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wie in besseren Jahrgängen. Besser ist dagegen die Hasen- j n q d geworden. Durch dns Heranwachsen der jungen Hasen sind dieselben nicht mehr so selten. Doch war in anderen Jahrgängen auch die Hasenjagd schon viel ergiebiger. Auch die Hasen werden für ihre gewöhnlichen Preise, pro Stück 3 Mk., angekauft.

Mörfelden, 21. October. Hn der Nacht vom Sonntag zum Montag wurde auf der hiesigen Station die Stations­glocke auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise gestohlen. Die Entdeckung dieser That wirkte etwas komisch. Als näm­lich Montag früh in der Dunkelheit der Stationsbeamte gewohnheitsgemäß zur Glocke eilte, um dem um 4 Uhr 50 Min. hier abgehenden Arbeiterzuge das Signal zur Ab­fahrt zu geben, tastete er nach dem Glockenzuge, aber ver­gebens ; der Schlagriemen war absolut nicht zu spüren. Bei näherer Besichtigung ergab sich denn zur Verblüffung aller Anwesenden, daß nicht nur der Schlagriemen, sondern auch die Glocke spurlos verschwunden war. Man hat auch bis jetzt weder die Glocke, noch die Vorüber dieses boshaften Bubenstreiches entdeckt.

Aus Rheinhessen, 22. October. In einer Concurssache, welche in Wörrstadt geschwebt hat, kamen letzter Tage 25 Pfg. on die Gläubiger zur Vcrtheilung. Hiervon wurden 20 Pfg. für Frankatur und die restlichen 5 Pfg. als Bestellgeld von Lier Post abgezogen, sodaß die Adressaten die Postanweisung ohne Geld erhielten.

Worms, 21. October. Die hiesige Stadtverordnelen- Versammlung genehmigte gestern ein Abkommen mit der Militärverwaltung, wonach sie in der Folge keine Ein­quartierung mehr in Friedenszeiten erhält. Als Gegen- Leistung miether die Stadt ein Haus am Andreasplatze um jährlich 900 Mk. und richtet dasselbe für das Militär zu Feldwebelwohnungen ein und baut ferner für 500 Mk. einen Schuppen als Montirungskammer. Seither wurden jährlich circo 1100 Mark für die Einquartierung im Frieden aus- gegeben.

Worms, 22. October. In der gestern hier abgehaltenen Sitzung des Provinzialausschusses des landwicthschast- lichen Vereins der Provinz Rheinhessen tourbfr auf Antrag des Herrn Schulrath Dosch-Worms beschlossen, der Grosin herzoglichen Staatsregierung einen Antrag zu unterbreiten, welcher auf die ungemeine Wichtigkeit der Anzeigepflicht der Einführung von Reben wegen der Reblaus­gefahr bei Neuanlagen ober Ergänzungspflanzungen Hin­weis! und die Regierung ersucht, die nöthigen Schritte zur Sicherheit des hessischen bezw. deutschen Weinbaues zu thun. Außerdem wurde eine Commission gewählt, welche sich mit der Frage der Einführung unempfindlicher Kartoffelsorten be­fassen soll.

VerniNchtes.

*tt Bad Wildungen, 22. October. Der Reichstags- Abgeordnete Dr. Böttcher, welcher das Furstenthum Waldeck Pyrmont im Reichstage vertritt, wird sich nach Rom begeben und daselbst den Verhandlungen der internationalen Friedensconferenz beiwohnen.

*tt Arolsen, 22. October. Beförderung. Zum Königlichen Musik-Dirigenten der Capelle des Cadettencorps in Ltchtcrfelde bei Berlin ist der langjährige beliebte Capell- meister der hiesigen Militärcapelle befördert worden. Der Stand seiner Capelle ist ein sehr befriedigender. Die Arolser sehen Herrn Müller nur ungern scheiden.

