Bergleute vor Allem um tiefgehende Lohndifferenzen zwischen ihnen und den Grubenbesitzern, doch spielen auch noch andere Fragen in den Eonflict hinein, wie die Frage deS achtstündigen Arbeitstages. Weder die strikenden Arbeiter noch die Gruben« besttzer scheinen bis jetzt zum Einlenken bereit zu sein, obwohl auS Newcastle gemeldet wird, eine dort stattgefundene Versammlung von Grubenbesitzern habe Geneigtheit bekundet, mit dem StrikeauSschuß zu unterhandeln. Die Wirkungen des BergmannSstrikeS machen sich im industriellen Leben Englands vielfach schon recht bedenklich geltend.
Nerieste Nachrichten.
Dolfs» telegraphische« LorrespondenpBureau.
Berlin, 31. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Beschluß deS BundeSrathS vom 6. Juli, wonach der Hanseatischen Landminen • Handelsgesellschaft für Deutsch'SÜdwestafrika die Fähigkeit beigelegt wird, unter ihrem Namen Eigenthum und andere dingliche Rechte an Grundstücken zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen und vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden.
Berlin, 31. Juli. DaS „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht die Verordnung vom 29. Juli, wonach die hauptsächlichen russischen Ausfuhrartikel bei der Einfuhr nach Deutschland einem SOproc. Zollzuschlage unterworfen werden. Die Verordnung lautet:
§ 1. Nachstehend aufgeführte Waaren unterliegen, sofern dieselben aus Rußland mit Ausnahme Finnlands kommen, bis auf Weiteres nachbezeichneten Zollsätzen für je 100 Kilogramm bezw. 1 Stück oder ein Festmeter Zollabgabe in Pfennigen: Weizen 750, Roggen 750, Hafer 600, Buchweizen 300, Hülsensrüchte 300, rohe Hirse 150, Gerste 335, Raps, Rübsaat, Mohn anderweit nicht genannte Oelfrüchte, ausgenommen Sesam, Erdnüffe 300, Mais, Dari 300, Malz 600, Annis, Koriander, Fenchel, Kümmel 450, Schreibfedern gezogen, Bettfedern gereinigt, zugerichtet 900, Holzborke, Gerberlohe 75, Bau-, Nutzholz mit oder ohne Rinde, eichene Faßdauben 30 oder ein Festmeter 180, andere Faßdauben, ungeschälte Korbweiden, Naben, Felgen, Speichen 60, ein Festmeter 360, Säge-, Schnittwaaren 150, ein Festmeter 900, Hopfen Brutto 3000, feine Kautschukwaaren 9000. Waaren aus edlen Metallen 90000, Garn mit Ausnahme von Baumwolle bis Nummer 8 englisch 750, Seile, Taue, Slrike 1500, Seilerwaaren anderer Art 3600, Leinwand, Zwillig und Drillig 1800, Butter 3000, Fleisch geschlachtet, oder frisch zubereitet 3000, Fische in Fässern eingehend, ausgenokdmen Heringe, 450, Geflügel, Wild 4500, Caviar, Caviar-Surro- gate 22,500, Käse 3000, Obst, Beeren, trockene Nüffe 600, Mühlenfabrikate, Mehl, Backwerk 1575, Tabakblätter und Stengel 12,750, Cigarretten 40,500, Thee 15,000, Oel- säure 600, Schmalz von Schweinen, Gänsen, andere schmalzartige Fette 1500, Talg, Knochenfett, sonstiges Thiersett 300, fertige unüberzogene Schafpelze, Angora, Schaffelle, Decken, Pelzfutter 900, Petroleum, andere Mineralöle 900, mineralische Schmieröle 1500, grobe Matten, Fußdecken aus Bast, Stroh, Schilf 450, Geflügeleier 450, Pferde 3000, Schweine 900, grobe unbedruckte Wollfilze 450.
§ 2. Die Bestimmungen des § 1 finden auf solche Waaren keine Anwendung, die vor dem Tag der Verkündigung der gegenwärtigen Verordnung die russische Grenze überschritten haben.
§ 3. Die Verordnung tritt sofort in Kraft.
