Anlagekosten nur für die über den Ortsbestellbezirk hinaus- sührende Leitungslinie herangezogen werden dürfen und zwar nur in Höhe der Selbstkosten der Postverwaltung- 4) in allen Postorten mit Fernsprech-Anlagen öffentliche Fernsprechstellen eingerichtet werden. Es wird im Sinne dieses Antrags, welcher durch die Herren Oberbürgermeister Gnauth, Dr. Gutfleisch und Homberger befürwortet worden, beschlossen.
— Viertes Orgelconcert. Wie aus Annoncen der gestrigen und heutigen Nummer dieses Blattes ersichtlich ist, findet das vierte historische Orgelconcert nächsten Montag (29. d. M.), Abends 8 Uhr, statt. An Vocalsachen enthält das Programm außer Anderem zwei hochgeschätzte Duette für zwei Soprane. Die Ausführung der einen Partie hat Frl. Haym aus Halle gütigst übernommen. An Orgelcomponisten bringt das Programm die Namen Schumann, Brosig, Herzog, Kühmstedt. Schumann wandelt in seinen sechs Bach-Fugen für Orgel einen eigenen Weg. Nur in der Form mußte er sich an Vorbilder zwar anlehnen; dennoch behandelt er aber die Fugenform sehr frei, viel freier als die übrigen Componisten unseres Programms. So weist Brosig in seinem Präludium und Fuge C-moll ein streng der Form nach an Bach angelehntes Stück aus. In dem Geist, der Brosigs Composition durchweht, kann man Anlehnen an Beethoven erkennen. Beet- hoven'scher Geist ist es auch, der die gewaltige heroische Fantasie von Kühmstedt durchzieht. Ein ganz anderes Bild bietet Meister Herzog, von dem das Programm eine Choralarbeit bringt. Nach Form und Inhalt lehnt er sich an Bach an und sucht mit diesem den Geist unserer Zeit zu vereinigen. Herzogs Compositionsweise ist somit mit Mendelssohn zu vergleichen, sie erweist sich aber als eine weit vornehmere, als die Mendelssohns. Schließlich enthält das Programm noch ein Concertstück von Nhode für Orgel, Trompete und 3 Posaunen. Man hat diese Instrumente schon frühe gerne mit der Orgel zusammengeftellt. Die Wirkung ist naturgemäß eine großartige- dabei hört man derartige Sachen in kirchlichen Concerten aber recht selten, gewöhnlich deshalb, weil die Anforderungen an die Bläser recht bedeutende sind.
— Theater. Leider mußte vorgestern wegen plötzlich eingetretener Erkrankung der Opperettensängerin Fräulein Sina die von Director Widmann angekündigte Vorstellung von Jacques Offenbachs Operette „Die schöne Helena" aussallen. Wir wir hören, findet dieselbe morgen, Sonntag den 28. d. Mts., im neuen Theater ((Safe Leib) statt. Ein ganz besonders hohes Interesse hat die Vorstellung durch den Umstand gewonnen, daß sie durch die Mitwirkung des Curorchesters von Bad-Nauheim, welches bekanntlich aus den ersten und ausgewähltesten künstlerischen Kräften zusammengesetzt ist, unterstützt wird. Wir können uns von den Leistungen der in so weiten Kreisen berühmten Capelle einen eben so hohen als seltenen Kunstgenuß versprechen. Die Partie des Paris hat Herr Director Widmann mit dem uns vom letzten Ensemblegastspiel noch rühmlichst bekannten Operettentenor Herrn Carl Bank vom Lobetheater zu Breslau besetzt. Er zählt die genannte Rolle stimmlich, sowie in darstellerischer Hinsicht zu seinen Glanzleistungen und wird im Stande sein, um so interessanter zu wirken, als er in Frl. Sina, welche die Titelpartie vertreten wird, eine charakteristische Partnerin besitzt. Wir bemerken noch, daß die Costüme der Operette, welche übrigens diesmal um 8 Uhr beginnt, neu mit bedeutendem Kostenaufwand hergestellt worden sind.
