Ausgabe 
30.8.1891 Erstes Blatt
 
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zu keiner Entscheidung geführt haben, jedoch eine solche binnen kurzer Frist erwarten lassen. Es scheint, als ob die auf­ständische Partei (die sogenannten Congressisten), die sich zuerst Balmaceda gegenüber in entschiedenem Vortheile befunden haben soll, schließlich in eine sehr mißliche Lage gebracht worden sei und sich schwerlich auch noch nach den letzten Kämpfen werde halten können. Auch aus Creta werden die dort herrschenden Unruhen immer bedrohlicher und erregen die Befürchtung, daß demnächst ein offener Aufstand auf der Insel ausbrechen wird.

Ner»efte Nachrichten.

WolffS telegraphisches Torrespondeuz-Bureau.

Berlin, 28. August. Der Kaiser besuchte Vormittags in Begleitung des Oberstlieutenants Zizewitz die Kunst-Aus­stellung, nahm dann den Vortrag Caprivis im Reichskanzler­palais entgegen und folgte einer Einladung des Reichskanzlers zum Frühstück, woran auch die Minister Zedlitz, Schelling, Thielen und Staatssecretär Marschall, ferner die Flügel­adjutanten Zizewitz, Hülsen, Hauptmann Ebmeyer und Regie­rungsrath Günther theilnahmen.

Hamburg, 28. August. Der Hamburger Dampfer Celia" ist auf der Fahrt von Hamburg nach Petersburg 30 Seemeilen nördlich von Helgoland gesunken. Die Mannschaft wurde gerettet.

Kiel, 28. August. Die Marinestation und die Polizei­behörde untersagten dem englischen DampferDrudje", die für den chilenischen KreuzerPresident Pinto" bestimmte Ladung hier zu löschen. Der Capitän desDrudje" wartet aus Ordre von Newcastle.

Esten, 28. August. In der Bochumer Stempel­angelegenheit erhielt derRheinisch-Westfälischen Ztg." zufolge nach Abschluß des Ermittelungsverfahrens eine kleinere Anzahl von Meistern und Arbeitern eine mehrmalige Vor­ladung vor dem Richter im Untersuchungsverfahren.

Wien, 28. August. Ein Leitartikel desFremden­blattes" lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Broschüre, welche für die Erhöhung der Forderungen des Kriegsministers an die Delegationen um 16 bis 18 Millionen eintritt.

Wien, 28. August. Die angekündigte Broschüre über das österreichische Heer enthält folgende concrete Vor­schläge: Vermehrung des Offizierssriedensstandes bei der Infanterie und den Jägern um 105 Stabsoffiziere, 105 Hauptleute und 1800 Lieutenants, wodurch der Friedens­stand der Subalternoffiziere aus drei per Feldcompagnie ge­bracht würde- Vermehrung der Unteroffiziersprämien, Er­höhung des gegenwärtigen Friedenspräsenzstandes aus hundert Mann per Compagnie, Vermehrung der Zahl der Berufs­offiziere der Cavallerie, Errichtung weiterer Remontedepots, um für die Erhaltung der Güte und Schlagfertigkeit der Cavallerie vorzusorgen, wogegen die Vermehrung des Friedens­standes der Cavallerie,'obwohl Wünschenswerth, aus finanziellen Gründen ausgeschlossen sein soll. Weiter schlägt die Broschüre die Vermehrung der Artillerie um 14 Offiziere, 2604 Mann, 980 Pferde und 84 Geschütze vor, um die sogenannte ver­minderte Batteriedivision mit den normalen Batteriedivisionen gleichzustellen. Schließlich empfiehlt die Broschüre zur Sicher­stellung der Kriegsverpflegung die Anlage großer Conserven- vorräthe, Anschaffung genügender Quantitäten von Feldbahn­material, entsprechende Organisation und diesbezüglich erfor­derliche Einrichtung von Fabriken, Werkstätten und Depots.

Venedig, 28. August. Das Befinden der Königin von Rumänien hat sich plötzlich verschlimmert. Das Leiden soll in einer fortschreitenden LähmüNg bestehen. Char- cot aus Paris ist an das Krankenbett der Königin berufen worden.

