Ausgabe 
2.6.1893
 
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'Heppenheim, bisher dkn, ist von nationallibe.- bon Hehl zu HerrnS- der Landwirthe eintritt, uls auch die CemriM bis jetzt noch keinen Cav­er Socialdemokraten i;. Buchhändler Berthold v

Alzey, zuletzt Dnhrttn i eisinnige BolksMi ten in Berlin als Landidaim liberalen ist dn Fabrikant i Gau Algesheim, Candiaat SchrWer, jefrigt Sinb \ity. Berbern bat iid) sowohl wir in Manu, tW. auiyW. WH K. Wasserburg. )pprnhrim, ist von der der bisherige Abgeordnete bat der Centtumspanei ist didal der Nationalliberalen Die demokratische Panei ser aus, während die bis- voraussichtlich mit einem reten und ihren Anhängern einen der Vorgenannten zu eben läßt, wird es in der i A/ichwahlenkommm

durch baß Verenden der jungen Bruten beträchtlichen Schaden.

-n- Groben Buseck, 31. Mai. Auf heute Abend hatte das freisinnige Wahlcomitv für den ersten hessischen Reichßtagswahlkreis nach Großen-Buseck in das Gasthaus zum Kühlen Grund" eine Wählerversammlung einberufen. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung von Gießen entwickelte in längerer Rede das Programm der freisinnigen Partei und deren Stellungnahme zur Militärvorlage. Die freisinnige Partei werde das bewilligen, roaß zur Erhaltung der Wehr­kraft des deutschen Vaterlandes nothwendig sei, wenn die zweijährige Dienstzeit gesetzlich dauernd eingeführt werde und die Mittel aufgebracht würden, unter Nichtbelastung der minder bemittelten Volksklassen. Die freisinnige Partei werde an- ftreben die Deckung durch Einführung einer Reichseinkommen­steuer, beginnend bei Einkommen von 1O OOO Mark aufwärts. Redner warnte sodann noch besonders vor dem Bund der Landwirthe als einer ihren Sonderinteressen dienenden Ver­einigung von Großgrundbesitzern. Er empfahl als Candidaten Herrn Landrichter Dove in Frankfurt a. M. Die Aus­führungen wurden von der zahlreich besuchten Versammlung mit Beifall ausgenommen. Herr Pachter P a s s a v a n t meldete sich sodann zum Wort und suchte den Bund der Landwirthe ui Schutz zu nehmen, mußte jedoch selbst zugeben, daß die Bestrebungen des in Berlin gegründeten Bundes der Land­wirthe nicht zu billigen seien. Der hessische Bund der Land­wirthe werde den Schwindel, wie Herr Passavant eS nannte, der Berliner Herren nicht mitmachen. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung acceptirte unter dem lebhaften Beifall der Ver­sammlung die letztere Erklärung deS Herrn Passavant, indem er seiner Freude Ausdruck gab über die Selbsterkenntniß der Herren Vertreter des Bundes der Landwirthe und schloß darauf die Versammlung mit einem Hoch auf daS deutsche Vaterland.

