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4.6.1893 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt. Sonntag den 4. Juni______ ________

Gießener Anzeiger

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1893

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Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen.

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Weisungsgesetz und das Wahlgese tz gegen die Stimmen der Freisinnigen und des CentrumS angenommen worden. Das Centrum stimmte um deswillen auch gegen das Steuer­überweisungsgesetz, weil zu dem Wahlgesetz die auf sein Be­treiben aufgenommenen Bestimmungen von dem Herrenhaus verworfen worden waren und das Abgeordnetenhaus das Wahlgesetz in der neuen Fasiung gegen den Widerspruch des

politifc^e Wochenschau.

Gießen, 3. Juni 1893.

Während in dem ersten Theil der Wahlbewegung die Verhältnisse innerhalb der freisinnigen Partei das allgemeine Jutereffe in Anspruch genommen haben, sind es jetzt die Vorgänge in der Centrumspartei, auf welche sich die Aufmerksamkeit vornehmlich richtet. In der freisinnigen Fraction hatten sich 6, in dem Centrum 12 Mitglieder bei der entscheidenden Abstimmung nach der zweiten Lesung vom Gros der Partei getrennt. Bei den Freisinnigen führte Richter sogleich die nöthige Klärung herbei, indem er den Antrag stellte zu erklären, daß die Abstimmung für den An­trag von Huene der Gesammthaltung der Partei widerspräche, und so alle schwankenden Elemente in der Partei zum Aus­tritt veranlaßte. In der CentrumSPartei hielt man die Schwierigkeiten anfangs schon für hinreichend beseitigt, als die 12 dtssentirenden Abgeordneten fast ausnahmslos auf eine Candidatur förmlich verzichteten. Aber schon die un­gebührliche Verzögerung der Veröffentlichung des Wahl­aufrufes ließ darauf schließen, daß nicht alles in der Centrumspartei in Ordnung war. Nach dem Erscheinen des Ausrufes wurde die bis dahin latente und schleichende KrisiS akut. In einer öffentlichen Erklärung sagte sich Freiherr von Schorlemer-Alst von der Centrums-Fraction los. Nun­mehr erklärte auch Freiherr von Huene seinen Austritt und zugleich seine Bereitheit, ein Reichstagsmandat anzunebmen, um im neuen Reichstag seinen Standpunkt gegen seine Fractionsgenossen zu vertreten. Bekanntlich ist von Huene schon vor einiger Zeit von den Parteien des rechten Flügels als Reichstagscandidat in Schlesien aufgestellt worden. In­dessen hat er selber einem Interviewer gegenüber die Ansicht ausgesprochen, daß er mit seinem Vorgehen in Schlesien schwerlich großen Erfolg haben werde. Ebensowenig steht zu erwarten, daß von Schorlcmer-Alst die Mehrheit der westfälischen CentrumSPartei auf seine Seite ziehen wird. Man nimmt an, das Cent,um werde die Verwirrung rasch überwunden haben. Die Wahl der Centrumsabgeordneten beruht zumeist auf sehr starken Mehrheiten, die auch nach der Spaltung nicht so leicht in Minderheiten verwandelt werden können. Zudem ist die CentrumSPartei nicht in dem

