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2.4.1893 Erstes Blatt
 
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Gesellschaften u. s. w.) um eine beträchtliche Summe (194 743 Mark) vermindert. Nur die mittleren Einkommen von 900 bis 3000 Mark haben eine erhebliche Steigerung erfahren, nämlich eine solche um 135492 Mark. Wieviel in Preußen schon jetzt von Staatswegen gerade für d i e Klaffen aufge­wendet wird, welche am wenigsten Staatssteuern zahlen, ergibt sich daraus, daß nach neuerlichen statistischen Aufstell­ungen von je 100 Mark Staats- und Gemeindeausgaben für Schulwesen nur je 6,07 für Universitäten und je 13,47 für anderweitige höhere Lehranstalten, aber für Volks- und Mittelschulen 76,16, im Ganzen 177 Millionen Mark auf- gewandt werden. Während von öffentlichen Lasten für Uni­versitäten nur 0,47 und für andere höhere Lehranstalten nur 1,05 Mark auf den Kopf der Bevölkerung entfallen, beläuft sich der entsprechende Betrag für Volks- und Mittelschulen auf mehr als das Fünffache, nämlich auf 5,91 Mark.

In Frankreich ist ein gemäßigter Republikaner ohne sonderlich bedeutsame politische Vergangenheit, Challemcl- Lacour, zum Senatspräsidenten an JuleS FerryS Stelle ge­wählt werden. Die Panama-UntersuchungScommission hat einen Generalberichterstatter über ihre Thärigkeit ernannt und wird wohl, nachdem die Panamaprozeffe vor Kurzem beendigt worden sind, demnächst ihre Functionen ganz einstellen. Im Streit zwischen dem französischen Senat und der Deputirten- kammer ist das Ministerium Ribot zu Schaden gekommen und hat feine Demission eingereicht.

In England ist der greise Gladstone rüstig an der Ar­beit für seine Homerulevorlage für Irland. Er hat es kürzlich durchgefetzt, daß zwei weitere Tage in jeder Woche für die Homerulebill reservirt bleiben und diese vor allen Gegenständen der Tagesordnung stets den Vorrang erhält. Nach Ostern soll sogleich die zweite Lesung beginnen, nach deren Beendigung die erste Abstimmung über das Gesetz statt- sinden wird. Mittlerweile regen sich auch die Gegner des Gladstone'schen Reformwerkes immer mächtiger. Namentlich scheinen die besitzenden Klassen in der irischen Provinz Ulster und der Londoner City eine Schädigung der geschäftlichen Verhältnisse durch die Bill zu befürchten.

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Deutscher Reich.

Berlin, 1. April. Mit dem hehren Osterfeste ist wieder einmal einer jener Ruhepunkle in dem hastenden Tagestreiben gekommen, welche in den mancherlei Kämpfen und Mühen des Daseins gewiffermaßen eine Oase der Er­holung und Erquickung darstellen. Solcher Oasen haben wir aber nicht nur im bürgerlichen Leben, sondern auch in der Politik nölhig, denn auch im politischen Getriebe macht sich von Zeit zu Zeit da- Bedürfniß nach einer Ruhe- und Er­holungspause geltend. Diesen Characler trägt für uns in Deutschland gerade das diesjährige Osterfest an sich, sind doch dem Feste lange Wochen ernster politischer Arbeit voran­gegangen, welche allen betheiligten Kreisen eine, wenn auch noch so kurz bemessene Frist der Sammlung als willkommen erscheinen (offen. Und dieser Zeitraum dec Ruhe und Be­schaulichkeit, welchen Ostern auch für die Politik darstellt, dürfte in seiner Bedeutung diesmal um so mehr empfunden werden, als dem deutschen Volke in der kommenden, nach- österlichen Zeit vielleicht noch sehr bewegte Tage und heiße politische Kämpfe beschieden sind. Durchaus ungewiß ist noch der AuSgang des großen Militärproblems und noch hängt drohend das Damoklesschwert der Auflösung über dem Reichs­tage im Falle deS endgiltigen Scheiterns der Militärvorlage, sicherlich aber wäre mit der Auflösung des ReichSparlaments daS Signal zu tief aufregenden inneren Wirren gegeben. Daß eS nicht dahin komme, daß vielmehr das Aeußerste ver­mieden und durch -eine Verständigung das Zustandekommen der deutschen HeereSreform doch noch gesichert werde daS ist heute noch mehr denn je der dringende Wunsch aller patriotlschen Männer. Mägen sich die betheiligten Factoren nochmals ernstlich klar werden, was in der Militärfrage alles eigentlich auf dem Spiele steht, eine Einkehr, zu welcher gerade die gegenwärtige parlamentarische Osterpouse eine günstige Gelegenheit gibt.

