Staaten die Erhebung von Eingangszöllen im Congo-Staate zugestehen und ihnen das Recht der meistbegünstigten Nationen eingeräumt wird.
Rom, 26. Januar. Gerüchtweise verlautet, daß am Meeresuser zwischen Genua und Spezia eine vulcanische Eruption erfolgt sei.
Messina, 26. Januar. Eine große Schneelawine verschüttete 11 Bauernhäuser in Floresta, es gab 7 Todte und viele Verwundete.
Madrid, 26. Januar. Das Befinden der Königin- Regentin ist erheblich besser.
Malaga, 26. Januar. Die Hafenarbeiter haben die Arbeit eingestellt.
Sofia, 26. Januar. Die belgische Regierung theilte der bulgarischen Regierung durch den bisher mit der Vertretung Belgiens betrauten Agenten Italiens mit, daß wieder ein belgischer diplomatischer Agent in Sofia ernannt worden sei.
Buenos Ayres, 25. Januar. Aus Chile eingetroffene Nachrichten wollen wissen, die Jnsurr ection habe erheblich an Ausdehnung zugenommen und der Regierung bisher ergebene Truppen seien zu den Insurgenten übergegangen. Andererseits bringen die Regierungsorgane Meldungen, wonach die Insurgenten in einem nicht unerheblichen Gefechte bei Pisagua geschlagen worden seien.
Loyales itnS* provinzielles.
Gießen, 27. Januar.
— Zu Ehren des Allerhöchsten Geburtstags Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm veranstalteten heute Morgen die städtischen Schulen hier eine geziemende Schulfeier. Dieselbe begann präcis 1/a9 Uhr in allen Klaffen mit Gesang rind kurzer Ansprache, in welcher auf die Bedeutung des Trages hingewiesen und die Jugend ausgefordert wurde, ihr ganzes Leben hindurch treu und fest zu Kaiser und Reich zu stehen. Darauf fand wie üblich die Vertheilung der Taigscher "statt, von der wir glauben, daß sie wohl neben dem schulfreien Tage zur Erhöhung der festlichen Stimmung nicht am wenigsten beigetragen haben wird.
— Die Feier von Kaisers Geburtstag sand heute in der üblichen Weise statt. Der militärische Theil derselben war von heiterem Wetter begünstigt, in Folge deffeu eine große Zuschauermenge der aus Oswalds Garten abgehaltenen Parade des 116. Regiments beiwohnte.
— Die Studenten-Verbindungen Wingolf in Gießen und Marburg begehen die Feier von Kaisers Geburtstag morgen Mittwoch Abend in Steins Garten.
— Concert des Akademischen Gesangvereins. Das letzte Concert des Akademischen Gesangvereins brachte „ D e r Rose Pilgerfahrt" von Schumann und „Schön Ellen" von Max Bruch. Das Schumann'sche Chorwerk gehört in die Klasse der weltlichen Oratorien. Mit der ihm zu Grunde liegenden Handlung sind die Leser des „Gießener Anzeigers" bereits vor dem Concert von anderer Seite bekannt gemacht worden. Sie ist einfach und schlicht, ohne alle Verschlingungen und jede schroffere Peripetie durchgeführt und machte derart schon durch ihre Natur die Anwendung gewaltigerer musikalischer Darstellnngsmittel unmöglich; in richtiger Würdigung dieses Umstandes hatte Schumann sein Werk ursprünglich mit Clavierbegleitung versehen und diese erst später — fraglich, ob zum Vortheile der Composition — für Orchester umgeschrieben. Gegen die Tonschöpsung im Ganzen har sich seiner Zeit Richard Wagner in der ihm eigenen wegwerfenden Manier ausgesprochen, indem er die Dichtung als unnatürlich hinstellte und von hier aus Einwendungen auch gegen den Kunstcharacter der Composition erhob. Es mag sein, daß man in bescheidenem Umfange seinem Urtheile beipflichten darf,- jedenfalls muß zugleich betont werden, daß Schumanns Werk an Perlen musikalischer Kleinkunst so überreich ist, daß jenen Bedenken nur eine nebensächliche Bedeu-
der Priester aus dem Tisch vergessen hatte. Hermann erhob die Hände und that einen Schritt vorwärts. In demselben Augenblick aber krachte auch der Schuß und weißer Pulver- Lamps erfüllte das Gemach. Noch ehe derselbe sich verzog, war die Lampe ausgelöscht und der Eindringling verschwunden.
