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Wie es mit dem Ausfall der Ernte in den verschiedenen Landestheilen gegenwärtig steht, kann noch nicht mit Sicher« heit festgestellt werden. Dagegen wird es von Interesse sein, zu wissen, welche Landestheile überhaupt in Vergleich zu anderen eine ganz besonders reiche Production haben und in welcher Richtung sich der Ausgleich der Producte vollzieht. Es muß daher dankbar begrüßt werden, daß das Statistische Amt in dem neuesten Monatshefte (Juli) eine kartographische Darstellung veröffentlicht, durch welche die Production von Roggen, Weizen und Kartoffeln, wie sie sich im Durchschnitt der Jahre 188089 gestellt hat, veranschaulicht wird.

Nach diesen Darstellungen treten als Gebiete mit einer starken Roggenproduction die Kreishauptmannschaften Dresden, Bautzen und Leipzig (mit 20 und mehr Tonnen auf 1 Quadratkilometer Gesammtfläche) hervor. Daran schließen sich der Regierungsbezirk Merseburg und das Herzog- thum Anhalt, ferner im nordwestlichen Deutschland Braun­schweig, Regierungsbezirk Hannover, beide Lippe, Minden, im Norden Mecklenburg-Schwerin und im Westen Rheinhessen Und Düsseldorf. Alle diese Gebiete erzeugen durchschnittlich 15 Tonnen Roggen und darüber auf 1 Quadratkilometer. Am schwächsten ist dagegen die Roggenproduction in mehreren südwestlichen Gebietstheilen des Reiches: in Elsaß-Lothringen, Baden, Württemberg, Schwaben und im Regierungsbezirk Trier ist die Roggenproduction eine sehr schwache,- sie be­trägt unter 6 Tonnen auf den Quadratkilometer. Zwischen 6 und 9 Tonnen produciren die Regierungsbezirke Gum­binnen, Lüneburg, Stade, Arnsberg, Cassel, Wiesbaden, Coblenz, ferner Oberhessen, Unterfranken, Oberbayern. Eine Mittelstellung nehmen mit einer Production von 9 bis 12 Tonnen Königsberg, Danzig, Marienwerder, Cöslin, Frank­furt, Potsdam, Schleswig, Oldenburg, Osnabrück, zum Theil Thüringen, Aachen, Mecklenburg - Strelitz, die Rheinpsalz, Ober- und Mittelfranken und die Oberpfalz ein. Eine noch stärkere Production mit 1215 Tonnen haben die Pro­vinzen Posen und Schlesien, die Regierungsbezirke Stettin und Stralsund, Magdeburg, Hildesheim, Münster, Cöln, Zwickau und Niederbayern.

Die stärkste Production an Weizen (und Spelz) mit 9 Tonnen und mehr aus 1 Quadratkilometer hat das süd­westliche Deutschland, und zwar Elsaß-Lothringen, der größte Theil des badischen, hessischen und württembergischen Staats­gebiets, Hohenzollern, Schwaben und Niederbayern - in Nord­deutschland treten mit derselben reichen Weizenproduction hervor der Niederrhein (Düsseldorf und Cöln), ferner einige Gebiete zwischen Elbe und Weser (Braunschweig, Schaumburg- Lippe, Hildesheim, Magdeburg und Leipzig). Sehr gering ist die Weizenproduction mit 3 Tonnen und darunter aus 1 Quadratkilometer an der Mosel (Trier, Coblenz), in nord­westlichen Theilen Deutschlands (Aurich, Osnabrück, Olden­burg, Bremen, Stade, Lüneburg), ferner in Reuß ä. L. und Zwickau und in einem ausgedehnten Theile des Ostens (Pro­vinz Brandenburg, Regierungsbezirk Stettin, Cöslin, Posen und Gumbinnen).

