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Samstag den 2. September

1893

Gießener Anzeiger

Heneral-A'nzeiger

Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen.

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August. Es geht das Gericht, Rußland einigen hiesigen Banken wegen einer starken

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Paris. 30. unterhandle mit Anleihe.

Stockholm,

dem vorgestern eingelieferten Arbeiter wurde keine constatirt.

Berlin, 31. August. , In. den letzten Tagen sämmtliche 890 Flußschiffe auf dem Berliner

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Gießen, den 1. September 1893. Letreffend: Obsternte.

Das Großherzogliche Kreisamt Gieße«

<* tzU Grstzh. Bürger meister eie« M «retses.

Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung un­serer Auflage vom 14. August d. I. (Kreisblatt Nr. 192) Irt Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 3 Tagen -erinnert.

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Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau.

Berlin, 31. August. Das Kaiserpaar reiste Abends Uhr 50 Min. von der Wildparkstatton mir Sonderzug

30. August. Der Major im Generalstabe

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Armeecorps bei Straßburg ab, am 10. trifft er, von Metz kommend, in Karlsruhe ein, um am 12. und 13. September den Manövern des 14. (badischen) Armeecorps gegen das 15. Corps beizuwohnen. Am 15. September findet bei Stuttgart die Parade des 13. (württembergischen) ArmeecorpS vor dem obersten Kriegsherrn statt, am nächsten Tage begibt sich der Kaiser zu den ungarischen Manövern, womit seine diesjährigen Manöverreisen abschließen.

Die bisherige sommerliche Stille in der inneren deutschen Politik scheint am längsten gedauert zu haben. In den nächsten Tagen beginnen in Berlin die angekündigten Verhandlungen der bundes staatlichen Commissarien über die auf der Frankfurter Finanz- minlfterconferenz vereinbarten neuen Reichs st euerpro- jecte und wird man jetzt hoffentlich bald Authentisches über diese Steuerpläne hören. Noch vor letzteren Berathungen hat der definitive Wechsel in der obersten Leitung der Reichs­finanzverwaltung stattgesunden, am 1. September ist der Poften eines Staatssecretärs im Reichsschatzamte von Herrn v. Maltzahn-Gültz thalsächlich an den Grafen v. Posadowsky-Wehner übergegangen, und vielleicht wird es sich schon bald zeigeu, weß Geistes Kind der neue Reichsschatzsecretär eigentlich ist. Mancherlei Commentare hat die kürzliche Conserenz zwischen dem preußischen Cultus- Minister Dr. Bosse und dem Erzbischof Dr. v. St ab - lewski von Posen hervorgerufen, namentlich weil vielfach gemuthmaßt wurde, daß in dieser Unterredung über Zuge» ständniffe an die Polen in der Sprachenfrage verhandelt worden sei. Indessen erscheint eine derartige Annahme im Hinblick auf die gebrachten Dementis der Berliner Osficiösen als verfehlt. In Würzburg hielten die deutschen Katholiken ihre diesjährige Generalversammlung q6; über ihren Verlauf liegen bis jetzt nur knappe Berichte vor.

Berlin, 30. August. DerNordd. Allg. Ztg." wird aus Kiel gemeldet: Die Untersuchungsacren in der Spionage - angelegenheit der beiden Franzosen Dubois und Daguet sind bereits dem Reichsgericht überliefert worden. Der Polizeichef Lorey erstattete gestern dem Regierungspräsidenten von Schleswig persönlich Bericht.

Berlin, 30. August. Ingenieur Carl Paasch ist gestern aus der Untersuchungshaft entlasten worden.

Nürnberg, 30. August. Der Magistrat, welcher ersucht wurde, für ein Einfuhrverbot deS russischen Hopfens einzuschreiten, lehnte dieses Verlangen ab. Man befürchtet nämlich, daß durch die Einfuhr des Hopfens die Cholera ein­geschleppt werde.

Würzburg, 30. August. Zur Abhaltung des nächst­jährigen Katholikentages ist die Stadl Köln aus- ersehen worden.

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von Matern hat die Erlaubniß erhalten, den Manövern in Süddeutschland im Stabe der 25. Division beiwohnen zu dürfen.

Marseille, 30. August. Eine gestern in der Holznieder« läge von St. Layare ausgebrochene Feuersbrunst ergriff zugleich 30 Häuser, in denen sich zur Zeit eine große Anzahl Personen befand, sodaß eine große Panik entstand. Es mußten Truppen requirirt werden. Der Schaden beträgt 12 Millionen Francs.