Im Hinteren Zimmer saß Marsa und zerbrach sich in banger Unruhe der Kopf darüber, was August wohl bewogen haben konnte, mit dem Priester Streit anzufangen.
Da hörte sie den Schuß und gleich darauf einen schweren Fall. Dann war alles still.
„August!" ries sie mit unterdrückter Stimme- sie saß rind lauschte — keine Antwort. Sie stand auf, legte daS Kind auf das Bett und öffnete die Thür. Alles war finster.
„August!" rief sie in Angst. „August, so sprich doch zu mir!"
Nichts rührte sich. Sie holte ihre Lampe.
Aus den Dielen des vorderen Zimmers, halb im Schatten Les großen Tisches, lag ein Mann. Zitternd kniete Marsa nieder- sie setzte die Lampe auf den Fußboden und schaute, sich vornüber neigend, in das Antlitz — ihres Gatten.
//August! Mein August!" schrie sie aus, indem sie sich Äber den regungslosen Körper warf. Noch waren Gesicht und Hände des Daliegenden warm, aber das Herz schlug nicht mehr und keine Antwort kam auf das Wehgeschrei des jammernden Weibes.
Die Augen des Tobten standen weit offen und seine Stirn war in finsterem Zorne gerunzelt. Gegen wen?
Marsa erhob sich und leuchtete über den Tisch. Ein leeres Glas und eine leere Papierhülle befanden sich auf Lemselben, außerdem ein kleiner Ladeftock, eine Flasche mit Pulver und einige kleine Kugeln.
Wieder kniete sie neben dem leblosen Körper nieder.
„O, August!" rief sie klagend. „Warum hat der Priester Dich getödtet?".....
(Fortsetzung folgt.)
tung zugemeffen werden kann. Im ersten Theil sind namentlich der liebliche Frühlingschor, ferner die Scene, in der sich mit dem düsteren Gesang der Leidtragenden die innigen Klagen der Rose vermischen, und endlich der Schlußchor, in dem die Elfen ihre Schwester noch einmal vor dem irdischen Geschick warnen und zu sich zurückrufen, von hinreißender Wirkung. Darüber hinaus geht noch die Anziehungskraft der zweiten Abtheilung, die gleichsam einen duftigen Strauß von Liedern und Romanzen darstellt. Den Glanzpunkt bildet der wundervolle Männerchor „Bist du im Wald gewandelt", in dem die ganze Poesie des Waldes zu einem so hinreißenden Ausdruck gelangt, wie in der ganzen musikalischen Literatur kaum zum zweiten Mal. Ebenbürtig stellen sich ihm die übrigen Nummern zur Seite. Musikalisch von nicht so hervorragender Bedeutung ist die Bruch'sche Chorballade „Schön Ellen", deren frische und kraftvolle Musik gleichwohl zum Besten gehört, was Bruch geschrieben hat und namentlich durch die packende Verwendung des Campbellmarschmotivs und die fast dramatische Steigerung des musikalischen Ausdrucks, die in dem wuchtigen Schlußchor der Sieger ihren Gipfel erreicht, immer einen mächtigen Eindruck hervorbringen wird. — Die Ausführung der beiden Chorwerke, von denen namentlich die erstgenannte in ihren Chor- und Solopartieen selbst für geübtere Sänger erhebliche Schwierigkeiten bietet, fand allseitig die wärmste Anerkennung und darf als trefflich bezeichnet werden. Sie bildet einen neuen Beweis für die Hingabe, mit der sich der Akademische Gesangverein seiner Ausgabe unterzieht und vor Allem für den unermüdlichen Eifer und das große Geschick, mit denen es sein Dirigent, Herr Universitätsmusikdirector Adolf Felchner, versteht, den ihm unterstellten Verein zur Lösung solcher Aufgaben zu befähigen. Den großen Erfolg des Abends darf er als eine reichlichst