heute den 15. Sonderausschuß zur Vorberathung der Handelsverträge zu wählen, welche den bisherigen Zollkampf beendigen und eine Wohlthat für die Völker bilden, aber auch eine große politische und weltgeschichtliche Bedeutung besäßen und der richtige Weg seien zur Kräftigung Europas gegenüber den anderen Welttheilen. (Beifall.) Der Antrag wurde angenommen.
Pest, 19. December. Das Abgeordnetenhaus begann die Berathung der Handelsverträge. Referent ist Alexius Perlaky. Gaal (Nationalpartei) betonte, die Verträge schüfen nichts wesentlich Neues und ertheilten nur dem bisherigen Schutzzölle eine freihändlerische Legitimirung, was seiner persönlichen Richtung nicht zusage,- allein wegen des Vortheiles der Stabilität in dem Fortschritte der sreihändlerischen Richtung, sowie wegen der vermehrten Aussicht aus Abschlüffe von Verträgen mit den Orientstaaten, endlich wegen der politischen Tragweite, die er trotz seiner oppositionellen Stellung gern anerkenne, nehme er die Vorlage an.
Paris, 19. December. In der vergangenen Nacht wurden vier Bomben an dem Thor des Polizeicommissariats von Clichy, im Weichbilde von Paris, niedergelegt. Die Zünder waren angezündet, hatten indessen nicht weitergebrannt.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Lorrespondcnz-Bureau.
Budapest, 20. December. Heute Mittag kam in der Franz-Joses-Kaserne ein Pistolen-Duell zwischen dem Minister für Landesvertheidigung Freiherr Fejervary und dem Abgeordneten Ugron zum Austrag. Nach zweimaligem resultatlosem Kugelwechsel folgte unmittelbar ein Duell auf Säbel. Bei demselben trugen beide Duellanten Hiebwunden in den Armen davon, Minister Fejervary außerdem eine Rißwunde an der Ohrmuschel, sodaß die Secundanten die Kampfunfähigkeit der Duellanten feststellten und die Fortsetzung des Duells verhinderten. Noch aus dem Kampfplatz sand eine Versöhnung -er Parteien statt.
Petersburg, 20. December. Für die Ausführung der öffentlichen gemeinnützigen Arbeiten in den no thle idenden Gouvernements ist eine Commission unter dem Vorsitze des Präsidenten der Oeconomie des Departements-Reichsraths Abasa ernannt worden. Zu den Mitgliedern der Commission gehören die Minister des Innern und der Finanzen und der Reichscontroleur. Mit der Leitung der Arbeiten wurde General Annenkow betraut. An Geldmitteln für die auszu- sührenden Arbeiten sind 10 Millionen Rubel bewilligt worden. Außer den bereits früher zur Vertheilung von Brod und Samen an die Nothleidenden verwendeten 31 851000 Rubel sind im October und November zu gleichem Zwecke noch 23917000 Rubel verausgabt worden.
Rio de Janeiro, 19. December. Im Staate Espirito Santo ist eine Revolution ausgebrochen und der Vicegouverneur abgesetzt worden. Ebenso gibt die Lage in Bahia zu Beunruhigungen Veranlassung- denn die oberste Gewalt geht häufig von dem einen aus den anderen Offizier über, gegen die sich die Civilbeamten oft auslehnten. Der Congreß ift ohne Zwischenfall eröffnet worden.
Depeschen des „Bureau Herold".
Bremerhaven, 20. December. Der Lloyddampser „Gera" traf mit dem in Argentinien verhafteten Bankier Winkelmann hier em. Winkelmann wurde heute Nacht nach Leipzig transportirt.
Bern, 20. December. Wüst und Kling, die Directoren der allgemeinen Creditbank in Basel, welche angeblich nach Frankfurt abgereist sein sollten, wurden gestern in Ostende verhaftet.
totales ttnd ^provinzielles.
Gießen, 21. December 1891.
— Von der Universität. Der ordentliche Professor der Theologie an der Landes-Universität, Lic. theol., Dr. phil. G. Krüger, ist von der theol. Facultät zu Marburg zum Dr. theol. honoris causa ernannt worden.
