Ausgabe 
23.7.1891
 
Einzelbild herunterladen

lanbateTet *" -I ?Ä X^N Monate» uVln erhebt Unb io tettb es f"Tabaks- otn ^orm von ln der Sovuner- ber Fall mit dem mUr U1jb erzeugt Nervensystem ab« unne Scheibe ober town die Lippen ?t die erschlafften 11 ble Nerven. Ein ler der Stiel vom 1' la, jeder Gras­te Wirkung, das odann empffehlt sich ln9 in Marsch und Iter mutz man raffen, zu bewahren. Ein schleistung pochen zu man den Marsch in er ihn bei Nacht zn zu beginnen.

hinter uns und die werden wieder bnahme zwar nur Monats beläuft sie Dämmerung, welche affen, hält noch bis es aber um Mitter- Juli tritt die Sonne ginnen diehunds- vom 23. Juli bis

schen Kriegsministerö xinttitt in das Heer scommando die Aus- . Wirb ihm beweibe x seine Ehesrau noch Unterstützung seitens jod toä^renb feiner \t Verheirathung ge- unverheirathet be-

itt Frank- chr allgemein bekannt ischen Ausstellung, in sachverständige sräume getroffen hat. -m t-chmschm Bmm ,on jungen Technikern, wiffmschnftlichen mb Aichen Bereinen, so- ,n welche die 8b- »elllings-bjecte lyste- «enC°rp°-°N°"°Ni (len, werden eN , Ä--; 'S* 55 unb . gg,hr- ; e" bd

rwitteinng 6(9

,..,rL°r- thjchni'^z Z llhr,

Od-n f7er.'l- -> -rn-'"" M »7 it nn» ~ Mnd b(t chete. 7 r,chied-"" letz'-» "welch- hiefig-"

den »ntet l(cl( actt«*le, dtil 'S Ä

bi-s'S'n

n - ' Über uff"

4».'1

VN einem Messerangriff auf Schutzleute betheiligt waren, ver­haftet wurden. Die geschloffen transportirten Verhafteten wurden auf dem Wege vom Schiffe bis zu dem Untersuch- ungsgefängniß von einer großen, sich ständig mehrenden Volks­menge begleitet, die nur durch die Sicherheitsorgane ab­gehalten werden konnte, an den Mefferhelden Volksjustiz zu üben.

Offenbach. 20. Juli. Gestern Nachmittag sand hier eine öandesconferenz der Sozialdemokraten Hessens statt, zu welcher die 9 Reichstagswahlkreise aus 42 Ort­schaften 63 Delegierte entsendet hatten. Beschlossen wurde, den dieses Jahr in Brüssel tagenden internationalen Arbeiter- Cougreß durch einen Delegierten zu beschicken- hierzu ward Ulrich-Offenbach gewählt. Ferner ward der Beschluß ge­faßt, die DarmstädterVolksstimme", die gegenwärtig in Mannheim gedruckt wird, in Mainz Herstellen zu lassen, da­mit in dem Blatte die hessischen Jntereffen bessere Berück­sichtigung finden könnten.

Vermischtes.

* Marburg, 21. Juli. Die Professoren der Univer­sitäten Marburg, Gießen und Göttingen hatten in Göttingen dieser Tage ein geselliges Zusammensein, zu welchem etwa 40 Theilnehmer erschienen. Am Samstag war im Theater ein Theil der Plätze für dieselben reservirt, später fand eine Vereinigung in der Union statt. Am Sonntag wurde im Stadtpark ein gemeinschaftliches Mahl mit 120 Gedecken ver­anstaltet. ,

* Cronenberg, 18. Juli. Eine Mutter, die ihr fünf­jähriges Kind, das ins Wasser gefallen war, retten wollte, büßte hierbei selbst ihr Leben ein und konnte blos noch als Leiche aus dem Teiche gezogen werden. Das Kind wurde gerettet.

