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Nr. 254
Samstag den 31. October
1891
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Arntliehrv Theil.
Bekanntmachung,
tetr. Maul- und Klauenseuche zu Reichelsheim und Berstadt.
Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß in vier Gehöften zu Reichelsheim, Kreis Friedberg, und in einem Gehöft zu Berstadt, Kreis Büdingen, die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist.
Gießen, den 29. October 1891.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
_______von Gagern._______________
Gießen, am 23. October 1891.
Betreffend: Herbst-Controlversammlungen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
en die «rstzh. Bürgermeistereien des «reise-.
Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie aus ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen laffen.
__________________v. Gagern.__________________
Bekanntmachung.
Bei den diesjährigen Herbst - Controlversammluugen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmelde- amt Gießen gehörigen:
1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve.
2) Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlassenen.
3)'. Diejenigen der Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbst-Controlversammlung zugegangen ist.
Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbst-Controlversammlung nicht zu erscheinen.
Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Controlpflichtigen anzutreten haben:
A. Zu Gießen
am 2. November 1891 im Oswald'scheu Garten fürjrie Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Kleinlinden, Oppenrod.
1. Appell Vormittags 8 Uhr: Reservisten der Infanterie.
2. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Min.: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, Reservisten der Garde, Jäger, Cavallerie, Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Lustschiffertruppen, des Trains (einschließlich Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehülfen, Oeconomie-
Handwerker, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen.
Diejenigen Wehrleute I. Aufgebots, denen ein besonderer Gestellungsbefehl zugegangen ist.
3. Appell Nachmittags 2 Uhr: für die Bewohner von Ullendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lan^Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.
B. Zu Lollar
am 3. November 1891, Vormittags 9 Uhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Dau- bringen mit HeibettShausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedel- Hausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck.
C. Zu Grünberg
am 3. November 1891, Nachmittags 12 Uhr 30 Minuten, am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickels- rnühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keffelbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgen- hammer, Strelles-Mühle und Walk-Mühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Wddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainerhof, Winnerod.
D. Zu Hungen
am 4. November 1891, Vormittags 9 Uhr 30 Minuten, am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim,' Trais-Horloff, Utphe, Villingen.
E. Zu Lich
am 4. November 1891, Nachmittags 3 Uhr, am Bahnhof für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, NiederrVessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.
Besreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vorrn Appell auf dem Dienstwege durch das Hauptmeldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei beglaubigt sein — werden aber nur im dringendsten Nothsalle genehmigt.
Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an: Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher abzulegen.
Die Militärpapiere (Paß und Führungszeugniß) muffen zur Stelle sein.
Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Conttoltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Mlitärgesetz.
Gießen, den 20. October 1891.
Caspary,
Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur.
Deutscher Reich.
Berlin, 28. October. Es scheint nunmehr nahezu sicher, daß etwa um das Jahr 1895 eine große Ausstellung in Berlin stattfinden wird. Die Regierungskreise haben sich bisher äußerlich diesem Plane gegenüber durchaus gleich- giltig verhalten. Im Geheimen aber haben sie ein lebhaftes Interesse daran bekundet und bethätigt. Insbesondere haben sie keinen Zweifel daran gelassen, daß der Kaiser persönlich einem solchen Unternehmen sehr geneigt sein und alles zu dessen Förderung aufbieten würde. Indessen geht die Meinung in den maßgebenden Kreisen dahin, daß von der Veranstaltung einer Weltausstellung abzusehen sei. Frankreich würde sich von einer solchen unzweifelhaft fernhalten, auch die Betheiligung Rußlands wäre sehr ungewiß. Schon deßhalb ist man mehr für eine deutsch-nationale Ausstellung, die allenfalls durch besondere Einladungen an eng befreundete Staaten, namentlich an Oesterreich-Ungarn, eine angemessene Erweiterung erfahren könnte. Eine derartige Veranstaltung würde nicht nur von vornherein die größte Aussicht aus einen vollkommenen Erfolg haben, sondern auch durch ihre natürliche Anziehungskraft auf das Ausland unserer Jndusttie erhebliche Vortheile bringen. Man glaubt daher in den leitenden Kreisen, daß sich die demnächst in Berlin stattfindende Plenarversammlung des deutschen Handelstages für die Abhaltung einer wesentlich deutsch-nationalen Ausstellung entscheiden werde. Gestützt aus diese Entscheidung würde dann die Regierung offen für die nöthige finanzielle Unterlage desselben sorgen. Hierzu würde in erster Linie das Reich und sodann die Stadt Berlin heranzuziehen sein, die ja, wie ohne Weiteres einleuchtet, die größten Vortheile aus einer derartigen Ausstellung haben würde.
Berlin, 29. October. Der jüngste Aufenthalt des Königs von Rumänien am Berliner Hose hat als bemerkenswerthestes Moment nach außen die Trinksprüche Kaiser Wilhelms und seines königlichen Gastes bei dem Diner des ersten Garde-Feld-Artillerieregimeuts gezeitigt. Der Kaiser betonte in seinem Toast auf den König von Rumänien, wie sehr es ihn freue, daß der König die Gnade gehabt, die
Feuilleton.
Die Prise.
Von Friedrich Meister.
(Schluß.)
Der Schoner war bald erreicht.
