hatte und jetzt wiederum, nachdem sich aufs neue schwere Symptome der alten Krankheit zeigten, in eine Anstalt ver» bracht werden sollte. Schröder soll schon früher geäußert haben, wenn der Zustand seiner Tochter sich nicht beffere, werde er sie und sich erschießen. Gestern Vormittag machte er bie Aeußerung, auf die Niemand etwas gegeben Hane, zur Wahrheit. Nachdem am Morgen der Arzt vergeblich Einlaß in die Wohnung Schröders, der im zweiten Stock des Hauses Bergerstraße 199 nrohnte, begehrt hatte, öffnete der Schwiegersohn Schröders, der Mann der zweiten Tochter, in Gemeinschaft mit dem Hausherrn die Borplatzthüre. Man sand in der Wohnung die Tochter tobt, mit einem Schuß durch die Schläfe, auf einem Stuhl sitzend. Bei ihr muß der Tod sofort eingetreten sein, der Gesichtsausdruck deutet auf keinen Todeskampf. Schröder wurde in seinem Schlaf- zimmer im Sterben aufgefunden; er hatte sich einen Schuß in die Herzgegend beigebracht, der nicht gleich tödtlich wirkte - der Tod erfolgte aber während des Transportes in das Spital. Der Hund wurde erschoffen unter dem Bette vor- gefunden. Schröder war ein Mann von 57 Jahren und seit 14 Jahren Wittwer. Seine Prineipale geben ihm da- beste Zeugniß- er erfreute sich bei ihnen, bei seinen Collegen und bei der Bornheimer Bürgerschaft allgemeiner Beliebtheit.
* Frankfurt a M., 2. März. Der Arbeiter Wilhelm Zkugelstädt aus Offenbach und der Arbeiter Jacob Flaus stürzten gestern Nachmittag am Hafen in den Main. Beide wurden sofort wieder herausgezogen, F. lebend, 5k. tobt. Letzterer hatte entweder an der Kaimauer oder am Schiffsrand das Genick gebrochen.
* Zur HeiztmgSfrage. Im Laufe des nun hoffentlich hinter uns liegenden Winters mit seiner strengen Kälte regte, veranlaßt durch diverse Klagen Über wenig- bezw. fchlecht- heizende und mangelhaft montirte Oefen, die in Berlin erscheinende „Eisen Zeitung" eine Debatte Über die diversen existirenden Ofen-Systeme an. Genannte Zeitung erhielt infolge besten eine größere Anzahl Einsendungen, welche Oefen, Kamine und Kohlen bebandeln. Es interessirt vielleicht den einen oder anderen unserer Leser, von einem Ofen zu hören, welcher auch in unterer Gegend gut eingeführt ist und welchen auch wir aus eigener Erfahrung als ganz vorzüglich empfehlen können. Es sind dies die patentirten Löhnhold (VuberuS'schen) Oefen mit continuirlicher Heizung nach sogen, amerikanischem System. Ein Eorrespondent schreibt genannter Zeitung auf ihre Anfrage, wie er mit seinem Ofen in diesem Winter zufrieden gewesen sei, folgendes: „Der von mir gekaufte Ofen L ocher Construction hat sich ganz ausgezeichnet bewährt. Ich konnte damit mehrere Zimmer zugleich heizen und außerdem die Temperatur genau auf einen Grad reguliren. Für Dauerbrand eingerichtet, wurde der Ofen Abends abgestellt und brauchte Morgens nur wieder aufgedreht zu werden, um feine Dienste zu vollster Zufrieden» heit Tag und Nacht zu versehen. Außerdem ist die Verwendung eines solchen Dauerbrandofens deshalb so vortheil- haft, weil er auch in der Nacht ohne jede Bedienung oder Beaufsichtigung Wärme spendet; die Wände also niemals stark abkühlen können. Dadurch wird entschieden an Brennmaterial ganz bedeutend gespart, ganz abgesehen von dem großen Vortheil, stets, auch Morgens früh, eine warme Stube zu haben. Dies erreicht man mit dem Kachelofen, wie sie im Norden gebräuchlich sind, nicht. Der Ofen tst allerdings vor Eintritt der Heizperiode neu ausgefchmiert worden, was nicht genug empfohlen werden kann, da vielfach die ungenügende Regulirfähigkeit von unverschmierten Falzen herrühren dürfte." Soweit der Privatmann. — Dieses Unheil eines gänzlich Unbetheiligten, da« ocrmuthlich durch eine große Anzahl ähnlicher bestätigt werden würde, beweist, daß auch vortreffliche Oefen am Markt sind. Vielleicht liegt der Umstand, daß trotzdem vielfach noch mangelhafte Oefen ins Publikum gebracht werden und dadurch das Osengeschäft bißerebitiren, daran, daß bei dem großen Angebot der verschiedenartigsten Constrnctionen die Händler selbst kaum aus noch ein wissen. Sie können nicht alle Oefen selbst untersuchen, sondern sind meist auf das angewiesen, waS ihnen als Anpreisung gesagt wird.
