um baö Fest heißt und einer ehrsamen Handwerkerfamilie aus Friedb
Curiosum mit dem Bemerken veröffentlicht, es
handle
sich
in Friedberg, in welchem er mehrtägige Haftstrafe verbüßt in Friedberg theilweise bettelnd Ledertasche, welche der Fahr
ern um
wegen groben Unfugs eine hatte, entlassen. Er trieb sich umher und stahl aus einer bursche Adam Frick aus einem
eins der besten Berliner Locale: (Firma.)
Nota für Herrn......
Berlin, 6. 6. 92.
11 Uhr 10 Minuten anlangenden Frankfurter Zug zu erwarten. Da der Erwartete nicht kam, ging er vom Bahnhof über den Kirchenplatz, um sich nach Hause zu begeben, als er plötzlich von hinten am Halse gefaßt und mit einem Stoß in den Rücken rückwärts niedergerissen wurde. Nachdem dies geschehen, sah Hanstein eine Mannsperson von großer Statur weglaufen und tn der Richtung nach der Wirthschast „Zum Windeck" zu eilen. Hanstein begab sich zunächst nach Hause, ging aber dann nochmals zurück, um nach seinem Angreifer zu forschen. An der Wirthschast „Zum Windeck" stand die Ehefrau des Gastwirths Krug in dem Hausgang und theilte ihm aus Befragen mit, daß etwa 10 Minuten vorher ein großer fremder Mensch in die Wirthschast gekommen sei. Daraus hin ging Hanstein in die Wirthschast und traf hier den Ludwig Saam, in welchem er sofort seinen Angreifer zu erkennen glaubte und auch bemerkte: „Da sitzt der, welcher mich angegriffen hat". Saam, welcher sich bei seinem Eintritt in die Wirthschast wie ein Taubstummer benahm und sich durch Zeichen Etwas zu essen bestellte, ging aus diese Bemerkung alsbald aus der Wirthschast weg und eilte in der Richtung nach dem Bahnhofe davon. Wagner Hanstein wurde nunmehr gewahr, daß ihm Uhr mit Kette und Medaillon nebst Uhrschlüssel fehlten. Er hatte diese Gegenstände noch etwa 10 Minuten vor dem Angriff im Besitz, da er um diese Zeit nach der Uhr gesehen und kam nunmehr zu der Ueberzeugung, daß ihm solche von dem fraglichen Angreifer bei dem Angriff weggenommen worden seien. Der Angeklagte, welcher den Diebstahl zum Nachtheil des Adam Frick zugegeben, den Raub jedoch in Abrede gestellt hatte, wurde, nachdem die Geschworenen (Obmann: Heinrich Schadeck III.) die auf Diebstahl lautende Schuldfrage unter Verneinung der mildernden Umstände bejaht, die aus Raub gerichtete dagegen verneint hatten, in eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle verurtheilt, von der Anklage des Raubes dagegen freigesprochen.
— Kuuftverein. Nach kurzer Pause ist Allers' prächtiger humorvoller Bildercyklus „Die silberne Hochzeit" im Kunstverein am Brandplatze jetzt wieder täglich von H — 1 Uhr, wie wir hören, nur noch aus kurze Zeit, ausgestellt. Wer sich mit dieser in ihrer Art einzigen Schöpfung, die künftig eine Zierde der Berliner Gallerie bilden wird, noch nicht bekannt gemacht hat, der versäume nicht, durch Besuch der Ausstellung sich einen Kunstgenuß zu verschaffen, wie er hier nicht so schnell wieder geboten werden wird. Auch sonst ist eine frequente Benutzung der Kunst-Ausstellung, die die hervorragendsten Werke der modernen Malerei allen Kreisen der Bevölkerung in so liberaler Weise zugänglich macht, dringend zu wünschen.
— Aus dem Kreise der „Alten Herren". Das Comite für das „Alte Herr en "-Fest (K. 8. C.) aus Helgo- lanb am 1. unb 2. October dss. Js. entfaltet eine rege Thätigkeit. — Dank bem liebenswürbigen Entgegenkommen der Rheberei Ballin, welche ben großen Schnellbampser „Cobra" für beibe Tage zur Verfügung stellt, wirb es möglich sein, bie Kosten des Festes für die Teilnehmer ungefähr aus gleicher Höhe zu halten wie in früheren Jahren.
