Einzelbild herunterladen

Halifax, 22. Februar. Bei der gestrigen Explosion in den Kohlengruben zu Springhild befanden sich etwa Tausend Arbeiter in den Bergwerken. Bisher sind 75 Leichen auf­gefunden, zahlreiche weitere Todte werden befürchtet.

Buenos Ayres, 22. Februar. Die Insurgenten wurden in erbittertem Kampfe bei Pisaqua geschlagen. Der Ausgang des gestern begonnenen Kampfes um Jquique ist noch un­bekannt.

anderwärts bereits gesunden hat.

Ein Herr Batlau aus Leipzig, welcher vor etwa drei Wochen sich in hiesiger Gegend aushielt, auch mit einem hiesigen Fellhändler Geschäfte machte, ist seitdem spurlos ver­schwunden. Derselbe führte noch ca. 3% bis 4 Tausend Mark bei sich und hat sich vermuthlich nach Cassel zu gewandt; es ist nicht unmöglich, daß demselben irgendwo bei der strengen Kälte ein Unglück zugestoßen ist und würden seine trostlosen Angehörigen für irgend welche Nachrichten über den Ver­schollenen sehr dankbar sein.

verhängt.

Paris, 22. Februar. Die Kaiserin Friedrich und die Prinzessin Margarethe wohnten gestern Abend in Be­gleitung des Grafen Seckendorfs im Theater Bouffes einer Vorstellung von Miß Helvett bei.

In einer gestern Abend stattgehabten Versammlung der früheren Patriotenliga protestirte Dsroulede gegen die Betheiligung französischer Künstler an der Kunstausstellung in Berlin.

Die gestern Abend in Nantes und Angers stattgehabten Aufführungen desL o h e n g r i n" verliefen ohne Zwischenfall und hatten großen Erfolg.

Petersburg, 22. Februar. Das Project der sibi­rischen Eisenbahn ist nunmehr zur Vorlage an das Eommunications-Ministerium gelangt und wird von da dem Reichsrath zur Bestätigung und Bewilligung der Mittel zugehen.

BadNauheim, 20. Februar. Den hier so zahlreichen Raben, Krähen und Dohlen, den geschworenen Feinden der gefiederten Sänger des Parkes, wird ein förmlicher Ver­nichtungskrieg erklärt. Für jeden rabenartigen Vogel, ja | für jedes Vogelei zahlt die Curkasse laut Ankündigung der 1 Forstbehörde eine Vergütung von 20 Pfg.

E. Butzbach, 22. Februar. Bei der gestern stattgehabten Neuwahl eines Abgeordneten zur zweiten Kammer, die infolge Ungiltigkeitserklärung der Wahl des Herrn Gutsbesitzers PH. Köhler in Bettenhausen nöthig geworden, wurde Herr Apotheker Dr. E. Vogt mit 15 gegen 12 Stimmen gewählt.

)( Södel, 19. Februar. Gleich wie aus anderen Gegenden, so ist auch von hier und Umgegend ein Steigen der Holz­preise zu berichten; wurden doch bei der letzten Holzversteigerung zwölf Mark für den Raummeter Buchenscheitholz bezahlt.

* Hungen, 20. Februar. Aus dem in der Nähe der Stadt gelegenen EisensteinbergwerkeGrube Wilhelm" wird sicherem Vernehmen nach der Betrieb vollständig ein­gestellt werden. Genanntes Bergwerk wurde seit kurzer Zeit nur noch schwach betrieben, da das vorhandene Eisenstein-

Nerreste Nachrichten.

WotffS telegraphisches 'Lorrespondenz-Buremr

Berlin, 22. Februar. DerGroßherzog von Hessen ist heute Mittag nach Darmstadt zurückgereist.

Wien, 22. Februar. Wie diePresse" meldet, steht bei den Verhandlungen über den österreichisch-ungarisch- deutschen Handelsvertrag gegenwärtig die abzu- schließende Veterinär-Convention auf der Tagesordnung. Gleichzeitig wird über die Eisenbahn-Tariffrage berathen.

Bern, 22. Februar. Wegen Einschleppung der Maul- und Klauenseuche durch italienisches Vieh hat die Cantons- Regierung von Aargau nach dem Vorgänge der Berner Regierung über sämmtliches aus Italien einge- jührtes Vieh eine zwölftägige Quarantäne

Gießen, 23. Februar.