verdiente Würdigung seines mühseligen Studiums der Solo- und Chorpartieen mit lauter nicht berufsmäßigen Sängern ansehen. Vereinzelte Versehen, wie Schwankungen und verwischte Einsätze, kommen immer vor und haben auch am Sonntag nicht ganz fehlen können. Als besonders gelungen heben wir aus den Chören den Grabgesang im ersten Theil, den tief empfundenen Waldchor und den stimmungsvoll wiedergegebenen Gesang der Engel am Schlüsse des Werkes hervor - ebenso fanden der derb realistische Tanzchor im zweiten Theil und der zündende Schlußchor von „Schön Ellen" einen besonders frischen und krästigen Ausdruck. Mit der Partie der Rose war Frau Schubart- Tiedemann betraut, die das freundliche Andenken, das man ihrem früheren künstlerischen Wirken hier noch bewahrt hatte, um so völliger aufs Neue zu rechtfertigen wußte, als die Rose ihrer Individualität ganz besonders angemessen ist. Vermöge ihres weichen und wohllautenden Organs, ihrer innigen Auffassung und Vortragsweise war sie in der Lage, ein überaus anmuthiges und gewinnendes Bild des unter die Menschen gegangenen Elfenkindes und seiner irdischen Erlebnisse hervorzurufen - hervorragend schön war namentlich die Wiedergabe des ergreifenden Abschiedsliedes der Rose. Nicht ganz so gut lag für Frau Schubart-Tiedemann die mehr heroische Partie der „Schön Ellen", der sie dessen ungeachtet zum wirkungsvollsten Ausdrucke verhalf. Die umfängliche Tenorpartie, die trotz ihrem durchaus diegetischen Character und obwohl sie nur an zwei Stellen zur Darstellung lyrischer Elemente verwandt ist, zu den dankbarsten derartigen Tenorpartien zählt, wurde von Herrn Schirmer sehr glücklich ausgesührt. Der Herr vereinigt mit den technischen Vorzügen einer selten schönen, durch und durch gleichmäßigen Tenorstimme vom echtesten Tenorklange und einer guten Textaussprache das Talent, die Gedanken des Tondichters in warmer und zu Herzen gehender Weise zu verstehen und mitzutheilen. Ausnehmend gelang ihm insonderheit das Liebes-Duett mit der Rose. Die ebenfalls ausgedehnte und wichtige Altpartie sang Fräulein Emma Weifsenbach, die mit ihrer schönen weichen und modulationsfähigen Stimme, ihrer großen musikalischen Sicherheit und glockenreinen Intonation ebenso sehr wie durch ihre Gabe, treffend und poetisch auszufassen, in den Stand gesetzt war, ihrer Aufgabe vollkommen gerecht zu werden. Die schwierigen Duette mit ihrer Schwester Frl. Luise Weiffenb ach, die schon jetzt nicht viel hinter ihr zurücksteht, gehörten zu den lieblichsten Darbietungen des Abends. An Herrn Friedrich Weifsenbach, der die Baßsolos in beiden Werken erfolgreich durchsührte, überraschte vornehmlich seine absolute musikalische Sicherheit in jedem Betracht. Die übrigen weniger hervortretenden Solisten, Frl. Noll, Herr Spohr, trugen das Ihre zum Gelingen des Ganzen redlich bei. Die Begleitung zu den Gesängen, die in beiden Compositionen ungewöhnliche technische Schwierigkeiten enthält, wurde von Frl. Sophie Gross, wie zu erwarten, mit Gewandtheit und Geschmack am Clavier bewerkstelligt. Vielleicht hätte sie hie und da im Jntereffe des Gesammteindruckes gutgethan, den Tempo-Angaben und übrigen Winken des Dirigenten unbedingter Folge zu leisten. Daß sie die Orchesterbegleitung zu „Schön Ellen" nicht ganz zu ersetzen vermochte, war nicht ihre Schuld.
