erkennen. So habe die sächsische Negierung in einem amtlichen Berichte mit zutreffenden Gründen Stellung gegen dm Befähigungsnachweis gmommm.
Abg. Clemm (natl.): Der Antrag des Centrums könne in der vorltegmden Fassung nicht Gesetz werden; dm bestehmden Miß- siänden, die durch die neuen Bestimmungen über die Sonntagsruhe verschärft wordm seien, müsse begegnet werdm. Er befürwortet corn- mtssartsche Vorberathung der Anträge.
Abg. Böckel (Antisemit): Gegm die Abzahlungsgeschäfte, worunter er solche verstehe, welche mit allm möglichen Dingen handeln, müsie bald etwas geschehen. Gründlich könne aber nur etwas gethan werdm, wenn der Grundsatz durchgeführt werde, dah nur solche Lmte mit Waarm handeln dürfen, bereit Anfertigung sie gelernt habm. Die Wanderlager müßten verboten und zugleich dm Ausverkäufen größere Aufmerksamkeit zugewmdet werden. Auch eine Reclamesteuer sei zu erwägm. Eine Beschränkung deS Hausirhandels sei drtngmd nöthig. Selbstverständlich sei der Handel mit selbst- geferttgten Waarm vom Hausirbetriebe nicht auszuschlteßen. Verboten müsse unbedingt der Hausirhandel mit Vieh werdm, denn damit würden nur Viehseuchen eingeschleppt. Wenn man dem Handwerk helfen wolle, so müsse man den Eingangs von ihm formulirtm Grundsatz in die Gesetzgebung aufnehmm und dafür sorgen, daß dem Mittelstände Eredtt zu Theil werde.
Abg. Biehl ((Str.) oertheidigt dm von feinen Freunden eingebrachten Gesetzentwurf. Er müsse verlangen, daß mtndestms das, was der von der bayerischm Regierung im Bundesrathe eingebrachte Antrag fordere, durchgeführt werde. Gewiß würden einzelne Haufirer nach Annahme des Entwurfs geschädigt, aber ihre Zahl stehe in gar keinem Verhältniß zu der großen Zahl der seßhaftm Gewerbtreibenden, welche durch die Auswüchse des Hausirbetriebes geschädigt würden. Die Industrie, welche durch die Beschränkung des Hausirhandels beeinträchtigt werde, sei von der Art, von welcher gelegentlich der Weltausstellung zu Philadelphia das Wort „billig und schlecht" gebraucht wurde.
Abg. Stolle (Soc.) widerspricht den Angaben Biehls, wonach der Hausirbetrieb die Bettelei und Vagabondage fördere. Im Königreich Sachsen ergebe die Statistik das gerade Gegenßheil: der Hausir- handel habe zu-, die Bettelei aber abgenommen. Die Erzeugnisse der sächsischen Industrie würden zu einem großen TheUe durch Hausirer vertriebm. Will Herr Biehl behaupten, daß die sächsische Industrie Schund fabriztre?
Abg. Schrader (dfr.) führt aus, daß alles nutzlos gewesen sei, was seitens Der Rechten und des Emtrums bisher auf dem Wege der Gesetzgebung zur Hebung des Handwerkes versucht worden sein.
Abg. Ackermann (cons.) bezweifelt die Existmz des von Bock erwähnten Bericht- der sächsischm Regierung gegen ben Befähigungsnachweis.
Die Anträge Ackermann werden abgelehnt, der Antrag deS Eentrums an die Commission für die Abzahlungsgeschäfte verwiesen.
Bei der Abstimmung über ben weiteren Antrag Ackermann, dm Consumvereinm bie Abgabe von Waaren an Ntchtmttglieber unter Sttasandrohung zu verbieten, stellt sich Beschlußunfähtgkeit bes Hauses heraus. Es sinb nur 125 Abgeordnete anwesend.
Freitag 1 Uhr: Antrag auf Einstellung eines gegen Ahlwardt wegen Beleidigung schwebenden Strafverfahrens, Etat.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 1. Februar. Gestern wurden hier Extrablätter mit der lügenhaften Nachricht von einem Attentat auf den Czaren verbreitet. Wie nun die „Nordd. Allg. Ztg.^ meldet, hat der Staatssecretär Marschall heute gegenüber dem Botschafter Schuwalow sein Bedauern über den groben Unfug ausgesprochen.