Anschließend an diese Verordnung betreffend die Erhebung eines Zollzuschlags für die aus Rußland kommenden Waaren publizin eine Extraausgabe des „RetchsanzeigerS" eine Bekanntmachung des ReichSschatzsecretärS, wonach für die von dem Zollzuschlag betroffenen Waaren die Zollsätze deS geltenden allgemeinen Zolltarifs bezw. der Vertragstarife nur insoweit Anwendung finden, als die Abstammung dieser Waaren aus anderen Ländern als Rußland mit Ausschluß von Finnland glaubhaft nachgewiefen wird. Bezüglich der zur Zeit der Verkündiguug der Verordnung vom 29. Juli
seinen Besitz auch ihrem Manne verheimlicht, anfangs um ihm, im Falle etwa eintretender Noth, damit eine Ueberraschung zu machen, später aber — als ihr Gewissen immer lauter mahnte — aus Furcht. Seine Frau, so fuhr der Tischler fort, habe sich nicht getraut, von dem gestohlenen Gelde etwas auSzugeben, aber auch gefürchtet, sich zu verrathen, wenn sie es den rechtmäßigen Eigenthümern ausliefere, daher habe sie den unheilvollen Schatz gehütet, bis sie ihr Ende habe nahen fühlen. Heute Nacht, so schloß der Mann seinen Bericht, sei seine Frau gestorben, nachdem sie zuvor ihr beschwertes Ge- wiffen erleichtert und ihm alles gestanden, ihn auch beschworen habe, da« Geld den rechtmäßigen Eigenthümern unversehrt zu übergeben und deren Verzeihung zu erflehen.
„Diese Bitte um Verzeihung, guter Freund," so entgegnete ihm der Postrath, „richten Sie zweckmäßiger an einen anderen Mann, der durch den Leichtsinn Ihrer Frau in großes Elend gerathen ist."
Der alte Wagner ward nun sofort vor feinen Vorgesetzten beschieden, welcher ihm im Beisein der beiden fremden Männer und des PostsecretärS Bauer die glückliche Wendung mit- theilte. Dem alten Briesttäger wurden die Augen feucht, als er mit zitternden Händen nach dem unheilvollen Briefe griff, und ein tiefer Seufzer entrang sich seiner Brust; dann aber fiel er aufathmend dem ehrlichen Handwerksmann um den Hals und erleichterte fein gequältes Herz durch einen Strom von Freudenthräuen.
Wie zuvor geht der „alte Wagner" heute wieder er- hobenen Hauptes elnher, und wer so viel Zeit übrig hat, dem treuherzigen Geplauder des redseligen Alten ein Viertel- stündchen zuzuhören, der bereitet ihm dadurch eine große Freude- er braucht auch nicht zu fürchten, von ihm um ein „Trinkgeld" angegangen zu werden, denn der alte Wagner trinkt jetzt grundsätzlich niemals etwas anderes als Kaffee oder Thee.
im Zollinlande in öffentlicher Niederlage oder Privatlager mit oder ohne amtlichen Mitverschluß aufgenommenen oder in Zollconto angeschriebenen Waaren russischen Ursprungs bewendet es bei der Erhebung der Sätze des allgemeinen Zolltarifs. Auf Waaren, welche die russische Grenze vor dem 31. Juli überschritten haben, sind die Sätze des allgemeinen Zolltarifs nur dann anzuwenden, wenn dieser Umstand glaubhaft nachgewiesen roifb und zugleich die betreffenden Waaren vor dem 1. October zur Verzollung, zur Abfertigung oder zur Anschreibung auf Privatcredülager angemeldet und zur Abfertigung gestellt werden.
CoweS, 31. Juli. Der Kaiser nahm an Bord deS „Meteor" an der von dem Londoner Nachtclub veranstalteten Wettfahrt Theil.
Pari», 31. Juli. Der Minister des Auswärtigen, Dupuy, empfing heute den im Laufe des Vormittags nach Paris zurückgekehrten UnterstaatSfecretär der Colonien, D el- caff6, und hatte mit demselben eine Unterredung, im Verlaufe deren sich die völlige Uebereinstimmung und Genug- thuung über den diplomatischen Erfolg Frankreichs gegenüber Siam herausstellte. In politischen Kreisen erblickt man darin einen Beweis dafür, daß die Gerüchte von der Absicht einer Demission des UnterstaatSsecretärs der Colonien jeder that- sächlichen Unterlage entbehren.
