januar. Der Reichstag beginnt in seiner ersten Sitzung mit der ersten Lesung der Stcu ergesetze, darauf folgt die zweite Lesung des Etats.

Saarlouis, 5. Januar. Es verlautet, in der Conferenz der Behörden sei beschlossen worden, in der nächsten Woche den Bergarbeitern ein Ultimatum zu stellen- die nicht Anfahrenden sollen dann zeitweise oder dauernd abgelegt werden. Viele, welche gegenwärtig besonders agitirt haben, sollen dann überhaupt abgelegt werden.

Saarbrücken, 5. Januar. Heute sind 8473 Berg­leute angefahren, 649 mehr als gestern. Heute findet in Bildstock eine große Fraüenversammlung statt.

Altona, 5. Januar. Heute kamen zwei Cholera­fälle vor.

Wien, 5. Januar. Die österreichischen Soeialtsten ver­langen cie Beibehaltung der Feier des ersten Mai als Demonstration für die achtstündige Arbeitszeit und das birecte Wahlrecht.

Wien, 5. Januar. Zur Verbesserung bes Mann­licher Repetirgewehres probirt bie deutsche Kriegs-

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alle Ständen gen b. Stuttgart.

Tabelle über die in der Gemeinde........vom .... 18 . .

bis .... 18 . . crepirten oder getödteten Thiere.

werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.

Gießen, am 2. Januar 1893.

Der Civilvorsitzende

der Großherzoglichen Ecsatz-Commission Gießen.

__Dr. Melior, Regicrungsrath.________

Bekanntmachung,

betreffend Vorträge des Oberhessischen Obstbauvereins.

Sonntag den S. Januar L I, Nachmittags ! 3 Uhr, wird Herr Landwirlhschaftslehrer Reichelt von i Friedberg zu Großen-Linden in der Wirthschaft von i Philipp Schaum Wiltive einen Vortrag über nachstehendes i Thema halten:

lieber thierische und pflanzliche Schädlinge unserer Obstbäume mit besonderer Berücksichtigung der Blut­laus".

Alle Mitglieder des Obstbauvereins ünb Freunde des Obstbaues werden zu büfem Vortrag freulldlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister von Großen Linden und der Nach­barorte ersuche ich um gefällige ortsübliche Bekanntmachung.

Gießen, den 6. Januar 1893.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberh. Obstbauvereins. Nebel, Amtmann.

Bekanntmachung.

Klagen und sonstige Erklärilngen und Anträge sind bei unserer Gerichtsschreiberei an allen Wochentagen Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorzubringen. Wer einen Amts­richter sprechen will, ohne angemeldet zu sein, hat sich Mitt­wochs Vormittags einzufinden.

Gießen, den 3. Januar 1893.

Großherzogliches Amtsgericht.

Fresenius.

wohl eher geneigt zeigen wird. Allerdings darf seitens der Aasständigen an den bisherigen Forderungen nicht festgehalien ! werden. Die Behörde ihrerseits zeigt eine abwartende Haltung 1 und man glaubt nicht, daß sie bei Fortdauer des Ausstandes ' in nächster Zeit eine Aufforderung zum Wiederanfahren mit ! Stellung einer bestimmten Frist erlassen werde.

Aus dem Saarrevier, 3. Januar. In den größeren Blatiern des Reviers werden bereits Ruhrkohlen zu : billigem Preise an geboten und Lieferungsangebote ! auf belgische Cokes sollen schon bei einzelnen größeren Werken eingetroffen sein. Um Mißverständnissen vorzubeugen, set übrigens bemerkt, daß bis jetzt sich noch kein Mangel an , Saarkohlen bemerkbar gemacht hat, sondern daß noch große i Vorräthe vorhanden sind.

St. Johann (Saar), 5. Januar. In der gestrigen Ver­sammlung zu Bildstock wurde der ablehnende Bescheid der Bergwerksdirection, mit dem Strike-Comite zu unter­handeln/ verlesen. Der aus Westfalen zurückgekehrte Wagner erklärte, von dort seien Unterstützungßanträge nach anderen Ländern abgesandt worden. Von Neunkirchen werden Aus­schreitungen gemeldet. Arbeitswillige Bergleute wurden von Ausständigen auf den Landstraßen angefallen. Auch im Bayerischen kam es zu Zusammenstößen zwischen Feiernden und Arbeitenden. Am Neunkircher Jnspeetionsgebäude wurden wiederholt Schüffe abgegeben. Für die heutige Frauen-Ver- j sammlung in Bildstock sind acht Rednerinnen angemeldet.