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Gelfevkirchen, 23. April. Seit heute früh ist auch die Belegschaft von Schacht 3 der ZecheHoffnung" (Revier Gelsenkirchen) aus ständig. Im Bochumer Revier strikt die ZecheCarolmenglück".

Gelsenkirchen, 23. April. Von den Belegschaften der Zechen des Gelsenkirchener Nordreviers sind die der Morgen­schicht und Nachmittagsschicht sämmtlich angefahren. Im Südrevier sind außer den Arbeitern der ZechenFröh­liche Morgensonne",Marie Anna" undSteinbank" noch die Arbeiter der beiden Schächte der ZecheCentrum" und des dritten Schachtes der Z?cheHolland" ausständig.

Effen, 23. April. Laut derRheinisch-Westfälischen Zeitung" fuhren in Schacht 1 ZecheEintracht Tiefbau" bei Steele Morgens 134 Mann unter Tage, Schacht 2 44 Mann. Auf ZecheEiberg" blieben 102 von 398 Mann der Morgen­schicht, auf Schacht 3 ZecheHolland" blieb die ganze Beleg­schaft bei der Morgenschicht ohne Angabe eines Grundes aus. Aus der ZecheCarolinenglück" zwischen Wattenscheid und Bochum fuhren 35 von 200 Mann an. Hebet Tage arbeitet alles. Im Dortmunder und im Essener Bergrevier ist alles an der Arbeit.

Essen, 23. April. DerRheinisch-Westf. Ztg." zufolge strikt ferner der größte Theil der ungefähr 1100 Mann betragenden Belegschaft der ZecheVereinigte Maria Anna und Steinbach". Aus ZecheCentrum" bei Wattenscheid sind 1500 ausständig - aus der ZecheBonisacius" sind von der Morgenschicht 50 Mann nicht angesahren. Aus der ZecheHasenwinkel" ist Niemand angesahren. Auf der ZecheFröhliche Morgensonne" sind 121, ZecheFriedlicher Nachbar" 25 Mann angefahren. Bei Bochum sind heute früh die Belegschaften der ZechenHerminenglück-Liborius" undPrmz von Preußen" nicht angefahren.

Effen, 23. April. DerRheinisch-Westfälischen Zeitung" zufolge beträgt die Zahl der Ausständischen im Ober- dergamtsbezirk Dortmund fünftausend.

Effen, 23. April. Die Führer der Ausständischen der ZecheCentrum", Werdelmann und Heihoss in Watten­scheid, wurden heute derRhein.-Wests. Ztg." zufolge ins Gesängniß abgesührt. Die Verwaltung forderte nach dem­selben Blatte die Strikenden auf, bis zum 27. April anzu- sahren, widrigenfalls sie als abgelegt betrachtet seien. Aus der ZecheCentrum" fuhren von 364 Nachmittags, 76 unter und 37 über Tage an. AufHasenwinkel" arbeitet Nach­mittags Niemand, ausEiberg" von 69 unter Tage 23, aus der ZecheFriedlicher Nachbar" von 110 unter Tage 10, von 86 über Tage 70. Aus der ZecheBonisaeius" fuhr Nachmittags alles an- ausMarie Anna" undSteinbank" arbeiten nur neun.

Bochum, 23. April. Die Belegschasten der Zechevon der Heydt",Eiberg",Friederike",Constantine" und Engelsburg" sind ebenfalls ausständig.

Dresden, 23. April. Anläßlich des heutigen Geburts­tages dps Königs haben die öffentlichen Gebäude, wie auch viele Privathäuser Flaggenschmuck angelegt. Die Capellen der Leibregimenter brachten dem Könige in Villa Strehlen ein Ständchen, woselbst bereits Prinz Georg mit Familie sich zur Gratulation eingefunden hatte. Se. Majestät der Kaiser wohnt der Parade aus dem Alaunplatze bei. Am Nachmittag finden offizielle Festmahle statt. Abends werden, wie auch gestern, die öffentlichen Plätze illuminirt.