— Dem Musketier Zierlein von der Leibcompagnie des 116. Jns.-Ncgts. wurde von Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich für ein Gedicht: „Kaiser Friedrich von Deutschland", ein Dankschreiben übermittelt.
— Die zu einer zwölftägigen Hebung einberufen gewesenen Landwehrleute wurden heute wieder entlassen. Die Regimentsmusik begleitete die Mannschaften nach dem Bahnhofe.
— „Offizier-Ruf" ist der Titel eines Marsches, welchen Herr Musikdirector Krauße dem commandirenden General des 11. Armeecorps, v. Grolman gewidmet und gelegentlich der Besichtigung des 116. Regiments überreicht hat.
— Diebstahl. Ein hier arbeitender Metzgerlehrling entwendete zu verschiedenen Malen einem hiesigen Fellhändler gelegentlich der Ueberbringung von Kalbfellen aus dessen Trockenräumen Iltis- und Zregenselle und verkaufte das gestohlene Gut in Gemeinschaft eines Gesellen seines Meisters. Die Beiden, welche sich in den Erlös theilten, wurden gestern Nachmittag verhaftet.
— Ertrunken. Gestern Abend ertrank beim Baden in der Lahn am Untermühlwehr ein 17 Jahre alter Lithographenlehrling. Derselbe hatte sich, trotzdem er kein guter Schwimmer war, an eine tiefe Stelle, den sogen. Confirmandensprung, gewagt. ____________
— Das diesjährige Hoherodskopffest (Gesammt Ausflug aller Zweigvereine) findet Sonntag den 5. Juli statt. Zusammenkunft am Hoherodskops-Clubhause Mittags 1 Uhr. Hierselbst im Feftzelt: Begrüßung der Festtheilnehmer, Concert und Tanzvergnügen. Zur Deckung der Festkosten ist von jedem am Feste theilnehmenden Herrn eine Festkarte für 50 Pfg. zu lösen. — Den die Nebenbahnen Stockheim- Gedern, Nidda-Schotten und Hungen-Laubach benutzenden Theilnehmern diene zur Nachricht, daß der letzte Zug — Stockheim 9.47 und Nidda 10.10 — an Sonntagen bis nach Gießen durchfährt.
-r. Brauerschwend, 26. Juni. Ein hiesiger Fabrikarbeiter wurde heute wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet und in das Amtsgerichtsgefänguiß zu Alsfeld eingeliefert.
§ Herchenhain, 25. Juni. Heute Nachmittag ging, von Saasen kommend, ein schweres Gewitter über unsere Gegend. Zweimal schlug der Blitz ein, einmal in einen Heuhaufen, welcher vollständig verbrannte, das andere Mal in eine Steinmauer. Ein wolkenbruchartiger Regen schwemmte viel Ackerland weg- infolge schweren, strichweise uieder- gcgnngenen Hagelwetters wurde viel Schaden an der Winterfrucht angerichtet. Leider haben die meisten Eigcnthümcr der verhagelten Früchte nichts versichert.
Vermischte«.
Verkehr, £anö» rurd Vetrsmirthschost.
* Aus Rheinhessen, 24. Juni. In der diesseitigen Provinz hat die Traubenblüthe jetzt allgemein begonnen. Die Gescheine sind in den besseren Lagen ziemlich zahlreich vorhanden und braucht man bei fortdauernd guter Witterung einen vollständigen Ausfall der diesjährigen Weinernte immer noch nicht zu befürchten.
* Trier, 24. Juni. Ein Zuchthäusler als Ladenmädchen. Gestern Vormittag nahm in Bonn in dem Eifenbahnzuge nach Koblenz ein junges, sauberes Mädchen Platz, daß seinen Mitreisenden gegenüber äußerte, sie sahre nach Güls an der Mosel und fei Ladenmädchen. In Koblenz stieg die Schöne nm und fuhr mit der Moselbahn weiter. Einem Schaffner dieses Zuges fiel es nun auf, daß die Ladnerin so merkwürdig große und plumpe Schuhe trug. Bei genauerem Zusehen erkannte er, daß die betreffenden Schuhe aufs Haar denen glichen, welche die Sträflinge im Zuchthaufe zu Köln tragen. Er sah sich jetzt das Fräulein mit kritischem Auge an, und sehr bald kam er zu der Überzeugung, daß die Ladnerin ein verkleideter Mann sei. Man telegraphirte nach Köln und erhielt die Antwort, daß in der That vergangene Nacht ein Sträfling aus dem dortigen Zucht- Hause ausgebrochen sei. Das Ladenfräulein wurde darum in Cochem verhaftet und entpuppte sich als der entsprungene Zuchthäusler.