-6. Neu. Ulrichstein, 31. Mai. Monatsberich t der Arbeiter-Colonie pro Mai 18 9 3. Ende Mai 1893 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 68 Mann. Dieselben verteilen sich aus das Groß- herzogthum Hessen 13, Regierungsbezirk Kassel 9, Regierungs­bezirk Wiesbaden 6. Königreich Preußen: Provinz Rhein­lande 4, Provinz Westfalen 2, Provinz Hannover 3, Pro­vinz Sachsen 4, Provinz Schlesien 5, Provinz Posen 1, Provinz Ost- und Westpreußen 2; Königreich Bayern 6, .Königreich Württemberg 1, Königreich Sachsen 5. Thüringische Staaten 3. Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin 1. Aus­land : Oesterreich 2, Schweiz 1. Hiervon waren: Arbeiter 22, Bäcker 2, Bauschlosser 2, Brenner 1, Buchdrucker 1, Con­ditor 1, Färber 1, Gärtner 2, Glaser 1, Goldarbeiter 1, Heilgehilfe 1 , Kaufleute 7 , Kellner 1, Kupferschmied 1, Kutscher 1, Maschinenschlosser 2, Maurer 4, Posamentier 1, Schmiede 1, Schneider 3, Schreiber 5, Sebrifrsetzer 1, Schuhmacher 2, Schweizer 1, Wagner 1, Weber 1, Zimmer­mann 1. Im Monat Mai wurden entlassen 13 Mann, und zwar in Stellung durch die Colonie 1 , in Stellung durch eigenes Bemühen 1 , wegen schlechten Betragens 1, in die Familie zurück 2, auf eigenen Wunsch 6, entlausen 1, ge­storben 1. Verpflegungstage im Mai 1893 : 1890. Ge­arbeitet wurde an 1544 Tagen, hierunter 311 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind aus­genommen worden im Ganzen 2223, dagegen abgegangen im Ganzen 2155 Mann, bleibt Bestand am 1. Juni 1893 68 Mann. Abgewiesen wurden im Monat Mai 2 Mann.

Mainz, 31. Mai. Die Herren Stadtrath Dr. Fle sch in Frankfurt und Beigeordneter Dr. Gaßner hier haben die Vorsitzenden von 15 Gewerbegerichten der umliegenden Städte zu einer Besprechung auf den 11. Juni hierher rin­gelnden. Der Hauptzweck der Zusammenkunft ist, die Frage ,\\\ erwägen, ob nicht die Gewerbegerichte des deutschen Reiches mit einander in Verbindung treten sollten, zum gegenseitigen Austausch gemachter Erfahrungen, Statuten, wichtiger Urtheile, Gutachten, Schiedssprüche, Jahresberichte, Statistiken u. s. w. Eine solche Verbindung erscheint nicht allein werthvoll für die Rechtsprechung der Gewerbegerichte, sondern sie mache auch der Gesammtheit der Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Bedeutung dieser Gerichte ersichtlicher, wodurch zweifellos zur allgemeinen Förderung der Ziele der Gewerbegerichte beigetragen würde. Mit Rücksicht auf den herrschenden Futtermangel haben die Landwirthe der nächsten Umgebung von Mainz einen Aufschlag der Milch­preise um 2 Pfennig pr. Liter eintreten lassen. Am 4. Juni findet hier ein Bezirkstag der mittelrheinischen Bezirksverwaltung des deutschen Technikerverbandes statt.

* Frankfurt a. M., 31. Mai. Das höchste Kaufgebot auf da?Frankfurter Journal" wurde, wie ein Berichterstatter meldet, im Betrage von 30,000 Mark durch einen der Führer der hiesigen Centrumspartei für die Paulinus-Druckerei in Trier gemacht. Auf einen Fremden, der eine größere Baarsumme bei sich trug, wurden gestern am Zoologischen Garten und in der Allerheiligengasse zwei Raubanfälle oerübt; beim zweiten wurden die beiden Burschen, die den Mann anfielen, verhaftet. Dem acht- undzwanzigsten Kinde hat gestern eine Schneidersfrau tn der Albusgasse das Leben geschenkt. Siebzehn Sprößlinge der Vierzigjährigen sind am Leben.

* Wiesbaden, 28. Mai. Aufsehen erregt die Verur- Heilung be6 hiesigen reichen, viele Ehrenämter bekleidenden

Fabrikbesitzers Nötzel wegen Betrugs. Nötzel fährt von

bier täglich nach Griesheim. Seine Eisenbahn-AbonnementS- karten wurden irrthümlich statt für einen Monat für ein Jahr ausgestellt und von Nötzel, obwohl er nur Monats­beitrag bezahlt, fast ein ganzes Jahr benutzt, bis die Karte ernnfiscirt wurde. Der Staatsanwalt beantragte wegen Be­trugs neun Monate Gefängniß. Das Urtheil lautete auf L500 Mk. Geldstrafe.

