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Nr. 49

«amstag den 27. Februar

1892

^mts- und Anzeigeblatt fiw den Kreis Gießen.

Hratiskeffage: chießmer $<tmifirn6fäffer

Abg. Schmidt-Frankfurt begründet bitfen Antrag untn

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rt I Adg. Schmidt-Frankfurt begründet bitfcn Antrag i - | ®ea^eun' aus nichtigen Grünben erfolgte Zurückweisung

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von TrLe-

19.

1) Beamte im Reichs-

21.

22.

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Großen-Linden, Wieseck, Grünberg

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oder

3) t t 4) befreit sind:

r. v , , . tuumic, imuii-cy einigen Isrotzaruno-

öert^ern und einigen Großindustriellen, deren Besitz eine Ausdehnung von 25 Kilometern habe. ö

r, " StaLtssecretSr v. Stephan und Abg. vr. Hammacher be­streiten dies. Es konnten fremde Grundstücke dazwischen liegen.

3 d wird mit den Amendements v. Hülst und vr. Hammacher angenommen. vummuu#«

Alle Annoncm-Bureaux deS In- und Auslandes nehmm Anzeigen für denGießener Anzeiger^ entgegen.

2) die Posthalter hinsichtlich derjenigen Pferdezahl, welche von rhnen zur Beförderung der Posten contractmäßia gehalten werden müssen.

Gießen, den 26. Februar 1892.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

__v. Ga gern.

eingefugfntCr $ 4 bic 6omm^fion eine Reihe neuer Paragraphen «^^Mmmt:Jedermann hat gegen Zahlung der Gebühren das Rech auf Beförderung von ordnungsmäßigen Telegrammen und Ä"9 C<nxeI °^"^^äßtgen telephonischen Unterhaltung b I? u ! lur Len Deutlichen Verkehr bestimmten Anlagen. Vor­rechte bei der Bmutzung der dem öffentlichen Verkehr dienenden Anlagen und Ausschließungen von der Benutzung sind nur aus Gründen dcs öffentlichen Interesses zulässig."

ordnungSm^ßig^^^o^^^n beantragen Streichung des Wortes

Vierteljähriger Aöonnemcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schntstraße Ztr. 7.

Fernsprecher 51.

Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.

Die Gießener

AfOsitieuötütter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.

8 4a wird unter Ablehnung des socialdemokratischm Antrag- angenommen.

S 4b lautet:Sind an einem Orte Telegrapheniinien für den Ortsverkehr, fei es von der Reichstelegraphenverwaltung, fei es von der Gemeindeverwaltung oder einem anderen Unternehmer, zur Be- fflS»-£aßCn ®n8't.«rietet, fo kann jeder Eigentbümer eines £ «cgen Erfüllung der von jenem ,u erlaffenden und öffentlich bekannt zu machenden Bedingungen den Anschluß an das Ucalneij verlangen. Die Benutzung solcher Privatstellen durch Un­befugte gegen^ Entgelt ist unzulässig."

Abg. Schrader (dsr.) befürwortet folgenden Zusatz:Di- Bedingungen dürfen dem Eigenthümer nur solche Lerpfltchtnngen f* m äli6[ung1.unm®enu8un6 bcs einzelnen An-

chlums betreffs. Sie dürfen den Rechtsweg nicht beseitigen. Es soll damit die Verpflichtung beseitigt werden, die heute der Eigen- humer übernehmen muß, zu dulden, daß auf seinem Hause Gerüst« für alle möglichen Leitungen errichtet werden, ohne daß dafür Ent- schädtgung gewährt wirb.

Staatssecretär vr v. Stephan erklärt ben Antrag für unan­nehmbar. Uebrigens beftänbe im Allgemeinen bas beste Derhältniß zwischen ber Verwaltung unb ben Hausbesitzern. Die Verwaltung in» Kulantester Weise alle Dachreparaturen, bie burch bk Leitungsanlagen veranlaßt ftnb, ausführen. Durch ben Antrag würbe bas Fernsprechwesen um 10 Jahre zurückgeschraubt werben; wollte man aber bie Eonsequenz ber Ausführungen Schrabertz ziehen so mußte man bazu übergehen, in bas Gesetz eine Verpflichtung ber Hausbesitzer aufzunehmen, bie Anlage von Leitungen auf ihren Dächern ohne Weiteres zu gestatten.

