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Stabilität auch für die Landwirthschaft gefordert wird. Für die idealen Güter etnzutreten, sollten sich alle conservattven Elemente zusammen- thun, zu denen er Alle rechne, außer Liberalen und Soctalbemo- kraten.

Abg. Dr. Petri (natl.) bekämpft den Antrag, dessen Nachtheile durch die Vorthetle bet Weitem nicht ausgewogen würden.

Abg. Dr.Bamberger (bfr.) stimmt den Ausführungen SchippelS |il Die Schweiz habe sich lange energisch gegen die schutzzöllnertschen Tendenzen gewehrt; wäre Deutschland nicht zum Schutzzoll über­aegangen, so wäre die Schweiz auch heute noch sreihändlertsch. Auf dem gestern von Herrn v. Bennigsen angegebenen Boden könnten sich die Freisinnigen nicht mit ihm zusammenfinden; die Handelsverträge seien ein ganz hübscher Rahmen, aber noch lange kein Gemälde, und mit dem, was sie böten, könnten sich die Freisinnigen nun unmöglich für völlig befriedigend erklären. Er und seine Freunde hätten sich s. Z. von den Nattonalltberalen getrennt, weil sie die staatssoctalistische Politik de4 Fürsten Bismarck mit ihrer Spitze gegen den Liberalis­mus vorausgesehen hätten. Wenn Herr v. Bennigsen wünsche, daß wir den Kampf nicht mit mehr Schärfe führen, als die sachliche Be­handlung unbedingt erfordere, daß wir uns achtungsvoll behandeln, daß wir unseren Patriotismus gegenseitig nicht anzweifeln, so könne er, Redner, Namens seiner ganzen Partei sein Etnverständniß damit erklären.

Fürst Ferd. Radztwill (Pole) spricht für den Vertrag. Was die gestrigen Ausführungen Bennigsens anlange, so wünsche er einen gemäßigten Liberalismus, der die Autorität kräftige; leider seien früher die Polen nichts weniger als liberal behandelt worden.

Abg. Frhr. o. Münch (Dem) stimmt gegen den Vertrag.

Abg. Menzer (cons.): Von einer Brutaltsirung der Schweiz könne, wenn der Vertrag adgelebnt werde, keine Rede sein, denn die Schweiz sei in wirtschaftlicher Beziehung nichts weniger als klein. Die badische Industrie werde durch den Vertrag schwer betroffen.

Abg. Richter (bfr.): Der Gegensatz zwischen Freihandel und Schutzzoll allein habe nicht die Trennung der liberalen Parteien ver­schuldet; es seien Gegensätze allgemein politischer Natur dazu ge­kommen. Fürst Bismarck habe diese Gegensätze verschärft, um die Trennung vollständig zu machen. Einen großen Antheil habe das Heidelberger Programm an der Entfremdung gehabt. Die Handels­verträge gewährten noch keinen gemeinsamen Boden, denn die Frei­sinnigen könnten Agrarzölle nicht acceptiren. Es gebe allerdings Gebiete, auf denen beide Parteien auf einander angewiesen seien, Namentlich das der Schule und das der communalen Angelegenheiten. Hoffentlich werde die Rede Bennigsens die Wirkung haben, daß beide Parteien in der Ablehnung des neuen Schulgesetzes zusammenstehen werben.

Abg. Dr. Hartmann (cons.): Vorredner habe eine interne Angelegenheit behandelt, auf die er hier nicht näher etngehe. Einige Punkte deS schweizerischen Vertrags hätten auch in seiner sächsischen Heimath ernste Bedenken hervorgerufen, so die Behandlung der Wollindustrie, die Maschinenfttckerei, der Veredelunpsverkehr. lieber die Bedeutung des letzteren seien die Meinungen überhaupt getheilt. Eine Erhebung darüver sei wünsckenswcrth. Er stimme indeß für den Vertrag, da uns die Meistbegünstigungsklausel alle die Vortheile sichere, welche die Schweiz etwa.anderen Staaten gewähre.

Abg. v. Bennigsen: Er sei wett entfernt davon gewesen, Herrn Dr. Bamberger und seinen Freunden zuzumulhen, sich mit den Handelsverträgen nun für vollständig befriedigt zu erklären; er habe nur gesagt, daß die nun etntretenbe Stabilität von selbst dazu führen müsse, daß die Gegensätze von Schutzzöllner und Freihändler weniger schroff sich bethätigen werden. Daß der Schutzzoll die politische Trennung veranlaßt, habe er nicht behauptet. Dr.Bamberger und Richter hätten zugegeben, daß es gemeinsame Arbeitsgebiete für beide Parteien gebe. Seine Partei würde bereit sein, in dieser Hinsicht die Hand zu reichen.