* Leipzig, 2. März. DaS Schwurgericht verurtheilte heute den HandlungScommis von Wyssel-Dresden, der im October v. I. einen Gelbbriefträger viermal in verschiedene Wohnungen zu locken, zu ermorden und zu berauben suchte, wegen Urkundenfälschung, Raub- und Mordversuchs zu zwölf Jahren drei Monaten Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust.
* Berlin. 27. Februar. Die Stadt Berlin erhält eine Million Mark zur Errichtung eines FindelhaufeS (Kinder Asyl). Theaterdirector Albert Schmidt hat diese Summe der Stadt vermacht. Die Erben erhoben dagegen Widerspruch. DaS Landgericht I hielt den Einspruch für be» rechtigt. DaS Kammergericht entschied zu Gunsten der Stadt.
* Auf neue Steuern sinnt man in letzter Zeit in Frankreich eifriger noch wie bei unS. Bei der Budget- derathung in der französischen Kammer beantragte DeSpreS eine Steuer auf Reclamewagen, die aber abgelehnt wurde. Mitchell beantragte eine Steuer von 20 FrcS. für jede LivrSe, die Jemand feine Bedienten tragen läßt. Der Antrag wurde mit 215 gegen 204 Stimmen angenommen. Lacretelle beantragte eine Steuer von 50 FrcS. für jeden ausländischen Bedienten ober ,Gouvernante. Der Antrag würbe abgelehnt.
* Kurze Flitterwochen. Anfangs vorigen Monats heirathete bie Tochter beS Pester Qlaoicrfabrifantcn Chmel einen gewissen Herrn Walla. DaS junge Paar machte eine Hochzeitsreise nach Wien. Am Morgen deS darauffolgenben Tages ent fernte sich Walla aus dem Hotel und suchte einen Friseur- laben auf. Während dieser Zeit war die junge Frau an dem Kamin deö kleinen SalonS beschäftigt und zog sich dabei beträchtliche Brandwunden zu. Dieser Tage erlag die Verunglückte ihren Verletzungen. Als deren Mutter bie entsetzliche Botschaft vernahm, gerieth sie derart in Schrecken, daß sie bie Sprache verlor.
* DaS „Deutsche AdelSblatt" hat — man weiß nicht recht, ob es ein, allerdings sehr geschmackloser, FafchingSscherz sein sollte — den Grafen Sapriui auf Freier» Kühen gehen lasten und durch Berliner Blätter ist die Nachricht weiter verbreitet worden. Wie nun auS Berlin berichtet wird, hat Graf Eaprivi nicht einmal die Ehre, bie ihm als Braut angedichtete Dame auch nur dem Namen nach zu kennen.