Nachbem noch Abgg. vr. v. Bar unb v. Voll mar (Soc.) ben Schrader schen Zusatz befürwortet haben, wirb berselbe gegen bie Stimmen ber Freisinnigen unb Socialbemokraten abgelehnt und 8 4b in ber Commissionsfassung angenommen.

°on der Commission vorgeschlagener 8 4c lautet:Die von Reichs-Telegraphen- unb Fernsprechanlagen bestehenben Gebühren können nur auf Grund eines Gesetzes erhöht werben. Ebenso ist eine Ausdehnung ber gegenwärtig destehcnbm ®e^reiui)9en von solchen Gebühren nur auf Grunb eines Gesetzes guiu, jig.

, Abg. vr v. Bar (bfr.) begründrt einen Antrag seiner Freunbe auf Erlaß ^nes Gesetzes, welches für ben Fernverkehr die Beding-

der Benutzung der Telegraphen- unb Telephonanlagen, bie zu foId,en1 ru gewährenden Beftei-

!7ge gebüh "n"e's Recht." M 6*r "mn WuW

Abg. vr Hammacher (natl) wendet sich gegen den Antraa. ?c,rJ,a ^7' ?af ,0<H* «e>chehen, wenn man sich über ein fol«e8 Gesetz nicht einige? Dann sollen die Bedingungen und Ge­bühren, wie sie heute bestehen, unverändert beibehalten werden wie nothwendig auch eine Aenderung fein möge.

, Geh. Ober-Postrath Dambach: Alle Staatsrechtslehrer seien darüber einig, daß die Telegraphengebühren nicht durch Gesetz m regeln seien. Die Bedingungen betreffen Einzelheiten und Aeußerlich- keiten, die sich zur Ausnahme in em Gesetz nicht eignen. Bis zum erforderten Gesetzes würde nach dem Anträge auch jede selbst die geringste Verbesserung unmöglich sein. 1 '

Für den Antrag v. Bar spricht Abg. v. Vollmar (Soc) dagegen Abg. Graf Arnim (Rp.). k '

_. - Staats-Dienste hinsichtlich der

zum Dienstgebrauch, sowie Aerzte und Thierärzte hin- sichtlich der zur Ausübung ihres Berufes nothwendiaen Pferde; 7 9

Bekanntmachung,

betr. die Unfallversicherung der in land, und forstwirthschast- tichen Betrieben beschäftigten Personen; hier Fortführung des Umlagecatasters pro 1891.

Bekanntmachung.

Bei der am 25. I. Mts. vorgenommenen Wahl ist Herr Joseph Stern zum Mitglied des Vorstandes der israel. Rellgronsgemeinde dahier wiedergewählt worden.

Es wird dies mit dem Anfügen öffentlich bekannt ge­macht, daß während dreier Tage, nämlich am 29. l. Mts.,

Beide Abtheilungen des Umlagecatasters der land- und forstwtrthschaftlichen Berufsgenoffenschaft, fortgeführt für 1891, liegen zwei Wochen lang, nämlich vom 26. Februar bis 11. März dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Betheiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den In- i * , k ... . , , t

nach ber^DffenSung'bei'dem Vorstande?e?land- un^foch" "MEI%JÜLSüsL "ffil

wusthschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt bei Mei­nung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringen.

Gießen, den 24. Februar 1892.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.

1. unb 2. März l. Js., das Wahlprotoeoll mit allen Anlagen aus dem Bureau des I. Vorstehers, Herrn Meier Hom­berg e r dahier, offengelogt fein wird und daß während der unerstrecklichen Frist dieser drei Tage die Stimmberechtigten, sowie der Gewählte von dem Wahlprotoeoll und dessen An- lagen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oder gegen den Gewählten, bezw. auch eine Ablehnung der A°hl, °ei Vermeidung des Ausschlusses bei Grobh. Kreisamt Gießen Vorbringen können.

GicheiierÄnzeiger

Henerat-Mnzeiger.

1) am 18. März l. I. zu Lich, 2)

Gießen, den 26. Februar 1892.

Der Wahl-Commissär:

Schmidt,

__Regierungs-Aeeessisi.__________________

veutscher »eich»»«-.

