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Kr. 198 Erstes Blatt. Sonntag Sen 23. August 1891
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JUqeigtt scheint täglich, wk Lu-nahme des MontagS.
$*t Gtetzener Maǧtteȧtttt<r vwrttn dem Anzeiger liLHuttlich dreimal beigelegt.
Kießener Anzeiger
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Kenerat-'Wnzeiger.
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Amts- und Anzeigeblatt ffir den Areis Gieren.
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Zugeflogen: 1 Hahn.
Gießen, den 22. August 1891.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fres enius.
politische Wochenschau.
Gießen, 22. August.
Die Frage der Suspension des deutschen Getreide- Zolles ist seit dem Erlaß des russischen Roggenausfuhrverbotes wiederum zum Gegenstände besorgter Erörterungen Äer gesammten deutschen Presse ohne Unterschied der Partei- richtung geworden. Vergleicht man die heute, gegenüber der Möglichkeit einer Zollaufhebung, herrschende Stimmung mit Len entsprechenden Aeußerungen hervorragender Parteipolitiker und -Zeitungen über die gleiche Angelegenheit im Juni dieses Jahres, so ergibt sich die Wahrnehmung, daß nunmehr bis tief in die Reihen der Zollfreunde hinein die Ueberzeugung Platz gegriffen hat, daß wenigstens einer zeitweiligen Aufhebung der Getreidezölle die Billigung nicht versagt werden rönne. Selbst Graf von Kanitz, welcher im Juni die schärfste Gegnerschaft gegen die damals im preußischen Abgeordnetenhaus zur Verhandlung stehenden Anträge der freisinnigen Partei auf Herabsetzung der Zölle bekundete, hat kürzlich in der „Bank- und Handelszeitung" die Erklärung abgegeben, daß er gerade im Interesse eines gesunden Schutzzollsystems eine Zollminderung wünsche. Die Verhältnisse auf dem Getreidemarkt haben sich in der That in wenigen Wochen ganz außerordentlich geändert. Wir haben in den letzten Tagen wiederholt Roggenpreise gehabt, wie sie seit länger -als einem Menschenalter, abgesehen von den Nothstandsjahren 1847 und 1855/56, nicht vorgekommen sind. Trotzdem glaubt die deutsche Regierung auch jetzt noch nicht die Verantwortung für eine Zollermäßigung auf sich nehmen zu können. Nach einer längeren im „Reichsanzeiger" veröffentlichten Erklärung beurtheilt sie die Sachlage überhaupt weniger pessimistisch als die Parteipreffe. In Bezug aus die bevorstehende Ernte glaubt sie zu guten Hoffnungen berechtigt zu sein. Eine ungenügende Versorgung des Landes mit Nahrungsstoffen sei nicht zu befürchten, auch die Kartoffelernte scheine wider Erwarten befriedigend aussallen zu wollen. Mit einer Zoll- Herabsetzung werde sich nicht auch der Brodpreis in gleichem Maße mindern. Ferner sei zu bedenken, daß der Kornzoll nm so leichter ertragen würde, je kleiner er im Verhältniß Zu dem Gesammtpreis sei, d. h. je höher das Getreide im 'Preise stehe. Schließlich müffe auch mit Mcksicht aus die
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Amtlicher Theil»
Gießen, den 21. August 1891.
Betr.: Ernteerträgnisse.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
arr die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.
Es ist uns von Werth, über die Höhe des wirklichen Ertrages der diesjährigen Ernte (in Maltern, 100 Kilo ausgedrückt) an Roggen, Weizen, Kartoffeln und Hülsenfrucht alsbald nach dem Schluß der Ernte für jede dieser Früchte möglichst zuverlässige, ziffermäßige Angaben zu erhalten. Sie wollen daher alsbald nach Schluß der Ernte zunächst berichten, welchen Ertrag die Roggen- und welchen Ertrag die Weizen- ernte in diesem Jahr ergeben hat.
Bezüglich der Berechnung der geernteten Mengen bemerken wir das Folgende: Es wird Ihnen nach Schluß der Ernte alsbald möglich sein, die Zahl der in Ihren Gemarkungen geernteten Fruchthaufen zu ermitteln; sollte in einzelnen Gemarkungen oder Gemarkungstheilen die Ernte sich unverhältnißmäßig verzögern, dann wäre eine möglichst genaue Schätzung des Ertrages der betreffenden Fläche möglich. Auch bezüglich des Körnerertrages von Roggen und Weizen wird eine alsbaldige Feststellung möglich sein, da, wie uns bekannt ist, mit dem Ausdrusch schon vielfach begonnen wird und hierdurch eine zuverlässige Schätzung des mittleren Ertrages eines Haufens an Körnern ermöglicht ist. Soweit zu ihren Verwaltungsbezirken selbständige Gemarkungen gehören, wollen Sie auch diese in Ihren Berichten berücksichtigen. Da die Weizenernte ihren Abschluß erst nach Äer Roggenernte finden wird, so wollen Sie zunächst die Resultate der letzteren binnen 8 Tagen allein vorlegen.
