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Crumbach, den 1. Februar 1893. Wagner, Bürgermeister.
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Butzbach, den 2. Februar 1893. Großherzogliche Baubehörde für die Zellenstrasanstalt Butzbach.
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Verdingung von Tischlerarbeiten. Die Lieferung von 60 Böcken zum
Kinderkirche Nachmittags 2«/, Ubr: Pfarrer Schlosser
Bibelstunde am Montag den 6. Februar, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Marcus Cap. 4, Vers 21: Allerlei Gleichnisse vom Reich Gottes. Pfarrer Dr. Naumann-
BOLL’s
Complet
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag den 5. Februar, SexagesimS.
In der Stadtktrche:
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Ubr: M i l i t ä r g o t t e s d r e n st.
— Die Pommersche Hypotheken Aktien va«k in Berlin übersendet uns ihren Geschäftsbericht pro 1892 und stellt von demselben laut Inserat in unserer heutigen Nummer jebem Pfandbrief- Besitzer ein Exemplar kostenlos zur Verfügung.
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Katholische Gemeinde.
Sonntag den 5. Februar, Sexagesima.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Vormittags von 8/*6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste bl. Messe; um 7 Uhr Austbeilung der hl. Communion; um 8 Uhr zweite bl. Messe; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr Christenlehre; darauf Muttergottesandacht.
Jagdverpachtung.
Montag den 6. Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Rathhause zu Watzenborn die der Gemeinde Watzenborn-Steinberg zu- ftehende Jagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden.
Steinberg, 3. Februar 1893.
Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg.
Holzverkauf.
Freitag den 10. Februar d. I., von Vormittags 10 Uhr ab, fallen auf dem Gemeinderathhaus dahier die aus hiesiger Jnteressenten- Waldung, Oberförsterei Roßberg, in den Schlägen Kiesbach lagernden 253 Stück Eichen-Abschnitte von 6 bis 14 m Länge, 20—59 cm Durchmesser, enthaltend 19694/100 fm, zusammen verkauft werden.
Das Holz ist gut abzufahren und nur eine Stunde von der Main- WeserBahn-Station Fronhausen entfernt.
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Wir sind gerade nicht verwöhnt hier tn unserem vrrlassenen Grunberg in Bezug auf weise Fürsorge der städtischen Behörde, besonders seitdem das Kreisamt weg ist, und das bekannte russische Spruchwort hier seine Anwendung findet: „Das Reich ist groß und der Zaar ist wett." — Was aber jetzt uns von unserem städtischen Oberhaupte geboten wird, dürfte selbst Ben Akiba in Erstaunen setzen. Die Straßen unserer Stadt sind unpasstrbar. Vom Bahnhofe aus fuhrt der Weg durch einen Morast von ausgeweichtem Schnee, der tiefer wird, je näher man btr Stadl kommt. An manchen Stellen sinkt man bis über die Knöchel tn das Schneewasser. Zn den „Höfen" durchkreuzt ein vollständiger Bach den Weg der Passanten, und breitet sich an einer Stelle zu einem kleinen See aus, vor dem die Fremden rathlos stehen bleiben, und Überlegen, wie sie hinüber sollen: doch Rettung gibts keine, die Hosen werden heraufgewickelt, ein kurz Gebet gesprochen und langsam wird der „öee durchwatet. Wenn dann die Marktgasse mit ihren Lachen und Löchern mit Kunst und Vorsicht erstiegen ist, dann fuhrt der Weg durch einen zweiten Morast, „Marktplatz" genannt, in die Rabengasse, die Zeil von Grimberg. Hier am Rathhause, in Mitte der Straße, lagert seit einigen Tagen der stinkende Inhalt des städtischen Winkels. Seit Wochen war den Miethern des Rathhauses ein gewisser Ort zugefroren. Eine Senkgrube extfttrt nicht, trotzdem die Ealamität jedes Jahr sich erneut. Deßhalb wurde Alles, was sonst seinen Weg durch den Abort und denKüchengossenstetn gefunden, in den besagten Winkel geschüttet. Die beiden Familien, welche das Rathhaus bewohnen, waren gewiß in keiner beneidenswerthen Lage. Es wurde ihnen der „prachtvolle" Rath, „sich für den Nothsoll mit der Nachbarschaft in gutes Einvernehmen zu setzen .und um denselben in ihrer Bedrängniß eine kleine Freude zu macken, schickte aus Kaisers Geburtstag unser Bürgermeister einen Schlosser in die Wohnung der beiden Herren, und ließ in deren Abwesenheit die Fenster, welche nach dem Winkel führen, vergittern. Die Folge war, daß die beiden Großherzoglichen Beamten, denen diese Behandlung zu Theil wurde, beschlossen, sich von hier weg zu melden.