Damit ist dte erste Lesung des Vertrags mit der Schweiz geschlossen.

Montag: Patent- und Musterschutzconvention mit Italien. 2. Berathung des Schweizer Handelsvertrags.

Ne«efte Had?rid>teii.

Depeschen deSBureau Herold".

Berlin, 25. Januar. Das württembergische Königs­paar rst gestern Abend hier angekommen. Der Kaiser stieg in den Salonwagen, umarmte und küßte den König dreimal und geleitete alsdann die Königin in das Fürstenzimmer, wo die Gäste von der Prinzessin Friedrich Karl begrüßt wurden. Der Kaiser und der König schritten sodann die Front der Ehrenwache ab und fuhren durch Unter den Linden auf dem breiten Mittelwege nach dem Schlosse. Das zahlreiche Pub­likum begrüßte den Kaiser und seine Gäste durch laute Hurrahruse. Um 9 Uhr fand Familientafel statt.

Newyork, 25. Januar. Man nimmt hier zuversichtlich an, daß der gegenwärtige Conflict nicht zu einem Krieg mit Chile führen werde. Den letzten Berichten zufolge hat Chile sich bei der Union entschuldigt.

Petersburg, 25. Januar. Der Großfürst Constantin Nikolajewitsch ist um Mitternacht gestorben.

Aus -em VerwaUungsbrricht der Stadt Gießen im Jahre 1890/91.

Dem Verwaltunflsbericht der Großherzog­lichen Bürgermeisterei Gießen für das Etatsjahr 1890/91, welcher der Stadtverordnetensitzung vom 12. De- cember v. I. vorgelegen, entnehmen wir Folgendes'

Die Stadt Gießen konnte in dem Berichtsjahre, im Gegensatz zu den vorausgegangenen Jahren, zurückschauen aus eine in Bezug aus schwere Verluste für Reich und Stadl ungetrübt gebliebene Zeit. Als besonders erfreuliches Er- eigniß konnte die Stadt die am 28. Juli 1890 erfolgte Einweihung der neuen Kliniken und die Ent­hüllung des Liebig-Denkmals bezeichnen. Ueber die Feierlichkeiten selbst haben wir theils durch eine Fest­nummer, theils durch den Gießener Anzeiger möglichst eingehend berichtet. Eine weitere Auszeichnung und Freude erwuchs im Berichtsjahre der Laudesuniversität und der Stadt dadurch daß Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog seine Studien hier fortsetzte, am 29. October 1890 die Mitglieder der Stadtverordneten Versammlung empfing und eine Ein­ladung zu einem gemeinsamen Mittagessen am 12. Februar 1891 annahm. Die städtische Vertretung machte sich im abgelaufenen Jahre zum Träger einer Sammlung für die Errichtung eines Kaiser . Friedrich - Denkmals auf dem Schlachtfelde von Wörth- statt des erbetenen Bettrags aus städtischen Mitteln wurde es ermöglicht, den Betrag von 1191 Mk. dem schönen Zwecke au« Beisteuern der Mitbürger zuzuwenden. Der gemeinsamen Huldigung der deutschen Städte an den Generalfeldmarschall Grafen Moltke zu desien 90. Geburtstage hat die Stadt Gießen sich angeschloffen. Im Rahmen des engeren Vaterlandes hat