An Kartoffeln haben die stärkste Production (60 und mehr Tonnen auf 1 Quadratkilometer) die mittelrheinischen Gebiete und mittlere und südöstliche Theile von Norddeutsch­land, nämlich Braunschweig, Magdeburg, Merseburg, Anhalt, Königreich Sachsen, Sachsen-Altenburg, Frankfurt, Regie­rungsbezirk Posen, Breslau und Oppeln. Die geringste Pro­duction (30 Tonnen und darunter) haben der Südosten: Hohenzollern, Jagst- und Donaukreis, Schwaben, Ober- und Niederbayern; der Nordwesten: Aurich, Osnabrück, Münster, Oldenburg, Regierungsbezirk Hannover, Stade, Lüneburg, Waldeck, Schleswig, Lübeck/ außerdem Stralsund / ferner die Nordosten: Provinz Ostpreußen, und zwar besonders der Regierungsbezirk Gumbinnen, der auf 1 Quadratkilometer weniger als 20 Tonnen producirt.

Die verschiedenartige Bertheilung dieser Hauptfrucht­gattungen in den verschiedenen Theilen Deutschlands läßt eine Erleichterung des Austausches, wie er jetzt eingeführt ist, wenigstens zu einer Zeit als gerechtfertigt erscheinen, wo die Zufuhr erschwert ist und die Börsenspeculation sich die un­günstigen Meldungen über die Ernteergebnisse in dem einen Theile Deutschlands zu sehr zu Nutze macht, um die Preise in die Höhe zu treiben ohne Rücksicht darauf, daß der Bauer in anderen Theilen Mühe hat, seine reiche' Ernte unter­zubringen. Die Staffeltarife werden zweifellos, wie zur schnelleren Versorgung mit eigener Production nicht genügend ausgestatteter Gegenden, so zur Herbeiführung billigerer Preise beitragen. In jedem Falle mag die vorstehende Ueber- sicht Jeden davor warnen, ungünstige Berichte über Ernte­ergebnisse ohne Rücksicht auf die Bedeutung, welche eine Fruchtgattung für eine Gegend hat, auf die Allgemeinheit zu übertragen.

Locales unb provinzielles.

Gießen, 29. September.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 1. October 1891, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Gesuch des Heinrich Ernst um Erlaubniß zum Betrieb einer Zapswirthschaft. 3. Des­gleichen des Schreiners Ludwig Löb. 4. Gesuch des Heinrich Schäfer VII. um Erlaubniß zum Betrieb einer Wirthschast. 5. Die Einfriedigung an dem Garten des Gastwirths Philipp Schwinn in der Bahnhofstraße. 6. Gesuch des Bauunter­nehmers Georg Siepmann um Erlaubniß zur Einfriedigung eines Platzes und Aufstellung einer Bretterhütte. 7. Gesuch des Philipp Uhl um Erlaubniß zur Anbringung eines Aus­stellkastens für Photographien. 8. Gesuch des H. M. Merz um Erlaubniß zur Errichtung eines Anbaues. 9. Das Wohn­häuschen des Malers Julius Vogler am Nahrungsberg. 10. Abschluß der Zugänge zu dem Stadtbach, hier: an der Wohnung des Dienstmanns Heil. 11. Voranschlag über Pflasterung der Trottoirs in der Sonnenstraße. 12. Die im Jahre 1890/91 vorgekommenen kleineren Holzabgaben aus

der Hand. 13. Gesuch des Turnvereins um Erlaß des Beitrags zu den Straßenbaukosten. 14. Erlaß eines Polizei- reglemcnts, die Bezeichnung der Fuhrwerke betr. 15. Vor­anschlag der Armenkasse pro 1892/93.

Diebstahl. Am 3. d. Mts. früh wurde aus der Küche eines Hauses der Bleichstraße dahier eine Wecker­uhr entwendet. Der Thäter ist heute in der Person eines 14 Jahre alten Weißbinderlehrlings aus Wismar, welcher zur Zeit des Diebstahls im oberen Stock des betr. Hauses arbeitete, ermittelt und zur Anzeige gebracht worden.

Gefährliches Ackern. Als gestern ein hiesiger Oeconom mit seinem Ochsengespann auf seinem am Rodberg gelegenen Grundstücke pflügte, sank plötzlich das eine der Zugthiere mit einem Beine tief in die Erde. Nachdem das Thier aus seiner Lage befreit war, sand sich an der betr. Stelle ein ca. 5 Meter tiefer Schacht vor. Wahrscheinlich ist in früheren Jahren am Rodberg erfolglos nach irgend etwas gebohrt worden, ohne daß man bei dem Zuwerfen des Schürsloches die nöthige Sorgfalt beobachtete.

