Konstantinopel, 21. August. Der Kriegsminister Ali Saib Pascha ist gestorben.
Konstantinopel, 21. August. Gasi Osman Pascha wurde unter Belassung seiner Stellung als Palastmarschall zum Kriegsminister ernannt.
Newyork, 21. August. Aus Valparaiso wird gemeldet, daß 8000 Mann wohlbewaffneter und organisirter Congreßtruppen bei Caldera ausgeschifst und dem Anscheine nach zu einem entscheidenden Angriffe aus die "Regierungstruppen vorbereitet sind. Man erwartet einen Angriff der Congressisten auf Valparaiso gleichzeitig zu Wasser und zu Lande.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 22. August. Das „Tageblatt" meldet aus Rom: Die Regierung ordnete trotz der ergangenen Dementis an, die Befestigungsarbeiten der Forts zu beschleunigen. Die Hoffnungen auf Ersparungen im Heer und Marineetat sind geschwunden. — Das gleiche Blatt erfährt aus Mozambique: Der Reichspostdampfer „Reichstag" tritt die Heimreise mit voller Fracht an. — Nach Meldung der „Kreuzztg." aus Belgrad unterhandelte Ristitsch in Petersburg wegen Gründung einer serbischen Bank mit russischem Capital.
— Wie die „Voss. Ztg." aus London erfährt, stellte eines der ältesten Röhrenwalzwerke Schottlands, Thomson Edington Sons, seine Zahlungen ein. Die nicht bevorzugten Passiva betragen 40—50 000 Psd. Sterl.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." erhält von einem Kaufmann an der deutschen Ostgrenze folgenden Drahtbericht: In Ost- Preußen ist die Roggen ernte vollständig, die Gersten-und Weizen-Ernte halb geborgen. Die russische Roggenausfuhr ist colossal. Unsere Grenzstationen sind mit angesammelten Roggenwaggons überfüllt. Bis zum 27. August werden aus Eydtkuhnen allein sicher 1000 Waggons passiren. Die Roggenpreise sanken in Kowno von 135 aus 95—100 Kopeken per Pud. Ein Warschauer Telegramm besagt, in sämmtlichen Gouvernements Polens würden umfangreiche Roggenkäufe zum sofortigen Versandt nach Preußen vorgenommen. Das bis 27. August zur Verladung gelangende Quantum berechnet sich auf mindestens 30000 Tonnen. In hiesigen kaufmännischen Kreisen herrscht die Ueberzeugung, daß die Aufhebung des Ausfuhrverbots binnen drei Monaten erfolge. In Polen ist die Ernte gut.
Danzig, 21. August. Das hiesige königliche Proviantamt hat bereits von der vorgesetzten Dienstbehörde Anweisung erhalten, mit dem Ankauf von Weizen für die Brod Verpflegung der Truppen vorzugehen.
Kiel, 21. August. Der Kaiser wohnte heute Nachmittag aus der „Hohenzollern" einem Scharfschießen der Flotte bei und kam um Uhr mit der Kaiserin auf den „Meteor" zurück. Um 8 Uhr fand ein großes Diner auf der „Hohenzollern" statt. Es nahmen daran Theil General Hahnke und die Admiräle. Um 11 Uhr fuhr das Kaiserpaar unter Kanonensalut nach Berlin ab.
Wien, 22. August. Ein der „Polit. Corr." aus Belgrad zugegangener Brief bezeichnet die Meldung von einem kühlen Empfang Alexanders in Petersburg als tendenziös und dementirt die Meldung von dem Rücktritt Quitschs.
