— Boni Eongo eingetroffenen Nachrichten zufolge Überschritten arabische Sklavenhändler, da die Fahrt aus de« Aruwimi durch eine bewaffnete Macht gesperrt ist, den Rubifluß und bedrohen Djabbn, wohin der Stationsches von Djobbir ausgebrochen ist- der Capitän Vangele ist ebenfalls dahin aufgebrochen.
Antwerpen, 24. März. „Opion" erfährt, die Regierung «erde in den Kammern eine Zuckerverbrauchssteuer beantragen.
Rom, 24. März. Die „Agenzia Stesani" meldet: Ru- dini und Lord Dusferin unterzeichneten heute Vormittag ein Protocoll über die Abgrenzung der e n g l i s ch e n und italienischen Einflußsphären in Ostafrika. Die Grenzlinie steigt den Jubat aufwärts von der Mündung bis zum sechsten nördlichen Breitegrad, dann diesem entlang bis zu« 35. Längegrad und diesem entlang bis zum Blauen Nil. Aethiopien mit Kaffa und anderen Dependenzen bleibt also «it der Südgrenze innerhalb der italienischen Sphäre. In der Station Kismayu sind für die italienischen Unterthanen und Schutzbesohlenen die gleichen Rechte wie für die englischen ausgemacht.
Rom, 24. März. Wegen Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in den österreichischen Grenzgebieten wurde das Verbot der Vieheinfuhr aus die ganze österreichische Grenze ausgedehnt, ausgenommen die Grenzstationen Cormons und Pontebba, insofern den Viehtransporten eine Bescheinigung beigegeben wird, daß das einzusührende Vieh aus unverseuchten Gegenden stammt.
Madrid, 24. März. Der Arbeitercongreß zur Erreichung des Achtstundentages ist ohne Störung »erlaufen.
— Aus Valladolid werden ernstlichere Unruhen gemeldet, Arbeitergruppen erzwangen in den Fabriken die Arbeitseinstellung. Es sanden Straßenscenen statt, wobei Steine gegen das Haus des Bürgermeisters geworfen wurden. Die Polizei stellte die Ruhe her.
Lissabon, 24. März. Halbamtliche Kreise bezeichnen die Gerüchte über eine Ministercrisis als verfrüht.
Alexandrien, 24. März. Professor Koch ist nach Triest abgereist.
Algier, 24. März. Meldungen aus Figig zufolge berichteten vier nach Gouara kommende Eingeborene, daß sie eine Strecke von 120 Kilometern durch Schwärme von Wanderheuschrecken marschirt seien.
Lseale» un6> Provinzielles.
Gießen, 25. März.
— Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog ist unter Be- laffung in dem Verhältnisse eines Premierlieutenant ä la suite des 1. Großherzogl. Hess. Jnsanterie-(Leibgarde-)Regiments Nr. 115, zum 1. Garde-Regiment zu Fuß, a la suite desselben, »ersetzt.
— Arbeiter-Rückfahrtkarten nach Gießen werden vom 28. d. Mts. auf der Station Frankfurt a. M.-Hauptbahnhos verausgabt. Diese Fahrkarten berechtigen zur wöchentlichen einmaligen Hin- und Rückfahrt in 4. Klasse und kosten 1 Mk. 30 Pfg.
-n. Gewerbtreibende und Handwerker, Kunstliebhaber und Freunde der schönen, nützlichen Kunst des Zeichnens und des Modellirens machen wir auf die stattliche Ausstellung von Schülerarbeiten der hiesigen Handwerkerschule aufmerksam, welche z. Z. von unserem O r t s g e w er b e v er ei n in dem Festsaale der höheren Töchterschule veranstaltet ist. 'Die reichhaltige Sammlung geometrischer und Freihandzeichnungen, Maschinen- und bautechnischer Zeichnungen und Modellir- arbeiten, welche sowohl die Tüchtigkeit der Lehrer, sowie das ernste Streben der Schüler bezeugen, bilden zugleich ein schönes Lebenszeichen unseres hiesigen Ortsgewerbeverems und gewähren einen sehr erfreulichen Einblick in die Leistungsfähigkeit seiner Handwerkerschule. Die Besichtigung dieser Schülerarbeiten, welche in allen Gruppen von den Anfangs- übungen bis zu vorzüglich ausgeführten Arbeiten vertreten sind, dürfte wohl geeignet sein, unserem Ortsgewerbeverein immer mehr neue Freunde, insbesondere auch auS dem Kreise unserer Gewerbetreibenden und Handwerker zuzuführen. Wenn auch — besonders angeregt durch eine letzthin veröffentlichte, auch in diesen Blättern erschienene kleine Denkschrift — die Mitgliederzahl unseres Ortsgewerbevereins sich in sehr erfreulicher Weise gehoben hat, so werden doch insbesondere noch solche Mitglieder vermißt, welchen der Verein Förderung und nützliche Anregung zu bieten in der Lage ist.
