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Wetterauer Obstbauverein, dessen kurze Thätigkeit für die Kreise Friedberg und Gießen so Ersprießliches geleistet hat, sich über die ganze Provinz Oberhessen unter obigem Namen ausdehnen solle. Einer zahlreichen Betheiligung wird, trotzdem in einzelnen Kreisen eben Manöver stattfinden, entgegen­gesehen- wegen Collision mit anderen Versammlungen konnte ein anderer Termin nicht gewählt werden. Möge eine ent­sprechende Vergrößerung der Mitgliederzahl (der Jahresbeitrag ist nur 1.50 Mk.) dem Obstbauverein für die Provinz Ober- Hessen gestatten, seinen erweiterten Zielen nachkommen zu können. Die Vereinsschrift, welche monatlich kostenfrei an die Mitglieder abgegeben wird, .umfaßt 8 Seiten in Octav und gibt vorzügliche Belehrung iw Obstbau und Obsthandel.

Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 22. August den Lehrer an dem Gymnasium 'zu Bensheim Otto Schädel zum Director der höheren Mädchenschule zu Worms, mit Wirkung vom 1. September d. I. an, zu ernennen.

Das am 26. August ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 26 enthält: Bekanntmachung Großherzog­lichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Abgabe stark wirkender Arzneimittel, sowie die Beschaffenheit und Bezeichnung der Arzneigläser und Standgesäße in den Apotheken betreffend.

Ober-Mörlen, 26. August. Der neugewählte Bürger­meister Peter Born IV. ist nunmehr auch als Standes­beamter und Ortsgerichtsvorsteher bestellt worden. Die Wahl dieses Mannes an die Spitze der communalen Ver­waltung dars als eine durchaus glückliche bezeichnet werden.

Heßloch, 25. August. Warnung. Gestern Abend wurde ein kleines Mädchen, welches sich an eine durch den Ort fahrende Chaise anhing und dabei ein Bein zwischen die Speichen eines Rades brachte, derart verletzt, daß das Bein alsbald amputirt werden mußte.

Dorn-Dürkheim, 24. August. In einer der letzten Nächte wurde auf hiesigem Felde ein gewiß sehr selten in seiner Art dastehender frecher Diebstahl gemacht, indem einem Ein­wohner eines benachbarten Ortes die Frucht von fünf Haufen Korn vollständig ausgeklopft und entwendet wurde, sodaß den Dieben ca. 175 Kilo Korn zur Beute fielen.

Worms, 25. August. Der hiesige Verein für Gesund­heitspflege hat zur Gewinnung von Unterschriften den Wort­laut einer an den Reichstag zu richtenden Petition betreffs Aufhebung des Impfzwanges in Umlauf gefetzt.

A Mainz, 26. August. Heute sind es 25 Jahre, daß nach Beendigung des 1866er Feldzuges die ehemalige Bundes­festung Mainz an die preußischen Truppen der Mainarmee übergeben wurde. Die Uebergabe erfolgte nach Vereinbarung mit den kriegführenden Parteien durch den bayrischen General

Grafen von Rechberg an den Prinzen von Holstein, nach­maligen Gouverneur und Ehrenbürger von Mainz. Ein brutaler lieber fall wurde in verflossener Nacht von drei Soldaten des 117. Infanterie-Regiments hier verübt. In einem Zustande starker Trunkenheit griffen dieselben ohne jeden Anlaß drei auf dem Heimwege befindliche ruhige Bürger mit dem blanken Seitengewehr an und brachten den Wehr­losen mehrere gefährliche Verletzungen bei. Einer der An­gegriffenen wurde blutüberströmt zu einem Arzt getragen. Glücklicherweise gelang eS noch in der Nacht, die Thäter zu ermitteln und beiten Festnahme durch eine Patrouille herbei- zusühren.

vermischtes.

* Berlin, 25. August.Caprivi-Brod", halb Roggen, halb Weizen, gab es bereits am Montag beim Ausmarsch der Truppen aus Berlin zum Manöver. Dasselbe ist halb so groß wie das frühere und wird alle zwei, statt wie bisher alle vier Tage geliefert, da es zu schnell trocknet. Es schmeckt angenehm süß. Der Marktpreis beträgt 35 Psg.

* Paris, 26. August. In einer Landgemeinde unweit Rodez wurde gestern ein Siebzigjähriger lebendig be­stattet, aber noch rechtzeitig ausgegraben. Er hat das volle Bewußtsein wiedergefunden.

Schiffsnachrichten.