Maße wie die freisinnige, Angriffen von rechts und links zugleich ausgesetzt. Was die Militärvorlage selbst an­belangt, so hat in der letzten Zeit insonderheit die Deckungs­frage das Augenmerk auf sich gelenkt. Man hat in den Preßerörterungen über diesen Theil der Vorlage vielfach gänzlich übersehen, daß es unmöglich ist, schon bei der Be- rathung der Militärvorlage in Bezug auf die Art der Deckung specielle Grundsätze als Bedingung für die Annahme gesetzlich sestzulegen. Man kann in ein Militärgesetz füglich nicht ein Steuergesetz hineinflechten. Andererseits hat man die be­stimmte und wiederholt ausgestellte Behauptung, daß Finanz­minister Miquel bereits mit der Ausarbeitung eines Brannt­weinmonopolgesetzes beschäftigt sei, durch den Hinweis auf die Möglichkeit der Durchführung anderweitiger Steuerprojecte zu entkräften sich bemüht. Man empfiehlt unter anderem eine Steuer auf den Luxus, welche ihrer Tendenz nach ja durchaus annehmbar wäre. Aber die Regierung hat gelegent­lich selber bekannt gegeben, daß solche Steuern kaum nennens- werthe Beträge ergeben, da der Luxus in Deutschland in keinem irgendwie bemerkenswerthen Umfange verbreitet ist. Auch die Bestimmung des Begriffes Luxus ist recht schwer. Gerade bei den minder Wohlhabenden gilt manches als Luxus, was besser situirte Bevölkcrungsklaffen unter die un­umgänglichen Lebensbedürfnisse rechnen. Eine Wehrsteuer ift dem Reichstage bereits im Jahre 1881 einmal vorge- . schlagen, aber fast einstimmig verworfen worden. Obwohl man damals recht beträchtliche Steuersätze für die vom Militärdienst Befreiten in Ansatz gebracht hatte, nahm die Regierung in ihrem Voranschlag nur einen Ertrag von 16 Millionen an. Unterdessen ist die Zahl der Militärfreien infolge der PräsenserhöhUngen von 1887 und 1890 ver­mindert worden und würde nach der neuen Militätvorlage noch weiter ganz erheblich sinken. Es würde also wohl kaum ein Viertel der jährlichen Mehrausgaben, welche die Militär- Vorlage erfordert, durch die Wehrsteuer gedeckt werden können. Mit allen derartigen Steuerprojecten kleinen Maßstabes wird man also nicht sehr weit kommen, und es würde wohl, wie Ministerialrath von Zedlitz kürzlich ausführte, nach Annahme der Militärvorlage eine Finanzmaßregel im großen Stile erforderlich werden.

In Preußen ist nunmehr endlich das Steuerüber-

Centrums angenommen hatte.

Bon Begebenheiten im Auslande ist die Aeußerung Jules Simons, des bekannten französischen Staatsmannes, über die Stimmung in Frankreich besonders bemerkenswerth. Simon erklärte, daß Präsident und Mmisterium, Volk und Parlament, ja sogar das Militär einem Kriege sehr wenig geneigt sei. 1870 hätten nur die Dynastie und die Militärs einen Krieg in ihrem Jntereffe gewollt. Die harten Prüfungen, die damals über Frankreich hereingebrochen seien, hätten be­wirkt, daß man den Geschmack am Kriege gänzlich verloren habe. Auch die Generale, deren Metier doch der Krieg sei, befürworteten höchstens gewiffe coloniale Kriegsthaten in Asien oder Afrika. __

Naturgeschichte des Neichstagstvählers von 1893.

(Nachdruck verboten.)

k. Der Reichstagswähler ist gegenwärtig diegesuchteste" Person des Reiches. Jeder reißt sich um ihn und sucht den Gegenpart herunterzureißen. Wer am meistengerkffen" in der Bearbeitung der Wähler, hat am meisten Aussicht, auf ihre Einsicht zu wirken. Der Reichstagswähler ist die vor­nehmste und dabei doch verbreitetste Species der Gattung Wahlmensch". Er unterscheidet sich von dem Kammer-, Gemeinde- und all den sonstigen Wählern sowohl durch An- zahl wie durch Fähigkeit, alles Mögliche auS sich machen zu lassen. Trotzdem eS bei keiner anderen Wählerklaffe so viele Drückeberger gibt, ist der ReichstagSwählcr doch am zahl­reichsten, ohne deßhalb communis zu sein. Entgegen den meisten seiner früheren Collegen ist der Reichstagswähler von 1893Sommerwähler". Kein Wunder, daß der Wahlkamps darumheiß" entbrennt und selbst Leute, die sich sonst wenig um Wahlen kümmern, in Hitze gerathen. Wie in einem trockenen Frühjahre und Sommer der Boden brüchig und

Feuilleton

Unser Garten im Inni.