Brüffel, 21. August. Internationaler Sozia- listen-Congreß. Vormittags-Sitzung. Präsidenten sind Jeppesen und Mille, auf der Tagesordnung steht der Militarismus. Liebknecht redet über die früher mitgetheilten Resolutionen. Nieuwenhuhs nennt die Resolutionen Liebknechts platonisch, nicht offensiv- man solle sich weigern, in den Krieg zu ziehen. „Führen wir lieber einen Bürgerkrieg, als einen allgemeinen Volkskrieg." Er bringt eine Resolution ein, „die Sozialisten werden eine Kriegserklärung mit dem Appell an die Völker und Proclamirung eines Generalstrikes beantworten." Vaillant verlangt, daß sich die Versammlung über eine so wichtige Frage, wie der Militarismus, unter keinen Umständen entzweie. Liebknecht bezeichnet die ganze Rede Nieuwenhuys als eine erbärmliche Phrase. Redner weißt die Behauptung zurück, die deutschen Sozialisten seien Chauvinisten. Gegen Liebknechts schonungslose Rede protestiren die holländischen und englischen Sozialisten. Unter Tumult sucht Nieuwenhuys sich zu rechtfertigen. Der- villers (Frankreich) sagt, der deutsche Krieg von 1813 war ein Befreiungskrieg, inspirirt durch Denker und Poeten, der Krieg von 1870/71 wurde durch dynastische Interessen hervorgerufen. Die Abstimmung über den Vorschlag Nieuwenhuys ergab 14 Nationen dagegen, 3 Nationen dafür. Der Hauptvorschlag Liebknechts und Vaillants wurde schließlich von allen, außer den Niederländern angenommen.
Paris, 21. August. Im Jahre 1892 soll hier eine JnternationaleColonialausstellung stattfinden, welche in zwei Abtheilungen zerfalle: 1. Sammlung für alle Colonialproducte der Colonien Frankreichs und anderer Staaten zwecks Vergleichung der Productionsverhältnisse der verschiedenen Länder in Bezug auf ihre wirtschaftliche Bedeutung. 2. Vereinigung der Repräsentanten der eingeborenen Stämme aller Colonien zum Zwecke ethnographischer und anthropologischer Beobachtungen.
Konstantinopel, 21. August. Die Direction der Orientbahnen verlangte von der Pforte militärischen Schutz für die Linie Salonichi-Konstantinopel.
totales rrnd ^provinzielles.
Gießen, 23. August.
— Zm Kunstverein neu ausgestellte Bilder: E. Radtke, Blankenburg im H.: 1) Entfesselung des Prometheus, 2) Mädchen a. d. Quelle, 3) Ein Geheimniß, 4) Gedanken- Doll, 5) Dorskinder, 6) Der Regenstein im Winter- Paul Spangenberg, Berlin: Studienkopf- Marg. Wedel, Berlin: Am See- Helene Kühn, Hamburg: Stillleben- G. Ko elle, Berlin: Mondschein- CG. Koester, Düssel
dorf : Haidelandschast- Therese Ostermeier, München: Mädchenkopf- H. Lessing, Berlin: Strand bei Heringsdorf- Paula Benk, Berlin: Torfmoor in Ostpreußen.
— Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 15. Juli dem zweiten Stiftspfarrer Otto Klingelhöffer^zu Lich, Decanat Hungen, die erste evangelische Pfarrstelle daselbst mit dem Amtstitel „Stijtsdechant" — am 5. August dem seitherigen Hofprediger Seiner Majestät des Königs der Hellenen Waldemar Petersen die evangelische Pfarrstelle der Landpfarrei Mainz, Decanat Mainz, zu übertragen. Am 4. August wurde dem Psarrverwalter Koch zu Sprendlingen, Dec. Bingen, die katholische Psarrstelle zu Offstein, Dec. Worms, mit Wirkung vom 11. August an, an demselben Tage wurde dem Psarrverwalter Schönherr zu Sulzheim die katholische Psarrstelle zu Sprendlingen, Decanat Bingen, mit Wirkung vom 11. August an, übertragen.