die Stadt Gießen zugestimmt den auf Gründung eines hessischen Städtetages und Vertretung gemeinsamer Interessen der hessischen Städte gerichteten Bestrebungen. Einer auf dem hessischen Städtetag zu Offenbach getroffenen Verabredung gemäß hatte der Stadtvorstand beschlossen, um die Ermächtigung einzukommen, von der Communal- steuererh ebun g für eine oder mehrere der Steuerklassen A., B., C. der Einkommensteuer abzusehen. Wenn diesem Beschlüsse bisher noch keine Folge gegeben werden konnte, so haben die inzwischen gemachten Erfahrungen, wie die gegen­wärtigen Lebensverhältnisse eine Willfahrung dieser Anregung und eine möglichst weitgehende Steuerbefreiung der untersten Klassen erwünscht erscheinen laffen. Die Stadtverordneten - Versammlung hat hinsichtlich ihrer Zusammensetzung durch das am 20. November 1890 erfolgte Ableben des Stadtverordneten Julius Hoch, welcher der Körperschaft seit Inkrafttreten der Städteordnung an­gehörte, einen schmerzlichen Verlust erlitten. In Gemäßheit des Ortsstatuts sind in der im Jahre 1892 stattfindenden Ergänzungswahl zu wählen 10 Mitglieder auf neun, 1 Mitglied auf sechs Jahre.*) Die Stadtverordneten-Ver- sammlung hat in 34 Sitzungen über 702 Gegenstände verhandelt. Was die Thätigkeit der einzelnen Commissionen betrifft, so waren beschäftigt die Baudeputation, Commission für das Feuerlöschwesen und Friedhosseommission in 38 Sitz­ungen mit 576 Gegenständen,- die Finanzeommission in 16 Sitzungen mit 44 Gegenständen - die Deputation für das städtische Gas- und Wasserwerk in 11 Sitzungen mit 102 Gegenständen, die Schlachthaus-Commission in 2 Sitz­ungen mit 12 Gegenständen,' die juristische Commission in 2 Sitzungen mit 6 Gegenständen- die Landwirthschaftliche Commission in 8 Sitzungen mit 25 Gegenständen; die Depu­tation für das Einquartierungswesen in 6 Sitzungen mit 6 Gegenständen; die Schuldeputativn in 4 Sitzungen mit 6 Gegenständen; die Commission zur Prüfung von Gesuchen um Erlaubniß zum Ausschank und Kleinhandel mit Brannt­wein in 8 Sitzungen mit 29 Gegenständen- die Deputation für Märkte in 3 Sitzungen mit 3 Gegenständen, die Armen­deputation in 32 Sitzungen mit 1201 Gegenständen. Der Schulvorstand erledigte in 8 Sitzungen 54 Gegenstände, das Kuratorium der höheren und erweiterten Mädchenschule in 2 Sitzungen 10 Gegenstände. Das Gesch ästsjournal für die Eingänge bei der Bürgermeisterei, dem Standesamt und der Armendeputation wies 9361 Nummern (gegen 8901 im Vorjahre) auf. Der Personenverkehr betrug nach einer Durchschnittsberechnung im Kalenderjahr 1890 auf der Bürgermeisterei 19 339 Personen, auf dem Standesamt 6600 Personen, auf dem Armenamt 6750 Personen. An Gewerbe st reitigkeiten wurden anhängig und durch Herrn Beigeordneten Langsdorfs behandelt 29 Fälle, davon wurden 14 durch förmliches Urtheil erledigt, in 10 Fällen kam ein Vergleich zu Stande, in 5 Fällen blieb die Sache aus Antrag der Kläger beruhen, bezw. erfolgte Zurückziehung der Klage. In Rücksicht auf diese geringe Zahl von Streitig­keiten hat die Stadtverordneten-Versammlung bisher von Er­richtung eines Gewerbegerichts absehen zu sollen geglaubt. In 93 Beleidigungssachen wurden Sühneversuche abge­halten- in 27 Fällen gelang es, die Parteien zu vereinigen, während in 63 Fällen diese Bemühungen erfolglos blieben- in 3 Fällen wurde der Antrag zurückgezogen bezw. Beruhen- lassen der Sache beantragt. Zum Eintrag in die Wählerliste für die Stadtverordneten - Ver­sammlung haben sich 28 Nichtortsbürger gemeldet. Neben der bei Enthüllung des Liebig-Denkmals erfolgten Verleihung des Ehrenbürgerrechts an den Geheimen Rath Prof. Dr. A. W. v. Hofmann zu Berlin sand nur eine Ortsbürgeraufnahme statt.

Was die Bevölkerungsstatistik betrifft, so hat die Stadt Gießen am 1. December 1890 20612 Einwohner neben 192 vorübergehend Abwesenden gezählt. Nach den beim Standesamte erfolgten Meldungen wurden in 1890 geboren: 661 Kinder (212 eheliche und 115 uneheliche Knaben und 228 eheliche und 106 uneheliche Mädchen). Von den zum größten Theile in der Entbindungsanstalt geborenen unehelichen Kindern waren 176 Mütter derselben von aus­wärts, 45 von Gießen. Die Zahl der Todtgeborenen belief sich auf 18. Ehen wurden 143 geschlossen. Sterbefälle kamen im Ganzen 537 (gegen 477 in 1889) vor- von den gestorbenen Personen waren in Gießen wohn- hast 388. (Fortsetzung folgt.)