In den Kreisen der Bürgerschaft ist man um so mehr entrüstet über diese Maßnahme, als seiner Zett Forstmeister Haberkoin ebenfalls durch solch städtisches Entgegenkommen von hier vertrieben wurde. -0*
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Die Streu wird an einen trockenen Ort gebracht und muß selbst »uribauS trocken sei«. Man sehe darauf, daß letzteres der Fall ist und?war aus einem hoppelten Grunde. Einmal das Wasier tn dec feuchten Streu mit und muß bezahlt werden. Was sollen wir aber Wasser bezahlen, was umsonst zu haben ist. Zweitens ist es bet der tm Winter herrschenden Kälte nicht zu vermelden, daß d e nasse Streu zusammenfriert. Der Bauer hat dann einen gewaltigen Klotz steinharter Torsstreu da sitzen. mtt der " nichts anfangen kann. Das hat M nchen schon so fürchterlich geärgert, daß er die Torfftreu verflucht und verwunschen hat und daß er deshalb nichts mehr davon '"^Jst*die Torf streu nun glücklich trocken unter ^ch, dann wendet sie der Bauer nicht nur für sich, ^udenr halb und mit Stroh gemischt, an. Er gtebt also unten auf das Pflaster des Stalles eine "aae Torfstreu und auf diese gtebt er eine Lage Stroh. So ist ein vortreffliches Lager hergerichtet, weich, warm und trocken, gerade fo gut, wie wenn lauter Stroh eingestreut worden wäre, ja, tn mancher Hinsicht 1,04 Singen wirb der Urin der Thlere non derT°rfstreu
besser ausgenommen, als von dem Stroh. Erstere kann nämlich das 'lckt- bis Zehnfache ihres eigenen Gewichts an Flüssigkeit aufsaugen, während das Stroh nur das Drei- bis Vierfache auszunehmen im Stande ist. Hieraus ergiebt sich ganz von selbst, daß das Lager bet Torfstreu viel trockner, folglich auch viel wärmer sein muß als bei Stroh.
Weiter hat der Torf die Eigenschaft, daß er die Zersetzung der thiertschen Auswurfstoffe bedeutend veTangsamt Bei dteier Z"Mng bdben sich Gase, welche der Torf an st» bindet Jeder Landwtrth weiß, daß sich besonders tm Sommer Gase in Pterdestallen bilden, w Icke die Luft verderben. Beim Ausmtsten der Pferdeställe werden diese Gase mitunter so heftig, daß den Arbeitern die Augen thranen. Dieses Gas ist das s. g. Ammoniak, welches für die Pflanzen von größtem Nutzen ist. Das Stroh und der Strohmtst können aber nur wenig davon fefthalten, es fliegt also in die Luft und geht für den Landwtrth verloren.
Ganz anders verhält es sich bei der Torfstreu. Sie ist tm Stande, eine viel größere Maste von Ammoniak an fich zu binden und liefert dadurch einen für viele Zwecke bedeutend feinere«Dünger. Zugleich besorgt der Torfmull ein anderes, äuyerst wichtiges Geschäft Da er die Gase viel besser an sich bindet, als Stroh, muß die Luft selbstverstündlich viel reiner sein, alS in einem Stalle, wo nur Stroh, Land, MooS oder Ginster re. gestreut wird. )lan wissen wir aber alle, daß reine, gesunde Luft die erste Lebens- Bedingung für Menschen und Thtere ist. Folglich werden dre Land- wtrthe diese Hauptbedtngung für ihre Stallungen viel besser herbei- । ihren, wenn sie Tors einftreuen, als wenn sie es nicht thun. Dte so gefährliche Lungensucht bet den Hausthterm wird, wie der freundliche Leser nunmehr selbst gefunden haben mag, durch Benutzung v an Torfstreu jedenfalls wirksam bekämpft. = tn
Wie schon vorhin angedeutet, wird der Dung aus Torsstreu, ober aus Torfstreu mit Stroh gemischt, wesentlich werthvoller tmStalle, hr wird es aber auch auf der Mtftstätte noch mehr. Wir wissen, daß viele werthvolle Stoffe des Mistes, wenn er lange lagern muß, verloren gehen, indem sie in die Lust ausstetgen. Das geschieht besonders tm Winter. Der Torfmist hält aber diese werthvollen tolanimnäbrftoffe nicht bioS im Stalle Miammen ondern
auch auf der M'ftstätte. Hieraus ergiebt sich, daß der Mist aus Stroh und Torsstreu gemischt, tn vielen Fällen viel kräftiger wirken muß, als derjenige aus anderen Slreumaterialien. ,,
Ferner sind die Düngermassen nicht so groß, als bei sonstigen Materialien; man hat deshalb nicht so viele Wagen hinaus zu fahren; btr Dünger ist leichter auszubreiten und leichter unter zu ackern.