'* Wien, 26. Februar. Man wird wieder sogen: Es giebt keine Kinder mehr? Ein dreizehnjähriger Knabe hat Papiergeldfälfchungen begangen. Freilich war daS Elend zu Hause groß, und das Zeichnentalent deS Knaben nicht gering. In Erdbcrg draußen, an der äußersten Thule des Wiener Großstadtelend-, wohnte der arbeitslose Kern mit Frau und vier Kindern. Er selbst hat seit den letzten Schneefällen, bei welchen er als Schneeschaufler sich einige Gulden erarbeitete, nichts mehr verdient. Um doch etwas Geld inS Haus zu bringen, ging bie Frau tagsüber in frtmbe Häuser waschen unb ließ ihre Kinder mit dem Mann zurück - 'AbendS kam sie erst nach Hause. In der Familie Kern waren also zwischen Mann unb Frau die Rollen vertauscht. Die Be- dürfniste der Familie waren sehr gering. Die elende Wohnung wurde nicht geheizt- wollte man sich erwärmen, so ging man in die öffentliche Wärmestube. Die Hauptnahrung bildete zweimal täglich Kaffee. Ader selbst für diese jämmerlich geringen Bedürfniste reichte der Verdienst der Frau nicht auS. Die Lage der Familie wurde immer verzweifelter, da kam der dreizehnjährige Sohn Johann Stern, der in der Schule der Beste seiner Klaffe ist, auf bie Idee, fein Zeichnentalent zur Verfertigung von Gulbenfalsificaten zu verwenden. Mit feinen primitiven Hülfsmitteln unb seiner elementaren Kunst brachte er freilich keine Meisterwerke zu Stanbc. Aber am Abend konnte man seine mit schwarzer und blauer Tinte auSgcführten Federzeichnungen immerhin für echte Geldnöten nehmen. So brachte er acht Eingulden- und zwei Fünfguldennoten in Verkehr, bis endlich ein Maronibrater, dem gleichfalls ein solches Falsificat angehängt worden war, den kleinen Johann Kern, als er ihn wieder sah, festnehmen ließ. Die Eltern scheinen von der Sache gewußt zu haben. DaS Strafgericht wird zunächst zu sprechen haben, aber hoffentlich regt sich auch die Wiener Wohlthätigkeit, macht dem Elend der Familie ein Ende und eröffnet dem Talent des Knaben einen besseren Wirkungskreis.
* Aus dem Leben Kaiser Friedrichs. Wie die „B. N. N." berichtet, weiß der jetzt hochbetagte Königl. Küchenmeister a. D. Louis Laras in Berlin folgende, noch unbekannte Episoden vom Kronprinzen, späteren Kaiser Friedrich zu erzählen. „Ich war" — so berichtet der alte Herr — „noch Kochlehrling und befand mich im Palais des damaligen Prinzen Wilhelm von Preußen. Am 18. October 1832 erschien plötzlich der spätere Kaiser Wilhelm mit seiner Gemahlin und befahl mir, den Prinzen Friedrich Wilhelm auf eine große Hangewaage zu legen. Wenige Augenblicke nachher konnte ich die Meldung machen, daß der spätere Kaiser Friedrich III. fünfzehn Pfund wiege. Die Mutter wandte sich an ihren Gemahl mit den Worten: „Ach Wilhelm, ich möchte gern den fünfzigjährigen Geburtstag unseres Sohnes erleben." Zu der Eröffnung deS Suezkanals fuhr Laras mit dem Prinzen Adalbert dorthin, und der gleichfalls anwesende Kronprinz Friedrich Wilhelm erfuhr von der Feststellung seines Gewichts. Er ließ den Koch rufen unb fragte ihn: „Haben Sie mich denn nicht aus den Winbeln rutschen lassen?" Als LaraS sich bagegen verwahrte, schmunzelte ber Kronprinz unb schenkte ihm zum Andenken an bie „Gewogenheit" eine kostbare Busennadel. Jahre waren vergangen, unb ber Kronprinz wurde fünfzig Jahre alt. Er erinnerte sich der mütterlichen Worte unb befahl Laras wiederum zu sich. Als er auf die Nadel zurückkam, mußte der Küchenmeister verlegen eingestehen, daß er sie verloren habe. Friedrich Wilhelm ließ ihm eine neue überreichen, bie ber alte Herr noch jetzt trägt. Bei dieser Gelegenheit fragte der Kronprinz, warum Laras nicht bei ber Enthüllung des Denkmals für ben Prinzen