Newyork, 30. August. Die Straßen von Savannah bieten einen traurigen Anblick. Bäume und Häusertrümmer sind umhergeschleudert und beträgt der Schaden in der Stadt allein sechs Millionen. Die Todtenliste wächst fortwährend. Die telegraphischen Verbindungen sind noch immer gestört. In Newyork hat der Sturm nachgelaffen.

Chicago, 30. August. Eine große Menge arbeitsloser Männer und Frauen hielt am Fuße deS Columbus-Denkmals ein Meeting ab. Etwa 500 Polizisten überwachten die Versammlung. Eine große Anzahl Italiener durchzogen die Straßen mit der Absicht, die Ruhe zu ftören; die Polizei mußte einschreiten.

gebiete ärztlich auf den Gesundheitszustand der bevölkerung untersucht. Die Untersuchung hat ein befrie-

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Arr-land.

Paris, 30. August. Der socialistische Gemeinde­rath von Marfeille soll nächstens aufgelöst werden.

Gießen, den 30. August 1893.

Betr.: Die Herbstübungen der Großh. Hest. (25.) Division im Jahre 1893.

DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen

mi die »rstzh. Bürgermeistereien des Ardfei.

Im Anschluß an unsere Verfügung vom 11. d. M. Anzeiger Nr. 190 benachrichtigen wir Sie hiermit, daß

1. vom 9. September ab sich die Starke des Ttabes des ersten Bataillons Infanterie - Regiments Rr. 115 stets um 1 Unteroffizier, 6 Mann, 11 Pferde und 4 Wagen erhöht,

2. daß vom 10. Seplember ab die Starke des Stabes der 49. Infanterie - Brigade beträgt: 2 Generale, 1 Stabsoffizier, 4 Lieutenants, 3 Unteroffiziere, 13 Gemeine utb 13 Pferde.

Die Quartierlisten find danach zu ergänzen.

v. Gagern.

Zum zweiten September.

Jedes Jahr, wenn die ersten Septembertage nahen, da stilagen seit der Gründung des deutschen Reiches die Herzen der Patrioten Alldeutschlands höher, denn nicht nur Freude und DankeSgefühl erfüllen dann unsere Brust, sondern unser Patriotismus wird auch in diesen Tagen von dem beglückenden Bewußtsein getragen, daß die vereinigte deutsche Macht am - ersten und zweiten September 1870 einen Sieg errang, wie die Weltgeschichte keinen zweiten kennt. Die damals als die größte geltende französische Großmacht lag nicht nur voll­ständig zertrümmert zu Deutschlands Füßen, sondern der Frankenkaiser und mir ihm mehr als hunderttausend Fran­zosen fielen am zweiten September, am Tage nach der großen Schlacht, auch in deutsche Gefangenschaft. Der Sieg war so groß und gewaltig, daß er wie mit einem Zauberschlage das bis dahin mißachtete Deutschland in der ganzen Welt groß­mächtig und berühmt machte, weil schlechterdings keine einzige andere Nation in ihrer EntwickelungSgeschichte eine ähnliche Großthat ausweisen kann. Für alle Zeiten darf deshalb auch Deutschland auf den Tag von Sedan stolz sein, und dies um jo mehr, weil die verflossenen beiden Jahrzehnte bewiesen Laben, daß die deutsche Nation nicht nur militärisch am stärksten, sondern auch politisch am friedlichsten ist. Das deutsche Volk wird daher am Tage von Sedan auch nicht von übermütigem Stolz und Triumphe erfüllt, sondern es wesentlich Freude über die nationale Großthat und Dank und Anerkennung gegenüber den tobten, wie noch lebenden Helden, welche uns den herrlichen Steg vor'nun dreiund- zwanzig Jahren erfochten. Im Uebrigen liegt es auch ganz und gar in der Natur des deutschen Gemüthes, daß die Feier des Sedantages neben der patriotischen, eine vorwiegend ideale Bedeutung hat. Die Einheit und Freiheit des deut­schen Volkes zu erhalten und zu kräftigen und die Einmischung aller fremden Mächte in deutsche Angelegenheiten als der Ehre und Würde der Nation zuwiderlaufend, abzuweisen, gilt uns als das höchste irdische Gut. Dies predigt der Tag von Sedan dem jetzigen, wie dem kommenden Geschlechte, denn nur als einige und freie Nation können die Deutschen die hohe Culturmission erfüllen, die ihnen Gott auf dieser Erde übertragen hat!

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Deutsche- Reich.

Berlin, 30. August. Kaiser Wilhelm hat zur Stunde seine diesjährigen großen Manöverreisen angetreten. Sie führen den erlauchten Monarchen zunächst nach Lothringen, woselbst er, umgeben vom Kronprinzen Victor Emanuel von Italien und noch anderen hochfürstlichen Manövergästen, in der Zeit vom 5. bis zum 8. September den Manövern des 8. und des 16. Armeecorps beiwohnen wird. Am 9. Sep­tember hält der Kaiser die Parade über das 15. (elsässische)

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digendes Ergebniß aufzuweisen.

