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1.2.1893 Erstes Blatt
 
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Der Absatz von Bibeln und Bibeltheileu seitens der | hessischen Bibel- und Colportage-Gesell schäft l »raab für das Jahr 1891: a. Starkenburg 1996 Bibeln ürid Bibeltheile, b. Oberhessen 2019 Bibeln uud Bibeltheile, c. Rheinhessen 663 Bibeln und Bibeltheile. Die Sitte, Traubibeln an neuerrnählte Ehepaare zu geben, besteht in Starkenburg in 27, in Oberhessen in 33, in Rheinhessen in 9 Gemeinden, gegen das Vorjahr eine kleine Zunahme.

Die Zahl der Gastwirthschaften in der Provinz Starkenburg betrug im Jahre 1878 1,9 pro Mille der Be­völkerung, 1885-86 2,1, 1890-91 2,2; in Oberhessen resp. 2,0, 2,3, 1,7; in Rheinhessen resp. 1,3, 1,5, 1,5; die Zahl der Schankwirthschaften in Starkenburg resp. 5,7, 5,0, 5,0; in Oberhessen 6,9, 6,6, 6,6; in Rheinhessen 6,8, 6,6, 6 2 die Zahl der Kleinhändler mit Branntwein in Starken­burg resp. 2,3, 2,5, 2,2; in Oberhessen resp. 2,0, 2,2, 2,2; ii Rheinhessen resp. 2,5, 3,3, 2,0.

Für die Weltausstellung in Chicago ist soeben ein merkwürdiges Ausstellungsstück fertiggestellt worden, nämlich eine Schatulle, die aus dem Holz der im Jahre 10 nach Christi Geburt erbauten und im Jahre 1883 wieder abgebrochenen Römerbrücke über den Rhein bei Mainz angefertigt worden ist. Der Verfertiger ist der Tischler Otto Greiner zu Pößneck in Thüringen. Die Schatulle wird in der Collectiv-Äusstellung Der Sonneberger Industriellen ausgestellt sein.

Aus dem Ohmthal, 30. Januar. Die Folgen der grimmigenKälte treten jetzt nach dem Eintreten gelinderer Witterung zu Tage. Eine große Menge Kartoffeln ist er­froren und unbrauchbar geworden. Namentlich sind es wenig bemittelte Leute, die ihren Vorrath an Kartoffeln eingebüßt haben, weil ihre Keller zu wenig Schutz vor der alles durch­dringenden Kälte boten. Desgleichen sind vielen Leuten die Aepfel erfroren. Nicht nur eine größere Anzahl Vögel ist der Kälte zum Opfer gefallen, auch Hausthiere sind in den Ställen erfroren oder in Folge der Kälte nachträglich einge­gangen. So fielen in Ober-Ohmen zwei Ziegen, zwei Kälber und ein Schaf der Kälte zum Opfer. Auch die Obstbäume dürften gelitten haben, doch läßt sich der Schaden bei ihnen jetzt noch nicht übersehen. Da die Ohm und andere Bäche längere Zeit mit einer starken Eisdecke vollständig überzogen waren, so befürchtet man, daß auch die Fische Noth gelitten haben. Einen solch niedrigen Stand wie bei der diesjährigen Kälte hat das Thermometer selbst in dem als grimmig kalt bekannten Winter 1870/71 nicht gezeigt. Die amtlichen meteorologischen Beobachtungen, die 1848 beginnen, stellen nur drei Winter fest, in denen ein höherer Kältegrad als am Mittwoch den 18. d. Mts. geherrscht, und zwar liegt der letzte um 31 Jahre zurück, so daß die diesjährige Kälte für die jüngere Generation als etwas noch nicht dagewesenes unzusehen ist. Die größte Kälte trat am 22. Januar 1850 mit 25,0 Gr. C. ein; nur wenig zurück stand der 11. Februar 1885 mit 24,0 Gr., der 7. Januar 1861 hatte 23,0 Gr. und der 18. Januar 1893 steht mit 21,8 Gr. an vierter Stelle. Mehr als 20 Gr. Kälte hatten außerdem in den letzten 45 Jahren nur noch 4 Tage, nämlich der 7. Januar 1848, sowie der 1. und 14. Jynuar 1871 mit 20,8 Gr. und der 10. Januar 1849 mit 20,4 Gr. In den 1880er Jahren war die größte Kälte rem 16. Januar 1881 mit 19,0 Gr., in den 1890er Jahren bisher am 17. Januar 1891 mit 18,5 Gr. In den überaus milden Wintern der 70er Jahre sank das Thermo­meter manchmal überhaupt nicht unter 10 Grad; 1873 betrug die größte Kälte 9,0 Gr., 1872 7,5 Gr. und 1874 7,2 Grad.