Berlin, 1. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht einen Artikel des „Moniteur de Nome", welcher die Mission des Generals von Loö als einen Beweis für die verzweifelten Anstrengungen der deutschen Negierung, die Intervention des Papstes für die Militärvorlage zu gewinnen, bezeichnet hatte und bemerkt dazu, das genannte Blatt sei nach Lösung seiner Beziehungen zum Batican neuerdings in die Hände eines französischen Consortiums übergegangen, das, tote vorliegender Artikel beweise, vornehmlich französische Revanchepolitik betreibe. Der Artikel sei ein schmählicher Versuch, eine Ehrenbezeugung, welche der deutsche Kaiser dem Papste erweisen wolle, zum Ausgangspunkte von Lügen und Erfindungen zu machen zu dem Zweck," die Kaiserliche Regierung bei den deutschen Katholiken zu verdächtigen und ihre auf Stärkung der Wehrkraft gerichteten Bestrebungen zu durchkreuzen.
Bromberg, 1. Februar. Hier hat sich ein Cornits, bestehend aus den angesehensten Großgrundbesitzern und hiesigen finanzkräftigen Firmen, welchen ein Capital bis zu 15 Millionen zur Verfügung steht, gebildet behufs Baues und Betriebes von Kleinbahnen in den ostdeutschen Gebieten. Auf eine bezügliche Aufforderung an sämmtliche Kreisausschüsse des Ostens zum Zwecke gemeinsamen Vorgehens sind bereits mehrere Anmeldungen eingegangen.
Loudon, 1. Februar. Die gestrige Conferenz von Vertretern der vereinigten Grubenbesitzer und der Bergleute von Süd-Wales ist gescheitert. Die Grubenbesitzer stellten heute sämmtlichen 65000 Arbeitern eine einmonatltche Kündigung zu.
Athen, 1. Februar. Durch ein neues Erdbeben auf der Insel Zante sind heute dort weitere Häuser eingestürzt. Die Regierung beantragte bei der Kammer einen Credit von 1OOOOO Francs zur Unterstützung der durch das Erdbeben Betroffenen.
Depeschm deS Bureau „Herold".
Berlin, 1. Februar. Heute fand hier eine Versammlung von Arbeitslosen statt, welche nur schwach besucht war. Sie sprach sich in scharfen Ausdrücken gegen die heutige Staats- und Gesellschaftsordnung aus und wurde nach den Worten eines der Redner, daß die Bourgeoisie bald den Tritt der Arbeiterbataillone zu hören bekommen werde, polizeilich aufgelöst. Unter dem Absingen der Arbeitermarseillaise ging die Versammlung auseinander.
Berlin, 1. Februar. Aus guter Quelle verlautet, die Regierung selbst setze keine große Hoffnungen auf die Durchbringung der drei Steuervorlagen und richte sich in aller Stille auf das RohspirituSmonopol ein. ES heißt, die Regierung gedenke im BundeSrathe der Angelegenheit bald näherzutreten. Auf der Rechten deS Reichstages habe das Project viele Freunde.
Berlin, 1. Februar. Die „Kreuzpeilung" meldet: Bei dem gestrigen Abendeffen beim Ministerpräsidenten v. Eulen
burg wurden die politischen Tagesfragen nur wenig berührt. Soweit die Politik zur Sprache kam, wurde die Steuerreform eingehend vom Kaiser besprochen und die Hoffnung auf daS Gelingen derselben ausgedrückt.
Berlin, 2. Februar. Dem „Berl. Tagebl." wird aus Emden gemeldet, daß der Schiffsverkehr zwischen den ostfriefischen Inseln und dem Festlande wieder eröffnet worden ist.
Beutheu, 1. Februar. Der Herzog von Ratibor wird am Samstag beerdigt. Der Kaiser sandte ein Beileidstelegramm und stellte sein Eintreffen zur Beerdigung in Aussicht.
Nietleben, 1. Februar. Neuerdings erfolgte eine Er- k rankung und ein Todesfall. Die Gesammtzahl beträgt bis jetzt 114 bezw. 45.
