Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Lorrespoudeuz-Bllremr.
Kassel, 20. September. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin besichtigten heute Nachmittag die Wasserkünste von Wilhelmshöhe und begaben sich alsdann gegen 4 Uhr zu Wagen nach Schloß Wilhelmsthal. Das zahlreiche Publikum, welches sich in Wilhelmshöhe eingefunden hatte, begrüßte die Majestäten mit jubelnden Zurufen.
Mühlhausen L Th., 20. September. Der Kaiser vereinigte gestern nach beendigtem Manöver die Generäle und höheren Offiziere zur Kritik um sich, in welcher er das gejammte Manöver einer eingehenden Betrachtung unterzog. Der Kaiser sprach den beiden Armeecorps seine volle Zufriedenheit mit der Ausbildung und den Leistungen aller Truppen aus und hob hervor, wie sich namentlich die Reserve- Division in jeder Weise kriegstüchtig gezeigt habe. — Der commandirende General des 11. Armeecorps, General der Infanterie von Grolman I. ist ä la suite des 4. Garde- Regiments zu Fuß gestellt und dem Ches des Generalstabes der Armee, Grasen von S ch l i e f s e n II., ist unter Verleihung des Kronenordens 1. Klasse in einer Cabinetsordre der Dank für die überaus gelungene Manöver-Anlage ausgesprochen worden. Zahlreiche Beförderungen und Ordensverleihungen haben am gestrigen letzten Manövertage stattgesunden.
Hamburg, 20. September. Um 4V2 Uhr Nachmittags fand der Umzug der Hamburger Schlächter vom alten in das neue aus dem Heiligengeistseld erbaute Schlachthaus statt. Den feierlichen Zug eröffneten 4 Herolde, auf welche 100 Berittene folgten. An diese schloffen sich 52 Wagen und etwa 1500 Gesellen zu Fuß. Der Umzug erfolgte in größter Ordnung.
Altona, 20. September. Der Aus st and der Seiler und Reepschläger hat nach, einer Dauer von 25 Wochen sein Ende erreicht. Die von den Ausständigen geforderte Abkürzung der täglichen Arbeitszeit um eine Stunde haben dieselben nicht durchgesetzt, dagegen wurde von Seiten der Arbeitgeber eine Lohnerhöhung zugestanden.
Rom, 20. September. Der König antwortete auf ein Glückwunschtelegramm, welches der Bürgermeister von Rom anläßlich der zwanzigsten Wiederkehr des Jahrestages der Einnahme von Rom am 20. September 1870 an ihn gerichtet hatte, telegraphisch, er sei glücklich, daß die Feier dieses geweihten Tages für jeden Vaterlandsfreund eine Tradition, nicht nur der Stadt Rom, sondern ganz Italiens geworden sei. Der König gedenkt des Heldenmuthes aller Derjenigen, die sich für die Einheit Italiens geopfert haben und gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Vorsehung den Ausdauernden beistehen werde. In dem Bewußtsein seiner Würde und bei seiner muthvollen Zuversicht werde Italien stets bereit sein, seine Rechte zu schützen. Eine unerschütterliche Verfolgung seiner Ziele und ein hohes Pflichtbewußtsein werde Italien zur Ueberwindung der Schwierigkeiten verhelfen, die sich seinem wirthschaftlichen Fortschritte entgegenstellen.
Paris, 20. September. Von fachmännischer Seite wird in Betreff der jüngsten Manöver im Osten Frankreichs bemerkt, dieselben hätten gezeigt, daß die französische Armee im Großen und Ganzen recht ansehnliche, theilweise sogar überraschende Fortschritte gemacht habe. Ferner wird nicht ohne Befriedigung daraus hingewiesen, daß die Manöver trotz der durch dieselben, wie auch durch die Vorkommnisse aus dem Gebiete der äußeren Politik hervorgerufenen selbstbewußten Stimmung der Bevölkerung von keinerlei irgendwie bedenklichen demonstrativen Kundgebungen begleitet waren.
London, 20. September. Nach übereinstimmenden Meldungen des „Reuter'schen Bureau" aus Buenos-Ayres und des „Newyork Herald" aus Valparaiso tödtete sich Bal- maceda gestern früh um 8^2 Uhr aus der Argentinischen Gesandtschaft in Santiago durch einen Revolverschuß. Die Nachricht hat in Valparaiso große Bewegung hervorgerufen. Gestern Abend war die Stadt festlich beleuchtet.