— Theater. Die Besprechung der Sonntagsaufführung muß bis morgen zurückgestellt werden.
— Der Gießener Theaterverein hat sich bisher begnügt, seiner Genugthuung über den künstlerischen Erfolg der ersten Aufführung Ausdruck zu geben und da mag sich gewiß Manchem die Frage ausgedrängt haben, ob denn auch daS pecuniäre dem künstlerischen die Waage hält. Diese Frage kann unbedingt mit einem „Ja" beantwortet werden und wenn nicht alle Voraussetzungen trügen, dürsten die Einnahmen sich schon bei der nächsten Aufführung am 5. März noch erhöhen. Trotzdem haben die Leiter des Vereins es nicht sür angezeigt gehalten, die Hände in den Schooß zu legen, sondern sofort an Erweiterung der Einnahme gedacht. Als solche ist in erster Linie eine Gewinnung von neuen Abonnenten beschloffen worden und zur Ausführung gebracht. So erfreulich es immer auch sein mag, wenn eine Tageskasse beträchtliche Summen ergiebt, ein Verein, der sich in seinen Statuten kostspielige Unternehmungen vorschreibt, muß unbe
dingt auf eine festere Stütze, als die schwankenden Einnahmen einer Einzelvorstellung sehen, eine Sicherheit kann nur ein kräftiger Stamm von Abonnenten bieten. — Der Aboune- mentspreis beträgt für 1. Parquet Mk. 12.50, für 2. Par- quet Mk. 8.50 - auch Nichtmitgliedern werden Abonnements gern zur Verfügung gestellt, den Mitgliedern auch jetzt noch die ihnen statutenmäßig zugesicherten Vortheile gewährt. Der schon vor längerer Zeit als zweiter Theaterabend bestimmte 5. Februar konnte festgehalten werden, er bringt uns drei liebenswürdige Kinder dreier deutscher Dichter von gutem Klang, zumal brauchen wir wohl kaum die beiden ersten hier förmlich vorzustellen. Die Kinder heißen: „Eine Mutter vor Gericht", „Durch's Ohr", „Simsou u. Delila", die Väter.' Ed. Mauthner, Wilhelm Jordan, E. Claar. Ueber die Ausführenden berichten wir später. Hoffen wir dem Theaterverein, daß ihm ein gleich glücklicher Stern auch über dem zweiten Theaterabend schweben möge, dann wird auch die stattliche Zahl seiner Mitglieder wieder wachsen. Jeder Freund der Muse Thalia ist willkommen und alle diese können mit Vertrauen diesen Schritt wagen, denn der Theaterverein will feine Mitglieder nicht ködern, sondern gewinnen.
— Wir machen nochmals an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß morgen, Donnerstag den 29. d. M., Vormittags 11 Uhr die Hauptprobe und Abends 1/28 Uhr die Generalprobe der vom akademischen Concertverein zu Marburg zur Aufführung gelangenden Missa solemnis von Beethoven stattfindet.
— Aus Crefeld wird uns berichtet, daß in der gestrigen Stadtverordnetenwahl der I. Abtheilung an Stelle des verstorbenen Herrn Geh. Commerzienrathes von Heimen- dahl der nationalliberale Bewerber Herr Chefredacteur Dr. Friedr. Noack zum Statverordneten gewählt worden ist. Herr Dr. Noack, der 1858 zu Gießen geboren ist, war in den Jahren 1880 und 1881 am hiesigen Gvmnasium als Lehrer thätig.
-na- Bad Rauheim, 25. Januar. In dem Hofe des Herrn Hotelbesitzers Sprengel dahier ist heute ein hier noch nie gesehenes Wild ausgehängt. Es ist nämlich ein Elenthier aus Rußland aus der Gegend von Riga, welches Herr Sprengel von einem Bekannten von dorten zum Geschenk erhalten hat. Das Thier hat die Größe eines starken. Rindes, wiegt 4^2 Centner, hat einen sehr starken Hals, scheint ziemlich gut gemästet zu sein. Der Körper ist sehr dicht mit graubraunen Borsten bedeckt. Der Kops sieht einem Pferdekopfe ähnlich. Die Beine sind nett und schlank, die Afterhufe an denselben ziemlich lang, welche beim Laufen ein Klappern verursachen sollen. Das Fleisch von dem Elen soll sehr schmackhaft und gut sein. In einigen Tagen soll dasselbe ausgehauen werden und es ist den Bewohnern unserer Stadt Gelegenheit geboten, Elenbraten zu kosten.