Es ist eine befremdende Erscheinung, daß sich unser sonst vielfach rüstig vorwärts schreitendes Gießen in einem Punkte, dem sich von Tag zu Tag das allgemeine Interesse in immer höherem Grade zuwendet, mit mancher anderen Stadt noch nicht zu messen vermag. Wir meinen die Theil- nahme am Fernsprechverkehr. Die Erklärung für dieses aus­fallende Zurückbleiben läßt sich kaum in etwas Anderem als in der Annahme finden, daß man sich der Vortheile und Annehmlichkeiten, welche der städtische Fernsprecher weiten Kreisen der Bevölkerung bietet, bei uns noch zu wenig bewußt geworden ist. Und doch liegen diese Vortheile und Annehmlichkeiten so zu sagen aus der Hand. In anderen Städten hat man längst herausgefunden, daß der Fernsprecher nicht nur im Verkehre zwischen Geschäftsleuten unter sich, sondern auch im Verkehre zwischen Geschäfts- und Privatleuten und noch in weiteren Wechselbeziehungen wesentliche Dienste zu leisten vermag. Wir sehen deshalb anderwärts auch die verschieden­artigsten Berufsklassen an die städtischen Fernsprechanstalten angeschloffen. Würden bei uns z. B. die größeren, den täg­lichen Bedürfnissen dienenden Geschäfte, wie Specerei- und Fleischwaarengeschäfte, Weinhandlungen, Conditoreien, Kutschergeschäfte u. dgl. m., der Stadtfernsprecheinrichtung sich anschließen, so würden wohl auch bald die wohlhabenden Privatleute den Anschluß ihrer Wohnungen bewirken, um ihren Bediensteten die oft 1 sehr weiten und deshalb zeitraubenden Wege zu ihren Lieferanten und anderen in geschäft­lichen Beziehungen zu ihnen steh.enden Personen zu ersparen. Selbstverständlich wird der Nutzen des Fernsprechers für den Einzelnen ein um so größerer sein, je größer die Zahl Derer ist, die an die Fernsprechanstalt an­geschloffen sind. Um aber dieses Nutzens theilhastig zu werden, darf eben der Eine mit seinem Anschlüsse nicht erst bis auf den Anschluß des Andern warten: nur ein möglichst allgemeines Vorgehen Eanii dem Einzelnen das bringen, was er für sich erhofft. Von der Kaiser­lichen Oberpostdirection ergeht eben die Aufforderung, Meld­ungen für den Anschluß an die Stadtfernsprecheinrichtung bis zum 1. März einreichen zu wollen. Die Handelskammer, welche sich s. Zt. um das Zustandekommen dieser Einrichtung lebhaft bemüht hat, glaubte deshalb mit Vorstehendem das Interesse für dieselbe auch ihrerseits wieder wachrufen zu sollen- sie gibt sich dabei der-Hoffnung hin, daß das neu­zeitige Verkehrsmittel, wie es uns im Fernsprecher gegeben ist, sich bald auch in unserer Stadt mit ihrer ausgedehnten Lage der Werthschätzung zu erfreuen haben wird, die dasselbe

Buckskins und Kammgarne

in allen gediegenen Qualitäten zu wirklich billigen Preisw en groß & en detail bet

Gebr. Stamm.

lager soweit ausgebeutet ist. DieGrube Wilhelm" war eines der ersten der in hiesiger Umgegend bestehenden Berg­werke und daselbst immer eine große Anzahl Arbeiter be­schäftigt. Mit dem Abtragen der Gebäulichkeiten, der großen hölzernen Brücke, sowie der Schienenverbindung mit der Ober­hessischen Bahn wird in kurzer Zeit begonnen werden.

x Södel, 20. Februar. Der Lehrer der ersten Schul­stelle, Herr Loos, feiert demnächst sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Während seiner fünfzigjährigen Amts- thätigkeit war Herr Loos ununterbrochen in der Gemeinde thätig und haben somit fast sämmtltche hiesigen Einwohner bei genanntem Lehrer die Schule besucht.

Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum tzeßrn. Aus die neue Reichsanleihe, die nach den neuesten Berichten circa 45mal überzeichnet wurde, sind in Mainz allein bei einem Bankhause 15 Millionen Mk. gezeichnet worden. In Mainz stürzte sich der in einem Krankenhause uuter- gebrachte Buchdrucker PH. Bauer, der an Verfolgungswahn litt und sich aus andere Weise nicht retten zu können glaubte, aus dem Fenster in den Hof und blieb auf der Stelle tobt. Ebendaselbst stürzte am Samstag ein siebzehnjähriger Tüncher­lehrling vom 4. Stock eines Neubaues bis in den fteUcr. Der Unglückliche verschied nach wenigen Minuten. In Lampertheim fingen Fischer, welche ihre Netze unter das Eis des noch zugefrorenen Rheinarmes versenkt hatten, an einem Tage für ca. 1000 Mk. Fische. Für die Stelle eines Dirigenten der Mainzer Liedertafel haben sich 71 Bewerber gemeldet. In Offenbach fanden am 20. d. M. Arbeiter in der Nähe des Localbahnhofs die Leiche eines in Lumpen gewickelten Kindes, welches anscheinend erwürgt worden ift. Nach sestgestellten Erhebungen betrug die Wein Ernte im Großherzogthum Hessen im Jahre 188890 212,443 Hectoliter.

Vermischtes

/\ Mainz, 21. Februar. In der hiesigen Stadr- I verordnet en Versammlung ist der Antrag eingebracht worden, bei der Regierung vorstellig zu werden, daß künftighin I bei der Ernennung von Oberlehrern an den Mainzer Volks­schulen dem Schulvorstande und der Stadtverordneten Ver­sammlung durch Namhaftmachung der in Betracht kommenden I Persönlichkeiten Gelegenheit gegeben werde, Bedenken zu I äußeren oder Wünsche vorzubringen.

* Die Casseler Postfachschule mit der Zweigschule in Bockenheim bei Frankfurt a. M. beginnt am 6. April I einen neuen Lehrgang. Sie zählt 90 Schüler, welche von I 8 Lehrern unterrichtet werden. Das Ziel der Anstalt ist, Schüler im Alter von 1422 Jahren, auch solche mit ge­wöhnlicher Volksschulbildung für die mittlere Postcarriere I vorzubereiten und ihnen ein gediegenes Wissen für den Beruf I und sür's Leben mitzugeben, das sie befähigt, sicher auf der I eingeschlagenen Laufbahn fortzuschreiten. Die mittlere Poft- laufbahn eignet sich besonders für junge Leute aus dem I Mittelstände, die sie schnell zu einem gesicherten Einkommen führt denn kurz nach ihrem Eintritt in den Kaiserlichen I Postdienst erhalten sie schon ein monatliches Anfangsgehatc von 60 Mk., rücken nach vier Jahren zu Postassistenten auf I und gelangen später zu Stellungen als Oberpostassistenten I und Verwalter von Postämtern III. Klasse.

'Reichstags, des Abgeordneten-, sowie deS Herrenhauses ge­laden werden. Es verlautet, der Kaiser habe die Absicht ausgesprochen, bei diesem Diner zu erscheinen.

Berlin, 21. Februar. Die Volksschulgesetz-Com­mission des Abgeordnetenhauses erledigte den Abschnitt 5 (§§ 149172, betr. die Pensionirung), wenig unverändert. Bei dem 6. Abschnitt (Fürsorge der Wittwen und Waisen) erklärte der Regierungscommissar gegenüber den Anträgen auf Erhöhung der Relictengelder, er könne keine bestimmte Erklärung abgeben, glaube aber Widerspruch Seitens der Regierung in Aussicht stellen zu müssen. Die Abstimmung wurde bis zur nächsten Sitzung verschoben.

Der Siebener-Ausschuß der Schulrevisions- Commission hat sich nach seiner gestrigen Sitzung bis 14 Tage nach Ostern vertagt.

Berlin, 21. Februar. Die Meldung derKreuz-Ztg. von der Ernennung des Divisionspfarrers Dr. v. Mieczkowski zum Erzbischof von Posen ist mindestens verfrüht. An unterrichteter Stelle ist nichts davon bekannt.

Berlin, 21. Februar. DerReichsanzeiger" veröffent­licht einen Beschluß des Bundesraths vom 5. Februar, wo­nach derKaiser - Wilhelms - Plantagen-Gesell- schast" das Recht einer juristischen Persönlichkeit ver­liehen wird. ,

Meiningen, 21. Februar. Bei der heutigen Stich­wahl zum Reichstage (2. Meininger Wahlkreis Sonneberg- Saalseld) wurden; 15,828 Stimmen abgegeben. Davon er­hielten Dr. Blum lnatl.) 3049, Dr. Witte (dsr.) 5726, Reißaus (Soc.) 7053 Stimmen. Es hat demnach Stich­wahl stattzufinden.

