,bb"^
ler.
^8Ust 1893
d °-kL ift. L
*nt" W d "Mwtfo «hus
'«Ich-Es,7
Hi l" 6i* 1 «6- °hm « '“faegriffn, m '"9 Md) tiw w«t N, ® W sich 5tt schon aller Ml«'"-schein, Mmm
• Dem Rttin. nann 9Hcolau madVettei, Zimmergesellei M., würbe i: ruar d. I. m: ebensgefahr be, es Fabrikanten 'ne Gelbprämir »teinzuMm. am 2. b. Mi! r LebenSgefal iska Steinbom eldprämir w-
Blätter mefben i/ die hier und 'beitet fein, bo&
Klagen darüber Bergebmg ton etheiligen. Die enen Liefen/' baß die fe fenahme bcdr» rbeitszei't tat biesen Ursachen ;n solchen Tub- hnen der Raum Arbeitern zu ie> n hätten, durch genommen yi eze Weiften ■Wtr^W e hindurch bei der Ardcktzp lenen Arde" . Um in > , Ut preußW ten angewienu, n Behörden in Lieferungen io etheilt würden, ergebungen von , und daß auS- Dadurch solltn »eiben, btt bin mt. Mnichrni- gehen des P«»'
find es D Sch*- * , .orftf i“ J. ,*i itttoF' Mel, 9at>--9i«*to wW® WwbÄ 'dt dtt R* ■tS?1"*/ x.°S
. k,i »eiche ßnd Y bic , bewegt
Grummetgraö-Ver st eigerungen und die Ob st preise. Uebcr letztere läßt sich Folgendes mittheilen: Die Versteigerungen deS Obstes an der großen Staatsstraße von Gießen nach Gelnhausen, welche kürzlich bei Hungen und Inheiden stattfanden, sind weiter nach Süden fortgesetzt worden und zwar über Ranstadt nach SelterS hin die Abrheilungen 197 bis 200. Es kamen ca. 90 bis 100 Zwetschenbäume zur Versteigerung, deren Ertrag zu 118 Mark taxirt war, der Erlös hierfür betrug aber 150 Mark. Wir ersehen daraus, daß nicht blos in Starkenburg, sondern auch in Oberhesien die Bäume anfangen, schöne Erträge zu liefern, welche sich in den kommenden Jahren bedeutend erhöhen werden. Die Steigerer des Obstes rekrutiren sich aus den umliegenden Orten: Ranstadt, Dauernheim, Effolderbach und Ober- Mockstadt.
N. Aus dem Niddalhale, 30. August. Gestern fanden in hiesiger Gegend verschiedene Grummetgras-Ver- ft ei gerungen von den herrschaftlichen Wiesen und zwar in der Gemarkung Nidda, der Gemarkung Harbwald und in den Gemarkungen Kohden und Unterschmitten statt. Steigerer waren auö Nidda, Kohden, Wallernhausen, Geiß - Nidda, Borsdorf und Unter-Schmitten erschienen. Die Steigliebhaber hatten sich die Stücke vorher angesehen- diese waren selbst- verständlich auch durch herrschaftliches Personal taxirt und beurtheilt worden. Uebcr den Stand des Grases ist das allgemeine Unheil: gut. Gegen den vorjährigen Stand (bekanntlich war 1892 ebenfalls sehr heiß und trocken): besser- in einigen Lagen etwa gleich, in wenigen geringer. In sämmtlichen Districten wurde mehr erzielt, als taxirt worden war, doch nicht in der exorbitanten Weise wie bei den Heugrasversteigerungen. Besonders gute Stücke wurden selbstverständlich höher getrieben, als mittelmäßige. Man kann annehmen, daß ca. 30 bis 40 Procent über das Taxatum erlöst worden sind- im Derhältniß zu der ganzen Lage sind die Preise erträglich.
Bad Nauheim, 30. August. Zur Feier des Sedan- festes findet Sonntag den 3. September, Vormittags 11 Uhr, hier ein 8. 0.-Früh sch o pp e n mit Musik in der festlich geschmückten, reservirten Gartenhalle des Restaurants Burk statt. Angehörige des Kösener 8.6.-Verbandes und Freunde desselben sind hierzu ergebenst eingeladen. Erscheinen in Farben erwünscht.
