Ausgabe 
22.10.1891
 
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Von den 362 Herbergen stehen 247 mit Verpflegungs­stationen in Verbindung. Davon hat die größere Hälfte diese Verpflegungsstationen nur nebenbei, d. h. die Mehrzahl ihrer Gäste sindSelbstzahler". Bei der kleineren Hälfte über­wiegt die Zahl derjenigen, für deren Verpflegung die Ver­pflegungsstation einen gewisien Betrag zahlt, oder die Zahl beider Arten Gäste ist ziemlich gleich. Der Betrag für diese Verpflegung ist ziemlich verschieden in den einzelnen Provinzen oder Städten. 54 Herbergen erhalten weniger als 40 Pfg. für Abendbrod, Nachtlager und Frühstück eines Mannes, 77 weniger als 50 Pfg. In Rheinland, Schleswig-Holstein, Westfalen werden dagegen häufig 60 bis 85 Pfg. gezahlt.

Locales und provinzielles.

Gießen, 21. October.

Militärisches. Seine Königliche Hoheit der Groß- h erzog haben Allergnädigst geruht, dem Hauptmann und Compagniechef Kaul im 6. Rhein. Jns.-Regiment Nr. 68, bisher im Infanterie-Regiment Kaiser, das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. Befördert wurden: Die Portepeefähnriche Wordell und Stifft im Infanterie-Regiment Kaiser zu Secondlieu- tenants, die Vicefeldwebel Hofmann und Funck vom Landwehrbezirk Friedberg zu Secondlieutenants der Reserve des Infanterie-Regiments Kaiser, der Secondlieutenant von der Landwehr-Cavallerie ersten Aufgebots Schirmer vom Landwehrbezirt Gießen zum Premierlieutenant. Dem Secondlieutenant der Landwehr-Infanterie ersten Aufgebots Glimstedt vom Landwehr-Bezirk Gießen ist der Abschied bewilligt worden.

Oberhesfische Obstausstellung. Nachprämiirung. Herr Pfarrer Fertsch in Muschenheim (Kreis Gießen) erhielt nachträglich, da er bei der Prämiirung übersehen wurde, ein Diplom 1. Klasse für Beerenweine.

Oberhesfische Obstausstellung. Trotzdem der Schluß der Ausstellung bevorsteht, können wir nicht unterlassen, die Besucher auf eine Abtheilung aufmerksam zu machen, die der Beachtung besonders werth ist. Wir meinen die Abtheilung für Obst- und Beerenweine, die von einer großen Anzahl von Producenten beschickt wurde. Die Preisrichter waren betreffs dieser Abtheilung in der Lage, durchgängig ehrende Auszeichnungen zu verleihen. Es wurde daher von Liebhabern der hier bezeichneten Weinsorten besonders be­grüßt, daß die Producenten, indem sie dem Besitzer der Aus- stellungslocalitäten, Herrn C. Stein, den Ausschank von Proben übertrugen, Gelegenheit haben, Jedermann von der Vorzüglichkeit der ausgestellten Sorten zu überzeugen. Die in der Ausstellung von Herrn Stein eingerichtete Obst- und Beerenweinkneipe erfreute sich denn auch seither eines regen Zuspruchs. Eine weitere sehr beachtenswerthe Gruppe der Ausstellung ist diejenige des Herrn H. Maurer in Jena, der eine schöne Sammlung von Beeren ob st- Hoch st ämmen und Sträuchern ausgestellt hat. Die ausgestellten Sorten zeichnen sich nachweislich durch hohen Ertrag aus und was aus den Früchten dieser Pflanzen Alles bereitet werden kann, findet man nicht nur ausgestellt in Flaschen, sondern auch im Buffet des Herrn Stein: Weine von Stachelbeeren, Johannis­beeren, Maulbeeren, Brombeeren usw., daneben Heidelbeer- und Obstwein-Champagner usw.