* Barmen, 19. October. Die Heilsarmee, welche trotz des ihr seiner Zeit bereiteten üblen Empfanges sich dennoch hier eingenistet und eine allen äußeren Angriffen scheinbar widerstehende Kaserne gebaut hatte, mußte gestern Abend in ihrem neuen Heim eine regelrechte Belagerung mit darauffolgendem Sturme von Seiten des hiesigen Mob aus­halten, bei welchem die festen eisernen Thore der Kaserne ausgeriffen, die dicken eisernen Thüren eingeschlagen und alle sonstigen Schutzvorrichtungen zum Spielzeug einer wilden Rotte wurden. Nur mit Mühe und Noth gelang cS den bedrängten Heilssoldaten, durch eine von der tobenden Menge nicht beachtete Hintenhüre zu entkommen und so ihr Leben in Sicherheit zu bringen. Erst eine starke Polizeimacht war im Stande, die gesperrte Straße von der Menge zu räumen und dem Spectakel Einhalt zu thun.

Schiffsnachrfchten.

Bremen, 22. October. fPer transatlantischen Telegraph.]. Der Schnelldampfer Lahn, Capitän H. Hellmers, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 13.October von Bremen und am 14. October von Southampton abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 22. October. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Dresden, Capitän W. Kruhöffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. October von Bremen abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore an­gekommen.

kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst-

22. Sonntag nach Trinitatis, 25. October:

Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottes- dienst.

Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Bibelstunde am Montag den 26. October, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief, Kap. 1: Einleitung. Pfarrer Dr. Naumann.

Am nächsten Sonntag den 1. November: Feier des Refor- mationSsestes; dabei Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst. An demselben Sonntag nach den Gottesdiensten Collecte für die Gustav-Adolfs-Stiftung.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 25. bis 31. October besorgt Pfarrer Dingeldey.

Katholische Gemeinde.

23. Sonntag nach Pfingsten, 25. October:

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von %6Ubr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste Frühmesse; um %8 Uhr zweite Frühmesse; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Ve3 Uhr Christen­lehre und Andacht für die Abgestorbenen der Gemeinde. Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht.

Dienstag: Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht.

Donnerstag, Freitag und Samstag: Zur Vorberei­tung auf das am Allerheiligenfest gefeiert werdende hundertjährige Jubiläum der Pfarrei, Abends um Vi8 Uhr Predigt und Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag den 24. October:

Vorabend 446 Uhr, Morgens 800 Uhr, Nachmittags 400 Uhr, Abends öS» uhr.

Sonntag den 25. October:

Morgens 8« Uhr, Nachmittags 4°° Uhr, FestesauSgang 580 Uhr.

Eingesandt.

Gießen, 22. October 1891.

-8. In der jetzt beginnenden Wintersaison tritt bekanntlich der hiesige Concert-Verein in sein hundertstes Vereinsjahr. Eine solche seltene Begebenheit ist für unsere Stadt nicht ohne Bedeutung wenigstens könnte sie die Culturbtstortker anregen, dem Fort­schritt nachzuspüren, den der Geschmack und die Bildung des Gießener kunstliebenden Publikums in den letzten hundert Jahren genommen. So viel steht wenigstens einstweilen fest, daß unsere Stadt nicht zu denjenigen gehört, die opferbereit neuen Anschauungen und Be­strebungen sofort ihre Thore öffnen, sondern leider! pflegt sie alles Neue ein wenig mißtrauisch von der Seite zu betrachten und zum mindesten bedarf es langer Ueberlegung, ehe sie sich zu dessen Annahme versteht. Ja, noch mehr: ihre ängstliche Vorsicht hat manches Unternehmen im Keime erstickt, das wohl, wie man später etnsehen mußte, treffliche Früchte zum Besten der Stadt zeitigen konnte. Die Jubiläumsfeier des Concert - Vereins mag deßhalb leicht Veranlassung geben, einmal zu untersuchen, welche die Schwie- rtgkeitm waren, mit denen die Männer zu kämpfen gehabt, die vor hundert Jahren muthig und selbstlos diesen Verein gegründet, deffen Wirken doch unbedingt ein segensreiches genannt werden muß. Ob damals die Einwohner Gießens schon ebenso conservativ waren wie jetzt? Dann mag man billig versuchen, jene Zeit mit der heutigen zu vergleichen! Dies einstweilen zur Beachtung für Solche, die möglicher Weife eine Culturgeschichte der Universitäts- und GarnisonL- stadt Gießen zu schreibm beabsichtigen.

'MrheMe Eisenbahnen.

Am 1. November d I. tritt der Nach­trag VII zu unserem Local-Gütertarif in Kraft, über deffen Inhalt die Güter- Obsertigungsstellen Auskunft ertheilen.

Gießen, den 20. October 1891.

»452_______Großherzogliche Direktion

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