die Fabrikanten, Zwischenhändler, Profesfionisten und Arbeiter gleichermaßen schwer betroffen und die Branntweinbrennerei zu einem unlohnenden Erwerbe herabgedrückt habe. Bon dem gesammten Erzeugnisse an Kautabak in Deutschland wird ein Drittel in Nordhausen hergestellt,- man fabricirt dort außerdem jährlich 20,000 Mille Cigarren, 700 Centner Rauch- und 200 Centner Schnupftabak bei einem jährlichen Facturenwerthe von 5 bis 5«/2 Millionen Mark. Von den hiermit beschäftigten 1800 Arbeitern würden, da die Regie- rung selbst den aus der Fabrikatsreuer folgernden Rückgang des Consums auf 33«/, pCt. beziffere, bei Einführung der letzteren 600 brodloS. Unter lautem Beifall der Anwesenden wurde der Antrag einstimmig angenommen.
Neueste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 1. November. Wie die „Nordd. Allgem. Zrg." hört, herrscht die Abficht, im Zusammenhang mit der Ausgestaltung deS Reichsstempelwesens auch Stempel von 10 Pfg. auf Frachtbriefe einzuführen. Da der 50-Pfg.-Post- packetverkehr frei bleibt, sollen auch die Eisenbahn-Frachtpapiere soweit freigelassen werden, daß keine Mehrbelastung der Eisenbahnfracht gegenüber dem Postverkehr eintritt. Der gleichen Behandlung wie die Eisenbahn-Frachtpapiere unterliegen auch diejenigen des Schifffahrtsverkehrs.
Berlin, 1. November. Am Freitag findet zu Ehren der russischen Delegtrten für die Zollverhandlungen ein Diner beim Reichskanzler statt.
Hannover, 1. November. In dem Spieler- und Wucher-Prozeß beantragte der Staatsanwalt gegen v. Meyerinck 4J/2 Jahr Gefängniß, 5 Jahre Ehrverlust, gegen Fährle 5 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Abter 7 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Samuel Seemann 4 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Heß 4 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Max Rosenberg 2 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Julius Rosenberg und gegen Sußmann je 1500 Mark Geldstrafe oder 150 Tage Ge- fängniß._____________________________________________________
totales rrnd ^provinzieller.
Gießen, 2. November 1893.
*• Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 27. September d. I. dem Bürgermeister Adam Stein- häußer zu Friedberg das Ritterkreuz 2. Klaffe mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen aller- gnädigst zu verleihen geruht.
** Militärdienstuachricht. Der Assistenzarzt 2. Klasse der Reserve Dr. Laehr vom Landwehr-Bezirk Gießen ist zum Assistenzarzt 1. Klaffe befördert.
** Der Oberhesfische Verein für innere Mission feierte am 31. October und 1. November in hiesiger Stadt sein Jahres fest. Nachdem zuvor der Vorstand und die Synodalvertreter für innere Mission im Saal der „Herberge zur Heimath" getagt hatten, versammelren sich am 31. October, Abends 6^2 Uhr, die Festtheilnehmer in der Stadtkirche zu einem Festgottesdienste. Die mit schönen Chorgesängen geschmückte Feier hatte ihren Höhepunkt in der Predigt des Oberconsistorialraths Walz aus Darmstadt, der auf Grund von Psalm 1, 16 als das Programm der inneren Mission das „Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht" hinstellte, ein Programm, das den Vorzug habe, 1. ein ehrliches, 2. ein klares, 3. ein aussichtsvolles zu sein. Darauf folgte eine freie Versammlung in „Steins Garten", die einen »«-1 __________4 - , I J. I _______
den Zimmern, suchte und fand noch manches vergessene Spielzeug, eine Puppe und einen Stickkasten, die sie halb eifrig, halb beschämt an sich nahm, als fürchtete sie, mir wehe zu thun, daß sie in den letzten Augenblicken an etwas Anderes dachte, als an ihren Vater.
Dann wurde sie mit derselben Pünktlichkeit wieder geholt, und ich bedurfte meines ganzen Muthes, meiner ganzen Kraft, um bei der Trennung von meinem kleinen Liebling standhaft zu bleiben.
