Kunstpfeifer, dies zusammen bildet ein so originelles Ensemble, wie solches hier noch niemals zuvor gehört wurde, und wird auch hier, wie allerorts, der Erfolg ein ganz bedeutender werden.
— Amerikanischer Schulcongreß. Mit der Columbianischen Weltausstellung während des Sommers 1893 ist auch ein sogen. Welt-Schulcongreß für Elementar-Schul- lehrer verbunden, welcher in der Woche nach dem 25. Juli d. I. in Chicago zusammentrilt. Zur Theilnahme an dessen Berathungen, in der Eigenschaft als Ehren-Bicepräsidenten, sind auch an deutsche bezw. hessische Volksschullehrer von dem WeltausstellungS-Comitö, Abtheilung für Elementarerziehung in Washington sehr ehrende Einladungen ergangen; eine solche hat auch den Anstaltslehrer Herrn Funk in Marienschloß betroffen.
— Erdrutsch Nach uns zugegangener Meldung fand heute Vormittag auf der Strecke Gießen-Coblenz direct hinter Runkel ein colossaler Erdrutsch statt. Unglückßfälle, Versperrung oder Beschädigung des Bahnkörpers sind bis jetzt nicht bekannt. Der fahrplanmäßig 9 Uhr 41 Min. hier eintreffende Personenzug erlitt hierdurch jedoch eine ziemliche Verspätung.
— Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bönstadt mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Wächtersbach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach mit einem Anfangsgehalte von 1200 Mk. jährlich. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Birstein steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Mossau mit einem jährl. Gehalt von 900 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Londorf mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine Lehrerstelle an der kathol. Schule zu Heldenbergen mit einem nach dem Dienstatter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900—1400 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrersteüe an der Gemeindeschule zu Lisberg mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfaffen - Schwabenheim mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden.
— Bezüglich der Sonntagsruhe fällte am 29. Januar die 6. Strafkammer des Landgerichts I. in Berlin eine interessante Entscheidung. Ein Cigarren Händler wollte Material zu einem Strafantrag sammeln. Er begab sich in ein Schanklocal, lieh sich ein Glas Bier vorsetzen und ver- langte fünf Cigarren. Die Wirthin trug kein Bedenken, ihm das Gewünschte zu verabfolgen. Der Cigarrenhändler aber nahm seine Cigarren und stellte gegen die Wirthin Strafantrag. Das Amtsgericht erkannte auf Freisprechung, wogegen die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte. Der Derlheidiger führte an, daß die Schankwirthe nach einem ministeriellen Erlaß befugt seien, Gegenstände, die zu ihrem Betriebe gehörten, auch über die Straße zu verkaufen, daß aber besonders bei Cigarren dies der Fall sein müsse, da ja ein Schankwirth nicht wissen könne, ob der Gast sie nicht in seinem Locale rauchen wolle. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte auf Freisprechung.
§ Von der oberen Wiese», 2. Februar. Infolge des schnell eingetretenen Thauwetters und Regens tritt die Wiese» an vielen Stellen über ihre Ufer. Vielen Leuten dringt das Wasser in die Keller, Ställe und Häuser. Das Vieh muß ost in andere Stallungen verbracht werden. Wie aus anderen Orten gemeldet wurde, so verendeten auch in den Orten Saasen und Lindenstruth, wahrscheinlich infolge der außergewöhnlichen Kälte, mehrere Stücke Rindvieh. Ein Wunder ist dieö allerdings nicht, wenn man vernimmt, daß das Wasser und Getränk, welches über Nacht in Gefäßen im Stalle stand, bis am Morgen fest gefroren war.
△ Reinhardshaiu, 31. Januar. Am 25. d. Mts. wurde der bisherige Beigeordnete Herr Heinrich Graulich mit 46 Stimmen einstimmig zum Bürgermeister gewählt.