Ueber Obstverwerthung sprach in der am Sonntag unter Vorsitz des Herrn Kreisrath Dr. Braden- Friedberg abgehaltenen außerordentlichen Hauptversammlung des Ober­hessischen Obstbauvereins Herr Landwirthschaftslehrer Rei ch e lt, Vorsteher der Pomologischen Gärten in Friedberg. In Be­handlung dieses sowohl für die Entwickelung des Obstbaues wie der damit verbundenen Landwirthschaft bedeutsamen Themas führte Herr Reichelt aus, daß man im Gegensatz zu früher, wo man froh war, für einen vollhängenden Obst­baum 1 bis 2 fl. zu lösen, heute schon weitaus höhere Preise erziele, daß man aber noch weiter gehen und sorgfältiger arbeiten müsse, um aus dem Obstbau einen größtmöglichsten Ertrag zu erzielen. Wenn der Obstbau gefördert werden solle, müffe man auch zeigen, wie wir unser Obst am besten ver­werten könnten. Von dem seit Jahrhunderten befolgten, für Deutschland unheilvollem Bestreben, große Mengen Obst­sorten zu pflanzen, von dem Betriebe des Obstbaues im freien Felde als eine Liebhaberei müffe abgegangen, der Obstbau in andere Bahnen gelenkt werden. Wenn wir rationeller wirtschaften im Getreide- und Kartoffelbau, und besonderes Augenmerk auf ertragreiche Sorten richten, so muß auch im Obstbau eine strengere Zuchtwahl bezüglich der Obstsorten stattfinden. Diese sichert einen höheren Ertrag, denn der Händler ist in der Lage, einen höheren Preis an­zulegen, wenn er eine Sorte in größerem Quantum erhält. Neben dieser richtigen Sortenwahl hat sich auch eine strenge Auslese besonders beim Ernten geltend zu machen- das sorg­fältig auSgebrochene Obst wird hoch als Tafelobst bezahlt, das mit Zuhilfenahme von Strohunterlagen geschüttelte Obst hat hohen Werth als Marktobst und das sonst geschüttelte Obst findet Liebhaber unter den Händlern, die es zur Obst­weinbereitung wieder verkaufen. Allerdings müsse, was die Sortenwahl betreffe, mit den jetzigen Verhältnissen gerechnet werden. Der Obstverwerthung komme auch das Genossenschafts­wesen zu Gute, womit allerdings nicht gesagt sein solle, daß jeder, der Obstbau in kleinem Maßstab treibe, Mitglied irgend eines Vereins sein müffe; der Zweck werde erreicht, wenn die Mitglieder einer Gemeinde, die je ein kleines Quantum Obst einer Sorte besäßen, zusammcnträten und ihr Obst gemeinschaftlich zum Verkauf brächten, der dann er­zielte Preis sei ein bedeutend höherer, als wenn jeder einzelne seinen kleinen Therl anbiete. Auch Ausschußsrüchte ließen sich aus dem Wege gemeinsamen Verkaufs besser verwerthen und fänden in der Obstweinbereitung in Oberhessen genügend Absatz. Die Geschäftsstelle des Obstbauvereins in Friedberg läßt sich die Förderung des gemeinsamen Obstverkauss unter den Mitgliedern angelegen sein, sie sorgt nicht nur für die­selbe in Bezug auf Ankauf aller zum Obstbau erforderlichen

Gegenstände, sondern auch für den Verkauf. Allerdings müffe im Verkehr mit der Geschäftsstelle reell verfahren werden. Herr Reichelt bezeichnet, nachdem er eine Reihe der zum Anbau in unserer Provinz empfehlenswerthen Obstsorten vor­geführt, als die Grundprinzien eines rationellen Obstbaues: Anbau möglichst kleiner Anzahl von Sorten, Sammeln der verschiedenen Mengen ein und derselben Sorte behufs gemein­schaftlichen Verkaufs.

Neues Theater, Da wegen Erkrankung des Fräulein Blanck die am Dienstag angekündigte VorstellungDie zärtlichen Verwandten" auf Donnerstag den 22. October verlegt werden mußte, so wollen wir nicht unterlassen, noch­mals auf dieses beste Werk Benedix' aufmerksam zu machen. Die Vorstellung wird schon dadurch interessant, indem Frau« lein Elisabeth Bischoff, die von voriger Saison beliebte erste Liebhaberin, welche für das hiesige Theater aufs Neue gewonnen ist, die Rolle der Iduna spielen wird.

Erinnerung. Nach dem Umzug wird häufig ver­gessen, zum Zwecke der Uebertragung der Feuerversicherungs­police der betreffenden Versicherungsgesellschaft von dem Um­zuge Mittheilung zu machen. Bei etwaigen Brandschäden ist in einem solchen Falle die Gesellschaft nicht ersatzpflichtig.

Goldene Hochzeit. Seinen 50jährigen Hochzeitstag wird nächsten Sonntag den 25. October das hier Sonnen- straße 1 wohnende Holzhäuser'sche Ehepaar erleben.

