der Schülerin und de- Namens der Eltern oder de- Vormundes schriftlich einzureichen.
Lind heim, den 7. März 1893.
Der Vorsitzende de- landwirthschaftl. Bezirksveins Büdingen: Kl ietsch.
Das Ortscomitö:
Westernacher, Oberamtmann, Frau Westernacher. Buß, Krei-schulinspector. Römheld, Pfarrer.
Lipp, Bürgermeister. König, Beigeordneter.
* ßeblcnj, 30. März. ES ist eine allerhöchste CabinetS. ordre eingetroffen, wonach die Verlegung des Königin- Augu st a-Garde - Regiments nach Spandau am 1. October zur Ausführung kommt.
* Saarbrücken, 29. März. Auf Grund des § 411 der Strafprozeßordnung ist ein Derurtheilrer nach seinem Tode freigesprochen worden. Der königliche Rentmeister B. zu Saarwellingen im Streife Saarlouis war vom Schwurgerichte zu Saarbrücken im Februar 1891 wegen Unterschlagung und Fälschung im Amte zu einer Gesängnißstrafe von sechs Monaten verurthcilt worden. Die Strafe hat B. verbüßt. Während dieser Zeit wurde bei ihm eine Geisteskrankheit sestgestellt und es erfolgte seine Ueberführung in die Provinztal-Jrrenheilanstalt zu Merzig, wo er im October 1891 verstarb. Die Wittwe des Verstorbenen beantragte die Wiederaufnahme deS Verfahrens und erbot den Beweis durch Sachverständige darüber, daß ihr Ehemann bereits zur Zeit der ihm zur Last gelegten That thatsächlich geisteskrank gewesen sei. Durch die Beweiserhebungen wurde festgestellt, daß B. schon im März 1890 derart geisteskrank war, daß eine freie Willensbestimmung ausgeschlossen sein mußte. B. wurde nunmehr durch das Landgericht von Strafe und Kosten freigesprochen. Dementsprechend wird durch diese Freisprechung den Hinterbliebenen das Anrecht auf die gesetzliche Pension gesichert werden.
* Ein PfiffikuS. Ein Bauer, der eine fette Sau zu verkaufen beabsichtigte, hielt, wie man der „Tgl. Rdsch." erzählt, mit seinem Gespann auf dem Marktplatze von Flensburg. Während er noch vergeblich nach einem Käufer für fein Borstenvieh ausspähte, entwickelte sich unmittelbar neben ihm ein lebhafter Handel um seiner Ansicht nach recht winzige Vögel, welcher mehr und mehr seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Matrosen eines von überseeischer Reise soeben zurückgekehrten Schiffes hatten einige sprechende Papageien mitgebracht, welche sie auf dem Markte abzusetzen suchten. Der Bauer wurde immer hellhöriger, als er die geforderten Preise vernahm, und sperrte vor starrem Erstaunen den Mund auf, als wirklich ein solcher
Vogel, der nach seinem Ermeffen kaum auf ein Pfund Fleisch zu toyiren war, für den Preis von 20 SpezieSthalern (1 Spezies — l1/, Thaler preußisch) verkauft wurde. — „Dunnerfiag V* — sagte sich der Bauer in seinem lieben Gemüth — „stahl de DagelS upüunnS so in Pries?! (Stehen die Vögel jetzt so hoch im Preis?) Du heft jo noch to HuS den ölen Gauner (Gänserich). De beiahlt sick dünn ja beder aS dat Swin!" Sein Hof liegt unmittelbar vor Flensburg,- kurz entschloffen springt er auf den Wagen und jagt, was die Pferde laufen können, heimwärts, um die Sau gegen den alten Gänserich umzutauschen. Sin Metzger, der vom Fenster auS in den vorüberjagenden Wagen sieht, ruft dem Bauern zu: „2Bat soll bat Swin gellen?* — erhält aber nur die Antwort: „Hol mi nich up, ick heff keen Tid!* („ich hab keine Zeit!") — Nachdem der Umtausch vollzogen war, ging eS in demselben Tempo zum Markte auf den alten Stand zurück, wo der Papageienhandel noch munter im Gange ist. Mittlerweile findet sich auch ein Kaufliebhaber bei dem Bauer ein und fragte: „Wat fall de ol Ganner gellen?“ — Der Bauer mustert mit beiden Händen in den Hosentaschen erst von oben herab den Fragesteller auf seine Kauffähigkeit, zieht die Augenbrauen in die Höhe und sagt dann mit großer Kaltblütigkeit: „Twintig Spetschen!" (20 Spezies). — „Du düst jo woll verrückt? \“ — entgegnete der Käufer — „de ol Ganner iS ja knapp troee Spetschen werth." — Achselzuckend erwiderte der Bauer mit einer Handbewegung gegen die Papageien: „De Bagels sünn upstunnS so büerr! — „Je, be ba," — rief ber Anbere, — „de känt jo äroer ok snacken!" (die können aber auch reden.) — „Ja snacken — snacken kann he nich", — antwortete ber Bauer mit schlauem Blinzeln — „äroer he benkt sick sin Deel."
Citeratar unö Annft.