Fürst Bismarck begeht am heutigen 1. April sein 7 8. GeburtSfest. ES ist dem ruhmvollen Begründer des deutschen Nationalstaates vergönnt, in voller geistiger Spann­kraft und Frische und in verhältnißmäßig günstigem körper­lichen Befinden in sein neues Lebensjahr einzutreten. In allen Kreisen unseres Volkes, in denen man die Dankbarkeit der Deutschen gegen die großen Männer der Nation noch als eine heilige Pflicht betrachtet, bringt man dem ersten Kanzler des Deutschen Reiche- zu seinem jüngsten GeburtS- feste die herzlichsten Glückwünsche bar. Möge Otto v. Bis­marck dem deutschen Volke noch lange erhalten bleiben!

Berlin, 30. März. Wie daSBerliner Tageblatt" er­fährt, ist daS Gesuch des Kriegsministers v. Kaltenborn- Stachau um Entlassung auS dem Amte, deffen Veranlaffung mit der Militärvorlage nicht zufammenhängt, vom Kaiser ab gelehnt worden.

Graudenj, 30. März. In dem benachbarten Re Hw al de sind die schwarzen Pocken auSgebrochen. Amtliche Maß­regeln wurden getroffen.

Lemberg. 30.März. Die Zahl der ThphuSkranken hat bereits 380 erreicht.

Paris, 30. März. Der Conflict wegen deS Budgets zwischen Senat und Kammer gestaltet sich kritisch. Die Kammercommission verwarf um Mitternacht sämmtliche Ab­änderungen deS Senats und wie- kategorisch alle Vermine- lungSvorschläge RibotS zurück. Tirard beschloß die principielle Abgrenzung der respectiven Rechte beider Kammern.

Petersburg, 30. März. Der Finanzmimster wird dem­nächst eine Versammlung von Getreidehändlern, Müllern und Landleuten zusammenberufen, um neue Eisenbahntarife für Getreide zu berathen.

Jlcucftc Nachrichten.

Depeschen des BureauHerotdV

Sercefona, 31. März. Die Aufregung in "der Studentenschaft ist eine große. Der Rector verbot^den Studenten, mit Stöcken die Aula zu betreten^H^H

Odessa, 31. März. Die OdessaerBank für Handel und Industrie" ist für circa 31/« Millionen Rubel von der Russischen Bank für auswärtigen Handel" auf gekauft und wird in eine Zweiganstalt der letzteren umgewandelt.

Pari«, 1. April. DerFigaro" bringt folgende als Thatfache verbürgte Nachricht feine- Berliner Eorrefpondenten: Die Prinzessin von Sachsen-Meiningen und Prin- zesfin und Prinz Aribert von Anhalt, sowie die Gräfin Hohenau beabsichtigten nach Cannes zu reifen, wurden aber durch kaiserlichen Befehl davon abgehalten und begaben sich ebenfalls auf kaiserlichen Befehl nach Italien. Aus Tours wird gemeldet, Charli Ferrh bat einen Schlaganfall erlitten und ist theilweife gelähmt- fein Zustand ist sehr bedenklich. Als Nachfolger Rtbots wird Constans, in zweiter Linie Cavaignac genannt.

Sitzung der Stadtverordneten

am 30. März 1893.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadt­verordneten die Herren Adami, Brück, EmmeliuS, Faber, Flett, Haben,cht, Helfrich, Heß, Hehligenstaedt, Hornberger, Iughardt, Keller, Löber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Schmoll, Scheel, Schiele, Simon, Bogt und Wallenfels.