Dresden, 23. April. Der Kaiser ist um 9 Uhr aus dem Böhmischen Bahnhos eingetroffen. Er begab sich als­bald nach Strehlen, wo ihn die Königin und Prinz Georg mit Familie empfingen und nach der königlichen Villa ge­leiteten. Um 12 Uhr fand die Königsparade statt, wobei der Kaiser sein Regiment Nr. 101 oorführte. Um 4 Uhr ist das Diner in der Villa. Die Abreise des Kaisers nach Eisenach erfolgt Abends 7 Uhr.

Dresden, 23. April. Die Mittags unter dem Befehl des Generallieutenants v. Reyher aus dem Alaunplatze statt- gehabte große Parade nahm einen glänzenden Verlaus. Se. Majestät der Kaiser führte Allerhöchstsein Grenadier- Regiment Nr. 101 hem Könige persönlich vor. Außer dem Prinzen Georg wohnten auch die Prinzen Friedrich August, Johann Georg und Max, sowie die Prinzessin Mathilde der Parade bei.

München, 23. April. Bei Forchheim stürzte ein Bahnwärter Haus ein. Zwei Bahnarbeiter wurden getödtet.

Brüffel, 23. April. Die hier geplante Arbeiter- knndgebung vom l.Mai wurde vom Bürgermeister unter der Bedingung gestattet, daß die Route des Zuges von den Gemeindebehörden festgesetzt wird und die Führer für die Ordnung cinstehen.

Paris, 23. April. Es verlautet, die Direetion der Großen Oper, welche Lamoureux als Dirigenten ihres Orchesters gewonnen hat, beabsichige AnsangS September WagnersLoh eng rin" auszusührcn.

Grenoble, 23. April. Die Forts Saint Eyuard und Montrochois werden demnächst durch je eine Batterie verstärkt.

Pittsbnrg, 23. April. Im Ausstandsbezirk Seottdale (Pennsylvanien) wurden die Po l iz e i b c am t en, welche die Strikenden aus den der Cokes-Gesellschaft gehörenden Ar- beilerhäusern ausweisen wollten, angegriffen und genöthigt, sich zurückzuziehen. Nachdem die Polizei verstärkt war, kehrte sie zurück und es erfolgte ein Zusammenstoß mit den Strikenden, hauptsächlich Ungarn; ein Mädchen wurde ge­tödtet und eine Anzahl Personen, darunter der Sheriff, ver­wundet. Die Menge wurde darauf durch eine Milizeom- pagme zerstreut. 4000 Strikende hielten gestern einen Um­zug, wobei der Soetalist JoneS sie in einer Ansprache aus- forderte, der rothen Fahne zu folgen. Die Minen- arbeite!' in Ober Monongahela, 12600 an der Zahl, lehnten es ab, zur Erzwingung des Achtstundentags am 1. Mai die Arbeit einzustellen.

Rom, 23. April. DasAmtsblatt" theiit mit: Heute früh kurz nach 7 Uhr flog ein Pulverth urm außerhalb

der Porta Portese mit furchtbarem Krache in die Luft, wo­durch eine starke Erschütterung in der ganzen Stadt und die Beschädigung mehrxrer Häuser in der Nähe des Pulver­thurms herbeigesührt wurde. Die Art, m welcher die Explosion erfolgte und die bisherigen Ermittelungen führen zu der Annahme, daß die Explosion aus rein zusälligen Ur­sachen erfolgte.

Nom, 23. April. In der Umgegend des explodirten Pulverthurms wurden bisher zwei Todte aufgefunden. In den Hospitälern sind etwa siebzig Verwundete untergebracht. Zahlreiche Gebäude sind stark beschädigt, Fenster und Thüren zertrümmert.

Nom, 23. April. Von den bei der Explosion des Pulverthurmes Verletzten wurden gegen hundert in das Hospital De la consolazione gebracht und davon dreißig zur weiteren Behandlung zurückbehalten. Von der Wach­mannschaft beim Pulverthurm wurden acht schwer verletzt, darunter der Genieeapitän Spaeeamela und ein Unteroffizier. Die Häuser im Umkreise eines Kilometers sind beschädigt. Sämmtliche Knaben der Schule Vigna pia sind gerettet. Der König ließ mehrere Verwundete in seinem Wagen nach der Stadt fahren; er beabsichtigt, die im Hospital befind­lichen Verwundeten zu besuchen. Im Vattcan wurde eine Anzahl Fensterscheiben zerstört, darunter diejenigen der Rasael'schen Loggien, sowie die von Maximilian von Bayern Pius IX geschenkten Glasfenster der Königstreppe.