§ Grebenhain, 2. Februar. Gestern feierte Landbriefträger Bögler hier sein 25 j ä h r i g e s D i e n st j u b i l ä u m. Gewiß ein seltenes Vorkommniß sür einen Briefboten des Vogelsberges, welcher hier mit allerlei Unbilden der Witterung zu kämpfen hat.
nn. Darmstadt, 2. Februar. Zweite Kammer der Stände. Nach Verkündigung einer Reihe von neuen Einläufen setzt die Zweite Kammer ihre Berathungen fort. Zwei Petitionen um Regulirung event. Erhöhung von Pensionen werden für erledigt erklärt. — Ein Antrag des Abg. Dr. Schröder um Vorlage einer gesetzlich zusammengefaßten zeitgemäß geregelten Stempel- und Tax/ ordnung, sogen. Sportelgesetz, für gewisse indirecte Auflagen wird gegen 81 Stimmen für erledigt erklärt und soll Großh. Regierung ersucht werden, eine amtliche Zusammenstellung, gewissermaßen ein literarisches Nachschlagewerk für diesen Zweck herauSzugeben. Die hierzu nöthigen Mittel sollen der Regierung zur Versügung gestellt werden. — Seitens des Abg. Rackö wurde ein Antrag auf Hinwirkung bei der Reichsregierung wegen Erlaß eines das Nähr- ungSmittelgesetz ergänzenden Gesetzes in Bezug auf Regelung des Verkehrs mit Wein gestellt. Der Antragsteller begründet seinen Antrag in eingehender Weise. Er bemerkt, daß z. B. in Rheinhessen Weinbergbesitzer von 2 bis 3 Morgen mehr asS 30 Stück Wein in ihren Kellern hätten. Daß dieser Wein kein gewachsener sei, liege auf der Hand. Er wünsche durch seinen Antrag, daß diese Gattung von Weinfabrikanten gehörig zur Steuer herangezogen würden.
Staatsminifter Finger glaubt nicht, daß durch die Reichs- regierung die Sache geregelt werden könne, da diese nicht competent dazu sei, weil Wein der Reichssteuer nicht unterworfen sei. Die einzelnen Bundesregierungen könnten aber diesen Gegenstand behandeln. Das Haus beschließt demgemäß, den Anttag dem Ausschuß zur weiteren Prüfung und Erledigung zuzuweisen. — Seitens Großh. Regierung liegt eine Vorlage vor um Bewilligung eines Betrags von 10000 Mark zur Unterstützung Hilfsbedürftiger und zur Verleihung von Stipendien. Der Ausschuß beantragt für 1893/94 nur 5000 Mark zu gewähren. Geh. Staalsrath Knorr von Ro fenroth bittet um Bewilligung der Regierungsforderung, weil sonst Stipendien an Gewerbeschüler rc. nicht gewährt werden könnten. Der Antrag des Ausschusses findet hiernach gegen 2 Stimmen Annahme. — Ein Antrag des Abg. Pfannstiel und Genossen auf Uebernahme der Kosten für die Fortbildungsschule auf die Staatskasse wird zur Zeit für erledigt erklärt, weil Großh. Regierung sich dahin geäußert hat, daß diese Frage erst nach vorheriger sorgfältiger Prüfung bei Aufstellung des nächsten Finanz- budgets in weitere Erwägung gezogen werden könne. — Zur Rückäußerung erster Kammer wegen Abschaffung der Hundesteuer für Hunde der Schäfer rc., sowie zu Abänderung des Art. 14 des Gesetzes vom 14. Juni 1887, Dammbauwesen betr., beschließt die Kammer Beharren auf den früheren Beschlüssen. — Ein Antrag des Abg. Jöckel auf Erhöhung des Stempels-der Jagd- waffenpässe von 12 auf 25 Mark wird ebenfalls sür erledigt erklärt, weil von Großh. Regierung dieser Antrag einer eingehenden Erörterung unterzogen worden sei. Bei Vorlage des Finanzgesetzes für die nächste Finanzperiode werde diese Frage in Erwägung gezogen