1892
Mittwoch den 31. August
Erstes Blatt
Hratisöeiläge: Kießener Jamiticnbtättee
Aintlichev Theil
1) Herr
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zusammen 135
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Heinrich Weber III. von Göbelnrod
23) Frau Wilh. Stauf Wwe. von Grünberg
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zusammen 90 Mk.
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erfcheinenden 'Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
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Die Gießencr
»»amitien 6 tatter ocrbcn dem Anzeiger wöchentlich dreimal bcigelegt.
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C. Simmenthaler Kreuzung. Jost Damer von Röthges Herm. Kreuder I. von Grünberg Heinrich Schmidt von Queckborn Joh. Feldmann IV. von Grünberg Heinr. Rau I. von Stangenrod Joh. Erb II. von Stangenrod
Joh. Schultheiß von Göbelnrod Christian Balser
Gg. Keil von Grünberg für eine mit Kalb
Herm. Voneif von Grünberg
Heinr. Konr. Rück von Stockhausen Theodor Stein von der Latzmühle Grünberg
Joh. Rein VI. von Grünberg Christian Balser von Göbelnrod Johann Velten V. von Göbelnrod Karl Jockel V. von Grünberg
Amts- und Anzeige blutt für den 'Kreis Gieren
II. Für Kühe.
A. Vogelsberger Rasse ohne Abzeichen. Ernst Zimmer von der Bingmühle zu Lauter Christian Vettern I. von Göbelnrod Karl Jöckel V. von Grünberg Karl Queckbörner von Grünberg Karl Voneis Wwe.
Bürgermeister Schmidt von Queckborn
Vierteljähriger Abonnementspreir: 2 Mark 29 Pfg. mit Brmgcrlohn.
Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
Schntstratze Ar.7.
Fernsprecher 51.
B. Vogelsberger Rasse mit weißen Flecken.
7) Herr Joh. Walther IV. von Ober-Bessingen
zusammen 280
Die Prämürungs-Commission: Bürgermeister Bopp von Bellersheim.
Rentner Georgi von Gießen.
Pächter R. Güngerich von Heibertshausen.
I. Für Bullen.
A. Vogelsberger Rasse. Berk und Lanthelm in Londorf E. Zimmer von der Bingmühle zu Lauter für zwei Stück
Hermann Kreuder von Grünberg für die Zuchtgenossenschaft
Jost Albert für die Gemeinde Harbach Heinrich Jochem von Stockhausen Heinrich Krug von Saasen Johann Deibel VI. von Wieseck Gg. Keil von Grünberg
Heinr. Leun VI. von Lardenbach Weggeld B. Simmenthaler Rasse.
Bürgermeister Köhler von Langsdorf Heinr. Hedrich von Lumda
Bekanntmachung,
betreffend Maul« und Klauenseuche zu Wohnfeld.
lieber die Gemarkung Wohnfeld, Kreis Schotten, ist wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche die Sperre verhängt worden.
Gießen, den 29. August 1892.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
§ 2.
Die Aerzte sind verpflichtet, von jeder in ihrer Praxis rkommenden Erkrankung an asiatischer Cholera, unverzüglich, lenfalls aber binnen 6 Stunden dem Großh. Kreis- mndheitsamte unter Angabe des Namens, Alters und der ohnung des Erkrankten schriftliche Anzeige zu machen. Bei lheimischer Cholera ist die Anzeige dann zu erstatten, wenn i Sterbefall bei Erwachsenen eintritt.
zusammen 65 III. Für Rinder.
A. Vogelsberger Raffe, trächtig, ohne Abzeichen.
Bekanntmachung,
Viehpreisvertheilung zu Grünberg betreffend.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, bei der am 25. l. Mts. durch den landwirthschaftlichen
Der
Athener Anzeiger erscheint täglich, aut Ausnahme des Montags.
Bekanntmachung,
Die Anzeigepflicht bei ansteckenden Krankheiten betreffend.
Im Hinblicke aus die in Hamburg und Altona aus- irochene Cholera-Epidemie sehen wir uns auf Grund des t. 79 der Kreisordnung zu folgenden Anordnungen für fi Kreis Gießen veranlaßt:
§ 1.
