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2.2.1893 Erstes Blatt
 
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amten, öffentliche und private. Die Concurse von Kleinbauern und Kleingewerbtretbenden, die Dr. Mehnert anführte, beweisen, roas die Socialdemokratm immer behaupten, dm rapiden Rückgang des Mittelstandes.

StaatssecretLr v. Bötticher würde dem Abg. Bebel sehr dankbar gewesm feilt, wmn derselbe einmal ein klares Bild davon Gegeben hätte, wie er sich die Fernhaliung von Nothftänden und die Unterdrückung der Pauoerttä bente. ES sei ihm nicht eingefallen, das Vorhandensein von NothstLndm -u ILugnen; er habe nur in Abrede gestellt, daß ein allgemeiner Nothstand, der das Etngreifm des Reiches erforderlich mache, vorhanden sei. Der Nothstand in Berlin und anberen Jnbustriecentren sei dadurch veranlaßt, daß sich zu viel Arbeiter nach gewisien Plähm zudrängten und sich Eoncurrenz rnachtm. Die Mtttheilung Bebels über die Grausamkeit der preuß. Eisenbahnverwaltung sei unrichtig. Die Pelze seim von einzelnen Eismbahn - Directionen für solche Beamte, die in geheiztm Coupes fahrm, abgeschafft worden. Das sei Alles. Die Soctaldemokraten /outen doch nicht mit Jnvection gegen die Regierung vorgehen, lrs möge ja sein, daß, wie Bebel meinte, die Regierung nach Oxmstiernas Spruch, wenig Verstand habe, es möge auch richtig sein, daß vom wcialdemokratischm Standpunkte die Thatigkett eines socialdemo­kratischen Agitators werthvoller als die eines Vertreters einer der verbündeten Regierungen fei; aber das haben wir vor Ihnen voraus, wir wollen ehrlich den Dingen auf den Grund gehen und beffern, wo zu bessern ist, während Sie, nach Ihrem eigenen Zugeständniß nur darauf auSgehen, Unzufriedenheit zu erregen. (Beifall.)

Abg. Dr. Bachem (Etr.) fordert die Socialdemokraten auf, ihren Zukunftsstaat bier oorzusühren ober boch anzugeben, in welchem -Werke man sich darüber informtren kann. Er sei bereit, in ruhigster unb objecttvfter Weise auf eine Erörterung darüber einzugeb-n. Auch von den Socialdemokraten sei ein Befähigungsnachweis zu ver­langen, wenn diese an die Stelle des jetzigen einen neuen Staat sitzen wollten. Dieser neue Staat erfordere das höchste Maß von Autorität. Die Führer der Soctaldemokraten hatten bisher diese Autorität nicht einmal in ihrer Partei, wie könnten sie es roagen, einen neuen Staat aufbauen zu wollen, der auf der Grundlage der anerkanntesten Autorität beruhet Eine Partei, die es nicht einmal ertragen könne, daß ihr Führer ein Jahreseinkommen von 10000 füll habe, könne doch nicht verlangen, daß man ihr blindlings folge. Man möge sich doch nicht einbildm, daß der Sprung ins Dunkle auf die Autorität von Leutm hin gemacht werde, die nicht einmal die nöthtge Autorität besitzen, um eine Genossenschafts-Bäckerei auf: recht zu erhalten. Auf leere Wahngebilde werde sich der Reichstag und merben sich auch die Arbeiter nie einlaffen. (Lebhafter Beifall.)

Bet der Abstimmung über einen Vertagungsantrag stellt sich Beschlußunfähigkeit heraus.

Weiterberathung morgen 1 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphische« Eorrespondmz-Bureau.

Bern, 31. Januar. Das Departement des Innern hat eine Commission von Sachverständigen bestellt, die untersuchen soll, ob eine Verschärfung der im letzten Sommer ergriffenen Schutzmaßregeln gegen die Cholera im Personen- unb Waarenverkehr mit Deutschland, Frankreich, Oesterreich- Ungarn und Italien angezeigt erscheine.

Depeschm des BureauHerold".

Berlin, 31. Januar. Die Militärcommission des Reichstages beschäftigte sich heute mit der finanziellen Tragweite der Militärvarlage und deren Einfluß auf die Gestaltung der Reichsfinanzen in den nächsten fünf Jahren. Zur näheren Prüfung der Frage wurde eine Sub-Commission von sieben Mitgliedern eingesetzt. Nächste Sitzung un­bestimmt.