— lieber bas am nächsten Samstag in Steins Garten concertirenbe Hornquarlett schreibt bas Badeblatt zu Baden- Baden : „Am Freitag ließen sich ein ganz vortreffliches Horn- quartett — die Königl. Kammermusiker Richter, Klöpfel, Ehrhardt und Unger — und ein vorzüglicher Piston- Virtuos, der Königl. Kammermusiker R a m m e l t aus Hannover, im Kiosk hören. Es sind wahrhafte Künstler in ihrem Fach- die Herren Hornisten haben einen sehr schönen, weichen Ton, emen sehr gesangreichen Vortrag, ihr Ensemble ist künstlerisch und tadellos correct. Der Pilgerchor aus „Tannhäuser", die „Jagd" von Lorenz, „Am Meer" von Schubert, waren vorzügliche Leistungen, die sich eines ungewöhnlichen Beifalls zu erfreuen hatten. In der „Erinnerung an Prag" von Hoch, in der „Bravour-Polka" von Damaree (ein eminentes Bravourstück) und in dem Lied von Abt excellirte Herr Rammelt so, daß wir in ihm einen Piston-Virtuosen erster Qualität erkannten. Stürmischer Applaus und Hervorrusen ehrten ihn nach Verdienst. Diese Künstler werden überall willkommen sein und mögen gelegentlich auch zu uns wieder- kehren. Sie dürfen ihres Erfolges jederzeit sicher sein.
— Der Gießener Zitherclub (Wohlthätigkeitsverein) feiert sein diesjähriges So mm er fest am 3. Juli im „Thiergarten" (Schöne Aussicht). Nach dem jehr reichhaltigen Programm sollen Schaubuden und Kasperl-Theater aufgestellt werden, Bolzenschießen, Ringwerfen, Angeln usw. stattfinden.
8t. Lauter, 21. Juni. Einen recht gelungenen und schönen Verlaus nahm das fünfte Bezirkssest des Kriegervereinsbezirks Grünberg verbunden mit der Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins, welches gestern und vorgestern hier abgehalten wurde. Kriegerverein und Gemeinde hatten aber
Zueignung weggenommen habe. — Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Ludwig Saam von Frankfurt am Main wurde am 24. April I. I. des Nachmittags um 5 Uhr aus dem Hastlocale
. ..... vor der Kripp'schen Wirthschast zu Friedberg stehenden Wagen hatte hängen lassen, und die sich durch einen Druck auf einem an derselben befindlichen Knopf öffnen ließ, drei Markstücke und ein Zwanzigpfennigstück, sowie ein Quittungsbuch und 1V2 Pfund Wurst. Die Verübung dieses Diebstahls geschah Abends um etwa 11 Uhr. Einige Zeit zuvor befand sich Saam mit dem Wagner Friedrich Hanstein in der Wirthschast zum Engel in Friedberg und verließ dieselbe etwa 3/4 Stunden vor Hanstein, welche.r kurz nach 11 Uhr aus derselben fortgegangen und sich nach dem Bahnhof begeben hatte, um Jemanden an dem um
schicklichkeit mancher Kellner im Addiren von Rechnungen wissen viele Leute, die zu den regelmäßigen Besuchern von Erfrischungslocalen gehören, ein Lied zu singen. Es gibt darüber einen ganzen Anecdotenschatz. In den gut geregelten Localen haben die Wirthe es zur Regel gemacht, daß dem Gaste seine Rechnung schriftlich ausgestellt und überlassen wird. Daß indessen auch diese Vorsichtsmaßregel nicht immer hilft, geht aus folgender Rechnung hervor, die die „Voss. Ztg." als " ' ' - M ----- - -
auch aufgeboten, was in ihren Kräften stand, um üu» Fesi würdig zu gestalten. Fast kannte man Lauter nicht mehr, so reizend Prunkte es im Festschmucke- da war kein Haus, kein Hof, keine Straße, die sich nicht mit Tannen- und Laubgrün geschmückt hatten, die nicht Fahnenschmuck zeigten. Wirklich prächtige Triumphbogen überwölbten bie Ortsstraßen. Wohl zeigte ber Himmel kein heiteres Antlitz, aber besten ungeachtet waren 28 Vereine unb eine nach vielen Hunberten zählenbe Menge von Festgästen erschienen. Nachmittags um 2 Uhr gruppirte sich ber Festzug unb zog burch ben Ort uach dem Festplatz. Der wirklich imposante Zug, auf besten Größe schon bie