Ausgabe 
6.4.1893 Erstes Blatt
 
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ihn zu entlassen - fortgesetzte Unpünktlichkeit beim Einhalten der Geschäftsstunden Seitens des HandlungSgehülfen wird ohne Weiteres nicht als eine Nöthigung zur Entlassung zu erachten fein.

** LebeaSmittel Preise Ende Februar 1893. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Tentralstelle für die Landes* statiftik kosteten:

Ochsenfietsch! per Psund [ Rindfleisch per Pfund

jkaldfletsch per Pfund I Lchweinefl. 1 per Psund 1

Hammelfleisch^ per Pfund Gemischte« Brod

Brod

1 ' 1 Butter per Pfund

Milch 1 Liter

(Sier

1 Stück 1

Städte mit

Octroi

Tarmstadt 72 66

Main, 68 60

Offenbach 70 54

Worm« 64 60

Gießen 70 58

Stödle ohne

Octrot

Bingen 75 60

Bensheim 68 60

«lzeo 60 50

Friedberg 68 60

Alsfeld 60 45

Lauterbach 56 56

Andrang jur Nischen Hochschule z schriftlichen Prüfunger fach erster Kategorie spruchen. Es hatten gemeldet, wovon in Der Zudrang zum Fi

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** Ueber die gegenwärtig niederen Kartoffel- und Se treidepreife, welche für die Landwirthe eine arge Cala- mität bilden, wird demDarmst. Tägl. Anz.- geschrieben: Der Doppelcentner Weizen kostet durchschnittlich 15 Mk., das Korn nur 13 Mk., der Hafer ebenfalls 13 Mk., die Gerste aber 1617 Mk., die Kartoffeln wieder nur 3 Mk. bis 3 Mk. 50 Pf. Mancherkluge" Landwirth wollte im Herbst feine überschüssigen Erträge nicht absetzen, weil er glaubte, im Frühjahr ein besseres Geschäft zu machen, allein da- Gegentheil trat ein, und viele Leute haben nun- mehr einen nicht unbedeutenden pekuniären Schaden, der be­sonders bei den Kartoffeln durch Winterftöfte und Minder­gewicht wesentlich noch erhöht wird. Allem Anschein nach sinken die Preise noch weiter, denn die Fruchtvorräthe sind noch sehr groß, und daS neue Jahr verspricht bei dem günstigen Saatenstand eine reiche Ernte. So erfreulich dies auf der einen Seite ist, so hat doch der Bauernstand eben darunter zu leiden, denn er kann gegenwärtig nicht einmal etwas von seinem Vorrath abfetzen, und das Geld war noch selten auf dem Lande so rar wie eben. Wie nun im Leben ein Rad inS andere eingreift, so klagen denn auch die Geschäftsleute wegen des fehlenden Geldes, und kürzlich äußerte ein Reisender (dem Schreiber dieser Zeilen), daß es ihm während 20 Jahren noch nicht so schlecht gegangen sei, wie gegenwärtig- er würde nicht einmal so viel eiunehmen, als er auf der Reise für sich brauche, und wäre schon ge- nöthigt gewesen, sich Geld vom Geschäft aus senden zu lassen. DaS läßt tief blicken und die Wahrheit deö Satzes einsehen:Hat der Bauer Geld, so hat'S die ganze Welt."

** Frachtbrief Formulare. ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß vom 1. Juli d. I. ab nur noch die durch die VerkehrSordnung für die Eisenbahnen Deutschlands vorge- schriebenen Frachtbriefformulare zugelaffen werden, und daß eine Verlängerung der durch den Bundesrath für die Weiterverwendung der früheren deutschen Frachtbrief­formulare bestimmten Frist, die am 30. Juni d. I. abläuft, keinenfallS in Aussicht genommen werden kann.

