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An der Börse erhält sich eine leidlich feste Stimmung, aber das Geschäft ist außerordentlich still geworden. Fest bedeutet indessen heut zu Tage nichts anders mehr, als ohne Angebot, und still könnte ebensowohl durch ohne Nachfrage ausgedrückt werden. So unwahrscheinlich dies klingen mag, thatsächlich liegen die Dinge wirklich so, ohne Angebot und ohne Nachfrage, das ist die Signatur der gegenwärtigen Börsenlage und damit könnte füglich auch die Berichterstattung geschlossen werden. Was die Börse noch bewegt, sind nur Stimmungen, die während der Geschäftsstunden vielfach wechseln und kommen und gehen, ohne eine Spur zu hinterlassen. Diese finden wohl an der Börse Beachtung, aber darüber hinaus können sie kein Interesse erwecken, da der Telegraph die Course, die sich unter ihrem Einfluß bilden, hinausträgt in die Welt, sind sie verschwunden. Es fehlt allerdings nicht an Beeinflussungen nach der einen oder andeeen Seite. Namentlich leioen Disconto-Eommandit-Antheile fortgesetzt unter Angriffen. Man hat die Dividende als bei weitem zu hoch taxirt hingestellt, man sprach davon, daß auf Grund der Prospecte über argentinische Anleihen Processe gegen das Institut angestrengt würden, um dasselbe für Verluste, die aus Nichtzahlung der argentinischen Coupons entstanden sind, verantwortlich zu machen. Auch über die Popp'schen Patente sprach man viel und die Bilanz der französischen Druckluft-Gesellschaft hat man einer recht ungünstigen Kritik unterzogen, aber da alles dies, wie leicht ersichtlich, doch nur hervorgesucht wurde, um die Course zu drücken, so war die Wirkung nur geringfügig, oder schnell vorübergehend und die Wahrheit der Angaben hat man sich nicht die Mühe genommen zu prüfen.
Eine ausgiebigere Bewegung vollzog sich in russischen Wcrthen, in Noten sowohl wie in Goldanleihen. Die natürlichste Erklärung für dieselbe ist jedenfalls das noch immer bestehende umfangreiche Decouoert, an dessen Versorgung man diesmal um so mehr denkt, als die Feiertage am Ende des Monats einer späteren Schiebung Schwierigkeiten bereiten könnten. Daß diese Erklärung einigen Rückhalt hat, beweist jedenfalls der Umstand, daß bereits Prolongationssätze für russische Werthe bekannt wurden, an der Börse hat man jedoch die Bewegung mit einer Reise des Directors Fürstenberg nach Petersburg in Verbindung gebracht. Man sah in ihr ein Symptom der von gewissen Kreisen lebhaft gewünschten Annäherung Rußlands an Deutschland, gab an die Retseerfolge zur Anknüpfung von Verhandlungen über eine neue Eisenbahnanleihe und als diese Version doch zu unwahrscheinlich klang, um Glauben zu finden, so gab man sich auch mit dem Abschluß eines Vorschußgeschäftes über eine allerdings bedeutende Summe zufrieden. Welche Beweggründe der Reise zu Grunde lagen, hat die Börse bis heute nicht erfahren, aber jedenfalls erscheint die Nachricht über eine neue Anleihe unglaubwürdig, und ein Vmschußgeschäfl kann webe-. d.:n russischen Werthen direct Nutzen bringen, noch könnte es der Handelsgesellschaft so große Vortheile zuwenden, daß es als Hausse- motio verwendbar wäre. Einzig die russische Valuta würde von einem Abfluß von Geld in das Czarenreich direct einen Vortheil ziehen, und diese hat denn auch ihre Steigerung am zähesten behauptet.
Aus der Schweiz kamen verschiedenartige Anregungen. Im Anfang der Woche vollzog sich eine ziemlich starke Abwärtsbewegung, die einigermaßen überraschte, < weil man dieselbe nach den Vorfällen in der letzten Zeit nicht erwartet halte. Indessen mag gerade die abnorme Lage der Schweizer Märkte dazu betgetragen haben, die Coursschwankungen zu vergrößern, denn offenbar ist auch dort das Decouvert bedeutend geworden und die schwachen Hände drängten zu Deckungen, sobald eine Besserung der Verhältnisse in das Bereich der Möglichkeit gerückt wurde. Den Anstoß zur Aufwärtsbewegung verdankt auch dort die Börse den Handelsverträgen, aber es liegt in der Natur derselben, daß eine Hebung der wirthschaft- lichen Verhältnisse, welche sie bezwecken, sich nur sedr allmälig vollziehen kann und drm muß sich die Conrsbewegung anpassen. So fiel sie denn auch schnell wieder in sich zusammen und am Ende der Woche war es vornehmlich die Haltung der Schweizer Werthe, welche die Stimmung verstaute. Die deutschen Börsen folgten ohne jede eigene Initiative den (Sourfen, welche von auswärts dictirt wurden.
Günfttger als auf sämmtlichen Speculationsgebieten ist die Lage im Rentenmarkt. Der flüssige Geldstand und das Anlagebedürfniß, das der Zinstermin mit sich bringt, machten sich geltend und veranlaßten eine lallmältge, aber um so verläßlichere Steigerung der besseren Rentenwerihe. Freilich ist auch hiernach ungewiß, wie weit sich das Publikum daran betheiligt, aber die Bewegung vollzieht sich wenigstens >m engen Anschluß an die auswärtigen Märkte, namentlich den Londoner und er.ne cf t daher weit mehr Vertrauen als jede andere. In London hatte man sbon für diese Woche eine weitere Ermäß gung der Bankrate in Aussicht genommen und day sie nicht erfolgte, ist nicht der Ausdruck einer gespannteren Lage des Geldmarktes, sondern nur der Vorsicht, die von dem Ungewöhnlichen einer Disconto- ermäßigung auf 3pCt. in der zweiten Decemberwoche zurückscheut.