I. V.: Jost.
schwebenden Handelsvertragsverhandlungen mit verschiedenen Staaten eine Aenderung des Getreidezolltarifs als unthunlich, ja bedrohlich angesehen werden. Von sreihändlerischer Seite hat man gegen diese Ausführungen schwerwiegende Einwände erhoben, die wir im Jntereffe der Unparteilichkeit ebenfalls kurz reproduciren. Zunächst betont man hier, daß die Volksernährung nicht schon dadurch gesichert sei, daß eine eben ausreichende Menge Brodkorn vorhanden ist, sondern nur dann in befriedigender Weise sich zu vollziehen vermag, wenn zugleich die Lebensmittelpreise auch für den kleinen Mann erschwinglich sind- der Zoll aber drücke bei hohen Preisen noch mehr als bei niederen. In Frankreich sei nach Ausweis der amtlichen Notirungen der Zollnachlaß den Konsumenten voll und ganz zu gute gekommen. Der künftige Vortheil aus Handelsverträgen könne im Vergleich mit der Frage der Brodversorgung des Volkes kaum in Anschlag gebracht werden- außerdem werde gegenwärtig gar nicht mit Getreide pro- ducirenden Ländern über Zolltarife verhandelt. So weit die Gründe der Freihändler, von welchen die Regierung nach einer Aeußerung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" annimmt, daß sie über die zeitweilige Suspension der Brod- zölle hinaus eine dauernde Beseitigung derselben erreichen zu können glauben. Diese letztere Befürchtung mag in erster Linie für die negativen Entschließungen der verbündeten Regierungen maßgebend gewesen sein. An Stelle der Zollaufhebung hat man sich indessen doch zu einigen anderen, weniger wesentlichen Maßnahmen bewegen lassen, die durchweg wohlgemeint sind, aber ihr Ziel wahrscheinlich nicht ganz erreichen werden-. Hierher gehören in erster Linie die Tarif- ermäßigungen für den Getreide-Eisenbahntransport, die darum nicht ins Gewicht fallen können, weil die Getreidezusuhr zum allergrößten Theile auf dem Wasser erfolgt. Ebenso wird die eingeführte Erleichterung sür Lombardirung von Getreide an der Reichsbank nur unerheblich nützen, da das sofort lieferbare Getreide wesentlich höher im Preise steht, «als das an kommenden Terminen zu liefernde. Endlich ist auch die Durchführung der Absicht, bei der Armeeverproviantirung von dem Roggenconsum zur Weizenbroternährung überzugehen, aus die Fruchtpreise ohne sonderlichen Einfluß, indem der Roggenconsum des deutschen Heeres nur etwa 2pCt. des gesammten Roggenverbrauchs darstellt.
Im Ausland zieht augenblicklich namentlich Brüssel wegen des dort tagenden Socialistencongresses die Augen der politischen Welt einigermaßen auf sich. Ueber die bis jetzt ziemlich ergebnißlosen Verhandlungen ist an anderer Stelle dieses Blattes bereits so ausführlich berichtet, daß wir nichts weiter in der gleichen Sache bemerken mögen. — In Italien hatte der dem Papst nahestehende ^„Osservatore Romano" durch einige geharnischte Artikel gegen den Dreibund unliebsames Aufsehen erregt, zumal weil der Papst geradezu als Inspirator bezeichnet wurde. Die deutsche Centrumspresse verwahrte sich sofort gegen diese Identification des Papstes mit dem römischen Blatt und bekämpfte den angedeuteten Artikel aus das Schärfste. Tatsächlich steht denn auch der Papst nach authentischen Miltheilungen mit den Angriffen auf den Dreibund in keinerlei Zusammenhang. — Die chinesische Fremdenhetze wird vielleicht noch ein ernstes Nachspiel finden. Bei den auch von uns berührten Unruhen sind bekanntlich zahlreiche Europäer an Hab und Gut geschädigt worden. Da die chinesische Regierung sich aus eine Schadloshaltung der Betreffenden nicht einlassen will, so ist es nicht ausgeschlossen, daß die europäischen Mächte einen energischeren Druck ausüben werden.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. August. Vor einiger Zeit tauchten Gerüchte über eine angeblich zwischen Kaiser Wilhelm und dem Herzog Ernst von Coburg eingetretene Spannung auf, welche mit der Entlassung des Fürsten Bismarck Zusammenhängen sollte. Von Coburg wurden nun diese Gerüchte von halbamtlicher Seite alsbald dementirt, mit der Erklärung, es bestehe nicht die geringste Verstimmung zwischen den beiden Monarchen. Trotzdem wird in verschiedenen Blättern das thatsächliche Vorhandensein einer solchen Verstimmung fortgesetzt behauptet und läßt sich z. B. das „Berl. Tagebl." erst kürzlich wieder aus Coburg melden, daß Herzog Ernst nicht wie andere deutsche Fürstlichkeiten an den Kaisertagen in Thüringen theilnehmen, sondern denselben fern bleiben werde. Sollte dem wirklich so sein, so könnte allerdings kaum mehr bezweifelt werden, daß eine gewiffe Spannung zwischen dem Kaiser und dem Herzog von Coburg besteht.