Petersburg, 20. September. Durch einen heute veröffentlichten kaiserlichen Ukas wird der Export von Roggen, Roggen mehl und Kleie auch aus den Häsen der Gouvernements Archangelsk verboten.
Sofia, 20. September. Wie in Philippopel, so finden auch in den übrigen Städten Ostrumeliens Festlichkeiten zur Erinnerung an die Vereinigung mit Bulgarien statt.
Kouftautinopel, 20. September. Der Minister der Finanzen und der Civilliste Agob Pascha stürzte gestern Abend mit dem Pferde und starb eine halbe Stunde später.
Newyork, 20. September. Der „Newyork Herald" meldet aus Valparaiso vom 19. ds., Balmaceda habe am 29. August Santiago in der Hoffnung, aus Chile entkommen zu können, verlassen. Da er jedoch alle Wege bewacht gefunden habe, sei er am 2. September nach Santiago zurückgekehrt und habe seitdem sich daselbst in der argentinischen Gesandtschaft verborgen gehalten. Von dem von Balmaceda verübten Selbstmord habe der argentinische Gesandte, Uriburi, die Junta sofort in Kenntniß gesetzt, welche eine Commission zur Besichtigung der Leiche Balmacedas und zur Aufnahme des Protokolls nach dem Thatorte entsandte. In einem Briese an seine Mutter betont Balmaceda, er habe in dem Bewußtsein gehandelt, daß das Recht aus seiner Seite sei, seine Generäle hätten ihn verrathen- wenn man seine Befehle ausgeführt hätte, wären die Congressisten geschlagen worden. Balmaceda vertheidigt sich sodann gegen den Vorwurf der Grausamkeit. Von mehreren Grausamkeits-Acten, welche ihm zugeschriebeu würden, habe er erst nach deren Verübung erfahren. Den Rathschlägen des amerikanischen Consuls Egan, mit den Congressisten Frieden zu schließen, habe er kein Gehör geschenkt, weil er geglaubt habe, daß Egan unter dem Einflüsse derselben stehe. Der Correspondent des „Newyork Herald" betont, daß er seine Nachricht vom 14. ds., wonach
Balmaceda in der Verkleidung eines amerikanischen Marrosen von einem amerikanischen Admiral an Bord seines Schiffes genommen worden sein sollte, von einer Seite erhalten habe, die er bis dahin für vertrauenswürdig halten durfte.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 20. September. Dem „Berl. Tagebl." zufolge sollen in Zanzibar die Besorgnisse über die Lage fort-> dauern. Jedermann ist hier überzeugt, daß die Einführung der Civilregierung für die Colonie verfrüht war und eine Gefahr für uns ist. Nur durch Wißmann, glaubt man, könnte geholfen werden. Daß Gouverneur Soden über die deutsche Schutztruppe Verfügung hat, gilt als ein Mißgriff. Nur die größte Offenheit über die Lage, sowie Ueberweisung ausreichender Hilfsmittel gilt als geeignet zur Erhaltung des Errungenen.
Leipzig, 20. September. Der Verein für Gesundheitspflege wählte in den Ausschuß u. A. Oberbürgermeister Adickes-Frankfurt a. M.
Bremen, 20. September. Der große englische Dampfer „Ambaffador" ist, von Odessa mit Getteide nach Hamburg unterwegs, im Canal gestrandet. Das Schiff ist total wrack.
Tuchel (Westpreußen), 20. September. Das Gut Klein- Bislaw ist niedergebrannt. Ein Knecht verbrannte - mehrere andere Personen trugen Brandwunden davon. Ferner- verbrannten 500 Schafe, 49 Rinder, 20 Schweine und 12 Pferde.
Rom, 21. September. Aus allen Provinzstädten und Ortschaften liefen hier Meldungen ein, des Inhalts, daß der Jahrestag der Befreiung Roms gestern infolge der politischen Lage und bei Anwesenheit der Pilger in Rom, mit größerer Pracht und mehr Enthusiasmus gefeiert wurde. Der Syndikus, der Stadtrath und die Armeecommission legten osficiell am Grabe Victor Emanuels im Pantheon Kränze nieder und begaben sich hierauf nach der Porta Pia.
Paris, 21. September. Die „Lohengrin"-Vorstellung wird heute Abend wahrscheinlich ungestört verlausen. Die Polizeimaßregeln sind weniger streng. Die Zeitungen kündigten die Anwesenheit des Großfürsten Alexis bei der Vorstellung an.
