besriedigend. Der allmälige Ausgleich der örtlichen Störung hält an und es steht zu hoffen, daß der König bei fortgesetzter Ruhe und günstiger Witterung sich im Lause des Sommers ganz erholt.
München, 21. Juli. Der Prinzregent überreichte dem württembergischen Ministerpräsidenten Mittnacht persönlich den Hubertusorden, den er ihm verliehen hat. Sodann zog Prinzregent Luitpold den Minister zur Mittagstafel.
Straßburg, 21. Juli. Die Weihe des Bischofs Fritzen und des Weihbischofs Marbach sand heute im Münster im Beisein der Bischöfe von Trier, Metz und Münster und zahlreicher Geistlicher statt. Auch der Statthalter mit Gefolge, der Staatssecretär Puttkamer und die Unterstaats- secretäre Schraut und Köller, sowie die Spitzen der Militär- und Civilbehörden, der Bürgermeister und die Gemeinderäthe wohnten der Feier bei.
Bremen, 21. Juli. Heute Nachmittag fand auf der Werst der Actiengesellschaft „Weser" der feierliche Stapellauf des Panzerfahrzeuges „Q" unter zahlreicher Betheiligung bei schönstem Wetter statt. Der Ches der Nordseestation hielt folgende Taufrede: „Ein Erzeugniß deutscher Schiffsbaukunst, deutschen Gewerbefleißes, hergestellt aus deutschem Stahl, — so steht dieses Schiff in Bereitschaft, vom Stapel gelassen und seinem Element überantwortet zu werden. Gleich seinen Schwesterschiffen „Siegfried" und „Beowuls" soll dieser Zuwachs vaterländischer Wehrkraft zur See einen hohen Heldennamen tragen aus der Welt der nordischen Sagen und Gesänge. Kaiser Wilhelm II. weilt zur Zeit aus dem Schauplatz jener Heldensagen und er hat mir anzubesehlen geruht, dieses Schiff zu taufen auf den Namen „Frithjos". Nun gleite hin, stolzes Schiff, in dein Element! Sei deinen Feinden Trutz, deinen Freunden Schutz, wie die Sage es von deinem hohen Ahn vermeldet. Des Himmels Segen aber geleite Dich überall und allezeit, fahre mit Gott, „Frithjos"!
Bremen, 21. Juli. Der Minister v. Heyden und^der Oberpräsident v. Bennigsen trafen gestern Abend ein und begaben sich heute Vormittag nach Ottersberg zur Besichtigung der Mastversuchsstarion. Mittags erfolgt ihre Rückkehr nach Bremen, Abends die Weiterreise nach Wilhelmshaven.
Ischl, 21. Juli. (D. B. H.). Während eines heutigen Spazierganges des Kaisers versuchte ein slovakischer Bauer an den Kaiser heranzukommen. Detectiv Gausinger, welcher die Ausgabe hatte, jede Belästigung des Kaisers abzuwehren, suchte die Annäherung zu verhindern. Der Bauer wurde renitent und rang mit dem Detectiv, welcher in eine solche Aufregung gerieth, daß er in Folge eines Schlagfluffes tobt zusammenstürzte. Der Bauer wurde verhaftet. Es wurde bei ihm ein Gesuch vorgefunden, um 16 ungültige 50-Gulden- Noten auszutauschen.
Paris, 21. Juli. Eine der chilenischen Gesandtschaft zugegangene Meldung besagt, daß zwei von Cornelio Saavedra befehligte Schwadronen der chilenischen Congressisten- partei bei Huasco von dem Befehlshaber der auf Seiten der Regierung stehenden Cavallerie vollständig geschlagen worden seien. Saavedra befinde sich auf der Flucht, 150 Mann seien gefallen, 70 gefangen und eine große Menge Waffen erbeutet worden.
Cetinje, 21. Juli. Die Regierung von Montenegro stellt die Schifffahrt auf dem Skutarisee ein und ist entschlossen, von der Pforte wegen der Beschießung des Schiffes Schadloshaltung zu verlangen.