— Der nahende Frühling ruft eine rege Thätigkeit bei allen Naturfreunden hervor, welche nun mit doppeltem Eifer ihren Liebhabereien nachzugehen vermögen. Ein getreues BUd dieser mannigfachen Liebhabereien liefert die neue Zeitschrift »Matur und Haus" in ihren seit unserem letzten Bericht erschienenen Heften 10—12. AuS der Praxis der Zimmergärtnerei bringt der Herausgeber M. Hesdörffer zwei Aufsätze, welche so recht zeitgemäß stnd und jedem Blumenfreund schätzbare Winke ertheilen. Die dazu gehörigen Illustrationen veranschaulichen in höchst klarer Weise die verschiedenen praktischen Handgriffe beim Schneiden und Pflanzen der Stecklinge, beim Säen u. s. w. Die Vogelsreunde werden wieder durch eine lebendige Schilderung aus der Feder der Gebrüder Adolf u. Karl Müller erfreut, ferner giebt ein Aufsatz über Bogelliebhaberei und Pflege von A. David reiche Belehrung. Die Aquarien- und Terrarien - Liebhaber sind auch reich bedacht mit mehreren Aufsätzen und Abbildungen, von denen besonders jener von Herrn. Lachmann über die Einrichtung deS Terrariums genannt sei. Auch die Bienenzüchter findm diesmal Anleitung, nicht minder die Sammler von Jnsecten, Schmetterlingen und Käfern. Don ganz
Freitag den 7. April,
Nachmittags 2«/i Uhr,
soll auf dem hiesigen Ortsgericht ber den Georg Philipp Strack (»heleuten in Gießen gehörige Acker:
Flur 4 Nr. 6 — 9438 Meter über dem Ärofborfer Weg am Fabrtcischen Acker
freiwillig metstbietenb versteigert werben. Gießen, 27. März 1893.
Großh. OrtSgertcht Gießen.
I. A.: Bogt. 2947
Aeikgeöotcnes.
Reingehaltene Roth-, Weih- u. Siidweine empfiehlt s2812s C. Roth II, Telbftgekelterten 12813
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besonderem Reiz sind die Plaudereien .Die Hasel im Volk!- und Aberglauben" von Ä- Jordan und ,DaS Erwachen deS Falterleben» im Fiühling" von Profefior Glaser. Von den vielen Illuftrattone» sei hier besonder« dervorgehoben die lebendige Wiedergabe bei gewöhnlichen unb deS Einsarb. SlaareS sowie die malerische Zeichnung einer Terrarium - Einrichtung. — Die vielen Naturlieb Haber dürfte» sich keine» bestereS Rathgeber 4 bedienen können als „Natur undHauS", welcher für wenig Geld Biel und Oute* bietet, verteil ähr Uch erscheinen 6 reichhaltige Hefte für zusammen 1 Mk. 50 Ps. Probehefte Liefert der Verlag von Robert Oppenheim (Gustav Schmidt) in Berlin 8W, 46 gratis.
— ,WaS schulde« wir unsere« Äiebmil* von l>r. Hermann Abegg- bis zum achten Hefte gediehene einzig und allein dastehende Werk — eS behandelt in eigenartiger Form, nach dem Alphabet, alle Fragen der leiblichen und geistigen Erziehung — dürfte mit Fug und Recht ein lverthooller HauSschatz jeder mit Kinder« gesegneten Familie werden. Die beiden neuesten Heike bringen in klarer, anschaulicher unb eingehender Weise u. a. folgende Artikel: Langeweile. — Langmuth. — Launenhaftigkeit. Leichtsinn — Leiden- schoit. — Lectüre. — Lernbegierde. — Lesewuth — Lieblingskinder. - Linkshändigkeit. — Lob. - Luft. - Lügen. - Luxusarbeiten. — Mädchen turn m — Märchen. — Magd — Mäßigkeit. — Mode. — Musik. — Muth. — Muttersprache. — Nacheiferung. — NahrunaS- mtttel. — Naturell. — Neid. - Nervosität. — Neugier rc. Wir glauben alle Eltern und Pädagogen auf daS in der That epochemachende Werk in ihrem I liiere sie aufmerksam machen zu müven. 12Hefteä 50Pf.Stuttgart, Schwabachcrsche Verlagsbuchhandlung
— Bdb» Xi Beetboven-Hauses in von«. Der .Verein Beethoven-HauS" in Bonn wird vom 10. bis 14. Mai d. I. wiederum ein großes Kammermusik-Fest veranstalten. Dasselbe ist zur Weihe deS nunmehr als Beethoven - Museum eingerichteten Geburtshauses deS Meister- bestimmt. Ebenso wie vor drei Jahren handelt eS sich um Musterausführungen Beethoven scher Kammermusik, iu welchen bereits die hervorragendsten Künstler ihre Mitwirkung zugesagt haben. Obenan steht der Ehrenpräsident bei Vereins, Joseph Joachim, der herrliche deutsche Künstler mit seinen Quariettgenosscn. Auch daS Rosc'sche Quartett auS Wien, Carl Neinecke, da- Ehepaar Eugen d'Albert Earenno u. A., sowie als GesangeSiolisten Fräulein V et finger und der Amsterdamer Baritonist Johannes MeSfchaert haben die an sie ergangene Aufforderung bereit willigst angenommen. — Der Gedanke, die Kammermusik Beethovens in einem EycluS mehrtägiger Aufführungen zur Darstellung zu bringen, hat durch die Erfolge deS im Jahre 1890 veranstalteten Kammermusik-FesteS sich so glänzend bewährt, daß aus ein volles Gelingen auch dieses zweiten Festes zu rechnen ist.
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Gartengcräthe:
Spaten, Rechen. Hacken, Kinder-t^artcngcräthe, Gartenfchecren, Stachelvraht, verzinkter Spalierdraht, Drahtgeflechte in orrfdiirdrarn Writrn. Eiserne Schicbkarren. Patent - Kartenleitern. Rasenmäher. Gartendüngcr. Thomasmehl, Kainit, Blnmendiingcr. Klee- nnd Grassamen.
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