— Schuldienst > Nachrichten. Am 15. Juli wurde dem Schullehrer Jacob Dörschug zu Sponsheim, Kr. Bingen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sauer-Schwabenheim, Kr. Bingen, — am 18. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Lentz aus Aulen-Diebach, Kr. Büdingen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stangenrod, Kr. Gießen, übertragen- — am 21. Juli wurde der Schulamtsaspirantin Louise Simon aus Alzey eine Lehrerinnenstelle und dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Trinkaus aus Brensbach, Kr. Dieburg, eine Lehrerstelle an der erweiterten Volksschule zu Schotten, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johannes Steinacker aus Hammen, Kr. Lauterbach, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schaafheim, Kr. Dieburg, — am 25. Juli wurde dem Schullehrer Otto Koch zu Rodheim, Kr. Gießen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Widdersheim, Kreis Büdingen, — an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Immanuel Gerstenmaier zu Burkhardsfelden, Kr. Gießen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, — an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Bernhard Steinmann zu Froschhausen, Kr. Offenbach, die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, — am 28. Juli wurden dem Schulamtsaspiranten Adam Messinger aus Worms eine Lehrerstelle, sowie den Schulamtsaspirantinnen Mathilde Dieckmann aus Eschbach, Regierungsbezirk Wiesbaden, und Gertrude Mundschau aus Ober-Olm, Kr. Mainz, Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Worms übertragen- — am 1. August wurden den provisorischen Realschulpedellen Carl Ludwig Schenck zu Groß-Umstadt, Michael Jäger zu Heppenheim a. d. B., Christian Carl Neff zu Michelstadt, Carl Frey zu Wimpfen a. B., Dietrich Schopbach zu Alsfeld, Phil. Rumpf zu Butzbach, Conrad Herold zu Friedberg, Wilhelm Henes zu Alzey, Conrad Bindewald zu Bingen und Daniel Wannemacher zu Oppenheim die betreffenden Stellen mit Wirkung vom 1. Juli an definitiv übertragen.
— Unter den Landwehrleuten 2. Aufgebots scheint vielfach die Ansicht zu herrschen, daß dieselben von dem Tag an, an welchem sie das letzte Mal dex Control-Versammlung beizuwohnen hatten, auch von den mi.iitärischen An- und Abmeldungen befreit seien. Diese Ansicht ist eine irrige, denn die Landwehr 2. Aufgebots ist bis zum 31. März desjenigen Jahres, in welchem sie das 39. Lebensjahr vollendet, gleich den übrigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes verpflichtet, jede Aufenthaltsveränderung, und innerhalb einer Stadt jede Wohnungs-Veränderung innerhalb 14 Tagen bei dem betreffenden Meldeamt oder Bezirksfeldwebel zu melden. Eine Erleichterung in den Meldungen haben die Landwehr-Mannschaften 2. Aufgebots gegenüber den übrigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes insofern, als die ersteren die Meldungen durch eine dritte Person (Frau, Kinder oder Verwandte rc.) besorgen lassen können, wohingegen die letzteren die Meldungen unter allen Umständen selbst erstatten müssen. Die bezüglichen Bestimmungen sind in jedem Militär-Paß enthalten - bei Uebertretungen würde deshalb eine Entschuldigung mit Unkenntniß der bezüglichen Vorschriften vor Strafe nicht schützen.
Ruppertenrod, 21. August. Heute tobte ein starker Sturm hier, der namhaften Schaden anrichtete. Im Felde fegte er die Kornhaufen zusammen und von den sehr voll hängenden Obstbäumen riß er das Obst in Massen ab oder knickte die schwer beladenen Aeste. Wie gesät liegt das Obst unter den Bäumen. Der Schaden bei dem Obst ist um so größer, weil das Obst zur Verwerthung noch zu grün ist.