Lucca, 28. August. In den nächsten Tagen wird das Monument weiland Kaiser Friedrichs III., ein Werk des Bildhauers Begas, in Marmor ausgesührt von Bacci, von Serravezza nach Deutschland abgesandt.

Paris, 28. August. Der hiesige Vertreter der chile­nischen Congreßregierung erklärt die Meldungen von einem Siege Balmacedas über die Congreßtruppen für unrichtig. Derselbe theilt zugleich Depeschen aus Jquique und Buenos Ayres mit, denen zufolge das Heer Balmacedas von den Congreßtruppen geschlagen sein soll.

Paris, 28. August. Dem hiesigen Vertreter der chile­nischen Congreßregierung wird ferner aus Buenos Ayres gemeldet, der Oberbefehlshaber der Congreßtruppen, Canto, halte die Höhen von Quique bis Penablanca besetzt, das Heer Balmacedas die Gegend von Quillota bis Vinadelmar. Aus Jquique wird bestätigt, daß die Truppen Balmacedas am 22. August bei Concon eine Niederlage erlitten hätten. Von der argentinischen Regierung ist die Anwerbung von Mannschaften für die Marine der chilenischen Regierung ver­boten worden.

Loudon, 28. August. Ueber die in Witebsk am 19. August wegen der Roggenaussuhr stattgehabten Un­ruhen erfährt dieTimes" aus Petersburg, eine zusammen­gerottete Volksmenge habe das Militär angegriffen und zum Rückzüge genöthigt- nachdem Verstärkungen eingetroffen waren, habe das Militär auf die Menge, um sie zum Verlassen des Bahnhofs zu zwingen, gefeuert. Zwei Tumultuanten seien dabei getödtet worden. Auch die Eisenbahnbediensteten wären von der erregten Volksmenge angegriffen, die Getreidehändler mißhandelt und deren Häuser geplündert worden. Die Ruhe habe nur mit Mühe wieder hergestellt werden können.

Newyork, 28. August. Ein Telegramm desHerald" aus Valparaiso vom 27. August lautet: Abermals ein Tag und keine entscheidende Schlacht. Die militärischen Operationen beschränken sich auf lebhafte, aber ^bedeutungslose Scharmützel. Die Aufständischen befestigten ihre Stellungen auf den Hügeln oberhalb der Rennbahn von Vinadelmar.

Melbourne, 28. August. In der Nacht vom 27. August sand in der Bucht von Port Philipp ein Zusammen­stoß zwischen den britischen SchiffenEasby" undGambier" statt. DerGambier" wurde von demEasby" Mittelschiffs

getroffen und sank binnen sieben Minuten. Die Verwirrung unter den halb angekleideten Passagieren war groß- der größte Theil derselben wurde an Bord desEasby" aus­genommen. 25 Personen gingen mit demGambier" unter.

Washington, 29. August. Eine amtliche Depesche des amerikanischen Consuls zu Valparaiso meldet die Nieder­lage der Regierungstruppen. Die Verluste aus beiden Seiten sind groß. Die Stadt übergab sich den Geg­nern. Mit Santiago tft keine Verbindung. Die Gegner besetzten die Stadt, sie bleibt jedoch in Händen der ameri­kanischen, französischen, deutschen und englischen Admirale be­hufs Aufrechterhaltung der Ordnung.

Depeschen desBureau Herold".