Petersburg, 21. Juli. Der Großfürst Thron- solger wird erst Anfangs August hier eintreffen. Der Kaiser und die Kaiserin reisen demselben bis Moskau entgegen, verbleiben dort einen Tag und kehren dann mit dem Thronfolger nach Gatschina zurück. Der Kaiser geht im August zum ersten Male zu den Manövern der finländischen Truppen nach Finland.
Kragujevac, 21. Juli. Im Militärarsenale ist wegen rückständiger Löhnung ein allgemeiner Ar beiter st rike entstanden. Die Stadt ist erregt.
Tromsoe, 21. Juli. Die „Hohenzo llern" und „Prinzeß Wilhelm" setzten ihre Fahrt von Bodoe fort, nachdem der Cabinetscourier am 20. Juli, früh 6 Uhr, ein-
müthlichen zu gestalten und so wechselten Liedervorträge und Tanz einander ab.
— Lebensmittel-Preise Ende Juni 1891. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik kosteten:
Ochsenfleisch per Pfund
Rindfleisch per Pfund
Kalbfleisch per Pfund
Schweines!, per Pfund
!Hammelfleisch । per Pfund
Gemischtes Brod
Roggen- Brod
Butter per Pfund
Milch 1 Liter
Eier
1 Stück II
Städte mit Octroi Darmstadt
76
70
70
66
66
15,5
13,5
99-109
17
6
Mainz
72
60
70
70
65
16
14
94-103
19
5-6
Offenbach
70
52
70
70
70
16
14
112-121
21
5-8
Worms
76
70
72
68
75
14
13
98-106
14
5-7
Gießen
74
64
56
60
70
16,5
14,5
81-94
17
5-6
Städte ohne Octrot
Bingen
75
70
60
70
70
14,5
14
89-108
19
6-7
Bensheim
66
60
60
60
60
15
12,5
80-90
17
5-6
Alzey
65
60
70
70
70
16
13,5
88-101
17
6-7
Friedberg
68
60
60
60
60
15,5
15
100-110
16
6
Alsfeld
65
59
58
54
—
16
13
95—100
14
4-5
Lauterbach
64
64
56
60
56
17
13
100
14
5
— Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der G r o ß- h erzog haben Allergnädigst geruht, den Calculator bei der Hauptstaatskasse, Wilhelm Sieger, zum Buchhalter bei dieser Kaffe, den Kreisbauausseher - Aspiranten Kaspar Schwarz aus Trohe zum Satinenbauausseher bei der Badedirection Bad Nauheim zu ernennen. — Am 10. Juli wurde der Gehilfe bei dem Steuer - Commissariate Gießen, Hermann H ö p f n e r, zum Steuercommissariats-Gehilfen bei dem Steuer- Commissariate daselbst ernannt.
— Erledigte Stellen für Milit'äranw'ärter im Bezirke des 11. Armeecorps. Frankfurt a. M., Ostbahnhof, Hess. Lud- wigsbahn in Mainz, ein prov. Kohlenmagazinsaufseher und ein prov. Rangirmeister, bei definitiver Anstellung auf dreimonatliche Kündigung, ersterer 950 Mk., letzterer 900 Mk. Jahresgehalt. Daselbst, Postamt 9, zwei Postschaffner, zunächst auf vierwöchige Dienstkündigung, je 900 Mk. und 240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Meudt, Postagentur, Landbriefträger, zunächst auf vierwöchige Dienstkündigung/ 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Specialdirection der Hess. Ludwigsbahn in Mainz, Bahnwärter, Strecke Frank- surt(Main)-Limburg, auf monatliche Kündigung, Gehalt jährlich 600 Mk. und cci. 30 Mk. für Nachtdienstvergütung; die Frau des Wärters hat die Barrieren des Uebergangs Nr. 30 zu bedienen und erhält hierfür eine tägliche Vergütung von 45 Pfg. Orb, Magistrat, Polizeidiener, 750 Mk., einschl. Uniform. Rüdesheim, Postamt, Postschaffner, zunächst auf vierwöchige Dienstkündigung, 900 Mk. Gehalt und 108 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Saalfeld, oder an einem anderen Orte, Amtsgericht, Copist, aus Kündigung, 900 Mk. jährlich. Eisenbahnbetriebsamt (Directionsbezirk Elberfeld) zu Cassel, vier Aspiranten für den Bahnbewachungs- und Weichenstellerdienst, nach bestandener Probezeit und Prüfung aus monatliche Kündigung, bei der Anstellung als etatsmäßiger Bahnwärter je 700 Mk. Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß (60—180 Mk. jährlich), bezw. Dienstwohnung. Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. Gießen, Großh. Direction der Oberhess. Eisenbahnen, Bremser beim Fahrpersonal, nach bestandener Prüfung und Probezeit widerruflich , 880 Mk. Gehalt, Fahrgebühren gemäß Reglement. Mainz, Landgericht, Canzleigehilfe, auf monatliche Kündigung, 600 Mk.
