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27/09/1891 Erstes Blatt
 
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Wohl konnte sich Herr v. Caprivi aus militärischen und politischen Gründen nicht dazu entschließen, eine völlige Be­seitigung der Maßregel zu bewirken. Indessen wurde im Juli 1890 wenigstens die Paßpflicht für den Durchgangs­verkehr aus den Eisenbahnen wieder abgeschafft. Am 3. März 1891 wurde sodann plötzlich eine neue Verschärfung der Verordnung mit Rücksicht auf das Treiben der Pariser Chauvinisten anläßlich der Anwesenheit der Kaiserin Friedrich in Paris in Anwendung gebracht. Nach der jüngsten Ver­fügung fallen vom 1. October an alle Bestimmungen der Paß-Ordnung vom 22. Mai 1888 bis auf diejenigen, welche dem militärischen Interesse dienen und als nothwendig im Reichstag von allen Parteien anerkannt worden sind.

Gerade im Augenblicke aber hat die Aushebung einer solchen gegen Frankreich zielenden Maßregel, wie des Paß­zwanges, eine über das Interesse Elsaß-Lothringens weit hinausgehende Bedeutung auch für die ganze politische Situation. Unleugbar war man in Europa seit den Kronstädter Verbrüderungsfesten zwischen Russen und Franzosen etwas nervös geworden. Die Dardanellenfrage, die doch auch im Frühjahr bereits ein Mal aufgeworfen worden war, sah man nunmehr mit ganz anderen Augen an, als bis dahin. Selbst die dreiste Erfindung, daß England eine türkische Insel in Besitz genommen habe, fand Gläubige. In sensationellster Weise colportirte man fernerhin die Nachricht, daß ein italienisches Schiff einem französischen nicht die conventionelle Begrüßung hätte zu Theil werden lassen. Dazu kam noch der Scandal vor und während der ersten Aufführungen desLohengrin" in Paris. Es war in der That Zeit, daß eine deutliche Kundgebung in friedlichem Sinne den fort­gesetzten Beunruhigungen ein Ende machte und die pessimistische Stimmung in politischen Kreisen und der Geschäftswelt einigermaßen verdrängte. In China haben die Ber­einigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Deutschland ein Abkommen geschloffen, durch das den Angehörigen der vier Nationen das Recht eingeräumt wird, im Falle eines Aufruhrs auf jedes beliebige europäische Kriegsschiff flüchten zu dürfen. Außerdem wird eine gemeinschaftliche Flotten­demonstration beabsichtigt, um die chinesische Regierung will­fähriger zu machen.

Deutsches Reich. ,

Berlin, 25. September. Die inMünchen stattfindenden Unterhandlungen über den deutsch-österreichisch-ita­lienischen Handelsvertrag bewegen sich seit ihrer Wiederaufnahme in ziemlich schleppendem Tempo. Als den wichtigsten unter den vorhandenen Differenzpunkten bezeichnet man die Frage des Weinzolles. Italien hat das natürliche Interesse, das Absatzgebiet seines Weines zu vergrößern und strebt deshalb eine Ermäßigung des deutschen Weinzolles an, hauptsächlich desjenigen aus Faßwein, welcher für die in Süd­italien und auf Sicilien erzeugten Weine geringerer Qualität zu hoch erscheint. Ein der italienischen Regierung nahe­stehendes Blatt erklärte dieser Tage bereits, daß von einer Ermäßigung des deutschen Faßweinzolles resp. von einer Er­leichterung der Einfuhr der geringeren italienischen Weine in Deutschland geradezu das Zustandekommen des erstrebten Vertrages abhänge. Es heißt nun, daß man deutscherseits der Frage näher treten wolle, ob eine verschiedenartige Be­handlung des in Fässern eingehenden Weines je nach seiner Qualität möglich und zulässig sei. Jedenfalls dürften sich die Münchener Handelsvertragsverhandlungen durch diese Erhebungen noch mehr in die Länge ziehen, als dies ohnehin der Fall ist.