** Für Kriegs- und Frieden«-Invaliden Deutschland«! Am 5. März er. hat sich zu Offenbach a. M., in einer lehr zahlreich besuchten Delegiertenversammlung von KriegS- und Friedens-Invaliden, die Gründung eines Deutschen Militär-Kriegs- und FriedenS-Jnvaliden-VerbandcS vollzogen. Der Zweck de« Verbandes ist : durch ein einheitliches Vor- gehen und zwar mit allen gesetzlichen Mitteln die Lage der gesammten Militär-Invaliden Deutschlands, sowie deren I Wittwen und Waisen zu verbessern. Die Erreichung dieses I Zweckes ist jedoch nur dann möglich, wenn sich alle Militär- I Invaliden Deutschlands ohne Ausnahme dem Verbände an- I spießen. Nähere Anleitung zur Organisation ersehen die I Kameraden aus den zur Grundlage dienenden Satzungen, I welche den Kameraden auf Wunsch gegen Einsendung der Kosten von 25 Pfennigen in Briefmarken vom Verbands- Vorsitzenden Herrn Kameraden Balt. Köhler zu Darm- st a d t, verabfolgt werden.

S Bersrod, 3. April. Bei der heutigen Tanzbelustigung entstand zwischen Burschen auö zwei Nachbarorten in einer diesigen Wirthschaft eine Schlägerei, infolge deren es blutige Köpfe gegeben haben soll.

-e. Reu - Ulrichstein, 1. April. Monatsbericht der Arbeiter. Eolonie pro März 1893. Ende März 1893 sind in der Eolonie stellen-, resp. arbeitslos 79 Mann. Dieselben verthcilen sich auf daS Groß- Herzogthum Hessen 24, Regierungsbezirk Kassel 10, RegierungS- bezirk Wiesbaden 6. Königreich Preußen: Provinz Rhein- lande 7, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Brandenburg und Berlin 1, Provinz Schlesien 2, Provinz Posen 1 , Provinz Pommern 1, Provinz Ost- und West- Preußen 3, Provinz Schleswig-Holstein 1. Königreich Bayern 4, Königreich Sachsen 4. Thüringische Staaten 5. Herzogthum Braunschweig 1, Fürstemhum Lippe Detmold 1, Fürstenthum Waldeck 1. Ausland: Böhmen 2, Schweiz 1, Frankreich 1. Hiervon waren: Arbeiter 32, Bäcker 1, Barbier 1, Berg- lentc 1, Eonditor 1, Färber 3, Gärtner 2, Goldarbeiter 1 Hai,«bursche 1 , Heilgehilfe 1 , Kaufleute 6, Kellner 2,

Knechte 2, Kutscher 1, Landwirthe 1, Maurer 2, Mechaniker 1, Schlosser 2, Schmiede 2, Schneider 4, Schreiber 2,

Schreiner 2, Schweitzer 1, Schuhmacher 4, Tüncher 2,

Weber 1. Im Monat Mär; wurden entlaffen 43 Mann,

und zwar in Stellung durch die Eolonie 5, in Stellung

durch eigene« Bemühen 1, wegen schlechten Betragens 1, in die Familie zurück 1, auf eigenen Wunsch 34, entlausen 1. BerpflegungStage im März 1893: 2929. Gearbeitet wurde an 2510 Tagen, hierunter 371 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Eolonie find ausgenommen worden im Ganzen 2184, dagegen abgegangen im Ganzen 2105 Mann, bleibt Bestand am 1. April 1893 79 Mann. Abgewiesen wurden im Monat März 12 Mann.

A öebetn, 3. April. Am ersten Osterfeiertage wurde zwischen hier und Merkenfritz durch den um 11 Uhr 21 Min. Abends hier ankommenden Zug eine männliche Person überfahren und sofort getobtet.

Darmstadt, 4. April. Seine Königliche Hoyrjx der Großherzog werden mit Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Alix morgen Mittwoch Abend hier wieder eintreffen und am Donnerstag Vormittag im Neuen Palais Audienzen ertheilen und Meldungen sowie Borträge entgegen­nehmen.

