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Zweites Blatt. Sonntag den 3. September
Nr. 207
1893
Gießener Anzeiger
Der
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Die Gießener
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Alle Annoncen-Bureaux des In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gieße ner Anzeiger" entgegen.
Amtlicher» Theil.
Gießen, den 18. August 1893.
Betr.: Die Herbstübungen der Großh. (25.) Division; hier die Abschätzung der Flurschäden.
Das Grotzherzogfiche Kreisamt Gietzen
nn die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme aus unsere Bekanntmachung vom 16. d. M. (Kreisblatt Nr. 193) und die Bestimmungen im Reichsgesetzblatt Nr. 35 von 1887 S. 446 zu § 14 beauftragen wir Sie, die Grundbesitzer alsbald, nachdem die Hebungen innerhalb Ihrer Gemarkung beendet sind, durch ortsübliche Bekanntmachung zur Anmeldung ihrer Flurschäden aufzufordern.
Zu der von Ihnen zu fertigenden Zusammenstellung der angemeldeten Schäden ist das vorgeschnebene Formular zu verwenden, welches als Beilage E zur Instruction in dem vorgenannten Reichsges-tzblatt S. 481 abgedruckt ist. Die daselbst gegebenen Anmerkungen Nr. 1—4 sind genau zu beachten.
Das Formular wird Ihnen auf Anstehen durch uns übersandt werden. Sie wollen dasselbe, sobald Schadensanmeldungen bei Ihnen erfolgen, unter Angabe der ungefähren Zahl der beschädigten Grundstücke schleunigst von uns erbitten. In dem Formular sind die erfolgenden Anmeldungen nach Flur und Nummer geordnet durch Ausfüllen der Spalten 1—5 mit Tinte einzutragen, während die Spalten 6—9 mit Bleistist auszusüllen sind. Die Spalte 6 a, Forderung des Beschädigten, ist nur auszufüllen unb zwar mit Tinte, wenn der Beschädigte tatsächlich einen bestimmten Anspruch erhebt. Bei Ausfüllung der Spalte 7 empfiehlt sich Angabe des Verlustes von Körnern, Heu, Kartoffeln rc. in Zentnern. Die Spalten 7 und 8 sind so auszusüllen, daß die Entschädigungsbeträge im Wege der Be- | rechnung genau ermittelt werden können.
Unmittelbar nach eingetretener Beschädigung haben die Betheiligten Ihre Entscheidung darüber anzurusen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten
hat. Letztere ist anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben ausgesetzt sind. Wird die Aberntung demgemäß vor dem Eintreffen der Abschätzungscommission angeordnet, so haben Sie sofort unter Zuziehung zweier, der Abschätzungen dieser Art kundigen, unparteiischen Personen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder u. s. w.) und die Qualität der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens festzustellen. Es ist hierüber ein kurzes Protokoll aufzunehmen und der Nachweisung beizuschließen, in welcher das Ergebniß der Abschätzung mit besonderer Erwähnung Ihrer Verfügung wegen des Aberntens in Spalte 10 einzutragen ist. Zur Abschätzung sind die Beschädigten zu laden.
Für ihre Thätigkeit in Flurfchadenangelegenheiten beziehen die Großh. Bürgermeister keine Vergütung. Die Teilnahme bei der Abschätzung gehört zu Ihren Pflichtgeschäften.
Indem wir noch auf unser Ausschreiben vom 24. März d. I. (Kreisblatt Nr. 73) verweisen, wonach die bei Ihnen zur Anmeldung kommenden Schäden in dem Formular einzutragen sind, ohne daß Sie die Feldgeschworenen wie früher zur vorläufigen Abschätzung heranziehen, beauftragen wir Sie, die nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen ausgefüllten Nachweisungen thunlichst bald und spätestens bis zum 27, September d. I an uns einzusenden.
Sollte bis dahin die Zusammenstellung noch nicht beendet sein, so ist uns jedenfalls anzuzeigen, daß Flurschäden zur Anmeldung gekommen sind.
I. V. : Dr. Meli or.
Unsere Feldartillerie nach der Heeres- verstärkung.
Wohl nur selten ist die Thatsache, daß in einem zukünftigen Kriege die Infanterie und Artillerie eine bei Weitem wichtigere Rolle als je vorher spielen werden, in solcher Schärfe zum Ausdruck gelangt wie in der Militärvorlage.
Während die erstere eine Vermehrung von 173 Halbbataillonen erfahren hat, sind bei der Feldartillerie 60 fahrende Batterien und bei der Fußartillerie 6 Bataillone neu hinzugerreten - die neuen Batterien zur Erweiterung der Feldartillerie-Schieß- schule sind dabei nicht eingerechnet.