Ernennung. Zum Nachfolger des als Reallehrer nach Darmstadt versetzten Dirigenten der höheren Bürger­schule zu Pfungstadt, Herrn Gustav Magel () vor. Nummer), wurde Herr'S du ar d Pfaff von Gießen (seit Ostern Lehr- amtsaccessist am neuen Gymnasium zu Darmstadt) ernannt.

Ueber die Art und Weise, wie die kürzlich aus dem Darmstädter Gesängniß entsprungenen beiden Verbrecher Kretfchmar und Dörr bei Lampertheim verhaftet wurden, erhält derMzr. Anz." nachstehende interessante Mittheilung: Die Kerle staken in einem großen Strohhausen, waren mit Schusterkneipen bewaffnet und wollten den Feldhüter nieder­stechen. Dieser verlor aber die Kaltblütigkeit nicht.Das Feld ist umstellt," sagte er,wenn einer von Euch Wider­stand leistet, wird er ohne Weiteres niedergeschossen." Die Ausbrecher glaubten es und gingen mit. Sie waren fürchter­lich ausgehungert und der Hunger war eigentlich ihr Be­zwinger. Der Feldschütze wurde aber wegen seines umsich­tigen Verhaltens belobt.

Lauterbach, 19. October. Gestern Nachmittag passirten drei berittene preußische Gensdarmen die hiesige Stadt, um auf die Suche nach seit einigen Tagen in verschiedenen um­liegenden Ortschaften campirenden Zigeunern zu gehen. Die­selben sollen, wie verlautet, ein einem Bewohner von Schlüch­tern gehöriges Kind mitgenommen haben. Der Vater desselben begleitete die Polizisten auf dem Marsche.

Nidda, 18. October. Einem Oeconomen auf den Schwal- heimer Höfen verendete ein etwa I5jähriges Pferd, bei dessen Secirung Herr Kreisveterinärarzt Schmidt Stemgebilde von nahezu 20 Pfund Gewicht im Dickdarm fand. Einer dieser Steine, von der Größe, genau regelmäßigen Rundung und Glätte einer Billardkugel, konnte gerade in den leeren Raum von drei anderen Steinen eingesügt werden, welche zusammen­gesetzt die Größe und Form einer Kegelkugel darstellten. Augenscheinlich bildeten die letzteren früher einen einzigen Stein, welcher den kleineren, wie die Schale einen Kern, um­schloß. Der Fall dürste einzig in seiner Art dastehen und ist für Sachverständige von höchstem Interesse. Die Ursache dieser reichlichen Steinbildung wird dem Umstande zugeschrieben, daß die Pferde auf den Schwalheimer Höfen mit Sauerwasser getränkt werden.

Mainz, 18. October. Heute wurde hier zum ersten Male eine Person getraut, welche unter der Gültigkeit des Reichs­gesetzes vom 6. Februar 1875 über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung, welches für Hessen am 1. Januar 1876 in Kraft getreten ist, geboren worden ist. Es war ein 15jähriges Mädchen, welches vom Groß­herzog Dispens von dem Ersorderniß der Ehe- mündigkeit erhalten hatte.

Mainz, 19. October. Gestern Nachmittag sprang ein hiesiger verheiratheter Flößer von der Mitte der Straßen­brücke in angetrunkenem Zustande in den Rhein und schwamm, ohne daß ihm etwas zustieß, an das hiesige Ufer. Dort angekommen, sah er, daß seine Mütze im Rhein weiter trieb. Nun wollte er abermals in den Strom springen, um diese zu holen, wurde aber durch einige hiesige Bürger mit Gewalt zurückgehalten.

(Eingcjan»t.

Gießen, 21. October.

Entgegen der früheren Praxis werben in letzterer Zeit von den Schutzleuten die Kinderwagen von dem Bürgersteige auf die Fahr­straße verwiesen. Schon neulich wandte sich einEingesandt" gegen diese Handhabung, aber leider ohne Erfolg. Man ist in Eltern­kreisen entrüstet über eine solche Maßregel und mit Recht. Daß von einem Kinderwagen jemals Jemand überfahren worden wäre, hat man noch nicht gehört. Wohl aber sind auf der Fahrstraße unsere Kinder höchst gefährdet durch ben Fuhroerkehr, burchgehende Pferde u. dgl. Auch ist das Fahren auf der Fahrstraße wegen des damit häufig verbundenen argen Rüttelns der Wägelchen von Nachtheil für die Gesundheit der Kleinen. Die geringe Belästigung, die dem Publikum durch die Kinderwagen erwachsen könnte, fällt wohl nicht ins Gewicht gegenüber dem Wohl und der Gesundheit unserer Kinder.