* Aus Schlesien, 24. Juni. Das Rittergut Ober- und Nieder-Ludwigsdors, Kreis Oels, ist von dem bisherigen Besitzer, Major a. D. v. Wedell, an den Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen verkauft worden. Der Kaufpreis beträgt 590000 Mk.
* (Slogan, 24. Juni. Der herrschaftliche Kutscher Tost in Schien erschoß drei seiner schlafenden Kinder, verletzte seine Ehefrau durch einen Revolverschuß und erhängte sich selbst auf dem Hausboden. Das Motiv der That war Dienstentlassung und Nahrungssorge.
* Seltsamer Aberglaube. Der Obmann der Wiener Rauchsangkehrer-Gehilsen, Gustav Westendorfer, gelangte in den Besitz folgenden amtlichen Schriftstückes, welches Eigen- thnm des Bezirks-Ranchfangkehrermeisters Karl Wachauer in Fünfkirchen und an diesen vom 12. Juni 1889 datirt ist: „Geehrter Herr Wachauer! Am 6. Juni war Ihr Geselle in unserem Dorfe fegen und bei dieser Gelegenheit hatte sich ein kleines Mädchen vor seiner schwarzen Gestalt so sehr erschreckt, daß es in Krämpfe fiel. Sie werden hiermit auf- gesordert, von dem betreffenden Gesellen ein wenig Kopfhaar, sowie ein Stückchen von seinem Hemde so schnell als möglich uns einzusenden, damit wir mit diesen Sachen das Mädchen räuchern und vom Tode retten können. Szabolcs, Comitat Baranha, am 12. Juni 1889. Georg Csonka, Gemeinde- Vorstand."
* In einem Dorfe in Bayern hatten sich öfters Bettler und arbeitsscheue Leute herumgetrieben. Eine eben dort anwesende gerichtliche Commission bemerkte mehrere dergleichen Individuen und beauftragte sogleich den Ortsvorsteher, im wiederholten Falle beim Landgericht Anzeige zu erstatten und wenn nicht, wenigstens binnen acht Tagen eine Fehlanzeige zu machen. Der Vorsteher machte nun folgenden Bericht: „— Seitdem eine hohe Landgerichtliche Commission hier war, hat sich sonst weiter kein Gesindel mehr sehen lassen."
* Ländlich sittlich. Wirth: „Was wär' dem Herr lieb?" Hans: „O, säget mer doch nit Herr, i bi kei Herr!" Wirth: „Ach, näht mer das nit übel, es ist halt hie de Bruch, daß me ame jede Lumpehund Herr seit."
* Kluge Frau. Köchin: „Madame, jetzt sind aber die Eier gar zu klein. — Mad ame: „Das wird wohl an den Bauernfrauen liegen, die nehmen die Eier zu zeitig weg, ehe sie ordentlich ausgebildet sind."
Tragödie in 33 Wörtern.
Alter Meergreis — Hochzeitsabend —
Achtzig Jahr — Million —
Junge Schöne — "Haar erlegen —
Traualtar. Schwiegersohn.
Mädchens Vater Bankrotteur — Kind verschachert — Grand malheur.
Stunde später — Stadtbekannt — Junge Gattin — Durchgebrannt.
Alter Meergreis — Tobt und schreit — Recht geschehen — Dämlichkeit!
Hitivcrfitüte - Nachrichten.
— An der Universität Leipzig studiren in diesem Semester 73 Landwirthe (mit Einschluß der Hospitanten). Davon entfall-n auf das Königreich Sachsen 13, auf Preußen 31, auf die übrigen deutschen Staaten 8, auf Oesterreich-Ungarn 8, auf die übrigen europäischen Staaten 13.