Im Fluge verging die Zeit, denn als ich Alles geordnet und gepackt hatte und nach der Uhr sah, zeigte sie bereits drei.
Während Johann den Wagen besorgte, ging ich noch einmal in unser Schlafzimmer. Da stand Elisabeths Bild, das sie als junges, blühendes Mädchen zeigte. Ich konnte es nicht mitnehmen, da es ihr gehörte.
Bei ihrem Anblick stieg es heiß in mir auf, und schluchzend sank ich vor dem Tischchen nieder, unter Thränen rufend:
„O vergieb mir, Elisabeth!"
Ein leises Geräusch hinter mir ließ mich aufschrecken. Da stand mein Weib, bleich und starr, mich mit wettgeöffneten Augen anblickend!
„Elisabeth!" schrie ich auf und stürzte ihr zu Füßen, „Du bist hier — bist zu früh gekommen? Dann vergibst Du auch — dann liebst Du mich auch noch!"
Ein Zittern ging durch ihre schlanke Gestalt- die zarten Hände, die ich mit tausend Küffen bedeckte, umklammerten die meinen und Thränen perlten auf mein gesenktes Haupt herab, während sie flüsterte:
„Warum bist Du noch nicht fort? Warum — warum noch diese Qual? —"
Da erschien Grethchen auf der Schwelle, umschlang Beide mit ihren Aermchen, uns so vereinigend, und ries:;
„Lieber Papa, liebe Mama, seid doch nicht böse, ich habe die Uhr zurückgestellt! —"
Was kümmerte uns nun die Scheidung, das Gerede der Welt, die drohenden Gesichter der Eltern! Unsere Liebe halte den Sieg über Alle davongetragen! —
Ich reiste sofort ab, aber in Begleitung meines geliebten Weibes und meines kleinen GrethchenS.
angeregten Verlauf nahm. Herr Reiseprediger Fritsch vom Centralausschuß für innere Mission in Berlin schilderte die schwere, aber gesegnete Arbeit in der Riesenstadt, besonders unter den Obdachlosen. Herr Pfarrer Adolf berichrete über den jüngst vom evangelisch-socialen Congreß veranstalteten nationalöconomischen Cursus, der als Grundlage planmäßiger, sittlicher und religiöser Arbeit an unserem Volke eine wissenschaftliche Orientirung über die wirthschaftlichen Bedingungen deS heutigen Volkslebens bieten wollte. Zuletzt sprach Herr Vereinsgeistlicher Naumann auS Frankfurt a. M. über sittliches Recht und Unrecht deS modernen DereinswesenS. Ein hiesiger Sängerchor hatte die Freundlichkeit gehabt, durch gediegene Gesangvorträge die Pausen auszufüllen. — Am zweiten Tage, dem 1. November, fand früh 10 Uhr eine Morgenandacht durch Herrn Pfarrer Wi sfig auS Bad-Nauheim statt. Daran schloß sich ein tief durchdachter, geistvoller Vortrag des Herrn Pfarrer Naumann auS Frankfurt a. M. über „des Handwerks Noth". Nach Aufzeigung der wirthschaftlichen Noth, in die daS Handwerk durch die Herrschaft der Maschine und deS CapitalS gekommen sei, wurde neben dem Hinweis darauf, daß man dem Handwerk den lieber» gang zu einer neuen wirthschaftlichen Zeit möglichst schonend gestalten müsse, vor Allem auf die Erweckung des Gemeinsinns, die Pflege sittlicher Persönlichkeiten im Handwerkerstande hingedeutet, welche recht eigentlich Aufgabe der christlichen Gemeinde und der inneren Mission sei. Andererseits sei es auch Christenpflicht, den Stand in jeder Weise zu unterstützen. Eine Debatte knüpfte sich daran, die von dem wärmsten Interesse am Handwerkerstand getragen war. Nach Neuwahl des Vorstandes wurde die Versammlung gegen 3/<2 Uhr vom Vorsitzenden, Herrn Professor Stamm, geschlossen. Ein gemeinschaftliches Mittageffen nn „Prinz Carl" führte indessen noch eine Anzahl der Festtheilnehmer zusammen.
