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Bei den BrodverkLufern.
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* Ein Vorkommniß seltener Art hat sich in Ho erde in Westfalen ereignet. Ein Gerichtsschreibergehülfe, dem die Führung des Strafregisters oblag, hat in weit über 100 Fällen Strafen als verbüßt notirt, ohne daß sie in Wirklichkeit verbüßt waren, oder, wenn es sich um Geldstrafen handelte, bezahlt waren. Die Gefängnißstrafen konnten ja noch nachträglich vollstreckt werden, nicht aber die Haft- und Geldstrafen, soweit sie drei Monate vor der Entdeckung der Fälschungen rechtskräftig geworden waren. Der junge Beamte hat diese Fälschnngen anscheinend aus purer Menschenfreundlichkeit begangen, denn es ist nicht erwiesen, daß er Vortheile davon gehabt hat, im Gegentheil, er hatte viel Arbeit, um die Fälschungen in allen Büchern und Registern durchzusühren, damit keine Entdeckung erfolge. Die Sache wird das Schwurgericht beschäftigen.
erworben. Seine verdienstvolle Thätigkeit wurde bereits im Jahre 1889 durch Verleihung einer Ordensauszeichnung von Allerhöchster Stelle anerkannt. Die Angehörigen und Freunde des Gefeierten gaben heute ihrer Liebe und Verehrung unter Anderem durch Ueberreichung sinniger Geschenke Ausdruck. Herr Klös, der im 67. Lebensjahre steht, ist körperlich und geistig noch sehr rüstig und wünschen wir, daß ihm diese köstlichen Gaben durch Gottes Gnade noch recht lange erhalten bleiben.
verkehr, Land- nnd Volkswirtschaft.
Rieften, 28. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. A 1,05-1,15, Hühnereier 1 St. 6—7, 2 St. — 4, Enteneier 1 St. 7--4, 2 St. — 4,
Käse vr. St. 5—8 -9>, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar A 0,80-1,00, Hühnerpr. Stück A 1,20-1 40, Hahnen pr. St A 1,50-2,00, Enten pr. SMck A 1,80-2,2), Ochsenfleisch pr. Pfd 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 4, Schweinefleisch 60—70 4, Hammelfleisch 50—70 4, Kalbfleisch 60-00 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo A 6,50-7,50, Weißkraut pr St. 3—7 4, Zwiebeln oer Centner A 7,00—8,00, Milch per Liter 12 -18 4, Gänseeier 11—12 4-
Katholische Gemeinde.
Osterfest, 29. und 30. März.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um W Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte, um Va7 Uhr Austheilung der hl Communion; um Uhr MMtür- aotttsdienft mit Predigt; um 3/J0 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um '/»3 Uhr Festandacht; nach Beendigung derselben Gelegenheit zur hl. Beichte.
Montag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um V?7 Ubr Austheilung der hl Communion; um Va» Uhr Mr.rtar- gottesdienft; um 3/410 Uhr Hochamt mit Predigt Nachmittags um V23 Uhr Festandacht.
Tiirchliche Anzeigen der Stadt Giehen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Oster-Sonntag, 29. Marz.
Vormittags SV2 Uhr in der Kirche: Pfarrer Schlosser.
Der Gottesdienst in der Friedhofscapelle soll wegen der rauhen Witterung ausfallen.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nach den Gottesdiensten Co ll ecte für die Armen der Gemeinde. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Oster-Montag, 30. März.
Vormittags 9V2 Uhr in der Kirche: Pfarrer vr. Naumann.
Der Gottesdienst in der Friedhofscapelle soll wegen der rauhen Witterung ausfallen. t nr
Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Gymnasiasten und Stadtschüler. Pfarrer Dingeldey.
Nach den Gottesdiensten Collecte für die Kirchenkasse zur Vermehrung des Capitaloermögens der Gemeinde.
Am Sonntag den 5. April: Confirmation der Gymnasiasten und Stadtschüler; im Anschluß an dieselbe Feier des heiligen Abendmahls; die Beichte am Samstag zuvor, Nach- mittags^2 ^rarrQef|n her Woche vom 29. März bis 4. April besorgt Pfarrer Dingeldey.
Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Controltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz.
Gießen, den 5. März 1891.