Abalbert in Wilhelmhaven gewesen fei? Der Ange- rebete gab zur Antwort, baß es ihm au ben nöthigen Geldmitteln gefehlt habe. Sich abwendend, äußerte Friedrich Wilhelm lachend: „Ganz wie bei mir, immer im Dalles". — Derselben Quelle verdanken wir die folgende Geschichte: Eines Tages im Jahre 1882 erklärte der Kronprinz dem Küchenmeister Laras: „Heute Abend essen wir Commißbrod und Käse." — „Kaiserliche Hoheit," wandte ber Küchenchef ein, „Commißbrod?!" — „Na fein Sie nur ruhig, ein guter Hausvater sorgt für Alles; ich habe es schon mitgebracht." Nun erfuhr LaraS daS folgende Geschichtchen: Der Kronprinz hatte an demselben Tage in Civilkleibung bie Stallstraße durchwandert unb dort Soldaten bemerkt, die ihr Brod zum Kaufe außboten. In feinem Berliner Dialect fragte er ben ihn nicht erkennenben Soldaten: „Wat kost denn bet?" Der Kronprinz kaufte daS Brod unter ber Bebingung, baß eS zu „feiner Frau" gebracht werbe. Unterwegs würbe bem Soldaten schon unheimlich, als fein Begleiter allseitig gegrüßt wurde- als er eben bie Rampe zum Palais hinaufschreiten sollte, weigerte er sich mit ben Worten: „Nee, ba jeh ick nid) rin, ba wohnt ber Kronprinz." Er mußte aber mit unb folgte zagend in daS Palais, wo der Kronprinz feiner Gemahlin zurief: „Vikki, ick habe Dir'n Commißbrod jekooft." Der Soldat erhielt einen Thaler für fein Brod, freute sich aber, als er wieder draußen war.
* Auch ein Gedanke! Einer der originellsten Sammler, welche jemals existirt haben, verkehrt, wie man schreibt, in einem ber vornehmsten Weinrestaurants Unter den Linden in Berlin. Es ist der Geh. Rath St.; er sammelt seit Jahren von allem Wein, welchen er selbst trinkt ober an welchem er participirt, daS Staniol der Flaschen und zwar zu dem Zwecke, sich auS demselben einen Metallsarg unfertigen zu lasten! Er hofft, so lange zu leben, dis zur Anfertigung eines ansehnlichen Sarges hinreichendes Material in der Sammlung vorhanden ist. — Ein ausgezeichneter Gemüthkmensch!
fanimirtbfdjüftlidjc Minke und Lathschläge.
A El«s Cteffbefeit, im Mär» 1898. Beiträge |nr VekämpfvnD de» Hatter- vad etreaaraagel». 3a unterem lebten Aufsätze über lorfftnu machten wir darauf aufmerksam, daß e» sich empfehle, diese Streu gemeinschaftlich bürd» Credit- ober Gonfumoeretiie kommen zu kiffen, weil sich dadurch daS Risico unb die Iranöportfpefen verringern würden.
Heuteer hielt ich durch einen befreundeten Herrn da« Verordnung?- unb Anzeigeblott für ben Kreis Heppenheim, für die Bergstraße, ben CbennxHb unb tat Neckattbal vom 3. Tecember 1892, worin bei Borntrende de» landwitthfchasll'chen Bezirke verein« Heppenheim, Herr Ktrrsrath v. Gtar.crz zur Kennmiß bringt, daß die Generat- oeriammlung de» BezirkSoetetn» Heppenbeim einen gemetnfamen Bezug von zorfftreu beschlossen habe. Ten B ehbesitzeru bet Ski eilet soll dadurch Gelegenheit gegeben werden, die noch wenig bekannte Tor' ftreu als Ersatz für Lirenstroh kennen zu lernen. Der laudwinh- schaltliche Bezirk-Verein wirb emen Theil ber entstehenden Transportkosten selbst übernehmen. Auf diese Weise wird et ermöglicht, den Gentner Torfstreu ab Bahnhof Heppenheim ober Weinheim zu bem Preise von einer Mark an bte Interessenten adzugeden.
Die Vereine in Cberbeflen werben wohl eben fo billig kaufen können, wie die Starkenburger Vereine. DaS Rcchenerempel ist dann leicht gemacht. Ter Landwirth stellt zusammen, wie hoch ihn bat Strvb, ober die Waldftreu zu stehen kommt; er überlegt, wie viel an Gewicht er täglich von diesen Streumatettalien für ein Stück verwenden muß und vergleicht et mit ber Verwendung en Tor fftreu. Ter Vergleich wird wahrscheinllch zu Gunsten ber Letzteren auf fallen.
