Gehr. Stamm
394
Es starben an: Zusammen:
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Der Bürge', meister: Wagner.
Grötze unter den Gemüse- und Küchenpflanzev, wie wir in unserer Ueberschrtft andeuteten.
Ganz ähnlich ergeht es mit der Gartenkresse (Lepidium aatirum) und der Brnnnenkreffe (Nasturtiuni officinale), wenn auch zugegeben werden kann, daß beide Pflanzenarten und ihre Anwendung schon etwas mehr bekannt sind, als der Löwenzahn. Weniger bekannt ist, daß die Gartenkresie frisch genossen antifcorbrrtifch wirkt und ein schleimauflöfendeS Mittet ist. In manchen Gegenden wird sie häufig als Gemüse und Salat, der Samen zu Oel verwandt. Man pflanzt sie auf leichtem, unkrautfreiem Boden, sät den Samen in Rethen von 25 Zentimeter Abstand und jätet und hackt zur rechten Zeit. Wenn sich Blätter, Stengel und Samenschoten weißgelb färben, ist Samenreife vorhanden. Das Oel aus Kressensamen ist besser als Rapsöl. In unseren Gegenden wird die Kresse, wie schon bemerkt, viel zu wenig beachtet, gebaut und verzehrt. Hier und da trifft man sie vereinzelt in Gärten an.
Die Brvnnenkrefle findet sich an Bächen und Quellen, wo ihre Blätter gefiedert, die Blättchen herzförmig, mitunter gar freundlich aus den klaren Fluchen hervorleuchten. Auch die Brunnenkresse hat anttscorbutische Eigenschaften. In manchen Gegenden werden die Blätter ausgepreßt, der Saft mit anderen Kräutersäften gemischt oder mit Zucker zu einem Brei zerrieben und als Conserve benutzt. Daß die Blätter ein gutes Gemüse und einen guten Salat geben, soll noch einmal hervorgehoben werden. Löwenzahn, Brunnen- und Gartenkresse werden hiermit als wenig gekannte, nicht genug gewürdigte Salat- und Gemüsepflanzen, die die Gesundheit wesentlich fördern, Alt und Jung zur Beachtung empfohlen.
In einem Schlußworte werden wir dem freundlichen Leser noch einige sehr interessante und nützliche Pflanzen, die auch für -en Blumenfreund Werth habe«, näher beschreiben und vorführen. (Schluß folgt.)
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Friedberg.
£9. Mi- Kömeäser-
kirchliche Anzeigen der Stadt Gieren.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Gründonnerstag, 26. März.
Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Beichte und heiliges Abendmahl.
Charfreitag, 27. März.
Vormittags 9v» Uhr: Pfarrer Schlosser.
Beichte und heiliges Abendmahl tut Vormittags- gottesdienst
Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins Pfarrer Dingeldey
Oster-Sonntag, 29. März.
Vormittags 9Vs Uhr in der Kirche: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 9Vr Uhr in der Friedhofscapelle: Pfarrer Dr. Raumann.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nach den Gottesdiensten Co ll ecte für die Armen der Gemeinde.
Kinderktrche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Oster-Montag, 30. März.
Vormittags 9Vs Uhr in der Kirche: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 9V- Uhr in der Friedhofscap^lle: Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Gymnasiasten und Stadtschüler. Pfarrer Dingeldey
Nach den Gottesdiensten Collecte für die Kirchenkasse zur Vermehrung des Capitaloermögens der Gemeinde.
ybizversteigerMtz , Holz-Versteigerung. |
Mittwoch den 1 April!
;essm Victoria zu Schauui- -um Geschenk, die am
ii.
Carlo. Ein Engländer, te Carlo sprengte, verlor Mine, sondern snnszchn- englischer Gras, welcher ann, bat seitdem diese nebenbei verloren. Em ßodje über eine »on
laste ich Dienstag 31. März .
Vormittags 10 Uh» in
Wißmar ein zweistöckiges gut in Gichenholz stehendes Wohn L/aus versteigern.
2806 I^udwig Georgi.
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in Gießen-
11. Woche. Vom 15. März bis 21. März 1891.
Einwohnerzahl: 20 611 (incl. 1600 Mann Militär).
Sterblichkeitsziffer: 27,76 »/«bezw. 20,19 nach Ausschl. der Ortsfremden.