Main;, 1. April. DerFrkf. Ztg." wird von hier geschrieben:Daß ohne den Zwang des Gesetzes keine Feiertagsruhe zu erzielen ist, dies ist hier heute drastisch in die Erscheinung getreten. In Mainz wird der Eh ar fr ei tag nur von den Protestanten gefeiert, während die Katholiken arbeiten. Dies hat zu Mißständen geführt und so erließ Herr Oberbürgermeister vr. OechSner einen beweglichen Aufruf an die Bevölkerung, worin diese im Interesse der Gesammtheit gebeten wurde:Thar frei tag, FrohnleichnamStag, Mariä HimmelfahrtStag und Aller- Heiligentag künftig in gleicher Weise und ohne Rücksicht auf Glaubens- und ReligionSbekenntniß als Feiertage anzusehen und zu behandeln, wie solches hinfort auch für die städtischen Betriebe geschehen wird." Der Aufruf hat seine Wirkung ! vollkommen verfehlt- die Physiognomie der Straßen war die gleiche wie an Wochentagen, die Läden blieben größtentheiis bis zum Abend auf und in den Fabriken schaffte man wie sonst."

Dermifdites.

* Krofdorf, 3. April. In vergangener Nacht wurde der mit großer Mühe und nicht unbedeutendem Kostenaufwand hergestellte Ganenzaum deS Herrn Lehrers Hoffmann I. von ruchloser Hand arg beschädigt, nachdem er nicht einmal zweimal 24 Stunden gestanden, auch nicht ganz vollendet war. Ob Muthwillen oder gemeine Rache den oder die Miffethäter zu diesem Bubenstück bewog, wissen wir nicht. Glücklicher- weise sind derartige Vorkommnisse hier selten und werden von allen besser gesinnten Elementen unserer Gemeinde scharf verurtheilt. Auch scheint Mancher nicht zu wissen, daß die Gemeindekasse in diesem und ähnlichen Fällen den Schaden zu tragen hat, und wundert es uns um so mehr, da Herr Hoffmann in seiner Eigenschaft als öffentlicher Beamter sich einer großen Beliebtheit erfreut. Wetzl. Anz.

* Saarlouis, 2. April. Musketier Heidmann nom In. fanterie - Regiment Nr. 30 hat sich im Arrest erhängt. Hinter dieser Meldung verbirgt sich eine Fülle schauriger Greuelthaten, über welche Heidmann ein umsaffendeS Ge- ständniß abgelegt hat. H. war während der Weihnachtsfeiertage in seinem Heimathsorte Truchtersheim bei Straßburg auf Urlaub und traf dort einen 29 jährigen Knecht Auffinger, mit dem er früher zusammen auf einem Hofe gearbeitet hatte. Das Wiedersehen wurde gebührend gefeiert und die beiden Freunde begaben sich nach dem nahen Dehlenheim. H. wußte, daß sein Freund ungefähr 30 Mk. bei sich hatte, und machte mehrere Versuche, dem nicht mehr ganz nüchternen Auffinger daö Geld zu entwenden. Da dies mit List nicht ging, ver­suchte er es mit Gewalt. Er warf den Wehrlosen zu Boden und drückte ihm so lange die Kehle zu, bis er tobt war. Dann raubte er die Baarschaft und fuhr anderen Tags nach Saarlouis zurück. Hier bezahlte er einen vor den Festtagen erworbenen Extrarock und dies lenkte zuerst den Verdacht der Thäterschaft deö inzwischen bekannt gewordenen Mordes auf ihn. Er wurde verhaftet und nach langem Leugnen gestand er die Thal ein. Aber das war nicht sein einziges Verbrechen. Er gestand weiter ein, daß er vor seiner Militärzeit seinem Dienstherrn auS Rache HauS uud Hof angesteckt habe und daß er einer Dienstmagd bet der Ermordung und Beerdigung ihres neugeborenen Kindes Hülfe geleistet habe. Am letzten Mittwoch besuchte ihn fein Vater, dem er alle diese Geständ- niffe wiederholte. Die Verhandlung gegen ihn sollte am nächsten Donnerstag beginnen- der Verbrecher zog es aber vor, durch den Selbstmord einer Verurtheilung zuvorzukommen.