— Uebertritt zum Landsturm. Am 31. März treten diejenigen Landwehrleute zweiten Aufgebots, welche im Jahre 1891 ihr 39. Lebensjahr vollenden, zum Landsturm zweiten Aufgebots über, ohne daß es darüber einer Bescheinigung in ihren Militärpässen bedarf. Ausgenommen davon sind diejenigen Landwehrleute obiger Categorie, welche wegen Controll- entziehung in eine jüngere Jahresklasse zurückversetzt worden sind. Bei diesen Letzteren verlängert sich die Zugehörigkeit zur Landwehr zweiten Aufgebots um die Zeit der Zurückversetzung. — Bei der Frühjahrs-Controllversammlnng wird die Jahresklasse 1878 (Eintrittsjahr), sowie die Jahresklasse 1883 zur Landwehr zweiten, bezw. Landwehr ersten Aufgebots übergesührt.
— Falsche Fünfmarkscheine. In den letzten Wochen sind /'n-Mrschiedenen Orten Deutschlands, namentlich aber im RbeinlawA^ falsche Fünfmarkscheine verbreitet worden, die höchst Wahrscheinlich mittels Steindrucks hergestellt sind. Die Reichssä^uldenverwaltung hebt als Hauptmerkmale hervor : 1) Das Papier, gut geleimtes Schreibpapier, hat kein Wasserzeichen,* die Fasern sind als blaue Striche gleichzeitig mit dem Dru^ der Rückseite hergestellt- 2) die Riffellinien sind auf der l-Zchauseite nur schwach, auf der Rückseite fast gar nicht sich rbar, sie scheinen nach vorheriger Anfeuchtung
des Papiers von einer Platte mit vertieft gezogenen Linien abgepreßt zu sein; 3) die Scheine tragen mit einer einzigen wohl von einer nachträglichen Aenderung herrührenden Ausnahme das Datum vom 12. Januar 1882 statt des 10. Januar 1882; 4) die Schrift der Strafandrohung ist fast unleserlich; in den Worten „nachgemacht" und „wissentlich" fehlen einzelne Buchstaben. Bezüglich der Fälscher, bezw. Verbreiter und des Ortes, an dem die Herstellung erfolgt, fehlt noch jede Spur. Die Anzahl der in Verkehr gebrachten Scheine scheint ntcht unbedeutend zu fein.
- ck. Vom Vogelsberg, 24. März. Man soll doch den Tag nicht vor dem Abend loben und wir setzen hinzu: den Frühling nicht vor Ende März. Abermals ist der Winter ans dem Plane erschienen und behauptet nach kurzem Geplänkel, das er mit den ersten Frühlingsboten, den Vorposten der Armee des Lenzes, zu bestehen gehabt, siegreich das Feld. Wenn er auch tagsüber vor dem tapfer ringenden Lenz in der Defensive verharrt, so geht er Nachts, ja bereits wenn die Sonne zum Untergang sich neigt, zur Offensive über. Und daß er es noch einmal Ernst meint, zeigen die 5° Kälte, die wir morgens nach R. haben. Dabei hüllt er Nachts die von den ersten Veilchen träumende Erde in seinen weißen Herrschermantel ein, der allerdings am Tage wieder vor der Frühlingssonne verschwindet. Dazu weht von Nordost her ein so eisiges Märzlüfterl, daß einem das optimistische Dichterwort : „es muß doch Frühling werden", wirklich wenig Trost gewährt. Bleibt diese Witterung, so ist es leicht möglich, daß wir „weiße" Ostern feiern, obschon wir keine „grüne" Weihnachten gehabt haben.
vermischtes.
