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(745 Mk. mehr), Stockheim-Gedern 5065 Mk. (406 Mk. mehr), Hungen-Laubach 1883 Mk. (225 Mk. mehr).
T. A. '
— Laut dem von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt an die Polizeiorgane erlassenen Ausschreiben steht ein reisender Handwerksbursche, der von Frankfurt kommend nach Groß- gerau wandern wollte, im Verdacht, den am Freitag Nachmittag an dem Landwirlh Arndt von Mörfelden verübten Raubmord ausgeführt zu haben. Derselbe wird als eine untersetzte Persönlichkeit geschildert, mit nicht rasirtem Bart und wahrscheinlich röthlichem Haar. Er trug einen Rock, eine röthliche Halsbinde und einen Wachholderstock in der Hand. In einer Wirthschaft in Mörfelden gab sich der Verdächtige für einen Schuhmachergesellen aus.
— Zur Beachtung für Eisenbahnreisende. Von der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Hannover erhalten wir nachstehende Mittheilung: „Verschiedene Zeitungen haben in letzterer Zeit die Nachricht verbreitet, daß die Bestimmung im § 14 des Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands, wonach derjenige Reisende, welcher beim Einsteigen in einen Personenwagen sofort unaufgefordert dem Schaffner oder Zugführer meldet, daß er wegen Verspätung keine Fahrkarte mehr habe lösen können, einen um 1 Mk. erhöhten Fahrpreis zu zahlen hat, außer Kraft gesetzt worden sei. — Diese Nachricht ist irrig. Der Zuschlag von 1 Mk. zu dem Fahrgelde wird in dem vorbezeichneten Falle tatsächlich nach wie vor erhoben. Hat dagegen auf einer Anschluß- station wegen Verspätung des benutzten Zuges eine Fahrkarte zur Weiterfahrt nicht rechtzeitig gelöst werden können und wird dies sofort bei dem ersten Erscheinen des Schaffners unaufgefordert dem letzteren gemeldet, so wird der Zuschlag von 1 Mk. nicht erhoben."
K. Ranstadt, 25. October. Heute bewegte sich ein so groß hier noch nie gesehener Le ich enzug durch unsern Ort, welcher dem schon im jugendlichen Alter von 27 Jahren verstorbenen Lehrer Paul Nürnberger von Bad-Nauheim, welcher bei seinen Eltern hier in Ferien weilend verstarb, das Geleite gab. Seine sämmtlichen College», viele Freunde von Bad-Nauheim, sowie zwei von ihm als Gesangsdirigent geleiteten Vereine, der Gesangverein Frohsinn und der Turnverein, haben den weiten Weg gemacht und ihm die letzte Ehre erwiesen. Es folgte der hiesige Kriegerverein und fast sämmtliche Gemeinde-Angehörige dem Sarge. Es zeugt dies von der allseitig großen Beliebtheit des Verstorbenen.
? Villingen, 25. October. Eine eigentümliche Grabes- reihe bilden die fünf letzten Gräber aus dem hiesigen Fried- Hofe. Alle fünf Männer, die darin begraben liegen, starben eines unnatürlichen Todes. Der erste wurde zu Nonnenroth gelegentlich einer Fahnenweihe erstochen, der zweite ersäufte sich im Brunnen seines Kellers, der dritte machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende, der vierte ging zum Dreschen in die Scheune, wo ihn seine eintretenden Genossen tobt auf dem Boden liegend sanden, der fünfte, der Schneider Zimmer, verstarb in der letzten Woche. Sein Tod wurde dadurch herbeigeführt, daß er in angetrunkenem Zustande in rasendem Galopp eine Anhöhe bei Ruppertsburg hinabfuhr. Der Wagen stürzte um, Zimmer kam unter ihn zu liegen und der Schädel wurde ihm eingedrückt. Am dritten Tage darnach erlag er den erhaltenen schweren Ver- ! letzungen.
A Mainz, 25. October. Heute sand hier eine Con- ferenz der socialdemokratischen Partei aus dem Wahlkreis Mainz-Oppenheim statt. In derselben wurde ein Orga- msationsplan berathen, durch welchen die Verschmelzung der localen Organisationen in den Landgemeinden in einen einzigen Centralverband herbeigesührt werden soll.