Glücklich! wer im wogenden Hader der Zeit, abseits vom Lärm ver Städte, vom Staub der Heerstratzen fern, einen lauschigen Gartm- wivkel sein weiß, In dem er nach des Tages Last und Mühe sich erholen, alles Unerquickliche vergess« und die Eindrücke der unver­dorbenen göttlichen Natur auf sich etnwirken laffen ganz Mensch im edeln Sinne sein kann! ,, , t ,

Ein köstlicher Frühabend hat uns hinaus gelockt in unseren lieben Garten. Nach schwülem Vormittage war ein leichtes Gewitter ntevergegangen: erfrischt im vollen bräutlichen Schmuck deS Früh­sommers liegt jetzt, in immer feierlicher werdendem Licht der langsam sinkend« Sonne, unser kleines Eden - das wir mit Liebe uns selbst geschaffen friedlich da.

Aus dem niederen Mäuerchen der Terraffe, von dem, wie arühend in leichter Lustbewegung dle zierlichen Ranken und niedlichen Blüthchen der Linaria cymbalaria urs entgegenwtnken, sind die Polster der Pfingstnelkm ichon am Abblühen. Aus den Mauerritzen, die scheinbar den Wurzeln kaum ein paar Stäubchen Lebensnahrrmg zu bieten vermögen, sproßt keck und lustig das Löwenmäulchen in die Loh«-. Von der Rabatle her strömt der köstliche Duft von Heepens matronalie. der btscheiden« Nachtviole, um den sie die etwas ners spätete, stolze, wohlgenährte Dame Paeonie, diebaumartige" Pfingst- oder Gichtrose wohl beneidet. Die in der sinkenden Sonne wie mit Goldflüaelchen einhcrschwebenden Insekten: Blumenwespm, Sylphiden und Mücken aller Art, sitz« sich beim Abendtrunk in den Bluthen- kelchen einer bunten, schon zahlreich versammelten Blumengrsellschast. Lier daS verschämte Grethchen in der Hecke (Nigella damascena); daneben als Eavalter der blaue und weiße, schon gefüllte, ganz hyazinthenartig gebaute moderne Rittersporn. Dort am alten Wäschrpsahl gesesielt, rankt ganz sorglos der brennend rothe Km-uziner, scheinbar im eifrigen Gespräch mit der ihn fast überwuchernd«, weithin duft«den spanisch« Wicke. Unwe t davon eine ganze Ge­meinde von Lupinen und Balsaminen, zwischen denen sich die hohe br«n«de Liebe" (Lychnis chalcedomcai erhebt. Zu ihrem Schutz siebt mit gezückten Schwertern, reicher blauer Helmzier mit wehend« Hellen Straußenfedern, Ins germanica tote stolze Schwertlilie. Alles will Blüthentage feiern: selbst Spargelbaumchen, Bohn«, Gurken, Kürbisse sowie die Samenpflanzen von Rettig, Rüben und Koblarten schmück« sich darin nach ihrer Art. ^chon beginnt daS Gärtchen uns Taa für Tag mit freundtichen Gab« für unsere Pflege zu Lank«. Von Gartenarbeiten wollen wir heute im Feie,stundch« ausnahmsweise gar nicht plaudern; der fettige 3unigarttn ist auch an solchen nicht reich: außer JnsectrnvertUgung, ReMigungS- und Pflegearbeiten, fehlen wichtige, noch nicht früher behandelte

