Ausgabe 
24.3.1892 Erstes Blatt
 
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Donnerstag den 24. März

Senerat-Anzeiger

und rSnzeigeblatt fttt? dsn Areis Giefien.

Hraliskeitage: Hießmer JamitienLkätter.

Berlin, den 2. März 1892.

Deutsches Reich.

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Butzbach, Niederwöllstadt, Neinheim, Bickenbach, Groß-Gerau, Gernsheim, Lampertheim.

Annahme von Anzeigen zu her Nachmittags für dm folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr.

«He Annoncm-Vureaux de- In- und Au-lande- nehmm Anzeigen für dm ^Gießener Anzeiger" entgegen.

Vierteljähriger HLonuementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redactton, Expedittov und Druckerei:

Kchntstraße Kr.7.

Fernsprecher 51.

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Deutscher Reichstag.

200. Plenarsitzung. Dienstag den 22. März, 12 Uhr. H'SWÄÄ'Sa

"ÄÄ'Ä. »»

Bezüglich der Wahl des Abg. v. Colmar-Meoenv»^ Oommi^nal,i%hfe Regterunasbezirks Bromberg beantrag? die -rhLungen ( fe"n* abg' Dr D°--'n) Beanstandung und Beweis!

«Lift«'".

geleistet n?oiöcn. Dr. Schulte, Suffe und a> , J?

unb Fleihettsderaubung des Albetters^Dessau ®_?°9cn verurtheilt worden seien, hätten auf die fnhrh* bal?nS hätten sich einen socialdemok'rattschenÄ itato! f?n d?- d Begnadigung erwirkt. Thatsachltch sei Dessau für

«V?-''^Ege Partei eingetreten. Die Ltaalsanwal scha Uollte RL..gk7.'Sn bC 31n8abC" b°s Begnadigungsgesuch"'^!'ihr'!

äSSS & 'S"" N SS Snugltchen Schilderung, welche der Vorredner von den W?hlooraänaen Dessau' Ec die Illustrationen mit den Porträts der

tncus, Levy usw., die darin eine Rolle spielten veraaitirt^Am diesem Wahlkreise nicht weniger als 360OO Mk.

dlm Wahltage hätten sie an alle Schulzenämter drtnaltcke a 0 ^uui dreifachen Preise, gesandt, des Inhalts- Die schulzenämter werden angewiesen, sich' jeder ffiaTbeiMffiina w llnnpi ltaatsanwaltliche Actenmakerral in Sachen Busse-

^nlana-E ?orhanden und befinde sich beim Referenten. Was Dessau anlange, so möge wohl die Sache so liegen, dah Dessau Social- ?^okrat, aber im Dienste der Freisinnigen thätig gewesen sei. Man sollte doch nicht unerwiesene Beschuldigungen gegen Beamte erbehrn*

d°mit das Ansehen der Autorität EndUch pricht sich Redner gegen die von der Commission beantragte eidlicke nebmung von ca. 100 Schulzen, Distrtctscommtsfaren " aus Man profanire damit nur den Eid. au6* ^an

Abg. Auer (Soc): Der Vorredner solle sich mit seiner-lci-» ^nntnlß n cht so dick tbun; die ftaat«ann>alt 4.^4 n «etn h. Sachen Busse seien nicht vorhanden. Dah sich etti Ardetttr »u frei­sinniger Agitation hergebe, möge im Osten so nack RuKianb " ' noch Vorkommen: in ctvilisirteren Wahlkreisen feien 9irh J' Sodalbemofraten. Die Namen Jsaac Mncus y,?erb,*kr beim Sßorrebner Anstoßt er scheine damit bnf, u m ,rrt0*tn d°be". (Heiterkeit.) Die Naatsanwaltschaitlich n ÄeUn in Lacken Busse-Vogel muhten vorgelegt werden, damit jeder Sfrhndhf frhm^nk, ftaif er"Ie?O°er "auch" Consta,i??/'da^der

worden (et * °°" fleB,if,tr »nleroatioer Seite belogen

Gießen, am 19. März 1892. ®etr.: Die Führung der Tagebücher der Fleischbeschauer. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Grotzh. Bürgermeistereien d,S Kreise-.

. Jple uns Seitens der Großh. Kreisveterinärämter Gießen und Grunberg mitgetheilt wurde, hat die Revision der Tage­bücher der Fleischbeschauer für das letzte Quartal 1890 er- mangelhaste ^^en fast durchweg eine recht

^hen uns hierdurch veranlaßt, Ihnen die strengste isqn rw9 ""^res diesbezüglichen Ausschreibens vom 30. Mai

5*^ '28) dringend anzuempfehlen. - Sie I k. Sr -um. lc^ bQDOn überzeugen, ob die Tagebücher der ^leischbeschauer und Stellvertreter den Bestimmungen des t5 ber S'^W^auorbnung vom 10. April 1880, sowie uuseres. Ausschreibens vom 30. Mai 1890, entsprechend ge- SfArift!« Senaueste Beachtung dieser

Vorschriften für bie Zukunft anempfehlen, fortgesetzte ^u- wtderhandlungen und Pfl.chtwidrigkeilen aber bei uns behufs diseiplinarer Ahndung bertchtlich anzeigen

Bei der Revision der Tagebücher haben Sie insbesondere ' darauf zu achten, daß jeher Fleischbeschauer bezw. Stellvcr.