Im Großherzogthum Baden haben am Donnerstag die Urwahlen zum Landtage stattgesunden. Ueber die Ergebniffe derselben ist zur Zeit noch nicht viel bekannt- immerhin wird schon ein bemerkenswerthes Resultat gemeldet, nämlich aus Mannheim. Dort wurden weit über­wiegend socialdemokratische Wahlmänner gewählt, die badische Handelsmetropole wird also künftig auch im Landtage, wie bislang schon im Reichstage, durch einen Socialdemokraten vertreten sein.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondmz-Bureau.

Berlin, 25. September. Das Czarenpaar traf mit mehr als einstündiger Verspätung gegen 10 Uhr hier aus dem Stettiner Bahnhose ein. Es fand kein offizieller Em­pfang statt. Anwesend waren auf dem Bahnhofe Prinz Leo­pold in russischer Uniform mit blauem Ordensband und feine Gemahlin in Trauer, ferner die Generäle Hahnke und Wittich, der Stadtcommandant Graf Schlieffen und das Personal der russischen Botschaft. Botschafter Schuwalow ist von Berlin abwesend. Der Zug mit dem Kaiserpaar hielt am Ende des Bahnsteigs. Der Czar trug Civil. Die Herrschaften nahmen den Thee im Fürstenzimmer des Bahnhofs, wo königliches Silberzeug die Tafel schmückte und königliche Leibjäger be­dienten. Zur Rechten des Czaren saßen beim Souper die Prinzessin Leopold, dann der russische Thronfolger, zur Linken die Czarin, dann Prinz Leopold und die Großfürstin Xenia. Die Weiterreise erfolgte um 10 Uhr 38 Min. vom Stettiner Bahnhofe in einem Sonderzuge mit fünf Salonwagen über Alexandrowo nach Moskau.

Halle, 25. September. Der geschästssührende Ausschuß der deutschen Naturforscher-Versammlung empfing ein Telegramm des Kaisers durch den Geheimen Cabinets- rath Lucanus, worin der Kaiser sich durch den Huldigungs- grüß der deutschen Naturforscher und Aerzte erfreut zeigt und bestens danken läßt.

Halle, 25, September. In der letzten allgemeinen Sitzung der Naturforscher und Aerzte sprachen Geheimerath Ackermann-Halle über Jenner und Immunität, Dr. Ruß über nationalen und internationalen Vogelschutz. Die Versamm­lung wurde unter Dankesworten von Geheimerath Hiß geschlossen.

Wim, 25. September. Ein Pariser Brief derPolit. Corresp." constatirt, daß in dortigen politischen Kreisen nach, den Aufregungen der jüngsten Zeit eine ruhigere Auffaffung der internationalen Lage Platzgreife, was insbesondere auf die Erleichterungen in den Paßvorschriften zurückzuführen sei. Diese Stimmung werde in der bevorstehenden Rede Ribots vor dem Denkmale Faidherbes und in den Aus­führungen Frehcinets in Marseille ausgedrückt werden.

Paris, 25. September. Das Zuchtpolizeigericht hat in einem Urtheil über das Eisenbahnunglück von Saint Mande als Schadenersatz, den die Eifenbahngesellschaft zu zahlen hat an zwei Wittwen, die ihren Schwiegersohn, bezw. ihre Tochter verloren haben, Lebensrenten von 1000, respective 860 Frcs. zugesprochen.

Paris, 25. September. Frehcinet ordnete an, daß wegen der rasch fortschreitenden Fabrikation der Lebel- gewehre keine Grasgewehre nachzuliefern feien. Laut Figaro" ist eine Gratis-Vorstellung desLohengrin" beabsichtigt in der Hoffnung, daß nach deren Erfolg im großen Publikum alle Demonstrationen und Protestationen aufhören werden.