* Hanau, 19. Juli. Eine schwere Blutthat versetzte heute Nacht unsere Stadt in Aufregung. Der 22jährige Goldarbeirer Zinn versetzte seinem 18jährigen Collegen Frosch­hauer, mit welchem er schon seit einiger Zeit in Feindschaft lebte, in der Judengasse meuchlings einen Messerstich in die Seite, welcher den sofortigen Tod des jungen Menschen herbeiführte. Die verwittwete Mutter des Ermordeten, deren Einziger Ernährer er war, fand ihr einziges Kind entseelt an der Treppe eines Metzgerladens. Der Thäter fiüchtete, kehrte aber bald wieder zurück und mischte sich, die Rolle eines Unschuldigen spielend, unter die herbeigeströmte Menschen­menge, wo er alsbald ergriffen und in sicheren Gewahrsam verbracht wurde.

* Frankfurt a. M., 20. Juli. Seit einigen Wochen hat sich hier derErste Frankfurter Schwimmelub" ge­bildet, dem bei der bekannten Sportfreudigkeit der Frankfurter Jugend und bei der Rührigkeit des Clubvorstandes ein günstiges Prognostieon gestellt werden darf, zumal wenn erst das Wimer-Schwimmbad in unserer Stadt entstehen und dem Vereine erlauben wird, auch im Winter seinen Zwecken nach­zugehen. Gestern trat derErste Frankfurter Schwimmclub" mit einem Wettschwimmen in der festlich hergerichteten Ochsen- schen Schwimmanstalt am Eisernen Steg erstmals vor die Oeffentlichkeit. Mit gutem Erfolge. Die einzelnen Nummern des Wettschwimmens gestalteten sich bei gutem Wetter und Concert recht lebhaft, besonders das Hauptschwimmen über 240 Meter stromaufwärts und stromabwärts, das Schwimmen in Kleidern, wozu die Concurrenten gestiefelt und gespornt, sogar mit einer coketten Blume im Knopstoch antraten, und das Schwimmen mit Hindernissen, bei dem sechs hölzerne Barrieren, etwa einen halben Meterüber dem Meeres­spiegel", überklettert werden mußten. Aus der Zahl der Sieger, die sehr hübsche Preise davontrugen, sei genannt Herr Fritz Stoltze, der die drei oben hervorgehobenen Rennen gewann.

* In denVergniigungs".Sonderzngeu scheint das Publikum ein Haar gefunden zu haben. Ein staat­licher Sonderzug zum Heinrichsfeste in Bamberg fand in Nürnberg ganze 4 Theilnehmer und ein Privatsonderzug von Nürnberg nach München konnte mangels Betheiligung über­haupt nicht gehen.

* Die Zahl der Europa besuchenden Amerikaner beträgt demConfectionär" zufolge durchschnittlich immer noch wöchentlich über 2 000, in der letzten Woche sind sogar über England, Bremen, Hamburg und Havre 2700 Cajüts- passagiere erster Klasse in Europa gelandet. Der Schnell­dampferFürst Bismarck" führte allein 428 erste Cajüts- paffagiere mit sich. Während in den Vorwochen uns haupt­sächlich Amerikaner aus Geschäftsrücksichten besuchten, sind es jetzt hauptsächlich Vergnügungsreisende, die uns aufsuchen. Die größte, bisher von Amerika nach Europa expedirte Post ging am vorigen Samstag von New-Aork ab, 750,000 Briefe wurden auf sieben verschiedenen Linien versandt.