Ein hochgewachsener, schlanker junger Mann, in fleckenlos weißes Leinen gekleidet, empfing den deutschen Offizier an Deck des „Black Eagle".
//Ich führe gegenwärtig das Commando an Bord dieses Schoners," sagte er in unverkennbar amerikanischem Englisch. „Der Schiffer ist nicht in der Lage, seinen Dienst zu versehen. Der „Black Eagle" hatte bereits vor zwei Tagen einen Besuch von Ihrem Kanonenboot, wenn ich nicht irre. Kann ich Ihnen irgendwie dienlich sein?"
„Ja," antwortete Lieutenant Schwalbe kurz. „Ab mit den Lukendeckeln!"
„Well, Sir,“ entgegnete der Amerikaner, den der deutsche Offizier für den Steuermann hielt, „diese Forderung scheint mir doch nicht ganz den Vereinbarungen der Vertragsmächte zu entsprechen."
„Sparen Sie Ihre Redensarten. Ab mit den Lukendeckeln !"
„Diese Art und Weise, mich hier auf offener See anzuhalten und meinen Cargo zu untersuchen, ohne jeglichen plausiblen Grund —"
„Wollen Sie die Luken öffnen lassen oder nicht? unterbrach ihn der schneidige Offizier.
„Ich wiederhole — ohne jeglichen plausiblen Grund, my dear Sir, das wird Veranlassung zu Schwierigkeiten geben, zu internationalen Schwierigkeiten, die recht unan
genehme Folgen für Ihren Commandanten haben könnten. Und außerdem —"
„Ab mit den Lukendeckeln!" schrie der erste Offizier des „Sturmvogel" in steigendem Zorn.
„Sir!"
„Wenn Sie nicht wollen, dann thue ichs!"
„Wissen Sie auch, wessen Sie sich dadurch schuldig machen?"
„Vollkommen."
„Und welcher Gefahr Sie sich ausfetzen?"
„Auch das. Genug von dem Palaver.*) Entweder Sie nehmen die Luken ab oder ich lasse sie aufbrechen."
Ein weiterer Widerstand war nutzlos. Die Luken wurden abgedeckt und kaum hatte die erste Klappe sich geöffnet, da verrierh auch schon der fürchterliche Gestank, der aus dem Raume aufstieg, die ganze Wahrheit. Nahezu dreihundert schwarze Sclaven waren in dem Zwischendeck des Schoners verstaut und viele der bedauernswerthen Geschöpfe standen so eng gedrängt, daß sie sich nicht einmal niederlegen konnten.
Mit einem Blick wortloser Verachtung schritt Lieutenant Schwalbe an dem jungen Amerikaner vorüber und nach der Regeling des Achterdecks, wo er sein Taschentuch hervorzog und damit das verabredete Zeichen gab. Ein donnerndes Hurrah hallte über den öcean; es kam aus den Kehlen der deutschen Matrosen, die wie ein Bienenschwarm in den Wanten des Kanonenboots hingen.
„Ich Habs dem Skipper gleich gesagt, daß der „Black Eagle" seinem Schicksal nicht entgehen würde," sagte der junge Dankee, dem Anschein nach völlig niedergeschmettert. Gleich darauf aber lächelte er wieder ganz vergnügt.
„Hören Sie, Mister," fuhr er in ruhigstem Tone fort, „die Gerechtigkeit ist nun zufriedengestellt — wie wärs, wenn
*) Unterhandlung.
wir jetzt ein Glas Champagner mit einander tränken? In der Cajüte stehen bereits ein paar Flaschen aus Eis."
Der Lieutenant stand betroffen.
Er, ein deutscher Marineoffizier, sollte mit dem Steuermann eines amerikanischen Sclavenfahrers trinken, also gewissermaßen Kameradschaft machen!
Andrerseits aber wars so fürchterlich warm .... und Champagner aus Eis!
Er zögerte.
Dann bewegte er sich langsam dem Campanjedeck zu.
„Ich nehme Ihre freundliche Einladung an," sagte er. „Sie können übrigens auch Ihre Papiere bereit halten, da ich dieselben mit an Bord des Kanonenboots nehmen werde. Ich brauche Ihnen wohl nicht erst zu sagen, daß der Schoner meine Prise ist."
Er beorderte an- jede Luke eine Wache und stieg dann in die Cajüte hinab.
Das köstliche Getränk erschien vorschriftsmäßig in ausgefülltem, silbernen Kühler, und unter seinem besänftigenden Einfluß begann sich in Lieutenant Schwalbes rauhem Seemannsbusen ein Mitleid für den jungen Mann zu regen, den das Geschick so früh schon auf die Bahn des Verbrechens getrieben hatte. Daheim, im fernen Amerika, harrte vielleicht eine besorgte Mutter, eine zärtliche Braut auf die Rückkehr des Unseligen, der jetzt nicht nur seinen ehrlichen Namen verlieren, sondern auch noch auf lange Zeit ins Gesängniß wandern mußte.
Sein Mitgefühl nahm noch zu, als er gewahrte, daß fein Gefährte wortlos und melancholisch ins Glas starrte.
Endlich erhob der junge Amerikaner den Kopf.
„Sagen Sie, Mister," begann er, „was steht draus? Was werde ich kriegen?"
„Das läßt sich jetzt noch nicht sagen. Selbstverständlich