* Berlin, 29. Mai. Ein Candidat der Medicin hatte am Sonntag mit früheren Corpsbrüdern einem Commerse beigewohnt. Als er sich nach Hause begab, war er sehr erhitzt, öffnete deshalb in seiner Wohnung die Fenster und legte sich hinaus, um die kühle Lust einzuathmen. Nach einiger Zeit fühlte er ein heftiges Prickeln in den Augen. Er schloß daher das Fenster und ging zu Bette. AlS er am nächsten Morgen erwachte, fand er Alles im Zimmer dunkel und meinte, es sei noch Nacht. Er versuchte daher noch einmal einzuschlafen, aber vergeblich. Endlich wurde die Thür geöffnet, die Wirthin trat ein und rief dem Mediciner zu: Aber Herr S., wollen Sie denn nicht aufstehen, es ist ja Heller, lichter Tag."Heller Tag'?" fragte erstaunt der Miether,eS ist ja noch Alles dunkel." Zu seinem Schrecken erkannte er, daß er über Nacht erblindet war. Der junge Mann hatte, erhitzt wie er war, durch die Zugluft die Sehkraft verloren.

e Zittau, 31. Mai. Auf dem Distanzmarsch Berlin- Wien mußten die Vegetarier wegen zerschundener Füße hier zurückbleiben. Der Erste ist jetzt ein Wiener Ingenieur. In großen Zwischenräumen folgen der Naturmensch und ein Buchdrucker aus Floeha in Sachsen. Fast alle sind sehr heruntergekommen und gewähren einen mitleiderregenden Anblick.

* Bei Zerbst wurde ein Arbeiter, der Wildd ieberei trieb, bei der Ausübung dieses Gewerbes von seinen Collegen für einen Rehbock angesehen und erschossen. Um den An­schein zu erwecken, als ob ein Selbstmord vorliege, haben die Verbrecher dem lobten den Leid aufgeschlitzt. Drei muth- maßliche Thäter sind verhaftet.

* München, 29. Mai. DieM. N. N." schreiben: Wie verlautet, sollen auch für die bayerische Armee, gleich wie in Preußen, stricte Befehle gegen das Uniform- Gigerlwesen in Bälde zu erwarten fein. Wenn man jetzt einzelne Offiziere, Fähnriche und Unteroffiziere auf der Straße Herumgehen sieht, erkennt man sie nur an der Grund­farbe der Uniform als Bayern - dem Schnitte der Uniform nach könnten sie zu einem beliebigen exotischen Soldatenhaufen gehören. Es ist geradezu peinlich, die Leute mit den hohen, den Hals umfchnürenden farbigen Tuchflächen, den character- losen Beinkletdern, den Seiltänzermützen und den absatzlosen Clownschuhen bahergehen zu sehen, mit einem Stück Eisen an ber Seite, bas allem anderen eher ähnlich ist, als dem von bem König angeorbneten Säbel. Man sollte oft meinen, bie Vorschriften über die Bekleidung feien aufgehoben und es könne sich Jeder nach Belieben ü la Landsknecht maskiren. Gegen dasGigerlthurn" in ber Armee sinb jetzt nach preußi­schem Vorgang auch in Oesterreich Ungarn Armeebefehle erlassen worben.