Lauterbach, 21. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen trafen heute Morgen per Bahn hier ein, um eine Besichtigung der Infanterie-Regimenter Nr. 117 und 118 und Enthüllung der Fahnen vorzunehmen. Nachdem die Soldaten zuvor Gefechtsübungen in der Nähe von Angersbach abgehalten hatten, zogen sich dieselben in die Nähe des Bahnhofes zurück und nahmen im Felde am Osenberg Aufstellung. Um Vs 10 Uhr fuhr der Zug mit unserem geliebten Landesfürsten ein, von einer nach Tausenden zählenden Zuschauermenge stürmisch begrüßt. Se. Königl. Hoheit begaben sich mit Gefolge zu Pferd nach den Regimentern und begrüßte dieselben mit einem „Guten Morgen, Musketiere". Hieraus wurden die neuen Fahnen enthüllt. Se. Königl. Hoheit nahmen hieraus die Parade der beiden Regimenter ab und begaben sich Höchstderselbe nebst Gefolge, von einem tausendstimmigen Hurrah begrüßt, in die festlich geschmückten und reich beflaggten Mauern der Stadt und nahm im „Hotel Schüz" Absteigequartier, woselbst heute Mittag um 1 Uhr Diner stattfand, woran die höheren Offiziere und Beamten theilnahmen. Se. Königl. Hoheit werden um 5 Uhr mittelst Sonderzug nach Alsfeld zurückkehren. Möge es uns vergönnt sein, unseren geliebten Landesfürsten in unseren Mauern bald wieder begrüßen zu können. (L. A.)
Aus Hercheuhain, 19. August, wird der „D. Ztg." geschrieben: Nachdem ich an dieser Stelle in letzter Zeit öfters hoffnungsvolle und vielversprechende (auch uns zugegangene. Red. d. G. A.) Artikel über den Stand der Ernte ver
hält nisse im Vogelsberg gelesen habe, fühle ich mich, der ich mitten im Vogelsberg wohne, veranlaßt, folgendes zu. berichten: Korn ist im Vogelsberge in diesem Jahre nur zum kleinen Theile ausgekommen- das Vorhandene steht, zum großen Theil in Folge der anhaltenden feuchten Witterung, vom Unkraut überwuchert, grün auf dem Felde und bedarf mindestens 14 Tage Sonnenschein zur Reife. Von eingetretener Ernte kann nicht die Rede sein. Die Heuernte, die in den Niederungen längst vergessen, ist hier und in der Umgegend nur zur Hälfte vollendet- ein großer Theil lag vier volle Wochen im Regen, um gestern und vorgestern als ein für Fütterung unbrauchbar gewordenes, nur für Streu sich eignendes Mittel heimgebracht zu werden. Heule fällt der Regen von Neuem bei dichtestem Nebel in Strömen vom Himmel. Hafer und Gerste können, hält dieses unselige Regenwetter auch nur noch diesen Monat an, unmöglich gedeihen, ebenso versprechen Kartoffeln und Wurzelgewächse einen äußerst geringen Ertrag. Von Obsternte kann im wirklichen Vogelsberg keine Rede sein. Da nun auch in Folge der vorjährigen spärlichen Ernteerträge der überwiegend größere Theil der Vogelsberger Bevölkerung zum Ankauf des täglichen Brodes gezwungen ist, dieses aber von Tag zu Tag theurer wird (4 Psd. kosten heute 58 Pfg.), so dürste der Vogelsberg von den ihm in den Eingangs dieses erwähnten Artikels zugedachten Segnungen wenig verspüren.
-s. Lauterbach, 21. August. Bei der Anwesenheit Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs rieb die versammelte Lauterbacher Studentenschast der Ludoviciana zu Gießen auf das Wohl ihres Rector Magnificentissimus einen ur kräftigen Salamander. Se. Königl. Hoheit geruhte für diese echt studentische Ovation sofort nach deren Ueber- mittelung seinen persönlichen Dank aussprechen zu lassen.
Angersbach, 20. August. Vorige Woche machte die Gensdarmerie eine Nachtpatrouille nach Angersbach und sal) daselbst einen Stall zur ungewöhnlichen Zeit erleuchtet. Als sie sich von der Ursache dazu überzeugen wollte und den Hof überschritt, wurden plötzlich zwei Schüsse auf sie abgegeben, glücklicherweise ohne zu treffen. Der Besitzer hatte die Gensdarmen bemerkt, aber nicht erkannt und Diebe oder dergleichen vcrmuthet. Der Revolver, mit welchem scharf geschossen worden war, wurde confiscirt und die Affaire zur Anzeige gebracht.