— Auf dem Commers des „Verbandes wissenschaftlicher Vereine" in Göttingen wurde mit großem Beifall die Rede des Professors Weiland ausgenommen, der u A. auch betonte, daß Liebe zum Vater- londe, echt studentische Fröhlichkeit auch außerhalb der Corps gepflegt würde und daß mancher tüchtige, königstreue Bürger auch aus. der Mitte der Studenten heroorgegangen sei, ohne einem Corps angehört zu haben.
Citeratur rrnd Nnnst.
Metz, 22. Juni. Die hiesige städtische Bibliothek, deren Grundstock aus den mährend dec großen Revolution als Rational- eiaenthum erklärten Klosterbibliotheken gebildet wurde, zählte bis 1888 unter rund 50000 Nummern nur etwa 450 deutsche Werke. Der in dem genannten Jahre angeitcllte deutsche Bibliothekar Ahl- feld wandte sich gleich nach Beginn seiner Thätigkeit an die deutschen Schriftsteller und Verleger mit der Bitte um unentgeltliche Ueber- lassung von deutschen Werken. Dieser Schritt hat den erfreulichen Erfolg gehabt, daß die deutscheAbtheilung sich mehr als versechsfacht hat. Sie zählt nämlich gegenwärtig bereits 2850 Werke mit 4600 Bänden. Weitere Zuwendungei: zur Hebung der Metzer Bibliothek im vaterländischen Sinne sind hochwillkommen.'
(Bieften, 27. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigere Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,75—0,85, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. — Enteneier 1 St. 6-7 2 St. -
Käse pr. St. 5-8 4, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 Tauben pr. Paar X 0,80—1,00, Hühner pr. Stück X 1,20—1.40, Hahnen pr. St- X 1,50-2,30, Enten pr. Stück X 2,00-2,30, Ochsenfleisch pr. Pfd 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 56-64 H, Hammelfleisch 50—76 Kalbfleisch 50—56 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 8,00-9,00, Weißkraut pr. St. 3—7 Zwiebeln per Centner X 12,0—00,0, Milch per Liter 12-18 H, Kirschen per Pfd. 20—25 H.
Auszug aus den StandesamtseegisteVU der Stadt Gietzen.
Aufgebote.
Juni: 18. Jacob Georg Franz Schreiber, Musiklehrer zu Lausanne, mit Maria Helene Lang zu Gießen. 20. Karl Schäfer, Taglöhner zu Höchst a. M., mit Marte Anna Elisabetha Martin« zu Frankfurt a. M. 22. -Johann Kurt Wölke, Weichensteller zu Gietzen, mit Luise Kämmerer Hierselbst. 25. Johann Friedrich Christian Keller, Rechtsanwalt zu Friedberg, mit Karoline Anna Muth hierfelbst. 26. Wilhelm Mades, Kaufmann dahier, mit Johanna Schlabach hierfelbst. 26. Johann Georg Fischbach, Küfer dahier, mit Elisabethe Wtnn hierfelbst.
Ehefchlietzurrgen.
Juni: 20. Dr. Wilhelm Ferdinand Richard Lang, Chemiker zu Würzburg, mit Marte Johanna Luise Spies von hier. 24. Johann Joseph Sauer, Kaufmann zu Frankfurt a. M., mit Emilie Karoline Wilhelmine Wallenfels dahier.
Geborene.
Juni: 21. Dem Kaufmann Carl Röhr ein Sohn. 21. Dem Bierbrauer Hermann Ubrich ein todtgeborenes Kind männlichen Geschlechts. 25. Dem Wettzbinder Wilhelm Heberer ein Sohn, Adolf.
Gestorbene.