Frankfurt a. M., 28. August. Deutscher Städte­tag. Vormittags-Sitzung. Die Sitzung füllte ein überaus klarer und mit lebhaftestem Beifall ausgenommener Vortrag des Ausstellungsleiters, Ingenieurs v. Miller, aus, welcher über das Thema sprach:Die verschiedenen Systeme der Stromvertheilung zur Beleuchtung und Kraft­übertragung in Städten". An der Hand übersichtlicher Plan­zeichnungen gab der Vortragende Aufschluß über die ver­schiedenen bereits in Anwendung befindlichen Systeme. Er erklärte die Wirkungsweise des Zweileiter-Systems. Für weitere Vertheilungsstrecken empfiehlt sich das Drei- und Mehrleiter - System mit hintereinandergeschalteten Dynamo- Maschinen in entsprechender Anzahl. Statt der Anlage nur einer Centralstelle empfiehlt sich das in Berlin angewandte System mehrerer Centralstellen, welche untereinander ver­bunden sind. Für andere Fälle dürste sich die Abgabe des Stromes von einer Central- und Primärstelle an mehrere Sekundärstellen empfehlen. Zwar wird hierbei ein Strom­stärkeverlust von etwa 25 pCt. eintreten. Dieser Ausfall ist jedoch mehr wie genügend ersetzt durch die Vereinfachung des Betriebs und der Bedienung. Bei Leitungen von größerer Länge als 5 Kilometer ist die Anwendung des Wechsel­stromes rationeller als die des Gleichstromes. Eine der­artige Anwendung zeigt die electrische Anlage in Kassel. Die Aufspeicherung der gesammelten Electricität in Accumulatoren wird da von Nutzen sein, wo zur Erzeugung des Stromes nur an gewissen Tageszeiten zur Verfügung stehende Er- zeugungskräste angewandt werden. Für die Verbilligung und Vereinfachung der electrischen Stromleitung sind die mo­dernen Transformatoren von hohem Werth. Dieselben sind von sehr einfacher Construction und mit wenig Raum- und Kostenaufwand leicht überall zu placiren. Angewandt finden sich dieselben bis jetzt in 55 Städten des Continents. Bei electrischen Neuanlagen sei kein besonderes System zu em­pfehlen. Die jeweiligen Localverhältnisse müssen genau'ge­prüft und der zu erzielende Nutzeffect des event. anzuwen­denden Systems genau vorher berechnet werden. Die Kraft­übertragung von Lauffen nach Frankfurt gibt den besten Beweis, daß die Anwendung der Electricität nicht mehr an die großen Centren allein gebunden ist. Die Electrotechnik ermöglicht heute schon die Uebermittelung und Vertheilung der Electricität auf Provinzen und Länder von Centralen aus, zu Beleuchtungs- und Jndustriezwecken, wie z. B. das kleine Dorf Sontheim schon electrische Beleuchtung erhält, von der Leitung der Kraftübertragung, welche von Lauffen am Neckar für Heilbronn hergestellt ist. Die fernere Frage, ob nur Wechsel- oder nur Gleichstrom zur Anwendung kommen soll, hat bis vor kurzer Zeit in technischen Kreisen tiefgehende Meinungsverschiedenheiten und Zwiste verursacht. Aber dieIntern, electr. Ausstellung" zeigt den Besuchern, wie Wechsel- und Gleichstrom-Dynamos friedlich nebeneinander arbeiten. Für Glühlichterzeugung ist der Nutzeffect beider Stromarten völlig gleich. Für Straßenbeleuchtung mit Bogenlampen ist vielleicht der Gleichstrom noch vorzuziehen, weil er ein volleres, mehr nach unten fallendes Licht liefert bei gleichem Energieverbrauch. Der Drehstrommotor gleicht diesen geringen Vortheil durch eine einfache Construction, die weder einen Commutator noch eine bedeutende Wickelung ver­langt, wieder aus. So zeigt denn die ganze Ausstellung der weitesten Bevölkerung, welchen Nutzen heute die Anwen­dung der Electricität für die volkreichste Stadt, wie für das kleinste Dors bietet, und wie allen und jeden Verhältnissen Rechnung getragen werden kann. (Lebhafter, lang anhaltender Beifall.) Nach dem Referenten sprachen noch die Vertreter einiger Ausstellungsfirmen, dann wurde der am gestrigen Tage nicht beendigte Rundgang durch die Ausstellung fort­gesetzt. Um 12V2 Uhr begaben sich die Stadtvertreter zu dem vom Ausstellungsvorstand dargebotenen Frühstück. Nachmittags-Sitzung. In der heutigen Nachmittags- Sitznng referirte Stadtbaurath Lindley über:Die ver­schiedenen Systeme der electrischen Straßenbahnen". Die Culturstaaten, so führte der Redner aus, begrüßten die Electricität als Beförderungsmittel für den Straßenbahn­betrieb schon deswegen, weil sie die Möglichkeit in Aussicht stelle, von animalischen Betriebskräften zu motorischen über­zugehen. Indessen muß zugestanden werden, daß die Er­fahrungen, welche man bis jetzt mit den verschiedenen Systemen erlebt hat, eine Aussicht auf baldigen Ersatz des so schmieg­samen Befördernngsmirtels der Pferde durch die Electricität nicht geben. Redner demonstrirt dann an Plänen und Mo­dellen die Art der einzelnen Systeme, welche bis jetzt in An­wendung befindlich sind und hebt die Schwierigkeiten der verschiedenen Anlagearten hervor. Die. Straßenbahnen mit oberirdischen Leitungen haben den Uebelstand, daß die Träger der Leitungen den Straßendamm räumlich behindern und den Nachtheil der ästhetisch unangenehmen Häufung von Draht­kreuzungen in der Lust. Gegen die Einführung von Wagen mit Accumulatorenbetrieb spricht das ungünstige Belastungs­gewicht derselben, wie Versuche in Hamburg und Brüssel er­gaben. Straßenbahnen mit unterirdischer Kraftzuleitung bieten außer finanziellen Mehranforderungen die Gefahr, passirende Thiere durch electrische Ströme zu verletzen, besonders ist dies der Fall bei den Anlagen, welche ihre Stromzuleitung