Berlin, 31. Januar. Wie verlautet, steht die Aussicht auf das Zustandekommen des deutsch-spanischen Handelsvertrags weniger günstig, da seit der Einsetzung des neuen Ministeriums in Madrid neue unvorhergesehene Schwierigkeiten entstanden seien, deren Beilegung jetzt den Gegenstand von Verhandlungen bilde.

Berlin, 1. Februar. Der Entwurf zum Reichs- Seuchengesetz liegt dem Vernehmen nach dem Cabtnet des .Kaisers vor und dürfte in allernächster Zeit zur Beschluß­fassung an den Bundesrath gelangen.

Berlin, 1. Februar. Angesichts zweier neuerdings er- folgter, höchst zweifelhafter Entscheidungen der Wahl- prüfungs-Commission des Reichstages wird in einflußreichen Kreisen des Reichstages die Uebertragung des Wahlprüfungs-Geschäfts an das Gericht oder eine andere un­parteiische Behörde erwogen.

Augsburg, 1. Februar. Der deutsche Juri st en tag findet in diesem J^hre hier statt.

Köln, 31. Januar. DerKöln. Volksztg." wird von Rom gemeldet, gestern Nachmittag habe Cardinal Krem en tz Besitz von seiner Titelkirche Crisogno genommen; er verlas eine lateinische und eine deutsche Ansprache. Der Act der Besitzergreifung wurde unterschrieben von dem deutschen Ge­sandten v. Bülow, dem Legationssecretär v. Reichenau, dem Grafen Hatzfeld und Anderen.

Beuthen, 31. Januar. Der Herzog von Ratibor ist auf feinem Schlosse Randen gestorben.

Halle, 31. Januar. In Wettin ist eine Frau an der Cholera gestorben. In Kröllwitz erkrankte eine aus vier Personen bestehende Familie an der Cholera.

Budapest, 31. Januar. In Monastir (Macedonien) vertrieben die Bulgaren den griechischen Bischof aus der Kirche.

Paris, 31. Januar. DerFigaro" veröffentlicht Docu- menle, welche beweisen, daß Annel auf Anstiften Retnachs einen Vergiftungsversuch auf Herz machte. Annel starb im Jahre 1890 in Paris, nachdem er noch der Polizei davon Mittheilung gemacht hatte.

Paris, 31. Januar. Der Gesundheitszustand von Cor­nelius Herz ist uach dem Bericht des aus England zurück- gekehrten PolizeiinspectorS verzweifelt.

Brüffel, 31. Januar. Eine Deputation der Arbeits- losen wird am Mittwoch vvm Minister empfangen.

Brüffel, 31. Januar. Der Gemeinderath bewilligte 20,000 Fr. für die Arbeitslosen.

Petersburg, 31. Januar. In Hofkreisen verlautet, der Toast Kaiser Wilhelms machte auf den Czareu den ausgezeichnetsten Eindruck, ebenso die Ovation beim Reiterfest in der Kaserne der Gardedragoner. Der Großfürst soll tele­graphisch sofort beauftragt worden sein, Kaiser Wilhelm in deS Czaren Namen herzlichst dafür zu danken.

CocaU» unb provinzielles.

Gießen, 1. Februar 1893.