Caspary,
Oberstlieutenant z. D. und Commandeur des Landwehrbezirks Gießen.
provinzielles.
*** Hungen, 26. März. Heute feierte der Großh. Gerichtsschreiber Herr Klös dahier im Familien- und Freundeskreise die Wiederkehr des Tages, an welchem er vor 50 Jahren in den Justizdienst trat. Zuerst an den Gerichten zu Lich, Hungen, Gladenbach, Butzbach und Ulrichstein als Gehülse beschäftigt, wurde er später zum Actuar am Landgericht Altenstadt ernannt und bei der Gerichtsorganisation im Jahre 1879 zum Gerichtsschreiber am Amtsgericht Büdmgen berufen. Im Jahre 1882 wurde er aus seinen Wunsch wieder nach Hungen, das ihm durch Familien- und Freundschaftsbande zur zweiten Heimath geworden, versetzt. In unserer Stadt ist der Jubilar im Ganzen 33 Jahre thätig und hat sich während dieser Zeit durch seine Pflichttreue und sein leutseliges, biederes Wesen die Liebe und Hochachtung Aller
Vrodpreise
vom 29. März bis 12. April 1891.
Bei den Bäckern.
Bekanntmachung,
die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll, ständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden.
1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet.
Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen- ,
3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird.
4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugniß;
b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den FreiwMgen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen;
c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit ober ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist;
d) das Schulzeugniß.
Sodann wird noch besonders bemerkt:
Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß.
Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reisezeugniffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reisezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, lämmllich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. .-ovemoer 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — am; stellt sein müssen.
Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 39, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen.
Großh. Prüsungs - Commission
für einjährig Freiwillige zu Darmstadt.
Der Vorsitzende:
Dr. Zeller.
Vermischtes.
*= Frankfurt a. M., 26. März. Das ehemalige Bundespalais wird voraussichtlich demnächst zu Postzwecken verwendet werden. Wie die hiesigen Blätter berichten, schweben zwischen dem Reichsfiscus und dem Freiherrn von Thurn und Taxis Verhandlungen wegen miethweiser Ueber- lassung des ehemaligen Bundespalais, an die Post. Bei dieser Gelegenheit wird daran erinnert, daß das Postgebäude 1848 mit dem Bundespalais durch eine im Jahre 1866 beseitigte Thür verbunden war und im Bundespalais selbst zum Schutze des Bundestages und der Post — und zwar in den Gebäuden, welche den Hof des Bundespalais umschließen und jetzt Schulzwecken dienen — eine Compagnie Oesterreicher lag.
*= Frankfurt a. M., 26. März. Der technische Leiter der hiesigen im Mai zur Eröffnung gelangenden internationalen electrotechnisehen Ausstellung, Ferdinand von Miller, hat vor wenigen Tagen im electrotechnischen Verein zu Berlin ein Bild von der Ausstellung entworfen und dabei auch insbesondere der Kraftübertragung auf größere Entfernungen gedacht. Als großartigsten Versuch von Kraftübertragung und die wesentlichste Merkwürdigkeit der Frankfurter Ausstellung bezeichnete er die Uebertragung, vermittelst welcher eine Wasserkraft in Lauffen am Neckar auf dem Ausstellungsplatz verwendet wird. Es handelt sich darum, eine Kraft 175 Kilometer entfernt von der Stelle, wo sie sich befindet, zu verwerthen. Dies sei der gewaltigste Versuch, den man bisher unternahm, von einer einzigen Kraftstelle aus ganze Provinzen, vielleicht ganze Länder mit Triebkraft zu speisen. In Lauffen wird die Wasserkraft in Electricität von 50 Volt Spannung umgewandelt. Diese Electricität wird durch Transformatoren in Electricität von der ungeheuren Spannung von 25 000 Volt umgesetzt, mit dieser bisher noch nicht erreichten Kraft in den Drähten von 4 Millimeter Durchmesser 175 Kilometer weit getragen und in Frankfurt in Electricität von 100 Volt durch Transformatoren wieder umgewandelt, in welcher Gestalt sie dann zur Beleuchtung und zum Treiben von Arbeitsmaschinen verwendet wird. Die eben erwähnte Kraftübertragung passirt vier Länder und konnte nur durch die Unterstützung der Staatsbehörden ermöglicht werden.
