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Nr 53
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.Iteitag <>n 3. Mäiz
1893
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
virrteltLhrtger A>*eeeead»»ttt»i 2 Mart 20 Pf,. ■* vringerlohu. Durch die Post bt,»,* 3 Mark 60 P^
»ebadiMt, t^ebW* uni Druckerei:
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Kerutprecher 6L
Amts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gieren.
chratisöeikage: Hießmer Kamitienökätter
A,ntUchev Theil
ett ImumtaueuttoÄT M > nrt VnMraM e*o* ,«,.i,e> ffa tc* ,Gieß,»«r mlyy.
Nr. 4 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 24. v. M., enthält: , „ L m .
(Nr. 2071.) Bekanntmachung, betreffend Aenderungen der Anlage B zur Verkehrs. Ordnung für die Eisenbahnen Deutschlands. Vom 23. Februar 1893.
Gießen, den 1. März 1893.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
leeehee ,u brr «achmittaGS für bm
fetgrnbm lag erscheinenden Nummer bis Vor». 10 Uhr.
Deutsches Reich.
Berlin, l.März. Die deutsch-russischen Handelsvertrags-Unterhandlungen sind mit der textlichen Abfaffung der deutschen Antwortnote auf die russischen Vorschläge endlich um einen halbwegs erkennbaren Schritt vorwärts gekommen. Wie verlautet, gesteht die deutsche Antwortnote die Ermäßigung des deutschen Getreide- und Holzzolles für russische Herkünfte auf den für österreichisch-ungarische Herkünfte geltenden Betrag zu, russischerseitS würden als Gegenleistung die Aufhebung deS Zolles auf landwirthschaft- liche Maschinen und die Ermäßigung des Kohlenzolles für die Landeinfuhr gewährt werden. Wetter heißt es, der russische Botschafter in Berlin, Graf Schuwaloff, werde dieser Tage nach Petersburg abreisen und dem Czaren die deutsche Antwortnote persönlich überreichen. Rach dem Wiedereintreffen des Botschafters in Berlin soll dann der formelle Abschluß deS Handelsvertrags stattfinden.
— Am Samstag den 4. März findet im Wahlkreise Liegnitz - Goldberg die Reichstags - Stichwahl zwischen dem Freisinnigen Jungfer und dem Antisemiten Hertwig statt. Die Liegnitzer Socialdemokraten wollen bei der engeren Wahl Stimmenthaltung ausüben, so daß also der endgiltige Sieg des freisinnigen Candidaten wohl als gesichert ru betrachten wäre.
Berlin, 28. Februar. Die Commission für die Berathung des vom Abgeordneten Rintelen eingebrachten Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung der ConcurSordnung, beschäftigte sich in ihrer heutigen Sitzung zunächst mit der Besprechung deS ihr gleichzeitig überwiesenen Antrages Ackermann, in dessen Nr. 7 eine gesetzliche Bestimmung dahin ver-
langt wird, daß auS der Bezeichnung jedes kaufmännischen oder gewerblichen Geschäfts das Geschlecht und der Name deS Inhabers erkennbar sein muß." Abg. Gröber (Centr.) will, daß diese Vorschrift lediglich für jedes im Handelsregister nicht eingetragene gewerbliche Geschäft gelten soll. Von freisinniger Seite werden beide Anträge bekämpft. Eme derartige Bestimmung für kaufmännische Geschäfte sei undurchführbar und für das Handwerk sei sie überflüssig. Die verbündeten Regierungen haben, wie deren Vertreter erklärt, zu den vorliegenden Fragen Stellung noch nicht genommen. Jedenfalls würden die Anträge einen sehr schweren Eingriff in das bestehende Recht zur Folge haben. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung beider Anträge.
Director Kayser vertheidigt die Damaraconcesston.
Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Hammacher und DireclorS Kayser wird der Etat für Südwe'iasrtka angenommen
Morgen Fortsetzung des Etats der ReichSpost, Telegraphie und Reichsdruckerei._____________________ __
Neueste Nachrichten»
Wolffs telegraphisches Correfponden,-Bureau.