Pfungstadt, 28. August. In der am letzten Samstag Abend bei Peter Liebig stattgehabten Generalversammlung des hiesigen Ziegenzucht-Vereins erstattete Herr Commerzienrath Ulrich Bericht über die Thätigkeit des Vereins seit dem Ziegenmarkte, sowie über das Ergebniß der Ziegenschau während der Münchener Ausstellung. Auf Vorschlag des Herrn Dr. Friedrich erhält jeder Ziegenbesitzer, dessen Ziege in München prämiirt wurde, ein Diplom, sowie Photographie der betr. prämiirten Ziege- als Extra - Gratification. Der hiesige Ziegenzucht-Verein wird sich bei der am 7. October dahier stattfindenden Provinzial-Vieh-Ausstellung möglichst stark betheiligen. Da es für den Verein von hoher Bedeutung ist, immer wieder neues Zuchtmaterial aus der Schweiz zu beschaffen, wurde beschlossen, abermals einen Waggon Ziegen aus der Schweiz kommen zu lassen und dieselben unter möglichst günstigen Zahlungsbedingungen an die Mitglieder abzu- geben.
Mainz, 30. August. Heute Morgen hat die staatliche Eon trolle über sämmtliche rheinaufwärts hier eintreffenden Schiffe unter der Leitung des Herrn Dr. Spilling ihre Thätigkeit begonnen- zuerst wurden sämmtliche vor Anker liegenden Schiffe einer Visitation unterzogen- den Schiffsführern wurde besonders aufgegeben, stets für genügendes Trinkwasser an Bord Sorge zu tragen.
Biebelnheim, 29. August. Ein Traubenreichthum, wie er selten noch erlebt wurde, zeigt sich hier in dem Wein- berge eines Oekonomen. An 2200 Traubenstöcken erntet der Besitzer 5 Stück Rothwein.
AlSbach, 30. August. Gestern wurde dahier Schreinermeister G i m p e l neben seiner einige Tage vorher verstorbenen Frau beerdigt. DaS Schicksal wollte, daß die beiden, die ohne Kinder sich treulich im Leben zur Seite gestanden, auch mit einander starben.
VerinLsthte-.
* Leipzig, 29. August. Ein schweres Unglück ereignete sich gestern Abend in der sechsten Stunde in Plagwitz. ES fiel daselbst Ecke Canal- und Schmiedestraße der in Knauthain wohnende 49 Jahre alte Maurer Robert Kühne aus der zweiten Etage von dem Gerüste eines Neubaues so unglücklich, daß ihm die Stabspitze eines den Bauplatz umgebenden eisernen Zaunes in den Hals fuhr und einen Theil des Oberkörpers durchbohrte, wobei edlere Theile verletzt wurden. Schrecklich war der Anblick, welchen der thatsächlich auf den Zaun gespießte unglückliche Mann dem Auge der Passanten bot. Nur mit vieler Mühe gelang es den Anstrengungen von fünf seiner Mitarbeiter, den Verunglückten aus seiner entsetzlichen Lage zu befreien, da der Stab mit Verzierungen versehen war, welche gleich Wider- haken wirkten. K., aus dessen Wunde sich ein Blutstrahl ergoß, gab, nachdem ihn seine Collegen zur Erde legten, noch Lebenszeichen von sich, starb aber sofort hiernach, ohne zum Bewußtsein zurückgekehrt zu sein. Herzergreifend war der Anblick der zur Unglücksstätte geeilten Frau und Stinber des Verstorbenen, welche unter Schluchzen und Händeringen den tobt am Boden liegenden jederzeit treu sorgenden Familienvater umstanden. Sieben Kinder sind durch diesen Unglücksfall ihres Vaters und Ernährers beraubt worden. Viele Stunden noch nach dem Sturze umstand eine dichte Menschenmenge den Unglücksort, um den durch die Last des Körpers verbogenen, zum Theil noch blutigen eisernen Zaun in Augenschein zu nehmen.
* Breslau, 30. August. Die „Kattowitzer Ztg." erfährt von verschiedenen Seiten, ein preußischer Grenzbeamter
habe bei Milowice einen russischen So ldaten, der eine entlaufene Kuh zurückholen wollte, auf preußischem Gebiet erschossen. Der Beamte habe dreimal vergeblich Halt gerufen.
• Cassel, 28. August. D i e hiesige Däckerinnung hat am gestrigen Abend beschloffen, vom 1. September ab das Kilo Brod 2 Pfennig billiger zu verkaufen.