Mörfelden, 23. October. Auswärtigen Blättern wird von Entwendung der Mörfelder Stationsglocke in der Nacht vom Sonntag aus Montag berichtet, es liegt indessen eine solche eigentlich nicht vor: junge Leute hatten sich anläßlich der Kirchweihe den schlechten Scherz erlaubt, sie auszuhängen und sie den Bahndamm hinunterrollen zu lassen, dieselbe ist mittlerweile schon wieder an Ort und Stelle in Function.
A. Lampertheim, 22. October. Ein jugendlicher | Durchbrenner von acht Jahren und die von ihm bewiesene katzenartige Gewandtheit und Kühnheit werden vielseitig besprochen. Der Junge, welcher unlängst schon einmal ausgerissen und bis nach Bruchsül zu Verwandten gelangt war, wurde von seinen Eltern, welche die Nachkirchweihe besuchten, Abends eingeschlossen. Nach Mitternacht wachte der Bursche aus, holte Brechwerkzeug, sprengte eine Kiste auf, worin die Eltern ihre Barschaft hatten und steckte ein Zwanzigmarkstück zu sich. Durch den Lärm, den der Junge beim Ausbrechen der Kiste verursachte, wurde der Hausbewohner im ersten Stockwerke aufgeweckt; er begab sich mit Licht in den zweiten Stock und sah, was das Bürschchen geschafft hatte. Dieses, als es sah, daß es entdeckt war, besann sich keinen Augenblick, riß das Fenster auf und sprang hinab auf die Straße, wo es im Dunkel der Nacht, ohne Schaden genommen zu haben, verschwand. Um 5 Uhr früh, also noch bei völliger Dunkelheit in gegenwärtiger Jahreszeit, traf das Kerlchen am Bahnhose ein§ schlüpfte unversehens in den bereitstehenden Arbeiterzug, kroch unter die Bank und hoffte so als blinder Passagier nach Mannheim zu gelangen. Der Schaffner entdeckte den Durchbrenner, zog ihn hervor, verlangte das Billet und drohte mit Festnehmen. Eins! zwei! drei! sprang der Ausreißer aus dem in voller Fahrt dahin sausenden Zuge und kam wohlbehalten aus der Böschung an, um sich sogleich in Trab nach der Station Waldhof zu setzen. Es war mittlerweile Heller Tag geworden- der hoffnungsvolle Junge traf einen nach dem Felde gehenden Burschen, übergab diesem das Goldstück und versprach ihm drei Mark Belohnung, wenn er das Geld gewechselt zurückbrächte. Diese Rechnung war diesmal aber wirklich ohne den Wirth in der nahen Restauration gemacht, welcher hinter seinem Fenster den Verhandlungen der beiden Jungen zusah, ihnen nicht traute und Unrath witterte. Als der erste Junge mit dem Goldstücke erschien, wußte er diesen so sein und schlau zu behandeln, daß ihm auch der Durchbrenner herein und aus den Leim ging. Er brachte beide Jungen in ein sicheres Zimmer und veranlaßte die Uebersührung des Ausrissers, der ein geweckter, geistig begabter Mensch ist, in seine Heimath.
vermischtes.
* Kassel, 23. October. Corpsappell deutscher Pioniere. Auch in diesem Jahre wird hier tu Kassel ein Corpsappell der ehemaligen Pioniere abgehaltcn werden. Nicht nur aus Hessen und Nachbargebiet, sondern auch aus allen entfernteren Theilen Deutschlands werden die Festgäste erwartet. Der diesjährige Corpsappell hat eine doppelte Bedeutung, indem das 25jährige Bestehen des 11. Pionierbataillons zugleich festlich begangen wird. Der Appell findet am Samstag den 7. November statt und beginnt 8 Uhr Abends. Auch die ehemaligen Angehörigen des Etsenbahn- Regiments und der Luftschifftr-Abtheckung aller Jahrgänge und Corps sind eingelad'en.
— Rach der Trauung. Ein Freund nimmt den Vater der eben angetrauten Braut bei Seite und sagt ihm im Vertrauen : „Sie sehen mir nicht so aus, mein Lieber, als ob Sie eine Ahnung davon hätten, daß Ihr Schwiegersohn bis über die Ohren in Schulden steckt." — „Sprechen Sie im Ernst? Sind Sie dessen sicher?" — „Vollkommen! Und ich bin überzeugt, daß er Ihre Tochter nur geheirathet hat, um seine Schulden mit ihrer Mitgift zu bezahlen." — „Ja, aber warum haben Sie mir das denn nicht früher.gesagt?" — „Weil er mir selbst 10,000 Mark schuldig ist."