zahlreichen Vereine schließen lassen, würbe von vier Festreitern eröffnet, bann folgte bie Schuljugenb, btc Festjungsrauen mit ber verhüllten Fahne, bie Ehrengäste, bie sremben Vereine rc. Auf bem Festplatz, ben eine prächtige Festhalle zierte, begrüßte ber Bezirkspräsident, Herr Ranst- Grünberg, die Vereine und anderen Festgäste in warmen Worten. Sodann fand die Weihe der Fahne statt unter den üblichen Formalitäten. Herr Pfarrer Franz von Queckborn hielt nach dem allgemeinen Gesang des Liedes „Heil dir im Siegerkrunz" die Weih- und Festrede. Bei der trefflichen Musik der gutgeschulten Capelle Köhler, bei Gesang und Tanz entwickelte sich bald ein animirtes Festtreiben, dem leider ein gegen 7 Uhr hereinbrechendes Regenwetter ein verfrühtes Ende bereitete. Auch der zweite Festtag verlief in recht guter Weise, nur störten die Capricen des alten Festverderbers Jupiter pluvius die frohe Festlaune.
Mark 70.00
Der Zahlende hatte indessen bie Gewohnheit, nachzurechnen, unb es fiel ihm nicht schwer, festzustellen, daß ber gewitzte Kellner den Monat Juni mit in den Heidsieck hinein- geworsen hatte. Aus Rücksicht auf bie Mäßigung, bie ber Kellner bewiesen, inbem er nicht auch bas Jahr 92 hinzu- abbirt hatte, ließ er es bei einer rechnerischen Correctur bewenben.
entstammt, fanb man bei bemselben in besten Beinkleibern ein« genest noch 15 000 Mk., währenb bas übrige Gelb bereits bergeubet war. Windecker, besten Verhaftung in bem Augenblick erfolgte, als er ben flotten Cavalier spielte, gab bei seiner Verhaftung an, baß er burch Damenbekanntschaft in ouv Unglück gekommen, welche Angabe bei einer in feiner Wohnung vorgenommenen Haussuchung volle Bestätigung erhielt, indem man neben reichen Garderobestücken sehr werthvolle, offenbar als Geschenke für Damen bestimmte @d)tnutfgcgeuftänbe borfanb. Die eine ber Werthfenbungen ?at Winbecker bereits im Mai unterschlagen, währenb er einen größeren Betrag bon etwa 13000 Mk. erst borqeftern bet Seite fdjaffte. - Der Reiseverkehr an dem Rhein tP tn diesem Jahr bis jetzt ein außerordentlich geringer. SBa^renb sich bei den heißen Tagen gegen Pfingsten der Verkehr einigermaßen belebte, ist mit dem Eintritt der kühleren Witterung der Reiseverkehr geradezu wie abgeschnitten. Die sonst um diese Jahreszeit am meisten besetzten großen Rhemdampser haben zum größten Theil nur eine geringe Zahl Passagiere aufzuweisen und kann man das Gleiche auch bei den durchgehenöeu Zügen der beiderseitigen rheinischen Bahnen melden. Die Wirthe und Hoteliers machen allerorts büftere Gesichter.
Hnitxrfitöb»Nachrichten.
— Universitäts-Statistik. Die Universität Königsberg wirb tn diesem Semester von 692 Studtrenden und 9 Hörern besucht. Der theologischen Facultät gehören 141, der juristischen 162, der medictntschen 255, ber philosophischen 134 Studtrende an — Die Universität Bonn wird von 1043 Studtrenden besucht. Der Facultät für katholische Theologie gehören 208, der Facultät für evangelische Theologie 107, der juristischen 325, der medictntschen 325, der philosophischen 438 Studtrende an. — Die Universität Würzburg wird von 1291 Studtrenden besucht, zu welchen noch 104 Studtrende kommen, bie sich in der ärztlichen Prüfung befinden. Nach den Facultäten gehören 150 Studtrende der theologischen, 250 der juristischen, 680 der medicinischen, 42 der ersten Sectton der philosophischen, 91 der zweiten Section an, 55 studiren Pharmacie, 8 Zahnheilkunde. — Die Universität München wird von 3538 Studtrenden (1945 Bayern und 1593 Mchtbayern) besucht. Der theo- logtschen Facultät gehören 137, der juristischen 1312, der medictntschen 1192, der ersten Sectton der philosophischen 325, der zweiten Sectton
vermischter.