Berlin, 1. März. An dem heutigen zu Ebren des Brandenburgischen Provinzial-Landtags vom Oberpräsidenten Achenbach veranstalteten Festmahl nahmen etwa 120 Personen Theil. Dem Kaiser zur Linken saß Achenbach, zur Rechten Ministerpräsident Eulenburgs dem Kaiser gegenüber LandeSdirector Levetzow, dem sich dann der Finanzmimster, der Ober-Ceremonienmeister Eulenburg, Landrath Manteuffel und Oberbürgermeister Zelle anschlossen. Auf die Ansprache Achenbachs erwiderte der Kaiser: „Die Gesinnungen der Treue und Anhänglichkeit, die Sie mir ausgesprochen, finden in meinem Herzen freudigen Widerhall. AuS diesen Gesinnungen spricht festes Vertrauen zu Ihrem Landesvater und zu seinem Streben, der schönste Lohn, der mir und mit nur meinen bewährten Rächen in unserer schweren Arbeit werden kann. Die Jetztzeit liebt es, auf die Vergangenheit viel zurückzublicken, dieselbe mit dem augenblicklich Bestehenden zu vergleichen, meist zum Nachtheil des letzteren. Wer auf eine so herrliche Vergangenheit zurückblicken kann, wie wir es Gott sei Dank können, der thut sehr wohl, um daraus zu lernen. Das nennt man im monarchischen Staate Tradition. Doch nicht dazu soll sie dienen, um sich in nutzlosen Klagen zu ergehen über Menschen und Dinge, die nicht mehr sind, sondern vielmehr müssen wir uns in der Erinnerung wie in einem Quell erfrischen und neugestählt aus ihm emporsteigcnd, zu lebensfrohem Thun, schaffensfreudiger Arbeit uns hin- wenden. Denn würdig vor Allem müssen wir uns unserer Ahnen, ihrer Leistungen erweisen. Das können wir nur, wenn wir unbeirrt auf Bahnen weiterwandeln, die sie uns vorgezeichnet. Die hehre Gestalt unseres großen dahin- gegangenen Kaisers Wilhelm ist stets uns gegenwärtig mit ihren gewaltigen Erfolgen. Woher kamen dieselben? Weil mein Großvater den unerschütterlichsten Glauben an seinen 'hm von Gott verliehenen Beruf hatte, welchen er mit unermüdlichem Pflichteifer verband. Zu ihm stand die Mark, stand das ganze deutsche Vaterland. In diesen Traditionen bin ich ausgewachsen, von ihm erzogen. Denselben Glauben
Deutfcfycr Reichstag.
55. Sitzung. Mittwoch, 1. März 1893.
Eingegangen ist die Nov.lle zum Unterstützungswobnfitzgesetz. »Zur Berathung steht der C o l o n i a l e t a t. Etat Kamerun.
Abg. Sam Hammer (dsr.) spricht sich gegen das bureou= kratische System In der Colonie aus und wünscht ein pracMches Mit der dortigen Rechtspflege sei es auch schlecht bestellt. Er bittet um dlbbUfe^^ bestreitet die Ausführungen des Vorredners
und verthetdigt aus das lebhasteste den Gouverneur von Kamerun, Zimmerer, gegen die Angriffe ZtntgraffS.
Abg Bamberger (dsr.): Seine Partei betrachte die Eolonial- poliitk als einen Fehler und lhue nichts, um diese:be. ju fördern. Redner erklärt, die Regierung habe beim besten Willen feine mit den afrikanischen Verhältnissen bekannte Personen zur Verfügung.
Graf Arnim (Retchsp.) macht die Rücksichten auf das nationale ^"^^Abg.^B^amberger (dfr.) verlangt, daß der Colonialfchwarmer nicht bloß schöne Reden halten, sondern auch Geld hergeben solle.
Der Etat für Kamerun und Togo wird bewilligt.