— Gegen den deutschen Gesandten in Peking, Herrn v. Brandt, ist seitens der chinesischen Regierung
beim Berliner Auswärtigen Amte Beschwerde erhoben worden, daß er gemeinsam mit den Vertretern anderer Großmächte bei der chinesischen Regierung Vorstellungen wegen der Christenverfolgungen im Lande erhoben habe. In der chinesischen Beschwerde wurde geltend gemacht, daß deutsche Interessen bei den jüngsten Unruhen in China nicht geschädigt seien, daß Deutschland bei dem Zwischenfalle auf der deutschen katholischen Mission in Schantung mit China für sich allein verhandeln könne und daß Deutschland endlich zum allergeringsten Theile an den Missionen in China interessirt sei. Eine anscheinend osficiöse Mittheilung in der „Nord. Allg. Ztg." weist nun die Haltlosigkeit dieses Standpunktes der chinesischen Regierung nach. Zunächst wird betont, daß der besonders am Dangtse ° Kiang stark engagirte deutsche Handel durch die in diesen Gegenden stattgefundenen fremdenfeindlichen Unruhen allerdings eine ernste Schädigung erlitten habe. Dann erinnert die Zuschrift in der „N. A. Z." daran, daß der Zwischenfall auf der Mission in Schantung schon seit Jahresfrist Verhandlungen zwischen der deutschen und der chinesischen Regierung veranlaßt habe, von letzterer bis jetzt nur allgemeine Versprechungen bezüglich der Entschädigung u. s. w. zu erlangen gewesen. Ja, die Pekinger Centralregierung habe denjenigen Provinzialbeamten, dem die Hauptschuld an der Schädigung der deutschen Mission in Schantung zugeschrieben werden müsse, neuerdings sogar noch besonders ausgezeichnet. Endlich erklärt die erwähnte Zeitschrift noch, daß Deutschland auf das Wohlergehen und Gedeihen seiner katholischen Mission in Schantung großen Werth lege. — Sollte die chinesische Regierung trotz dieser Erklärungen von deutscher Seite fortfahren, Deutschland vor den Kopf zu stoßen, so würde China die Folgen eines solchen Verhaltens vermutlich bald spüren.
Neueste 21<td>ricbien.
WnlffS telegraphisches Torrespondmz-Bureau.
Kiel, 21. August. Das Kaiser paar kehrte um 6 Uhr auf der „Hohenzollern" zurück. Um 7 Uhr sand ein Diner für die Admirale und Commandanten an Bord der Kaiseryacht statt. Die Abreise des Kaisers und der Kaiserin nach Berlin erfolgte um 11 Uhr. — Die Manöverflotte ging Morgens zur Hebung in See und kehrte um 5 Uhr Nachmittags zurück.
Straßburg, 21. August. Nach der amtlichen „Straßburger Correspondenz" ist das elsässische Ernteergeb- niß der Körnerfrüchte sichtlich über Erwarten befriedigend. Die Roggenernte ist beendet, Weizen und Gerste nahezu. Nach übereinstimmenden Berichten ist der Ausdrusch der Winterfrucht derart günstig, daß der durch Winterfrost verursachte Schaden fast ausgeglichen wird. Die noch ausstehenden Berichte aus Lothringen sind vermuthlich nicht ganz so günstig.
Paris, 21. August. Aus ständige Erdarbeiter griffen im Bois de Boulogne Arbeiter, welche sich nicht an dem Ausstande betheiligten, mit Steinen und Stöcken an und verletzten mehrere schwer. Die Polizei mußte einen harten Kampf mit den Ausständigen bestehen, ehe es gelang, dieselben zu zerstreuen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.
Paris, 21. August. Amtliche Meldungen aus Martinique geben die Zahl der bei dem Orkan vom 18. August Getödteten auf 218 an. Ein großer Theil der Bevölkerung ist obdachlos und ohne Lebensmittel. Die Verbindungen im Innern sind vielfach gestört. Man glaubt, die Zahl der Getödteten werde sich noch erhöhen.
Rom, 21. August. Rudini ist nach Piemont abgereist, um mit dem König der Enthüllung des Denkmals Carl Emanuels und der Revue der Alpentruppen bei Mondovi am Sonntag beizuwohnen.
Kopenhagen, 21. August. Der Kriegsminister beorderte die Militärbäckereien, versuchsweise große Weizenbrode zu backen. Es wird beabsichtigt, für den Fall, daß das Ergebniß ein günstiges sein sollte, so lange die Roggenpreise höher als die Weizenpreise stehen, Weizenbrode zur Verpflegung der Armee zu verwenden.
Portsmouth, 21. August. Dem Admiral Gervais und den Offizieren der französischen Flotte wurde gestern nach der Vorstellung von der Königin ein Frühstück dargeboten. Die Prinzessin Beatrice umfuhr bei Regenwetter die Flotte, wurde erkannt und begrüßt.
Petersburg, 21. August. Der verabschiedete Marineoffizier Schmid wurde wegen geheimer Correspondenz mit dem Auslande und anderer Vergehen zur Verschickung nach Sibirien verurtheilt.