* Verliu, 21. Juni. Der Raubmörder Wetzel, der im vorigen Jahre den Kaufmann Hirschseld ermordete, wurde heute Morgen 6 Uhr unter Ausschluß der Oeffentlichkeit hingerichtet.
Speyer, 21. Juni. Wegen gemeinen Vergehens des schweren Hausfriedensbruchs, in idealer Concurrenz mit leichter Körperverletzung, wurden Lieutenant Hopffner zu 10 Tagen Gefängniß, Lieutenant Rabung wegen des ersten ReateS zu sieben Tagen Gefängniß und zur Tragung sümmt- licher Kosten verurtheilt.
* 3n Zöbingea (Württemberg) wurde eine Dienstmagd verhaftet, die ihrem neugeborenen Kinde Kopf, Füße und Hände abgehackt und dann Rumps und Glieder vergraben hatte.
* Mülhausen, 15. Juni. Ein empörender Anblick wurde gestern auf hiesigem Bahnhose den Personen, welche einen vom Dammerkircher Viehmarkte hier durchkommenden und für Müllheim bestimmten Viehwagen zu revidiren hatten. Das Vieh lag nämlich kreuz und quer über und nebeneinander tobt in bem Eisenbahnwagen, in welchem ein Hänbler aus Müllheim, um Transportkosten zu sparen, bie boppelte Zahl von Hornvieh hatte verlaben lassen, für bie ber Wagen bestimmt war, benn anstatt 8, waren 16 Stück schönes Großvieh in bemselben. Nur noch 2 ber armen Thiere gaben schwache Lebenszeichen, mußten aber sofort geschlachtet werben. Der Hänbler soll burch biesen Verlust einen Schaben von etwa 8000 Mark erleiben. Man fragt sich, wie es demselben möglich geworden, diese vorschriftswidrige Verladung zu bewirken.
* 1897 stehen gebliebene Regenschirme. Daß der Regenschirm ein Gegenstand ist, den jeder Mensch mit Vorliebe stehen läßt, besonders an Orten, von wo er nicht wieder abgeholt werden kann, zeigt die Anzeige der Great Castern Railway Company in London, die allein unter anderen vergessenen Gegenständen des vorigen Jahres 1897 vergessene Regenschirme zur Auction ausbietet.
* Ein Beitrag zur höheren Rechenkunst. Von ber Ge-
Lauterbach, 21. Juni. Die „Feuerwehr-Zeitung", bas Verbanbsorgan ber hessischen Feuerwehren, bringt in ihrer letzten Nummer bie Mittheilung, baß bie biesjährige Ab- georbneten-Versammlung ber Oberhessischen Feuerwehren am 7. August zu Lauterbach abgehalten wirb unb Anträge zur Tagesorbnung bis spätestens 5. Juli an ben Verbanbs-Vor« sitzenben einzureichen sinb.
Kirch • Gaus, 20. Juni. Im vorigen Jahre würbe unser altes Rathhaus niebergelegt, bamit ber frei« merbenbe Raum mit zum Ausbau eines neuen Schul- Hauses verwendet werden könne. Das neue Gebäude, als Schul- und Rathhaus dienend, erhebt sich in der Mitte des Ortes, gegenüber dem Pfarrhause, von der Kirche nur durch den Kirchhof getrennt. Es enthält zwei Schulsäle, einen Turn- unb Gemeinberathssaal unb ein Stanbesamtszimmer. Die Einweihung bes. bem Gebrauche übergebenen Hauses fanb Sonntag ben 12. b. M. statt.