Köln, 31. August. Wie dieK. V." meldet, ist in Andernach ein Schiffer als choleraverdächtig tsolirt worden. Die Tochter des Schiffers soll bei Köln an Brech­durchfall gestorben sein.

Bremen, 31. August. In der Nähe von Ternenzen ist der deutsche DampferHeinrich" gestrandet.

Trier, 31. August. Freiherr v. Schorlemer-Alst ist hier zum Emp fang des Kaisers eingetroffen. Cardinal Krementz und Bischof Korum werden an der Festtafel theil» nehmen.

Budapest, 31. August. Gestern wurden hier vier CholLrafälle amtlich constatirt.

Neapel, 31. August. Gestern kamen hier vier Todes­fälle an der Cholera vor.

Kopenhagen, 31. August. Zu dem lebigen Pastorat an ber hiesigen beutschen St. Petri-Kirche haben sich fünfzig deutsche Pastoren gemeldet, von denen zwölf zur Abhaltung von Probepredigten aufgefordert worben sinb.

London, 31. August. In den Gruben von Wales und Mammouthshire nahmen heute fast alle Bergleute die Arbeit wieder auf.

Antwerpen, 31. August. Trotz gegenteiliger Meldung wird aus guter Quelle versichert, daß bis jetzt kein russisches Getreide von hier nach Deutschland eingeschmuggelt worden sei, da von Seiten des deutschen ConsulatS alle Vorkehrungen getroffen sinb, jeben Versuch zu verekeln.

Codlenz, 1. September, 10 Uhr 40 Min. Vorm. (Privat- bepesche.) Das Kaiserpaar ist soeben unter Kanonen­bonner unb Glockengeläute hier angekommen, von ber Be­völkerung lebhaft begrüßt. Im Bahnhofe fanb militärischer, im Schloß Empfang ber Civilbehörben statt. Am Löhrronbel begrüßte ber Oberbürgermeister Schüller Seine Majestät ben Kaiser, währenb Ehrenbamen der Kaiserin Blumen über­reichten. _____

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Codarg, 31. August. Die verwittwete Herzogin Alexandrine erläßt eine Bekanntmachung, worin sie in ihrem namenlosen Schmerze den lieben Bewohnern ber Herzogtümer Coburg unb Gotha ihren Dank für die beim Hinscheiden ihres Gemahls bezeugte mitfühlende Theilnahme ausspricht.

Nancy, 31. August. Infolge ber jüngsten Ereignisse verließen 35 italienische Arbeiter gestern Abend die Stabt unb reisten nach Straßburg unb Baden ab.

Rom, 31. August. Nachdem der Zwischenfall von AigueS-Mortes seinen Abschluß gefunden hat, trat der Bot­schafter Reßmann in Paris seinen bereits früher bewilligten Urlaub an.

Rom, 31. August. Der Prinz von Neapel, welcher heute Abend von Monza abreift, wird morgen Nachmittag 4 Uhr 40 Minuten in Bingerbrück eintreffen. Hier wird der zum Ehrendienste beim Prinzen commandirte General­lieutenant Ebler v. b. Planitz benfelbcn im Namen Seiner Majestät beS Kaisers begrüßen.

Newyork, 31. August. Die KriegsschiffeKearsarge- unbNantucket", bereu Untergang bei bem Cyclon befürchtet würbe, sind wohlbehalten auf der Rhede von Hampton eingetroffen. Der DampferCity of Savannah" aus Boston hat bei der Insel Huntington vollständig Schiffbruch ge­litten. Die Passagiere sinb in Savannah gelanbet. Die Baumwollernte ist in ben Küstendiftricten von Georgia, Südcarolina unb Alabama stark geschädigt. Der gejammte Verlust an Menschen wirb jetzt auf 200 geschätzt.

Depeschen bcB BureauHerold".

Berlin, 31. August. DerReichsanzeiger" meldet, der bisherige Staatssecretär deS Reichsschatzamts v. Maltzahn übergab heute die Geschäfte an seinen Nachfolger, ben Grafen Posabowsky.

Berlin, 31. August. DerReichsanzeiger" mclbct: Folgenbe weitere Control st ationen sind errichtet worben in Emmerich, Wesel, Ruhrort, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Coblcnz, St. Goar und Mainz.

Berlin, 31. August. Amtlich wird bekannt gemacht, daß heute Vormittag zwei Männer und ein Kind als cholera- verdächtig im Krankenhause eingeliefert worden sind. Bei