Lpülxtan öer vereinigten Frankfurter Stadttheatn.
Opernhaus»
Dienstag ben 27. October: Excelsior. Große Preise.
Mittwoch den 28. October: Abonnement-Vorstellung für einen ausgefallenen Samstag. Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Barbier von Sevilla. Große Preise.
Donnerstag den 29. October: UeberzLhlige Abonnements- Vorstellung. Excelsior. Große Preise.
Freitag den 30. October geschlossen.
Samstag den 31. October: Der Freischütz. Letzte Vorstellung im Abonnement. Große Preise.
Sonntag dm 1. November: Neu einstudirt: Golo. Erste Vorstellung im Abonnement. Große Preise.
Tchaufdielhaus»
Dienstag den 27. October: Zum ersten Male wiederholt: Der Vogel Händler. Abonnement-Vorstellung. Gewöhnliche Preise.
Mittwoch dm 28. October: Zum ersten Male wiederholt: Der Hungerthurm. Abonnement-Vorstellung. Gewöhnliche Preise.
Donnerstag den 29. October: Der Vogelhändler. Außer Abonnemmt. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 30. October: Die Ehre. Letzte Vorstellung im Abonnement A. Gewöhnliche Preise.
Samstag den 31. October: Der Hungerthurm. Letzte Vorstellung im Abonnement B. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 1. November: Zum ersten Male: Bauernehre. (Cavalleria rusticana). Stcilianische Volksscenen in einem Act von Giovanni Verga. Deutsch von Otto Etsenschütz. Hierauf: Madame Bonivard. Erste Vorstellung im Abonnement C. Gewöhnliche Preise.
Montag den 2. November: Der Vogelhändler. Erste Vorstellung im Abonnemmt A. Gewöhnliche Preise.
Schisfsnachrichten.
— Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 22. October wohlbehalten in Philadelphia angekommen. _
Literatur und Aunft.
— Kinder Lieder von Abel Burkhardt. Für deutsche Kinder und Mütter mit Bildern von Ludwig Richter und zwci- stimmigen kirchlichen Deinen, herausgegeben von Friedrich Spitta. Straßburg. E. F. Schmieds Untversitätsbuchhandlung.
Der schweizerische Dichter Abel Burkhardt (1805—82) legte im Jahre 1845 dreizehn Kinderlieber — meist auf die Feste desKtrchen- jahrs bezüglich — „den Kindern und Müttern der Heimath" auf den Weihnachtstisch, die in Deutschland, zumal da sie in allemannischer Mundart geschrieben waren, unbekannt blieben. Auf diese Lieder ist Professor D. Spitta in Straßburg, der Herold kirchlicher Lieder und Weisen in Schrift und eignem Gesang, aufmerksam geworden Und hat in ihnen so liebliche Stücke entdeckt, daß er sie werlb hielt, sie der ganzen deutschen Ehriftenheit in hochdeutscher Uebertragung darzubieten. Ihre schlichte Art, das Kind in das Leben Jesu einzuführen und aus dem Anschauen zum Gcbet htnzulenken, reiht sie würdig an unsere schönsten Weihnachts-Kinderlieder, während die PassionS- und Osterlieder Abel Burkhardts geradezu eine Lücke im Kranze unserer Kinderlieder ausfüllen. Zu diesen Liedern hat Arnold Mendelssohn in Darmstadt (unser neu ernannter Kirchenmusikmeister) den zweistimmigen Satz von unseren besten Kirchenweisen gefügt, und im Gewände von Bildern L. Richters, „dessen kindliche, volksthümliche Frömmigkeit so ganz zusammenklingt mit den Tönen, welche der Dichter angeschlagen hat", bietet sie Svitta nun den deutschen Müttern mit der Bitte (aus seiner sinnigen Widmung): „Lernet und singet sie für Eure Kinder und mit Euren Kindern. — Aus diesen Liedern könnt Ihr lernen, wie man den Kindern die heilige Geschichte erzählen, verständlich und lieb machen soll. Möchte es Euch gegeben sein, dieselben so den jungen Herzen einzuprägen, daß als Antwort der froh und fromm bewegten Seele :ctn Burkhardl'sches Lied Euch entgegenklingt. Das wäre ein Zeichen, daß Ihr wirklich einen Keim des Lebens in Eures Kindes Gemüth gesenkt habt.