Juni: 21. Heinrich Dsttmar, 66 Jahre alt, Straßenkehrer dahier. 21. Heinrich Becker, 26 Jahre alt, Schuhmacher von Reiskirchen. 22. Emma Niebergall, 8 Jahre alt, Tochter von Wirth Sebastian Niebergall zu Gleiberg. 23. Friedrich Noll, 2 Jahre alt, Sohn von Bäckermeister Eduard Noll dahier. 23. Johanna Krailing, 17 Jahre alt, ledig dahier. 24. Konrad Schimmel, 39 Jahre alt, Cigarrenmacher dahier. 24. Johannes Zecher, 67 Jahre alt, Gym- nasial-Pedell dahier.
aus -en rrirchenbüchevn Xx Staöt «Ufien.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 20. Juni. Dr. Wilhelm Ferdinand Richard Lang, Chemiker zu Würzburg, und Marie Johanna Luise Spies, Tochter des Bäckermeisters Hermann Spies zu Gießen.
Den 25. Juni. Johann Josef Sauer, Kaufmann, und Emilie Karoline Wilhelmine Wallenfels, Tochter des Kaufmanns Christian Wallenfels zu Gießen.
Getaufte.
Den 20. Juni. Dem Lehrer an der höheren Mädchenschule Georg Jakob Oehlenschläger ein Sohn, Georg Jakob, geboren den 1. Juni.
Den 21. Juni. Dem Dachdeckermeister Johann Heinrich CarlS eine Tochter. Marie Else Margarethe, geboren den 28. Mai.
Denselben. Dem Fuhrmann Heinrich Launfpach ein Sohn, Johann Wilhelm Heinrich, geboren den 31. Mai.
Denselben. Dem Schneider Georg Wilhelm Lotz eine Tochter, Anna Luise, geboren den 5. April.
Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Göhrke ein Sohn, Heinrich Wilhelm Ludwig Peter, geboren den 7. Mai.
Dem 23. Juni. Dem Fnseur Leonhard Dechert eine Tochter, Mathilde Johannette, geboren den 1. Juni.
Den 24. Juni. Dem Professor Dr. Gustav Krüger eine Tochter, Henriette Margarethe Helene, geboren den 22. März.
Den 25. Juni. Dem Wirth Heinrich Ernst eine Tochter, Marie Sophie, geboren den 19. Mai.
Beerdigte.
Den 20. Juni. Dr. Hermann Weber, pract. Arzt, alt 64 Jahre, starb den 18. Juni.
Den 23. Juni. Heinrich Dtttmar, Straßenkehrer, alt 66 Jahre, starb den 21. Juni.
Den 25. Juni. Johanna Krailing, Tochter des verstorbenen Schreinermeisters Ferdinand Krailing, alt 17 Jahre, starb den 23. Juni.
Den 26. Juni. Johannes Zecher, Pedell am Gymnasium, alt 67 Jahre, starb den 24. Juni.
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Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht- Das Seidenfabrik-Depöt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflief.) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. Doppe tes Briefporto nach der Schweiz. ___1Jiy
- Hundert Mark Belohnung. Die Fälle von betrugernchem Mißbrauch mit der Marke „Zachcrltn" Horen leider nicht aus sich zu ereignen! Die Firma I. Zach er l in Wien W fitb deshalb genöthigt, allerorts bekannt zu geben, daß sie zur Abwehr solchen Unfuges eine Belohnung von 100 Matt an Jedermann baar aus- bezahlt, durch dessen Informationen sie in den Stand gesetzt worden ist, die gerichtliche Verurtheilung in einem mit ihrer Marke stattgehabten Mißbrauchssalle herbeizuführen. „Zacherlin — dieses aner’annt vorzüglichste Mittel gegen alle Jnsectm - dar man ja nicht mit dem gewöhnlichen Jnsectenpulver verwechseln, denn „Zacherlin" ist eine ganz eigene Specialitat, welche nirgends und niemals anders existirt als in versiegelten Flaschen mit Schutzmarke und dem Namenszug „I. 3*1". Wer also „Zacherlin" verlangt und dann irgend ein Pulver in Papier-Duten ober Schachteln dasur annimmt,--ist damit sicherlich jedesmal betrogen.
Temperatur der Lahn und Luft gemessen am 27. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wa'ser 17, Luft I8V2 Grad Reaumur.
L. Chr. Rübsamen Wwe.