Ausland.

Paris, 21. Februar. Die Kaiserin Friedrich -machte Vormittags einen Spaziergang durch den Tuilerien- >garten und besichtigte mehrere Läden in der Rue Rivoli. Am Nachmittag besuchte die Kaiserin in Begleitung der Prin­zessin Margarethe, der Gräfin Perponcher und des Grasen Seckendorf das Atelier des Malers Munkacsy. Prinzessin Margarethe unternahm in Begleitung des Botschafters Grasen Münster und des Militärattaches Süßkind einen Spazierritt ins Bois de Boulogne. Am andern Abend wird in der deutschen Botschaft ein kleines Diner gegeben.

Loudon, 21. Februar. Eine bei der argentinischen Ge­sandtschaft in London eingegangene Depesche aus Buenos Ay res vom 20. Februar besagt, daß der Mordversuch gegen den General Roca allgemein auf das Entschiedenste verur- theilt werde; es handle sich um eine mit politischen Dingen nicht zusammenhängende That Einzelner- in der Stadt und im ganzen Lande herrsche vollkommene Ruhe.

BuenosAyres, 21. Februar. In Mendoza sind, wie von dort gemeldet wird, 200 chilenische Flüchtlinge eingetroffen, welche die Nachricht dorthin brachten, daß die chilenischen Aufständischen unter dem General Urriza die Städte Pisaqua, Jquique, Antofagasta und Chanaral ein­genommen haben. Diese Nachricht wird durch anderweitig hierhergelangte neueste Berichte bestätigt.

Der PostdampferNoordland" derRed Star Line" in Mitt werpen ist laut Telegramm am 20. Februar wohlbehalten in *3U® york angekommen.

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.

B tbelstunde heute Montag den 23 Fedr., Abends 8 W in der Kleinkinderschule; Hebräerbrtef, Kap. 2, von Vers 9 av: Christus der Versöhner durch Leiden und Sterben gekrönt uw herrlich gemacht Psarrer vr. Naumann. ..

Pas sior.sandacht am Mittwoch den 25. Febr-, Abend) 6 Uhr, in der Kirche: Pfarrer Dingeidey.

623] Die von ärztlichen Autoritäten empfohlenen Pastillen derKaiser-Friedrich-Quelle sind in allen Apotheken, Mineral­wasserhandlungen etc. zu haben.

1006] Tausendfaches Lob, notariell bestätigt, über Hallt«». Labak von B. Becker in Seesen a. Harz 10 Pfd. lose i. Beutel fco 8 Mk hat d. Exp. d. Bl. eingesehen.

Herfen, temb» unö

Grünberg, 21. Februar. Fruchtpreise. Weizen JL19-50, Korn 1780, Gerste JL 16., Hafer 15.10, Erbsen X Linsen 22., Lein, Wicken., Samen, Kartoffeln 0.

»rantsnrt, 21. Februar. Marktpreise. Heu prr 100 Ko 4 80-6.20, Stroh .k 4.4O-4 6O, Kartoffeln 4.bv bis 7.50, Butter per Pfd. 0.90-1.10, Eier per St- 8-10 H Roggenbrod 4 Psd- 45 do feines 48 H, gemischtes d Pfd- 86^

Confection.

Den Empfang der neuesten Promenades, Jaquets und

UmBäsigre in reichster Auswahl zeige hiermit ergebenst an.

S. Weimersheim Nachfolger.

162(>J Eine gute Deetmalwaage von

30 bis 36 Ctr. Tragkraft ift wegen Mangel

<m Raum billig zu verkaufen Schottstraße 11.

1601J Eine n ruhige r-acnitie sucht Wohnung 23 A mit Aub., per ! April. Offerten mit Preisang. unter Nr- 194 beförd. die Exped. d- Bl.

Fft. grobkörnigen [92

C a v i a r

empfiehlt Emil Orbig.

1437] Siechte und unckchte Spitzen, ; zu Ausstattungen geeignet, sowie Lticke- ! reien nach Musterauswahl, sehr billig I unter Preis. Caplansgasse 19.

I 16001 Von e. Studtrenden wird D 1 nächstes Sem ein hübsch mool ZiM»« ' gesucht. Offerten bittet man sub K. W i die Exped. d. Bl- zu richten.