H. Breslau, 20. Juli. Am 15. d. M. find, wie aus Hirschberg gemeldet wird, unter dem Commando einiger Offiziere 80 Jäger und Oberjäger des dortigen Bataillons nach Rabishau abmarschirt, um auf den Gräflich Schaff- gottschen Gütern bei der Verfolgung und Festnahme von Wilderern theilzunehmen. Aus den Gräflichen Besitzungen, deren Wildstand ein ausgezeichneter ist, treibt feit einer Reihe von Jahren eine Wildererbande ihr Unwesen, ohne daß es bis jetzt möglich gewesen wäre, ihrer Herr zu werden. Nachdem nun in den letzten Wochen zwei Revi erjag er in Ausübung ihres Berufs den Wilderern zum Opfer gefallen find, hat man das oben erwähnte Commando abgeschickt, um in den Vorbergen und auf dem Kamm des Jsergebirges die Walder nach dem Mörder oder den Mördern zu durchsuchen. Zum besseren Schutze ihrer Beamten plant die Gräfliche Verwaltung aus ehemaligen Corpsjägern ge­bildete Waldpatrouillen von je drei Mann, die mit Schnell- seuergewehren zu 15 Schuß ausgerüstet sind, einzuführen. Es ist auch hohe Zeit, energische Maßregeln zu ergreifen, denn die ganze dortige Gegend befindet sich in beängstigender Aufregung.

1

2

1

5

1 1

1

(1)

(1)

vom

2.-lb.Jahr:

Nniversitäts - Nachrichten.

Es wird berichtet, daß der Professor der Theologie Dr. Th. Zahn in Leipzig den Lehrstuhl des verstorbenen Prosessorvr.GloZl in Erlangen übernimmt. Zahn hatte schon früher denselben Lehr­stuhl inne.

Um den Klagen über den verspäteten Anfang und vorzeitigen Schluß der Vorlesungen an den preußischen Universitäten abzu­helfen, andererseits aber auch eine angemessene Zeit für den Anfang und Schluß derselben fteizulassen, hat der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten bestimmt, daß die Vor­lesungen in jedem Semester innerhalb der erstm sieben Tage zu beginnen und innerhalb der letzten sieben Tage zu schließen sind. Diese Bestimmung tritt mit Beginn des nächsten Winterhalbjahrs in Kraft.

Citeratur uttfc Annst.

Das Buch von der gesunden «nd practtschen Woh­nung.Das Bad im Hause",Das Bett und das Schlafzimmer", Die Heizung" lauten die Titel der drei Hefte, welche als Fortsetzung des Buches von der gesunden und practischen Wohnung im Verlage von Ernst Keils Nachfolger in Leipzig erschienen sind. Der Ver­fasser E. Falkenhorst bespricht in denselben nicht allein die Bade- einrichtungen im Hause, die verschiedenen Bettstellen und Oefen, sondern gibt auch treffliche Winke für die Pflege der Gesundheit im Hause. In dem fünften Hefte bietet er dem Leser einen abgerundeten Abschnitt über die Pflege der Haut, die noch so oft gänzlich ver­nachlässigt wird. Die Winke über die Einrichtung eines guten Schlafzimmers und die Ausstattung eines guten Bettes sind sehr beachtenswerth, während das Eapttel über die Diätetik des Schlafes in unserem nervösen Zeitalter sehr vielen Lesern wirklichen Nutzen bringen dürfte. Das weite Gebiet der häuslichen Heizungsfrage ist geschickt in den kurzen Rahmen eines Heftes eingefügt und kann der betreffende Abschnitt der Hausfrau sicher als orientirender Rathgeber bei der Wahl des Ofens und der Bedienung desselben dienen.

H. Breslau, 20. Juli. In Münsterberg in Oberschlesien | i hatte ein Chemiker an einer zwanzigjährigen Arbeiterin I 1 Hypnotisirungsversuche gemacht, die auch allege- I langen". An manchen Tagen hatte er seine Versuche sogar viermal wiederholt. Diesen Unfug trieb er so lange, bis das Mädchen krank wurde und in Tobsucht verfiel, in welchem Zustande es sich das Fleisch von den Fingern riß, so daß I diese verkrüppelt wurden. Der Hypnotiseur wurde deshalb I wegen fahrlässiger Körperverletzung in eine Geldstrafe von I 450 Mk. verurtheilt, legte aber Berufung ein. Da jedoch I nach dem eingeholten Gutachten des Breslauer medicinischen I Collegiums die Krankheit der Arbeiterin unzweifelhaft auf die I durch das Hypnotisiren hervorgerufene hochgradige Nerven- I erregung zurückzuführen ist, so wurde die Berufung verworfen I und das erste Urtheil bestätigt. Wir theilen den Fall zur I Warnung mit und sprechen die Hoffnung aus, daß dem Unfug | des als Sport betriebenen Hypnotisirens, das mehr als I wie man allgemein annimmt, geschieht, kräftig gesteuert werden I möge.