Die Familien- und Haushaltungs-Vorstände, e auch die Hauswirthe und deren Vertreter sind verpflichtet, tgstens binnen drei Stunden, nachdem sie von einer krankung an Cholera oder mit choleraartigen Erscheinungen ihrer Familie oder ihrem Haufe Kenntniß erhalten haben, ristlich oder mündlich der Polizeibehörde (Bürgermeisterei p. der Stadt in Gießen Polizeiamt) hiervon Anzeige zu tatten.
Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
daß .. . .
Bezirksverein Gießen zu Grünberg veranstalteten Viehpreisvertheilung die nachverzeichneten Viehzüchter für Vorführung preiswürdiger Thiere die belbemerkten Preise erhalten
haben.
Gießen, den 27. August 1892.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
wollen Sie uns unverzüglich, eventuell telegraphisch Kenntniß geben und jedenfalls dafür sorgen, daß sofort ein Arzt beigezogen wird Die Verbringung eines Erkrankten nach einem anderen Orte, namentlich auch in die hiesige Klinik, ist unter allen Umständen unzulässig.
v. Gagern.
Gießener Anzeiger
Henerat-Anzeiger.
20) Herr Ernst Zimmer von der Bingmühle in Lauter 25 Karl Hermann Jöckel von Grünberg
18) Herr Christian Frank von Grünberg
19) „ Hermann Christ von Grünberg
zusammen 110 Mk.
C. Simmenthaler Kreuzung.
Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschriften werden ch § 349, 350 und 351 des Polizeistrafgesetzes, bezw. 327 des deutschen Strafgesetzbuchs mit Geldstrafe ober ffängniß bestraft.
Gießen, den 24. August 1892.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Gießen, den 29. August 1892. etr.: Maßnahmen gegen die Cholera.
Da8 Großherzogliche Kreisamt Gießen tt die Grostherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden.
Den § 1 unserer vorstehenden Bekanntmachnng wollen ie wiederholt ortsüblich bekannt machen laffen und ebenso ifür besorgt sein, daß der Inhalt der in Rr. 185 und )9 (zweites Blatt) des Gießener Anzeigers erschienenen rinisterial-Bekanntmachung, namentlich deren Abschnitt I Belehrung über das Wesen der Cholera und das während t Cholerazeit zu beobachtende Verhalten" möglichst allgemein der Bevölkerung bekannt wird.
Von etwaigen Cholera-Erkrankungen in Ihrer Gemeinde
zusammen
B. Vogelsberger Raffe, trächtig, mit Abzeiche
80 Mk. n.
24) Herr Albert Schäfer zu Grünberg
10 Mk.
25) „ Joh. Desch VII. in Wetterfelb
10 ,,
26) „ Heinr. Damm I. von Göbelnrob
10 „
27) „ Karl Damm von Saasen
10 ,
28) „ Heinrich Maper IV. von Grünberg
10 „
zusammen
50 Mk.
Feuilleton.
Die Schulrevision.
Von Hans Krieg. (Schluß.)
Aber über den zweiten panischen Krieg? Unmöglich — )er — nur los! — Ich mache eine Spritzfahrt durch das storische Gebiet und halte mich an Gemeinplätze.
Und so knüpfte er an den Opfermuth und die Vater- mdsliebe des Scipio an und fragte nach ähnlichen Beispielen nes glühenden Patriotismus! Die Jungen nannten diese nb jene Helden, schließlich auch die Jungfrau von Orleans. >att, das war eine Schickung des Himmels! D'e Jungfrau on Orleans kannte Mangold vom Deutschen her auswendig nd nun erging er sich über die herrliche Schöpfung Schillers.
„Kommen wir zum zweiten punischen Krieg," fuhr der Geheimerath dazwischen.
Mangold gehorchte. Die Schüler erzählten von der Teilnahme der Gallier am zweiten punischen Kriege. Gallien? )as spätere Frankreich! Frankreichs Helden. Bertrand u Guesclin, die Jungfrau von Orleans. Jungfrau von )rleans! Und wieder erging sich Mangold in tiefe Betrach, ungen über dies ewige Heldenweib.
„Kommen wir zum zweiten punischen Krieg," brummte er Geheimerath wieder.