— Neues Theater. Als erste Vorstellung im zweiten Abonnement geht bereits Dienstag den 22. December Roderich Benedix' ausgezeichnetes Lustspiel „Der Störenfried" in Scene. Alsdann bleibt bis Sonntag den 27. December das Theater geschlossen. Montag den 28. December beginnen dann wieder die regelmäßigen Vorstellungen im zweiten Abonnement. An Novitäten haben wir ausgezeichnete Werke in Aussicht, wie: „Großstadtluft", „Großstädtisch", „Die Kinder der Excellenz" u. s. w.
— Neues Theater. „Hamlet!" Schon der Gedanke an diese beste aller Shakespeare'schen Schöpsungen übt aus den Gebildeten sowie aus den nach Bildung Strebenden einen eigenen Reiz aus, geschweige das Bewußtsein, die Titelrolle, wohl neben der des „Kean" und „Narciß" eine der schwersten, durch eine Kraft ersten Ranges besetzt zu sehen. Was wir bei dem geringen Personal für kaum möglich gehalten, wurde den hiesigen Bühnenverhältnissen angepaßt, nach besten Kräften dennoch durchgesetzt. Freilich vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein kleiner Schritt; unserer Ansicht nach wäre für eine Interpretin der Königin Frl. Plog wohl geeigneter gewesen, aber diese nun einmal durch Umstände nicht zu vermeidenden Unvermeidlichkeiten nimmt man schließlich gern in den Kauf, wenn nur Hamlet, die Seele des Stücks, uns vor Augen geführt wird, wie er in der Seele des Dichters erstanden und den wirklichen Verhältnissen angepaßt dem Zuschauer vor Augen treten soll. „Sein oder Nichtsein!" Welche Welt von Empfindungen und Gedanken, Erregungen Lurch Wuth, Trauer, Verzweiflung, Entsagung und sonstige seeltsche Motive bergen diese wenigen Worte und ihre Verkörperung ist — Hamlet. Alle die zahllosen, mit Gedanken schnell wechselnden Empfindungen zum Ausdruck zu bringen und zwar ungekünstelt, lebenswahr, das ist die schwierige
Aufgabe, die an den Vertreter dieser Rolle herantritt. Herr Hofschauspieler Hacker hat diese Ausgabe bis in die kleinsten Einzelheiten gelöst, sein Spiel riß die Zuschauer mit sich fort und rief nach jedem Aufzug außerordentliche Beifallsstürme hervor. — Die zweite, am meisten anziehende Figur ist „Ophelia"-. Sie, die Tochter des ränkesüchtigen Polo- nius, ist die verkörperte Unschuld und ihr tragisches Ende steigert das Interesse des Zuschauers besonders in der Wahnsinns-Scene im höchsten Grade. Die Ophelia der Frau Reiners bot im Ganzen, hauptsächlich in der vorhin genannten Scene ein äußerst anmuthiges, liebreizendes Bild, welches durch ein reiches und doch vorschriftsmäßiges Costüm noch gehoben wurde. — Die übrigen Rollen näher zu besprechen, dürste diesmal zu weit führen, wir können nur bemerken, was wir schon im Anfang erwähnt, wir wundern uns, bei den hiesigen Bühnenverhältniffen hier den „Hamlet" in anerkennenswerther Leistung ausgesührt gesehen zu haben.