Nom, 23. April. In Folge der Explosion in der Pulvermühle wurden die Fensterscheiben der Privatbibliothek des Papstes in der Custodia, die Glasmalereien aus der Königsstiege, sowie einige kostbare Gegenstände des Vaticans und der Peterskirche beschädigt, die Eisenstangen an den großen Fenstern wurden verbogen, die Glasmalerei oberhalb der Peterskanzel vernichtet. Die Peterskirche ist provisorisch gesperrt, ebenso die Paulskirche, wo alle bemalten Scheiben zerbrachen- im Paulskloster wurde eine Anzahl antiker Gegen­stände arg beschädigt. Der König besuchte Nachmittags die in den Hospitälern untergebrachten Verwundeten- die Volks­menge brachte dem Könige enthusiastische Ovationen dar.

Rom, 23. April. Bei der Pulverexplosion wurde der französische Botschafter Billot, während er sich in seinem Arbeitseabinet befand, durch Glassplitter leicht an der Stirne verletzt.

Rom, 23. April. Die Kammer berieth die Aushebung des Listenscrutiniums. Die von der Regierung aeeep- tirte Tagesordnung besagt:Die Kammer nimmt Aet von den Erklärungen der Regierung, unverweilt eine Vorlage ein­bringen zu wollen, welche die Regelmäßigkeit der Eintragungen in die Wahllisten und die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit bei den Wahlhandlungen verbürgt. Sie übergeht die Berathung der einzelnen Artikel. Die Kammer nahm den ersten Theil der Tagesordnung (durch Aufstehen und Sitzenbleiben) mit großer Majorität an. Der zweite Theil, betreffend die Unterlassung der Berathung der einzelnen Artikel, wurde in namentlicher Abstimmung mit 272 gegen 40 Stimmen ge­nehmigt. 17 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung.

Locales ttnfr provinzielles.

Gießen, 24. April.

Sitzung der Stadtverordneten vom 23. April. An­wesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Hornberger, Heyligen- staedt, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schopbach, Schmall, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.

Eine größere Anzahl von Bewohnern der Ostanlage ist um Herstellung gepflasterter Uebergänge auf dem zwischen Neuenweg und Wiesenstraße befindlichen Theile des Straßenkörpers, zur besseren und reinlicheren Erreichung der Anlagen, eingekommen. Aus Kosten der Stadt wurden seither solche Uebergänge nur hergestellt an Straßenkreuzungen und besonders langen Straßen, welche nicht gekreuzt werden, sonst erfolgte die Anlage der gepflasterten Uebergänge aus Kosten der Anlieger nach besonders gestellten Wünschen. Da mit Eröffnung der Verbindungsstraße vom Brandplatz nach der Ostanlage und weiter bis zur Grünbergerstraße ein ge- pflasteter Ueb^rgang in der Nähe der Wieseustraße geschaffen wird, so hat die Baudeputativn den Wünschen der Petenten gerecht zu werden geglaubt, indem sie die Anlage eines weiteren Uebergänge^, und zwar in der Richtung zwischen der Ge­werbebank und dem Hause des Herrn Stadtverordneten Schwall, beantragt. Die Versammlung hob diesen Antrag zum Beschluß. Aus Anregung des Herrn Habenicht soll vom Stadtbauamt Vorlage über die zweckmäßigste Ableitung des sich öfter in dem Gäßchen zwischen dem Fulda'schen Hause und dem Justiz­gebäude ansammelnden Wassers eingefordert werden. Dem Gesuch des Herrn Samuel Rosenbaum um Erlaubniß zur Pflasterung eines Fußpfades (Westanlage) wird vor­behaltlich der gleichzeitig auszuführenden noch rückständigen Pflasterung einer Einfahrt zum Hause des Gesuchstellers Ge­nehmigung ertheilt. Nachdem die im vorigen Jahre an- gestellten Erhebungen über die Unterhaltung von Erb­begräbnissen bezüglich einer Anzahl solcher, im unteren Theile des Friedhofes gelegenen, ergeben haben, daß Eigen- thumsansprüche an sie nicht erhoben wordcu, wird auf Antrag der Friedhofs-Commission beschlossen, die nicht reclnmirten und seither ohne Unterhaltung gebliebenen Erbbegräbnisse von Habicht, Koch, Laudon und Kreuder einzuebnen. Nach dem Oetroi-Neglement trat bisher eine Rückvergütung von Oetroi für Backwaaren bann ein, wenn solche in der Mindest­menge von 100 Kilo ausgesührt wurden, und zwar wurden für je 200 Kilo TU Psg. rückvergütet. In einer Eingabe der Innung ersuchen die Bäcker um Herabsetzung der Mindest­menge, sodaß also schon unter 100 Kilo Rückvergütung eiu- treten möge. Zur Begründung ihres Gesuches machen die Bäcker geltend, daß die Ausfuhr kleinerer Partieen von Brod über­wiegend, von größeren Partieen (über 100 Kilo) fast gar nicht