Bremen, 25. August. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Aller, Capitän H. Christoffers vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. August von Bremen und am 16. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

verkehr, £an6< unfc volksmirthschast.

s Gedern, 25. August. Der heute hier abgehaltene lVieh- markt war sehr stark befahren, doch war der Handel flau. Auf­getrieben waren nach amtlichen Mittheilungen 380 Stück Rindvieh und 813 Stück Schweine. Es war meistens Jungvieh aufgetrieben, 12jährige Stiere und Rinder; von ersteren kostete das Paar 440480 Mk., von letzteren 120 Mk. das Stück. Frischmelkende Kühe, auch andere junge Kühe waren gesucht, die vorhandenen 30 Stück wurden verkauft das Stück zu 250300 Mk.; auch nach trächtigen Kühen war viel Nachfrage. Fettes Vieh fehlte fast gänzlich, so daß sich die Metzger meistens mit geringer Waare begnügen mußten. Kälber (ca. '/2jährige) kosteten 6080 Mk. pro Stück. An Schweinen warm meistens junge Ferkel und Einlegeschwetne vor­handen; von öfteren kosteten 68 Wocheu alte 2030 Mk. per Paar, Einleges; vetne kosteten 6075 Mk. das Stück. Fettschweine wurden mit 50 Pfg. das Pfund Lebendgewicht verkauft, Schlacht­gewicht 6062 Pfg. Der nächste Markt hier findet in 14 Tagen statt.

Limburg, 26. August. Fruchtmarkt. Rother Weizen, X 21.00, weißer Weizen Korn, neues X 17.40, altes

X 18.50, Gerste X 11.50, Hafer X 8.25, Erbsen., Kar­toffeln.

Frankfurt a. VN., 26. August. Am Bebraer Bahnhofe wurde gestern Nachmittag ein Jungschwetne-Markt abgehalten, zu welchem 250 Stück zugefahren waren. Für Thtere von 16 bi- 25 Wochen wurden X 30 bis 50, für Thtere von 10 bis 15 Wochen X 19 bis 30 per Stück bezahlt. Die Zufuhr von fetten Schweinen im Viehhofe bezifferte sich in der vergangenen Woche (vom 16.22. August) auf 1661 Stück.

Literatur unb Kunft

Eine Pradtlla-Nummer. Dem größten spanischen Maler der Neuzeit, Francisco Pradilla, sind die beiden neuesten Hefte der »Modernen Kunsts (Berlin, Verlag von Rich. Bong) gewidmet. Wir finden in ihnen eine große Anzahl von Reproductionm der hervorragendsten Bilder Pradillas, darunter solche, die zu repro- buctren der Künstler allein derModernen Kunst" gestattet hat, wie denn auch die Auswahl der Scizzen und Studien von Seiten des Malers erfolgte. In herrlichen Holzschnitten treten uns die neuen Arbeiten Pradillas entgegen; seineNymphe",Zephyrwolken", Liebesreigen",Liebesfest" sind Arbeiten von wunderbarer Feinheit Der Darstellung und Wärme des Colorits. In anderen Blättern, wieRückkehr aus der Kirche", »In der Loge",Ein Begräbniß", In den pontinischen Sümpfen" offenbart sich die Begabung Pradillas für die moderne und nationale Sittenschilderung, während Rückkehr aus Flandern", diewahnsinnige Johanna", derStudien­kopf" u. a. Bilder das historische Genre repräsentiren. Den bio­graphisch-kritischen Artikel schmückt ein treffliches Porträt deS Künstlers.

Beim Einkauf von Doerings Seife verlanget aus­drücklich

Doerings Seife mit der Eule und prüfet, ob dem gekauften Stücke auf der Vorderseite die Schutz­marke, die Eule, aufgeprägt ist. Ist dies der Fall, dann hat der Käufer die Gewissheit, dass die Seife ächt und vollkommen neutral ist. Doerings Seife mit jeder anderen Prägung ist gefälschte Waare, der Käufer ist betrogen, nur Doerings Seife mit der Eule ist die allein richtige, ist die beste Seife der Welt.

Zu haben in Giessen bei Gebr. Adami, C. F. Conrad, Drebes & Wallenfels, Eberhard Dort, Fritz Egly, E. Fischbach, A. Geisse, 6. Gerhardt, L. Kalkhof, Gg. Kinkel, L. Loth, Eberh. Metzger, P. J. Mobs, C. Möser, H. F. Nassauer, A. Noll II., Carl Petri, Marktplatz, Otto Schaaf, J. M. Schulhof, Frau R. F. Thomas, A. Voigt, Heinrich Wallach. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 7485

1006] Tausendfaches Lob, notariell bestätigt, über Hollärrd. Tabak von B. Becke« in Seesen a. Harz 10 Pfd. lose i. Beutel co. 8 Mk. hat d. Exp. d. Bl. eingesehen.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast.