** Die ertragreichsten Eiseubahufahrklasftu. In Preußen wurden im Betriebsjahr 1891/92 die erste und zweite Klasse nur von 32 Millionen Reisenden und die dritte und vierte Klaffe von 267 Millionen Reisenden benutzt- die Einnahmen beliefen sich für die erste und zweite Klaffe auf 68,5, für die dritte und vierte Klaffe auf 156,5 Millionen Mark.
** Postalisches. Vom 1. November ab sollen im inneren deutschen Verkehr und im Wechselverkehr mit Oesterreich- Ungarn Gegenstände aus GlaS zur Beförderung als Waaren- proben mit der Briefpost — zunächst versuchsweise — zugelassen werden. Die Verpackung derartiger 'Waarenproben hat aus einer festen Umhüllung von Metall, Holz, Leder oder Pappe zu bestehen. Soweit die Glasgegenstände mit Flüssigkeiten angefüllt sind, kommen hinsichtlich der Verpackung die Bestimmungen in Betracht, welche für die Versendung von Waarenproben mit Flüssigkeiten bestehen.
** Schonzeit der Krebse. In allen nicht geschlossenen Gewässern des Großherzogthums ist vom 1. November ab der Fang der Krebse untersagt- die Schonzeit der Krebse dauert bis zum 31. Mai n. I.
A AlSfeld, 1. November. Im Schulgebäude der land- wirthschaftlichen Winterschule fand vorgestern Morgen um 10 Uhr in Gegenwart der Mitglieder des Curatoriums und der Eltern der neu aufzunehmendea Schüler die Eröffnung des diesjährigen Wintercursus der landwirth- schaftlichen Winterschule statt. Herr Landwirthschafts- lehrer Leit Higer hielt die Eröffnungsrede. Ausgenommen wurden 34 Schüler, wozu noch zwei im Laufe der Woche eintretende kommen, so daß die Schule von 36 Schülern in diesem Schuljahre besucht wird. An Stelle des seit zwei Jahren an der Schule wirkenden zweiten Landwirthschafts- lehrers Herrn Hailer, der einem Rufe nach Landsberg in Bayern gefolgt, ist Herr W. Reichelt getreten. Dieser hat seine Studien an der bayerischen Central-Landwirthschafts- schule in Weihenstephan gemacht und war dann längere Zeit in der Praxis thätig, zuletzt als erster Verwalter auf dem Hofgut Hungen.
F. AuS dem Kreise Friedberg, 29. October. Dom trefflichsten Herbstwetter begünstigt, ist der Landwirth gegenwärtig beschäftigt, die Ausstellung der Wintersaaten zu vollenden und das noch erforderliche Pflügen vorzunehmen. Die Witterung hat wieder einen frühlingsmäßigen Character angenommen, was auf das Keimen, Aufgehen und Bestocken der Saaten vom heilsamsten Einflüsse ist. Einsender säete am Ende voriger Woche ein Stück Weizen, auf welchem die Säesrucht bereits gekeimt ist und das Aufgehen der Saat unmittelbar bevorsteht. Die Grundstücke bebauen sich vortrefflich- die Feuchtigkeit, welche in der letzten Zeit hernieder- ging, ist um keinen Tropfen zu viel. Man kann sagen, daß bei dieser seltenen Witterung fast kein Saatkorn — wenn es nicht an und für sich taub ist — zurückbleibt. — Einen ganz ausgezeichneten Stand haben die Gründüngungspflanzen, besonders die Erbsen erreicht. Eine vorhin an verschiedenen Aeckcrn vorgenommene Probe zeigt, daß die Erbsenhalme eine Länge von 6—7 Fuß (l1/, bis ls/4 Meter) angenommen haben. Selbstverständlich lagert sich die Erbse und liefert eine solche Gründüngungsmasse, daß letztere nicht alle untergebracht werden kann. Die Leute mähen daher die gelagerten Erbsen, welche am Boden bereits anfangen zu faulen, oben ab, und gewinnen dadurch ein werthvolles Diehfutter, welches besonders noch recht mtlchergiebig ist. Der zurückbleibende Rest der Erbsen ist immer noch so bedeutend, daß er vollkommen als Dungmittel genügt, um für nächstes Frühjahr einen sehr wohl vorbereiteten Kartoffelacker zu liefern. — Für den Landwirth ist es empfindlich, daß das Geschäft in Körnerfrüchten und Kartoffeln immer noch ganz verödet liegt. Der Mertenstag (11. November) ist vor der Thüre, Pacht, GraS und Holz miiffen gezahlt werden, wenn keine Kosten entstehen sollen, die Borräthe, insoweit sie entbehrlich sind, liegen bereit, aber eS mangelt an Kauflustigen.