♦ Innsbruck, 29. August. Auf einer genußreichen eigenartigen Alpenreise ist das Ehepaar v. Parlaghy begriffen, welches am Samstag hier eintraf. Dasselbe macht nämlich seine Alpenfahrt, eine Alpenfahrt im wahrsten Sinne des Wortes, zu Wagen. In einer mit zwei kleinen ungarischen Pferden, welche bereits im vorigen Jahre eine Fahrt von ca. 3000 Kilometern mitgemacht haben, bespannten Equipage ging die Reise von Berlin über Eisenach, Hanau, den Oden- und Schwarzwald, Waldshut nach Zürich, dann über Ander- matt nach dem Vorder« und Hinter-Rheinthal, den Albulapaß nach St. Moriz, den Berninapaß nach Tirana, von dort über das 2760 Meter hohe Stilfserjoch nach Meran, Bozen und über den Brenner nach Innsbruck. Von hier wollen die beneidens- werthen Alpenreisenden über Salzburg, Regensburg und Eger heimfahren. Eine ähnliche Alpenreise zu Wagen hat voriges Jahr ein amerikanischer Millionär gemacht. — Gestern traf hier der Spaziergänger um die Erde, Henry Stoll, ein, und stellte sich bei der Redactiou der „Innsbrucker Nachrichten" vor. Der etwa 30 Jahre alte Mann, welcher grauen Straßenanzug trägt, einen Tornister am Rücken und einen Stab in der Hand, kam von Zell a. S. über den Gerlospaß und durch das Zillerthal heraus. Am 15. Juni hatte der Mann London verlaffen, am 27. Juli passirte er Berlin, am 11. August traf er in Wien ein. Auf dem Weg von Steyr nach Zell a. S. verirrte er sich im Gebirge. — Auf dem Monte Roen südlich von Bozen wurden vorige Woche 10 Kühe auf der Weide vom Blitz erschlagen, eine große Anzahl anderer und 2 Hirten zu Boden geworfen.
♦ Durch die Klugheit eines Hundes wurde am Samstag Abend, wie die „Kobl. Ztg." berichtet, eine junge Dame in Koblenz vor dem Tode des Verbrennens bewahrt. Die Dame begab sich nach ihrem in der oberen Etage des Hauses gelegenen Schlafzimmer. Auf der Treppe wurde sie plötzlich von einer Ohnmacht befallen und stürzte zu Boden, wobei die Petroleumlampe, welche sie in der Hand trug, auf ihre Kleider fiel und diese entzündete. Der die Dame begleitende Hund erhob, als er das Feuer sah, ein schreckliches Geheul, die Hausbewohner eilten hinzu, und ihren Bemühungen gelang es, das Feuer zu löschen und die Bewußtlose zu retten.
* Ländliche Einfalt. Ein merkwürdiges Stückchen, das vielleicht Niemand glauben dürste, ereignete sich am zweiten Tage des Schießens der jetzt bei Sayda im Erzgebirge manövrierenden Truppen. Der Posten hinter der Kreuztanne hörte da gegen Mittag plötzlich Schritte auf der ganz besonders gefährdeten Straße von Sayda her. Verwundert guckte er um die Ecke und sieht eiligen Laufes eine Frau daherkommen, mit gespanntem Regenschirme zum Schutze gegen die um sie herum sausenden Kugeln. „Wo kommen Sie denn her", rief der Posten die Frau an, „Sie konnten doch schon ein Dutzendmal getroffen werden!" Da stellte sich denn heraus, daß die Frau, von Olbernhau kommend, im Walde beim Posten vorbeigegangen war, und da das Schießen gerade einmal ein wenig aufgehört, geglaubt hatte, vorbelkommen zu können. Als in der Nähe der Kreuztanne das Schießen heftig wieder begann, glaubte sie, sich durch Aufspannen des Regenschirms schützen zu können.
♦ Eingegangen. Bukarester Blätter erzählen: Ein junger Elegant, der sich für sehr geistreich hält, ging in einer Gesellschaft von Damen und Herren im Bade Slanik die Wette ein, daß er seinen Ueberzieher auf einem unweit der Kaskade befindlichen Tische zurücklassen und das Kleidungsstück an derselben Stelle nach drei Stunden wiederfinden werde, obwohl die Bewohner des Badeortes Slanik sich gerade nicht durch besondere Ehrlichkeit auszeichnen. Der Bukarester Geck legte den Ueberzieher auf eine Tischecke und befestigte an ihm einen Zettel, der die Worte enthielt: „Niemand berühre dieses Kleidungsstück, da es einem aus Braila entflohenen, Cholerasymptome aufweisenden Manne gehört." Der Schlaumeier entfernte sich darauf, ein lustiges Liedchen pfeifend. Als er jedoch nach drei Stunden zurückkehrte, war der Ueberzieher verschwunden. Auf dem Tisch aber waren die Worte zu lesen: „Beruhigen Sie sich, mein Herr, der Ueberzieher ist von einem Manne mitgenommen worden, der selbst cholera- krank Ist."