durch die Schienen erhalten. Das von der Firma Siemens & Halske in Budapest angewandte sogenannte Schutzsystem hat zwar die letztere übele Eigenschaft nicht, ist aber sonst leicht Betriebsstörungen ausgesetzt. Redner geht dann noch genauer auf die Systeme mit unterirdischer Zuleitung ein und kommt nach einer Fülle von Zahlen- und Daten-Angaben zu dem Schluß, bei Neuanlagen sei je nach den städüschen Verhältnissen vielleicht eine Combination der verschiedenen Systeme anzuwenden, im Großen und Ganzen aber müsse von der Zukunft eine Lösung des Problems und mit ihr die Herstellung eines idealen Systems erhofft werden. (Lebhafter Beifall.) In der sich nun entspinnenden Discussion sucht Ingenieur Schwieger von der Firma Siemens & Halske (BerUn) einige Ausführungen des Vorredners zu recüficiren. Danach spricht der Vertreter der Firma Thompson-Houston für die Vorzüglichkeit seines Systems. Stadtbaurath Lind­ley knüpfte einige modificirende Bemerkungen an, und schließt damit unter lebhaftestem Beifall der Versammlung die Dis­cussion. Damit sind die Sitzungen desDeutschen Städte­tages" zu ihrem Ende gelangt.

Kiel, 28. August. Sämmtlichen Marinemannschaften wurde verboten, das chilenische Schiff zu besuchen. Die Reservisten wurden gewarnt, in den Dienst der Chilenen zu treten. Das Schiff wird fortwährend überwacht.

München, 28. August. Das Landgericht verurtheilte den Schriftsteller Freiherrn Hans v. Gumppenberg wegen Beleidigung des Kaisers zu 2 Monaten Festung. Gumppenberg hatte Sonntag Abend in der GesellschaftModernes Leben" Hierselbst eift Gedicht von Karl HenkelsAn die deutsche Nation" vorgetragen. Die Verhandlung sand unter Aus­schluß der Oeffentlichkeit statt.

Kopenhagen, 28. August. Der 81jährige deutsche General von der Groeben, welcher mit Familie im Badeort Hornbaek weilt, wurde gestern bei einer Ausfahrt aus dem Wagen geworfen, da die Pferde scheuten. Verwundet wurde derselbe nach dem Lazareth gebracht, woselbst er verstarb.

Cocales unö ^vovinzielles.

Gießen, 29. August.

Zur Bärenjagd in Frouhaufen. DieFrankfurter Zeitung" sowohl als auch dieKleine Preffe" lassen sich aus Gießen von einer bei Fronhausen stattgefundenenLöw en - jagd" mit allerhand Ausschmückungen berichten. So heißt es u.A.:DerLöwe ließ sich in einem Dickwurzacker nieder und that sich an den saftigen Blättern gütlich." Seit wann frißt der Löwe Dickwurzblätter?

