Ausgabe 
5.5.1893 Erstes Blatt
 
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worden find, konnten wir nicht erfahren, wohl aber können wir mittheilen, baß fich Herr Fernow über alle- Gesehene nußerordemlich befriedigend ausgesprochen hat.

Da» Re-ierungsgrbaude auf de» Caufleiberg soll nach dem in gestriger Sitzung der zweiten Kammer gefaßten Bc« schluffe in das Eigenthum der Stadt Gießen übergehen. Be- dingung ist, daß die Stadt nach gleichzeitig erfolgender Ueber- Weisung des ursprünglich zur Niederlegung deS Gebäudes bestimmten Staatsbeitrages von 0900 Mk. mit einem Auf« wände bis zu 40,000 Mk das Gebäude nebst dem Heiden« thurme herstellt. Die Gebäulichkeiten sollen später die auf die Geschichte der Provinz Oberheffen Bezug habenden Samm lungen aufnehmen.

*» Nene« Theater. Verdis herrliche OperDer Troubadour" geht heute Abend nach sorgfältiger Bor« bereitung, die in vielen Proben bestanden, zum ersten Male in Scene. Es wird unS wohl so bald nicht wieder Gelegen­heit geboten, eine so vorzügliche Oper mit solch guten Kräften, wie wir sie gegenwärtig an unserer Bühne besitzen, zu hören. Wie man unS mittheilt, wird in den Comparsen der Oper das gesammte Personal Mitwirken und ist in unserem treff­lichen Orchester unter Leitung des Theater-CapellmeisterS Frenzel auch die Gewährleistung vorhanden, daß neben dem vocalen auch der instrumentale Theil des großartigen Werkes zur vollsten Geltung gelangen wird.

Theater. Morgen Freitag folgt eine zweite und letzte Aufführung des vortrefflichen LustspielesZwei glückliche Tage". Eine solche wurde vielfach gewünscht. Wir empfehlen jedem Freund deS Theaters und der heiteren Muse, die morgige Vorstellung nicht zu versäumen. Daß sich die meisten der Theaterbesucher, welche die erste Aufführung sahen, wieder einfinden dürften, ist wohl anzunehmen. Das Lustspiel ist eine der brillantesten Novitäten, die zur Zeit daS Repertoire beherrschen. Sonntag den 7. Mai wird Herr Director BaarS auch im EtabliffementSteins Garten" eine Vorstellung veranstalten, nachdem Herr Stein seinen Saal bereitwillig zur Verfügung gestellt hat und findet Nachmittags zu kleinen Preisen eine Extra-Familen- vorstellung statt, während Abends eine Opern Vorstellung stattfinden wird.

* * Bon deutschen Hochschulen. Von den juristischen Aacnltäten deö Deutschen Reiches sind in der Zeit von Ostern 1887 bis Ostern 1892, wie wir aus dem soeben erscheinenden Werke:Rechtsforschung und RechtSunterricht auf den deutschen Universitäten", herauSgegeben von Prof. O. Fischer in Breslau, ersehen, folgende ordentliche Doctor- promotionen vollzogen worden: im Jahre 1887/88 309, 1888/89 290, 1889/90 315, 1890/91 327, 1891/92 375. Hieran sind die einzelnen Universitäten in den eben genannten Jahren mit folgenden Zahlen betheiligt: Berlin mit 7, 11, 14, 7, 10; Bonn mit 1, 0, 2, 2, 2; Breslau mit 2, 2, 5, 3, 2; Erlangen mit 3, 1, 5, 19, 36; Freiburg mit 1, 3, 1, 1, 1 ; Gießen mit 2, 0, 0, 1, 1; Göttingen mit 41, 31, 21, 31, 45; Greifswald mit 0, 1, 2, 0, 6, Halle mit 2, 1, 6, 5, 1; Heidelberg mit 89, 85, 102, 73, 79; Jena mit 81, 61, 66, 62, 62; Kiel mit 0, 0, 0, 1, 0; Königsberg mit 1, 1,1,1, 0; Leipzig mit 59, 70, 75, 100,115; Marburg mit 0, 3, 0, 2, 0; München mit 9, 8, 5, 2, 4; Rostock mit 1, 3, 1, 5, 1; Straßburg mit 3, 6, 5, 7, 6; Tübingen mit 4, 3, 3, 1, 7; und Würzburg mit 3, 0, 1, 4, 7 Promotionen.

* Landes. Brandverficherungs - Anstalt. Der Stand der Anstalt ist folgender: DaS Brand-Versicherungs-Capital be­trug Ende 1892 im Großherzogthum 1 999 876 430 Mk.; es hat sich in dem erwähnten Jahre vermehrt um 35085320 Mk. oder um 3,01 pEt. und zwar in den fünf größeren Städten, nämlich in Mainz (3606290 Mk.), Darmstadt, Offenbach, WormS und Gießen. In Bezug auf den absoluten Zuwachs an BrandversicheruugS-Capital steht Mainz obenan. WaS dagegen den verhältnißmäßigen Zuwachs betrifft, so findet man WormS in erster Reihe, wo in dem abgelaufenen Jahre wieder eine rege Bauthätigkeit geherrscht hat; Mainz kommt erst an fünfter Stelle. Die Umlage - Capitalien, welche auS den DersicherungS - Capitalien einschließlich der Zuschlags« (Kapitalien bestehen, berechnen sich wie folgt: In der Provinz Oberheffen auf 326 477 560 Mk., Starkenburg 507 265 580 Mk., Rheinheffen 452 502 450 Mk., zusammen 1286 335 590 Mk. Aus Mainz entfällt da wieder die größte Summe, nämlich 158930 520 Mk. Für den Aus­schlag an Brandverficherungs Beiträgen kommen jedoch nicht diese Gesammt-Umlagecapitalien, sondern die nach Maßgabe der Bestimmung deö Artikel 18 des Gesetzes zu reducirenden Umlage-Capitalien in Anwendung. Für 524 Brände sind im Jahre 1892 im Ganzen zur Zahlung angewiesen worden: 926 322.81 Mk.; während eS 1891 nur 830511.36 Mk. waren. Auf den Kreis Gießen entfiel die größte Vergütung. Im Juli waren die meisten, im Januar die wenigsten Brand« fälle zu verzeichnen. Die Großh. BrandversicherungS-Kammer stellt den Antrag, auf daS Umlage Capital nach dem Stande zu Ende 1892 einen Beitrag von 9 Pfennig von je 100 Mk. Umlage-Capital auSzufchlagen.

* Hür die weitesten Kreise dürste eine gerichtliche Ent­scheidung über Zeugengebühren von Interesse sein, die ein Fabrikbesitzer in B vor einiger Zeit durchgesetzt hat. Be­kanntlich erhalten Zeugen, welche selbstständig sind, also Handwerk-meister, etablirte Kaufleute, Aerzte u. s. w., feine Entschädigung und zwar mit der Begründung, daß eS bei diesen selbstständigen Herren keinen Maßstab für die Beur« cheilmig deS Schadens gibt, den sie durch die Zcitversäumniß erlitten. Mit dieser Begründung war auch die Liquidation deS Fabrikbesitzers, der als Zeuge aus dem Criminalgrrichte volle fünf Stunden hatte versäumen müffen, abgewiesen worden. Dieser aber bernhigte sich hierbei nicht, sondern verklagte daS Gericht, indem er darlcgtt, daß auch für die Zeugen, die einer Selbstständigkeit sich erfreuen, ein Maßstab vorhanden sei, nämlich die Einkommensteuer.Der Staat hat," so führt unser Gewährsmann aus,laut beiliegender Quittung

mit einem Jahreseinkommen von 5000 Mk. mich eingeschätzr. Für den Tag beläuft fich mithin nach der Ueberzeugung des Staates mein Einkommen auf Mk. 13.70, pro Stunde den Tag zu zehnstündiger Arbeitszeit gerechnet also Mk. 1.37 und da ich fünf Stunden versäumt, so beanspruche ich neben den entstandenen Reisekosten nach dem Maßstabe, den einem hohen Gerichtshof der Staat selbst an die Hand gegeben, Mk. 6.85 Zeugengebühr." Diesen Auseinander­setzungen llimmte der Gerichtshof bei und der FiScuS wurde zur Zahlung der Zeugengebühr im Betrage von Mk. 6.85 verurtheilt.

* Der verflossene April steht in Bezug auf Trocken­heit einzig da. Don sämmtlichen 540 Monaten der Jahre 18481892 find nur der Januar 1848, der November 1853 und der Februar 1890 an Trockenheit dem vergangenen April vergleichbar. Die Ursache dieser Trockenheit, die keineswegs auf Nordwestdeutschland beschränkt erscheint, ist lediglich in der Dertheilung deS Luftdruckes zu suchen. Ausgedehnte Ge­biete hohen BaromiterstandeS lagerten anhaltend über dem mittleren und nordwestlichen Europa, während niedriger Luft­druck über Rußland und Südwest Europa verweilte. Der niedrige Luftdruck in den Gebieten der sogenannten .baro­metrischen Depressionen bringt aber bekanntlich vorzugsweise Regen; in Folge deffen fielen in jenen Gegenden Europas erhebliche Niederschläge, während solche bei unS auSblieben. AuS der langen Trockenheit, in Verbindung mit der ungewöhn­lich hohen Temperatur des gegenwärtigen Frühjahrs, hat man in vielen Kreisen deS Publikums auf einen nachfolgenden heißen und trockenen Sommer geschloffen. Wiffenschaftlich ist eine solche Schlußfolgerung indeß nicht berechtigt, schon deß- halb, weil bei unS kühle Sommer häufiger austretcn als warme. Ueber gewiffe Gesetzmäßigkeiten im Wechsel der Witterung aufeinanderfolgender Jahreszeiten hat der Berliner Meteorologe Profeffor Hellmann Untersuchungen angeslellt, welche sich auf die Beobachtungen zu Berlin von 1719 bis 1880 stützen. Er fand, daß nach einem mäßig milden Winter am wahrscheinlichsten ein kühler Sommer folgt, daß aber nach einem sehr milden Winter am wahrscheinlichsten ein warmer Sommer zu erwarten ist. Ferner, daß aus einen mäßig kalten Winter am wahrscheinlichsten ein kühler Sommer folgt, daß dagegen einem sehr kalten Winter ein sehr kühler Sommer wahrscheinlich nachsolgt. Sonach würde der kommende Sommer wahrscheinlicher kühl als warm sein. Anderseits ergeben die bisherigen Beobachtungen, daß sehr oft, wenn die Temperatur im April und Anfangs Mai über die normale hinausgeht, empfindliche Kälterückfälle kommen. Sie treten im Mai aus­schließlich mit nördlichen und östlichen Winden auf, wenn hoher Luftdruck über den britischen Inseln und niedriger Druck über Scandinavien liegt. Die Kälte zeigt sich am frühesten in Schweden, dem Ostseegebiet und Ostdeutschland, nämlich durchschnittlich am 11. Mai, rückt dann am 12. und 13. Mai nach Mitteldeutschland vor und wird in Westfalen und am Rhein meist am 14. besonders bemerkbar. Diese Zeiten sind jedoch nur als Durchschnittsangaben zu betrachten, im Einzelnen schwankt die Erscheinung um mehrere Tage.

f Lich, 3. Mai. Bei der heute stattgefundenen Ersatz- wahl für d en Gemeinderath wurde der vorhinige Beigeordnete Karl Zimmer mit überwiegender Majorität gewählt.

t Lich, 3. Mai. In die hiesige Pfennigsparkasse wurden am letzten Sonntag 207 Mk. eingelegt. Diese Summe ist der höchste erzielte Wochenbetrag seit dem Bestehen dieses Instituts.

f Münster bei Lich, 3. Mai. Don Seiten des Solmser Zweigvereins wurde heute hier ein Gustav-Adolfs fest abgehalten. Festprediger war Herr Pfarrer Walz auS Lang-Göns.

Grüuberg, 2. Mai. Auf dem benachbarten Wart Hof ereignete sich gestern ein schrecklicher Unglücksfall. Ein Sohn des Besitzers fiel so unglücklich in eine im Gang befind- liche Häckselmaschine, daß ihm ein Theil der Nase vollständig weggeschnitten wurde.

[:] Stumpertenrod, 3. Mai. Ein an einem hiesigen neuen Scheuerbau befindliches Gerüst stürzte zusammen. Sechs auf demselben beschäftigte Myurer wurden im Sturz mitgerissen. Glücklicherweise befanden sich die Arbeiter nur in der Höhe eines Stockwerkes. Sie kamen deshalb bis auf einen, der schwere Verletzungen erlitt, mit dem Schrecken davon. Ein hiesiger Einwohner fiel von seinem Wagen, und die Räder gingen Über ihn hinweg. Außer anderen Verletzungen erlitt er noch einen Beinbruch.

x Appenrod, 3.Mai. Der hiesiger Bürgermeister Wolf feierte am verflossenen Donnerstag sein 25jährigeS Dienstjubiläum. Herr KreiSrath v. Grolmann über­reichte dem Jubilar den ihm von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog verliehenen Verdienstorden für langjährige treue Dienste. Im Saale des Herrn Bürgermeisters nahm die Jubiläumsfeier einen sehr schönen Verlauf.

Friedberg, 2. Mai. Gestern fand hier die feierliche Amtseinführung des Herrn Dr. gl Öring, der bekanntlich als Profeffor an daS hiesige Predigerseminar berufen worden, unter Betheiligung der Mitglieder der Anstalt und einer Anzahl geladener Gäste statt. Nach dem Gemeinde« gefang ergriff zuerst daS Wort Herr Oberconsistorialrath Profeffor Dr. Söftlin, indem er besonders darauf hinwieS, daß Herr Flöring zwar ungern von seiner Gemeinde in Darmstadt gegangen sei. aber dennoch geglaubt habe, der Bestimmung der oberen kirchlichen Behörde zu folgen und den ehrenden Ruf an» Seminar anzunehmen. AlSdann begrüßte Herr Geh. Kirchenrath Profeffor Dr. Diegel als Director der Anstalt den neuen Collegen, den er stolz fei, einst unter seinen Schülern gehabt zu haben. Zum Schluffe bedankte sich Herr Profeffor Dr. Flöring für die warme Teilnahme, die er gesunden und sprach den Wunsch und die Hoffnung au», daß er, selbst noch ein Lernender, da» Vertrauen, da» man

auf feine Lehrthätigkeit setze, rechtfertigen könne. Der Gottesdienst schloß mit Gemeindegesang. Später fand in dem etwa e/4 Stunden entfernten Offenheimer Wäldchen eine gemächliche Zusammenkunft statt, die den Tag würdig beschloß.

D. Ztg.

a. Friedberg, 3. Mai. Obstdaucurse an den pomologischenGärten der landwirthschaftlichen Winterschule zuFriedberg. 1) Der laufende Obstbau- curia» für Baum- und Straßenwäner in der Dauer von 10 Wochen, an dem 28 Schüler im Alter von 1642 Jahreti theilnehmen, wird im August zu noch näher zu bestimmender Zeit fortgesetzt. 2) Dom 15. bi» 20. Mai d. I. findet ein RepetittonScursu» für Baum- und Straßenwäner statt, an welchem sich solche Baum- und Sttaßenwäner betheiligen können, welche längere Praxis nachzuweisen vermögen, ober bereit» früher einen ObstbaucurfuS besucht haben. Nach Be­endigung desselben erhalten Diejenigen, welche die Schluß­prüfung bestehen und mindesten» ein Alter von 20 Jahren besitzen, durch den Präsidenten deS Oberhesfischen Obstbau- Vereins ein hübsch auSgestattete» Diplom mit dem Titel DereinSbaumwart de» Oberhessischen OdstbauvereinS". Bei diesem CursuS werden nur praktische Hebungen mit Be­lehrung in Frage und Antwort am Baum abgehalten und erstrecken sich dieselben auf Obstbaumpslege, Hochstamm- und Zwergobstcultur. Der CursnS ist honorarfrei 3) Am 10. Mai beginnt ein Obstbaueursu» für Freunde be» Obstbaue», zu welchem bereit» 20 Canbibaten bc» hiesigen Prediger- seminarS ihre Theilnahme angefünbigt haben. Derselbe bauert den ganzen Sommer hinburch, so daß die Theilnehmer Gelegenheit finden, die vollständige Behandlung und Pflege des Obstbaume» kennen zu lernen. Außer den protvfdien Hebungen, welche an zwei Wochentagen stattfinden, werden auch wöchentlich zwei Doi träge au» dem Gebiete berPstanzen- Physiologie und deS Obstbaues gehalten. DaS Honorar be­trägt für Heffen 10 Mk., für Nichtheffen 15 Mk. 4 wird in diesem Sommer auf mehrfache Anregung von Herren Pfarrern im Laufe dieses Sommer ein wöchentlicher CursuS für solche abgehalten. Wegen Feststellung der Zeit beliebe man sich an Herrn Pfarrer Bernbeck in Nieder Wöllstadt zu wenden, der die Vermittelung gütigst übernommen hat. Anmeldungen sind zu richten an den Vorsteher der Schule, Herrn Dr. von Peter.

Mainz, 2. Mai. Gestern Nachmittag wurde durch eine in Mitten be« Rheins stehenbe Baggermaschine bie Leiche eines Mannes, die vollständig versandet war, au» dem Rhein auß gebaggert. Die Leiche lag bereits längere Zeit im Wasser und war daher völlig unkenntlich, während die Kleiber nur noch in Fragmenten vorhanben waren.

Alzey, 1. Mai. Heute, Montag ben 1. Mai 1893, beging Herr Posthalter Erckmann, geb. 1. Mai 1799, al» ältester Bürger unserer Stabt, im stillen Kreise der Familie, bei voller Rüstigkeit des Geistes unb Körper», feinen 94. Ge«

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Wetzlar, 4. Mai. Durch Allerhöchste Orbre vom 10. April b. IS. ist ben Herren Professoren Dr. Hamich unb Dr. Glaser bet Rang ber Räthe 4. Klasse verlieben worben.

* Frankfurt a. M., 3. Mai. Zur Heberraschung eine« HauSeigenthümerS in ber Theobalbstraße fand er heute Dor« mittag bie beiben unteren Stockwerke feine» leerstehenden Hauses bewohnt. Im Erbgeschoß erklärte berneue Miether", er sei heimlich zur Nachtzeit eingezogen und würbe sehr gerne bie Wohnung, da sie ihm convenire, behalten, könne aber freilich keine Miethe zahlen. Unb die Partei" im ersten Stock erklärte, ebenfalls unter dem letzten Dor- behalt, sie habe bie Wohnung von bem Parterrebewohner gemietet. Die Freube der Miether, bie ben öontraci ohne den HauSwirth gemacht hatten, war nicht von langer Dauer.

* Berlin, 2. Mai. Zwei junge Ausreißer, die bie Weltausstellung besuchen wollten, sinb beim Änlangcn be» DampfersHavel" in Newyork feftgenommen worden. Anfangs April waren ber 16jährige Secunbaner Paul K., Sohn eines in ber Potsbamerstraße wohnenben Rentner» und der fast gleichaltrige in ber PensionSanstalt untergebenste Ewalb B. auS Mogbeburg spurlos verschwunden unb au» einem zurückgelassenen Briefe be» « an seine Eltern ging mit ziemlicher Sicherheit hervor, baß sie ben Weg nach Amerika angetreten. ES würbe daher der Newyorker Sicher« heitsbehörde telegraphisch Mittheilung gemacht. In ihre« Besitze wurden noch etwa 1200 Mk. gefunden.

» Aus bet Oberpfalz, 2. Mai. Der Selbstmord eine» Kinde« erregt in Neumarkt Aussehen. .Da» dreizehnjährige Mädchen de» Gerber« Neustädter verlor vor« gestern Abend ein Markstück. Die Mutter, die da» «ind überhaupt hart behandelt haben soll, soll e« heftig geschlagen haben unb ihm harte Strafen von Seiten bc« abwesenden Vater« in Aussicht gestellt haben. Da« Kinb wachte ich erneut mit Freunbinnen auf bie Suche nach bem Geldstück, ohne diese» zu finden. Gestern Morgen nun sand man da» Mädchen erhängt auf bem Dachboben be« Elternhauses.

Kempten, 2 Mai. Brave Solbaten! Die hiesigen Jäger habenden Abgebrannten in Verlach sofort nach Bekanntmachung de« Unglück« 160 Laibe Brod, out deren Genuß sie verzichteten, zugeschickt.

* Ulm» 1. Mai. Jugendlicher Ucbennutb hat gejtern einem 20jährigen Kaufmann den Tod gebracht. LYr ver­gnügte sich mit einigen Freunden ünSteinhaus, einem beliebten AuSflugSpunkt von Ulm, unb ging mit diesen die Wette ein, für eine Flasche Wein über die Donau zu schwimmen. Raum hatten ihn jedoch bie Fluchen ange­nommen, ba verschwanb er ben Blicken der Umstehenden. Der Leichnam konnte noch nicht gesunden werden.

ein Athlet eee Waßertrepfe, befugt. Die Geschichte von ben Wassertropsen, welche bekanntlich besagt, daß viele bcrselben nach unb nach einen Stein auShöhlen, erfuhr unlängft