Theater.Der Raub der Sabinerinnen". Schwank in vier Acten von Franz und Paul von Schonthan. Das Stück gehört in die Zahl derjenigen, welche in jeder Saison zur Aufführung gelangen unb das mit Recht, denn die als Lustfpieldichter rühmlichst bekannten Autoren verstehen cs, in demselben den Beschauer durch die Verbindung einer äußerst humorvollen Sprache mit einer an Situationskomik überreich ausgestatteten Handlung, immer wieder zu fesseln und zu unterhalten. Wir können uns daher eine Besprechung des Inhaltes des Stückes ersparen, und sogleich über die gestrige Aufführung desselben berichten. Diese fand unter den günstigsten Ausspizien statt. Sahen wir doch als Vertreter der Hauptrolle einen der bedeutendsten Komiker der Jetztzeit, nämlich Herrn William Büller von Leipzig. Fürwahr dieser Theaterdirector Emanuel Striese" unseres geschätzten Gastes ist ein Cabinetstück einer komischen Leistung. Schon die glückliche Wahl der MaSke erregte, als der Künstler die Bühne betrat, große Heiterkeit im Publikum. Dazu kommt dann ein so feines und wohldurchdachtes Mienen- und Geberdenspiel, wie es häufig wohl kaum gefunden werden dürfte. Herr Büller hat seine Gesichtsmuskeln in einer Weise in der Gewalt, die wirklich staunenerregend ist. Dabei wird jedoch auch keine Spur von Uebertreibung oder Effect- hascherei bemerkt, jedes Wort, jeder Gestus wird mit einer solchen Natürlichkeit und Wahrheit gegeben, daß man sich in die Wirklichkeit versetzt glaubt. Der Erfolg eines so herrlichen Spieles war denn auch geradezu großartig, drei, vier, fünf­mal mußte der Künstler vor der Rampe erscheinen, um den rauschenden Beifall des Publikums entgegenzunehmen. Die übrigen Darsteller traten natürlich bei einer so glänzenden Besetzung der Hauptrolle etwas in den Schatten. Gleichwohl können wir mit bestem Gewissen konstatieren, daß sich die Mitglieder unseres Ensembles recht wacker gehalten haben. Herr M a r t i e n se u machte aus dem altenProfessor Gollwitz", dem Verbrecher desRaubes der Sabinerinnen", eine sehr sympathische Figur, unterstützt wurde er dabei durch das recht gute Spiel des Herrn Stückel (Dr. Neumeister), die Rolle desKarl Groß" (Herr Halpern) ist zu wenig dankbar, um einen namhaften Erfolg zu erzielen. Herr Born als dessen Sohn wurde durch das Spiel des Gastes besonders gegen Ende zu sehr beeinflußt, so daß er nur mit der größten Mühe sich des lauten Lachens enthalten konnte. Herr Rupp alsSchuldiener" war sehr hübsch. Unter den Damen ver­dient besonders Frau Director Reiners unser Lob für ihr ungemein nettes und frisches Spiel, auch Fräulein M ä r ke r und Frau und Fräulein Copps ließen nichts zu wünschen übrig. Wir wollen zum Schluffe nicht versäumen, allen Denjenigen, die Freunde einer gediegenen schauspielerischen Leistung sind, den Besuch der beiden noch folgenden Gastspiele des Herrn Büller dringend zu empfehlen. Denn es dürfte sobald kaum Gelegenheit geboten sein, einen ähnlichen Virtu­osen in hiesiger Stadt bewundern zu können.

Neues Theater. Der berühmte Komiker Herr William Büller, welcher gestern Abend mit seinem ersten Gastspiel als Emanuel Striese einen so durchschlagenden Erfolg erzielte, wie vor ihm noch kein Gast einen solchen Erfolg zu verzeichnen hatte, tritt morgen, Donnerstag, in einer Novität,Madavie Mongodin", auf. Das Stück ist, wie uns von Kennern mit- getheilt wird, zum Todtlachen. Versäume daher Keiner, sich diesen Kunstgenuß zu verschaffen.

Theater Verein. Wie wir bereits früher schon be­merkten, giebt der Verein im Februar zwei Vorstellungen. Ueber den ersten Abend am Donnerstag den 9. d. Mts. haben wir gestern berichtet. Heute sind wir in der Sage, auch über Mittwoch den 22. d. Mts. Auskunft geben zu können. Die Darmstädter Hof bühne hat für ihr Debüt in Gießen ein hochbedeutsames Bühnenwerk bestimmt. «El gran galeotto von Josö Echegareh, deutsch von Paul Lindau ist gewählt worden. Echegarey ist wohl der bedeutendste lebende Dramatiker Spaniens; das Werk selbst auf dem Repertoir vieler Bühnen, sogar für Gießen keine Novität mehr. Trotzdem dürfen wir mit großer Spannung dem22. Februar" entgegen sehen, Galeotto, wie man nach Lindau kurzweg sagt, ist, abgesehen von seiner sonstigen künstlerischen Bedeutung eine Glanzleistung gerade der Darmstädter Hofbühne" und wird zweifellos auch bei unserem Theaterpublikum durch seine musterhafte Darstellung, tiefen Eindruck hinterlassen.