Herr Bäckermeister Carl Steinberger hat um pachtweise Ueberlaffung eines Holzlagerplatzes an der Sicher» straße nachgesucht. Das Gesuch wird unter den üblichen Be­dingungen genehmigt.

Dem Gesuch des Turnvereins um Erlaubniß zur Errichtung eines Geräteschuppens soll stattgegeben werden, wenn der Verein sich dazu verpflichtet, den Schuppen weiter in den Hof, gedeckt von der Straße auS durch die Euler'sche Badeanstalt, zu stellen. Bei Berathung dieses Gegenstandes macht Herr WallenselS auf den gefahrdrohenden Zustand der Eingerinnfchleuße an der Euler'schen Besitzung auf­merksam. ES soll nach der Erklärung des Herrn Ober­bürgermeisters Abstellung des Mißstandes erfolgen.

DaS Gesuch des Herrn L. Hellmold um Erlaubniß zum Bauen in der verlängerten Weserstraße wird befür­wortet, nachdem die anfänglich hervorgetretenen Bedenken wegen Verstoße- gegen die §§ 7 und 8 deS Ortsbaustatuts (Beanstandung des Utberspringens von Bauplätzen an noch nicht eröffneten Straßen) seitens der Baudeputation aus- gegeben worden waren. Es soll dem Gesuchsteller nur noch eine bessere Eintheilung deS Bauplatzes gegen Nordwest auf­gegeben werden.

Nach Einreichung eines Gesuches des Herrn Emil Pi stör um Erbauung eines massiven Lagerhauses in der Sandgasse ist die Festsetzung einer Baufluchtlinie für diese Gaffe nöthig geworden. In Hinsicht darauf, daß der Sand­gasse eine größere Bedeutung für den Verkehr auch in späterer Zeit nicht beigelegt werden dürfte, eine Verbreiterung jedoch, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet, immerhin im Auge zu behalten fei, hat die Baudeputation die Fest­setzung einer Baufluchtlinie beantragt, nach welcher daS ge­plante Lagerhaus in die gleiche Linie mit dem Vorderhause zu stehen kommt und dte bisherige Einbuchtung der Pistor'schen Hintergebäude theilweise beseitigt wird. Die Versammlung erhebt den Antrag der Deputation zum Beschluß.

Zwei Rechnungen, eine über ortsgerichtlichc Sachen, die andere über Lieferung eines Gasmessers für die Mädchen­schule in der Schillerstraße werden nach erstattetem Bericht über die Nothwendigkeit der berechneten Arbeiten und Lieferungen gutgeheißen.

Nachdem in einer früheren Sitzung über eine Reihe vom Großh. Kreisamt geäußerten Bedenken in Betreff des hier zu errichtenden Gewerbegerichtö Beschluß gefaßt und das danach veränderte OrtSstatut an Großh. Ministerium eingereicht worden, hat letzteres noch zwei Bedenken erhoben, und zwar gegen die Fassung der §§ 4 und 5 (Aufstellung der Wählerliste, bezw. Einrichtung der Wahlgänge). ES wird auf Antrag der juristischen Commission beschlossen, den § 4 so zu soffen, daß anstatt der BezeichnungUrliste" daS WortWählerliste" zu setzen ist und daß in dem Satz Uebcr Reclamationen (gegen die Wählerliste) entscheidet die Bürgermeisterei endgültig", daS Wortendgültig" gestrichen wird. Auch mit der Erklärung der juristischen Commission in Betreff deS § 5 (Einrichtung der Wahlhandlung), daß sie von einer Aendertmg absehe, da die gegenwärtige Faffung die Einrichtung getrennter Wahlgänge nicht ausschließe, erklärt sich die Versammlung einverstanden. Auf die Be­merkung des Herrn Heyligenstaedt, man möge darauf Rücksicht nehmen, daß die Wahl in zwei Localen (getrennt nach Arbeitgebern und Arbeitern) vorgenommen werben könne, bemerkt Herr Oberbürgermeister Gnauth, baß bieS bie Einsetzung zweier Commissionen und außerdem die Abänderung des Statuts nöthig machen würde.