* Leipzig, 23. März. Die dauernde Gewerbeausstellung, Promenadenstr. 8, gestaltet sich zur kommenden Ostermesse äußerst reichhaltig, denn es sind nicht allein zwölf Motorensysteme, als Gas-, Benzin-, Petroleum-, Heiß- luftmaschiuen betriebsfähig in verschiedenen Größen vertreten, sondern gewerbliche Hilfsmaschinen sür Buchbinder, Buchdrucker, Bäcker, Schlosser, Schmiede, Klempner, Tischler, Schuhmacher usw. in großer Anzahl vorhanden, ebenso technische und allgemeine Gebrauchsartikel in reicher Auswahl ausgestellt. Besonders ist die Küchenabtheilung der Ausstellung sür Damen interessant. Ein Besuch der Ausstellung ist daher allen Denen, welche zur Messe nach Leipzig kommen, nur zu empfehlen.
* Hamburg, 20. März. Daß ein Geschäftshaus seine Schulden nach 130 Jahren bezahlt, dürste ein so seltener Fall sein, daß die näheren Umstände mitge- theilt zu werden verdienen. Ein altes spanisches Handelshaus war im Jahre 1760 nicht mehr im Stande, seinen Verbindlichkeiten gegenüber der Flensburger Firma R. nachzukommen; es stellte seine Zahlungen ein. Die Nachkommen des spanischen Hauses haben indeß durch rastlosen Fleiß und glückliche Geschäftsverbindungen ihren Namen wieder zu Ehren gebracht, und vor einigen Jahren ließen sie plötzlich Nachforschungen anstellen über das Bestehen der alten Flensburger Firma R., um an diese die Schuld ihrer Vorfahren aus dem Jahre 1760 abzutragen. Von dieser wußten natürlich die R.'schen Nachkommen nichts mehr, um so weniger, als die Firma selbst nicht mehr besteht. Trotzdem waren die Nachforschungen von Erfolg, denn man entdeckte die Erbberechtigten aus einem Landhause in der Nähe von Flensburg. Der Besitzer des letzteren, dessen Urgroßvater im Jahre 1760 Inhaber des R.'schen Geschäfts war, erhä t nun alljährlich durch Vermittlung des Hamburger Bankhauses H. einen spanischen Check, bis die „alte" Schuld abgetragen ist. Für das Jahr 1891 wurde der Check dieser Tage in Flensburg in klingendes Gold umgewechselt.
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) Schwarzbrod 1. Sorte ) Schwarzbrod 1. Sorte ) Schwarzbrod 2. Sorte ) Schwarzbrod 2. Sorte
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1891. Großh. Polizeiaml Gießen.
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Gießen, den 28. März
Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod M (4 ,
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M in Kleiderstoffen, Kegen-, Promenaden- und Kinder- Neuoeiien Mänteln, Jaquetts und Umhängen in größter Auswahl eingetroffen
bei Wilh. Löber 28
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2834] Tüchtiger Hausbursche gesucht bei Bäcker 3toU, Löwengasse.
will, findet gute Aufnahme. Näheres Schloßgasse 19.
2832] Spenglerlehrling gesucht Gg. Appel, Spenglermeister,
Ganz besonders mache ich aus einen Gelegenheitskauf in schwarzen und farbigen Kleiderstoffen sür Konfirmandinnen, die ich bedeutend unter reellem Werth abgebe, aufmerksam.
•eeeee®eeeeeeeeeee®eeeeeeeeeeeee®eeeeeeee ----- - “ ' " -i statt Oel oder Pomade , MWUTl Retters unübertroffenes
" ^Lö'wengasse. Haarwasser (staatlich geprüft und begut-
2571] Em BLcker-Letzrltng gesucht Eet), um 40 4 b‘ qo ' in Ariedr. Roll, Mäusburg 12. ! Sonnenstr. 25, Gießen.
2833] Tüchtiges Müdchen für Küche und Haus gesucht. Hoher Lohn. _________________Frau BLrrn. ”2770] Penfiouchre finden flute Auf- nahme. Ludwigstraße 27, III.
BK27721 CFin Mädchen, welches die 2853] Junge Leute von 14 bis 16