— Einer wahrhaft erhebenden Weihnachtsfeier nebst außerordentlich reichlicher Bescheerung haben wir gestern im Schulhause der höheren Mädchenschule beigewohnt. Wurden doch 189 bedürftige Kinder unserer Stadt, meistens Mädchen, fast ausschließlich mit neuen Kleidern bedacht. Außerdem erhielt jedes Kind Aepfel, Bretzeln, Nüsse, Anis u. dergl. in reichlichem Maße. Man sah es den freudestrahlenden Augen der Kinder an, daß auch für sie heute ein besonderer Festtag war. Aber auch dem edlen Spender der Gaben war dieser Tag ein Festtag. Ihm ist es ein wahres Bedürfniß, alljährlich die Bedürftigen unserer Stadt an dem Weihnachtsfeste durch Geschenke zu beglücken. Ist es doch das 42. Mal, daß Herr Curschmann diesen edlen Zweck zur Ausführung gebracht hat. Es ist erstaunlich, wie er in seinem Alter noch eine solche Riesenarbeit in wenigen Wochen überwältigen konnte. Feierte doch derselbe am 8. December d. I. in voller Rüstigkeit seinen 73. Geburtstag. Nur der Gedanke, Anderen zu helfen, Anderen eine Freude zu bereiten, hat ihm die Arbeit erleichtert und seine Arbeitskraft gestählt, und dies verdient volle Anerkennung und innigeü Dank, welchen wir im Namen der Bescheerten hiermit aussprechen. Wie früher, so nahm auch heute wieder unsere Stadt an der gedachten Bescheerung regen Antheil. Viele Damen und Herren — auch Herr und Frau Oberbürgermeister Gnauth — besichtigten die Gaben und waren Alle überrascht über die schöne und reichliche Bescheerung. Nach 4 Uhr nahm die Feier ihren Anfang. Der Weihnachtsbaum wurde angezündet, und freudestrahlend nahm die jugendliche Schaar ihre Plätze ein. Schülerinnen aus den beiden oberen Klassen der Stadtmädchenschule sangen unter Leitung des Herrn Spitz das schöne Lied „Ehre sei Gott in der Höhe". Herr Curschmann hielt hierauf eine ergreifende Rede. Er begrüßte die Kinder und alle Anwesenden in herzlichen Worten, dankte Gott, daß es ihm möglich sei, auch in diesem Jahre den Bedürftigen der Stadt wieder eine Freude bereiten zu können. Er freute sich, daß alle anwesenden Kinder von ihren Lehrern ein so gutes Zeugniß erhalten haben und ermahnte erstere, so fortzufahren, brav und gut zu sein, dann würde sie auch der liebe Gott nicht verlassen und ihnen beistehen. Sie sollten aber auch für die empfangenen Gaben dankbar sein und diese Dankbarkeit durch Folgsamkeit, Fleiß und gutes Betragen gegen ihre Eltern und Lehrer bethätigen. Allen den edlen Geberinnen und Gebern, die es ihm möglich gemacht, auch heute wieder in so reichlichem Maße bescheeren zu können, sprach Herr Curschmann nochmals seinen Dank aus. Auch dankte er Herrn Dr. Landmann, Director der höheren Mädchenschule, welcher ihm die so lieb gewordenen Räume zu seiner Bescheerung bereitwilligst zur Verfügung stellte, und Herrn Spitz für die Leitung des Gesanges. Eine Schülerin der Stadtmädchenschule sang zum Schluß ein Weihnachtslied.
— Am 19. d. M. feierte der Zither Club (Wohlthätig- keits-Verein) im Cafö Leib sein diesjähriges Weihnachtsfest, welches sehr zahlreich von Freunden und Gönnern, die ein sehr lebhaftes Interesse bei der Sache zeigten, besucht war. Nachdem das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht" verklungen und das Gedicht „Der Weihnachtsbaum" von zwei Mädchen vorgetragen worden war, schritt man zur Bescheerung. Es wurden 12 arme Kinder mit Weihnachtsgaben erfreut und war es ein erhebender Anblick, als dieselben, mit Geschenken reich beladen und vor Freude strahlend, den Saal verließen. Es darf mit Recht dem Zither-Club, welcher in seinem edlen Streben sortzuschreiten stets bemüht ist, die größte Anerkennung entgegengebracht werden Wir wünschen, daß genannter Verein noch recht lange und segensreich wirken möge.