Kinder
Unter der Devise „Imperium et libertas“ hat sich diese Zeitung ihre Leser im Sturm erobert und gewinnt dank ihrer Eigenart, dank der Gediegenheit und
Oeffentiichß Zustellung.
Die Firma Karl Henfsl zu Gießen, vertreten durch Rechtsanwalt D r. Rosenberg daselbst, klagt gegen den Schreiner Ludwig Schmidt IV. von Mendorf a. d. Lda., jetzt unbekannt wo abwesend, aus käuflicher Lieferung von Maaren mit dem Anträge auf kostenfällige Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 90,50 Jt nebst 6 Procent Verzugszinsen seit dem 1. Januar 1890 und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen auf
den 11. Mai 1891, Vormittags 9 Uhr.
Glässing, Reiftr: 74 rm Eichern, 453 rm
Gerichtsschreiber des Großherr,vgiichen Züchen-, 00 rm Weichholz und 260 Amtsgerichts. . rm Nadelholz.
Groß Rechtenbach, 23. März 1891.
i 2796 1 Das Bürgermeister-Amt.
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> gibt , ' ®lebtr «timcf g[ä„, v w*e Nfolgmbe Sta
■ ®et ®efertiätt beehrt i" berftdnbigen, d°h K Wie versprechen wird, .^beit zu sammeln.
' nämlich an der Hand datz im Monat März M Procem aller Winterte ich mir erlauben, die während meines Besuches zukehren. Damit ich nun alten werde, erlaube ich ten und die Hälfte einer en mich daran erkennen, le vorzeige. Die Unterdes betreffenden Winter- nur nid)t genirt, sondern Nationen jzz üermeiben, rte, daß Sie meinen ein hinderniß entyyn- Ansdrnäe dvrKMsier beamtex, Statistiker aus )er passwnirte Statistiker ;at er sich bei dem Case- iüte ihm die zweifelsohne >" mittlerweile ganz los-
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— Ein ryrtihiahrS-ewüse. Auf vielen Wiesen sproßt im Frühjahr eine Knöterichart, der Wiesenknöterich, auch Lämmerblatt genannt, in großen Mengen empor. Meistens erscheinen Mitte April die ersten der länglich eiförmigen Blätter, welche ein sehr schmackhaftes frühes Gemüse liefern. Die Mittelrippe wird wie bei Spinat, Sauerampfer usw. entfernt und die Blattbreiten bann abgebrüht und nachdem etwas Butter zugesetzt ist, gekocht. Je jünger die Blätter sind, desto zarter und wohlschmeckender ist das Gemüse.
— Um einzelne Pflanzen im «arten vor NachtfrSfle« z« schützen, empfiehlt es sich, Papierdüten über dieselben zu stülpen. Das Papier ist ein sehr schlechter Wärmeleiter, verhindert somit das Ausströmen der Wärme. Da die Papierdüten aber vom Thau leicht naß werden, muß man, wenn sie mehrmals dienen sollen, Pergamentpapier benutzen. Letzteres oder ein ähnliches Papier kann man sich sehr gut selbst dadurch anfertigen, daß man Makulaturpapier in eine Mischung von halb Schwefelsäure, halb Wasser taucht, einige Augenblicke hierin liegen läßt, dann herausnimmt, mit Wasser abspült und trocknen läßt.
Amdwirlhschafiliche Wiuke und Kathschlage.
Lanvwirthschastliche «ebenbetriebe.
<M*et verkannte Gr-tzen «nter den Gemüsepflanzen.) A An- Oberhefle«, Ende März.
Eine Bauernregel sagt: In der Zeit zwischen Ostern und Pflvgflen hat der Bauer in Keller, Scheuer und Speicher am ^wivgsteu". Dem Bauer ergeht es aber durchaus nicht allein so; die Bürger- und Beamtenfrauen in Stadt und Land sehen schon lange, daß es unter ihren Vorräthen an Gemüsen, Obst und Ein- geuachtem jeder Art Lichtmeß geworden ist, noch ehe Ostern heran- famen. Draußen im Garten und aut dem Felde konnte noch nichts wachsen und was man braucht und kaufen muß, das kostet zwischen Oster» und Pfingsten heidenmäßig viel Geld. Nur Diejenigen, die Iber Handerttausende zu verfügen haben, die bereits im Februar Kartoffeln aus Malta, Blumenkohl aus Aegypten, Häuptersalat au8 Algier beziehen, oder Bohnen, Melonen, Gurken im Winter in den sigene» Treibhäusern produciren können, brauchen nach dem Gelde »icht zu fragen. Es find die wenigsten und ihnen schmecken alle diese Feinheiten meistentheils bei Weitem nicht so gut, als dem Bürger sein Schmalzkrautsalütchen mit etwas Beilage und gerösteten Kartoffeln zur FtÜhjahrszeit.