Dcr Oießeier -azelfier erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montags.

Die Gießener ^««tttenStLIter werden den, Anzeiger «Schentlich dreimal beigelegt.

treter sich im Besitze von zwei Tagebüchern befinbet unb baß mit biesen Tagebüchern, wie vorgeschrieben, alle Kalenber- vierteljahre in ber Weise gewechselt wirb, daß das letzt- gefuhrte an jedem Quartalsschlüsse pünktlich abgeschlossen und unverzüglich an Sie zur Einsendung an das zuständige Kreis- vetermaramt in den ersten Tagen der Monate April, Juli October und Januar abgeliefert werden. Wir machen hierbei noch besonders darauf aufmerksam, daß die Tage­bücher an den bezeichneten Terminen ausnahmslos einzulieseru stnd, einerlei ob m dem betreffenden Quartale Einträge vor- ge ommen sind oder nicht. Letzterenfalls ist dies in dem ein- zuliefernden Tagebuch zu bemerken.

Schließlich wollen Sie noch Ihr besonderes Augenmerk Worauf richten, daß die von den Kreisveterinärämtern hin- Nchtllch der Führung der Tagebücher gerügten Mängel und Anstande beseitigt und die bezüglichen Anordnungen der ae- 5^örben unbedingt befolgt werden, resp. diejenigen Flerfchbeschauer und Stellvertreter, welche derartige Anord­nungen trotz wiederholter Ermahnung unbeachtet lassen bei uns behufs disciplinarer Bestrafung der Betreffenden zur Anzeige bringen.

.Ären Berichten über den Befolg vorstehenden Aus- schrelbens sehen wir binnen 14 Tagen entgegen.

v. Gagern.

zogs, erhalten werde. Schließlich ersuchte der Minister, den Entwurf nicht erst in commissarische Vorberathung zu nehmen, sondern die Sache möglichst zu beschleunigen. In der weiteren Debatte sprachen sämmtliche Redner der verschiedenen Parteien ihre Zustimmung zu dem von der Regierung in der Sache des Welsenfonds unternommenen principiellen Schritt aus, doch erklärten sie sich, mit Ausnahme der Sprecher vom Centrum, sammtlich für commissarische Vorberathung der Vorlage, welche denn auch gegen die Stimmen des Centrums einer Commission von 21 Mitgliedern überwiesen wurde.

Die Volksschulgesetz-Commission hat ihre Atzungen ausgesetzt, vermuthlich wird sie gar nicht mehr zusammentreten.

'Nationalzeitung" bringt folgende Zuschrift des

Herrn Provtnzialdirectors v. Gagern: In Nr. 167 Ihres Blattes haben Sie einer Darmstädter Correspondenz Raum gegeven, wonach während der schweren Erkrankung des Groß­herzogs in Verbindung mit der Frage der Regierungsnachfolqe schon jetzt Veränderungen in den höchsten Staatsstellen und namentlich die Ersetzung des Staatsministers Finger durch den ultramontan conservativen Provinzialdirector v. Gagern m gewissen Hoskreifen angeregt und verhandelt worden sei. Nachdem sich das Grab über unserem tiefbetrauerten Groß­herzoge geschloffen hat, ersuche lch Sie Notiz davon zu nehmen, datz diese ganze Nachricht jedes thatsächlichen An­haltes entbehrt und nur aus der Luft gegriffen ist, um Be­unruhigung und Mißstimmung zu erregen. Ebenso ist auch die mir zu Theil gewordene Characterisirung, mit welcher man Personen, die sich keiner Partei Schablone unterwerfen, emsach abzuthun gedenkt, gänzlich unzutreffend, wie hierzulande jedermann bekannt sein muß.

Um die Abstammung der vorgesührten Pferde feststellen au»mernheinhbbVri*e,ne Füllenscheine mitzubringen, auch werben die Verkäufer ersucht, bie Schweife ber Pferde ni$t zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, baß ein zu massiger ober zu weicher f6Cl ber'VknlJ®eJfauf iU ästenden Remonten ntd^t stattfindet, weit baburch bie in den Remontebepots vor- kommenben Krankheiten sehr viel schwerer zu Überstehen sind als dies bei rationell unb nicht übermäßig gefütterten Re- monten ber Fall ist. Die auf ben Märkten vorzustellenden Remonten müssen daher in solcher Verfassung fein, daß sie £Ur^mm?.n9e 6aftet. er"ä^run9 nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur ausgebildet sind.

Kriegsministerium, Remontirungs-Abtheilung. . gez- Hoffmann-Scholtz.