Beim Etat für das füdwestafrtkanische Schutzgebiet geht Graf Arnim (Reichtzp.) des Näheren auf die Damara-Eonceiston ein, woraus er Reibuugm mit der englischen Gesellschaft befurchtet.
Reichskanzler Graf Caprivi wendet sich sehr entschieden gegen die Ausführungen des Vorredners, aus denen heroorgehe, daß die Regierung bei der Damara-Concession die Interessen des Vaterlandes nicht hinreichend gewahrt habe. Mit der Zustimmung des Kaisers seien Waffen, Munition und Proviant angesammelt worden, welche hinreichend leien für eine größere Schutziruppe. Dieselbe sei auf 250 Mann vermehrt worden, damit sie auch den polizeilichen L-chutz gebe. Es seien Anstedelungsversuche in Damaraland gemacht worden, aber wenig gelungen. . _ ...
Abg Hammacher (natlib.) bemerkt, in her ®a”ar<?cotn«ff“>n sei keine genügende Rücksichtnahme auf die in Südwestafrika bestehenden deutschen Interessen und die Interessen der ReichSstnanzen gemacht worden.
Feuilleton.
Felix.
Aus dem Leben eines Knaben von Zoö o. Reuß.
(4. Fortsetzung.)
„Was?" taumelte Caporte zurück.
„Ich kenne Sie wohl! Ich habe gestern den Brief gelesen, den Sie an Mama geschrieben haben. Ja, ich weiß alles!"
„Verdammt!"
„Aber ich lasse Mama nicht stehlen, nein! Ich wollte es unserem Hausmann sagen, aber ich kann sie auch allein beschützen. Ich habe nämlich ein neues Techin zum Geburtstag bekommen, das schießt Sie ganz gewiß tobt 1"
„Was fällt Dir ein, Bursche? Ein Gewehr ist kein Spielzeug!"
„Ich spiele auch nicht mehr heute Abend. Am Nachmittag haben wir meinen neuen großen Drachen steigen laffen, da hätten Sie kommen sollen, Lieutenant Caporte!"
„Hinweg!"
„Nein, ich gehe nicht weg, denn ich will Mama beschützen," sagte der Knabe, das Gewehr erhebend und den Lauf der Dogelflinte drohend durch das Gitterwerk der Thür streckend. Dazu schoflen die wasserblauen Augen dunkle Zome§blitze durch die mondhelle Sommernacht hinüber. „Du bist ein Dieb, ja, ein Dieb!" rief Felix wüthend und scharf- zielend. Aber Caporte schlug mit rascher Bewegung den Laus der Dogelflinte nach oben, gerade als der Schuß knallte. Felix hatte sein erstes Loch in die Cuft geschossen.
„Mache, daß Du sortkommst, Bursche, oder ich nehme Dich beim Kragen," machte Caporte seinem Herzen Cuft.
„Nein!"
„Wie lange willst Du eigentlich hier bleiben ?"
„Die ganze Nacht."
„Unsinn!"
„Ich warte, bis der D'eb fort ist,- komm, Boncoeur!" rief er den Hund wieder an feine Seite.
„Wo ist Mama?" inqutrirte Caporte mit schlecht verhaltener Wuth.
„Sie ist krank und liegt im Bette, dort, wo das Clcht brennt. Sie hat am Mittag keinen Bissen gegessen, auch keinen Ehocoladepudding. Wenn sie nur nicht stirbt! Meinetwegen könnte sie es wohl thun, 's ist nur um Papa. Er würde sehr traurig sein, wenn sie fort wäre! Er soll aber wieder lustig fein wie früher!"