Eben erglüht die beschctd«e Windfahne des Gartenhauschens tat werdenden Abendgold: sie winkt uns, hinüber ins selbstgezimmerte Gartentempelchen zn kommen, um aus dem vom reichen Ranken- gewirre freigelassenen Fenster einen Blick hinaus in die Gegend^und den herrlichen Juniabend zu thun. Wir folg« gern ihrem W.nk

und befind« uns in dem lauschigsten, am heiß« Mittage köstlichen Schalten spendend« Versteck unseres kleinen Paradieses. Wie lieblich und süß duftet daran das rothe und gelbe GeiSblatt; es läßt eS sich gern gefallen, daß an den leer« Zwischenräumen der Gitter sich ein etg«arttger fremder astatischer Gast keck emporrankt: der bunte japanische Hops«. Fast verwehrten uns der reichblühmde, die Ab«dluft würzig durchhauchende wilde (oder falsche) Jasmin und die mit Blüthenschnee überschütteten Spirä« den Eintritt inS Häuschen; auch sie woll« bewundert sein.

Und nun sehen wir hinaus auS dem dunkeln Rahm«, hinaus über daS Stückchen Garten, hinaus über die heimathltche Gegend und weg über den Horizont unseres Erdmheims in die Pracht und Poesie der Abendwolken, die uns ewig zu neuer sinniger Betrachtung von längst Gewesenem, Gegenwärtigem und in geheimer Ferne liegendem Kommend« etnladen werden. Wer nie die unendlich reiche Sprache der Abendwolken verstand«, der hat daS wohl Sinnigste des Menfchmdaseins nicht genoss«!

Dicht vor unserem traulichen Rahmen blüht und duftet die Krone deS Gartens, die R o s e! So ist sie denn da, die Zett der Ros«, von so Tausenden ersehnt und von so Tausenden vielleicht kaum beachtet und nicht verstand«! Glücklich, wer auch sie an eigm gepflanzten, treugepflegt« Ros« genießen und verstehen kann. Schon diese einzige Blume in ihrer idealen Schönheit, die in Taus«d« von Variationen ihrer Liedlichkeit «izückt, verdiente es, daß die Liebe zum Gartenbau immer noch weitere, das ganze deutsche Volk um- strickende Kreise zöge. Ein frischer Rosenstrauß mit den Thauperl« deS jungen Morgens im Gesicht, ist, gekauft, köstlich; selbstgezogm, sei es im kleinsten Gärtchen, eine unbezahlbar große Freude!

Jnzwischm ist die Sonne weiter gesunken. Wir sehen vorüber an dem klein« Reich unserer Blum«königin, über den dunklen Weißdorn hinweg, hinaus in die Landschaft. Ganz hinten die Kette purpurgrauer Berge; davor sanfte Höh« in den feinsten Abtönung« zarter Neutraltint«. Dann Streifen von feierlichem Braungrun der Forste, an die sich nach vorn saftig grüne Wiesen und das Zart­grün der sich zum Theil dem Gold der Reife schon leise nähernd« Getreidefelder. Dort reckt sich der Kirchthurm seines Dörfchens aus traulichen Baumgrupp« empor; dazwischen lug« einige in Sienna getauchte Giebel von Häusern hervor.

Ringsum wird es immer stiller. Das Summ« der Insekt« verhallt. Horch! ein Flug Staren schwirrt schnell vorüber- treibt ihn bösetz Gewissen, weil er an dm reifendenKirsch« im Tbole genascht? Weit hinten im Geröhricht des Sees fällt er zur Nachtruhe ein. Jetzt ertönen aus dem nahm Schwarzdornbusch die hell« Strophen eines Rothkehlchens, die aus dem Riede der unfernen Wiese von einigen Rohrsängern erwidert werden. Gesang und Gegenlicd sind kaum verstummt, da erhebt sich voll und klar, mit metallreichem Feuer ein Lied in dem dichtbelaubten Ahornbaum; es klingt wie ein hohes Lied des Dankes, des Preisens der Vorsehung : es erzählt von Fruh- lingsfreud« und Sommerglück, von Hoffen und Vertrauen und bricht endlich mit leisen Sehnsuchts- und Abschiedsklängen ab. Es war unsere treue Schwarzamsel, die wir im Winter gepflegt, der« Brut- plätzchen wir geschützt. ES war ihr Dank, ihr Loblied auf b« jungen Sommer und ihre leise Klage, daß mit ihm der Vogelsang des Lmzes auch bald verstumme.