Die Kreis-Obstausstellnng zu Offenbach, welche am Samstag eröffnet wurde, ist über alle Erwartung glänzend ausgefallen und erfreut sich eines fortwährenden sehr regen Besuchs aus allen Schichten der Bevölkerung. Der land- wirthschaftliche Bezirksverein hat sich daher entschloffen, die Dauer der Ausstellung bis zum Sonntag den 4. October zu verlängern, was namentlich auch von auswärtigen Besuchern mit Freude begrüßt wird. Auf dem Obstmarkt, welcher sehr reich beschickt war, ist der größte Theil zu guten Preisen verkauft. Es treffen indessen fortwährend neue Probe­sendungen ein. In der Ausstellung selbst ist man mit der Ausstellung eines Normalobstsortiments beschäftigt. Heute findet Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks­vereins statt, bei welcher Gelegenheit die Prämiirungsresultate veröffentlicht werden.

Juristische Staatsprüfung. Montag, den 5. October beginnt in Darmstadt die juristische Staatsprüfung, der sich etwa 12 Herren unterziehen werden.

x Wettsaasen (Kreis Alsfeld), 28. September. Den seit heute 14 Tage vermißten Maurer Kaspar Görnert von hier, Wittwer und Vater von vier unerzogenen Kindern, hat man endlich gefunden. Eine Frau, welche gestern von Maulbach durch den Wald bei dem Hof Sorg ging, gewahrte seinen Leichnam an einem Baume hängen. Allgemein bedauert man den unglücklichen jungen Mann, der, brav und fleißig, in der Gemeinde im besten Rufe stand. In seinen deran- girten Bermögensverhältnissen vermuthet man das Motiv zur traurigen That.

Friedberg, 28. September. Heute fiel dahier ein kleines anderthalbjähriges Kind in einen Zuber mit Wasser/ ehe man den Unfall merkte, war dasselbe bereits ertrunken.

Aus Heffeu, 28. September, wird derFranks. Ztg." geschrieben:Nach dem Beschlüsse der zuständigen Schul­behörden des Landes müssen von nun an die Bestimmungen des Jnvaliditäts- und Altersversicherungs­gesetzes einen Platz in dem Lehrplane der Fortbildungs­schulen finden. Ferner wird gewünscht, daß die Lehrstunden während des Winters mindestens die Zahl 70 erreichen/ auch soll, wo es möglich ist, die Schulzeit statt aus den Abend aus den Nachmittag verlegt werden. Endlich find nicht alle Schüler, die höhere Lehranstalten besucht haben, von der Fortbildungsschule zu dispensiren, sondern nur solche, welche die höheren Klassen mit Erfolg absolvirt haben.

Offenbach, 29. September. Gestern Nachmittag ereignete sich an dem Canalbau auf der Biebererchaussee ein entsetzlicher Unglückssall. Es stürzte nämlich vor der Fabrik der Herren Schramm & Hörner ein Theil des im Bau be­griffenen Straßenkanals ein, wodurch zwei der daselbst mit Auswerfen der Erde beschäftigt gewesene Arbeiter verschüttet worden sind. Der eine derselben, der 29 Jahre alte Tag­löhner Ludwig Wilhelm Wagner, konnte nach mehrstündiger anstrengender Arbeit seiner College« aus seiner verzweifelten Lage befreit und glücklich gerettet werden, er wurde ver­mittelst Tragbahre ins städtische Krankenhaus gebracht, wo­selbst eine Verletzung am linken Bein constatirt worden ist. Sonstige Verletzungen hat der Mann glücklicher Weise nicht davongetragen. Sein College, der 23 Jahre alte Taglöhner Martin Ahlig, mußte leider bei dem Unfall sein Leben ein­büßen. Die Bergung der Leiche gelang trotz ununterbrochener Arbeit erst gegen 11 Uhr Nachts. Der Verunglückte, ein braver fleißiger Mensch, war verlobt und wollte in 14 Tagen heirathen.

Worms, 28. September. In den hiesigen bedeutenden Fabriken werden gegenwärtig wegen Ueberproduction und Mangel an Absatz der Fabrikate viele Arbeiter entlassen/ da auch in den übrigen Gewerben große Arbeitslosigkeit herrscht, so werden im bevorstehenden Winter traurige Ver­hältnisse eintreten.

vermischtes.