* — Hebet den Umfang des Kartoffelbaues in Deutschland
bringt die Hannov. land- und forstw. Zeitung folgenden Bericht: Angesichts der augenblicklichen Kartoffelknappheit dürsten die folgenden statistischen Angaben über den gegenwärtigen Stand des Kartoffelbaues und -Handels besonders in Deutschland von Interesse sein. Deutschland steht unter allen kartoffelbauenden Ländern bei Weitem voran, selbst Rußland und Polen gegenüber. Es hatte im Jahre 1889 eine Production von 26 604 000 Tonnen (ä 1000 kg), während die dieser Länder sich aus 14184000 Tonnen und nächstdem die von Oesterreich-Ungarn mit Bosnien auf 12808 000 Tonnen
getroffen, und kamen hier um 12 Uhr Nachts an. Falls die Witterungsnachrichten vom Nordcap günstig sind, wird die Fahrt am 21. Juli früh nach dem Nordcap fortgesetzt. Mittwoch Mittag kehrt dann die „Hohenzollern" nach Hammer- fest zurück.
Tromsoe, 21. Juli. Der Kaiser reiste Morgens 8 Uhr Lirect nach dem Nordcap ab. Das Wetter ist prächtig.
Kairo, 21. Juli. Reutermeldung. Aus Mekka wird gemeldet, daß dort und in der Umgegend bis zum Sonntag 360 Cholera-Todesfälle vorgekommen seien. ,Die Regierung errichtet in El Tor ein militärisches Lager zur strengen Handhabung der Quarantäne und traf auch sonst alle erforderlichen Vorsichtsmaßregeln.
Locales unö provinzielles.
Gießen, 22. Juli.
— .Die Burschenschaft „Germania" veranstaltete gestern Abend zur Feier ihres 40. Stiftungsfestes einen Umzug, an welchen sich der Commers in Steins Garten anschloß. Ausführlicher Bericht hierüber folgt in nächster Nummer.
— Der von der Gesellschaft Concordia und dem Bauer- fchen Gesangverein am verflossenen Sonntag gemeinsam nach dem Ludwigsbrunnen unternommene Waldausflug nahm einen recht schönen Verlauf. Wenn auch der Regen am Vormittag wenig Aussicht zur Durchführung dieser Waldsestlichkeit versprach , so hatte der Mittags wieder eingetretene heitere Himmel dennoch manchen Freund derartiger Vergnügen an .den Ausflugsort geleitet. Die beiden Vereine waren denn auch bestrebt, den Erschienenen, so viel in ihren Kräften stand, die Stunden des Beisammenseins zu recht schönen und ge-
sich stellte. Im preußischen Staate waren im vergangenen Jahre 1 980460 ha mit Kartoffel bebaut gegen 4332 137 ha mit Winterroggen - und auf dieser Fläche wurden zusammen 14177 837 Tonnen Kartoffeln gewonnen. Unter den Provinzen steht in den Erträgnissen dieser Frucht Schlesien voran; als ein Haupterzeugungsland derselben weist sodann Brandenburg (2 231313 Tonnen) Beträge auf, welche den schlesischen sehr nahe kommen. Schlesien, Brandenburg und Posen ernteten im vorigen Jahre zusammen über die Hälfte der im ganzen preußischen Staate gewonnenen Kartoffeln. — Was den Kartoffelhandel betrifft, so steht Deutschland wiederum als Ausfuhrland für diese Frucht voran. Es führte hauptsächlich von seinen guten Eßkartoffeln im Jahre 1888 aus: 215076 Tonnen bei einer Einfuhr von 58772 Tonnen, was einen gesammten Umsatzwerth in diesem Handel von 14 650 000 Mark ergab. Seine Ausfuhr richtet sich größtentheils nach England, doch in nicht unbeträchtlicher Menge bereits auch nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, während i seine Einfuhr besonders in der theilweise noch obwaltenden i Schwebezeit zwischen alter und neuer Ernte von einiger Wich- - tigkeit ist. Hierbei spielt die sogenannte italienische Kartoffel eine Rolle in Deutschland, allerdings zu Preisen, wie augen- • blicklich (Mitte Juli) von 6 bis 7 Mk. für den Centner, ein ) Preis, der in der That übermäßig erscheinen muß.