Kuglers Museum. Ueber das in Oswalds Garten aufgestellte große Kugler'sche Museum liegen uns zahlreiche Berichte anderer Städte vor. Nach denselben gehört das Museum zu den größten Sehenswürdigkeiten der Gegenwart. Es zerfällt in 8 große Abteilungen und zwar zeigt uns die 1. Abtheilung in tausenden von Exemplaren die prachtvollsten exotischen Muscheln, Korallen, Schmetterlinge und Käfer- die 2. Abtheilung enthält eine Sammlung ethnographischer Gegen­stände, aus der wir nur einen echten Koran, Götzen und Musikinstrumente aufführen- die 3. Abtheilung enthält eine große altertümliche Waffen-Sammlung, die nächste Ab­theilung enthält seltene Raritäten aus allen Gegenden der Welt. Die 5. Abtheilung entrollt uns ein Bild aus der sog. guten alten Zeit: Das Gerichtsverfahren im Mittelalter. Da sieht man die Instrumente, welche damals in Anwendung gebracht wurden, wenn der Angeklagte die beschuldigten Ver­brechen nicht eingestanden hat. In der 6. Abtheilung: Große Sammlung von Geld- und Denkmünzen, sowie Briefmarken. Die 7. Abtheilung enthält über 40 lebende Thiere, haupt­sächlich Thiere, die in Menagerien und Zoologischen Gärten nicht geführt werden. Die letzte Abtheilung enthält ein großes historisches Panorama, Oelgemälde von besseren Malern der Vergangenheit und Gegenwart.

V Aus dem Decanat Gießen, 29. August. Unser Decanat feierte sein diesjähriges Misstonsfest in Allendorf an der Lumda am Donnerstag, den 27. d. M. Trotzdem das Fest an einem Werktage und mitten in der Ernte war, war die Theilnahme von Seiten der Gemeinde und der Umgegend eine außerordentliche. Vormittags predigte Pfarrer Wagner von Wetterfeld über Heidenmission, Nachmittags Pfarrer Walz aus Bad-Nauheim über innere Mission, außerdem hielt Decan Wahl eine Ansprache- das Schlußwort und freie Schlußgebet sprach der Ortsgeistliche Pfarrer Volp. Der unter Leitung des Lehrers Ziegler stehende Kirchenchor fang Vormittags: Nun freut euch, lieben Christen gemein" undNun preiset Alle Gottes Barmherzigkeit", Nachmittags:Ein Blümlein auf der Haide" undO selig Haus, wo man Dich aus­genommen". Die Leistungen des Chores, der erst seit Ende Februar besteht, sehr eifrig ist und über 50 Mitglieder hat, sind allgemein gerühmt worden. Die überaus große Collecte betrug 135 Mk. 19 Pf. und erhält zum Theil die äußere, zum Theil die innere Mission. Die große Festversammlung, die Altarliturgie, der lebendige Gemeindegesang, die herrlichen Gesänge des Kirchenchores und die große Collecte haben uns daran erinnert, daß hier viel Liebe zur Kirche und . zur Mission und darum der fruchtbarste Boden für kirchliche Feste ist.

§ Ilbeshausen, 27. August. Gestern Abend hatte der zweite Lehrer an der hiesigen Volksschule das Unglück, aus dem Fenster seiner im zweiten Stock des Hauses befind­lichen Wohnung zu stürzen. Nach der ärztlichen Untersuchung sind die dabei erhaltenen Verletzungen nicht lebensgefährlich.

+ Herbstein, 28. August. Der Müller Schäg von Zahmen ging vor Kurzem Abends gegen 11 Uhr aus der Wirthschaft des Johannes Oestreich von Bannerod, woselbst er mit noch anderen Gästen längere Zeit verweilt hatte, nach Hause. Unterwegs wurde er von einer unbekannten Person über fallen und geschlagen, sodaß er mehrfache Verletzun­gen erhielt. Schäg glaubte in dem Angreifer einen gewissen: