liefern. Redner sagt, er habe Mehle betroffen auS Kunst- mühlen, die */io bis 3/10 Unkraut enthielten. Landmühlen böten selten retneS Getreide, solches mit 1—2 pEt. Unkraut müsse er entschieden als ungeeignet zum menschlichen Genuß bezeichnen. Redner und der japanische Arzt Dr. Mori haben oftpreußischeS Schrotbrod selbst probirt und gefunden, daß eS schädlich ist. Trotz dieser Erfahrungen empfehle Pfarrer Kneipp ganz grobes Schrotbrod, das allen Fortschritten der Wissenschaft Hohn spreche. AlS Fehler des SchwarzbrodeS, die am häufigsten Vorkommen, bezeichnet Profeffor Dr. Lehmann die Herstellung deffelben aus ungenügend gereinigtem Getreide, ungenügende Zermahlung deS Getreides, ungenügende Abscheidung der Kleie, zu starke Säuerung deS BrodteigeS- der Nachtheil der starken Säuerung ist allerdings vielfach überschätzt, und eS muß zugegeben werden, daß die Nach- theile der Säuerung zumTheil von bisher nicht gewürdigten Vorthellen mehr als ausgeglichen werden können. Die giftigen Kornarten verlieren z. B. durch langes Gähren ihre Nachtheile. Ein wenig saures Brod (3. und 6. Säuregehalt) sei zu empfehlen, Brod mit höherem Säuregehalt zu ver- meiden, namentlich in Kasernen und Spitälern. Borwürfige Fehler könnten aber, sagt Referent, vermieden werden, wenn die Unkräuter auf Landmühlen annähernd vollständig entfernt (dieselben können als Viehfutter benutzt werden) würden. Mit Hilfe des Uhlborn'schen DecorticationSverfahrens ließe sich, sagt Referent, eine Entfernung der versetzten Kleie und damit eine höchst wesentliche Derbesierung der Appetitlichkeit und AuSnutzbarkeit des BrodeS auS ganzem Korn erzielen- ein gutes Zermahlen befördert die Ausnutzbarkeit weiter. Die zu starke Säuerung kann durch kürzere GährungSdauer verhütet werden. Zur Verbesserung und .Verbilligung des deutschen BrodeS empfiehlt Redner den Anbau stickstoffreicher Getreidesorten, Verwendung von Mais und Aleuranat nach Hundhausen. Letzteres stellt ein feines Mehl dar, welches von einer fast unbegrenzten Dauerhaftigkeit und Haltbarkeit ist, wenn eS an trockenem Orte aufbewahrt wird. Das Aleuranat sei thatsächlich das weitaus billigste Eiweiß (80 pCt.), 4,5 Kgr. kosten 7 Mk. Redner sagt zum Schluffe, Großbäcker, Brodfabrikanten möchten hier bahnbrechend vorgehen »nd ein gutes, gesundes nationales Brod zubereiten, eine schöne Aufgabe und für sie selbst lohnend. Kleinbäcker würden dann bald folgen.
.....x_ , ,----------1.-------
Localer uttö ^provinzieller.
Gießen. 3. Juni 1893.
** Für Invaliden. Das „Armee > Verordnungsblatt" enthält folgenden Erlaß des Kriegsministers: „Die Landwehr BezirkScommandos haben alsbald das Erforderliche zu veranlassen, um diejenigen in ihren Bezirken ansässigen invaliden Mannschaften vom Feldwebel rc. abwärts sestznstellen, welche auf Grund des Militärpensions« gesetzeS vom 27. Juni 1871 als Invaliden anerkannt sind und folgenden Bedingungen entsprechen: 1) Die Kriegszulage gemäß § 71 deS Gesetzes vom 21 Juni 1871 beziehen - oder 2) die Zulage für Nichtbenutzung des Civilversorgungs- scheines gemäß § 76 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 und § 12 des Gesetzes vom 4. April 1874 beziehen, am Kriege 1870/71 oder an einem Kriege vor 1870/71 thellgenommen haben oder seit diesem Kriege durch eine militärische Action oder durch Seereisen Jnvaltde geworden sind (Marine) und üch nicht im Genüsse einer Verstümmelungszulage gemäß § 72 deS Gesetzes vom 27. Juni 1871 befinden - oder 3) auf Grund der §§ 84 und 85 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 einer Klasseneinschränkung h'nsichtlich des Pensionsbezugs unterliegen. Bezüglich der vorgenannten Invaliden sind die Jnvalidenacten bereit zu halten, bezw. zu beschaffen und besondere chargenweise geordnete namentliche Listen anzulegen. Wegen der auf Grund der neuen Novelle zum Militärpensionsgesetz nothwendig werdenden Umänderungen ergeht demnächst, nach Veröffentlichung deS Gesetzes, besondere Verfügung, in der auch daS Erforderliche enthalten sein wird betreffs der anderweiten Regelung deö Pensionsbezuges für die im Civil- dienste befindlichen invaliden Offiziere und Mannschaften. Für mögllchste Verbreitung dieses Erlasses ist Sorge zu tragen und dabei ausdrücklich hervorzuheben, daß Anträge an daS Kriegsministerium in dieser Angelegenheit seitens der be- »heiligten Personen zunächst nicht zu stellen sind."
** Für Inserenten. Die weitverbreitete Annahme, als ob bestellte Inserate beliebig zurückgezogen (abbestelll) werden dürfen, wird in einem richterlichen Urtheile der BerufungS- Jnstanz für irrig erklärt. Die ConfectionSzeitung „Der Geschäftsfreund" hatte ein Personal-Gesuch zur zweimaligen Veröffentlichung erhalten, dasselbe wurde aber nach der ersten Annahme abbestellt, jedoch zu einer Zeit, als die betr. Nr. des Blattes schon druckfertig war. Dem Besteller der Anzeige wurde daraufhin mitgetheilt, daß die Abbestellung nicht mehr habe berücksichtigt werden können. Dieser wollte aber dennoch die zweite Aufnahme nicht bezahlen, er wurde verklagt, Kläger aber in erster Instanz zurückgewiesen. Wegen der grundsätzlichen Wichtigkeit legte Kläger Berufung beim Landgerichte zu KöSlin ein, welches Verklagten zur Bezahlung der Anzeige und aller Proceßkosten verurtheilte und u. A. auSführte, daß hier ein gewöhnlicher Vertrag vorliege im Sinne des § 869 ff. Allg. Landrechts, — daß bei Inseraten in öffentlichen Blättern von den betreff. Expeditionen eine Annahme-Erklärung nicht verlangt werden könne, — und daß Beklagter, selbst wenn er nach der ersten Aufnahme den ver- langten Handlungsgehilfen schon gefunden hätte, zwar zum Rücktritte vom Vertrag berechtigt, aber gleichzeitig verpflichtet gewesen wäre, die Sxpcd. der Zeitung schadlos zu halten (— also die bestellte weitere Ausnahme zu bezahlen).
W. AuS der Wetterau, 31. Mai. (Der AntisemitiS- muS und seine Wahlarbeit in Oberhessen.) „Da sehe Se emol Herr Nochber, woS der Herr Dr. Böckel in sei'm „Reichsherold Nr. 611 vun gestern, 30. Mai" sich be
weihräuchern läßt- eich hab' ihn sor'n gescheide Mann ge- hale, awwer woaS do stiht, iS jo nix als Bimmeldammel- buriom, daS glaawe wir naut un mit d'r Böckelei iffeS vorbei, eige Lob stinkt!" So sprach ein biederer Bauer, indem er Bruchstücke auS Nr. 611 deS „ReichSheroldeS" vorlaS und dabei energisch den Kopf schüttelte. — In der That? Denn man die Verhimmelungen liest, die dem Herrn Dr. Böckel angethan werden, ist eS erlaubt zu sagen: Gott schütze ihn vor seinen Freunden? Diese sind wohl mit dem Sprichworie einverstanden: Bescheidenheit ist eine schöne Zier, doch kommt man weiter ohne — ihr! Dem Verdienst seine Krone, auch dem Herrn Dr. Böckel daS seine, nur schade, daß der Herr durch sein Preßpersonal andere Verdienste oft mit Schmutz bewerfen läßt. Gehört daö auch zum Antisemitismus? fragte unser Nachbar, indem er hier und da wieder einen Blick in den „Reichsherold" that. — In der Nr. 611 deS „Reichs- Heroldes" werden Dr. Böckels Verdienste in folgender Weife verherrlicht: „Er hat den Ortsgruppen gemeinsame Arbeit empfohlen: Gemeinsamen Bezug von Waaren und vorzugsweise von landwirthschaftlichen Düngern, gemeinschaftlichen Verkauf landwirthschaftlicher Erzeugniffe ohne Zwischenhändler direct an Consumenten u. s. w." Dann wird noch der Bieh- Ein- und Verkauf, die Gründung antisemitischer Märkte, die Schaffung von Raiffeisen'schen Spar- und Darlehnskaffen erwähnt. — Wozu der Lärm? WaS steht dem Herrn zu Diensten? darf man mit Mephisto ausrufen, rotnn man diese Aufzählung durchgegangen hat. Was hier mit vollen Backen als Großthat hinaus in die Welt posaunt wird, haben Männer, wie General- secretär Weidenhammer, Pfarrer Groh- Kirchbrombach, Kreisrath Haas-Offenbach, E. Wernher-Nierstein, A. Dettweiler-Lau- b e n h e i m und noch viele Andere schon vor 20 Jahren erstrebt und geschaffen. Wo war denn Herr Dr. Böckel vor 20 Jahren? darf man billig fragen. Die Zahl der landwirthschaftlichen Consumvereine in Heffen belief sich bereits Ende 1879 auf 77 mit 4474 Mitgliedern. Im Jahr 1883, also vor zehn Jahren, wurde auf der landwirthschaftlichen Jubiläumsausstellung in Darmstadt der gemeinschaftliche Verkauf derBodenproducte an die Consumenten beschlossen. Im Jahre 1884 wurde die landwirthschafiliche Genossenschaftsbank gegründet, über deren Thätigkeit und Leistungen Ihre Zeitung kürzlich einen größeren Bericht brachte. Hat Dr. Böckel vielleicht etwas Aehnliches aufzuweisen? Die Genoffenschastsbank vermag ihren Mitgliedern Geld zu 41/, bis 43/< % zu verschaffen und 3'/s % für Guthaben zu gewähren. Von Wucher ist bei den hessischen landwirthschaftlichen Genoffenschaslen schon lange nichts mehr gehört worden, denn die Mitglieder sind so unterrichtet worden, daß sie sich nicht mehr bewuchern lassen. Die Verwaltungskosten der Vereine sind überall äußerst gering. Die Genossenschafter besorgen die Arbeiten um sehr mäßige Vergütung. Das sind alles ganz selbstverständliche Dinge, über die sich aber Niemand nach der Methode des „Reichsheroldes" verhimmeln ober beweihräuchern läßt. Man meift die Absicht, wird aber — — nicht verstimmt. Sämmtliche hessischen landwirthschaftlichen Genoffen- schäften bestanden Ende 1890 aus einer Centralgenoffenschaft der hessischen landwirthschaftlichen Consumvereine, aus 196 Creditgenoffenschaften, 131 Consumvereinen, 12 Molkereigenossenschaften, 6 sonstigen Genoffenschaften. Bis eS Herr Dr. Böckel einmal so weit bringt, wird noch mancher Tropfen Wasser die Lahn hinabfließen. — Trotzdem fällt es aber keinem der vielen Tausend und abermal Tausend Männer ein, welche Mitglieder dieser Vereine sind, den Herrn Dr. Böckel in der Weise zu apostrophiren, wie es der „Reichshcrold" in Nr. 611 vom 30. Mai I. I. in Bezug aus Herrn Kreisrath HaaS in Offenbach, — welcher Vcrbandsdireclor der hessischen landwirthschaftlichen Genoffenschaften ist, — gelhan hat. Unter der Spitzmarke: Neueste Nachrichten deS „Odenwaldschoten" schreibt der „Reichsherold" aus Offenbach: Allgemein ist man der Ansicht, daß der K r e i s r a t h der beste Volksvertreter sei. Bei den hervorragenden Leistungen der hessischen KreiS- räthe wird sich das Volk bald so wohl fühlen, daß Jedermann einen Dienstmann anstellen muß, der ihm sein Glück trogen Hilst. — Gut gebrüllt Löwe! — Da Herr KreiSrath HaaS schon vor Jahrzehnten, als Herr Dr. Böckel die Kinderschuhe noch nicht ausgetreten hatte, erfolgreich thätig in der Land- wirthschaft war, sich aber niemals in her reichSheroldischen Manier beweihräuchern ließ, wie eS in Nr. 611 hinsichtlich des Herrn Dr. Böckel verübt worden ist, wird sich Herr HaaS jedenfalls sehr freuen, wenn er den trefflichen Witz deS „Odenwaldschoten" zu lesen bekommt.
vermischter.
* Fulda, 31. Mai. DaS Schloß deö Landgrafen von Hessen geht mit dem dazu gehörigen Anwesen für die Kaufsumme von 450000 Mk. in den Besitz der Stadt über. Der Ankauf deS Schlosses hat die Zustimmung deS StadtrathS und deS BürgerauSschuffeS gefunden, außerdem liegt die kaiserliche Genehmigung vor.
* München, 30. Mai. Vom Münchener Landgericht sind heute vier jugendliche Räuber zu langjähriger Freiheitsstrafe verunheilt worden, von denen zwei infofern ein besonders unangenehmes Interesse erwecken, als sich die Neigung zum Räuberhandwerk durch mehrere Generationen auf sie vererbt zu haben scheint. Di< Mutter war eine Tochter des ehedem in der Gegend von Dachau vielgefürchteten RäuberhauptmannS PaScolini und der Vater erlag dem Tode, als sich endlich die Gerecht-gkeit feiner bemächtigen wollte. Die Schachermühle in der Gemeinde Sulzemoos bei Dachau war von den 16-und 18jährigen Brüdern Kneißel, von deren Schwestern und zwei anderen jungen Leuten zu einer Art von Räuberhöhle umgestaltet worden, deren Insassen sich neben anderem Raube hauptsächlich von den Schafen ernährt zu haben scheinen, die sie aus den in der Umgegend weidenden Heerden herauSgeschossen. Die umwohnenden Bauern, die
wäbrend vieler Jahre nur tmgem unbewaffnet an der Schacher- mühle vorübergegangen sind, haben jetzt den Grund und Boden angetauft und daS Bauwerk dem Erdboden gleich gemacht. Bei der Verhaftung der jetzt Scrurt bellten entspann sich am 2. November vorigen Jahres ein regelmäßige» Feuergefecht, da» dem (Senbarmerie dommanbanten^jj^tn beinahe das Leben gekostet Hane.
• Zar Entwickelnng»geschichle deS^chloße» bringt der „Ungarische Metallarbeiter" interessante Mitibeilungen, demnach waren die Schlösser schon zu HomerS Zeiten bekannt, jedoch noch sehr primitiver Natur- die eigentlichen Schlösser, welche mit einem Schlüssel versperrt wurden, stammen von den Lakoniern, einem Volke in Griechenland, und die Römer rannten infolge dessen diejenigen Schlüssel, welche den griechischen Modellen nachgebildet waren und einen dreizackigen Bart hatten, lakonische Schlüssel. Diese älteren Schlüssel waren sämmrlich Rohrschlüssel, mit einem runden Rohr, daS eine dreieckige Bohrung an einem Ende trug. Dieie Bohrung poßte^ zu einem entsprechend gearbeiteten Dorn oder Stift be» Schlosse». Durch genaue Arbeit und Abänderung der Winkel be» Dreieck» ließen sich gute, ziemlich diebessichere Schlösser Herstellen. Im Mittelalter begann man den Bart kunstvoll zu bearbeiten und stattete ihn mit verschlungenen Linien und Schnörkeln auS. Ebenso erfand man Schieber, Federn :c. zum Verstecken be» Schlüsselloches. Schlösser ohne Schlüssel, welcher nur au» [ ineinanberhängenden eisernen Ringen bestanden und nur von dem geöffnet werden konnten, welcher diese Ringe zu ordnen verstand, beschreibt Hieronymus CardanuS 1585. Gegen Ende deS 18. Jahrhunderts tauchten die dreifach schließenden sog. „französischen" Schlösser auf, und besonders kamen die Bexir- ! schlösset: in Ausnahme. Berühmt war daS Schloß der Franzosen Voissier und Prirce de Beaufond, hergestellt 1778. Dasselbe bestand au» einer Unzahl von Federn, welche eine öOmiflionen« fache verschiedene Anordnung gestatteten. Nur derjenige, welcher die beim Verschließen angewendete Anordnung kannte, konnte daS Schloß öffnen. Schlösser, welche durch Zusammensetzen von Buchstaben zu einem Worte zu offnen waren, erfand gleichzeitig GipperS. Schlösser, welche Schüsse abfeuerten, wenn sie ein Unberufener zu öffnen versuchte, waren schon im Anfänge unseres Jahrhunderts bekannt, ebenso solche, welche Messer und Dolche hervorschossen. Auch Schlösser, welche dem Uneingeweihten stinkende Gase in» Gesicht strömen ließen, wenn er das Schloß zu öffnen versuchte, sind confiruirt worden und heutzutage noch manchmal im Gebrauch.
Literatur unfc Arrnst.
— Da» soeben erschtcnene 20. Heft de- „Universum* (IX. )abt« gang) ist für die Reichhaltigkeit dieser volk-thümtterev, ootncbm- aedtegenen Famtltenzettfchrtft typisch. Neben dem man .Der Apostel von Sakrou" von Reinhold Ortmann finden wir die spannende, eigenartige Novelle „Die Fülstäbttsfln" von Eufimis von AdlerSfeid- Ballefirem, eine kleine, köstliche Humoreske „Nie wieder" von Mau» Zehren und «ine überaus stimmungsvolle Vfingsterzählung ,Ta» Fest auf der Eck" von Hermine Vtllinger. Unter den Artikeln ist derjenige über Bamberg nut zahlreichen, vollendet künstlerischen Ad- bllbunaen In höchst wirkungsvollem tolbhaunm Druck geschmückt. Max Buchwald, ein anerkannt tüchtiger Fachschrislstrller, behandelt in einem sehr anschaulichen, reich illuftrirten Artikel die proj ctirte großartige Ca^albrücke. Da» besondere Interesse der Frauenwelt werden Bild und Artikel „Henriette Matkiewic, und ihre Wand- stickereien" erregen, während die beiden Kunstbeilagen „Im wunderschönen Monat Mai" von I. Hamza und „(Sestürzl" (ein packende» Bild auS der Rennbahn) von G. Koch daS Auge jede» Kunstfreunde» entzücken müssen. Bilderichmuck und Lesestoff — AlleS darf al» mustergültig bezeichnet und die Zeitschrift als eine der allerbesten empfohlen werden.
— In daS neue Wuchergesetz sind bekanntlich zahlreiche neue Bestimmungen aufgenommen, welche feine Wirksamkeit wie den Begriss deS Wuchers überhaupt weit über die bisherigen Grenzen autzdehnen. Die ungemein schwerwiegende Bedeutung dieser in alle Berufskreise eingreifenden Neuerungen verdient gewiß die ernsteste Beachtung aller davon Betroffenen und deshalb wird eine kleine Schrift: „Belehrung über be« Wucher". Ein Schutz gegen Schädigung mir Fingerzeigen für Jedermann von 6. Pfafferotb. (Lerlto, I. H. Heine» Verlag. Preis 50Pfg.) wohl allgemein willkommen gehelßen weiden. Durch zahlreiche geschickt dargestellte Beispiele erläutert der Verfasser klar und erschöpfend alle Begriffe de» Wucher» und seiner gesetzlichen Folgen, indem er auch dem ungerecht Beschuldigten Fingerzeige für seine Vertheidigung bietet.
Aufruf
zur Hilfe für die Brandbeschädigten zu Zell bei Alsfeld (Qberhcffen).
Ein gewaltiger Brand verwandelte am 5. Mai l. I». einen groben Theil unserer Gemeinde in einen Schutt- und Trümmerhaufen. Nicht weniger al» 42 Hofraithen (ungefähr 130 Gebäude) sind von den Flammen verzehrt worden. Namenlose» Elend ist bei un» eingezogen. Viele Familien sind obdachlos und haben ihr ganzes Eigenthum verloren. Von diesen sind einige gar nicht, viele nur schlecht versichert. Wir bedürfen daher der schleunigsten Hilfe und fordern Ihre Nächstenliebe auf, der armen, so schwer heimgefuchten Gemeinde Zell freundlichst beiftehen zu wollen.
Gaben aller Art, wie Nahrungsmittel, Kleidungsstücke, Wäsche, HauSgeräthe und dergl., insbesondere auchOrldgabrn werden mit herzlichem Dank von Grobherzoglicher Bürgermetsterei Zell in Empfang genommen; ebenso ist daS unterzeichnete HilfScomitö zur Empfangnahme von Gaben gerne bereit. — Auch die Expedition des „Oiessener Anzeiger" ist bereit, Geldspenden für die Abgebrannten in Empfang z» nehmen und darüber in diesem Blatte zu quittieren.
Zell, 7. Mai 1893.
Da» Hilfscomitv:
Dippell, Bürgermeister in Zell, Simon, Sastwirth in Zell, Lepper, Landwirth in Zell, Andr. Köhler, LandubH in Zell, Qonr. Krausmüller, Landwirth in Zest, Konr. Bambey, Iandwirth in Zell, Bausch, Lehrer in Zell, Carra, Lehrer in Zell, Jäger, Pfarrer zu Billertshausen.
NB. Um Weiterverbreitung dieses Aufrufes in anderen Zeitungen wird gebeten.
gtfiN u
Die dieSs
Eichener - tag den *
,1 UV.' haust» vtil
Sitßen, SM. r
lr. Sirtzeo 0'
M 1 fr?
ffal
(bar lKr-
0irt(
-TrntliL ""ist
Sroßb.
w «trche ui "rronhaui
i n
Mmlrac Heißbindi edjrtmtr Schlossen ßlaierarl Rateriall
iollen im niiffum vi
Hostens liegen au >ranhauß Guttau z
Offerte
Diensto
Hort per Nrge loerschlosstu i Müidm
11924
Sei
, Page l'J be» elegante
•ittotie -"dver •töte Hafleet
mit iß ja ■ennf
Bost