Darmstadt, 1. November. Heute Vormittag kurz nach halb 7 Uhr hat sich die 16jährige Margarethe Breüwieser auS Ober-Ramstadt, seither hier in der Victoriastraße, in den
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Herrngartenteich gestürzt. Dieselbe wurde zwarosä lebend von Arbeitern aus dem Wasser gezogen, ist aber acf dem Transport nach dem Krankenhäuse gestorben. —
Vermachtes.
♦ Würzburg, 31. October. Ein sch reckli cher Ui, zlückSfall ereignete sich heute Nachmittag auf dem hienz„ Friedhöfe. Gelegentlich der Schmückung eines steinerne, GrabkreuzeS zum Allerieelenrag stürzte das Kreuz um begrub daS mit der Decoration beschäftigte Mädchen, ri, l 6jährige Glaserstochter, unter sich. Der Unglücklichen der Brustkorb eingedrückt- sie gab alSbald in den Armr, zweier zufällig auf dem Friedhof anwesenden barmherziger Schwestern ihren Geist auf.
* Görlitz, 1. November. Die AuSzüglerin 2Bitiet Ziepo lt in Neudorf ist beim Anrichten in der Küchen, einem fremden Manne durch Axthiebe ermordet roortet Der Mörder ist entkommen.
* Braunschweig, 30. October. Ein sonderbares ttr. brechen fand heule vor dem Schwurgericht seine SüUt Der 24 Jahre alte Tischlergeselle LouiS Heyder in Blank.-» bürg hatte ein LiebeSverhältniß mit der 16jährigen Ida h. Die Mutter war aber mit dem Dcrhältniß ihrer Tochter nicht einverstanden, so daß da- Mädchen in Gegenwan r« Fremden sich kühler gegen ihren Bräutigam zeigte. Hec:a nahm sich dieses sehr zu Herzen und stieß mehrmals Drohunp aus. AlS ihm einmal da- Mädchen eine Geschichte erzä^ hatte, nach der ein Ehemann auf dem Sterbebette fear Frau die Nase abgebiffen habe, damit kein anderer Gefalle, an ihr finde, sagte er auch zu dem Mädchen: „Dena T. mir untreu wirst, beiße ich Dir die Nase ab." Am 9. Iu, ging Heyder mit der Ida H. nach dem Schützenfest a Hüttenrode. Auf dem Rückwege ergriff er plötzlich ta Mädchen beim Kopfe und biß ihr die Nase ab. DaS MätLrr fiel ohnmächtig zu Boden. Hey'der lief fort und stürzte fit ins Wasser. Hinzukommende Leute holten ihn wieder heruut und brachten ihn und daS Mädchen nach Blankenburg. D» Mädchen wurde später an Stelle deS abgebissenen Nasenfiü^l mit Hülfe einer sogenannten plastischen Operation ein neues gesetzt- doch ist eine dauernde Entstellung die Folge gtbhebc:-. Heyder wurde zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurtheilt.
* Großen Diebstählen und Hehlereien ist die Berliner Polizei auf die Spur gekommen. ES wurden Montag früh in der Centralmarkthalle 21 Fleischergesellen und Lutscher verhaftet. Diese Massenverhaftungen haben selbstredend großes Aufsehen erregt.