Ein Familienvater.

Eine vor mehreren Tagen in Ihrem geschätzten Blatte erschienene Anfrage hat bereits auf den Zustand des sogen. SrdkauterwegS, der in der Verlängerung der Ltebigstraße ben Verkehr nach den neuen Dampfziegeleien vermittelt, hingewiefen. Es ist in der That sehr am Platze, die beteiligten Stellen auf diese Angelegenheit aufmerksam zu machen und dringend um Abhilfe zu ersuchen. Der fragliche Weg, früher ein Feldweg, der nur den landwirtschaftlichen Fuhren nach den Wiesen zwischen Bergwerk und Bahn diente, wird feit vorigem Jahre von schwerem Fuhrwerk stark frequentirt und wenn auch gesagt werben muß, baß bie Interessenten zu spät erst im letzten Früh­jahr bie Herstellung bes Weges betrieben haben, so ist boch bem

Vernehmen nach jetzt schon ein Zeitraum von mehreren Monate« verflossen, seit die beteiligten Privaten bas Ihrige getan haben. Die Verzögerung muß gegenwärtig an ber Stelle liegen, welche bie Ausführung zu besorgen hat. Den Einsenber dieser Zeilen bewegt namentlich der Wunsch, baß ber unsäglichen Thierschinderei, bie ber Zustanb bes Weges verursacht, ein Ende bereitet werbe. Es ist nicht ohne bas größte Aergerniß anzusehen, wie bie Pferbe gequält werben, welche bie Fuhren nach unb von ber Gail'schen Ziegelei zu bringen haben. Solche Mißstänbe sollte boch bie Behörbe nicht bestehen lassen unb sinb bie Accorbanten bes WegbaueS etwa säumig, bann müssen diese angefaßt werben!e

«Literatur uw» Kauft.

Die musikalischen Bestrebungen unb Darbietungen in Deutschlanb unb überall ba, wo beutsche Musik zu Ehren gelangt, sinb so umfassend, daß ein Gesarnmtüberblick darüber, ohne Beihilfe eines Blattes wie die ,3Unt Musik-Zeitungs (Verlag von Earl Grüninger in Stutlgart), welche ben Exttact davon zieht, sehr schwer sein würde. Dieses beliebte Familienblatt nimmt aber nicht nur Notiz von ben musikalischen Ereignissen, sondern bietet auch noch reichen Stoff zur Belehrung unb Unterhaltung in Gestalt von No­vellen, Humoresken, fachw'ssenschaftlichen, kritischen, musikgeschicht- lichen unb biographischen Artikeln. Wer singt, Elavier ober Violine resp. Cello spielt, bem wirb bie Zugabe ber zahlreichen werthvollen Musikbeilagen auf Notenpapier willkommen sein.

Die Abenbe werben schon recht lang unbum bes Lichts gesellige Flamme sammeln sich bie Hausbewohner" kann man jetzt mit Schiller sagen. Die Frage: Wie verbringen wir bie langen Abende, welches Untirhaltungsblatt wollen wir un8 halten? ist im Schoße ber Familie wieder eine brennende geworben. Da tritt bas soeben erschienene 1. Heft des siebenten Jahrganges ber Salon-Aus­gabe von »SchorerS Aamilierrblatt" als willkommener Haus- freunb bei uns ein unb bringt uns eine neue Fülle anregenber und fesselnber Lectüre, begleitet von einem überaus reichen Bilderschmuck. Der RomanDie golbne Karla" vermittelt uns bie Bekanntschaft mit einem neuen, hochbedeutenden Erzählertalent. Ein reich iQuftrirter Artikel: Berlin vor 60 Jahren. Eine Plauderei zu alten Bildern von dem beliebten A. Oskar Klcmßmann,Nationalität und Hand­schrift",Electricität im Hause",Schlaflosigkeit", eine naturwiffen- schaftliche Plauderei von Julius Stinde überKindermilch", ein zweiter Roman von ber beliebten E. Vely,Schatienpflanze" betitelt, sowie eine Schilberung bes Lebens unserer Marineoffiziere an Bord seien aus bem fast überreichen Inhalt bes Heftes besonbers hervor- gehoben. Wir können ein Abonnement auf Schorers Familienblatt Salonausgsbe, deren Heft nur 75 Pfg. kostet, auf das Wärmste empfehlen.