Paris, 1. Februar. Die Polizei fahndet unausgesetzt auf Ar ton- sie hat festgestellt, daß er sich in Jaffy, in Bukarest und in Budapest aufgehalten hat. Eine weitere Spur von ihm ist nicht auszufinden.
Paris, 1. Februar. Das Gerücht, der Justizminister Bourgeois werde demnächst demissioniren, wird dementirt.
Paris, 1. Februar. Der „Gaulois" meldet, der Czarewitsch werde nächstes Frühjahr Paris besuchen und zwar mit längerem Aufenthalt als in Berlin.
Paris, 2. Februar. Die „Cocarde" versichert, die Anklagekammer werde heute auf 'die Strafverfolgung der Minister, Deputirten und Senatoren Verzicht leisten. — Der Gesundheitszustand von Cornelius Herz hat sich noch verschlimmert, die Aerzte haben den Patienten auf- gegeben.^
Brüssel, 1. Februar. Ein Localblatt kündigt einen Congreß der Arbeitslosen Belgiens an. Die Arbeitslosen in Gent, Mons, Löwen und allen großen Jndustrie- cernren hätten der ergangenen Einladung zugesagt, die Arbeiter würden barfuß kommen.
London, 1. Februar. Die Weizenernte in Australien ist ausgezeichnet. Die Staaten Victoria, Mittelaustralien und Neuseeland verfügen über 6/5 Millionen Hectoliter Weizenüberschuß gegen 4,5 im Vorjahre. Der Weizenüberschuß Argentiniens beträgt 6 Millionen Hectoliter und ist sehr guter Qualität.
Petersburg, 1. Februar. Von August bis December v. I. wurden 14,717,500 Hectoliter Weizen exportirt, gegen 16,500,000 Hectoliter im Vorjahre.
Recklinghausen, 2. Februar. Durch eine Explosion schlagender Wetter auf der Zeche „General Blumenthal" wurden 19 Bergleute getödtet, 17 sind schwer verletzt.
Cocalts und Provinzielles.
» Gießen, 2. Februar 1893.
— Von der Witterung. Das seit Anfang dieser Woche herrschende milde Wetter hat, nachdem die Nacht von SamStag auf Sonntag noch einmal mit ziemlich starkem Frost angesetzt, die Schneemassen zum Schmelzen, das Eis zum Brechen gebracht. Hunderte von Händen waren in diesen Tagen beschäftigt, durch Aufhauen des Eises auf Straßen, Trottoirs und in Höfen den nothwendigen Aufräumungsprozeß zu beschleunigen und ein stattlicher Wagenpark war in den Dienst der Stadt gestellt, um die Ueberreste eisiger Niederschläge ins Freie zu befördern. Einen ungefähren Begriff von dem fortzuschaffenden Eis kann man sich machen, wenn man die Anhäufungen desselben am Viehmarktplatze betrachtet, und doch ist dahin nur ein ver- hältnißmäßig kleiner Theil gekommen. Es war Angesichts dieses plötzlichen Temperaturumschlags unausbleiblich, daß auch unseren Flüssen, Lahn und Wieseck, reichlich Wasser zugeführt werden würde; so sind dieselben denn auch stellenweise über ihre Ufer getreten. Die Lahn hat den Schweinemarkt übersluthrt und steht am Krofdorfer Weg, diesseits erstrecken sich die Fluthen über den Weg nach den Badeanstalten. Das Eis auf dem Woog ist nur theilweise losgegangen, wie denn bisher wenig Eis an der Stadt vorbeigetrieben wurde. An der Brücke lagern größere Eismassen, denen der Durchgang noch versperrt ist. Begreiflicher Weise zieht das Schauspiel eines Hochwaffers immer eine große Zuschauerzahl an.