werden. — Für die Herstellung von zwei A n land er am p en bei Rhein- Dürkheim und Nordheim bewilligt sodann die Kammer 179 000 Mark, lehnt dagegen den Gesetz-Entwurf bett, das Brückengeld und die Ueberfahrtsgebühren bei den Brücken und Ueberfahrten am Rhein und Main nach dem Ausschuß-Antrag ab. Die Regierung hatte in diesem Gesetz- Entwurf im Auge die Bewohner von Gustaosburg sowie auch speciell die katholischen Anwohner des Rheiüs und MainS beim Kirchengang rc. vom Brückengeld zu befreien. Der Consequenz wegen beschloß das Haus, den Anträgen des Ausschusses gemäß, wie oben. — Nunmehr tritt die Kammer in die General-Debatte des Gesetzentwurfs über die Abänderung des Einkommensteuergesetzes, hier die Selbstdeclarationspflicht für Einkommen über 2600 Mark. Der Ausschuß schlägt hierzu eine Reihe von Abänderungen vor, insbesondere daß die gegenwärtige Progressionsscala einer Abänderung im Sinne größerer Erleichterung der unteren Einkommenstufen und Weiterführung der Progression nach oben unterzogen werde. Eine völlige Freigabe einzelner Einkommenklassen kann der Ausschuß nicht befürworten- ebenso sand eine Entlastung der untersten Klassen im Wege der Herabsetzung des Steuercapitals in den untersten Klassen nicht die Zustimmung des Ausschusses. Abg. Reinhardt kann sich nicht mit der Regierungsvorlage befreunden- er wünscht im Zusammenhang mit einer veränderten Pro- gressionsscala eine größere Entlastung der unteren Klassen. Abg. Osann ist ebenfalls dafür, daß ähnlich wie in Preußen die Ueberschüsie, welche sich ergeben, nicht etwa aufgespeichert, sondern zu einer Milderung der Steuer der kleinen Leute verwendet werden. Abg. Hirsch hätte gewünscht, daß man mit der Selbsteinschätzung gewartet hätte, bis die preußische Gesetzgebung fertiggestellt gewesen sei und daß dann die Regierung einer wirklichen Reform der gesammlen Steuergesetzgebung näher getreten sei. Abg. Hechler wünscht, daß mit der Declarationspflicht noch heruntergegangen werde, etwa bis zu 1800 oder 2000 Mark. Metz-Darmstadt ist für die Regierungsvorlage. Metz-Gießen erklärt Namens seiner Freunde, daß dieselbe für die Vorlage seien. Aender- ungen in der Progresfiv-Scala seien unabweislich. — Hier wird die Debatte abgebrochen. Morgen früh um 9 Uhr Sitzung. Interpellationen, darunter eine des Abg. Lautz, die Bahnhofsgebäude der hessischen Ludwigsbahn betr.
Worms, 30. Januar. Der Reblauscursus zu Worms, welcher heute eröffnet wurde, zählt 47 Theilnehmer, von welchen sieben den Cursus zum zweiten Male besuchen. Leider konnten 24 Anmeldungen, welche nachträglich erfolgten, nicht berücksichtigt werden, weil die Zahl der Theilnehmer zu groß geworden wäre.
Worms, 2. Februar. Der Trajectdampfer kann heute Nachmittag den Personentraject wieder aufnehmen.
Ober-Jngelheim, 30. Januar. Der vorigen Monat dahier verstorbene Lehrer Peter Wenzel entstammte einer Lehrerfamilie, welche schon seit 1719 dahier thätig war. ES wirkten also der Verstorbene, dessen Vater, Großvater und Urgroßvater hier und zwar in folgenden Zeiten: Der Urgroßvater von 1719—1761, der Großvater von 1761 bis 1807, der Vater von 1807—1831 und der unlängst ver- ftorbenc Enkel von 1831—1883, in welchem Jahre er in Pension trat, nachdem er über 50 Jahre thätig war.