Im Frühjahre, wenn c8 Lücken gegeben hat in Speicher und Keller, bann klagt die Hausfrau oft: es ist dös' kochen! Wer hat das »och nicht gehört? Darum wird das Schmalztraut lebhaft begrüßt. Wir Haden aber noch andere Küchengewächse, die grabe so gut sind, grabe so leicht erlangt werben können und ebenso billig sind wie das Schmalzkraut und doch wendet man sie nicht ober nur sehr feiten an. Warum? Weil man fie nicht kennt ober miß« kennt «nd verachtet.
Wlr wollen daher einmal versuchen, einige solche Pflanzen vor- zuführen; jetzt ist die rechte Zeit dazu, die Vegetation beginnt «st, sich zu regen. Es bat allo Jedermann Gelegenheit, sich mit diese» werthvolle«, höchst billige«, die Gesundheit fördernde« Pflanze« bekannt zu machen und sie sich selbst zu sammeln. Letzteres wird besonders noch den in den Stuben hockenden Gelehrten oder den Actenstaub schluckenden Beamten und Slaatshämorrhoidariussen (•alva venia) empfohlen.
Da ist vor Allem der Löwenzahn (Leontodon taraxacon) zu nennen. Jedermann kennt diese Pflanze, die gewöhnlich auch Kuhblume, Hundsblume, Butter- oder Aettenblume genannt wird. Die letzteren Namen führt die Blume von ihrer buttergelben Farbe, »on ihren hohlen Stengeln, die vo» den Kindern zu Ketten zusammen- Jefögt werden. Manche Wiesen sind zu Hunderttausenden von öwenzahn bedeckt und sehen daher wie ein gelber Teppich aus. Die meiste» Menschen halten diese Pflanze für ein schädliches Untraut, wahrend es bei richtiger Behandlung ein ganz ausgezeichnetes Küchenkraut wird. Im Frühling sammelt man sich die schrot- sägeförmigen Blätter, welche einen vortreffliche« Pakat liefern und a»ch als Gemüse wie Spinat zubereitet und genossen werden fexnen.
Wer genießt aber Löwenzahnblätter? Von Zehntausend kaum einer. Draußen auf den Wiesen, an Rainen, auf Aeckern wächst er tentnerroeife, wenn noch kein anderes Gemüse als höchstens Spinat, Lattich oder Schmalzkraut zu haben ist. Man braucht nur die Hand darnach auszustrecken und hat das vorzügliche Kraut. Ader Niemand mag ober kennt es als solches. Wie sonderbar! Da doch die Eigenschaften des Löwenzahn so gut sind, daß die Blätter desselben als eichttge ArühliUgScur allen Menschen, die eine sitzende Lebensart führen, eindringlich empfohlen werden müssen. Der Absud von röwenzahnblättern und Löwenzahnwurzeln ist ein auflösendes Mittel i»b wird als Zusatz zu Visceralklystieren gegeben; man benutzt ihn Sei chronischen Unterleibsleiden, bei Stockungen im Pfortadersystem, bei Hypochonderie, Hysterie, Amenorrhoe, Gelbsucht und anderen liebeln.
Wie schon bemerkt, ist im Frühjahre die Zeit da, wo die Blätter bes Löwenzahns gesammelt werden können. Man kann ihn aber auch im Winter haben, wenn die übrigen grünen Gemüse rar werden ober zur Neige gegangen sinb. Die Beschaffung bes Löwenzahn im Winter wird in nachstehender Weise bewerkstelligt: Im Herbste, etwa im October, sammelt man sich eine Anzahl von kräftigen Löwenzahnpflanzen; sie müssen mit den Wurzeln aus- gegraben werden. Die Blätter werden bis auf das Herz weggenommen, die Wurzeln etwas abgestutzt und die Pflanzen alsdann in einen Kasten mit guter Gartenerde eingeschlagen, so daß nur die Herzen ein wenig herausseheri. Darnach kommt der Kasten an einen warmen, dunklen Ort, vielleicht in die Küche; da diese nicht dunkel genug ist, so stülpt man über den Pflanzkasten eine leere Kiste, wodurch das Licht genügend abgehalten wirb. Wenn bie Erde trocken ist, muß gegoffen werden.