• Manlegazza, Zola und das Radfahren. Professor Paolo Manlegazza, der italienische Physiolog und Anthro- polog, ist ein begeisterter Anhänger des Radfahrsports. Von einem Mailänder Herrn um seine Ansichten über das Radfahren befragt, antwortete er: „ES ift der Triumph deS menschlichen Gedankens über die Trägheit der Materie. Zwei Räder, die kaum den Boden berühren, die Flügeln gleichen, und Dich weil, weit forttragen mit einer schwindelerregenden, trunken machenden Bewegung ohne den grausamen Schweiß gepeitschter Zugthiere, ohne das verhaßte Geräusch rauchender Maschinen. Ein Wunder von Gleichgewicht, von Einfachheit, von Leichtigkeit. Ein Maximum von Kraft und ein Minimum von Reibungen, ein Wunder von Schnelligkeit und von Eleganz. Der Mensch, der ein Engel werden will und nicht mehr die Erde berührt. Merkur, der aus seinem alten hellenischen Grade erstanden ift und greifbar und lebendig vor uns erscheint — das ist das Zweirad. Mantegazza." Andererseits ist auch Emile Zola, der berühmte französische Romanschriftsteller, unter die Radfahrer gegangen. Der Touring Club de France, eine über ganz Frankreich verbreitete Vereinigung, hat Zola fein: Ehrenmitgliedschaft an getragen und dieser hat mit einem Schreiben angenommen, in welchem er sagt: „Ich bin zwar nur ein mittelmäßiger Radfahrer, der fleißig übt, allein ich fühle mich kehr geehrt durch den Titel eines Ehrenmitgliedes Ihrer Gesellschaft, den Sie mir anbieten. Ich glaube an eine sehr große Zukunft des Radfahrens und sage das auch überall. Ihre Mitglieder
zahl wird sich wie der Sand am Meere vermehren und ich bin stolz, in einen so großen Kreis eintreten zu können. Empfangen Sie 2C. Emile Zola."
* Seltsame Wetten. Man schreibt aus Nürnberg, 23. August: Bei der Hitze und dem Durste kommen die absonderlichsten Wirthshauswetlen zu Tage. In der Mittagsstunde sah man gestern in der Katserstraße, der belebtesten Straße, einen Herrn herumspaziercn, der zu seiner Civilkleidung einen Soldatenhelm aufgesetzt hatte. Dieser gewann seine Wette, nicht aber ein zweiter Herr, der gewettet batte, am helllichten Tage mit einem über die Kleidung gezogenen Hemde durch die Kaiserstraße bis zum Plerrer zu gehen, ohne von der Schutzmannschast angehalten zu werden. Er kam nur bis zum Josephsplatze - da war der Auslauf schon so groß, daß die Polizei sich des Hemdenmannes annehmen mußte.
Schift-nachrichten.
(Milgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloyd, Herrn Carl LooS in Gießen).
Der am 19. August von Bremerhaven abgegangene Dampfer „Elbe", ist gestern Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen.
Hamburg, 28. August. (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft.j Der Hamburger Dampfer „Essen", Capitän Bruhn, ist am 27. August, 12 Uhr Mittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. ___________J
Der Postdampfer „Waesland" der'„Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 29. August wohlbehalten in Newyork angekommen._______________________
Literatur und Anirst.
— Eine dänisch - norwegische Ausgabe der »Wiener Mode.E Wir freuen uns, die Mttihetlung machen zu können, daß die „Wiener Mode" einen neuen Erfolg in der Richtung ihrer internationalen Verbreitung zu verzeichnen hat. Laut eines soeben perfect gewordenen Vertrages wird vom 1. September d. I. angefangen im Verlage der Firma I. Gravenhorst & Cie. in Kopenhagen und Christiania eine Ausgabe der „Wiener Mode" für die Königreiche Dänemark und Norwegen unter dem Titel „Moderne Verden" er- fcheinen, und fohin dem schon beinahe ganz Europa umfaffenden Verbreitungsrayon ein neues wichtiges Gebiet din-ugesügt, deffen Eroberung um so höher an zu schlagen ist, als gerade die scandinavischen Länder bisher eine ausgesprochene Vorliebe für Pariser Mode- Erzeugnisse bekundet haben.