* Speyer, 4. April. Eine von 1500 Tabakbauern aus der Pfalz, Baden, Heffen und Elsaß besuchte Ver­sammlung nahm einen äußerst stürmischen verlauf. Nach einer Rede des Tabakfabrikanten Ph. Lichtenberger und deö RcichStagSabgeordneten M enzer, welche den Zusammen­schluß aller Bauern ohne Unterschied der Eonfesfion forderten, wurde eine Resolution gefaßt, daß die Regierungen von Baden, Bayern, Heffen und Elsaß im BundcSrathe dahin wirken möchten, damit wieder bessere Zustände für den deutschen Tabakbau herbeigeführt würden. Die Gründung einer Partei für den Bauern- und Mittelstand wurde freudigst begrüßt, ebenso die Gründung eines pfälzischen Bauernvereins. Gegen den Reichstagsabgeordneten I)r. Earl Elemm erhob sich große Opposition, als er sich gegen den Ausdruck eines Redners wandte, welcher sagte:Wenn die Regierung uns Bauern nicht hört, dann wählen wir einen Socialdemokraten.'

* Lüttich, 4. April. Gestern ertranken bei einer Nachenfahrt drei junge Leute, die auS Unvorsichtigkeit den Nachen umstürzten.

* IBiei. 2. April. Baron Albert von Rothschild spendete am 30. März, al« am Todestage seiner Frau, 500,000 fl. zur Gründung eines Spitals für Krebskranke.

* Durch Adler getobtet. Auf entsetzliche An verun­glückte ein Tourist aus Brooklyn, Frank Eonroy, der mit seinem Freunde Barilow eine SebirgSparthie auSsüdne. Dieser erzählt:Dir gingen, begleitet von einem Esel, der unser Gepäck trug, am Kamme der Felsenkette dahin, welche daS eine User de» Nine Mile Qreef umsäumt. Plötzlich stürzte der Esel und riß Mr. Eonroy bn Falle mit sich. Ich beugte mich über den Abgrund, um mich zu überzeugen, waö geschehen und ob noch Rettung möglich fei, und sah, daß Mr. Eonroy auf eine FetSplatte gefallen war, welche etwa 100 Meter unter dem von uns benutzten Fußsteig hervorragte. ES vergingen einige bange Minuten, bevor ich auf meine wiederholten Fragen Antwon erhielt. Endlich rief mir Mr. Eonroy zu, daß er an den Hüften stark ver­letzt wäre und ein Arm gebrochen fei. Ich bat ihn, sich so lange zu gedulden, bi» ich im Stande sei, ibm Rettung zu bringen. In dem Momente, wo ich mich ausmachen wollte, um SuceurS zu holen, durchdrang ein gellender Schrei die Lüfte. Ein ebenso außergewöhnliches al» schreck licheS Schauspiel bot sich meinen Blicken bar. Zwei große Adler, deren Horst sich in der Nähe der Felsenplottc befand, auf welche Mr. Eonroy gefallen war, stürzten sich aus meinen armen Freund und attackirten ihn mit ihren Schnäbeln und Flügeln. Mr. Eonrov vertheidigte sich mit seinem Messer, so gut er konnte, doch erlahmten bald seine Kräfte. Dazu kam noch, daß einzelne Schnabelschläge der Adler ihn ins Auge trafen. Ein Fehltritt des seines Augenlicht» Be­raubten, unb der Unglückliche stürzte in die Tiefe, wo ihn der Tod sofort ereilte."

* Mannlicher erklärte neuerdings, die Panzerst osfe feien unzweckmäßig. Der Anprall der Kugel führe ver- muthlich starke innere Verletzungen herbei - jedenfalls könnten die Kugeln mit einer Legirung, die schwerer schmilzt, gefüllt werden, wodurch die Wirkung de» Panzers aufgehoben werde.

* Der Eapitalstock zu dem von ehemaligen deutschen Soldaten für weiland Kaiser Wilhelm I. auf dem Kyffhaiser zu errichtenden Denkmal ist nach der letzten offkiellen Liste um weitere 17 968 Mark angewachsen, so daß er nun­mehr die Höhe von 530 606 Mark erreicht hat.