London, 31. Juli. Die Bergleute der sogenannten Topdrift-Gruben in Derbyshire willigten in eine Unterredung mit den Bergwerksbesitzern, um die Arbeit unter den früheren Bedingungen fortzusetzen.
London, 31. Juli. Einer Reuter-Meldung zufolge forderte die französische Regierung, um eine Garantie für die Erfüllung der durch Siam angenommenen Bedingungen zu erhalten, außer den Bedingungen des Ultimatus, daß Siam ihr die provisorische Besitznahme des Häsens Chantaboon zugestehe, der am Golf von Siam, 200 Kilometer südöstlich von Bangkok gelegen ist. Außerdem verlange die französische Regierung, daß keinerlei siamesische militärische Station an gewiffen Grenzpunkten CambodschaS und in einer gereiften Entfernung von dem Flusse Mekong zu errichten seien.
Depeschen de» Bureau .Herold* *.
Berlin, 1. August. Der neue antisemitische Abgeordnete für Neustettin, Förster, wird der deutschen Reformpartei als Hospitant beitreten.
Berlin, 1. August. Auf Anordnung des preußischen Kriegsministeriums werden neuerdings die MilitärverpflegungS- beamten, Zahlmeisteraspiranten und Jntendantursecretäre in der Untersuchung von Fleisch auf Trichinen, Finnen und sonstige ähnliche, der menschlichen Gesundheit schädliche Erscheinungen unterwiesen.
Posen, 31. Juli. Meldungen aus Petersburg zufolge wird gegenüber den Nachrichten ausländischer Blätter offiziös mitgetheilt, daß die Grenzwache nicht verstärkt, sondern nur eine eingreifende Reorganisation erfahren wird.
Wien, 31. Juli. Nach italienischen Berichten grassirt die Cholera sehr stark in Neapel. Der Tod deS Grafen Caraccioli an der Cholera hat eine große Flucht in den Aristokratenkreisen verursacht. Auf dem Panzerschiffe „Umberto I." sind einige 30 Erkrankungen unter den Matrosen vorgekommen. Die Krankheit tritt übrigens mild auf.
Paris, 31. Juli. Der Commandant von Dahomey, General Dumas, zeigte der Regierung an, daß König Behanzin sich selbst zur Unterwerfung bereit erklärte und eine große Anzahl französischer Gefangener freigegeben habe.
Pari», 31. Juli. Wie der „Gaulois" meldet, werden die französischen Schiffe die siamesische Stüfte bis zur Erledigung des Ultimatums besetzt halten.
Paris, 31. Juli. Die französische Presse bespricht mit sichtlichem Behagen die Einführung deS Maximaltarifs durch Rußland und sagt, der Zollkrieg werde Deutschland zum Schaden gereichen- daS Hinzutreten der landreirthschaft- lichen KrisiS zur industriellen Krisis gebe dem SocialtSmuS neue Mittel zur Propaganda.
Londou, 31. Juli. AuS Bangkok wird gemeldet, Admiral Humann fei an Bord des „Triomphante" bei Kosi-chang und erhalte mit fünf anderen Schiffen die Blokade aufrecht. Die Handelscorrefpondenz wird über Landwege befördert.
Petersburg, 31. Juli. Zu den diesjährigen Herbst- manövern inPolen, welchen dcrCzar beiwohnt, kommt eine größere Anzahl höherer französischer Offiziere an.
Stockholm, 31. Juli. In der Umgegend von Skara tritt die Pockenkrankheit jetzt epidemisch auf.
Cocalcs und Lrovinzicilcs,
Gießen, 1. August 1893.