Ueber die Bemerkungen, welche daS Großh. Kreisamt zu dem Statut betr. die Errichtung einer Gemeinbe- krankenversicherung gemacht hat, erstattete Herr Dr. Gutfleisch namenS der juristischen Commission Be­richt. Die Versammlung erklärt sich mit dem Bericht sowie mit den von der Commission beantragten Aenderungen einver­standen.

Nachdem am 23. Februar d. I. beschlossen^worden war, an Stelle der bisher für den Verkauf an Sonn- und Festtagen festgesetzten Stunden von 8 bis 9 und 11 bis 2 Uhr die Stunden von 11 bis 3 Uhr zu setzen, hatte man diese Stunden nach der Ortszeit bemeffen, weil daS ganze Statut nach Maßgabe der Lrt-zeit f. Z. angenommen worben war. Da inzwischen daS Gesetz über die Einführung

einer einheitlichen Zeitbestimmung veröffentlicht worden, sc» würbe von jetzt ab auch die mitteleuropäische Zeit an Stelle der Ort--(Sonnen-)Zeit zu treten haben und so daS OrtS­statut mit der mitteleuropäischen Zeit in Einklang zu bringen fein. Die Commission hat danach beantragt, an bie Stelle ber durch bie bisherige Ortszeit gegebenen Stunden von 11 bis 3 Uhr zu setzen von 11V, bis 3 >/, Uhr. Der Antrag wirb zum Beschluß erhoben, auch soll noch darauf bezügliche Bekanntmachung erlassen werben. Wie Herr Ober- bürgermeister Gnauth mittheiit, ist die den ausschließlich mit Cigarren, Tabak und Rauchutensilien handelnden Geschäften unterm 23. Januar d. I. gewordene Vergünstigung des 8er- fauffl an Sonntagen bis 7 Uhr Abends von Großh. Kreis amt wieder zurückgezogen und somit ber einstimmig gestellte Antrag der Stadwerorbneten-Bersammlung in dieser Richtung angenommen worben. (Wir theilten die Zurücknahme der Vergünstigung bereits in voriger Nummer mit. Red.)

Das Gesuch des Herrn Heinrich Arnold II. um Concefsion zum Ausschank von Branntwein über die Straße wird, nachdem bie Commission die vom Gefuchsteller vor­gebrachten Bedürfnißgründe als nicht hinreichend zur Be­jahung der Vedurfntßfrage erklärt hatte, abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wird daS Gesuch des früheren Straßenmeisters Bischoff um Erlaubniß zum AuSfchank bezw. Verkauf von Branntwein in feinem Haufe Liebigstraße 71. Die Commission hat in Ansehung der entlegenen Wohnung deS Gesuchstellers ein Bedürfniß als nicht vorliegend erachtet. Dagegen wird bezüglich des Gesuch- deS Herrn Engen ASprion die Bedürfnißftage bejaht, da eS sich um Uebergang einer bestehenden Winhfchaft (Brauerei Friedel) in andere ve- wirthfchaftung handelt.

In der nichtöffentlichen Sitzung wurde u. A. noch be» schloffen, die Stellung der Stadt Gießen in den schwebenden Verhandlungen über eventuelle Niederlegnng de­alten Schlosses (ehern. RegierungSgebäudeS) Seitens de» Staates oder Erhaltung und Herstellung beffelben Seitens der Stadt wie folgt zu präcisiren:Die Stadt Gießen übernimmt gegen Ueberlaffung des ehemaligen RegierungS- gebäudes fammt Zubehör zu Eigenthum und Gewährung eines StaatSzuschuffeS von 9900 Mk. die Verpflichtung zur Herstellung und Erhaltung deS HeidenthurmeS und der übrigen, historisch werthvolleren, massiven Theile de» ehe maligen RegierungSgebäubeS, soweit erstere mit einem ein­maligen Aufwand von höchsten- 40000 Mk. erfolgen kann.' Im Falle einer Verstänbigung auf dieser Grundlage ist zu­nächst an die Unterbringung ber werthvollen Sammlungen be« Oberhessischen GeschichtSvereinS in bem restaurirten Ge­bäude gedacht.