*) Die Zahl ber zu wählenden Stadtverordneten hat sich infolge der durch Amtsniederlegung deS Herrn Beigeordneten !K e l l e r erfolgten Wahl beS Herrn Stadtverordneten Grüneberg zum Beigeordneten inzwischen um 1 vermehrt. Red.

Loyaler und provinzieller.

Gießen, 25. Januar 1892.

Einbruch. In einer Wirtschaft ber Rodheimer-Straße wurde vergangene Nacht mittelst Eindrücken einer Fenster­scheibe eingeftiegen und mehrere Kistchen Cigarren ent­wendet. Der Dieb hatte es offenbar auf die Kasse abgesehen und muß Localkenntniß gehabt haben, denn er erbrach einen in ber Wirthsstube befinblichen Uhrenkasten, in welchem der Wirth Tags über seine Einnahmen aufbewahrt, des Abends jedoch an einen sicheren Ort verbringt.

Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogthums Hessen Nr. 1 enthält: 1) Ausschreiben Nr. 1 vom 15. December 1891 , betreffend die kirchliche Statistik. 2) Ausschreiben Nr. 2 vom 30. December 1891, betreffend Verhandlungen deS zehnten deutsch-evangelischen Kirchengesang - Vereinstags zu Darmstadt. 3) Dienstnach richten. 4) Coneurrenzeröffnunq.

DaS Amtsblatt Großherzoglichen Ministeriums deS Innern und ber Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 1 enthält Ausschreiben vom 15. Januar an die Grobherzoglichen Amtsgerichte, die Bildung der Schöffengerichte betreffend.

Neue Briefmarken. Blättermeldungen zufolge werden demnächst von dem Reichspostamt neue Briefmarken ausgegebeu werden. Die neuen Postwerthzetchen, an deren Herstellung bereits in ber Reichsdruckerei gearbeitet wirb, werben sich in Form unb Zeichnung wesentlich von ben jetzt im Gebrauch befindlichen Marken unterscheiden. Sie werden sechseckig sein und bas Bildniß ber Germania aufweisen, bas nach ber Statue ber Germania auf bem Niederwalb ausgezeichnet ist. Dir Farben für bie versch ebenen Werthe ber Marken werden internationaler Abmachung zufolge dieselben bleiben. Die neuen Marken bürsten etwa im April in ben Verkehr gebracht werben. Veranlassung zu ber Neuausgabe ber Postwerthzeichen unb ben in Aussicht genommenen Abänberungen in ihrer Ge- ftalt unb in ber Zeichnung hat bie Thatsache ergeben, baß bie jetzt in Gebrauch befindlichen Briefmarken wiederholt nach­gemacht worden sind. Die Fälschungen sind allerdings stets ohne Mühe von den Behörden entdeckt worden, aber man hält es für wünschenswerth, ihnen vorzubeugen- man hat bei der Herstellung ber neuen Marken zu Mitteln gegriffen, welche ben Fälschern die Ausübung ihres Handwerks sehr erschweren werden.

Alsfeld, 21. Januar. In ber gestrigen Generalver­sammlung bes Ortsgewerbvereins würbe auf Vor­schlag des stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Sondermann Herr Kreisbaumeister Cellarius zum Vorsitzenden gewählt.

Heusenstamm, 22. Januar. Der unlängst von S. am Main hierher verzogene Landwirth I. St. ging vor einiger Zeit mit einem Handelsmann ben seltsamen Vertrag ein, dessen etwas mageres Kühlein umsonst zu füttern- bagegen sollte bie Kuh, wenn sie genügend gemästet sei, geschlachtet und das Fleisch unter bie Contrahenten getheilt werben. Das kluge Bäuerchen fütterte bie Kuh zwei Tage lang, schlachtete sie bann unb überbrachte bie Hälfte derselben bem höchlichst überraschten Hanbelsmann mit ben lakonischen Worten:So, meine Hälfte ist mir fett genug - wenn Dir bie Deinige noch nicht behagt, schmiere sie mit Oel ein/' Wer bei ber, absolut auf Wahrheit beruhenden Geschichte ben Spott erntete, bebarf wohl kaum einer näheren Erörterung.