* ♦ Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 3. August 1893, Nachmittags 4 Uhr. 1. Den Wiesengang- hier: Entwässerung der Wiesen in den Torflöchern und am Wallbrunnen. 2. Herstellung deS Purnp- brunnenS im Philosophenwald. 3. Fortsetzung der Wasserleitung in der Weserstraße zwecks AnschluffeS des L. Hellmold- scheu Doppelhauses. 4. Herstellung deS Gasmessers im Realschulgebäude. 5. Anschaffung eincS zweiten Gartenspreng- wagenS. 6. Verlegung deS Viehmarktes hinter das Schlachthaus. 7. Gesuch einer Anzahl Viehhändler um Anlage eines DiehhofeS zu Gießen.
• • Turnerisches. Unter der Ungunst deS Wetters hatte besonders daS Turnen der Musterriegen beim Kreisturnfest in Darmstadt am Sonntag Nachmittag zu leiden. 124 Muster- riegen, eine Zahl, welche bis jetzt noch nicht bei unseren KreiSsesten erreicht wurde, waren angemeldet und trotz der regnerischen Witterung auch zur Stelle. Fürsorge für daS Turnen in bedecktem Raum war nicht getroffen, unmöglich konnte eS aber unter strömendem Regen abgehalten werden und so beschloß der TurnauSfchuß, die Riegen nach dem vorher eingesandten UebungSverzeichniß, Entwickelung des Stoffes, Turnsprache :c. zu werthen und den Vereinen hier
nach Ehrenurkunden auSzuferngen. Auch unsere beide» Gießener Vereine hatten zwei Mufterriegen gestellt, der Turnverein eine solche am Seitenpferd, der Männerturnverein eine solche am Reck- beide wurden mit „gut bis recht gut" ausgezeichnet. Am Montag Morgen war daS Wetter günstiger und so konnte daS Einzelwettturnen programmmäßig stattfinden. Auch hieran war die Bttheiligung eine sehr lebhafte, ca. 300 Turner waren angetreten und wurden gute Leistungen erzielt. An dem Turnen hatten sich unsere beiben Vereine beteiligt und errang Carl Häuser (Turnverein) den dreißigsten Preis mit 51 Punkten und Wilhelm Ziegler (Turnverein) mit 45’/« Punkten eine lobende Erwähnung. „Gut Heil" zum nächsten Mittelrheinischen Kreisturnfest in Gießen!
* • Tie zehn ersten Preise deS m i t t e l r h e i n i s ch e n Turnfestes in Darmstadt wurden wie folgt vertheilt: 1. Fritz Gehrhardt, T.-Gem. Hanau 658/< Punkte- 2. Adolf Schmidt, T.'B. Offenbach. 63l/< P-- 3. Franz Schott, T.- Ges. Offenbach, 61% P-- 4. Adolf Grebe, T.-v. Offenbach, 59% P- - 5. Karl Winkler, T.-Gem. Hanau, 59'/4 $•; 6. Georg Franken, M.-T.-v. Wiesbaden und Kaspar Herbert, T.-G. Klein-Steinheim, 59 P. - 7. Karl Weimer, T.-Ges. Wiesbaden, 58% P. - 8. Robert Becker, T.-v. Idar, 58'/. P.- 9. Adolf Gölzenleuchter, T. - Gern. Bornheim, 57% P-- 10. I. Herzberger, T.-D. Mainz, Th. Kahle-, Turn- und Fechtkl. Frankfurt und Emil Schwab, M.-T.-B. Wiesbaden 57% P. Die Durchschnittsziffer der Werthungen betrug drei Punkte.
* * Ernennungen. Ernannt wurden: am 26. Juli der Hilfsgerichtsschreiber am Amtsgericht Grünberg Heinrich Rühl zum Hilfsgerichtsschreiber am Amtsgericht Friedberg - an demselben Tage der Hilfsgerichtsschreiber am Amtsgericht Friedberg Johan neSFormhalS zum Hilfsgerichtsschreiber am Amtsgericht Grünberg.
Die Wahlmaunerwahleu für die Ersatzwahlen zur Zweiten Kammer werden im Laufe des Monats September stattfinden.