§ Grebenhain, 24. Januar. Der hiesige Local-Bauern- Verein (Vorstand Beigeordneter Müller hier) hat in seiner letzten Monats-Versammlung beschloffen, eine Prämie von fünf Mark Demjenigen zu bewilligen, welcher Personen, die Obstbäume vorsätzlich beschädigen, so ermittelt, daß sie zur Anzeige gebracht werden können.
X Aus dem Vogelsberg, 23. Januar. Gar häufig hört man Klagen von Seiten der Händler, daß sie so mit Bor- räthen an Maaren überfüllt feien, daß an einen Absatz beinahe- nicht mehr zu denken sei. Das Anhäufen von Waaren ist wohl mit darauf zurückzuführen, daß fast alle One von Reisenden förmlich überlaufen werden. So sollen kürzlich in Grebenhain (einem Orte von ca. 500 Seelen) in einer Nacht 13 Geschäftsreisende logirt haben.
Vermiete».
*△ Mainz, 26. Januar. Der seit verflossenen Samstag mit Spannung und großer Besorgniß von Stunde zu Stunde erwartete Moment des Aufgehens des Rheines ist heute Mittag eingetreten. Kurz nach 1 Uhr wich die längs der Stadt lagernde, theilweise schon morsch und binn gewordene Eisdecke dem Druck der von oberhalb kommende« Eismaffen und brach sich, eine Steigung des Waffers von 80 Zentimeter hervorrufend, in dem linksseitigen Stromarm zwischen der Ingelheimer- und Petersaue Bahn. In den ersten Morgenstunden hat sich das Eis von dem Untermaingebiet in den Rhein geschoben und sich unterhalb der Eisenbahnbrücke bis vor den Mainzer Winterhafen gedrückt. Das oberhalb der Eisenbahnbrücke losgebrochene Rheineis drückte hierdurch zunächst gegen das Maineis und brachte dasselbe gleichzeitig mit dem Rheineis in Bewegung, so daß beite Flüsse zur selben Zeit Leben bekamen. Trotz der großen Gewalt, die die Eismaffen hatten, ging der Eisgang ganz normal von Statten und rief nur die oben angedeutete Steigung des Wassers hervor. Kurz nach 2 Uhr brachte der Main kein Eis mehr, was die Strömung in dem Rhein wesentlich verminderte. Eine halbe Stunde später bekam das Eis unterhalb nach und nach Stopfung und schob sich nur noch unter- und übereinander, bis es sich endlich gegen 3 Uhr wieder vollständig festgesetzt hatte und zwar zu einer Decke, die fester als die erste war. Die Eismaffen, die aus dem Main kamen, brachten große Quantitäten Flößholz mit. Auch ein kleiner Hund befand sich auf dem Eis, der winzelnd von einer Platte zur anderen sprang. Tausende von Personen sahen von dem User und den Brücken aus dem intereffanten Schauspiel zu. Kaum hatte sich das Eis wieder festgesetzt, so überschritten einige Waghälse auch wieder die Decke.
Wetzlar, 25. Januar. Ein eigenartiges, in unserer Stadt, noch nicht gesehenes Schauspiel fesselte heute Vormittag eine große Volksmenge an die städtische Lahnbrücke. Gegen 10 Uhr war ein'Commando vom 11. Pionierbataillon — ein Offizier und etwa 20 Soldaten — hierselbst eingetroffen, um Sprengungen des Lahneises vorzunehmen. Die Leute machten fich sofort nach ihrer Ankunft an die Arbeit. Bald waren an einer Anzahl von Stellen mittelst schwerer Spitzhacken Löcher ins Ei- gehauen und die mit Schießpulver geladenen, «ehr