Wer in naturgetreuer Weise die alte Stadt Rom in Augenschein nehmen will, rathen wir, sich ins Panorama in der Bahnhofstraße zu begeben. Wunderschön ist die der italienischen Landschaft eigene Färbung wiedergegeben. Von besonderem Interesse ist jedenfalls die Peterskirche, zuerst der Hauptaltar, welcher von Gold und Silber strotzt, die Stufen sind von grünlichem Marmor. Ferner sind die herrlichen Grabdenkmäler der Päpste Wunder der Baukunst, sodann der Kreuzgang und das Innere der St. Pauls- Kapelle hervorzuheben. Ferner sehen wir den Vatikan mit seinen historischen Erzeugnissen der Bildhauerkunst. Von besonderer Wirkung sind die Ansichten, wie Papst Leo XIII. den Cfterfegen ertheilt, sowie der Aufenthalt im Garten deö Vatikans. Ferner ziehen eine Reihe verschiedener Einzel­heiten an unserem Auge vorbei. Dabei ist die Ausführung der photoplastischen Ansichten bis ins Detail genau, so daß man olles in Wirklichkeit zu sehen glaubt.

Die Helme der Schuhmannschafte« der Städte Darm­stadt, Mainz, Offenbach, WormS unb Gießen tragen be­kanntlich dermalen ein verschlungenes doppeltes L unter der Krone. Wie man derOffenb. Ztg." rnittheilt, bat Groß- Herzog Ernff Ludwig die Aenderung deS nunmehr auf den Helmen anzubringenden Allerhöchsten NamenSzugS ge­nehmigt, so daß die Polizeibeamten der genannten Städte demnächst nun daS verschlungene EL auf den Helmen zu tragen haben.

Mit dem heutigen 1. Februar ist die Hasenjagd z» Ende gegangen, die Flinte ruht und Meister Lampe bleibt einige Monate ungeftört. Die Jagd des abgelaufenen Jahre« war allenthalben sehr ergiebig, aber auch der Wildschaden meist erheblich. Vielfach wurde über das Verenden des WildeS, namentlich der Rehe, geklagt. Die Jäger schreiben das Düngen mit Chilisalpeter als Ursache dieser Erscheinung z«.

§ Grüuberg, 31. Januar. In besonderer Weise zeichnet sich die hiesige Spar- und Leihkasse au« durch alljährliche Verwendung namhafter Beträge zu humanen Zwecken. Außer einem namhaften Betrag für die Prämiirung lang dienender Dienstboten hat sie in ihrer letzten Hauptversammlung 600 Mk. zur Ausbildung von Jndustrielehrerinnen in vier Subventionen bewilligt, um tüchtige Lehrkräfte für den weiblichen Handarbeitsunterricht in den Schulen des Sparkasiebezirks zu gewinnen. Auch in sanitärer Hinsicht reicht die Kasse den mit ihr in Verbindung stehenden Gemeinden hilfreich die Hand. So hat sie einen Betrag von 500 Mk. für die Verpflegung von 20 armen, scrophulösen Kindern in dem Elisabeth HauS zu Nauheim zur Verfügung gestellt.

Ranstadt, 30. Januar. Für baß verstorbene Kreistag«- mitglieb, Herrn Heck von Selters, wurde heute dahier der Landwirth Georg Mickel von Obermockstadt, für den diesseitigen Bezirk gewählt. Der hiesige Krieg erverein veranstaltete -eine Feier zum Geburtstag Sr. Majestät de« Kaisers, verbunden mit theatralischen Aufführungen, im Herchischen Saale", an welcher sich 400 Personen beteiligten.

Angersdach, 31. Januar. Daß nicht genug vor dem Wersen mit nassen Schneebällen gewarnt werden kann, zeigt folgender Vorfall. Vorigen Mittwoch Abend warfen sich hier mehrere Burschen aus Spaß mit Schneebällen. Auf einmal stürzte einer derselben, von einem Ball an die Stirn getroffen, ohnmächtig zusammen unb mußte nach Hause ge­tragen werben. Er verfiel in Fieber unb ber Arzt würbe an einem Tage zweimal gerufen. Erft heule ist Hoffnung vorhanben, ben jungen Menschen am Leben zu erhalten.