i — Eine namentlich die Kaufleute interessirende Stras- ; sache beschäftigte dieser Tage das Creselder Schöffengericht. - Aus Antrag des Kgl. Hauptsteueramtes war eine ganze Reihe von Kaufleuten mit Strafmandaten in Höhe von 5 Mark bedacht worden, weil dieselben die Marken auf einem über 50 Mk. lautenden Wechsel nicht an vorschriftsmäßiger Stelle ausgeklebt hatten. Die betr. Marke galt deshalb als nicht verwendet, weil sie sich, statt unmittelbar an einem Rande
der Rückseite des Wechsels, in Abständen von 1 bezw. 3 und 4 (Zentimeter von den Rändern ausgeklebt befand. Drei hiesige Kaufleute riefen gegen die Strafmandate richterliche Entscheidung an. Das Gericht erkannte aber auf die gleiche- Strafe.
— 74 000 Reichsrentuer sind in den ersten fünf Monaten nach Inkrafttreten des Alters- und Invalidenversicherungs- Gesetzes im Deutschen Reiche ermittelt. Das sind erheblich mehr, als ursprünglich angenommen war. Und so wird es wohl künftig weiter gehen.
— Marschiren in der Sommerhitze. Das Tabaksrauchen, sei es aus Pfeifen oder in Form von Cigarren, ist aus dem Marsch, besonders in der Sommerhitze durchaus schädlich. Dasselbe ist der Fall mit dem Branntweingenuß- derselbe täuscht nur und erzeugt einen Ueberreiz, der den Magen und das Nervensystem ab- stumpst. Dagegen empfiehlt es sich, eine dünne Scheibe oder ein kleines Stückchen von einer Zwiebel zwischen die Lippen oder auf die Zunge zu nehmen. Das regt die erschlafften Speicheldrüsen von Neuem an und erfrischt die Nerven. Ein Halm wilden Knoblauchs, das Blatt oder der Stiel vom wilden Sauerampfer thut ähnlichen Dienst, ja, jeder Grashalm und Getreidehalm hat die wohlthätige Wirkung, das Austrocknen des Mundes zu verhüten. Sodann empfiehlt sich die richtige Eintheilung der Marschleistung in Marsch und Ruhe. Je heißer die Temperatur, desto öfter muß man rasten, um Lunge und Herz vor Ueberspannung zu bewahren. Ein falscher Ehrgeiz, aus eine besondere Marschleistung pochen zu können, hat oft Opfer gefordert. Will man den Marsch in der Hitze ganz vermeiden, so ist es besser ihn bei Nacht zu machen, als mit der Morgendämmerung zu beginnen.
— Der Höhepunkt des Jahres liegt hinter uns und die Tage neigen sich abwärts und werden wieder kürzer. Gegenwärtig beträgt die Abnahme zwar nur anderthalb Minuten, gegen Ende dieses Monats beläuft sie sich jedoch schon auf drei Minuten. Die Dämmerung, welche es bis jetzt nie ganz Nacht hat werden lassen, hält noch bis zum heutigen Tage an, von nun an wird es aber um Mitternacht wieder vollkommen finster. Am 25. Juli tritt die Sonne in das Zeichen des Löwen und damit beginnen die „Hundstage." Die Zeit der Hundstage währt vom 23. Juli bis zum 23. August.