* Leipzig, 18. Juli. Die dauernde Gewerbeaus- I ftellung wird bereits zum zweiten Male vergrößert und I zwar hat der Rath der Stadt Leipzig in Anbetracht I der günstigen Weiterentwickelung der Ausstellung es wurde I in den ersten 3j/2 Monaten des zweiten Betriebsjahres be- I reits der gleiche Umsatz wie im ganzen ersten Jahre er- I zielt die frühere, in der Nähe der vier Hauptbahnhöfe I an lebhafter Promenade gelegene, sehr geräumige Landfleischer- I halle für die Zwecke der dauernden Gewerbe-Ausstellung zur I Verfügung gestellt. Die Gewerbe^Ausstellung umfaßt alle I Erzeugnisse, vorwiegend Maschinen für die verschiedenen Ge- I werbe. Besonders günstig für die Aussteller ist der Umstand, I daß nunmehr bei der schon im September erfolgenden Be- I Nutzung der Räume die Platzmiethe um mehr als die I Hälfte herabgesetzt wird, eine Thatsache, welche zu! zahlreicher Betheiligimg seitens der Aussteller Veranlassung I giebt.

* Paris, 20. Juli. Aus dem Quai d'Orsay sanden j gestern früh die Schutzleute zwei schlafende Knaben I und brachten dieselben auf die Wache. Sie vermochten die I an sie gestellten Fragen nicht zu beantworten, da sie französisch I nicht verstanden. Als ein Schutzmann, der aus dem Elsasse [ stammt, mit ihnen deutsch zu sprechen anfing, erzählten sie, I sie seien von Metz zu Fuß hierhergekommen, um sich das I Nationalfest anzusehen. Sie waren sechs Tage gewandert, I bisweilen ließ ein Fuhrmann sie mitfahren. Sie übernachte­ten in Scheunen und lebten von Almosen. Natürlich fielen I ihnen bei der Ankunft in Paris Kleider und Schuhe förmlich I vom Leibe. Diese beiden Knaben sind 14 bezw. 13^/z Jahre alt. Man stillte zuerst ihren Heißhunger und schickte sie dann in's Depot, von wo sie als Landstreicher in die Heimath zu­rückgeschoben werden.

* St. Petersburg, 17. Juli. Lieutenant Bachmutoff, der glücklich das ganze russische Reich von Wladiwostok aus bis St. Petersburg in 12 Monaten zu Fuß durch­querte, hat auf dieser Reise praktische Versuche betreffs der zum Marschiren geeignetsten und gesundesten Fußbekleidung angestellt und ist nach dem Verbrauch von 37 Paar der verschiedenartigsten Stiefel, Schuhe und Opanken zu einem Ergebniß gekommen, welches er jetzt dem Kriegsminister und russischen Generalstab unterbreitete. Lieutenant Bachmutoff erklärt die sibirischen Stiefel,Schegi" genannt (sie haben weiche, mit den Rändern nach oben umgebogene Sohlen), nachdem er an ihnen eine kleine Veränderung vorgenommen, | für die allerbesten Jnsanterie-Marschstiesel. Wie es heißt, arbeitete Lieutenant Bachmutoff auch Vorschläge über eine neue praktische Infanterie-Uniform aus und stellte dieselben gleichfalls höheren Orts vor.