Die Feldartillerie des gesammten deutschen HeereS wird nach dem 1. Octoder d. I. 494 Batterien aufweisen, welche derart vertheilt sind, daß die Mehrzahl der Regimenter vier fahrende Abheilungen hat- einige Regimenter in den Armeecorps an der Grenze haben einschließlich der reitenden Ab- theilung dann sogar fünf Abteilungen.
Die normale Stärke der Feldartillerie eines Armeecorps beträgt 23 Batterien, von denen 21 fahrende und 2 reitende sind. Abweichend hat das württembergische Corps keine reitenden Batterien, sondern nur 23 fahrende. Bei der Garde und dem XV. Armeecorps tritt noch eine reitende Abteilung zu zwei Batterien hinzu und beim I., V. und XVII. eine Abteilung von zwei fahrenden Batterien. Ebenso hat beim III. und XVI. Armeecorps eine Abteilung nur zwei fahrende Batterien. Drei Armeecorps haben drei Infanterie-Divisionen, nämlich das XL, das XII. (Königlich sächsische) und das II. bayrische ArmeecorpS - dementsprechend erhöht sich bet diesen die Zahl der Batterien auf bezw. 31, 33 und 32 anstatt bisher 28, 30 und 26. Die auf Bayern entfallende Vermehrung um 6 Batterien ist dem II. Armeecorps über« wiesen- für Preußen beträgt die Vermehrung 48 Batterien, auf 20 Regimenter verteilt - für Sachsen und Württemberg je 3 Batterien. Keinen Zuwachs erhalten in Preußen die Regimenter Garde, 2, 4, 6 bis 11, 14 und 15.
Die reitenden Abteilungen sind grundsätzlich zu zwei Batterien gebildet; nur beim XI. und XII. ArmeecorpS haben die reitenden Abteilungen drei Batterien und bei ersterem befindet sich zudem noch eine einzelne reitende Batterie deS Großherzoglich hessischen ArtilleriecorpS. Die 47 reitenden Batterien entfallen sonach auf 22 Abheilungen zu 2 Batterien, zwei Abteilungen zu 3 und eine einzelne Batterie. Die 447 fahrenden Batterien sind in 145 Abteilungen zu 3 und 6 Abteilungen zu 2 Batterien gegliedert.
Abgesehen von dieser verschiedenen Gliederung bestehen noch Verschiedenheiten in der Stärke; so enthält die Batterie mit niedrigem Etat, deren es 24 reitende und 184 fahrende
Feuilleton.
Unser Garten im September.
So ist er denn wieder da, unser klaräugiger alter Freund, der September! Wieder begrüßen unS seine Morgennebel und wieder gießt er seine goldklaren Lichter über Garten, Feld und Wald, läßt Seen und Gewässer als klare Smaragde und Saphlre aus der früh- herbstlichen Landschastsfolie erstrahlen und zart, stimmungsvoll seine einzigen Wolkenbtlder über unsere heimathlichen Berge ziehen. Wenn die Allstegerin Sonne am Morgen die feingewebten Nebelschleier auflöst, sich golden in den Knäufen der Thürme, metallfarben im Ger sieder der munter ab- und zuflirgenden, sich zum Abzug rüstenden Schwalbenschaar spiegelt, wenn da? Spinnchen am reich behangenen Traubenspalter inmitten seines thaudiamanten geschmückten Netzes die Güte des Schöpfers zu loben scheint und, hinweg Über den reizenden Blumenflor des Garten-, die fruchtschwer ntedergebogenen Zweige mit ihren roihbackigen Fruchtkindern uns zuwinken — so erblicken wir in dem traulichen Bild so gern nur die sorglos heitere Miene des Nachsommers! Wir wollen noch nichts davon wissm, daß es das letzte liebevolle Abschiedswtnken der verklingenden schönen Jahreszeit ist!
Alles scheint sich nochmals schmücken zu wollen. Die vor kurzem noch öden Stoppelfelder lassen den Hauch eines jungen Grüns erkennen und draußen vor dem Gärtchen hat die gemähte, stille Wiese gar ein sinnig Blumenkleid übergeworsen. Ist ihr der Morgennebel entstiegen, da öffnen sich im Sonnenlicht ganz leise viele Hunderte von Blumenkelchen in zart rötbltchem Cilo! Die Zeitlose blüht! — Berühren die zarten Blüthengestalten auch das Auge angenehm: DaS Herz vermögen sie nicht zu erwärmen. Im Gegentheil. Der „Blumen- getft der Erde, gefloh'n von Hirt und Heerde" erweckt in uns ein leises Gefühl der Trauer. Nicht weil die Unglückliche ein heimtückisches Gift in allen ihren Theilen birgt, ein Gift, welches nach dem Glauben der Griechen den Hauptbestandtheil der furchtbaren kolchilchen Tränke der Giftmischerin Medea bildete, sondern weil sie uns wie ein weh- müthigeS, dobei fast boshaftes Lebewohl gewesener schöner Tage — eines weiter hinabgestiegenen JahreS — anmuthet. Sinnend müssen wir stehen und dem eigenthümlichen „Z Mosen" ihres Wesens nachhängen, wie es Triniutz besingt:
„Oed' ist es fern und nab;
Der Sommer ist verglommen, Schon ist der Herbst gekommen. Sie nur steht zeitlos da.