* Amberg, 27. Mai. Saß da eine gemüthliche Tisch­gesellschaft in X. beisammen unb ber Diseurs kam auch auf die bevorstehende Reichstagswahl. Anwesenden Bauern wurde der Candidat genannt und ihnen ans Herz gelegt, die Candidatur zuunterstützen." Mit demUnterstützen" war selbstverständlich der Wahlzettel gemeint. Gleich daraus steht ein Bauer auf, begiebt sich zum anderen Tisch unb sagte zu einem ber Herren, wahrscheinlich ein Somitemitglieb: I kann ben Herrn, ben ihr nach Berlin schickt, nct besonbers unterstützen, i hob selber Wei unb Kinber z'haus, buch kommt'S tna auf wöchentlich an Laib Brod net z'samm." Großes all­gemeines Halloh unb g öße Heiterkeit folgte ber guten Absicht des Landsmannes.

* Wien, 27. Mai. Eia Fabrikant chemischer Producte, Ludwig Ruß, der mit einem 22jährigen Mädchen, einer ge­wissen Irene Klopfer, verlobt war, reifte nach Pola, wo er am Meeresstrande Gift nahm unb sich eine Kugel buid) ben Kopf jagte. In einem Schreiben an seine Eltern wirb bie That mit dem burch Speculationen herbeigeführten Verlust feines Vermögens motioirt.Da er nicht heirathen könne, wolle er auch nicht mehr leben," schrieb ber Unglückliche. Dor feinem Selbstmorb fanbte Ruß nach Wien an seine Braut in einem Brief Blausäure unb rieth ihr, sich ebenfalls ben Tob zu geben. Das junge Mädchen hat ben letzten Wunsch ihres Geliebten erfüllt- sie nahm bas Gift unb würbe heute im Bette tobt aufgefunben.

Ein schreckliches Opfer der Rennwette». Aus Paris wirb geschrieben: Am Sonnabenb Morgen gewahrten bie Nachbarn, baß bie Schankwirthschast ber Eheleute Coupe, Rue de la Glaciöre 107, geschlossen blieb. Sie vernahmen auch dumpfe Schüsse, die aus' deren Wohnung zu kommen schienen. Man holte die Polizei, welche die Wohnung durch einen Schlosser öffnen lteß. Im ersten Zimmer lag C. mit halbverschossenen Kopfe unb ben Revolver in ber Hanb noch lebenb. Weiter feine Frau, fein vierzehnjähriger Sohn George unb die zehnjährige Tochter Albertine, alle drei tobt, in ben Kopf geschossen. Die achtjährige Tochter Charlotte war ebenfalls am Kopfe schwer verwunbet, lebte aber noch. Sie und ihr Vater wurden in em Krankenhaus geschafft, wo dieser am Abend verstarb. Ein Vorgefundenes Schriftstück bekundet, daß beide Eheleute in den Tod gegangen waren, weil sie vor dem Krach standen. Sie wollten dabei ihre Kinder nicht zurücklaffen. Seit 1882, wo sie ihre Schankwirthschast eröffneten, hatte diese stets reichlichen Gewinn abgeworfen, so daß die Familie wohlhabend war. Aber feit 1889 hatte sich C. ben Rennwetten ergeben, bie balb alle Mittel, den ganzen Ertrag des Betriebes verschlangen. Der schauerliche Fall macht einen erschütternden Eindruck in ganz Paris. Selbstverständlich ist er nicht der einzige.

Chicagoer Weltausstellung. DieFreie Preffe" schreibt über das Deutsche Dorf: Unter den verschiedenen Sehens­würdigkeiten auf derMidway Plaisance" ist für den Deut­schen von besonderem Interesse das deutsche Dorf. Denn gewährt dem Besucher nicht nur äußerlich das Bild deutschen Volkslebens, sondern enthält auch in feinen Gebäulichkeiten werthbolle Schätze, welche über die Culturentwickelung Deutsch­lands von seinen Anfängen bis in die Jetztzeit Aufschluß geben. Daß deutsche Dorf umfaßt eine Raumfläche von 145,000 Quadratfuß und wurde vom Architekten Hofacker

