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Mtt, 5. Januar 1893. ^Hoheit der Trokkerrn» KnwasMehrer Dr. (5olliJ

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Die an dem Brunnen stehenden Leute konnten noch recht­zeitig ausweichen, nur ein Mädchen lief in der Verzweiflung gerade in das Fuhrwerk hinein. Das Pferd setzte über das Slinb hinweg und wurde letzteres von dem Schlitten über­fahren, ohne glücklicher Weise ernstere Verletzungen davon­zutragen. Nun gings rasenden Galopps in die offene Ein­fahrt des Suppes'schen Gartens, der mit dickem Draht ein- aezäunt ist. Hier wurde ein im Wege stehender Wagen bei Seite geschleudert, der Zaun wie Zwirn durchbrochen. Pferd unb Schlitten stürzten von der cq. drei bis vier Meter hohen Mauer hinab auf die Staatsstraße. Der Schlitten zerschellte in zahlreiche Stücke, während das Thier kein Glied am Leibe regte. Der telegraphisch herbeigerufene Kreisthierarzt con- flatirte -innere Verletzungen, die ein baldiges Verenden des Pferdes vermuthen lassen.

§ Vom höheren Vogelsberg, 4. Januar. Seit Anfang des neuen Jahres ist hier eine bedeut ende Kälte einge- tiften, tagsüber thauen die Fenster nicht auf. Das Thermo­meter zeigt 1012° R. Rahen und Krähen sieht man schaarenweise auf den Millstätten versammelt.

Nieder-Weisel, 4. Januar. Heute fand hier die Wahl e nes Beigeordneten statt und wurde der seitherige Beigeordnete Herr Conrad Haub 17. fast einstimmig (3 Stimmen wurden auf andere Personen abgegeben) wiedergewählt. Dies Resultat ist für unser Dorf um so erfreulicher, als bei den metsten Communalwahlen in hiesiger Gegend es nicht

ohne harte Parteikämpfe abging. Wünschen wir dem Herrn Beigeordneten, daß er noch lange zum Wohle Nieder-Weisels sein Amt führe.

A Mainz, 4. Januar. Nach den heute Mittag an die hiesigen Dampfschiffsagenturen gelangten Nachrichten steht das Rh ein eis geschlossen von der Lorletz bis oberhalb der Pfalz" bei Caub. Stromaufwärts soll sich das Eis oberhalb Worms an dem sogenanten Roxheimer Loch gestellt haben- nichts destoweniger kommen große Eismassen hiervor- übergetrieben. Um die Mittagsstunde trat hier heute auf kurze Zeit ziemlich heftiger Schneefall ein. Ein Straßen­raub gemeinster Art wurde vorletzte Nacht in einer in der Nähe des Rheins gelegenen Straße hier verübt. Ein auf dem Wege nach seiner Wohnung befindlicher Herr stürzte aus einer glatten Stelle und verletzte sich hierbei derart, daß er sich nur mühssam auf den Beinen halten konnte. Unfern seiner Wohnung nahte sich ein Unbekannter dem Gestürzten' und erbot sich, denselben nach Hause zu begleiten, was mit Dank angenommen wurde. An der Behausung des Ge­fallenen angekommen, zog der letztere seine Börse, um sich seinem Begleiter durch ein Geldgeschenk erkenntlich zu zeigen. Kaum wurde indeß der Samariter des wohlgefüllten Geld­beutels ansichtig, als er ihn entriß und damit im Dunkel der Nacht verschwand.

vermisch Les.