Loudon, 25. September. Dem Mitgliede des Gemeinde­raths, Willi am so n, welcher den Vorsitz in dem Comite für den Empfang des Kaisers Wilh elm in London führte, ist vom Grafen Hatzseldt ein Schreiben des Kaisers zugestellt worden, in welchem derselbe seine Genugthuung über den glänzenden Empfang in London ausspricht. Gleichzeitig wurde demselben eine goldene Dose mit den Initialen des Kaisers in Diamanten überreicht.

Liverpool, 25. September. Das Gaiety-Theater ist heute Vormittag niedergebrannt.

Petersburg, 25. September. Es wurde ein Gesetz ver­öffentlicht, wonach Personen, welche des bewaffneten Angriffs auf Fahrbeamte und Paffagiere der transkaukasischen Eisen­bahn oder der böswilligen Beschädigung dieser Bahn angeklagt werden, kriegsgerichtlich abzuurtheilen sind.

Athen, 25. September. Der Tod der Großfürstin Alexandra machte hier tiefen Eindruck. Die Regierung, die Municipalität und viele (Korporationen veranstalteten Con- dolenzkundgebungen. Eine sechsmvnatliche Hoftrauer ist an­geordnet und in allen Kirchen wurden Trauergottesdienste begangen. Dem Requiem in der Cathedrale wohnten der Hof, die Behörden und das diplomatische Corps bei.

Depeschen deSBureau Herold".

Berlin, 25. September. Hiesige Blätter melden aus Breslau: Die Stadtverordnetensitzung beschloß gestern eine Petition an den Reichskanzler um schleunigste Ein­berufung des Reichstags und eine Vorlage für sofortige Suspension der Getreidezölle.

Berlin, 26. September. Die gestrige Conferenz im Arbeitsministerium soll sich für eine erhebliche Vermehrung des Wagenparks der Staatsbahnen ausgesprochen haben.

DieVoff. Ztg." berichtet aus Petersburg, daß der Nothstand der Bauern zunimmt. Im Gouvernement Astrachan herrsche eine schreckliche Hungersnoth.

Berlin, 25. September. Im Anarchisten-Proceß wurden sämmtliche Angeklagten zu 630monatlicher Gesängniß- ftrafe verurtheilt.

Berlin, 25. September. Aus guter Quelle verlautet, daß die neue russische Anleihe wahrscheinlich hier zur Zeichnung aufgelegt wird.

Mannheim, 25. September. Gefammt-Wahlresul- tat in Baden. Demokraten und Freisinnige gewinnen voraussichtlich 4 Sitze, das Centrum 7 Sitze, die (Konserva­tiven 2 Sitze, die Socialdemokraten 3 Sitze auf Kosten der nationalliberalen Partei, deren Verlust voraussichtlich 15 bis 16 Sitze betragen wird.

Bern, 25. September. Internationaler Congreß betr. Arbeits-Unfälle. Vormittags-Sitzung unter dem Präsidium von Jottrand-Brüssel und Krepesche-Graz. Als erster Referent spricht Keppen-Petersburg über die Frage der Unfallversicherung in Rußland. Als zweiter referirt Baetz- mann-Norwegen über den Stand der Unfallversicherung in Dänemark, Schweden und Norwegen, dann folgte Kummer- Bern über das gleiche Thema für die Schweiz. Dort hätten die Erfahrungen mit dem Hastpflichtgefetz den Entschluß her­vorgerufen, zu staatlich organiftrter, obligatorischer Unfall­versicherung überzugehen. In der sich nun entspinnenden Discussion befürwortet Haubner - Prag die Herstellung von Arbeitshäusern und beweist den Zusammenhang dieser Maß­regel mit der Unfallversicherung. Ricci - Turin, Rostand- Marseille, Bodenheimer-Straßburg bringen ergänzende Aus­schlüsse zu den gehaltenen Vorträgen. Schwartz erklärt die Zufriedenheit Elsaß-Lothringens mit ber, deutschen Versiche­rungs-Gesetzgebung. Einige Franzosen protestirten dagegen. Am heutigen Abend-Banket wird der deutsche Gesandte Bülow sprechen.