vor käme und sonach die Wohlthat einer Rückvergütung eine sehr geringe sei. Es könne eine Zusammenstellung der kleineren Mengen stattfinden und darüber allmonatlich die entsprechende Rückvergütung zur Verrechnung gelangen. Es wird nach Vor­lage eines ausführlichen Gutachtens des Herrn Oetroi-Con- troleurs Jost, in welchem derselbe sich gegen eine Aenderung im Sinne der Eingabe erklärt, auf Antrag der Finanz-Depu­tation beschlossen: Die Mindest-Rückvergütung des Octroi von 50 Kilo Ausfuhr an eintreten zu lassen und die Fest­stellung der Masse der Ausfuhr den Octroierhebern in der­selben Weise zu übertragen, wie es hinsichtlich der Ausfuhr von Branntwein, Hafer, Mehl und Steinkohlen geschieht. Aus das Herrn Georg Emil Möhl gestellte Ansinnen, entlang einem an der Westanlage belegenen Geländestück eine den bestehenden Bestimmungen entsprechende Ein- sriedigung an Stelle des Lattenzaunes Herstellen zu lüften, hat derselbe Einspruch erhoben. Das bezeichnete Gelände sei Bauplatz und unterliege deshalb nicht den Bestimmungen hinsichtlich der Einfriedigungen wie die Gärten, auch sei ihm bei Anlage der Straße gestattet worden, ein vorhandenes Spalier der Straße entsprechend höher zu legen. Die Bau­deputation hat unter Berufung auf die inzwischen eingetretenen Aenderungen der einschlägigen Bestimmungen beantragt, auf der Forderung einer dem Aussehen der Straße entsprechenden Einfriedigung zu beharren, dem Petenten aber bis zur Her­stellung derselben eine Frist bis 1. November d. I. zu ge­währen. Es wird im Sinne des Deputationsantrages be­schlossen, jedoch soll die gestellte Frist bis 1. April n. I. verlängert werden. Ein ähnlicher Beschluß wird gefaßt bezüglich des Gesuchs des Herrn Wilh. Barthel (Grün­bergerstraße), welcher zur Herstellung einer besseren Ein­friedigung vor seinem Hause Frist bis 1. November d. I. erbittet. Herr Gärtner Louis Becker macht in einer Eingabe geltend, daß ihm die Anlage einer neuen Einfriedigung zur Zeit, besonders mit Rücksicht auf die Länge des Grund- tückes, nicht möglich und bittet derselbe um Bewilligung einer Frist. Es soll ihm solche bis 1. April n. I. für die eine Hälfte, bis 1. April 1893 für die andere Hälfte der Garten- ront gewährt werden. Die Beschaffung von Geräthen für die Turnhallen der Realschule und der Stadt- knabenschule soll auf dem Wege beschränkter Submission erfolgen« Die 8. Klaffe (jüngste) der Stadtmädchenschule soll wegen der großen Zahl der in derselben zu unter­richtenden Kinder (150160), anstatt seither in zwei, in drei Abteilungen getrennt werden. Die in dem Volksschulgesetz enthaltenen Bestimmungen, wonach die Lehrer verpflichtet, die Gemeinden berechtigt sind, bis zu 80 Kinder in eine Klasse bezw. Abteilung auszunehmen, laffen sich bei den Mittel­klassen eher anwenden als bei den untersten, (den sogen. A-B-C»Schützen), da gerade in denselben die Unterweisung jedes einzelnen Kindes durch den Lehrer am notwendigsten ist. Ob die infolge der Theilung zu schaffende Schul- vekwalterstelle mit einem Lehrer oder einer Lehrerin besetzt werden soll, darüber wird nach Befinden des Schulvorstandes