Rieder-Ohmen, 29. Januar. In der hiesigen Molkerei werden, wie von zuständiger Stelle mitgetheilt wird, täglich 1600 Liter Milch verarbeitet.

Grünberg, 29. Januar. In Lich, im Saale des Gast­hauses zum Löwen, tagte heute eine Versammlung der Ober- hessischen Feldgeschworenen, Inder u. A. über die Erhöhung der Gebühren verhandelt worden sein soll.

Ortenberg," 29. Januar. Bei der gestern hier unter dem Vorsitz des Größh. Kreisraths Herrn Klietsch aus Büdingen vollzogenen Kreistagswahl wurde Herr Bürgermeister Roth hier von 15 Wählern aus dem Wahlbezirk Ortenberg als Kreistagsmitglied zum dritten Mal einstimmig wieder­gewählt.

Lindheim, 28. Januar. Der Abgeordnete Wester- nacher gründete hier einen patriotischen Verein, welcher die Frankfurter Statuten annahm.

Darmstadt, 20. Januar. In Deutschen Zeitungen er­scheinen seit einiger Zeit Ankündigungen, in denen eine Eng­lische FirmaThe International Mercantile Society 245 City Road London E. C., als deren Präsident sich C. E. Smith und als deren Secretär Bruno Seller unter- . zeichnet, für die Firma Schulburg, Bayer & Cie., die angebliche Besitzerin der Deutschen Ausstellungstrinkhallen in Chicago, für die Dauer der Chicagoer Ausstellung 80 Kellnerinnen, sowie auch Commis anzuwerben vorgibt. Personen, die sich auf diese Ankündigungen hin an die gedachte Firma wenden, werden zur vorherigen Einzahlung einer Vermittelungsgebühr Don 8 sh. ober von höheren Beträgen aufgefordert. Nach dem Eingang der geforderten Beträge pflegt die Firma dann, wie aus verschiedenen darüber geführten Klagen hervorgeht, Len Schriftwechsel abzubrechen. Da die in London über das Treiben der Firma eingezogenen Erkundigungen ergeben haben, Laß sie mit der diesjährigen Ausstellung in Chicago in Seiner Verbindung steht, so kann den erwähnten Ankündigungen gegenüber nur zur größten Vorsicht gerathen werden.

Darmstadt, 30. Januar. Arbeits- und Wohnungs- machweis-Anstalt. Am 1. Februar d. I. wird mit Er- öffnungderAnstalt fürArbeits- undWohnungs- machweis dahier eine Neuerung ins Leben treten, welche lbei richtiger Ausnützung sowohl für die zahlreichen Arbeit­geber als auch für die gefrommte arbeitende und dienende Bevölkerung nicht allein Darmstadts, sondern auch des

ganzen Großherzogthums von der größten Bedeutung werden kann. Die Anstalt beschränkt jetzt schon ihren Geschäftskreis nicht auf Darmstadt, sie will aber demnächst noch durch Gründung von Zweiganstalten in den größeren Städten des Großherzogthums, eventuell auch in Frank­furt a. M. die Geschäftsbeziehungen nach auswärts lebhafter und nachhaltiger gestalten. Zweck der neuen Anstalt ist es, vor Allem den Verkehr zwischen den Arbeitgebern und Arbeitsuchenden möglichst dadurch zu erleichtern, daß in stets regem Benehmen mit allen den Kreisen, in welchen das Be- dürfniß nach fremden Arbeitskräften in größerem ober ge­ringerem Maße fortgesetzt besieht, solche Veranstaltungen getroffen werden, infolge deren alle Nachfragen nach Arbeits­kräften sowie alle Gesuche um Arbeit irgend welcher Art zur Anmeldung gebracht werden können und denselben möglichst rasch und in einer den Wünschen der Betheiligten vollkommen zusagenden Weise entsprochen werden kann. Die Anstalt verfolgt ferner speciell auch noch die weitere Auf­gabe, für weibliche Dienstboten, welche mit guten Zeugnissen versehen sind, die deren Fähigkeiten entsprechenden Stellen zu ermitteln. Eine weitere mit der Anstalt verbundene, hier zum ersten Mal in Deutschland zur Ausführung ge­langende Einrichtung ist die Organisation des Nachweises kleinerer Miethwohnungen für Arbeiter.