* Wie berichtet wird, ereignete sich kürzlich in Stock­holm ein eigentümlicher Zwischenfall. Von der dort con- certirenben Capelle des preußischen Infanterie-Regiments Nr. 128 (Danzig) verlangte gelegentlich der Anwesenheit der französische^ Flotte ein Theil des Publikums das Spielen der Marseillaise. Der Dirigent verweigerte das, worauf die Hauseapelle des betreffenden Etablissements das geforderte Musikstück executirte. Bei der Fortsetzung des Coneerts der preußischen Militäreapelle bekundete die Mehrheit des Publi­kums durch lebhaften Applaus ihr Mißfallen über den voran­gegangenen Zwischenfall.

* Aepsel und Birnen mit Monogramms, Bildern, Aufschriften, Zeichnungen und dergl., welche das Sonnenlicht darauf hervorgebracht hat, werden vermuthlich schon in diesem Herbst in Berlin auf dem Markt erscheinen. Der naheliegende Gedanke nämlich, die farbenbildende Wir­kung der Sonnenstrahlen für diesen Zweck praktisch zu be­nutzen, kommt zuerst in diesem Sommer zur Ausführung bei den Obstzüchtern und zwar in folgender Weife: Man be­festigt durch einen Klebestoff oder durch Gummiringe an der Sonnenseite der Früchte Schablonen aus dünnem Blech oder Papier mit den gewünschten Bildern. Der unter denselben befindliche Theil der Frucht bleibt denn in Folge der Be­schattung heller, während alles Uebrige, also auch der Name, in den normalen dunkleren Farbentönen der Frucht erscheint. Besonders geeignet für diesen Zweck sind solche Sorten von Aepfeln, Birnen oder Pfirsichen, welche von Natur eine leb­hafte rothe Farbe besitzen. Die Manipulation ist 48 Wochen vor der Reifezeit der Früchte, also jetzt, vorzunehmen. Wer einen Garten mit Obstbäumen sein eigen nennt, kann daher noch sehr gut jetzt diesen kleinen Scherz machen, an welchem er später Freude haben wird.

* Neue Dameusrisur. Aus Paris wird gemeldet, daß die Damen jetzt alles falsche Haar enbgiltig verworfen, auf alle Haarthürme verzichtet haben. Griechisches Haar herrscht allgemein- es ist hübsch, einfach, gibt bem Kopfe ein gewisses künstlerisches Gepräge. Bemerkenswerth ist auch bie Ver- minberung bes Schmuckes. Ohrringe unb garOhrbommeln" werben nicht mehr getragen. Die Damen begnügen sich mit einer kleinen Perle, welche mittelst eines angestaubten Knöpfchens im Ohrläppchen gehalten wird. Das Armbanb

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

28. Woche. Vom 12. Juli bis 18. Juli 1891. Einwohnerzahl: 20611 (IncL 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 25,240/«, bezw. 20,19 nach Ausschl.der Ortsfremden.

Kinder

Temperatur der Lahn und Lust gemeffen am 22 Juli. Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17, Lust 19 Grad Reaumur.

L. Ehr. Rübsamen Wwe.

Eingesandt.

Gießen, 22. Juli 1891.

Am letztvergangenen Sonntag feierte der hiesige Bicycle-Elub sein diesjähriges Stiftungsfest, zu welchem Sportgenossen von nah und fern erschienen waren und welches in gewohnter Weise einen schönen und würdigen Verlauf nahm. Leider sollte die Freude der Fahrer durch einen Act getrübt werden, der in seiner Art bis jetzt wohl einzig dasteht. Nachdem die Radfahrer am Nachmittag den Forstgarten und Schiffenberg besucht hatten, traten sie mit Anbruch der Dunkelheit die Rückkehr nach der Stadt in einer Lampions- Corsofahrt mit polizeilicher Erlaubniß an. Als der Zug die Markt­straße passirte, fühlte sich ein Herr, welcher z. Zt. hier als Vice- Feldwebel der Reserve eine Uebung macht, gemüssigt, dem Radfahrer, welcher den Zug ansührte, seinen Säbel ohne alle Veranlassung in das Rad zu stecken. Der Fahrer stürzte sofort vom Rade, glücklicher­weise ohne erhebliche Verletzungen davonzutragen, dagegen nahm das Fahrrad Schaden. Es ist lediglich der Geistesgegenwart der nach­folgenden Radfahrer zuzuschreiben, daß der Fall des Rades nicht noch weitere Unfälle im Gefolge hatte, die in der Dunkelheit und bei dem harten Straßenpflaster recht folgenschwere hätten werden können.