Wir haben vorhin darauf hingewieseu, baß die Torfftreu besonders für Pferdeställe sehr zu empfehlen sei und zeigten, daß man Ine Streu halb mit Stroh mischen konnte. Dem Schreibe: dieser -teilen ist aber eine Wirthschaft bekannt, tn welcher durchschnittlich •20-26 Pferde gehalten werden, ohne daß ein einziger Strohhalm a iz Streu, sondern nur Torfmull in dem Pferdestall zur Verwendung kommt. Der Stallbesitzer ist sehr zufrieden mit einer Einrichtung, .kl spart alljährlich eine bedeutende Summe Geldes, ferne Pferve l finden sich vortrefflich, der Dung ist durchaus gut und macht nicht Wei Arbeit als früher. _ . . , . _
Manche Leute glauben nun, die Thtere wurden durch das lagern auf Torf schmutziger und unreinlicher, als bet Stroh.
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- Zur Frage der besten Milchkühe. Daß zwischen den Milcherträgen der einzelnen Kühe, selbst bet sonst gleichen Verhältnissen in Bezug auf Rasse, Alter und Futter große Unterschiede obwalten, weiß jeder erfahrene Landwtrth, daß aber auch die Farbe der Kühe eine Rolle bet dem Mtlchertrage fpielt, dürfte wohl vielen Landwtrthen noch unbekannt sein. Daß aber das Braun- und Fleckvieh hinsichtlich des Milchertrages sehr verschieden ist, wird von Neuem bewiesen durch die Beobachtungen, die in der landwirffckaft- Itchen Schule Strickhof-Zürich gemacht wurden. In deren Stallen stehen Kühe des Schweizer Braun- und Fleckviehes und die darüber geführten Milchtabellen zeigen folgendes Bild. Im Geschäftsjahre 1891/92 gab je eine Kuh Liter: jährlich
Braunvieh
Fleckvieh . _______________________________
Braunvieh mehr 490 1,3 525 Liter.
Unsere Landwirthe, die bet der Einstellung des Viehes besonders Mtlchergtebtgkeil berücksichtigen, werden die Lehre ziehen können, daß die braunen Kühe gegen die weißen und buntscheckigen zu bevorzugen
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„hamd. Lorrchondent' in Ln;havrn gelandet!» en Schiff Tekla 18 Tag! 'm Atlantischen Ocean ge- Loos bestimmten Holländer lkann der Besatzung seien ed gesprungen. Die drei berg, Christian Hjalmar Ktpnbcr Johannson aui nglücksgesährten tödtete: n wegen verndien fiannv
heute früh wurden drei lugust, welche den Guü- > beraubt hatten, burf :ichtet.
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Gerade das Gegenthcll ist der Fall. Die Gründe dafür haben wir eben größtenthetls angeführt. Weiler möge noch Folgendes bemerkt werden: Die Knechte müssen daiauf sehen, daß dtefentgen Stellen des Lagers, welche feucht sind, beseitigt und durch trockene Streu ersetzt werden. Auch die festen Experimente müssen stets rechtzctttg wegkommen. Man rechnet täglich 8 bis 10 Pfund Torfstreu auf ein Pferd. Die Kosten für ein Waggon Torfstreu sind, ie nach Entfernung des Bestellers von dem Bezugsorte, verfchieden. Es kann sich aber jetzt Jeder leichter ausrechnen, wie hoch sich der Streubctrag pro Tag stellt und ob er billiger oder theurer wlrthschastet.
Die Torfstreu ist aber nicht blos bei Pferden, sondern auch bei Rindvieh und Schweinen sehr wohl anzuwenden. Betrachten wir zuerst die Anwendung beim Rindvieh. Bei diesem ist es am zweckmäßigsten, wenn man den Torfmull nicht nur giebt, wie es bei den Pferden geschehen kann, sondern wenn man halb Sttoh und halv Torf streu giebt. Auch hier thut man am besten, wenn man bentotaU nicht alle Tage ausfegt, sondern man entfernt pur die nassen Stellen und ersetzt diese durch trockene Streu, lieber diese wirft man bann einige Hände voll Stroh. Es genügt dann vollständig, wenn der Kuhstall alle 8 Tage einmal vollständig ausgemistet wird. Man rechnet für je ein Stuck Rindvieh 10 bis 12 Pfund Torfstreu täglich. Gtebt man die Hälfte Stroh dazu, dann braucht man auch nur die Hälfte, alfo 5 b»s 6 Pfund, Torfmull täglich. Wird das Rindvieh mit Grünfutter, Schlempe und dgl. mehr, also mit Futtermitteln ernährt, die leicht abführen, so muß stärker eingestreut werden, als wenn dürres Futter verabreicht wird. Das erkennt jeder Bauer von selber, er sieht schon wie und wo er ab und zu geben muß.
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