A Mainz, 30. Januar. In Sachen der Sonntags« ruhe herrscht in der hiesigen Geschäftswelt noch immer Auf­regung. So ist heute wieder eine mit zahlreichen Unterschriften versehene Petition von Labenbesitzern an bie Bürgermeisterei gelangt, in welcher die Petenten darauf Hinweisen, daß sie in ihrem Geschäftsbetrieb ohne die Landkundschaft nicht bestehen können und daher ersuchen, bie regelmäßige fünfstündige Be- schästigungszeit an Sonn- und Festtagen für offenen Laden- verkehr bis 4 Uhr Nachmittags hinausrücken zu dürfen. Für Bingen haben die Behörden bereits im Sinne der hiesigen Petenten bestimmt. Durch bie Sperrung der Schiff­fahrt hat der Güterverkehr auf den Rhein- und Mainlinien solcher Gestalt zugenommen, daß die Verwaltung der Hessischen Ludwigsbahn sich gezwungen sah, auf ihren großen Strecken täglich in jeder Richtung 3 bis 4 große Facnltativ- und Sondergüterzüge einzulegen.

" Vermischtes.

* Halle a. S., 28. Januar. Das Institut für Jn- fections-Krankheiten zu Berlin hat, wie verschiedenen Blättern von hier gemeldet wird, den Kommabacillus im Zm leitungswasser der Irrenanstalt, das bereits den Filter pafrfirt hatte, entdeckt. Das Saale-Wasser ist der Träger des Krankheitsstoffes.

* Gleiwitz, 25. Januar. DieOberschles. Grenz-Zeitung" schreibt über eine hier herrschende Nachtwächter-Kalamität. Mehrere Nachtwächter sucht der Magistrat laut Inserat in hiesigen Blättern. Wohl keine Stadt hat mit ihren Nacht­wachtbeamten solches Pech, wie die unsrige. Zwei derselben wurden bei einem Einbruchsdiebstahl ertappt, einer hat seiner nächtlichen Thätigkeit durch Selbstmord ein Ende gemacht, und kürzlich wurde wieder die Verhaftung eines Nachtwächters wegen Diebstahls gemeldet. Vor einigen Monaten wurde ein Oberwächter unter dem Verdachte, ein Sittlichkeitsver­brechen begangen zu haben, von seinem Amte suspendirt, der sich deshalb dadurch rächte, daß er nach seiner Entlassung seine Collegen durch Nothsignale irreführte und bei seiner Verhaftung drei Collegen ganz jämmerlich durchprügelte, wofür er drei Monate Gesängniß erhielt.

* Straßburg, 26. Januar. In dem Bericht über den unerwarteten Besuch des Kaisers in Straßburg wurde erwähnt, daß ein Einjährig - Freiwilliger des sächsischen In­fanterie-Regiments Nr. 105 dem oberen Kriegsherrn als Führer vom Bahnhof nach dem großen Exercirplatz Polygon diente. Dort wurde der junge Mann durch eine längere huldvolle Ansprache des Kaisers öffentlich geehrt. Der junge Mann, Kammerer mit Namen, ist gestern nach kurzer Krankheit an der Lungenentzündung gestorben.