G. Eine recht befremdliche und, wie uns scheinen will, nicht besonders practische Einrichtung bemerkten wir dieser Tage auf der Post; wir wissen nicht, ob dieselbe allgemein auf den kaiserlichen Postämtern eingeführt worden ist, oder nur am hiesigen Ort. Das direct über dem Schalter befindliche durchsichtige Fenster von gewöhnlichem Glas ist nämlich durch ein gewelltes, kaum durchsichtiges ersetzt worden. Nun ist es schon für Denjenigen, der nur ein kleines Kaufgeschäft vollziehen, sich etwa nur eine Marke oder eine Postkarte erstehen will, entschieden lästig und hemmend, von dem verkaufenden Beamten weiter nichts als die Hände zu sehen; hat man aber, wie das so oft vorkommt, sich von dem am Schalter Dienst thuenden Beamten noch eine besondere Auskunft zu erbittm, oder bei größeren Geschäften, Geldeinzahlungen, Erledigung von ein­geschriebenen Briefen rc. etwas mehr Worte mit ihm zu wechseln, als beim einfachen Kauf einiger Postwerthzeichen, so steigert sich jene Unbequemlichkeit erheblich- selbst wenn man seine Geschäfte stumm, unter bloßem Hinreichen Der Postanweisungskarte erledigen kann, ist es nämlich höchst peinlich, nur die Hände des Beamten zu sehen; es ist doch nicht nur eine Gewohnheit, sondern man hat seinen guten Grund, wenn man freien Verkehr von Auge zu Auge verlangt; dieser trägt zum schnellen Verfiändniß der Wünsche und zu rascher Erledigung derselben ungemein bei. Endlich ist der geduldige und human denkende Schalterbesucher allein mit seinem Auge in der Lage, zu erkennen, ob eine nothwendtge Arbeit, z. B. eine Rechnung den Postbeamten im Augenblicke mit Recht veranlaßt, den Kunden vor dem Schalter etwas warten zu lassen. Bei der neuen Einricht­ung fällt diese Möglichkeit fort; sie wird daher, befürchten wir, viel Veranlassung zur Ungeduld Seitens des zu Bedienenden, zum Aerger Seitens des Beamten führen. Wir möchten daher entweder um Auf­klärung über die tieferen, uns unbekannten Zwecke der Aenderung bitten, oder ihre Wiederabschaffung auf diesem Wege in Anregung bringen.

Rachenbräune Lungenschwindsucht Acute mtzündliche Er­krankungen der Ath- mungs-Organe

Gebirn-Apoplexie !

Andere bekannte Krankheiten_______

Es starben cm: Zusammen: Erwachsene: im

1. Lebensjahr:

Summa: 10 (2) 6 (1) 2 (1) 2

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von Auswärts nach Gietzm gebrachte Kranke kommen.

1

2 (1)

2 2 (1)

ist kleiner geworden, besteht nur aus einem Reifen, wenn es noch getragen wird.

* Eine Dame hatte ihrer Nachbarin etwas Wichtiges zu entdecken, bat sie, es aber ja nicht weiter zu sagen. Seien Sie unbesorgt", versetzte diese,ich werde schweigen, wie Sie."

* Der Ritter Tayler fragte Frote um Rath, welchen Sinnspruch er auf seine Kutsche setzen sollte.Was haben Sie für ein Wappen?"Drei Enten."Nun, fa setzen Sie darunter: Quack, quack, quack!"