Vermachtes.
tt Kassel, 2. Februar. Einsturz eines Wohnhauses. Unter donnerähnlichem Krachen, weithin in der Stadt vernehmbar , stürzte heute Morgen 5 Uhr das Wohnhaus Nr. 8 in der Kruggasse ein. Die sofort alarmirte ständige Feuerwehr hat vier Personen aus den Trümmern des Hauses hervor geholt, eine Arbeit, die nicht leicht war, doch glücklich gelang, sodaß ein Verlust an Menschenleben nicht zu beklagen ist. Die Kruggasse ist eine schmale Seitengasse in der Altstadt, sie stößt auf die Müllergasse und KastenalSgasse, liegt also unweit der Artilleriekaserne und keineswegs jenseits der Fulda in der Unter-Neustadt, wie vielfach angenommen wird. Das eingestürztc Haus liegt in der Mitte, war schmal, drei Stock hoch mit Erker und gehört dem Ofensetzer Appel. In dem Hause wohnten vier
Familien, sowie verschiedene Astermiether, im Ganzen einigt dreißig Personen. Daß die Catastrophe so überaus günstig verlaufen, ist nur dem Umstande zuzuschreiben, daß die Bewohner, meist Handwerker, gewohnt sind, schon um 4l/i bis 5 Uhr aufzustehen. Nachdem es schon vorher ein auffälliges Knistern und Knastern gegeben, trat ein Riß in der Wand ein, worauf die Leute aus den Betten sprangen, die andern Bewohner weckten und das nackte Leben zu retten suchten. Dies gelang auch Allen bis auf obige vier Personen, einem taubstummen Mann, zwei jungen Mädchen von 20 Jahren und einem Knaben von sieben Jahren. Diese vier waren in einem Hinteren Raume deS Wohnhauses, der stehen geblieben war, nur mit dem Hemd bekleidet, eingekeilt, sie wußten nicht wohin und jammerten entsetzlich. Die Feuerwehr vermochte die Rettungsleiter vom Hofe eines Nachbargrundstückes anzustellen, man kletterte über die Dächer der Nachbarhäuser und konnte so zu den vier Verschütteten gelangen. Diese mußten nun ebenfalls eine Kletterparthie über die Dächer machen, wozu indessen die beiden Mädchen gar nicht zu . bewegen waren. Schließlich wurden sie von der Feuerwehr über die Dächer hinweggetragen und fo ebenfalls glücklich gerettet. Auch die übrigen Bewohner, die sich gerettet, waren vor Ankunft der Feuerwehr über die Dächer der Nachbarhäuser geklettert und zu den Fenstern anderer Häuser hineingestiegen. Sämmtliche Möbel, Kleidungsstücke liegen unter den Trümmern. Das Nachbarhaus mußte polizeilich geräumt werden, da eS ebenfalls d e m E i n st u r z e droht. Zwei Kinder, die anfänglich vermißt wurden, haben sich wieder eingefunden.
* Gaffel 31. Januar. Eine eigenartige Kaiser. Geburtstags-Feier soll der Commandeur deS 5. Rhei« nischen Dragoner-Regiments der benachbarten Garnison Hofgeismar seinen Soldaten bereitet haben, indem er Nackt* 12 Uhr, als alles, Offiziere wie Mannschaften, sich dem Tanzvergnügen hingab, Alarm blasen liefe, und sodann mit dem Regimente einen nächtlichen, l'/zstündigen UebungSmarsch vornahm.
• Biedenkopf. 30. Januar. Beim Ausfahren deS Zuges heute Morgen 7 Uhr aus Hilchenbach nach Stift Kepel sprang eine Frau auf das Trittbrett eines Personen- I wagens, dieselbe fiel aber zurück, wurde von dem Wagenrad erfaßt und tobt gefahren. Der Zugführer, welcher sofort zusprang, um die Frau zu retten, stürzte ebenfalls hm, derselbe hat sich keine Verletzungen zugezogen, wurde aber von dem abfahrenden Zuge zurückgelassen.