* Frankfurt a. M., 28. September. Eisenbahn-Minister Thielen besichtigte am Samstag Abend gleich nach seiner Ankunft in Gemeinschaft mit dem Eisenbahn-Präsidenten v. Guörard, Baurath Vogel und Betriebsdirector Knoche zwei im Hauptbahnhof ausgestellte, mit electrischem Licht versehene Eisenbahn-Personenwagen erster und zweiter Klaffe, wie solche demnächst in Betrieb genommen werden sollen.

* Hildesheim, 23. September. Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern Nachmittag bei den Bauten an der Andreaskirche. Fünf Arbeiter waren mit Abbruch eines Gerüstes in einem neuerrichteten Kreuzgewölbe beschäf­tigt, als plötzlich das 15 Meter hohe Gewölbe einstürzte und vier Arbeiter unter sich begrub. Ein Arbeiter blieb sofort I tobt, die drei anderen sind schwer verletzt.

* Ei» neuer Brillen Nasensteg. Es ist bekannt, daß die bisher übliche Befestigungsart der Brillen und Kneifer viel­fach krankhafte Erscheinungen an der Nase, insbesondere die Röthung der Nase, und an den Augen Hervorrufen. Das kommt davon her, daß die gebräuchlichen Stege, die von Technikern, nicht von Anatomen construirt werden, aus den anatomischen Bau der Nase, sowie auf den Verlauf der Ader« und Nerven keine Rücksicht nehmen und so vielfache Störungen veranlassen. Der cand. med. Fritz 'Lueddeckens in Leipzig hat nun einen Steg construirt und sich denselben patentiren lassen, der allen krankhaften Erscheinungen vorbeugt. Das Knapp-Schweigger'scheArchiv für Augenheilkunde" veröffent­licht eine ausführliche Beschreibung dieses Nasenstegs und eine Begründung seiner Vortheile, unter Beifügung von Illu­strationen. Der Steg ist so construirt, daß er oben die Nase nicht drückt und seitlich die Hauptvenen der Nase nicht schneidet, sondern ihnen zur Seite läuft. Die Mehrausgaben für Brillen und Kneifer mit diesemNormalsteg" sind un­bedeutend. Die Anfertigung derselben ist der Firma Busch in Rathenow übertragen.

* Paris, 22. September. Vom Hose Napoleons III. erzählt de Lano im Figaro verschiedene characteristische Be­gebenheiten. So schreibt er über die erste Kammerfrau der Kaiserin Eugenie, Namens Pepa, und erzählt, daß diese über ihre Herrin eine derartige Macht besaß, daß der ganze Hof, ja selbst der Kaiser, darunter zu leiden hatte. Wiederholten. Versuchen, Pepa aus den Tuilerien zu entfernen, widersetzte sich die Kaiserin derartig energisch, daß man sich schließlich darein fügen und Pepa als ein unvermeidliches Nebel be­trachten mußte. Die gesammte Verwaltung der Privatkasse der Kaiserin, sowie die Aufsicht über deren Garderobe fiel der Kammerfrau zu, die natürlich auch alle Einkäufe besorgte, wobei sie den Geschäftsleuten oft unerhörte Geschenke erpreßte. Wagte es einmal Jemand, der Kaiserin Vorstellungen zu machen, so sagte diese immer: Wenn Sie wollen, daß wir Freunde bleiben, so verläumden Sie meine arme Pepa nicht. In ihrer Wohnung im Pavillon de Flore hatte Pepa ein ganzes Magazin von Kleidungsstücken, welche die Kaiserin nicht mehr trug. Die Kleidungsstücke verkaufte die Vertraute der nunmehrigen Exkaiserin um sehr hohe Preise. Als der Mann Pepas, ein Unteroffizier, starb, kam es zwischen der Kammer­frau und der Familie ihres verstorbenen Mannes zu Erb- schastsstreitigkeiten. Bei dieser Gelegenheit stellte es sich heraus, daß Pepa, die, als die Kaiserin Eugenie -noch Gräfin von Montijo war, in deren Dienst als armes Landmädchen eintrat, zu jener Zeit ein Vermögen von nahezu drei Mil­lionen besaß.