— Das neueste Heft (8) der unter Redaction von Bertha von Suttner im Verlage von E. Pierson in Dresden erscheinenden Zeitschrift »Die Waffen nitbetl* hat wiederum einen mannigfaltigen und reichhaltigen Inhalt. Wir heben aus demselben illach- stehendes hervor: Wereschagin, „Aus den Erinnerungen eines Schlachtenmalers" (Schluß), — Marchese P. Pandolfi, „Die Föderation und der Friede", — Elise Orzcesko, „Hinter dem Thale der Rosen" (Fortsetzung), — „Aus den Hochschulen", — Baier, „Internationale Brücken", — Paul Wilhelm, „Hymnus", — Elise Ducommun, „Das Friedenswerk", — „Zeitschau", — „Für den Krieg , — „Vermischtes", — „Literarisches" u. f. w. — Trotz des reichen Inhalts kosten „Die Waffen nieder!" jährlich nur6Mk. bei vorzüglicher Ausstattung. ________
Verkehr, Land- rrnd Volkswirtyschast.
Limburg', 30. August. Frachtmarkt. Rother Weizen JL 13.00, weißer Weizen , Korn vtt 10.50, Gerste «tL 9.25,
Hafer (alter) 9.20, neuer JL 7.35, Erbfen .
Eingesandt.
Gießen, 31. August 1893.
Das „Eingesandt" in der Nummer vom 28. d. M. „Zur Frage der Canalisation" trifft den Nagel doch noch nicht ganz auf den Kopf, denn wenn selbst die Canalisation schon beschlossene Sache wäre, so würden doch immer noch Jahre vorübergehen, bis dieselbe voll und ganz hergestellt sein würde- Wir, die wir in der Altstadt Gießen wohnen, haben uns zu fragen, was uns augenblicklich frommt und gut thun würde. Wer mit offenen Augen in unsere Winkel und Ecken hinschaut, findet vielfach Verhältnisse, die selbst bei den jetzigen primitiven Einrichtungen nicht zu sein brauchen, wenn der ernstliche Wille nur vorhanden ist, diesen Uebeln abzuhelsen. Man blicke nur in die bei den meisten Gebäuden der Innenstadt sich vorfindenden Zwischenräume und man wird sehr häufig staunen Über den dort lagernden Unrath, der sehr guter Nährboden für die allergefährlichsten Krankheiten bildet. Die Polizeibehörde schafft ja, wenn sie darauf hingewiesen wird, in dankenswerther Weise Abhülse, aber nur sehr schwer entschließen sich die betreffenden Anwohner, die Behörde auf diese Zustande hinzuweisen, trotzdem der eigenen Gesundheit die größte Gefahr droht- Aehnlich traurig liegt eS mit den Dungablagerstätten in der Innenstadt, diese sollten Überhaupt nur unter der Erde luftdicht verschlossen geduldet werden- Und nun gar erst die Abfuhr der menschlichen Excrrmente, welche in den Morgenstunden selbst gegen i/i9 Uhr noch voraenommen wird und welche zeitweilig ganze Straßen- züge verpestet- Es würde doch einfacher und zweckentsprechender sein, die Forlfchaffung dieser Tonnen in der Nachtzeit vornehmen zu lasten, wie dies in anderen Stödten im gleichen Falle geschieht. Es find dieses Uebelfiände, die sich theilweise ohne Canalisation schon jetzt aus der Welt schaffen ließen, wenn mit Energie an die Sache heran gegangen würde und die Behörden auf diese Mißstände im Einzelnen aufmerksam gemacht würden, bei denen man den guten Willen, Ab- HÜlfe zu schaffen, voraussetzen darf. Gerade jetzt, in der cholera- schwangeren Zeit, möge sich jeder Einzelne erinnern, was er der Gesammthrit schuldig ist und jede Ungehörigkeit, die er wahrnimmt, unnachsichtlich zur Anzeige bringen. W.
Briefkasten.
8. in B. Packet erhalten. Wenn möglich, komme im Laufe der nächsten Woche. Gruß. Red.
«otterttenft »er irraelitischrn Mtiigimgtftllfdjaft
Freitag Abend 6*> Uhr, Samstag Vormittag 8» Uhr, SamStag Nachmittag 4* Uhr, Samstag Abend Uhr.
Witterungsaussichten
Wetterhäuschen, Südanlage.
30. AuauN, Mitt. 12 UötT3E August, MorgTv Uhr
Barometer:
Thermometer:
Mittlerer Barometerstand bei 0° R. = 744,7 mm.
min. 745mm.max.747 mm min. 744 mm, max. 746 mm 4- 50R. „ 4- 80R.
44)crmouicici . „ 4- 12° R. „ •+■ 16°R „ + 50R. „ 4* 8®R-
Hygrometerstand: Neigung f. nasses Wett. Neigung f. nasses Wett.
Temperatur der Lahn und Lust nachReaumur gemeßen am 31.August, Mittags zwilchen 11 und 12Uhr: Wasser 13Vi Lust 13«/, Grad.
Rübsamen'sche Badeanstalt.