Wir haben dem nur noch den Wunsch htnzuzusügen, daß demnächst, in der Zeit vor Weihnachten, wo in stillen Stunden des Frühabends die Mutter gerne ihre Kinder zum Gesang um sich sammelt, auch in manchen unserer Häuser diese Lieder ihren gesegneten Einzug halten und als liebe Hausgenossen ausgenommen werden möchten.
G. D-y.
verkehr, Land» «nd volkswirthschaft.
Orünberg, 24. October. Fruchtpreise. Weizen JL 24 50, Korn 2420, Gerste JL 16.20, Hafer JL 14.30, Erbsen JL 18.80. Linsen 30.—, Wicken Jt —, ßein , Kartoffeln . Samen JL —-
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.
Bibelstunde heute Montag den 26. Oct., Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief, Kap. 1: Einleitung. Pfarrer Dr. Naumann.
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Bekaimtmachium.
Die Entwässerungsanlage der Knabenschule soll im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Zeichnungen und Angebotsformulare liegen während der Dienst- ftzmden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 auf und werden daselbst unentgeltlich abgegeben.
Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis
Samstag den 31. October Vormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt.
Gießen, den 26. October 1891.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 9547
Mittwoch den 28 Moder,
werden gegen Baarzahlung versteigert:
I. Borm. 9 Uhr auf dem Viehmarkte 1 Kuh.
II. Nachm. 2 Uhr im Bieker'scheu Saale, Neustadt: 1 Pianino, 1 Sopha, 6 Stühle, 1 Spiegelschrank, 1 Secretär, Commoden, Console, Regulateure, Kleiderschränke, Spiegel, Tische, 1 Nähmaschine, 1 vollstst. Bett, 2 Hobelbänke, 1 Stoßkarren, 7 Mille Cigarren, 1 Kuh, 1 Pferd, 1 Lesart cherrr-Ftirrte, getragene aber noch gut erhaltene Kleider, darunter ein schwarzer Tuchmantel und 1 vollst. Anzug, 1 Wappenstock, 1 Schließ korb u. a. m.
III. Nachm. 3 Uhr ein Ofen Feld- brandba<ksteirre. Zusammenkunft beim Thorhäuschen am Wallthor.
Geißler, 9540 Gerichtsvollzieher.
Aeilgeöotenes.
Dienstag den 10. November,
Nachmittags 2i/z Uhr,
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Friedrich Welker Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:
Kyriazi-Cigaretten
eingetroffen. 9534
«fr» pH. Weiler »y
«lur I Nr. 39 — 12 Meter Hofraum, V Miststätte in der Mühlgasse, Flur I Nr. 41 — 75 Meter daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, 19. October 1891. Großh- Ortsgericht Gießen.
I. 21.: Bogt.
Goldfische
schwere, gesunde, große Exemplare in
<5. G. Kleinhenns [9541 Delicatessen-, Fisch- u. Geflügel Handlg., Bahnhofstraße 59. Telephon 6«. Prachtv. Kiel. Bücklinge, 3 St. 9276 120 H, Zander und Hecht. [9552
„MESSMER“8
Kaiser). KGniel. Hoflieferant _
FRANKFURT a. M. - BADEN-BADEN.
Uebertrifft Souchongt zu viel höheren Preisen.
In Giessen bei: Ed .Lind, Hof- Conditorei. 9532
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Stärke la. ...... 28 Fettlangenmehl . . ♦ . . 18
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9549] Ueberrheinisches Weißkraut trifft Dienstag den 27. d. M., Vormittags, auf dem Brandplatze ein.
Der Voranschlag der Gemeinde Großen-Linden pro 1892/93 liegt vorn 27. d. Mts. einschließlich an, 8 Tage zur Einsichtnahme und Entgegennahme etwaiger Einwendungen auf der unterfertigten Bürgermeisterei offen.
Großen-Linden, am 24. October 1891.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden.
Leun. 9523
i
i
8669] Goethestraße 11, Ecke derLöber- straße, ist der mittlere Stock zu oermiethen.
Näheres daselbst im 3. Stock_________
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