erbaut. Gleich am Eingang, rechts, finden wir den Hauptbau des Ganzen, die Burg. Dieselbe ist nach einem Vorbild des Mittelalters errichtet, mit einem Wassergraben umgeben unb erhält man über zwei Zugbrücken Zulaß. Sie ist vollkommen stilgerecht unb zeigt jene Art, welche bis vor Kurzem noch einen ber Hauptanziehungspunkte ber schönen, alten Stabt Lüneburg bilbeten. Wie als selbstverständlich anzunehmen, wird im deutschen Dorf auch echtes deutsches Bier zum Aus­schank gelangen unb zwar ausschließlich bas unter bem Namen Würzburger Hosbräu" weltberühmte Gebräu deS Brauhauses in Würzburg, Bayern.

* Neue Rechtschreibung. In verschiedenen Blättern wird folgende Anzeige verbreitet:

Algemeiner ferein für fereinfachte reoht- schreibung. Derselbe ferlangt anwendung der latein- schrift, grosbuchstaben nur für sazanfang und eigen- namen; er beseitigt di Überfluss, denungabezeichnung; di konsonantenferdoppelung in einer u. derselben Silbe und gibt jedem laut den im zukommenden buchstaben. Ob- man des fereins: dr. Edw. Lohmeyer in Kassel. Ord. mitgl. erhalt, für 2,00 M. di monatsschrift Reform, fer- einssprospekte frei fon frl. Pauline Lohmeyer in Kassel.

* Ein Schreckschuß. Standesbeamter (zu den Zeugen, die sich bei einer Trauung gar zu laut unterhalten):Meine Herrschafien, wenn Sie nicht ruhig sind, so traue ich Sie ebenfalls!"

* Schwache Hoffnung. A.:Aber, Mensch, warum ißt Du seit einiger Zett so fabelhaft wenig? Du wirst ja ganz mager!" B.:Ich hab nächstens ein Duell, vielleicht werde ich bann nicht getroffen!"

* Doppelsinnig. A.:Also Sie glauben nicht, daß baß Wilbschwcin gefährlich ist?" B.:Nein!" A.:Nun, wenn Ihnen einmal auf der Jagd ein solches begegnet, bann denken Sie an mich!"

* Das Wunderkind. A.:Haben Sie schon den elf­jährigen Violinvirtuosen gehört?" B.:Jawohl, vor zwölf Jahren in Wien."

Schistsnaeh richten.

(Mltgethellt durch ben Agenten des Norddeutschen LloydeS, Herrn Earl Loos in Gießen.)

Bremen, 30. Mai. Der Schnelldampfer Ems, Eopitän W. Re-mkasten, oom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. Mai von Bremen und am 21. Mai von Somhamplon ab­gegangen war, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. _______

Literatur nnd Annft.