— Nach einer Verfügung des preußischen Kriegsministers hat ein Rekrut, der sich vor seinem Eintritt in das Heer verheirathen will, bei seinem Bezirkscommando die Ausstellung eines Consenses nachzusuchen. Wird ihm derselbe gewährt, so entsteht hieraus weder für feine Ehefrau noch für seine Kinder ein Anspruch auf eine Unterstützung seitens des Staats oder der Gemeinde. Auch soll während seiner activen Dienstzeit keine Rücksicht auf seine Verheirathung genommen, der Betreffende vielmehr als unverheirathet betrachtet werden.
— Internationale elektrotechnische Ausstellung in Frankfurt a. M. 1891. Es dürfte noch nicht allgemein bekannt sein, daß der Vorstand der Electrischen Ausstellung in Frankfurt a. M. Fürsorge für sachverständige Führung innerhalb der Ausstellungsräume getroffen hat. Unter der Leitung eines Ingenieurs vom technischen Bureau der Ausstellung steht eine Abtheilung von jungen Technikern, Assistenten rc., welche die Aufgabe hat, wissenschaftlichen und technischen, gewerblichen und gewerkschaftlichen Vereinen, sowie auch sonstigen größeren Gesellschaften, welche die Ausstellung gemeinsam besuchen, die Ausstellungsobjecte systematisch zu zeigen und zu erklären. Diejenigen Corporationen, welche eine solche Führung erlangen wollen, werden ersucht^ mindestens 24 Stunden vorher ihre Auskunftszeit in der Ausstellung dem Vorstände genau mitzutheilen. Der Sammel- und Ausgangspunkt der wissenschaftlich-technischen Führungen ist am Verwaltungsgebäude. Die Führung erfolgt unentgeltltch.
-r Harheim, 20. Juli. Ein Bierbrauer war gestern in einer hiesigen Wirthschast eingekehrt. Er war infolge des Genusses von geistigen Getränken etwas angetrunken, legte sich im Felde unter einen Birnbaum und schlief ein. Bei seinem Erwachen mußte er zu seinem Schrecken die Wahrnehmung machen, daß er seiner Effecten, die er vorher bei sich führte (eine Reisetasche mit Inhalt im Werthe von etwa 60 Mark), beraubt war. Die Ermittelung des frechen Spitzbuben ist bis jetzt nicht gelungen.
Nidda, 21. Juli. Ein landwirt hschastlicher Vortrag findet statt Sonntag den 26. Juli, Nachmittags 3 Uhr, im „Gambrinus" zu Nidda. Vortrag des Landwirthschasts- lehrers Herrn Dr. Ullmann von Büdingen über „verbesserte Feldgeräthe".
Vom Main, 20. Juli. In verschiedenen Gemarkungen des Mainthales hat die allgemeine Kornernte bereits begonnen. Dieselbe fällt nach Qualität und Quantität weit besser aus, als man anfänglich vermuthete. Der Stand der Gerste und des Hafers ist ein ausgezeichneter.
*△ Mainz, 21. Juli. Die verschiedenen brutalen Angriffe auf Menschenleben, welche in den letzten Tagen hier verübt worden sind, haben unter der hiesigen Bevölkerung ein wahres Entsetzen hervorgerusen. Am größten- ist die Bestürzung über den Ueberfall in dem nahen Zahlbach,, bei welchem zwei bejahrten, ruhig ihres Weges gehenden Männern von drei verkommenen Subjecten aus keiner Ursache als bodenloser Rohheit nach Dem Leben getrachtet wurde. Noch im Laufe des gestrigen Tages ist es gelungen, den dritten der bei dem Ueberfall in Zahlbach betheiligten Strolche festzunehmen, wogegen sich das Subject, welches am Freitag den Mordversuch aus eine hiesige Fran ausgeübt hat, noch immer den Händen der Behörden zu entziehen wußte. Welcher Grad von Erregung über die verschiedenen Mordthaten bei der Bevölkerung herrscht, konnte man gestern Abend bei der Ankunft des Salondampsers „Friede" wahrnehmen, von dessen Personal bei dem Anlanden vier Heizer, welche in der Nacht von Samstag ans Sonntag