♦ ♦ Die schlimmste Zeit deS Futtermangels scheint vorüber zu fein. Die Wiesen stehen nach dem in der letzten Zeit reichlich gefallenen Regen ausgezeichnet, so daß mit Bestimmtheit auf eine reiche Grummeternte zu rechnen ist. Der günstige Rückschlag macht sich auch schon beim Biehhandel geltend. Die Viehpreise haben ihren normalen Stand wieder erreicht.
§ AuS dem Lhmthol, 31.Juli. Klagen über Feld- dirbstähle hat es wohl zu jeder Erntezeit gegeben, aber sie traten einzeln auf. In jetziger Zeit dagegen nehmen die Felddiebstähle nachgerade ein Uebermaß an. Schon zur Heuernte verschwanden von einzelnen Wiesen während der Nacht die Heuhausen. Die allgemeine Futternoth konnte hier als allerdings ungerechtfertigte Ursache angesehen werden. Diese Futternoth ist aber jetzt nicht mehr in demselben Maße vorhanden, dessenungeachtet mehren sich die Klagen über Dieb» stähle, begangen am Getreide, namentlich an den Kornhaufen. Einzelnen Landwirthen fehlen auf einem Acker 10 bi« 15 Garben, anderen weniger. Zweifellos werden diese gemausten Garben während der Nacht nicht heimgefahren, sondern auf dort befindlichen Kornhaufen aufgestellt und mit diesen dann unbemerkt in die Scheune gebracht. Die maßgebenden Sicherheitsbeamten sollten angesichts dieser bedauerlichen Vorkommnisse ihre besondere Wachsamkeit dem Felde bezw. dem darauf befindlichen Getreide zuwenden.
§ Grebenhain, 28. Juli. Herr Oberförster Weber schoß gestern drei Rehböcke, darunter einen, welcher vier Stangen hatte.
Zellhaufen bei Seligenstadt, 30. Juli. Der hiesige Landwirlh Peter Differ, welcher kürzlich von einem- Jagdaufseher dabei ertappt wurde, als er auf seinem zur Abtaxirung deS Wildschaden« angemeldeten Komselde die tauben Aehren abzwickte uod dadurch einen höheren Schadenersatz zu erzielen hoffte, wurde vorn Seligenstädter Schöffengerichte wegen Betrugsversuchs zu einer Geldstrafe von 35 Mark, eventuell sieben Tage Gefängniß, sowie zur Tragung der ziemlich erheblichen Kosten verurtheilt. Der Anspruch auf Wildschadenersatz wurde natürlich abgelehnt. Der Schlaumeier braucht überdies für den Spott kaum zu sorgen.
• TreSden, 31. Juli. Eine 19jährige Fabrikarbeiterin wurde heute Mittag auf dem Heimwege von ihrem früheren Geliebten erschaffen. Der Mörder wurde verhaftet.
* Ein Opfer seiner Eitelkeit wurde kürzlich ein Dienstmädchen in Dreogfurt. Um eine dünne Taille zu erhalten, schnürte daS Mädchen ihren Körper in ein so enge« Corset, daß infolge deS Druckes die Leber anschwoll. Der Zustand deS Mädchens hatte sich trotz sorgsamster Pflege so verschlechtert, daß eS unter großen Schmerzen einige Tage spater verstarb
♦ Für „Spaßmacher", und deren gibt eS ja überall, wird die Mittheilung von Wichtigkeit sein, daß daS Reichsgericht ein Urtheil gefällt hat, nach welchem wegen groben Unfug» derjenige bestraft werden kann, der einem ihm bekannten Berichterstatter einer Zeitung eine nachweislich falsche Nachricht mitthcilt, von welcher er vorauSsetzen kann, daß sie zur Kenntniß der Leser gebracht wird. Ist mit solcher Veröffentlichung noch der Schaden einer ober mehrerer Personen verbunden, so kann der AuSstreuer dieser Nachricht außerdem noch für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden.
* Metz, 30. Juli. Die sämmtlichen Kriegergräber und Denkmäler werden auch in diesem Jahre in hergebrachter Weise am 15. August geschmückt und daran anschließend eine Gedenkfeier für die Gefallenen in der denkwürdigen Schlacht bei Gravelotte veranstaltet werden. Die feit einer Reihe von Jahren in Metz bestehende „Vereinigung zur Schmückung