M f22 ^örz. Die unsere gesammte innere Tages­

politik beherrschende ministerielle Krisis in Preußen bepnbel sich »och immer in ber Schwebe. Denn auch die Reffe des Reichskanzlers Grasen Eäprivi^ch Schloß Hubertus- fiock zum Kaiser har, wie eine halbamtliche Berliner Meldunq bestätigt, eine Lösung ber Krisis noch nicht gebracht, nur gilt ber Rücktritt des Cullusminifters Grafen Zedlitz als sicher nJ\ S'unde bürste bie allerhöchste Genehmigung seines Entlassungsgesuches offieiell bekannt gegeben worben sein. Graf Zeblitz verabschiebeie sich bereits am Montag von seinen bishertgeu Minifteieollegen,er gedenkt sich demnächst nach Karls­bad zu begeben. Die weitere Entwicklung der Krisis wird nun abzu- stm, allgemein erhält sich jedoch bie Annahme, daß sie nm Ablehnung des auch seitens des Reichskanzlers eingereichien Demisssonsgesuches ihren Abschluß erfahren wird. Was über die Abtrennung des Reichskanzleramtes von der preußischen Mtmsterprasidentschast und über die hiermit zusammenhängenden personalfragen, dann auch über die Neubesetzung des Cultus- Ministeriums verlautet, beruht vorläufig nur auf Combiuaiionen. Voraussschllich wird erst die Rückkehr bes Kaisers nach Berlin eine fernere Klärung in bie Sachlage bringen, doch herrscht Sct*Pun^ >ewes Wiedereintreffens in der Reichs- hauptstadt noch völlige Ungewißheit. Daß die Abreise des Monarchen nach Hubertusstock lediglich auf ärztlichen Rath erfolgte, wird jetzt von unterrichteter Seite bestimmt versichert es ist von der jüngsten Erkältung des hohen Herrn ein hart- Är olT? zurückgeblieben, zu dessen Beseitigung bie Merzte eine Luftveränderung empfahlen.

-DieMinisterkrisis in Berlin scheint einen be­schleunigten Schluß der Reichstagssession zur Folge haben zu sollen^ Es soll in ber Absicht ber Reichsregikrung bCn ^ichstag in Anbetracht der gegenwärtigen Ver- haltmsse am 31. März zu verabschieden. Unter Umständen Men bi« dahm nur noch der Etat, dessen dritte Leiung be­kanntlich noch aussteht, unb das Gesetz über ben Beikehr mit 2öcm zur Erledigung gelangen.

.. T Montag fand im preußischen Abgeordnetenhause die erste Lesung der Welfen so nds vor läge statt welche fnnhs ar'- r* y^ebuns ber Beschlagnahme des Welfen- fonds königlicher Verordnung zu Überlassen. Abg. Richter erk arte sich unter Berufung auf die Rechte der Volksver- "tn® 9E9en bie Ertheilung einer solchen Vollmacht unb be­antragte Ueberroeifung bes Gesetzentwurfes an eine Commission Lamento"* hlt* °°"^id,gte der Finatizminister die Vorlage "t? 6 J* bc" daraus, daß es nölhig sei,

manche Einzelheiten des zwtichen dem König von Preußen und

vom 29. September 1867 abzuändern und andere Punkte fHHph 3Uc T?' '"bßhalb die Beschlagnabme nicht sosort durch Geietz aufgehoben werden könne. Weiter erklärte ber Münster bafe bie Staatsregierung zur Rechnungsvorlegung über bie bisherige Verwendung der Zinsen ans dem Welseiifoiids n-dit ^ ?! flnb ba"" wei'-r die Erklärung ab, daß nach den bestehenden Vereinbarungen und gesetzlichen Be- s immungen das Capital des Welsensoubs in der Hand der Kin7en nCra k'66', Von ^umberlanb mithin nur die

S mm ar ,6"' bancbcn ein Capital in Höhe von einer Million Mark aus den allodialen Befitzungen des Her-

Aintlichev Theil.

Gießen, 21. März 1892.

Betr.: Den Ankauf von Remonten im Jahre 1892.

Nachstehende Bekanntmachung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Remontirungs - Abtheilung, bringen ivir hiermit zur öffentlichen Kenntniß.

Gießen, den 21. März 1892.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Bekanntmachung,

Jen Ankauf von Remonten für 1892 betreffend.

Sunt Ankauf von Remonten im Alter von drei und ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche des Groß- herzogthnms für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Markte anberaumt worden und war-

am 22. April in Nidda,

23.

Nr. 71. Erstes Blatt.

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snf Die von der Remonte- Ankaufs - Commission erkauften SttnO««? i&i »»d Wort

/°^en Fehlern, welche nach den Landes- gefetzen den Kauf rückgängig machen, find vom Verkäufer gegen Erstat ung des Kaufpreises und der Unkosten zurück, zunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste, welche sich ,n den ersten zehn bezw. achlundzwanzig Tagen nach Ein- heferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören, ober durch einen mdjt legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorqestellt werden, sind vom Kans ausgeschlossen.

Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde eme neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Seb£r .°?r H-">f mit zwei min­destens zwei Meter langen Stricken ohne besondere Ver- gutung mttzugebcn.