* -t. Darmstadt, 24. März. Heute sand der diesjährige sechswöchentliche Turneursus für Lehrer höherer Lehranstalten unter Leitung des Herrn Turninspectors Marx seinen Abschluß. Dem Abturnen, das 11/4 Stunde währte, geruhte Seine Königl. Hoheit der Großherzog beizuwohnen. Ferner waren u. a. die Herren Staatsminister Finger, Oberschul- räthe Soldan und Greim anwesend. Die vorgesührten Ord- nungs-, Frei- und Gerätheübungen wurden durchweg gut ausgesührt und sprachen Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog am Schluffe seine Allerhöchste Befriedigung über die Leistungen aus mit dem Hinzusügen, das Gelernte nunmehr beim Rücktritt zur Schule auch practisch anwenden zu wollen. Herr Oberschulrath Soldan schloß sodann unter sehr anerkennenden Worten, indem er zugleich auf die große Bedeutung der körperlichen Hebungen hinwies, den Cursus. (Ans Gießen nahmen vom Gymnasium Herr Schmitt, vom Realgymnasium die Herren Kraus und Braun Theil.)
* Salzböden, 25. März. Heute werden es 40 Jahre, daß unser weit und breit bekannter, verdienstvoller und allgemein beliebter Lehrer Herr Hühner in seine erste Stelle eingesührt wurde, und 31 Jahre, daß er in unserer Gemeinde in ausgezeichneter Weise thätig ist. Auch als Dirigent von Gesangvereinen, von denen er mehrere in der Nähe leitete, hat er sich große Verdienste erworben. Dem Vernehmen nach werden die Collegen und Freunde des Jubilars denselben beglückwünschen und eine gemüthliche Zusammenkunft veranstalten. Möge der Jubilar noch recht lange in gewohnter Thätigkeit bleiben und sein 50jähriges Dienstjubiläum noch ebenso rüstig, als er jetzt ist, begehen.
* Frankfurt a. M., 24. März. Wie der Vorstand der eleetrischen Ausstellung mittheilt, hat Seine Majestät der Kaiser zum Zwecke der Herstellung der eleetrischen Kraftübertragung von Lauffen a. N. nach Frankfurt a. M., in Würdigung der an die beabsichtigten Versuche sich knüpfenden national'wtrthschaftlichen Interessen, eine Beihilfe von zehntausend Mark aus Reichsmitteln bewllligt.
* Frankfurt a. M, 24. März. Schießversuche mit dem neuen Gew ehr. Die nun beendete zehntägige Landwehrübung hat bekanntlich dazu gedient, die Leute mit dem neuen Infanterie-Gewehr, M. 88, vertraut zu machen. Bei dieser Gelegenheit fanden auf dem Schießplätze auch einige extra veranstaltete Schießversuche statt, die Herr Hauptmann Batt lehn er, Führer der 3. Compagnie, anordnete, um die Wirkungen der ungeheuren Durchschlagkraft des neuen Gewehrgeschosses in anschaulicher Weise vorzuführen. Außer den Versuchen, bei welchen Erdaufwürfe, Backsteinmauern u. s. w. in Verwendung kamen, seien zwei Beispiele erwähnt, die für die Augenzeugen besonders frappant waren. In einem Falle wurde ein Wall von hintereinander aufgeschichtetem Tannenscheitholz mit einem Gesammtdurchrnesser von 120 Ctm. errichtet, der aus eine Entfernung von 50 Mtr. glatt durchschlagen wurde. Zum anderen Versuch diente eine herbeige- schafste Millimtr. starke Walzeisenplatte, welche auf verschiedene Entfernungen beschossen wurde. ES zeigte sich hierbei, daß dieselbe bis zu 150 Mtr. Entfernung mit Leichtigkeit durchschlagen wurde und das Geschoß weiterflog Auf die Platte wurden aus diese Weise 10 Schuß abgegeben, wobei auch eine zu tief gegangene Kugel erst durch den Boden hindurch den im Sande steckenden Thetl der Platte traf und diesen trotzdem an der getroffenen Stelle zerriß. Da,ei sind die entstandenen Löcher bei Weitem größer als das Geschoß selbst. Man sieht hieraus, von welch' furchtbarer Wirkung unsere neue Infanteriewaffe ist, und wie ganz anders ein moderner Krieg sich gestalten müßte, da abgesehen von der größeren Treffsicherheit des Geschosses, die bisherigen Deckungen im Felde keinen Werth mehr haben würden.