Madrid, 21. September. Die Regierung ließ durch ihren Gesandten in'Chile die provisorische Regierung anerkennen.
Die kleinkalibrigen Gewehre.
Wie bereits mitgetheilt, waren laut Bericht des „Newyork Herald" die Truppen der Congreßpartei in Chile mit Mannlicher-Gewehren kleinen Kalibers bewaffnet. Es wurde ferner hervorgehoben, daß die mit rauchfchwachem Pulver hergestellte Munition hier zum ersten Male im Kriege zur Anwendung gelangte und daß die Waffe ihre große Durchschlagsfähigkeit in der Durchbohrung mehrerer hintereinander stehenden Mannschaften von ein und derselben Kugel bestens bezeuge- Es mag in Anlehnung an diesen kurzen Bericht daran erinnert werden, daß das Mannlicher-Gewehr seit dem Jahre 1888 in der österreichisch-ungarischen Armee eingesührt ist. Dasselbe besitzt ein Kaliber von 8 Mm. mit 4 muldenförmigen Zügen, welche auf 250 Mm. einen Drallumgang nach rechts beschreiben. Sein Magazin, unter dem Cylinder-Verschluß angebracht, saßt 5 Patronen, deren Hartblei-Kern mit einem Mantel von Stahl umgeben ist. Die Pulverladung für die 32 Mm. lange und 8,2 Mm. starke Patrone beträgt 2,75 Gr. rauchschwaches Pulver. Die größte beobachtete Schußweite beläuft sich aus 4000 Meter. In normaler Feuergeschwindigkeit lassen sich bei Einzelladung mit dem Gewehr 12 Schüsse, bei Repetirung und Zielen 17 Schüsse und bei Schnellfeuer ohne Zielen 35 Schüsse abgeben. Die furchtbare Durchschlagskraft der Waffe, welche vom „Newyork Herald" hervorgehoben wird, ist eine Eigenschaft aller kleinkalibrigen, mit rauchschwachem Pulver geladenen Gewehre. Bezeichnend für diese Kraft ist, daß das Geschoß unseres deutschen achtkalibrigen Magazin-Gewehrs Modell 1888 aus 100 Meter Distanz sogar bis 800 Mm. in Tannenholz hineindringt, hiermit die höchste Durchschlagskraft von allen kleinkalibrigen Gewehren bezeugend; denn beispielsweise vermag das Geschoß des französischen Lebel- Gewehrs Modell 1886 nur bis 650 Mm. und jenes des Schweizerschen Repetir-Modells 1889 nur bis zu 580 Mm. in Tannenholz einzudringen.
Bei den Untersuchungen, welche im Interesse der Behandlungen der Schußwunden von Prof. Dr. Paul Bruns in Tübingen über die Geschoßwirkung der neuen kleinkalibrigen Gewehre vorgenommen wurden, haben sich übrigens Resultate ergeben, mit denen sich die jetzt in den chilenischen Kämpfen gemachte Beobachtung, daß ein und dieselbe Kugel mehrere hintereinander stehende Menschen zu durchbohren vermag, durchaus deckt. Pros. Bruns benutzte zu seinen Versuchen daS in der belgischen Armee zur Einführung gelangte, mit einem Kaliber von 7,65 Mm. versehene Mausergewehr Modell 1889. Dasselbe besitzt ein 30,8 Mm. langes und 14,2 Gr. schweres Weichbleigeschoß mit einem Mantel von Nickel, welches mit einer rauchschwachen Pulverladung von 3,05 Gr. unter einer Anfangsgeschwindigkeit von 604 Meter getrieben wird. Die Versuche erstreckten sich u. A. auf Leichentheile. Es wurde die Gliederung einer Compagnie in Gesechtssormation nachgeahmt, bei welcher je zwei Glieder mit 64 Zentimeter Abstand unter sich und 2 Meter Abstand von einander marschiren. Dementsprechend wurde eine Anzahl Leichentheile in gerader Linie hintereinander ausgestellt. Hierbei ergab sich dann, daß das Geschoß aus 100 Meter Distanz fünf Leichen der Reihe nach durchdrang, bei dreien Splitterbrüche gefährlichster Art erzeugend und schließlich noch einen Sack mit Sägemehl durchschlug- bei Schüssen aus 400 Meter Distanz drei oder vier Leichen und sogar noch bei einer Distanz von 1200 Meter zwei bis drei hintereinandergestellte Körper - theile unter Splitterbrüchen durchbohrte.