* Die Menge werthvoller Substanzen, welche täglich, in Staub verwandelt, für immer der Technik entzogen wird, ist eine ungeheuere. Einen intereffanten Beleg hierzu bilden einige von der belgischen Regierung angestellte Versuche. Hiernach verlieren, wie man demPrometheus" entnimmt, 7500 Meter Schienengeleise unter dem Einfluß jedes darüber hinwegrollenden Eisenbahnzuges unter normalen Betriebs­verhältnissen ca. 1 Kilo Eisen, resp. Stahl. Nimmt man, niedrig gegriffen, an, daß aus den Eisenbahnen je durch­schnittlich zehn Züge in 24 Stunden cursiren, so ergibt sich für die gesummten Schienen aller Eisenbahnen auf der Erde von 450,000 Kilometer Länge ein täglicher Verlust von 600,000 Kilo Stahl und Eisen. Diese riesige Quantität erscheint indessen bedeutungslos, wenn man andererseits er­wägt, daß die 18 Milliarden Kilo Schienen auf diese Weise erst in etwa 1000 Jahren aufgerieben sein würden.

* In ein Klaviermagazin in Kiel trat ein reicher hol­steinischer Marschbauer und erstand um einen hohen Preis ein mit reichem Schnitzwerk ausgestattetes Forte-Piano, welches dem elegantesten Salon zur Zierde gereicht haben würde. Wunderte der Händler sich schon, daß die Wahl gerade auf dieses theure Prachtstück gefallen, so erstaunte er noch mehr, als nach kaum 8 Tagen derselbe Bauer wieder frei ihm eintrat mit den Worten:Ick wull noch ak'rat so'n Klavier köpen!" //Ja, ak'rat so een is nich mehr da", entgegnete der Händler,äwer hier sünd noch welk', de eben so god sünd." Nee, nee, dat mutt ganz ak'rat so sin, als dat anner!" Na", fragte der Händler,ward bi Se denn so veel speelt, dat Se twee Instrumenten bruken?Ne, speelen kann Keen", antwortete der Bauer,äwer hebben mutt man ja doch so'n Dings, un nu seggt min Fru, dat uns' beste Stuw ganz unschändt wörd, wenn nich an de anner Wand gegenüber just so'n Kasten stünn/ so weer dat en scheesen Kram!"Ja, min leewe Mann, wat Se köfft hebben, dat weer en Wiener Instrument / ick müßt rein eerst een vun Wien verschriben, und dat kann Se licht en dreehundert Mark mehr kösten!"Na ja, denn verschrieben S' man! Laten S' man gau en richtigen Passer kamen!" Im Vollgefühle seines guten Geschmacks und stolz auf seinen Geldbeutel, der ihm solchen Kunstsinn gestattete, kehrte der Bauer auf seinen Hof zurück.

* Schreckliches Schicksal. Ein Odenwälder Land-Schul­meister hielt einer unverbesserlichen Range eine Strafpredigt, die mit folgenden Worten schloß:Ich hab schon ehmohl so en Nixnux uff dere Bank hocke gehabt/ der Hot aach net parirt. Waaßt de, was aus dem geworde is? (Nach einer längeren Pause, während welcher er den Jungen mit durch­bohrendem Blick ansieht): Er ist im Badische geschtorwe."

Verkehr, Cattb* rrird Volkswirtschaft»

«teste«, 29. September. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 1,101,20, Hühnereier 1 St. 67, 2 St.--4, Enteneier 1 St.--4, 2 St. 4,

Käse pr- St. 48 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen vr. Liter 25 4, Linsen vr. Liter 29 4, Tauben pr. Paar X 0,500,70, Hühner pr. Stück 0,901 00, Hahnen pr. St -X 0,50- 0,75, Enten pr. Stück JL 1,702,00, Ochsenfleisch pr. Pfd 7076 4, Kuh- und Rindfleisch 6064 4, Schweinefleisch 6070 4, Hammelfleisch 5074 4, KaÜ- fleisch 5660 4, Kartoffeln pr. 100 .Kilo X 7,008,00, Weißkraut pr. St.--4, Zwiebeln per Centner X 4,005,00, Milch per

Liter 12-18 4.