* — Frankfurt a. M., 24. März. Ein Werthbrief mit 15 000 Dollars Inhalt, den eine hiesige Bankfirma eingeschrieben an ein Kopenhagener Haus, ist nicht in die Hände des Adressaten gelangt. Die angestellte Untersuchung hat ergeben, daß der Brief hier ordnungsmäßig abgegangen ist, so daß von der Postdireetion angenommen wird, derselbe sei auf dänischem Gebiet verschwunden. Ueber den Verbleib der Werthpapiere ist bis zur Stunde nichts zu ermitteln gewesen. Der Inhalt bestand, dem „Gen.-Anz." zufolge, in 5000 Dollars 6p/0 I. Northern-Paeifie-Obligationen mit
Coupons vom 1. Januar 1891 und zwar waren dies 5 Stück von je 1000 Dollars Nominalwerth (Nr. 8847, 9748,11563, 11618 und 17 603). Ferner befanden sich in dem Couvert 10000 Dollars 5% Chieago-Milwaukee- und St. Pauls- Obligationen mit Coupons per 1. Januar 1891 (10 Stück von je 1000 Dollars, Nr. 22 794, 15132, 5119, 13877, 7886, 7885, 23050, 18 533, 8906 und 3826). Den Schaden trifft, falls die Papiere nicht aufgefunden werden, eine hiesige Versicherungs-Gesellschaft, bei welcher die Sendung versichert war.
* Köln, 24. März. Die heute stattgehabte Versammlung des Verbandes der mit Herstellung von Träger-Eisen beschäftigten Werke setzte, wie die „Kölnische Volkszeitung" meldet, einen Ausschuß ein, der die Satzungen und die Errichtung des zu bildenden Verbands-Syndicats berathen soll. In Folge der in der Versammlung vorgelegten Wettbewerbs- Angebote Seitens österreichischer Werke wurde beschlossen, den Kampf gegen letztere durch Herabsetzung des Grundpreises auf 110 Mk. ab Bürbach aufzunehmen.
* Nierstein, 23. März. Die bekannte, von den Römern schon benutzte Schwefelquelle Sironabad in Nierstein ist seit drei Tagen nach 30jähriger Unterbrechung in früherer Stärke und früherem Gehalt wieder zu Tage getreten.
* Der höchste Preis, der wohl je für ein Pferd angelegt wurde, ist kürzlich von einem Herrn Brown in Leinington für den berühmten Traber „Antero" mit 275,000 Francs gezahlt worden. Wenn man erwägt, daß ein derartiges Pferd feinem Besitzer als Sieger auf den Rennplätzen Millionen einzubringen vermag, so wird der Preis begreiflicher.
* Eine neue Statistik. Der gute Rabbi Ben Akiba ist mit seinem — ach so oft eitirten! — Spruch: „Es gibt Nichts Neues unter derSonne", wieder einmal glänzend ad absurdum geführt worden, wie nachfolgende Zuschrift beweisen dürfte, welche ein Wiener Cafetier vor einigen Tagen erhielt: „Euer Wohlgeboren? Der Gefertigte beehrt sich, mit Gegenwärtigem Sie davon zu verständigen, daß er im Laufe dieser Woche in Ihrem Locale vorsprechen wird, um Material für eine wichtige statistische Arbeit zu sammeln. Der ergebenft Unterzeichnete gedenkt nämlich an der Hand der Thatsachen den Beweis zu führen, daß im Monat März das Aerrnelfutter von wenigstens achtzig Procent aller Winterröcke desect ist. Zu diesem Zwecke werde ich mir erlauben, die Aermel aller Winterröcke, welche sich während meines Besuches in Ihrem Locale befinden werden, umzukehren. Damit ich nun nicht für einen Paletotmarder gehalten werde, erlaube ich mir, diese Zuschrift an Sie zu richten und die Hälfte einer Visitkarte beizuschließen. Sie werden mich daran erkennen, daß ich die andere Hälfte der Karte vorzeige. Die Untersuchung der Aermel kann im Beisein des betreffenden Winterrockbesitzers erfolgen, was mich nicht nur nicht genirt, sondern mir ganz recht ist, um etwaige Reklamationen zu vermeiden, indem ich von Ihrer Intelligenz erwarte, daß Sie meinen streng wissenschaftlichen Bestrebungen kein Hinderniß entgegensetzen werden, zeichne ich mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung „Engen R . . ., Privatbeamter, Statistiker aus Passion." — Sehr eilig scheint es der passionirte Statistiker aber nicht zu haben, denn bis jetzt hat er sich bei dem Cafetier noch nicht eingefunden. Oder sollte ihm die zweifelsohne schon bedenklich „gelockerte Schraube" mittlerweile ganz losgegangen sein.