— Postalisches. Wir haben vor Kurzem schon daraus aufmerksam gemacht, wie manche zweckmäßige Einrichtungen der Post wenig bekannt sind und in Folge dessen auch selten benutzt werden. Die bevorstehende Neujahrszeit bringt uns eine für die Einlieferung der Neujahrsbriefe bestehende Einrichtung in Erinnerung, die gleichfalls im Publikum nicht allgemein bekannt ist. Die Neujahrsbriefe enthalten erfahrungsgemäß nur in seltenen Fällen die neuesten Familien- oder Geschästsnachrichten. Die Absender der Neujahrsbriefe beabsichtigen vielmehr in der Regel nur, dem Empfänger in geschriebener oder gedruckter Form den Wunsch für ein glückliches Beginnen und Vollenden des neuen Jahres aus zudrücken, um damit einen Beweis der unveränderten freundlichen Gesinnung zu geben. Diese Gefühlsregungen treten aber in der Regel nicht etwa erst am 31. December bei dem Absender eines Neujahrsbrieses hervor, sondern sie bestehen meistens schon lange vorher und können daher auch schon früher in Gestalt eines Neujahrsbrieses der Post zur Uebermittelung an den Empfänger anvertraut werden. Diesen Verhältnissen Rechnung tragend, hat die Postbehörde die Einrichtung getroffen, daß an größeren Orten (z. B. Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen, Worms) frankirte Stadtbriefe, Postkarten und Drucksachen, deren Bestellung am 1. Januar früh gewünscht wird, bereits vom
26. December ab zur Einlieferung gelangen können. Der Absender hat derartige Briese in einen Briefumschlag zu legen und diesen mit der Aufschrift zu versehen: „Hierin frankirte Neujahrsbriefe für den Ort." Diese offenen oder geschloffenen Briefumschläge, die nicht srankirt zu werden brauchen, können entweder am Postschalter abgegeben oder, soweit es der Umfang gestattet, in die Briefkasten gelegt werden.. Die Absender solcher frühzeitig ein» gelieferten Briefe können einer pünktlichen Bestellung derselben zum Neujahrstage gewiß sein. Voraussetzung ist allerdings hierbei, daß die Wohnung der Adressaten möglichst genau, d. h. nach Straße, Hausnummer und Lage — ob eine oder zwei Treppen :c. — und zwar unterhalb der Angabe des Bestimmungsorts, aus die Briese niedergeschrieben wird. Ueberhaupt ist es zur Sicherung einer schnellen Beförderung und Bestellung der Postsendungen, nicht nur zur Neujahrszeit, von größter Wichtigkeit, wenn außer den vorbezeichneten Angaben auch der Bestimmungsort aus den Postsendungen möglichst deutlich unten rechts in der Ecke mit großen lateinischen Buchstaben vermerkt wird. Aus diesen Angaben muß auch die Lage des Bestimmungsortes, namentlich bei weniger bekannten Orten unzweifelhaft hervorgehen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirks), oder auch die Angabe von größeren Flüssen („an der Oder", „an der Elbe", „am Rhein", „am Main" rc.) oder von Gebirgen („am Harz", „im Odenwald" 2C.) Nicht minder sind zusätzliche Bezeichnungen, wie „in Thüringen", „in der Altmark", „im Rheingau" 2c. für den Zweck geeignet. Bei Postsendungen nach Ortschaften ohne Po st an st alt ist aus der Adresse außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch die Bestell-Postanstalt anzugeben. Giebt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Po st orte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizusügen. Ein Verzeichniß der gleichnamigen oder ähnlich lautenden Postorte kann zum Preise von 10 Psg. bei jeder Reichs-Postanstalt bezogen werden. Liegt der Bestimmungsort einer Postsendung in einem fremden Post- gebiete, so ist bei den weniger bekannten Orten auch das Land oder der Landestheil aus der Adresse anzugeben. Bei Briesen nach Berlin ist, außer der Wohnung des Adressaten, der Postbezirk (N., 0., NO. 2C.), in dem die Wohnung sich befindet, aus der Adresse hinter der Ortsbezeichnung „Berlin" zu vermerken. Die genaue Beachtung dieser Punkte trägt zu einer beschleunigten Beförderung der Postsendungen wesentlich bei und liegt daher in erster Linie im eigenen Interesse der Absender. Schließlich wollen wir, um nochmals aus den Neujahrsverkehr zurückzukommen, nicht unterlassen, den Absendern von Neujahrsbriesen den möglichst frühzeitigen Ankauf der erforderlichen Freimarken und die Absendung der Neujahrsbriefe nach auswärts einige Tage vor Neujahr dringend ans Herz zu legen. Denn erfahrungsgemäß ist der Andrang an den Postschaltern am 31. December ein so ungeheurer, daß es trotz der umfassendsten Vorkehrungen der Postbehörde oft nicht zu vermeiden ist, wenn an diesen Tagen Stockungen am Schalter eintreten. Wer also zur Erlangung seiner Freimarken für die Neujahrsbriese nicht längere Zeit am Schalter stehen will, was gerade nicht zu den Annehmlichkeiten gehört, der mache seine Einkäufe bei der Post schon einige Tage vor Jahresschluß.