— In hiesiger Stadt bietet sich demnächst Gelegenheit, ein gutes Oelporträt von Verstorbenen, Eltern, Kindern :c. anfertigen zu lassen, welches in vollkommener künstlerischer Ausführung für alle Zeit ein werthvolles Andenken bildet. Aus diese seltene Gelegenheit werden unsere geehrten Leser gleichzeitig durch ein im heutigen Blatte enthaltenes Inserat hingewiesen. In der Universitäts Buch- und Kunsthandlung Frees und Taschs ist ein nach einer kleinen Photographie angefertigtes Oelgemälde, Oelporträt der Kaiserlichen Prinzen in Lebensgröße, von einem nur kurze Zeit hier weilenden Mitgliede der Wiener Porträt und Kunstmalergesellschaft ausgestellt. Direction und Atelier dieser Gesellschaft befinden sich zur Zeit in Nürnberg. Ein persönliches Sitzen ist zur Anfertigung des Bildes nicht mehr erforderlich. Eine Photographie nebst Angabe der Farbe des GesichtSteintes, fomie der Haare und Augen genügen diesem Zwecke vollständig. Nach kleinen Photographien werden lebensgroße Bilder unter Garantie frappanter Ähnlichkeit hergestellt. Dazu kommt noch, daß derartige OelporträtS viel billiger als andere Gemälde sind und als überraschende Geschenke dienen können. Dem Director genannter Gesellschaft, Herrn Josef Machatschek, wurden für künstlerische Leistungen neben goldenen, silbernen und anderen Ehrenmedaillen auch der Hoftitel und der Orden für Kunst und Wissenschaft verliehen. Außerdem sind ihm zahlreiche schriftliche Anerkennungen aus den höchsten Kreisen zugegangen.
— Naturalverpflegstation. Im Monat Januar d. IS. haben 544 Stationsgäste die hiesige Verpfleg st ation in
Anspruch genommen. Die Kosten für Nachtlager, Abendeffen und Frühstück beliefen sich auf 337,28 Mark.
— Uebermorgen, Samstag, Abends 8</a Uhr, wird Herr Dr. Seitz im Kaufmännischen Verein (Lonys Bierkeller) einen Vortrag über „Japan und seine Culturbestrebungen" halten. Herr Dr. Seitz ist seit mehreren Monaten aus- Japan zurückgekehrt und hat bereits vor einigen Wochen in einem zum Besten der Universitätsbibliothek gehaltenen Vorträge das japanische Volk seinem Aeußern und seiner Lebensweise nach characterisirt; der Vortrag am kommenden Samstag wird sich vornehmlich mit der Geschichte der japanische^ Cultur und seiner Beziehungen zu Europa beschäftigen.
— Musik-Notiz. Herr Hermann Grünebaum, der 21 Jahre alte Sohn deS früheren hiesigen Schuhfabrikanten K. G., hat, nachdem er das Hoch'sche Conservatoriuur zu Frankfurt und die Academie der Tonkunst in Berlin abfolvirt, eine Stelle als Kapellmeister am Stadtthcater in Coblenz erhalten.
— Schuldienst-Nachrichten. Am 17. Januar wurde dem SchulamtSaspiranten Friedrich Möning auS Ilbeshausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Frischborn übertragen.
Bad-Nauheim. 31. Januar. In dem benachbarten Ober- Mörlen fand gestern die Neuwahl der Beigeordneten statt. Das Ergebniß war, daß der bisherige Beigeordnete Herr Martin Casimir König I. und der Bäckereibesitzer Herr Anton KrebS I. sich einer Stichwahl unterwerfen müssen. — In Steinfurth hat der bisherige Beigeordnete Herr Wilhelm Alles, der bei der Bürgermeisterwahl als Candidat aufgetreten war, ohne durchzubringen, eine Wiederwahl als Beigeordneter abgelehnt und wurde statt seiner sein Sohn gewählt. D. Ztg.