* Hochherzige Stiftungen. Wie man au» Greiz be­richtet , ist nunmehr im Gemeinderath der Umfang der von dem verstorbenen Fabrikbesitzer Ernst Arnold geftistcte Legate authentisch bekannt gegeben worben: Die Stabtgemeinbe er­hält 1 250 000 Mark nebst einem werthvollen Grunbstück. Eine Million soll zur Errichtung unb Unterhaltung eine« Asyl» für alte Leute Verwenbung finden, während die Zinsen der übrigen 250 000 Mk. in Form von Stipendien an ©tubirenbe usw. vergeben werben. An bie Arbeiter ber Amolb'schen Fabrik finb 750000 Mk. auSgezahlt worden. Die Wittwe de« Ver­storbenen hat außerdem 150 000 Mk. zu wohlthätigen Zwecken verwendet.

* Chicago, 5. April. 1700 Tischler, die an den Anlagen für die Weltausstellung arbeiten, haben die Arbeit nieder- gelegt, weil ihnen kein höherer Lohn bewilligt wird.

Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gieße«.

13. Woche. Vom 26. Mär, bl« 1. April 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (ind. 1600 Mann Militär). SterbltchkettSztffer: 29,57°/«bezw. 17,25 nach AuSschl.der Ortsfremden- Kinder

E» starben an; Zusammen: Erwachsene: im vom

Diphtherie 3 (2)

1. Lebensjahr:

2.-15 Jahr:

_

3 (2)

Lungenentzündung 1

Andere Erkrankungen

1

d. AthmungSorgane 1 1

Angeborene LebenS-

schwäche und Bild-

ung-fehler 2 (2)

2 (2)

Neubildungen 2 (1) 2 (1)

Andere bekannte

Krankheiten 2 1

1

Summa: 11 (5) 4 (1)

4 (2)

8 (2)

A n m. Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, a»ie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärt« nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Amtliche Prüfung der Lichtstarke de» Leuchtgase».

Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gas­verbrauch 13 bis 15 deutsche BereinS-Paraffinkerzen. Monat März 1893 : 141/, Kerzen.

Buchner.

Eingesandt.

Gieße«. 5. April 1893. Die KonutagSruh« betreffend.

Man war bi« heule der Meinung, baß burch den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 23. Februar b. I. da« Thema über die Sonntagsruhe würde erschöpft sein und <« hatte auch den Anschein dazu, denn die erheblich Geschädigten waren, de« ewigen Hader« müde, auch ruhtg darüber geworden. Nun kommt auf einmal ein Beschluß xur Kenntntß der Interessenten, wonach bie Stunde» abermal« verlegt werden und zwar, wie behauptet wird, veranlaßt durch ein Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, welche« Mtt- alted merkwürdigerweise sich gebrüstet hat, daß sein früherer dies­bezüglicher Antrag nunmehr glatt, ebne Widerrede unb zn seinem rigenen ^staunen doch durchgeaanacn sei. E« ist dem Laten angesichl« de« neuesten Beschlüsse« unvernänvltch, warum die Läden nach Schluß der Kirche um 11 Uhr noch eine halbe Stunde geschloffen bleiben solle», wahrend rin sehr großer Thril de« Publikum« le« ist zu verwundern, baß da« Publikum nicht selbst öffentlich gegen eine solche Bevor- munbung protestirt) rin Bebürinitz hat, daß die Läden, nachdem bie Frühstunde, zum Bedauern eine« großenThril« de« Publikum«, ad- geschnitten worden ist, um 11 Uhr geöffnet werden, wofür der vor­gestrige zweite Lstersetertaa genügenbe Beweise geliefert hat. De» neuesten Beschluß der Stadtverordneten mit M. E. Z. zu begründe», bat kein Perständniß, denn soweit man stch ortenttrt hat. find die Hau-Haltungen ic. für die M. E. Z bereit- eingerichtet.

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