Die Verlagshandlung des Bibliographischen In­stituts in Leipzig unb Wien laßt sich die Förderung der von Richard Schmibtlein in zweiter Auslage neu bearbeiteten Volks- unb Schulausgabe von »Brehms Thierleben" ange­legen fein und erwirbt sich badurch die Anerkennung unb ben Dank ber vielen Anhänger unb Freunde Brehms in besonderem Maße. Vor uns liegt soeben ber erschienene zweite unb vorletzte Band jener verjüngten Ausgabe des Brehm'fchen Lebenswerkes, in dessen Rahmen bie Abhandlung über bie Gruppe ber Vögel Platz ge­funden hat. Die Darstellung dieser zu dem Menschen in so inniger Beziehung stehenden, poesieumwobenen Thier gruppe läßt trotz ihrer Beschränkung aus einen Band auch in bemKleinen Brehm" bie hauptsächlichen characterislischen unb anziehenden Eigenschaften nicht vermissen, durch die sich bie große Ausgabe ber klassischen Thier­schilderung Brehms mit unvergänglichem Ruhm bedeckt bat. Es wäre eine durchaus Irrige Auffassung, wollte man den dreibändigen Brehm" als ein durch Streichung unb Weglassung entstandenes Werk vorstellen; die kleine Ausgabe für Volk und Schule vonBrehms Thierleben" ist mit voller Wissenschastlichkeit und Vertiefung in das gegebene Forschungsgebiet auf der Grundlage des jetzt in dritter Auflage vollständig vorliegenden großen zehnbändigen Werkes von Rich. Schmibtlein selbständig und ausgezeichnet bearbeitet. Der an der großen Ausgabe gerühmten sorgfältigen Sichtung, Erweiterung und Neubearbeitung ist auch bier, soweit es der Umfang des Werkes in drei Bänden erlaubte, Rechnung getragen worden. Bei der Charakteristik der bekannteren und wichtigeren Thiere find stets die Hauptzüge des Lebensbildes, wie dasselbe sich noch den neuesten Er- fabrungen darftellt, in erstere Linie berücksichtigt, und nur die speciellen Einzelbeobachtungen mußten wegsallen ober bloß im Auszug mitgetheilt werben. Wenig bekannte unb seltene Thierformen, bie vorwiegend fachmännisches Interesse haben, wurden zu Gunsten der wichtigeren Arten übergangen, unb ebenso sind alle für den Ge­brauch an Schulen und am Farnilientifch nicht geeigneten Einzelheiten und Schilderungen in enifprechender Weife gekürzt oder in Wegfall gekommen. Tiefe textlichen Vorzüge desKleinen Brehm" werden durch die reiche unb nicht weniger meisterhaft durchaeführte illustrative Ausschmückung des Werkes trefflich ergänzt. Von bem reichen Bilder- schmuck bec neuen großen Ausgabe haben hier mehr als 1200 bild­liche Darstellungen von ben berühmten Thierzeichnern im Text, 1 Karte unb 3 Farbendrucktafeln Aufnahme gefunden. Der vor uns liegende zweite Band enthält allein 238 Textillustrationen und 1 Sonder­tafel in Farbendruck. Der Bestimmung des Werkes, wie solche dessen Titel kennzeichnet, hat die Verlagshandlung durch die Bemeffung eines außerordentlichen billigen Anschaffungspreises Rechnung getragen. Der Preis von 10 Mk. für ben gebundenen Band ober 30 Mk. für bas inhaltlich und äußerlich reich ausgestattete Gesammtwerk nimmt auf jede Börse Rücksicht. Ein unüdersteigliches Hinderniß für bie Erwerbung jenes werthvollen Hausbuches bllben diese An­schaffungskosten daher keinesfalls; vollständig zurück treten die letzteren aber für denjenigen, der da weiß, welch reichen Wissensschatz unsere Nation in Brehms klassischer Thierschilderung besitzt und welche Fülle von Belehrung und nutzbringender Unterhaltung dieselbe jedem Wiß­begierigen in Schule, Haus und am Farnilientifch zu bieten vermag.

Verkehr, Lcrnd- rrnd Volkrrvirthschaft.

Limburg, 31. Mai. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14.65, weißer Weizen X 00.00, Kvrn X 12.50, Gerste X 10.50, Hafer X 9.15, Erbsen X.

Gottesdienst der israelitischen Keligiousgesellschast.

Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 400 Uhr, Samstag Abend 915 Uhr.

Für die Abgebrannten in Zell bei Alsfeld find femet bet uns eingegangen: Von H. Velten, Großen-Linden 5 X, Londgerichtsra h ÄuUmann 3 X, (S 93. 1 X Zusammen 9 X Jntzgeiammi 397.50 X

Weitere Gaben nimmt bereitwilligst entgegen _____________________Die Expedition desGießener Anzeiger".

3618] Tausendfaches Lob, notariell bestätigt, über HollLnd. Tabak von B. Becker in Seesen a. Harz 10 Pfd. lose i. Beutel fco. 8 Mk. hat d. Exp. d. Bl. eingesehen.