* Hamburg, 2. Februar. Der „Hamb. Correspondent bestätigt die Meldung, wonach die in Cuxhaven gelandeten Schiffbrüchigen vom norwegischen Schiff T e kla 16 läge hilflos und fast nahrungslos auf dem Atlantischen Ocean ge- trieben seien und zuletzt einen durchs Loos bestimmten Holländer verspeist hätten. Von den neun Mann der Besatzung seien vorher fünf im Wahnsinn über Bord gesprungen. Die drei Matrosen Ole Andersen au8 Tinsberg, Christian Hjalmar Jacobsen aus Christiatisund und Alexander Johannson auS Fiskerbekskilde, welche einen ihrer UnglückSgesähnen töbteten und verzehrten, wurden in Cuxhaven wegen verübten Kannibalismus verhaftet.
* Insterburg. 2. Februar. Heute früh wurden drei Gutskncchte Wabulat, Bolz und August, welche den Guts- besitzer Rainer ermordet und beraubt hotten, durch den Scharfrichter Reindel hingerichtet.
♦ Marseille. 2. Februar. Infolge deS Ausstandes der Bäcker müssen die Militärbäckereien MarseillcS und der benachbarten Städte der Bevölkerung Brot liefern. ES sammelte sich die unruhige Menge vor den Läden an, die von der Militärbäckerei mit Dorräthen versehen sind. Einige Gruppen versuchten einen mit Brod beladenen Rollwagen zu plündern, sodaß die Soldaten ihn vertheidigen mußten.
* Aus Rußland. 30. Januar. Im Ministerium deS Innern werden Maßregeln gegen die Cholera vor- bereitet. Besondere Ausmerksamkeit wird Städten wie Astrachan, Baku und den größeren Transkaukasiens gewidmet werden, da dieselben als ständige Herde für allerlei Seuchen
9 * Die Erinnerung an einen erschütternden Vorfall wird
durch die Nachricht wachgerufen, daß Burg Lahneck, an der Ausmündung der Lahn in den Rhein^ für 350,000 Mark in den Besitz eines Herrn aus Magdeburg übergegangen i|L Cs war Mitte Juni 1851, als die SchreckcnSkunde durch die Zeitungen verbreitet ward, daß eine junge Engländerin, Miß Jdilia Dnbb, am Rhein spurlos verschwunden sei. Man suchte, man sand nichts- die lief gebeugten Eltern reiften ab - man dachte an etwas Schlimmes. -t te kecke Engländerin, die früh Morgens mit ihrer Mappe allem weggcwandert war, hatte die alte Burg Lahneck oben über dem Gehölz auf morscher Treppe bestiegen und diese war hinter ihr zusammengcbrochen. AlS man einige Jahre später einen sehr baufälligen Thurm der Rutne abtragen mußte, fand man daS Scelctt eines Mädchens, Uhr, Geld, Mappe desselben, und in Mauerritzen eingeklemmt daS schaurige Tagebuch der Unglücklichen, die sich heiser gerufen, mit dem Taschen- tuch auS ihrer hohen Einsamkeit nach dem Thal hinab, nach den Rheindampfern hinunter geweht hatte. Alle- vergeblich. Niemand hatte sie gehört, sie war da oben halb verhungert, halb in den kühlen Julinächten 1851 erfroren. DaS in der „Heimaih" mitgetheilte Tagebuch ist erschütternd zu lesen. I
LandwirlhschafUiche Winke und Ualhschläge.
△ nn* Cbttbeflen, «nsang Februar.
Beiträge int Bekämpfung de* Untier» nnd TtrenmuNOek*»
Damit dieLandwirlhe einen Versuch mltZorfftreu machen können, empfiehlt eS sich, gemeinschaftlich voran |u gehen. ES ergiebt ü» hieraus, daß daS Genossenschaftswesen — wie in hundert and"" Fällen, so auch hier - der Hebel ist, mit dem man ta ber Lan£ w'rlhschait Lasten hebt, die ein Etasiger nicht bewältigen könnte Ein Credtt- oder Eoniumoerein läßt etliche Waaion*.Zo k S kommen und vettheilt diese unter die Mitglieder. DaS kann dabei pasfiren, oder waS ist |u riSkiren?