— Nachdem seit einigen Tagen die milde Witterung recht empfindlicher Kälte Platz gemacht hat, ist auch die Eisbahn des Eisvereius eröffnet worden. Im Lause des gestrigen Tages wurde daher recht wacker dem Eissport gehuldigt.
— Feuer. Im Erdgeschoß des Nebenbaues einer Hos- raithe in der Löwengasse brach gestern Abend gegen 9 Uhr Feuer aus, welches für die darüber wohnende Familie sehr verhängnißvoll hätte werden können. Zum Glück war Hilfe rasch zur Hand, so daß der Brand bald gelöcht war.
— Ernennung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hat am 12. December die Kaufleute Ferdinand Burk, Georg Wortmann, Siegmund Heichelheim, Karl Wilhelm Liebrich zu Gießen zu Handelsrichtern, Adolf Zinßer, Richard Scheel zu Gießen zu Ergänzungsrichtern an der bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitze in Gießen ernannt.
— Eisenbahn-Verkehr während der Feiertage. Von der Eisenbahnverwaltung wird beabsichtigt, zur Bewältigung des zu erwartenden Weihnachts-Personenverkehrs besondere Vorkehrungen zu treffen. So werden namentlich aus den einzelnen Strecken vor den Personenzügen mit ersahrungsmäßig starkem Personenverkehr Vorzüge zur Ablaffung kommen. Diese Vorzüge werden den fahrplanmäßigen Personenzügen vorauf- sahren, auf denselben Stationen wie letztere halten und in Bezug auf Fahrkarten genau wie die Hauptzüge behandelt werden. Den Reisenden kann nur dringend empfohlen werden, sich möglichst frühzeitig zur Benutzung der Vorzüge aus den Abgangsstationen einzufinden, wobei darauf aufmerksam gemacht wird, daß diese Züge mit Sicherheit die Anschlüffe auf den Uebergangstationen erreichen. — Soweit der Verkehr der hiesigen Gegend in Frage kommt, sind besonders folgende Vorzüge bemerkenswerth: Donnerstag den 24. December Vorzug zu Zug 97, von Gießen nach Cassel: 12 Minuten v o r dem 4 Uhr 40 Min° Nachmittags von Gießen abgehenden Personenzuge- Vorzug zu Zug 100, von Gießen nach Frankfurt a. M. 12 Min. vor dem 4 Uhr 36 Min. Nachmittags von Gießen abgehenden Personenzuge.
nn. Darmstadt, 20. December. Nach längerem und schwerem Leiden verschied heute Morgen um 5 Uhr unser hochverdienter Oberbürgermeister Ohly. In ihm verliert Darmstadt nicht nur einen verdienstvollen Beamten, der sich um das Emporblühen unserer Stadt unvergängliche Verdienste erworben hat, sondern auch einen ihrer besten Mitbürger, dem das Wohl der ärmeren Klaffen ganz besonders am Herze» lag. Unter seinem Regime wurde das städtische Wasserwerk, das Elcctricitätswerk, der neue Schlachthos, die städtische