Et bleibt nun noch die Anwendung ber Torfftreu in Schweineställen tu schildern. Hier ist btefet Streumaterial ganz besonder» zu empfehlen. Jeder Landwirth weiß, daß da» Schwein bie Gewöhn - bett bat, sich in b«m Stalle eine trockene Lagerstätte zu halten. E» schiebt mit dem Rüssel bai trockene Streumatcrial nach dieser Lager- stelle unb legt seinen Rotb und seinen Urin an die entgegengesetzte Stelle de» Stalle». Wenn man nun zuerst eine Lage Tori streu unb darauf eine Lage Stech giebt, so erhält da» Thier ein sehr gute», trockene" und daher warme» Lager, Für falle, langanbammbe Winter ist bie» von großer Bedeutung, denn gar manche» Stück wird durch die Kälte rheumatisch, ober .bodenkrümmig", wie man an vielen Orten zu sagen pflegt.
Wenn nun der Schweinestall so mit Torfmull unb Stroh be handelt wird, wie wir ei eben beschrieben haben, braucht man ihn nur in längeren Zeiträumen auszumisten. Von Zeil zu Zeit lockert man da- eigentliche Lager de» Thtere» mit ber Gabel aus unb giebt etwas neue» Stroh dazu; die übrigen Stellen werden mit lorffttu behandelt, welche jede Feuchtigkeit, ober Unreinlichkeit auf ba» ge ringste Maß zurücksührt.
Hie unb ba» ist e» schon vorgekommen, baß mancher bie Lust an der Torfstreu verlor, weil er eine fehlerhafte Stalleinrichtung besaß. Die Sache wollte bann, wie man zu sagen pflegt, nicht recht, variren," bie Leute würben Srg>rliw, behaupte en der Fehler läge an der Lors streu, sie tauge nicht» und wandten ihr ben Rücken. Derartige Tinge kommen bei allen Neuerungen vor. Weil bte Leute mit diesen Dingen nicht recht umzugehen verstehen, behaupten sie: sie (den nicht» nutz. So war e» ansang» mit den Petroleumlampen, mit den R'gulu iüQöfen, mit ben Nähmaschinen und vielen anderen Dingen, welche man jetzt nicht mehr missen möchte. Mit Hülfe dieser zuletzt genanten Geräthschafien spart man In jetziger Zeit nicht dlo» ein große» StückGeld, sondern macht sich auch ba» Leden viel angenehmer al» früher
Zn Bezug auf die Stalleinrichtungen wird bemerkt, daß feine kostspieligen Veränderungen nöthig sind, denn wo man mit taub unb Moo» streuen unb ein richtige» Lager Herrichten kann, läßt sich auch bie Torf streu mit Erfolg anwenden.
Wir finb mit unseren Mittheilungen über die Torfstreu zu Ente gekommen und haben die Ueberzeugung, daß wir manchem freundlichen Leser des »Gießener Anzeiger" einen Gefallen gethan baden, daß wir diesen Gegenstand so eingehend behandelt. Bei der diesjährigen Knappheit der Futter- unb Streumaterialien und ber dadurch bebhtaten hohen Preise, ist e» schon darum weith, baß man sich nach Ersatz' Mitteln umschaut. Wer e» versteht, sich in die Sache hineinzuarbetten und seine Vorurtherle abzulegen, wird gewiß ein schöne» Stück Geld sparen. E» kommt noch etwa» hinzu! Nicht blo» der 18*J2<r Sommer war trocken unb regenlo», auch ber 1892er Herbst ist e» gewesen und ber Winter von 1892 auf 1893 brachte bi» jetzt wenig Feuchtigkeit. Sie genügt nicht, um ben Ausfall zu decken. Fast hat efl den Anschein, al» gingen wir einigen belfern, dürren Jahrgängen entgegen, wie wir sie 1857, 1858 und 1859 hatten unb beren sich bie älteren Landwirthe noch sehr wohl erinnern Wer sich von vornherein gegen eine solche (Kalamität rüstet, wirb sie ratürlt* otd leichter überstehen, al» Terjmige, welcher die Hände in den Schoofe legt unb den Mund aufsperrt, bi» ihm etwa die gebratenen Tauten von selbst in ben Mund fliegen. Da» geht heutzutage nicht mehr. Wer rastet, der rostet. Deshalb sagen wir immer wieder: Prüfet Alle» und da» Beste behaltet.