Schön! Die Schlacht bei Zama kam, ein Schüler nannte 5ophonisbe, die eher sterben als den Triumph des Siegers erherrlichen wollte. Ein heldenhaftes Weib fast wie — und ie Jungfrau von Orleans stand wieder im Vordergrund der Betrachtungen.
Wiederum wollte der Geheimerath dazwischenfahren, als es läutete. Die Stunde war aus.
Der Geheimerath fragte, während die Schüler heraus- gingen, den Herrn Collega, wo er in der nächsten Stunde unterrichte.
„Ich habe Latein in der Quinta, Herr Geheimerath!"
„Nun, da werden Sie ja weitere Proben Ihres pädagogischen Könnens ablegen," kam es ziemlich bärbeißig heraus.
„Hereingefallen, jämmerlich/ sagte sich Mangold, als er allein war- der Geheimerath war weggegangen, um den Director zu begrüßen. „Mit meiner festen Anstellung ist das nichts und Elsa kann überm Warten grau werden!" Und dieser Wessel! Pumpt sich zwanzig Mark von ihm, schlürft Austern und Chablis, sitzt jetzt jedenfalls behaglich beim Katerfrühstück in Schlafrock und Pantoffeln und läßt ihn für sich hereinfallen. Mit der Secundc hatte er sich unsterblich blamirt, aber nun die Quinta! Wie wird es da werden? Halt! Da hatte er ja ein Mittel, das Wissen der Klasse an den Mann zu bringen. Er brauchte ja nur die Rechtser zu fragen, und Niemand blieb ihm die Antwort schuldig.
Als Mangold den Unterricht begann, war der Geheimerath noch niajt zur Stelle. Aber etwa in der zweiten Hälfte der Stunde trat er ein, vom Tirector begleitet. Der Provinzialschulrath sah äußerst verbindlich aus und nickte dem unglücklichen Mangold freundlich zu. Der fragte auf seinen Wunsch die unregelmäßigen Verba ab. Wie auf Commando flogen alle Hände in die Höhe, das sah prächtig aus und verfehlte auch nicht auf den Geheimerath seinen Eindruck — aber was war das? Mangold sah zu seinem Entsetzen, daß alle Schüler voll Begeisterung ihre linke Hand emporstreckten
zum Zeichen, daß ihnen allen das Perfectum des bösen Ver bum allicio gänzlich unbekannt fei. Mangold mußte doch Jemand fragen, und dieser Jemand wußte nichts, natürlich, er hatte es ja vorher angekündigt, und mit ihm leider die andern alle. Andere Fragen Mangolds erlitten das gleiche Schicksal: jedesmal sofort alle Hände empor, aber nie eine Antwort. Der Geheimerath war in die heiterste Laune versetzt und lachte behaglich vor sich hin, während Mangold vor Scham vergehen wollte. Endlich war die Stunde aus. Als die Schüler draußen waren, wandte sich der Geheimerath an Mangold und sagte mit dem freundlichsten Gesicht von der Welt:
„Das ging schlecht, erbärmlich schlecht, Herr Collega —" „Herr Geheimerath —"
„Bitte, beschönigen Sie nichts, die auf Melden ein- dressirte Klasse, die nichts weiß, es ist zu stark, nicht wahr, Herr Dtrector?"
Der Director verbeugte sich. Der Director, der Mangold stets ein liebevoller Rather gewesen, sand fein Wort für ihn.
„Und die römischen Durchlauchten und Majestäten sind geradezu köstlich, Herr Collega! Meinen Sie nicht auch?"
Und der Geheimerath begann herzhaft zu lachen und der Director stimmte pflichtfchuldigst mit ein. Aber es klang dem armen Mangold, als wenn dem Director das Lachen wirklich vom Herzen käme, der Mann war wirklich völlig herzlos.
„Und die Jungfrau von Orleans, der unausbleibliche Schutzgeist des zweiten punischen Krieges!" fuhr der Geheimerath fort mit einer Heiterkeit, die einem gestrengen Schulmonarchen eigentlich gar nicht zukommt.
„Nun, Herr Mangold," fuhr er freundlich fort, „ich