Und hat nicht Frucht noch Kraut. Es blüht in scel'ger Fülle, Was fröhlich Frucht und Hülle Dem neuen Lenz vertraut." —
„Ist denn die Zeitlose nicht mit unserem Crocus verwandt? siebt ja gerade so aus!" Nein, die beiden sind gar nicht verwandt, gehören ganz anderen Pflanzenfamilien an. Erstere den Colchicacem, letzterer den Jrid-en. Gerade an die Jrideen und auch Liliaceen, die lieblichen Kinder des eitlen Frühlingsgailens, wollen wir jetzt denken. W.r sein Tusculum mit Crocus, Schneeglöckchen, Tulpen,
Narzissen, Jonquillen, Tazetten, Hyazinthen, auch Ranunkeln, zu schmücken gedenkt, der mag deren Zwiebeln zu Ende des Monats rn die dazu bestimmten umgegrabenen Beete ober Rabatten legen. Entzückend macht sich z. B. Crocus auch einzeln in den niedergehaltenen Rasen gesteckt. Ein vielleicht durch die Wege dicht am Gartenhäuschen gebildete- Nasenhalbmond steht beim ersten Frühlingserwachen mit seiner buntfarbigen CrocuSherde, wenn alles sonst noch im Garten schläft, unbeschreiblich lieblich aus. Wir können im Handel jetzt schon 100 Stück Crocuszwiebeln in 25erlei reizenden Sorten, mit Namen, zu 2.50 Mk. beziehen; gewöhnliche Mischung im Rommel schon zu 1 Mk. Selbst in nicht besonders gutem Boden hält er im Rasen viele Jahre aus.
Unser diesmal meteorologisch so merkwürdig gestaltet gewesenes Jahr darf, wo liebevolle Pflege und die segenspendende Gießkanne walteten, als ein durchaus erfreuliches Gartenjahr bezeichnet werden. In vielen Theilen des Reichs, wie z. B. an den Ufern des schwäbischen Meeres, goß insbesondere Pomona ihr Füllhorn in überaus reichem Obstsegen über Fruchthaine und Gärten. Denn es war doch feiten noch da, wie diesmal: daß der bekränzte Becher prickelnden jungen Rebensastes z. Th. schon im August mit freudig dankbarer Hand geschwung-n werden konnte!
Ein solch blühender, fruchttragender Normalherbst ist — insbesondere in der jetzigen schweren Zett des Ackerbaues — so recht geeignet, auch die Lässigen zum Obst- und Gartenbau zu bekehren, indem er ihnen zeigt, welch köstliche Gaben, selbst nach furchtbarer Dürre, mit wenig Mühe auf seinem Gebiete errungen werden können: wie dadurch der ganzen Familie Freude, und manchem Hause ein hocherwünschtes Einkommen erwächst! Das eifert zu neuer Arbeit an, läßt die Mißgunst ärmerer Iahte vergessen.
Nun noch zur Thätigkeit im Septembergarten. Zunächst wird es so mancher Blumenfreundin Wunsch sein, für einen Spätherbst- unb Winterschmuck der Fenster vorzuarbeilen. Leokoyen, Goldlack, Reseden, immerblühende Veilchen, Vergißmeinnicht, je nach Liebhaberei, können in jüngeren Stöcken mit Ballen in Töpfe gesetzt werden. Auch die Keime von Maiblumen und alle Blumenzwiebeln mögen jetzt schon den Töpfen anvertraut werden. Solche werden vorläufig im Garten völlig in die Erde versenkt. Wer es wünscht, säet jetzt wohl ein Beel Spinat, eoent. mit etwas eingesprengtem Salat. Auch Winttrschnittkohl, Körbel und Feldsalat können gesäet werden. Man verpflanzt jungen Mangold, Blattkohl. Schalotten können gelegt werd.n. Der dürre Spargelwald wandert, abgeschnitten, ins Feuer, da er Ungeziefer, auch häufig Rost, birgt; die Spargelbeete bekommen eine Bestreuung mit kurzem Dünger. Torfstreadünger ist besonders in schwerem Boden gut.