* Berlin, 28. Januar. In einer Kellerstube des zweiten Hofes des Hauses Große Frankfurterstraße 84 fand man gestern die Wittwe Dorothea Laske und ihren erst vor Kurzem zu ihr gezogenen 16 jährigen Sohn, der hier als Friseurlehrling thätig war, besinnungslos vor. Der Sohn starb, während man bie noch lebenbe Mutter nach dem Krankenhause brachte. Im Bette ber Frau fanb man an 80 Mark. Es scheint die Vermuthung vorzuliegen, daß bei diesem Vorfälle Gift im Spiele ist. Doch fehlt es bis jetzt an jedem Anhalt für die näheren Umstände. Die Polizei hat die Wohnung versiegelt.

* Verlierer uud Finder. Ein höherer Beamter besuchte dieser Tage in Berlin die Nationalgallerie. Plötzlich bemerkte er, daß ihm seine Brieftasche mit 10,000 Mk. und verschiedenen Werthpapieren fehle. Sehr aufgeregt begab er sich nach Hause, um dort nochmals nach der Tasche zu forschen. Zu seinem freudigen Erstaunen fand er sie auch wirklich vor, indeß fehlte an dem Inhalte ein Tausend-Markschein. An der Stelle des letzteren lag ein Zettel, auf dem mit Bleistift geschrieben stand:Ich war hinter Ihnen und stand vor demselben Bilde, als Ihre Brieftasche verloren ging. Ohne Anstellung, Familienvater, dem Hungertode nahe, nehme ich von diesen Werthen einen Tausend-Markschein als Darlehn. Ich verpflichte mich auf meine Ehre, sobald ich wieder Arbeit habe, diese Summe Ihnen zurückzuerstatten." Der Beamte unterließ auf diesen Brief hin die Anzeige und läßt jetzt durch die Zeitungen feinem seltsamen Schuldner melden, daß er ihm die tausend Mark schenke.

* Gefährliche Drohung. Der gefertigte Gemeindevorsteher von Kannendorf erstattet der löblichen Staatsanwaltschaft hiermit Strafantrag gegen Johann Schömmer wegen Be­drohung, weil dieser bei seiner Arretirung ausrief:Euch Kannendorfer werde ich noch gescheit machen!" wodurch bie Gemeinbe in große Angst versetzt worden ist.

Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases.

Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gas­verbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen.

Monat Januar 1893 : 14 Kerzen.

Buchner.

Verkehr, Land- und Volkswirthschaft.

Stehen, 31. Januar. Marktbericbt. flut vem heutigen DoLeilmarkl fettete: Hutter pr. Pfd. X 0,85100, Hühnereier per Stück 911 H, 2 Stück H, «Sie pr. St. 6-10 \ Käfemattr pr. St- 3 H, Erbsen vr. Itter 24 H, Linsen pr. Liter 30 Lauben pr. Paar X 0,60-0.80, Hühner pr. Stück * 0,85-1 20, Hahnen pr. St. X 0,901.60, Enten pr. St- X 1,50 bis 1,70, Ockseufleisch pr. Pfd 6672 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 5056 H, Schweine­fleisch pr. Pfd. 6070 H, Kalbfleisch pr. Pfd. 40 -50 Hammel­fleisch pr. Pfd. 40 70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-0,00 X, Weist kraul pr Stück 512 3, Zwiebeln pr. Eentner 8,008.50 X, Milch pr. Liter 12-18 4, Gänse pr. Pfd. 4864

Srünberg, 28. Januar. Frachtpreise. Weizen X 16 20, Korn X 14 00, Gerste X 14.00, Hafer X 14.00, Erbsen X 16-00, Linsen X 00.00, Wicken X 00.. ßein X, Kartoffeln X, Samen X. ________

S AuS dem Ohmthal, 27. Januar. Der inso^e des trockenen Sommers geringe Vorrath an Heu und (Srunvft1 veotngl zur Fütterung des Rindviehes einen Ersatz durch StftZ'Utter. Vie ungewöhnliche Kälte des Winters veranlaßt eine verstärkte Zufuhr an Futter überhaupt und eine besondere des Umsatzes durch 'Sstrop. Diese Strohfülterung aber hat allerlei Unz'^uglichkeiten, Krankheiten des Rindviehes im Gef^e. Solche Krankheitsfälle treten in jetziger Zeit besonders hövftg auf und enden nicht selten mit dem Eingehen des erkranktm Stückes. Bei Strohfütterung empfiehlt es sich, dem Vieh eine größere Menge an Getränken mju? führen; indem hierdurch dem ockzutrockenen Sttohsutter die noihtge Feuchtigkeit zugeführt wird, ^luch über Nachlassen der Milch bei den Kühen wird berichtet. Die.^s Nachlassen der Milch ist aber eine Folge der zu starken Strohfütl-rung. Die Versütterung von Kraftfutter­mitteln ist darum ganz oesonders am Platze. Sie allein ist geeignet, dem Nachlassen derM'tch zu begegnen. Unter dm Krastsuttermitteln rühmt man als bes^ders die Erdnuß-, Palm- und Sonnenblumen­samen - Kuchen; aid) Lein- und Samenkuchen bilden ein sehr gutes Futtermittel zur Milcherzeugung.