nn. Darmstadt. 1. Februar. Zweite Kammer der Stände. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und Berichtsanzeigen setzt die Ständekammer die gestern unterbrochene Debatte über den von einer großen Anzahl von Orten deS Großherzogthums gestellten Antrag auf Errichtung privatlicher und staatlicher Lagerhäuser für landwirthschaftliche Prodncte fort. Seitens des Ausschusses ist beantragt, dem Gesuch keine Folge zu geben, dagegen wurde von dem Abg. HaaS eine Resolution eingebracht, welche der Regierung empfiehlt, nach Maßgabe der eingeholten Erhebungen für einen besseren Absatz der land- wirthschastlichen Producte Sorge tragen zu wollen. Für die Resolution Haas sprechen die Abg. Schönberger, Wolz, Ullrich und Schröder. Abg. Michel spricht sich gegen dieses Gesuch aus und bestreitet, daß der Kleinbauer von den Zwischenhändlern, sog. Fruchtjuden, auSgesaugt werde. Die ganze Bewegung sei hervorgerufen durch antisemitische Agitationen. Staatsminister Finger erwidert, die Regierung habe das Gesuch in ernstliche Erwägung gezogen, sei aber zu keinem anderen Resultat wie der Ausschuß gekommen. Von Seiten deS Abg. HaaS werde gewünscht, die Sache der Regierung zu überweisen, um Abhülfe zu treffen, er hätte aber auch gewünscht, daß dann der Regierung nur eine Spur von einem Mittel angedeutet worden wäre, wie man der Sache näher kommen solle. So gut wie dem Hause liege auch der Regierung am Herzen, wie jedem anderen Stand so auch dem Bauernstand zu ratheu und zu helfen fei. Wenn er einen Anspruch erhebe, so sei es der, daß mau der Regierung in dieser Frage zu Hilfe komme und fecunbire. Er plaidire für den von dem Abg. Heinzerling gestellten Antrag auf Zurückverweisung der Sache an den Ausschuß- habe dieser Mittel und Wege gesunden, so werde bie Regierung diesen nachgehen. (Bravo.) Nach erfolgter Abstimmung wird der Antrag des Ausschusses gegen 10 Stimmen angenommen und der Antrag Haas an den Ausschuß verwiesen. — Ein Antrag deS Abg. Jöckel und Genoffen auf Zusammenlegung der Grundstücke, Theilbarkeit der Parzellen und Feldwege-Anlagen wird nach einer zustimmenden Er klärung des Herrn Geheimrath Jaup für erledigt erklärt, ebenso eine solche des Fischereivereins in Hessen, die Hebung derFischzucht und des Fischereigewerbes betr. Für die Vergrößerurg des AmtSgerichtSgebänbeS zu Alsfeld bewilligt daS HauS noch weitere 8770 Mk. und ertheilt seine Zustimmung zur Errichtung der Stelle eines PolizeicommissärS für den Landbezirk des Kreise- Offenbach, sowie Bewilligung eines Betrags von 2500 Mk. jährlich zur Bestreitung deS Gehaltes. — Ein Antrag Bergsträßer auf Vorlage eines Gesetz Entwurfs wegen Sichtung der bestehenden Verpflichtungen der Ber- lagsbnchhändler im Gr oßherzog thum Hessen auf Lieferung von Pflichtexemplaren an die Hofbibliothek zu Darmstadt, an die Universitätsbibliothek zu Gießen und an die städtische Bibliothek zu Mainz wird zur Zeit für erledigt erklärt. Ein Antrag des Abg. Metz-Darmstadt auf Aus- Hebung der Verordnung vom 10. November 1886, den Betrieb von Wirthschaften und den Kleinhandel mit Branntwein und Spiritus betr., ruft eine lebhafte Debatte hervor, an der sich die Abgg. Metz, Jöst, Gut fleisch beteiligen, welche sich für diesen Antrag aussprachen. Der Ausschuß beantragt Ablehnung. — Die Abstimmung ergiebt, daß der Antrag des Abg. Metz mit 20 gegen 14 Stimmen Annahme findet.
△ Mai«;. 1. Februar. Nachdem während der Nacht heftige Regengüsse niedergegangen waren, setzte sich, wie telegraphisch gemeldet, heute Morgen gegen IO1/* Uhr das Rheineis hier in Bewegung. Oberhalb der Stadt bei Weisenau war daS Eis schon um 8 Uhr im Treiben, dasselbe fand aber an den Pfeilern der Eisenbahnbrücke Wider stand und setzte sich an der Mainmündung nochmals fest. Inzwischen brachte eine eidfreie Stelle in dem rechtseitigen Rheinarme an der „Bleiaue" eine starke ständig zunehmende Strömung, welche die Eismaffen zwischen den Brückenpfeilern durchschob und alsbald dem Strom auf feiner ganzen Breite Fortgang verschaffte. Obwohl unterhalb der Stadt zwi'chen