Citeratar und Knnft.
— „Unb herrschet weife im häuslichen jtreife-, wer kennt nicht tiefen Ber« au» Schiller» Glockenliebe! 'Niemand wirb die Behauptung unwahr scheiten, daß e» wohl keine Hausfrau unb Mutter gibt, die nicht nach dem Ruhme strebte, eine „weise Herrscherin" im Kreise ihrer Lieden zu fein, st stein fast übersteigt die Ausgabe, die Ihr gestellt wirb, ihre Kräfte. Welche Fülle von Erfahrungen erforbert z B. die Erziehung eine« Kinde« zu einem gesitteten und tüchtigen Menschen, der ein glückliche« Leben führt und dabet ber Allgemeinheit nützt! Wie schwer ist e«, sparsam Haus zuhalten, ohne dem Fehler ber Kargheit, ja, bem Laster be« Geize« zu verfallen! Welche Umsicht ist nöthig, um ba« liebe Heim traut zu gestalten, e» zu einer festen Burg de» Frieder unb be« Glücke« au«zubauen. Fürwahr, aufcpfnnb unb verantwortlich ist ber Beruf einer idealen Mutter unb Hausfrau! Sie ist Köchin, Wäscherin Plätterin, Putzerln, Schneider und Schneiderin, Putzmacherin, Weiß näherin, Flickerin, Krankenpflegerin, Kindermädchen unb Erzieherin, Gärtnerin, Feftanordnerin, Sängerin, Musikantin unb selbst Dichterin, ja zuweilen auch Buchhalterin, Geschäst»gehilfin unb Reifende 2-Jle gern möchte sie jede dieser Nollen gut spielen, allein selbst die Biel- kitiafte ihre« Geschlecht« läßt bei der großen Anzahl derselben da« Gedächtniß manchmal im Stich. Hilfesuchend blickt sie nach einen, Souffleur au». Unb dieser naht in Gestalt ber mehrmals preisgekrönter,, für ba« bäu«llche Wohl unermüdlich arbeitenden Wochen schritt „Für» Havtz". Da« Blatt enthält jedoch nicht blo« eine trockene Aufzähtung von Recepten unb Hausmitteln, sondern ift bestrebt, seinen Lesern den reichen, ihm zu Gebote stehenden Stoff auf bie unterhaltendste, sich bem Gedächtniß einprägende Weife am leichtesten darzubieten. Durch Beigabe einer Handarbeit«» nrb einer Musikbeilage wird ber Sinn für Handgeschlcktlchkeit unb häu«ttche Kunst gepflegt unb durch ba« vortreffliche Märchen unb kleine Er zählungen enthaltende Beiblatt »Für« kleine Cott* eine gute Saat in da« empfängliche Herz ber Kinder gestreut. Jede Hausfrau wirb sich in btefet theuten Zeit über die gute Auswahl an guten, wirklich prelswerthen Bezugsquellen freuen, die ber Jnferatentheil von .Für« Hau»' bietet. Für die Güte der in biefer Zeit chrift angezeiatei. Geschäfte bürgt bie Gepflogenheit bet Gefchäst«leitung, welche zevem Abonnenten ba» Recht einräumt, sich wegen schlechter Bedienung bei ihr zu beklagen. Wiederholen sich.die Klagen, so wftd der Firma ba« Recht be« Anzeigen« in diesem überaus gediegenen Blatte entzogen. Erwägt man alle diese Umstände, so erscheint ber Preis von 1 Mark für ein Vierteljahr lächerlich genug, umsomehr al» jede Ätonnentln auch Mitarbeiterin werden kann unb ihre Einsendungen im Falle de» Abdruck» honoiirt werden. Probenummern verieudei auf Wunsch kostenlos die Geschäftsstelle .Für« Haus', Salta 8W. 68 auch jede Buchhandlung besorgt solche Nummern.