TT Hersfeld, 4. Januar. In dem Dorfe Motzfeld bei Friedewald machte dieser Tage eine Zi g e u n e r b a n d e Halt und schlug ihr Lager auf. In einem Wagen entstand nun in Folge Ueberheizens des Ofens Feuer und brannte dasselbe bis auf einige Bretter und das Untergestell nieder, trotzdem die in der Nähe befindlichen Zigeuner alles aufboten, um den Brand zu löschen. In dem Wagen befanden sich vier kleine Kinder im Alter von 58 Jahren. Sämmtliche Kinder erlitten starke Brandwunden, zwei so schwer, daß sie alsbald verstarbcn. Auch die Zigeuner, welche die Kinder aus den Flammen retteten, haben schwere Brandwunden da­vongetragen. Die Eltern der Kinder und der Besitzer des Wagens waren gerade abwesend. Der Mann heißt Stephan Hoffmayn, ist in Wien geboren und wohnt in Lauterburg im Elsaß. Er ist mit einem Wa-rdergewerbeschein, welcher zum Musikmachen im Umherziehen berechtigt, versehen.

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Das Concursverfahren über das Vermögen des Uhrmachers Wilhelm Schön zu G i e ß e n wird auf Grund rechtskräftig bestätigten ZwangSver- gleichs hierdurch aufgehoben.

Gießen, 31. December 1892. Großherzogliches Amtsgericht.

________Gebhardt.______[286

Freitag den 3. Februar 1893,

Nachmittags 2Vz Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Gastwirth Peter Jmmel Eheleu­ten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 35 Nr. 116 869 Meter Acker aus dir Tanne,

Flur 35 Nr. 117 869 Meter Ocker daselbst,

Flur 35 Nr. 118 - 869 Meter Acker daselbst,

Flur 35 Nr. 118s/10 - 325 Meter Acker daselbst,

Flur 35 Nr. H8/io - 362 Meter Acker daselbst,

Flur 35 Nr. U88/10 225 Meter jAcker daselbst,

Flur 5071 Nr. IVi» - 608 Meter Hof- raitbe, die Liebigshöhe,

Flur 50-71 Nr. l«/io 35074 Meter Acker daselbst,

Flur 50-71 Nr. V/io 80 Meter Halle daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 23. December 1892.

Großh. Ortsgericht Gießen. __3.21.: Bogt._________274

Donnerstag, 5. Januar,

Nachmittags 2 Uhr, zu Gießen in der Bieker'schen Hofraithe sollen gegen Baar öffentlich versteigert werden:

1 Pianino, 1 Garnitur Polstermöbel, 1 Posten Cigarren. 1 Cassaschrank, 1 Secretar, 2 Verticows, 2 Sophas u. s- w

Versteigerung vorauss. theilw. bestimmt.

Engel, 221 Gerichtsvollzieher.

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Ang. Noll 11., Bahnhofstraße.

Alsfeld: Gg. Hill, Krause, N., Werner Gebauer.

Butzbach: Rob. Schmidt.

W. Seippel Wwe., Jac. Steinhäuser, Ernst Vogt.

Ariedbergr W. Bernbeck,

Wiih. Äörtsch,

I. L. Pauly, Franz Stamm. Grünberg r Earl Schmierer, E. WillemS.

Bad'Nauhetm: H. Kegelmann, Rich. SMwaab,

205] Rich. Wörner.

Bekanntmachung,

das Statut der Ortskrankenkasse Gießen betreffend.

Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß für die Orts- L aiifenfaffe Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1893 ab ein neues, auf Grund des Krankenversicherungsgesetzes in der Fassung des Reichsgesetzes vom 10. April 1892 revidirtes Kaffenstatut erlassen worden ist. Mit diesem Zeitpunkt tritt das bisherige, unterm 9. Januar 1885 genehmigte Statut außer Wirksamkeit und es gelangen von jetzt ab nur noch Quittungs­bücher mit dem neuen Statut zur Ausgabe, bezw. werden die bisherigen Quittungsbücher außer Wirksamkeit gesetzt.

Gießen, den 2. Januar 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

__________________ Gnauth._____________________ [250

Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf § 10 der Bedingungen für den Bezug von Wasser aus der städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden .Hausbesitzer dringend ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Wassermesscr für unsere mit deren Untersuchung und Aufnahme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. Unsere Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz u. dgl. möglich zu machen.

Gießen, 5. Januar 1893,

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.

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