ES kommt häufig vor, daß am Rosenkohl sich die se tlichen Sprossen, „Rosen", nicht recht entwickeln wollen, während die Pflanze wie ein stolzer Beim in die Höhe schießen. Dem abzuhelfen flieht es einen Kunstgriff: zeitig schon den obersten Gipfellrieb, etwa 1 Finger lang, auszubrechen. Die Productionskrast geht dann in die Rosen. In den Kohlbeeten ist übrigens außer der etwa noch nöthigen Weiß- lirrgSraupen - Vertilgung auf die in zweiter Generation auftretenden „Herzwürmer" (Eulenraupenart) und die sogenannten Erdraupen (auch Eulenraupen) zu fahnden. Bei werlhvollen Anpflanzungen ist zu diesem Behm eine nächtliche Jagd bei Laternenschein — sie kommen
meist nur Nachts aus der Erde — kaum zu umzugehen. Höchste Zeit ist es, das Erdbeerbeet in Ordnung zu bringen. Ranken und alte schwache Stöcke müssen heraus. Mit jungen, reichbewurzelten Rankenpflanzen pflanzt man neu an.
Zum Uebetrointern können Blumenkohl, Wirsing, Blau- und Kopskohl in „falte Beete" gepflanzt werden. Nicht vergessen wollen wir auch das Sammeln der Samen von LleblingSblumen ir. s. w. — So sehr im Garten alle, selbst geringste Abfälle von Pflanzen rc., abgestochene Rasenstücke u. s. w. zur Compostbereitung geschätzt werden sollen, so fehlerhaft ist es, was leider fast stets geschieht, pilzkranke Theile, wie berostetes Bohnen- und Erbsenstroh, Spargel-, Zwiebeloder Kartoffelkraut, pilzgeschwärztes ober vermilbtes Birnlaud u. s. w. dazu zu verwenden. Ebenso fehlerhaft ist es, „kröpfige" Kohlstrünke, madendurchsehte Rettige oder Mohrrüben, resp. deren Abfälle, aufs Compostmagazin wandern zu lassen: Es wird dadurch ein förmlicher unversiegbarer Brutherd für kommende pflanzliche und thierische Schädlinge geschaffen! Eine ganz böse Geschichte! Alles bas sollte am besten aufgebeugt und gleich verbrannt werben; bte Asche bavon, selbst ber burchhltzt gewesene unoerbrannte Rest, bleibt immer werthvoll. Eine ganz ähnliche Gefahr birgt das längere Liegenlassen des FallodsteS in sich. Dieses sollte täglich zur alsbaldigen Verwerthung, etwa zu Obstkraut (Gelee), Viehfutter, wenn genügend reif, Dörrobst, aufge- lesen werden, denn eine Menge Ungeziefer schlüpft aus ihm heraus, das die Obsternte kommender Jahre ganz erheblich beschneidet. Die Thätigkeit z. B. der bösen Obstmade kennt ja Jedermann! Außerdem zieht gerade das Fallobst, als Weide, ganze Heere von Wespen in die Gärten und an bte unversehrten Früchte! Die Wespen sollten wir aber jetzt zur Obstzeit nicht hegen, sondern mit halbgefüllten, süße Flüssigkeit haltenden Flaschen wegfangen. Auch reife gequetschte Aepfel, je auf einen Teller ausgelegt, ködern sie gut zum Fang. Man stülpt (Vorsicht) rasch ein derbes Glas darüber und bringt den ganzen Apparat in ein heißes Wasserbad. Das tödtet die Schädlinge. Wer sein Kernobst nicht srisch verwerthen kann, lasse Dörre und Kelter arbeiten; es ist dies vortheilhafter, als das vielleicht werthvolle Obst zu einem Schleudei preis wegzugeben. Je mehr Obst es gtebt, desto sorgsältiger sollte vom Obstzüchter das Tafelobst gepflückt werden, denn nur ganz tadellose Früchte werden gute Preise finden. Noch heranreifende schöne Früchte, auch Trauben, danken es uns durch lachende Färbung, wenn wir die sie beschattenden Blätter (nicht mehr) gegen die Sonnenseite hin abnehmen. Seine Früchte versende man doch niemals in Körben, sondern in Kistchen. Dabei wird jede einzelne Frucht in Seidenpapier gewickelt und die Zwischenräume in der Kiste mit Holzwolle ausgesüllt, dcH ein gegenseitiges Drücken nicht stattfinden kann. _ , , .
Wer, verlockt durch den reichen Ertrag, im Spälherbste junge Obstbäume zu pflanzen wünscht, nehme bei Wahl aus seine Bodenart Rücksicht, bestimme schon jetzt die Standplätze ber Bäume unb laste ba in möglichst 10 m Entfernung (gilt für Kernobsthochstämme) geräumige, jeboch nicht zu tiefe Pflanzlöcher ausheben. Stcis nur pflanze ber Practiker bie bestbewährte Obstsorte ber Gegent! Ja keine sogenannten „Neuheiten"! —
Heinrich Frhr. v. Schilling.