Heppenheim a. d. B., 20. Januar. Das hochgeachtete Ehepaar Georg und Barbara Vock dahier ist nach viertägigem Krankenlager im Alter von je 72 Jahren gemeinsam aus dem Leben geschieden. Auch im Tode sollten die würdigen Gatten vereint bleiben. Ein gemeinschaftliches Grab umschloß die sterblichen Hüllen der braven Eheleute.

A Mainz, 24. Januar. Wie man berDeutschen Weinzeitung" aus parlamentarischen Kreisen berichtet, will bie Reichsregierung von ber Vorlage eines Weingesetzes in gegenwärtiger Reichstagssession absehen unb zwar haupt­sächlich um beßwillen, weil eine Reihe abweichenber Meinungen unb Schwierigkeiten noch ber Ausgleichung harren unb außer­dem bie Absicht bestehe, bie Session vor Ostern noch zu schließen, bis wohin bem Reichstag sonstig reichlicher Stoff zur Bewilligung vorliege. Seitens ber interessirten Kreise sind neuerbings bei ber Staatsregierung in Darmstabt wegen Errichtung einer Schiffsschule hier wieber Schritte ge­schehen. Die Hanbelskammer wie auch ber Gewerbeverein haben für eine solche Schule, zu welcher Mannheim als Vor- bilb bienen soll, bereits ein großes Interesse betätigt unb wirb von ber Regierung nur eine finanzielle Unterstützung verlangt. Wegen vorgekommener arger Excesse ist es ben Solbaten ber hiesigen Garnison seit bem Jahre 1877 nicht gestattet gewesen, auf Kaisers Geburtstag außerhalb ber Kaserne zu sein. Für ben fommenben Kaisers Geburtstag ist bieses Verbot aufgehoben, jeboch ist angeorbnet, baß bet Feierlichkeiten, welche in Wirtschaften gemeinsam stattfinden, bie Solbaten die Seitengewehre nicht mitnehmen dürfen.

Kostheim, 22. Januar. Beim Waschen gerieth einer Frau plötzlich eine Nähnadel in das Fleisch der einen Hand. Bald schwoll der ganze Arm an, so daß sie endlich zum Arzte ging, der auch so glücklich war, die Nadel aus- zufinden und zu entfernen. Der Vorfall mahnt unsere Frauen wieder einmal, ehe sie Wäsche reinigen, diese erst von den öfters eingesteckten Nadeln zu befreien.

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* Frankfurt a. M., 23. Januar. Bei der Betriebs- direction der Frankfurter Trambahn-Gesellschaft sind 562 Mk. als Neujahrsgeschenke für die Bediensteten eingegangen unb unter entsprechender Bekanntmachung der Spender an dieselben vertheilt worden.

* Laasphe, 19. Januar. Als Millionär entpuppte sich bei der Selbsteinschätzung in dem benachbarten Feudingen ein einfacher Geschäftsmann.

* Berlin, 23. Januar. Bei ber am 22. Januar fort­gesetzten Ziehung ber Deutschen Anti-Sclaverei- Lotterie (2. Klaffe) fielen 1 Gewinn von Mk. 300 000 auf Nr. 31301, 1 Gewinn von 25 000 Mk. aus Nr. 88128, 1 Gewinn von 20000 Mk. auf Nr. 29580.

* Thorn, 22. Januar. Heute früh würbe an ber im October v. I. vom hiesigen Schwurgericht zum Tobe ver- urtheilten Ehefrau bes Pferbeknechtes Bubniewski aus Gier- cowno burch ben Scharfrichter Reinbel bas Urtheil mit­telst bes Beiles vollstreckt. Die Bubniewski hatte ihren erkrankten Ehemann mit Anwenbung von Phosphor vergiftet.

* Kempten, 22. Januar. Gestern Nachmittag erstick- t e n bezw. verbrannten in einer Wohnung auf ber inneren Rottach bie brei Kinber beS Maurers Zimmermann, während bie Mutter berselben bem Vater das Mittagessen zur Arbeits­stelle trug.

Verkehr, £anb» rind DolfswirtbfcbafL

Gründers, 23 Januar. Frachtpreise. Weizen X 23.00, Korn X, Gerste X 17.(0, Hafer X 14.00, Erbsen X 21.50, Linsen X. Wicken X, Lein X, Kartoffeln X__,

Samen X.