* Der Sultan machte der Prinzessin Victoria zu Schaumburg-Lippe zwei prachtvolle Pferde zum Geschenk, die am Montag nach Berlin expedirt wurden.
* Von der Spielbank Monte Carlo. Ein Engländer, welcher jüngst die Spielbank in Monte Carlo sprengte, verlor darauf nicht nur die gewonnene Summe, sondern fünfzehntausend Pfund darüber. Ein junger englischer Graf, welcher am Montag 165,000 Francs gewann, bat seitdem diese Summe und mehrere tausend Pfund nebenbei verloren. Ein italienischer Herzog verlor vorige Woche über eine Million Francs.
Literatur und Kuttit
— Pax Vobiscum von Henry Drummond. Deutsche autorisirte Ausgabe. Preis geh. 1 Mk., in feinem Goldschnittband 2 Mk. Ein Seitenstuck zu des Verfassers „Das Beste in der Welt". Auch in diesem Merkchen bewährt sich die merkwürdige Begabung des Verfassers, alte längst bekannte Wahrheiten in ein so neues Licht zu stellen und mit so tief eindringendem Schristoerständniß zu bc- trachten, daß sie wie neu entdeckte dem Leser entgegentreten und in ihrer schlagenden Anwendung auf das practische Leben mit verdoppelter Kraft aus ihn wirken.
— Die Staatsromane. Ein Beitrag zur Lehre vom Com- rnunismus und Soctalismus von Dr. Friedrich Kleinwächter, Reg.-Rath und Professor der Staatswissenschaften an der Univeisität Czernowitz. Preis 3 JL Das vorliegende Werk wird in unserer Zeit, wo die sociale Frage die domtnirende ist und wo die Staatsdomäne, wie der Erfolg von Bellamys Buch und Hertzkas Freila,.o zeigt, allgemeinstes Interesse haben, geradezu Aussehen erregen. Klein- oächters Werk geht von dem glänzenden Gedanken aus, daß den Staatsromanen, die man früher als literarische Spielereien betrachtete, eine ernste und große Bedeutung zukomme. Denn in den Staatsromanen finden alle jene socialistifchen und communtstischen Ideen, über welche so viele verworrene Ansichten herrschen, ihre lebendige, reale, man kann lagen realistische Darstellung. Prof. Kleinwäckter bat nun d-e mühsame Arbeit unternommen, die Slaatsromanc aller Zeiten und Völker einer kritischen und historischen Untersuchung zu unterziehen und hat auf diese Weise ein hochinteressantes Bild von der Entwickelung der socialistischen und communistischen Idee gegeben. Indem der Verfasser bei dieser Gelegenheit von allen wichtigeren Werken eine knappe aber doch erschöpfende Skizze gibt, kommt der Leser in die Gelegenheit, olle diese merkwürdigen Staatsromane kennen zu lernen, von denen die meisten kaum noch dem Namen nach bekannt sind. Kleinwächters Buch dürste daher Niemand ungelesin lassen, der über die W.ssenschast und Theorie des Soctalismus und Communismus informivt sein will.
— Die „Gartenlaube" ist unermüdlich in ihrem Kampfe gegen die Feinde der Vernunft und des gefunden Lebens. Die jüngst erschienenen Nummern 11 und 12 bringen zwei Artikel, die wir aus diesem Gesichtspunkt rühmend hervorheben müssen. Der eine erzählt uns weitere Comödten und Tragödien des Aberglaubens mit der Tendenz, aufklärend zu wirken, der andere schildert die furchtbaren Gefahren der Morphium- und Cocainsucht, welche Beide leider eine. ' viel weitere Ausdehnung haben, als man gemeinhin glaubt.