nn. Darmstadt, 21. Juni. Zweite Kammer ber Stänbe. Unter bem Vorsitze des zweiten Präsibenten Wolfs kehl trat bie zweite Kammer zu mehrtägigen 93er« hanblungen heute wieber zusammen. Zunächst gebuchte ber Präsibent in wurmen Worten bes verstorbenen lungjährigen Kummerpräsibenten Kugler unb wibmete bemselben einen ehrenden Nachruf. Zum Anbenken an benselben erhebt sich bas Haus von ben Sitzen. — Hierauf tritt bie Kammer in bie Berathung ber Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, betreffend die Verleihung der Stuats- bienereigenschast an bie (ersten) Hauptlehrer an ben erweiterten Hanbwerkerschulen zu Alsselb, Bensheim, Bingen, Friedberg, Gießen, Nidda und Worms. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß in Anbetracht der Gewinnung und Erhaltung geeigneter Lehrkräfte es nöthig sei, dem Ansinnen stattzugeben und beschließt das Haus demgemäß. Ferner genehmigt die Kummer für die Abpflusterung des oberhulb Kostheims gelegenen fiskulischen Users 3586 Mk., für die Errichtung eines Schutzdummes gegen Main-Ueberschwemmungen in der Gemarkung Klein Auheim 20,000 Mk., sowie für verschiedene größere Herstellungen in der Stiftskirche zu Wimpfen den i Betrag von 17,000 Mk. — Bei der Vorluge des Gesetz- Entwurfs, die Abänderung des Art. 227 des Polizei st rufgcsetzes betr., entspinnt sich eine längere Debutte. Der Ausschuß beuntrugt eine Reihe von Abänderungen zu diesem Entwürfe, Stuutsminister Finger erklärt sich Numens der Negierung mit den Aenderungen im Princip einverstunden und beschließt daher die Kummer, diesen Anträgen gemäß, Annuhme des Gesetzentwurfs. — Die Kummer verhundelt sodunn über dus Ansinnen der Großh. Regierung um Ertheilung der ständischen Einwilligung zur zwangsweisen Vorführung der Landtugsabgeordneten Müller und Jöst zum Zweck gerichtlicher Vernehmung, sowie des Abgeordneten Ullrich zur Zeugnißublage. Hierüber entspinnt sich eine lebhafte Debatte. Die Abgeordneten Gutsleisch, Frank, Metz-Gießen und Metz Darmstadt sprechen sich mit Entschiedenheit gegen das Ansinnen der Regierung aus, weil in sämmtlichen parlamentarischen Körperschaften, sowohl im Reichstag wie in den Parlamenten der sämmtlichen deutschen Bundesstaaten, die Immunität der Abgeordneten aus das Sorgfältigste bewahrt werde. Würde das Haus dem Ansinnen der Regierung stattgeben, so sei es der erste Schritt, um die Immunität der hessischen Abgeordneten zu durchlöchern. Für den Wunsch der Regierung, resp. den Antrag des Ausschusses, sprechen die Abgeordneten Osann, Jöckel, Heinzerling und Arnold. Die Abgeordneten Ullrich, Jöst und Müller vertheidigen ihre Immunität in der nachdrücklichsten und schärfsten Weise, welche auch namentliche Abstimmung beantragen. In der hieraus erfolgten namentlichen Abstimmung wird das Ansuchen der Großh. Regierung aus gefängliche Vorführung der Abgeordneten Müller und Jöst mit 23 gegen 21 Stimmen abgelehnt. — Morgen früh findet Präsidentenwahl und die Berathung über bie Civilliste bes Großherzogs in geheimer Sitzung statt.
Darmstadt, 21. Juni. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 14. I. M. bas Protectorat über ben Verein zur Unterstützung unb Besserung ber aus ben Strafanstalten bes 1 Großherzogthums Entlassenen zu übernehmen geruht.
△ Mainz, 21. Juni. Verflossene Nacht würbe ein i Gehülse bes hiesigen Postamtes verhaftet, ber Werthbriefe \ im Betrag von annähernb 20000 Mk. unterschlagen hat. Bei ber Festnahme bes Desraubunten, ber Winbecker j
10 Diners . . .
2 Heibsieck. . .
25.00
19.00
3 Larose . . .
11.25
10 (Sufe....
2.00
3 Selter . . .
—.75
2 Rüdesheimer .
6.00