- Eim sehr gebräuchliche Speise für Kranke und Genesende, die vielfach von Aerzten empfohlen wird, ist Hafermeblsuppe, wofür nachstehend ein bewährtes Recept folgt:Man rührt 40 Gramm Hafermehl mit einer halben Tasse Wasser an, giebt dies in Ve Liter kochendes Wasser und läßt es zwanzig Minuten kochen. Darauf fügt man das nöthige Salz, eine Prise Zucker, 5 Gramm Liebigs Fl.lschextract und ein halbes Glas Rolhwein (letzterer kann auch fehlen) jur Suppe, schlagt sie mit einem Stückchen Sahnenbutter glatt und richtet sie über gerösteten Semmelwürfeln an. _________________

Eingesandt.

Gießen, 30. Januar 1893.

In anderen Städten des deutschen Reiches giebt es eine wohl- thätige Polizeiverordnung, daß die Hausbesitzer zur Winterszeit ihre Trottoirs zu reinigen haben. Jeder Freund gesunder Gliedmaßen sehnt sich bei dem polizeiwidrigen Zustande der Bürgersteige bei uns nach einer solchen Verordnung. Möchte unsere Stadtverwaltung uns dieselbe bald bescheerm. Es war für allere Leute und Damm in ber letzten Woche lebensgefährlich, sich auf die Straße zu wagm. Wir sind immer gern bereit, auf russische Zustände und Italien heben Schmutz zu raisonnirm und vergessen dabei ganz unseren eigenen Besm zu führen. Die Mühe und Kosten, die jedem Hausbesitzer aus der Pflicht einer Trottoirreinigung erwachsen würden, sind doch wahrlich nur gering im Vergleich zu der erreichten Sicherheit der Einwohner.

Einer für Viele.

Bei dem diesjährigen Aufetsen hat es sich wieder recht auf­fallend herausgestellt, wie unzweckmäßig noch Manches in unserer Straßmpolizet eingerichtet ist. Wenn die Stadt alleStraßmretnigungs- arbeitm in zweckentsprechender Weise übernommen hat, weshalb über­nimmt sie nicht auch das Aufiism der Trottoirs und Rinnsteine durchwegs Wenn dazu die gewöhnliche Kehrmannschaft nicht aus­reicht, so kann zu jederzeit Arbettshülfe genommen werden. Schon jedesmal dm Hausetgenthümer zu benachrichtigen ist eine für die Polizei sehr große Arbeit, um so mehr, als die Polizeimannschaft für unsere Stadt an sich schon zu knapp bemessen ist. Denn für den Hausetgenthümer selbst, zumal wenn er Geschäftsmann ist, und außerdem noch zu thun hat, ist die Beschaffung von Arbeitern zeit­raubend, schwierig, bie Controle oft unmöglich. Möge boch die Stadt die Hausetgenthümer mit den Kosten belasten, aber die Ausführung des Aufeifms selbst übernehmen, wie die übrigen Straßenretnigungs- Arbeiten; dann wird die Arbeit auch nicht so ungleichmäßig und mangelhaft geschehen, wie jetzt, und Abfuhr und Aufeisung besser ineinandergreifen.

Von vielen Seiten laufen Klagen ein über das jetzt im Handel befindliche amerikanische Petroleum. Das find die Folgen des Kampfes der Amerikaner unter fich.^ [223 Dagegen ist russisches Petroleum, Marke Nobel, immer beffer geworden und erhält heute schon zu gleichen Preisen den Vorzug.

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