nn. Darmstadt, 31. Januar. Zweite Kammer ber Stäube. Unter bem Vorsitz beß Präsidenten Weder Offenbach begannen heute Morgen um 10 Uhr die Ver­handlungen ber zweiten Kammer ber hessischen Stände, welche voraussich^ich mehrere Wochen in Anspruch nehmen werben. Vor Eintritt in bie Tagesorbnung begrüßte ber Präsibent bie zahlreich erschienenen Abgeorbncten unb wie« darauf hin, welche Fülle von Arbeit noch vor Schluß des Landtages der Erledigung harre. Er bat um die Unter» stützung der Mitglieder des Hauses hierzu. Auf eine An- frage des Abg. Reinhardt über die Verzögerung des Brücken­baues zu Worms erwidert Finanzminister Weber, baß in einer gestern ftattgefunbenen Sitzung mit ben Commissären der hessischen LudwigSbahn eine Verständigung dahin erzielt worden sei, welche die Ausführung ber Brücke nunmehr sicher gestellt habe. Die Reaieruno fmüc cii bem Project von zwei Brücken, eine. Eisenbahn unb bie anbere für Personenverkehr fest, weil sie glaube, bamit ben Schürf» nissen von Worms gerecht zu werben. In diesem Sinne seien auch die Verhandlungen mit der LudwigSbahn geführt ,- für eine combinirte Brücke könne sich die Negierung nicht erkläre». Es erfolgte nunmehr der Eintritt unb bie Ver- eibigung bes neugewählten Abg. Steingötter von Langen, unb nach Verkünbigung einer Reihe neuer Einläufe beginnt bas Haus bie Berathung ber Regierungs-Vorlagen auf Bewilligung von 123000 Mk. für Herstellung einer electrischen Beleuchtungsanlage zu Bab-Nauheim, sowie auf Bewilligung eines Betrags von 21 100 Mk. für Herstellung einer Schifflabestelle am Rheinufer zu Nackenheim. Beibe Forberungen werben einstimmig bewilligt. Bezüglich ber Vorlage wegen Ausnahme von Ausnahmebestimmungen in bie der hessischen LudwigSbahn zu ertheilende Concession zum Bau und Betrieb einer Nebenbahn Flonheim- Wendelsheim beschließt das HauS, diese an ben Ausschuß behufs weiterer Erhebungen zurückzuverweisen. Zur Regierungsvorlage wegen beß Umbaue« beß Bahnhofes zu Kastel ertheilt bie Kammer bie verfassungsmäßige Zustimmung. Ferner genehmigt bie Kammer einstimmig bie Regierungs-Vorlage auf nachträgliche Bewilligung von 70 000 Mk. zur Verbesserung bezw. zum Umbau ber Bahnlinie Hungen-Laubach nach ber FriebrichShütte. Auch ber Antrag beß Abg. Erk auf Ein­richtung einer Güter - Einlabestelle auf ber Station Ober- Wibbersheim der Oberhessischen Bahn, sowie derjenige de« Abgeorbneten Pf an n stiel auf Einrichtung ber Haltestelle zu Nieber-Ohmen ber Oberhessischen Bahn in eine solche für ben Vollverkehr wirb nach eingehenben Erklärungen. beß Regierungs-CommissärS Oberbaurath Meyer für erlebigt erklärt. Zu ber Rückäußerung ber Ersten Kammer, betr. ben Antrag Westernacher, ben Bau einer Nebenbahn von Bübingen durch da« Seementhal, empfiehlt der Ausschuß Beharren auf früherem Beschluß. Da« HauS beschließt demgemäß einstimmig in diesem Sinne. Ein Gesuch der Steuer-CommissariatSgehülf en im GroßherzogthurnHessenurn Regulirung ihrer GehaltSver- hältnisse :c. hat bei Großh. Regierung keine Annahme ge­funden unb auch heute spricht sich Finanzminister W ebe r auf Grund beß bestehenben PensionSgesetzeS gegen diese« Gesuch aus. Der Finanzausschuß dagegen beantragt, Großh. Re­gierung zu ersuchen, bei Aufstellung deS Hauptvoranschlag« der nächsten Finanzperiode, den für die Pensionirung der Steuer-Commisssariatsgehülfen budgetmäßig festgesetzten Höchst» betrag de« Gehalte« von 1200 Mk. für die Zukunft ent­sprechend zu erhöhen unb den älteren Gehülfen, welche zur Zeit ber in Kraft getretenen Pensionsbestimmungen länger al» 15 Jahre tadelloser Dienstführung hinter sich hatten, die Mehr-Zeit, jedoch höchstens vom 33. Lebensjahr an, in der Weise in Anrechnung zu bringen, daß denselben Anstell- ungßbecrete mit Einrechnung ihrer weiteren Dienstjahre ver-