Cieutenant Caporte befand sich in unsagbarer Stimmung. Alles Mögliche hatte er erwartet und war bereit, um Hildegards Besitz alles zu wagen und zu leiden. Es erwarteten ihn viele schwere Kämpfe: laute Mißbilligung im Offiziercorps (allerdings bei heimlicher Zustimmung der jüngsten Karne- raben), Eclat vor der Welt, die ernsteste Rüge des „Alten", Enthebung von seinem Posten als Regimentsadjutant, Strafversetzung in ein kleines Nest. Brr! . . . Nun, hoffentlich nicht lange! Er würde schon die Sporen einzusetzen wiflen und als „Springer" zurückkehren. Glücklicherweise waren seine Bravheit, Tüchtigkeit und Schneidigkeit allgemein bekannt, und da ihm kürzlich von einem Seitenverwandten eine kleine Erbschaft zugefallen war, würde auch für das Kommisvermögen schon Rath werden. Er vermochte alles — nur seiner Ceidenschaft für Hildegard konnte er nicht entsagen. Wenn man eben siebenundzwanzig Jahre alt geworden ist, läßt sich aber noch vieles wieder gut machen. Seine Eon- buite war tadellos, „nein, man würde ihu nicht fallen lassen! . . ." So war Caporte auf alles vorbereitet — nur solche Begegnung hatte er nicht erwartet.
„Bist Du nicht müde, Felix!"
„Doch!" gähnte dieser herzhaft.
„So geh doch und zieh die Decke über den Kops." „Nein, geh Du doch!"
In Cieutenant Caporte kämpften zwei starke Mächte, vielleicht ihm selbst noch unbewußt. Es war die Ciebe zu Hildegard und die angeborene Großmuth seines Naturells. Wahrlich, der häßliche Junge dort war ein Prachtbursche! Schade, daß er den Kameraden nichts von der sonderbaren Begegnung mittheilen konnte. Sie würde Felix allgemein ritterliche Anerkennung eingetragen haben. Neben dem Schamgefühl fing die Situation auch an, ihn leise zu belustigen. Aber seiner Ciebe entsagen, der einzigen — unmöglich!"
„Wenn Mama nur wieder gesund wird, ehe Papa zurück-
kommt," fuhr Felix ängstlich fort, „'s ist überhaupt nur um Papa. Ich glaube, wenn sie stirbt, wird Papa auch sterben. Ich muß jede Woche einen langen Brief schreiben und von ihr erzählen."
„Geh zu Bette und — grüß Mama!" unterbrach ihn Caporte. Seine Ritterlichkeit zwang ihn, der Situation ein Ende zu machen und feinem zähen Feinde das Feld zu räumen. Ja, es mußte sein. Sicher war es noch leichter, seiner Ciebe zu entsagen, als mit solcher Schuld belastet durch ein langes, äußerlich glückliches Ceben zu gehen. Selbst wenn es keinen Trost gab als eine Revolverkugel, vermochte er dennoch nicht mehr die Hand nach Hildgard Stalling auszustrecken. Am besten, wenn er sich dem Alten vertraute und den haarscharfen Rüffel geduldig hinnahm. Im Grunde genommen, war der Oberst wohlwollend und verhalf ihm wohl zu einem hübschen Eommando, das ihn abzog und zerstreute.
„Grüß Mama vielmal und sag ihr, daß ich — allein verreist sei," fuhr er fest fort. „Dann gehts gleich ins Manöver — ich werde Mama also lange, sehr lange nicht Wiedersehen. Halt, Bursche, gieb ihr noch dies Blatt! Du giebst es Niemand, als ihr selbst."
„Freilich!"
„Ich weiß es!"
„Ich lege den Brief auch ins Diarium, den Schlüflel zum Bücherschrank trage ich hier in der Tasche," beschied Felix nicht ohne Wichtigkeit, indem er einen rasch coubertirten Brief empfing, zu welchem Cieutenant Caporte das Material feiner Brieftasche entnommen hatte, um Hildegard Stalling ein ewiges Lebewohl zu sagen.
„Gieb mir Deine kleine Hand, Felix," bat Caporte in hoher Bewegung.
Felix streckte die Kinderhand durch das Gitterwerk und Caporte schüttelte sie kraftvoll und zärtlich wie die Hand feines treuesten Freundes.
„Wenn ich Soldat werde, sollen Sie einmal mein Haupt- mann werden, wollen Sie?" frug der Knabe.
„Freilich, Bursche! Gute Nacht!"
(Schluß folgt.)