180. Pleuarfitzung. Doneetitag den 25. Februar, 1 Uhr. gesetzt^^ ln,e*te Eerathung deS.Telegraphengesetzes wird sort-

'^.^ntet in der von der Commission vorgeschtagenen Faffuna: ^fnehmigung des Reichs können errichtet und beirieben werden. I. Tetegrapheniinlagen, welche ausschließlich dem inneren h°noC^ ,°b°r Communalbehördm und Deichcorporationen gewidmet sind; 2. Telegraphenanlagen, welche von Transportanstalten auf ihren Linien ausichließtich zu Zwecken ihres Betriebes oder für hen allgemeinen Bermittlungsoerkehr innerhalb der bisherigen Grenzen örunbftürfs^ ;Jr*6rap6etHanlOflCP a) inn-rhalb der Grenzen eines Grundstücks, b) zwischen mehreren einem Besitzer gehörigen oder zu iinn/,m9^e4y ebe v-r-«nigten Grundstücken, deren keins von dem -»deren KCr £ufULnic en*fernt sind, wenn diese Anlagen

Hammacher (Mtl.) beantragt, anstatt der Worte 4!e7m.ttelung^n'R-chLn"'^"«^»kehr" zu sagen:für bie

tr5genXXenDr' ° etnad M «"

«nnabme von Anzeigen zu der Nachmittags für bat folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.

Amtlicher Tl-sil.

Bekanntmachung,

betr. die Vormusterung dcs Pferdebestandes im Jahre 1892.

Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß von der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde in den Muster- ungsterminen:

Feuilleton.

Uebkr dir Ausrottung der Lhiere.

Als der Teufel einmal aus Urlaub ging und aus der Erde herumbummelte, um sich über die Thorheiten und Un­gereimtheiten der Menschen luftig zu machen, nichts soll ihm das Zwerchfell so heftig und anhaltend erschüttert haben wie der Anblick einer vornehmen und gefühlvollen Dame, welche ihren kostbaren Robbenfellmantel anzog und ihren mit Bogel bälg en geschmückten Hut aussetzte, um einer Ver­sammlung des Thierschutzvereins beizuwohnen!

Er pflegte seine Ferien mit Borliebe in den Polar­gegenden zuzubringen, wo er längs der Küste des Eismeeres hinstreifend oder aus dicken Eisschollen ein flottes Leben führend, am ehesten Abkühlung und Erholung von der nie nachlassenden Hitze der Unterwelt finden und völlig dienstfrei sich dem hohen Genuß einer nervenstärkenden Sommerfrische erst recht ergeben konnte. Dort batte er öfters Gelegenheit gehabt, Beobachtungen über die bei ber Seehundjagd ver- übten Grausamkeiten anzustellen und das abscheuliche Ber- ö u *1 der gesitteten Völker bei der Verfolgung dieser Thiere gab ihm werthvolle Winke .in Bezug auf die Behandlung der Verdammten und die Vermehrung ihrer Qualen. Er faßte olso den Entschluß daraufhin, zu handeln und einige Folter- rnechte bei den tüchtigsten Robbenschlägern unverzüglich in me Lehre zu ihun. Es leuchtete ihm jedoch ein, daß die Sache keinen Aufschub leidet, denn in den südlichen Polar- meeren, wo die Robben früher aus ihren Lieblingsplätzen in unzähligen Mcngen sich zusammenfanden, find sie während der etzren achtzig Jahre vollständig ausgerottet worden und auf Den Pnbyloff Inseln im BeringSmeer gehen sie demselben traurigen Schicksale rasch entgegen. Die riesigen und ziem­lich unbeholfenen Elephantenrobben, deren Verbreitungsgebiet Don den südlichen Theilen des indischen Meeres über Tas­

manien und Neuseeland bis zu der Küste von Calisornien reicht, hat man des Leders und Specks halber schonungslos hingeschlachtet und bereits fast vertilgt.