* Unter der Spitzmarke „Ter neue Hoftanz" schreibt da» „Berl. Tagebl.": „Gestern Nachmittag um 4 Uhr sühne» Mitglieder deS Königlichen Theaters auf der Bühne de» Opernhauses dem Steifer eine modernisirte Gavotte vor. Du Wiederbelebung dieses Empire-TanzeS verdankt die Gesellschaü der Genossenschaft deutscher Tanzlehrer, die sich in ihrer Zeitschrift besonders der fast vergessenen Formen deS Menuetts und der Gavotte angenommen hat. Der Kaiser zeigte fit diesen Tanz so lebhaftes Interesse, daß er ihn unter de» Namen Gavotte-Lancier als Hoftanz an Stelle der QuadnJh ä la cour erwählte. Diese neue Gavotte wird von vier Paaren getanzt. Das erste Compliment gilt den Zuschauern. Der Tanz wird durchweg im Gavotteschritt auSgesühn, wobei die Figuren der Quadrille, dem Contretanz und dem Lanner entnommen sind."
* Der älteste Fahrgast, welcher wohl jemals von Crctrr aus eine Oceanfahrt nach Nordamerika angetreten hat, ist ter 93jährige Gärtner Konrad Viereck auS Großenritter bet Ravt., welcher am 25. December 1800 geboren ist. Viereck trat am Samstag seine vierte Oceanreise an. Im Mai 1M7 fuhr er zum ersten Male mit dem Bremer Segelschiff „Johann Schmidt" nach Newyork. Seitdem lebte er in Sao Francisco und die letzten 20 Jahre in PittSburg. Er hatte einen Soho und zwei Töchter. Zu der Nachkommenschaft des Herrn Viereck gehören 46 Kinder und Kindeskinder. Er ist völlig rüfnz und kann den Strapazen einer Seereise zu dieser Jahre»: j ruhig entgegensehen.
* Während der Bau be» neuen ReichStaglhausetz äußeret sich schon als fast vollendet darstellt, gehen auch im Innern deS Gebäudes die Arbeiten mit schnellen Schritten vorwärt». Die drei Eingangshallen im Süden, Norden und Osten sind bis auf Einzelheiten fertig gestellt, die Süd- und Nordhalle ganz in grünlich-grauem rheinpfälzischem Sandstein, die Dfr Vorhalle in fast weißem Sandstein auS Schlesien. Wunden vollen Schmuck haben die beiden ersten Hallen oder genauer die unmittelbar an sie anschließenden Gangtheile durch |t zwei in reichster Werksteinarbeit ausgeführte JnnenpoNalr erhalten. Das „Centrb. d. Bauv." bezeichnet dieselben tll wahre Prachtstücke an Erfindung und Technik, in behen fit die vier deutschen Königreiche verkörpert finden. Die fübbM Halle, welche den HaupteingangSflur der Abgeordneten btlfo nimmt in bet Mitte bie Erbgeschoßtreppe auf, welche ßt | bann rechts unb links nach ben beiben Haupttheile» W HauseS, ben Räumen sür bie Abgeorbneten einerseits ul ben Zimmern unb Sälen beS Bundesraths anbereriei* . gabelt. — In bet Ostvothalle wird jetzt bie letzte Hand • bie bilbhauerische Ausstattung gelegt. Die schönen, mit groß» Ablerschilbem geschmückten Jnnenportale sinb bereits vollendet. Im Uebrigen ist ornamentaler Schmuck hier so gut wie nntt vorhanden. Die Halle ist vornehmlich auf bie Wirk»» ihrer großen, einfachen Werkstein-Architectur berechnet. 3® bet Sübhalle ist mit ber farbigen Verglasung bereits begenntn. Ein von Linnemann in Frankfurt o. M. gefertigter, mächtiger, wappenbebecktet Reichsadler ist bereit- in baS dem Eingänge gegenüber befindliche Fenster eingefügt. Jo ber großen Wanbelhalle stehen größtentheilS noch Gerüste. Dort werden die „Jnkrustatsteine" angesetzt und angeputzt, welche in Folgt des ReichStagSbeschlusseS an Stelle deS echten Material» zur Verwendung kommen. Uebet die farbige Erscheinung bei Saales ist noch nichts zu sagen, da die Fenster, der Marmot'
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