Freitag Abend 61* Uhr, Samstag Vormittag 8w Uhr, Samstag Nachmittag 4°° Uhr, Samstag Abend 7»° Uhr.

Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 27. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15, Luft 20 Grad Reaumur.

L. Ehr. Rübsamen Wwe.

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Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf die im Abdruck nachstehenden Bestimmungen fordern wir diejenigen Grundbesitzer, welche bei den nunmehr in der hiesi­gen Gemarkung beendigten Herbstübungen Flurschäden erlitten haben, hier­mit auf, ihre Entschädigungs-Ansprüche sofort und spätestens binnen 3 Tagen bei der unterzeichneten Großh. Bürgermeisterei unter Angabe von Flur, Nummer und Größe der betr. Grundstücke, sowie der ungefäh­ren Größe der beschädigten Geländefläche zur Anmeldung zu bringen.

Gießen, den 26. August 1891.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 7652

Entstehen bei Truppenübungen Flurschäden, so fordert der Ortsvor­stand (Bürgermeister) die Beschädigten zur Anmeldung ihrer Entschädi­gungsforderungen auf und stellt letztere behufs Vorbereitung der Feststel­lung der Vergütung in einer Nachweisung nach Anlage E unter Berück­sichtigung der dieser Nachweisung vorgedruckten Anmerkung 1 Absatz 2 zusammen.

Diese Nachweisungen sind von dem Ortsvorstande bezw. der zustän­digen Civilbehörde der Abschätzungs-Commission bei ihrem Eintreffen vor­zulegen.

Die Beschädigten haben unmittelbar nach eingetretener Beschädigung die Entscheidung des Ortsvorstandes darüber anzurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten hat. Der Ortsvorstand hat die Aberntung anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben aus­gesetzt sind.

Ordnet der Ortsvorstand die Aberntung vor dem Eintreffen der Ab- schätzungscommission an, so hat derselbe sofort in Gemeinschaft mit zwei unparteiischen Ortseingesessenen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder u. s. w.) und die Qualität der übrig ge­bliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens fest­zustellen und über den Befund der Abschätzungscommission Mittheilung zu machen. Ist der Ortsvorstand selbst der Beschädigte, so muß er die Noth- wendigkeit der Aberntung -vor dem Eintreffen der Abschätzungscommission, sowie den Umfang des Schadens durch zwei unparteiische Zeugen con- statiren lassen.

Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen selbst, sondern auf andere Weise, im Besonderen dadurch entstanden sind, daß die Be­theiligten das rechtzeitige Abernten unterlassen haben, begründen keinen Anspruch auf Vergütung.

Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Interessenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage zerstört werden Mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleichfalls nicht.

Bekanntmachung.

Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der israelitischen Reli- -gionsgemeinde Gießen pro 1890/91 liegt 8 Tage lang auf dem Bureau Äes Unterzeichneten zur Einsicht der Betheiligten offen.

Gießen, den 27. August 1891.

Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen.

M. Homberger. 7675

Grummetgras- Versteigerungen der Fürstlich Solmsischen Rentei Lich.

Das Grummetgras von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert:

Donnerstag den 3. September, Bormittags präcis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich oberhalb der Stadt,, zusammen 115 Morgen. Zusammenkunft an der Sau­brücke, nächst der Peinmühle.

An demselben Tage, Nachmittags präcis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich und von der großen Teichwiese, Gemarkung Hof Albach, zunächst der Staatsstraße Lich-Gießen, zusammen ca. 20 Morgen- Zusammenkunft im Schloß- garten an der Eisenbahnbrücke.

Freitag den 4. September, Vormittags präcis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Ge­markungen Mühlsachsen, Ober- und Niederbesfingen, im Ganzen 130 Morgen Zusammenkunft in Mühlsachsen.

Montag den 7. September, Vormittags präcis 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch« und Strauch­waldwiese, Gemarkung BurkhardS- selden, zus. 70 Morgen. Zusammen­kunft in der Mönchwiese.

Die Ausgebote geschehen in Abteilungen von 1 bis 2 Morgen.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini d. I. gestattet.

Lich, am 23. August 1891.

Fürstlich Solmsische Rentei.

Kreiling. 7654

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H. Mühlich, Wagnermeister.