Nun wird es ganz still; nur auS der Ferne zieht mit dem Wind leise daS Geklapper einer Mühle zu uns herauf. Aus dem versteckt« Dörfchen steigt der bläuliche Abmdrauch schüchtern gen Himmel, deff« herrliche Farbmübergänge, vom reinen Blau zum Purpur und von diesem zum blendenden indisch« Gelb, sich zum Horizonte smk«. Der Junilag will Abschied nehmen. Die letzten Tänze der Fliegch« und Mückchen verstummen und die Abendluft zieht duftig mit er- quickmder Kühlung über Wald und Feld, über das im Abendgold schwimmende Bild. Der leicht verschleierte Sonnenball taucht lang­sam am Horizont unter. So seh« wir ihn verschwinden; viel hundertmal haben wir das gewaltige Schauspiel schon bewundert: war es vom Ktrchthum herab, von stiller Feldwacht, vom Schlacht­feld, vom Meeresufer, von Bergeshöh« oder vom friedlichen Fmster der ArbeUsstube wußten wir auch nur einmal, ob wir dm Lichtball wieder aus steigen seh« werden? Muß uns da nicht Victor Scheffels Sang einfallen?

O Sonne, lichtspmdende HtmmelSzier, Kraft, Liebe und Leb«! . . erwecke auch mir Mit jedem Scheiden die sehnende Lust, Dich wiederzufehn, Dein würdig zu sein, Ein Finsternihfeind, goldlauter und rein, Daß am- Ziel der Wanderung durchs Erdenreoier Ich grüßen Dich darf wie der Römersoldat: Soli invicto comiti!*"

Jetzt im Westen nur noch einige bernsteinfarbene Wölkchen, die um dm erlöschend« Halbkreis des Niedergangs schwärmen es erlischt zögernd die Pracht, wie ein schöner Gedankel, und das von unS still empfundene Halleluja der Natur klingt ihr nach-

Es zittern die Pulse der Abendglocke zu uns herauf dann seh« wir noch lange hinaus in den dämmernden Abend, in die heraufsteigende, von Blumendust durchwürzte Juntnacht und ihr ge- beimntßvolleS Treiben. Mulhet uns nicht schon das Glüh« des Johanniswürmchens im Grase, das Zieh« der Leuchtkäserchm durch die laue Lust, wie erwehte Funken überirdischen Lichts, geheimniß- voll an? Nicht die merkwürdigen Wechselbeziehungen der Färb« und Gerüche der Blummwelt und der Nachtinsektm? Das Umher­flattern der abenteuerlichen Gestalt« der Fledermäuse? Der Garten- frcunb kennt ben geheimntßvollen Zauber der Sommersrübnachte auf das Gemüth; auch darin bietet ihm der Gart« eine Fülle von Anziehendem. Er weiß freilich auch, daß in dem von Nacht um­hüllten deutsch« Garten schlimme Feinde erwachen und selbstsüchtige Schädlinge an den Wurzeln und Blättern selbst seiner edelsten Blüthm nagen. Aber darob ift ihm nicht bange: kluge Einsicht und richtige Pflege weist alles Feindselige in seine Schrank« zurück.

Es ist dunkel geworden. Nur wenige Sterne leucht« durch die aufsteigende Bewölkung der Juninacht. Fern im West und auch im Ost zuckt es wie leichtes Wetterleuchten! Der Gart« sieht eS und durch seine Blätter zieht ein leises, banges Flüstern: möge tut golden heraufbrechender Morgen die Befürchtungen zerstreuen lauteres Sonnengold siegen!

Heinrich Frhr. von Schilling.