entschieden - nach Mittheilung des Herrn Geh. Oberschulrath Greim sind Schulverwalter z. Z. nicht vorhanden, so daß die Anstellung einer Schulverwalterin in Erwägung zu ziehen ist. Eine Anzahl neuer Schulbänke für die Realschule, desgleichen solcher und zweier Katheder für die obere Klaffe der höheren Mädchenschule soll angeschafft werden - das Bedürfnis hierzu hat sich in Folge Vermehrung der Schülerzahl in den betr. Lehranstalten ergeben. Die An­lage eines Hydranten im Garten der Realschule soll zu Lasten des Credits für 1892/93 erfolgen. Herr Schmall macht nochmals auf den Brunnen vor dem Gail scheu Hause in der Neustadt aufmerksam. Das Wasser dieses Brunnens sei geradezu ungenießbar- er bitte um baldigen Ersatz des­selben durch einen Ventilbrunnen, da die Bewohner in dieser Gegend nicht alle in der Lage seien, ihre Häuser an die Wasserleitung anzuschließen. Herr Oberbürgermeister Gnauth wird die Frage wegen Ersatzes der Pumpe durch einen Ventil­brunnen der Deputation für das Gas- und Wafferwerk unterbreiten, inzwischen aber ein die Ungenießbarkeit des Wassers bezeichnendes Plakat au der Pumpe anbringen laffen. Auch die Anfrage des Herrn Löber wegen der beschlossenen Ausstellung eines Ventilbrunnens in der Mühlgasse soll der Deputation zugestellt werden, nachdem Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß wohl die Ausführung srüher beschlossener Arbeiten wie auch die Ungunst der Witterung die Ausstellung dieses Brunnens verzögert hätten. Großh. Kreisamt hat nach Mittheilung Großh. Ministeriums die Bürgermeisterei von der Gehaltserhöhung der Civilstaatsbeamten in Kenntniß gesetzt - diese Erhöhung, welche bei Gehalten bis zu 2000 Mk. 10 °/0, von 20005000 Mk. 5 °/0 beträgt, bezieht sich auch aus die (behalte der Lehrer an der Realschule und dem Realgymnasium, für welche zur Hälfte die Stadt aufzukommen hat. In Confeguenz dieser Bestimmungen stimmt die Stadt­verordnetensitzung der Gehaltserhöhung bezüglich der auf die Stadt entfallenden Hälfte zu. Herrn Bäckermeister Faß wird auf sein Nachsuchen die Hälfte des Pachtgeldes für einen Holzlagerplatz am Lutherberg, in dessen Benutzung er in Folge Anlage und Bepflanzung eines Theiles des Platzes beeinträchtigt wurde, erlassen. Gleichzeitig wird beschlossen, wegen weiter vorzunehmender Auffüllungen das Pachtverhältniß zu kündigen. Dem Kunstverein für das Groß- herzogthum Hessen, der bekanntlich auch hier eine dauernde Ausstellung unterhält und (einen Mitgliedern Ge­legenheit zum Erwerb wie Verkauf votr Oelgemälden, Stahl­stichen u. s. w. giebt, wird ein jährlicher Beitrag von 100 Mk. unter der Bedingung bewilligt, daß alle 14 Tage Sonntags das Eintrittsgeld auf 20 Psg. ermäßigt wird, nm die Ausstellung weiteren Kreisen zugänglich zu machen.

Durch einen schweren Nnglückssall wurde gestern die Familie eines hiesigen Kupserschmiedes in tiefe Trauer versetzt. Ein Sohn derselben, welcher im Ge­schäfte des Vaters demnächst seine Lehrzeit beendet hätte, war an der Reparatur eines Petrvleum-Druckkessels mit beschäftigt, als letzterer plötzlich unter heftiger Detonation explodirte.