Aus der Rückreise hielt sich der Teufel gewöhnlich in den seinem Reiche nahegelegenen Städten London, Paris und Newyork^ eine längere Zeit auf, wo er bestrebt war, seine Kenntnisse bezüglich der erbarmungslosen Ausbeutung und eigenthümlichen Verwendung der Thierwelt durch die Frauen­welt noch zu erweitern. Zuerst wohnte er in London einer Versteigerung von Thierhäuten und Vogelbälgen bei, wo 30,000 Affen, 250,000 australische Beutelthiere, 400.000 Kolibris, 6000 Paradiesvögel und 360,000 verschiedenartige ost'ndffche Bögel dem Meistbietenden zugeschlagen wurden. Bet einem anderen Händler in derselben Stadt wurden in ^ei Monaten 404,464 westindische und brasilianische und 356,389 ostindische und in einem dritten Geschäft im Jahre 1889 über 2,000,000 affortirte Vogelbälge verkauft. In Parts führt ein einziger Händler jährlich ungefähr 100,000 Bogel aus Afrika und 40,000 aus Amerika ein. Ein kleiner Bezirk auf Long^Jsland bei Newyork lieferte einer dortigen Firma in vier Monaten 70,000 Vögel und ein amerikanischer Ta^iderm stopft durchschnittlich iu einem Jahre 30,000 Vogel- dölge aus, die fast sämmtlich bestimmt sind, Damenhüte zu schmücken.

, Früher kam eine Art Papagei auch in den südlichen Theilen von Nordamerika vor und verschönerte die Wälder mit buntem Gefieder unö erfüllte sie mit munterem Geschrei bis zu 40 Grad nördlicher Breite hinaus. Heutzutage tritt er nur in Florida auf, wo er von müssigen Wintergästen maffenweise erschossen und zum Zeitvertreib vertilgt wird. In Washington gerieth der Teufel in die Bibliothek der Smith. sonian-Jnstitution und nahm dort Einsicht in ein soeben in ' Druck gegebenes Buch über das Ausstcrben und Auörotten der Thiere. In dem Werke heißt es: Von dem in den Handel gekommenen und in Europa verarbeiteten Elfenbein

stammt der größte Theil aus Afrika,- bis jetzt ist es jedoch hauptsächlich altes oder sogenanntestodtes", d. h. im Laufe der Jahrhunderte im Besitz der Eingeborenen angehäustes Elfenbein, das nach Europa gelangt. Ein sehr bedeutender Theil rührt auch von den in Sibirien aufgesundenen Ueber- resten vorweltlicher Elephantenarten her. Indien hat verhält- nißmäßig nur wenig geliefert. Aber die Vorräthe von todtem" Elfenbein find bereits erschöpft,- weder Afrika noch Sibirien hat Vieles noch auf dem Lager. Man muß fich also an die lebenden Dickhäuter halten und auf die Jagd verlassen, um das nöthige Elfenbein zu erhalten. Dem Be­richt der Smithsonian-Jnstitution zufolge werden, wie E. P. Evans in derNation" schreibt, gegenwärtig zu diesem Zwecke 100,000 Elephanten jährlich hingeschlachtet. In solcher furchtbaren Weise werden die die afrikanischen Wälder durchziehenden zahlreichen Heerden dieser edlen Geschöpfe ge­lichtet und gehen dem Untergange rasch entgegen.

Dasselbe gilt auch von den aus Südafrika beschränkten verschiedenen Arten dcs Tigerpserdes (Zebra, Dauw, Quagga) und der sansten, verständigen und leicht zähmbaren Giraffe dem einzigen noch lebenden Mitglied einer längst ausgestorbenen unb versteinerten Familie. Dor 40 Jahren pflegten die Wagencarawanen nach Calisornien tagelang zwischen großen Bisonheerden hinzuziehen,- heute begegnet man diesem Tluere faft nur in Menagerien und Thiergärten, namentlich im Yellowstoiiepark, wo es in ziemlich geringer Zahl unter Schutz der Bundesregierung gestellt, einen sicheren Zufluchtsort ge­funden und damit das Schicksal des nur noch im litchauischcn Walde von Bialowicsz vorkommenden europäischen Auerochsen erreicht hat. Noch in den dreißiger Jahren dieses Jahr- bunderts lebte ber Riesenalk in unzähliger Menge auf der Funkinsel in Newsoundland,- aber selbst aus dieser wegen wuthender Brandung säst unnahbaren Felfeninsel hat der Mensch ihn verfolgt unö vollständig ansgerottet. Dort hat die Smithsonian-Jnstitution die Knochen dieses wunderbaren