Die jungen Pflanzen saugen bald an, Blätter zu treiben. Je dunkler die Kiste gehalten wird, desto zarter uud wohl» fchmeikender werden die jungen Blätter. Diese werden genau wie Lattichfalat behandelt und schmecken daneben viel bester^ Den Löwenzahnsalat kann sich also auch der Aermste im tiefsten Winter bereiten; fast Niemand thut es. Die Pflanze ist somit eine verkannte
Das Dorkommen von Diehseuchen in Hessen
während des Monats Februar 1891.
Milzbrand wurde festgestellt in Zwingenberg, Kreis Bensheim, am 7. bei einem geschlachteten Rinde, in Nieder-Mörlen und Wölfersheim, Kreis Friedberg, am 11., bezw. 24. Februar bei je einem crepirten Rindviehstücke.
Rotz: Die in Bieber, Kreis Offenbach, über zwei Pferde wegen Verdachts der Seuche verfügten Maßnahmen wurden wieder aufgehoben, weil der Verdacht behoben war.
Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Dilshofen, Kreis Darmstadt; in Wurzelbach, Kreis Bensheim; in Wimpfen und Hohenstadt, Kreis Heppenheim; in den Orten des Kreises Dieburg: Groß-Umstadt, Dieburg und Semd; in Bürgel, Kreis Offenbach; in Wäldershausen, Lehrbach und Grebenau, Kreis Alsfeld; in den Orten des Kreises Büdingen: Dauernheim, Leustadt und Lorbach; in Ilbenstadt und Heldenbergen, Kreis Friedberg; in den Orten des Kreises Lauterbach: Sassen bei Oueck, Lauterbach, Eisenbach und Pfordt; in Hackenheim, Kreis Alzey; in Weinoldsheim, Kreis Oppenheim; in den Orten des Kreises Worms: Westhofen, Hangen-Wahlheim, Monsheim und Ibersheim.
Die Seuche herrscht fort in Darmstadt und Ober-Ramstadt, Kreis Darmstadt; in Gießen; in Engelthal, Kreis Büdingen; in Steinfurtb und Ober-Erlenbach, Kreis Friedberg; in Maar und Angersba si, Kreis Lauterbach.
Di> peuche wurde im Monat Februar festgestellt und war am Schluffe ■ sselben wieder erloschen in Erfelden, Kreis Groß-Gerau; in HamnElbach, Kreis Heppenheim; in Neu-Isenburg, Kreis Offenbach; in Rockenberg, Kreis Friedberg; in Odernhetm, Kreis Alzey; in Gau-Algesheim, Kreis Bingen und in Horchheim, Kreis Worms.
Die Seuche wurde im Monat Februar festgestellt und herrschte am Schluffe desselben noch fort: in Bürstadt, Kreis Bensheim; in den Orten des Kreisen Dieburg: Nieder-Modau, Groß-Zimmern und Brensbach; in den Orten des Kreises Alsfeld: Homberg a. d. O., Neu-Ulrichstein und Leusel; in den Orten des Kreises Alzey: Weinheim, Bosenheim und Albig; in den Orten des Kreises Oppenheim: Ensheim, Eichloch und Gau-Bickelheim; in Gundersheim und Bechtheim, Kreis Worms.
Der Bläschenausschlag wurde sestgestellt unter dem Rindvieh in Heppenheim am 10., in Groß-Bieberau, Kreis Dieburg, am 18., in Kelsterbach, Kreis Groß Gerau, am 22., in Albach, Kreis Gießen, am 24., in Eichenrod, Kreis Lauterbach, am 28., in Hahnheim, Kreis Oppenheim, am 12. Februar. In Heppenheim ist die Seuche bereits wieder erloschen.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Hof Albach und Neinhardshain, KrerS Gießen, in Lehnheim, Kreis Alsfeld, in Rodheim, Kreis Friedberg, in Meiches und Herchenhain, Kreis Schotten.
Verkehr, Land- and volL'swirthfihafi.
Limburg- 24. März Fruchtmarkt. Rother Weizen JL 18 —, weißer Weizen «X 17.85, Korn JL 13 85, Gerste JL 10.60, Hafer JL 7.70, Saat Hafer <X 8.—, Erbsen ——, Kartoffeln — —
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