Cocates rrri- provinzielles.

Hießen, 1. April 1893.

* * Auch der gestrige Feiertag, der Sharfreitag, zeichnete sich durch herrliches Wetter aus, Tausende wanderten hinaus in bie freie Natur. Daß an diesen AuSstügen ver­hältnißmäßig wenig die Frauen und Jungfraurn theilnahmen, lag wohl an ber hier tief eingewurzelten Sitte, am Chor­freitag die Osterkuchen zu backen, die bis in den Abend hinein ihren würzigen Duft verbreiteten. In derSonnen­zeit" gebacken, werden sie hoffentlich in dermitteleuropäischen Zeit" trefflich munden. Der gestrige Tag wird nun auch insofern bemerkenSweNH bleiben, als mit ihm die bisher übliche Bestimmung der Stunden nach ber Sonnenzeit wegge­fallen und an Stelle der sog. Ortszeit die neue Zeitbestim­mung, die mitteleuropäische Zeit, getreten ist. Bereits gestern Abend wurden die öffentlichen Uhren um die Differenz gegen die Ortszeit, 25 Minuten, vorgerückt und damit her lieber- tritt in die neue Zeitbestimmung emgdeitet. In PrivaUrnjen schnitt man ind' nicht so vorsorglich bie Uhrenvorgedreht" zu haben, benn e« zeigte sich heute Morgen, besonders an Bauplätzen unb sonstigen Arbeitsstätten, baß recht viel Pub­likum nicht bem nun einmal reich-gesetzlich vorgejchriedenen Fortschritt huldigt. Verspätungen kamen vielsäch vor, ob alle mit Recht auf da- Conto derM. E. Z." gesetzt werben konnten ober ob bei Manchem sonst bas Uhrwerk im Kopse nicht richtig functionirie, mag dahkn gestillt bleiben. Hoffent­lich lebt man sich recht rasch in dieNeue Zeit" ein.

Choralmufik. Morgen, als am 1. Osterseiertag, wird noch bem Festläuten um 7 Uhr früh llhoralmusik vom Thurme ber Stabtkirche geblasen werben.

Theater. Herr Director BaarS, welcher durch seine vorzüglichen Operetten Aufführungen noch in bester Erinnerung bei unS ist, wirb im Lause ber Osterwoche mit einer zahlreichen, au« vorzüglichen Kräften bestehenden Gk- sellschoft die Vorstellungen eröffnen. Mit ber melodiösen OperMartha" ober:Der Markt zu Richmond", Strauß' Zigeunerbaron" werden die ersten Kräfte ber Oper in- Treffen geführt unb ist in den Haupt-Partieen den Darstellera Gelegenheit geboten, ihr Talent in vollem Maaße zu ent­falten. WaS die äußere Ausstattung anlangt, so ist dieselbe, wie auswärtige Blätter berichten, eine stilvolle unb glänzende zu nennen und hoben wir also zuversichtlich eine in jeder Beziehung vortreffliche Aufführung zu erwarten. Wie wir auS dem Inseratentheile ersehen, macht unS die Directum auch mit einigen interessanten Novitäten der Gegenwart bekannt unb zwar von MillöckerDer arme Jonathan", von ©übermannHeimath", von A. L'ArrongeLoloS Vater" u. s. w., Stücke, welche allenthalben mit großem Beifalle ausgenommen worben find und auch hier ihre Anziehungs­kraft schon durch die Namen ber Autoren nicht verfehlen werben. Die Direction wird, wie sie anzeigt, ein Abonnement auf die stattfindenden Vorstellungen nicht eröffnen, weil ein solches doch stets einen gewissen Zwang vorauSletzt, dagegen werden Serien- oder Familien-BilletS zu billigem Prcüe und zu zwangloser Benutzung auSgegeben, da ber Ankauf ein beschränkter ist, so empfiehlt sich ein solcher in ber angegebenen Zeit. r-