Wallenrod, 20. August. Zwei Soldaten des 117. Infanterie-Regiments wurden vorigen Sonntag Abend in dem sonst so friedlichen Wallenrod durch Messerstiche verwundet und mußten ins Lazareth überführt werden.
Büdingen, 20. August. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Büdingen findet am Mittwoch, den 9. September, Vormittags Uhr in N i d d a (Bierbrauerei zum Gambrinus) statt. Auf der Tagesordnung stehen: Berathung und Feststellung des Voranschlags über die Einnahmen und Ausgaben der landw. Haushaltungsschule zu Lindheim, Prüfung und Genehmigung der 1890/91er Rechnung der landw. Winterschule zu Büdingen und Berathung und Feststellung des 1891/92er Voranschlags derselben - Vortrag des Landwirths W. Wagner aus Kirchheim u. Teck über Futterbau (Wagner'scher Futterbau)- Berichterstattung über die seitherige Thätigkeit der wegen Gründung einer Molkereianstalt bestellten Commission - Berichterstattung über die erfolgte Gründung eines Obstbauvereins in der Provinz Oberhessen.
Darmstadt, 20. August. Großh. Polizeiamt Darmstadt macht in einer Bekanntmachung darauf aufmerksam, daß die Erlaubniß zu öffentlichen Tanzbelustigungen bestimmungsgemäß nur alle 14 Tage ertheilt werde und daß zu diesen öffentlichen Tänzen auch diejenigen Tanzvergnügen gehörten, welche zwar von geschlossenen Gesellschaften veranstaltet, aber jedermann, wenn auch gegen Zahlung eines geringen Eintrittsgeldes, zugänglich seien. Für die Unternehmer bezw. Veranstalter öffentlicher Tanzbelustigungen empfehle es sich daher, in ihrem eigenen Jntereffe, bevor sie Vorbereitungen treffen, über die Zulässigkeit ihrer Veranstaltung sich zu vergewissern. Gleichzeitig macht das Großh. Polizeiamt zur Nachachtung bekannt, daß Erlaubnißgesuche zur Abhaltung von vorher anberaumten Tänzen, Concertcn u.s.w., mit alleiniger Ausnahme von Wald- und ausschließlichen Gartenfesten, an Sonntagen nicht mehr entgegengenommen und erledigt werden.
Neunkirchen, 20. August. Der unverheirathete Maurer Karl Stoll dahier wurde vorgestern beim Abbruch eines Hauses durch den Einsturz einer Mauer verschüttet und als Leiche unter den Trümmern hervorgezogen. Der Verunglückte war der einzige Ernährer seiner Angehörigen. Die bedauernswerthe Familie verlor erst vor kurzer Zeit innerhalb weniger Tage den Vater und zwei erwachsene Töchter.
Offenbach, 20. August. Wie die „O. Ztg" mittheilv wurden in letzter Zeit gegen verschiedene Personen Strafbefehle erlassen, weil dieselben nicht verhinderten, daß ihre Hunde zur Nachtzeit fortgesetzt bellten und dadurch die Ruhe der Anwohner, die sich darüber beschwerten, in hohem Grade störten.
Serini fchtes.
Frankfurt a. M., 21. August. Heute Vormittag erfolgte die tadellose Inbetriebsetzung der Energieübertragung von Offenbach a. M. nach der Electrotechnifchen Ausstellung mittelst des La hm ey er'sch en Gemischtstrom-Umformersystems.
* Vierhundert Kellner fuhren am Sonnabend von Köln mit einem Extrazug nach Trier aus Anlaß des dortigen Fremdenzuflusses bei Ausstellung des heiligen Rockes. Die Kellner erhalten für die sechs Wochen ihres Aufenthaltes in Trier je 80 Mk. und freie Station. Für diese Zeit der Ausstellung sind in Trier 300 neue Wirthschafsconcessionen ertheilt worden.