Schiffsnachrichten.

Bremen, 19. October. sPer transatlantischen Telegraph.). Der Schnelldampfer Fulda, Capitän C. Thalenhorst, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. October von Bremen unb am 8. October von Southampton abgegangen war, ist vorgestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 19.October. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hermann, Capitän H. Bruns, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. October von Bremen adgegangen war, ist vorgestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 20. October. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capitän H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. October von Bremen und am 11. October von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 18.October. sHamburg-AmerikanischePacketfahrt- Actien-Gesellschaft.) Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampfer Normannia", Capitän Hebich, welcher am 10. Oktober von Sout­hampton abgegangen, ist am 18. October, 6 Uhr Morgens, wohl­behalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 20. October. sHamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft.) Das Hamburg - Newyorker Post - Dampfschiff Rhaetia", Capitän Ludwig, ist am 19. Octoder, 9 Uhr Abends, wohl­behalten in Newyork angekommen.

Vcckchr, Land» tut» Volkswirthschasi.

Frankfurt, 19. October. Die Preise der Brennholzsorten sind infolge der durch den schwachen Wassersiand beeinträchtigten Schifffahrt theilweise in die Höhe gegangen und stellen sich auf dem hiesigen Markte: Buchenscheitholz erster Klasse 10 **, zweiter Klaffe 8.50 **, dritter Klasse 7.50**, Tannenscheitholz erster Klaffe 7.50**, zweiter Klasse 6** per Raummeter, Buchen-Wellen 2.40**, Tannen- Wellen 6 ** per Hundert.

Frankfurt, 19. October. Der gestrige Markt im städtischen Viehhof hatte eine so starke Zufuhr in allen Viehsorten, namentlich aber an Hornvieh, wie es in der letzten Zeit nicht vorgekommen war. Gleichwohl wurde der ganze Stand an Großvieh bis auf 19 Stück ausverkauft und zwar mit einer Preissteigerung gegen den Schluß des Marktes. Von ausländischem Vieh waren nur vorhanden 34 Ochsen aus Oesterreich, sowie 11 Ochsen und 16 Kühe aus Däne­mark. Aus Oesterreich dürfte in der nächsten Zeit, soweit nicht ein Bezug auf Grund früherer Abschlüffe stattfindet, wenig Vieh mehr eingeführt werden.

» Nicht nur körperliche Leiden, fondern auch feelifche

Krankheiten, wie Melancholie, Nervosität und Unlust zu ernster Beschäftigung haben oft ihre Ursache in einer unregelmäßigen Ver­dauung und ungenügender Ernährung. In neuerer Zeit ist es nun der rastlos vorwärts strebenden wissenschaftlichen Forschung gelungen, aus reinstem Fleisch ein Präparat herzustellen, welches größtentheils aus Eiweißkörpern, also den nahrhaftesten Stoffen besteht und diese Substanzen in leicht verdaulicher, d. h. schon gelöster Form enthält. Dieses Präparat, das schon vielfach genannte unb wohlbewährte Kemmerich'sche Fleisch-Pepton, bietet somit eine Nahrung tar, welche dem Magen den Proceß ber Verdauung fast gänzlich erspart, deshalb nicht nur kranken und schwächlichen Personen, sondern auch Gesunden zur Hebung ihres Wohlbefindens zu empfehlen ist. 1462

Bei den jetzigen theure« Kaffeepreifen wird jede Haus­stau gerne vernehmen, daß in der nach einem neuen besonderen Ver­fahren zubereiteten Pfeiffer & Diller S Kaffee-Effenz in Dofeir ein Ersatz geboten ist, welcher es ermöglicht, eine billige und gute, dabei gefunde Taffe Kaffee herzustellen, wie man sie gerne wünscht, voll und kräftig von Geschmack und schon in Farbe. Diese vorzüg­liche, auch neuerdings ^wieder auf der Ausstellung in Brüssel mit der goldnen Medaille preisgekrönte Kaffee-Essenz, weiche sich überall, wo dieselbe bekannt ist, einer großen Beliebtheit bei dem confumirenben Publikum erfreut, ist in den meisten Colonialwaaren- geschäften erhältlich, doch Vorsicht beim Einkauf zu empfehlen, unb besonders genau auf die Firma zu achten, da viele minderwerthige Nachahmungen im Verkehr sind.

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.

Donnerstag ben 22. October, Abends 6 Uhr, in der Stadikirche: MissionSstunde überAerztliche Missionäre". Pfarrer Schlosser.

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