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Auch Ibie deutsche Retchsbank geht mit einer ungewöhnlich starken Position dem Jahreswechsel entgegen. Die Bank verdankt dieselbe vornehmlich der hohen Ziffer der Depositen, nicht zum Mindesten aber ihrer im Vergleich zu früheren Jahren weit vorsichtigeren Politik. Es verdient jedenfalls heroorgehoben zu werden, daß die Bank in diesem Jahre, soweit bekannt ist, kein einziges Mal Disconten unter ihrem officiellen Satz angekauft hat.
Der flüssige Geldstand äußerte sich zum ersten Male seit längerer Zeit wieder in den Coursen der deutschen Fonds. Die dreiprocenttgen haben den letzten Emissionscours von 84,40% wieder erreicht, aber auch die dreieinhalb- und viet- procentigen konnten etwas anziehen. Von ausländischen Fonds stehen namentlich Ungarn und Italiener in Frage und die Besserung der Spanier und Türken ist mehr auf die Einwirkung des Pariser Marktes als auf inländische Käufer zurückzuführen.
Portugiesen schwankten vielfach, sind aber zum Schluß besser auf die bündige Erklärung des Finanzmiuisters, Portugal werde seine Verpflichtungen unter allen Umständen erfüllen. Dieser Erklärung verdanken auch Darmstädter Bankactien einen Gewinn von etwa V/2%, den sie behaupten konnten, während alle übrigen Banken ihre Gewinne wieder aufgeben mußten.
Eisenbahnactien haben die Course ungefähr behauptet. Nur Duxer und Buschtherader haben die seitherige Steigerung noch fortsetzen können. Elbthal sind nach anfänglichem weiteren Steigen auf den vorwöchentlichen Cours zurückgefallen, Lombarden und Staatsbahn schwankten mit kleineren Spannungen aber täglich auf und ab. Unter den Schweizer Werthen stiegen Gotthard bis 140 und Nordost bis 112, um dann wieder noch unter den Schlußcours der Vorwoche zurückzusinken. Centraloahn, die gleichfalls vorübergehend besser waren, verlieren wieder 2% und nur die italienischen Bahnen sind weiter befestigt.
Dem Montanmarkt hat der Umschlag der Witterung einige Festigkeit verliehen, obgleich auch ein Gerücht in Umlauf kam, nach welchem eine ProductionS- verminderung auch für Kohle nunmehr beschlossen sei. Die Bestätigung fehlt indessen und die Course haben daraufhin mäßig angezogen. Harpmer und Hibernia gewannen 2%, Gelsenkirchener 1%.
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In der vorliegenden Novelle stehen sich zwei Frauen gegenüber, von denen die eine, in einer genialen und ruchlosen Zeit, ein starkes Gewissen besitzt und ihm energisch Folge leistet, während die andere, keine Geringere und keine Bessere als Lucrezia Borgia, völlig gewissenlos, aber durchaus menschlich ist. Die auf eine geschichtliche Tbatsache sich stützende Fabel ist grausam, löst fich aber in Wohllaut auf.
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84.10
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84.90
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5o/oSerbischeEisenbahn-
3%% Bremer^taatsanl.
—.—
——
Hyp.-Obl. L. A. .
86.—
86.—
„ Hamb.Staatsrente
95.00
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4o/oSchwed.Ob!ig.l880r
100.85
100.85
40/0 Oestr. Goldrente .
93.70
93.85
1% Türken conv. Lit. D.
17.70
18.15
, GrtechischeMonopol-
50/0 Argent. Gold - Anl.
—.—
37.80
Anleihe . . .
61.65
62.05
v. 1887 . . .
5% Rumänische Rente .
97.10
97.10
31/3% Egypt. priv. Anl.
90.70
91.50
4%Ruff.ConsolS ©.in
—.—
—.—
MserwsM-PrioritLterr.
4%Psälz. LudwigSbahn
5o/o Südbahn Lombardm
102.05
102.20
(Bexbach) . . .
101.85
101.85
40/0 do. do.
93.25
93.25
„ Hessische Ludwigsb.
30/0 do. do.
62.60
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68/69 Garant. .
101.60
101.60
40/0 Prag-Duxer Gold .
97.95
98.—
, Elisabethb. steuerfrei
„ Rudolf Gold (Salzt.)
99.10
99.—
Gold ....
99.50
99.40
„ Franz-Josef Silber
82.40
83.20
50/0 Oestr. Staatsbahn.
105.90
105.90
30/0 staatl. garant. Jtal.
40/0 do. do.
98.35
98.10
Eisenbahn . .
55.65
55.90
3°/o do. do.
3% Livorneser . . .
61.60
62.50
L—vm.@mtff.
83.25
83.—
4o/g Ruff.Südw ^ifenb.
89.60
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80 25
80.35
40/0 Wladikawkas garnt.
88.80
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105.50
105.25
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227.90
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111.10
111.15
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1953/8
196.30
Pfälzische Nordbahn .
115.75
115 60
Gotthardt.....
137.50
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145.50
145.20
Jtal. Mittelmeer . .
93.55
95.30
Deutsche Reichsbank .
144.—
143.75
Dresdener Bank. . .
132.45
133.1
Berlin. Handelsgesellsch.
129.—
129 —
Mitteldeutsche Creditb. .
90.80
92.—
Deutsche Barck . . .
147.05
147.50
Wiener Bank-Verein .
91.—
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DeutfcheGenoffenschftsb.
Württemb. Vereinsbank
119.80
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