Bern, 25. September. Internationaler Congreß betreffend Arbeitsunfälle. Nachmittags-Sitzung. Den Vorsitz führten Keller-Paris und Blumer-Glarus. Fiere- Romans (Frankreich) und Gigot-Paris referirten über die Kassen von Berussgenossenschaften zur gegenseitigen Versicherung gegen Unfälle bei der Arbeit in den Jndustrieen. Daraus eröffnete das Präsidium die Discussion über die Frage der Organisation in der Versicherung. Hierüber sprachen Mare- staing-Paris, Leturgeon-Paris, Pellegini-Turin und Jmbert- Marseille. Letzterer war gegen die Organisation der Ver­sicherung durch den Staat, da die Privatinitiative ausreiche, die Versicherung durchzusühren. Ferner sprachen Goutiere Vernolle-Nancy über die Notwendigkeit der Gründung von Associationen für die Placirung invalider Arbeiter und Dr. Gould- Washington. Bödiker-Berlin dankte in seinem Schlußwort Namens der deutschen und österreichischen Congreßmitglieder für freundliche Aufnahme ihrer Anregungen:Der Congreß kennt' weder Sieger noch Besiegte, er will nur die Aus­arbeitung guter Ideen." (Allgemeiner Beifall.)

Paris, 25. September. Heute ist die Verurtheilung der an der Eisenbahncatastrophe in St. Mands Schuldigen erfolgt. Locomotivsührer Caron wurde zu 2 Jahren Gefängniß und 500 Frcs. Geldstrafe, der Stationschef von St. Vincennes zu 4 Monaten und 300 Frcs., die Eisenbahngesellschaft zum Schadenersatz an die Opfer der Katastrophe verurtheilt, darunter ist für Jouvin 75000, für den jungen Jouvin 25000 Francs Schadenersatz zu zahlen.

Paris, 25. September. Die Polizei beschlagnahmte in einer Verlagsbuchhandlung tausend Anschlagzettel, welche auf eine bevorstehende Broschüre hinwiesen. Die Zettel stellten französische und russische Soldaten mit deutschen, österreichischen und italienischen kämpfend, dar.

Petersburg, 25. September. Der Kriegsminister ver­langte den Ausbau der Eisenbahn Pensa-Charkow- Losowaja wegen Truppenverschiebungen nach dem Westen, insbesondere nach Bessarabien.

Petersburg, 26. September. In Sibirien sind neue Ruhestörungen unter den Arbeitern der sibirischen Bahn aus- gebrochen. Es wurde Militär herbeigerufen.

kscalcs und provinzielles.

Gießen, 26. September.

Der heutige Wochenmarkt war mit Obst so reichlich befahren, daß die eine Seite der Schulstraße ganz, der andere zum Theil von Verkaufsständen eingenommen wurde.

Lahnthal-Sängerbund. Morgen (Sonntag) Nach­mittag 1 Uhr findet auf dem Lenz'schen Felfenkeller eine Versammlung der Dirigenten der Gesangvereine des Lahnthal- Sängerbundes statt zwecks Feststellung der Festchöre, welche auf dem nächstjährigen 19. Bundesfest in Weilburg zur Aus­führung gelangen sollen.

Turnerisches. Wie aus einem Inserat im heutigen Blatte ersichtlich, wird der hiesige Turnverein morgen (Sonntag) um 1/212 Uhr einen Turngang nach Butzbach unternehmen, um dem dortigen Vereine einen Besuch abzu­statten. Bei dem jetzigen herrlichen Herbstwetter dürfte eine zahlreiche Betheiligung zu erwarten fein.

Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit be\ Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Rento-.mt- mann des Rentamts Friedberg, Domänenrath Karl Friedrich Stoltz, aus Veranlassung seines 60jährigen Dienstjubüar^ms das Ritterkreuz 1. Klaffe des Großh. LudewigsorLens zu­verleihen.

Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht: am 23. September den Eisenbahnbaumeister bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Georg Schoberth zum Betriebsinspector, den Eisenbahn­bauaufseher Heinrich Simon zu Mainz zum Eisenbahnbau­meister bei diesen Bahnen letzteren mit Wirkung vom 21. September l. I. an, den Steueraufseher Gustav Schuchard zu Vilbel zum Pfandmeister bei dem Rentamt Nidda für den Beitreibungsbezirk Schotten und den Steuer- ausseher Anton Adelberger zu Seligenstadt zum Pfand- meister bei dem gleichen Rentamt für den Beitreibungsbezirk Nidda, beide mit Wirkung vom 10. October d. I. an, zu ernennen.

Versetzt wurde am 23. September der Steuercommiffär des Steuercommiffariats Alsfeld Adolf Kolb in gleicher Diensteigenschast in das ©teuercommiffariat Bingen.

t Aus dem Decauate Gießen, 25. September. Welchen Antheil die Gemeinde Beuern seit einigen Jahren allen Werken der inneren und äußeren Mission, namentlich auch ber Berliner Stabtmisston entgegenbringt, bas mögen einige Zahlen belegen, bie wir aus sicherster Quelle zu geben ver­mögen. Die Gemeinbe, bie nur 977 Kirchenglieber zählt unb im verflossenen Jahre bie brei officiellen Zähltage zu Grunbe gelegt einen Kirchenbesuch um 77 °/0 unb bamit ben höchsten Procentsatz im Decanate Gießen überhaupt aufwies, opferte im Jahre 1890 für Zwecke ber inneren unb äußeren Mission bie ansehnliche Summe von 533,17 Mark, für bie Berliner Stabtmission insbesonbere 76,80 Mark an Opfern unb (Kotierten über 721 Mark. Auch die Sammlung für ben geplanten Prebigtsaal für Herrn Hof- prebiger Stöcker in Berlin fanb warmen Anklang unb opfer­willige Geber in ber Gemeinbe. Die diesmalige Festcollecte am 28. d. Mts. gedenkt der Kirchenvorstand für innere unb äußere Mission zu verwenben unb zwar je ein Drittel für bie Leipziger Heidenmission, für bie Stabtmission in Berlin unb für bie feit einigen Jahren geplante Kleinkinberschule zu Beuern. Möge bas Fest auch um beswillen gelingen, um so ber zukünftigen Kleinkinberschule in Beuern einen weiteren Baustein zu liefern ist es boch ein Werk, besten Werth unb Bebeutung wahre Volksfteunbe in unseren Tagen aller Orten erkannt haben, ein Werk, bas auch im Decanate Gießen seine Vertreter unb warmen Fürsprecher hat.

-1. Alls dem Radenauer Grunde, 25. September.Stöcker in'Beuern! Aus nach Beuern!" bas ist die Losung, bie seit nun acht Tagen auch im Rabenauer Grunde von Mund zu Munde geht. Aus dem benachbarten Kurhessen ist nicht minder ein großer Zuzug zu erwarten, das um so mehr, als der Ortsgeistliche von Beuern, der am verstossenen Sonntag auf dem Winner Erntefeste die Festpredigt hielt, der großen Versammlung, wie sie gerade zu diesem jährlich wiederkehrenden Feste seit Jahrzehnten bereits bis weit nach Marburg hin zusammenzuströmen pflegt, das Fest in Beuern persönlich anfünbigte unb zum Besuch bestelben briugenb ein- lub. Eine weitere Anziehungskraft bürste bas Fest noch burch ben besonderen Umstand erhalten, daß auch ber Ebs- borfer Posaunenchor, dem ein schönes Zusammenspiel nach­gerühmt wird, seine Betheiligung zugesagt hat. Außer Herrn Hofprediger Stöcker, dem hier die Herzen warm entgegenschlagen, wird auch der greife Oberhirte von Oberhesten (Kurheffen) sprechen, Herr Superintendent Dettmering, ber vor nun fünf Jahren auf bem großen Missionsfeste in Beuern bie Fest- prebigt hielt unb ber von borther noch befonbers im Anbeuten