Mit dieser furchtbaren Durchschlagskraft der kleinkalibrigen, ! von rauchschwachem Pulver getriebenen Geschosse hat man in
allen künftigen Kämpfen zu rechnen. Sie werden scheinbar ein gewaltiges Menschen-Material verbrauchen. Und doch ist nach Bruns Ansicht das neue Kleinkaliber-Gewehr die humanste Waffe, denn die Schußwunden sind rein und glatt und wahren wegen der geringen Weite des Schußcanals eher den subcutanen Character, so daß der Heilungsverlauf sich günstiger gestalten und Verstümmelung und Verkrüppelung häufiger vermieden werden.
totales nnd j)voVsnzieLes.
Gießen, 21. September.
— Sitzung Großh. Handelskammer vom 11. September 1891. Anwesend waren die Herren Ko ch , Scheel, Gail, Heichelheim,Homberger,Katz,Klingspor,Wortmann. Bor Eintritt in die Tagesordnung theilt der Vorsitzende der Kammer das Ableben des Herrn Handelskammer- Präsidenten Lucan in Hanau mit. Er schilderte die vielfachen Verdienste des Verstorbenen namentlich auch als Mitglied des Bezirkseisenbahnraths in Frankfurt a. M. und Hannover, sowie des Eisenbahnraths in Darmstadt und erwähnte in dankbarer Weise seiner steten Bereitwilligkeit in Unterstützung unserer speciellen Jntereffen. Durch Erheben von ihren Sitzen gaben die Mitglieder Großh. Handelskammer ihrem Bedauern um sein Hinscheiden und als Zeichen ihres ehrenden Andenkens Ausdruck. — Seitens der Handelskammer Mannheim ist der Kammer eine Eingabe zur Unterstützung" zugegangen, in welcher das preußische Ministerium für Handel und Gewerbe ersucht wird, daraus hinwirken zu wollen, daß der projectirten internationalen Tarifdelegation zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Belgien und den Niederlanden auch ein internationaler Ausschuß der Verkehrsinteressenten angefügt werde, damit die Beschlüsse der internationalen Tarifdelegation auch immer die entsprechende Rücksicht auf die thatsächlichen Verhältnisse in Industrie, Handel und Land- wirthschaft nehmen können. Die Eingabe hat die Billigung der Kammer gefunden und soll demgemäß unterstützt werden. — Auf Anregung der Pfälzischen Handels- und Gewerbekammer in Ludwigshafen wird beschlossen, an Großherzogliches Ministerium das Ersuchen zu richten, auf die Einführung einer einheitlichen, auf metrischem System beruhenden Garn- nummeriruug hinwirken zu wollen. — Zur Einzelausführung empfiehlt die Kammer die von dem ständigen Ausschüsse des deutschen Handelstags in seiner Sitzung vom 23. April 1875 gefaßten Beschlüsse. — Zum projectirten Umbau des Güterbahnhofes der Main-Weser-Bahn wird beschlossen, durch eine Eingabe Großherzogliches Ministerium zu ersuchen, daraus hinwirken zu wollen, daß bei dem neuen Project auf die Errichtung von Lagerhäusern gebührende Rücksicht genommen werde. . et
— Das Regiment,Kaiser" ist gestern Abend mittelst dreier Extrazüge äu5 dem 'Manöver zurückgekehrt. Die Uebernahme der Chefstelle' d^s Regiments durch Se. Majestät den Kaiser war für das zahlreich aus den Straßen versammelte Publikum Veranlassung, das Regiment bei seinem Einzüge durch laute Zurufe zu begrüßen. Viele Häuser der Stadt waren beflaggt. Heute wurden die Reservisten entlassen.
— Am letzten Manövettage, an welchem der Kaiser zwischen Mühlhausen und Schlotheim i. Th. das 11. Armeecorps gegen das 4. befehligte, trug derselbe die Uniform des 2. Großh. Hess. Infanterie-Regiments „Kaifer" Nr. 116.
— Verhaftung. Ein des in der Nacht vom 26. auf den 27. v. Mts. im Hotel Schütz dahier verübten Einbruchs- diebstahls Verdächtiger wurde gestern Abend hier verhaftet.
— Schlägerei. Ein gestern Abend gelegentlich der Tanzmusik in einer Wirthschast an der Grünbergerstraße zwischen zwei Arbeitern entstandener Streit wurde ans dem Weg nach Hause in der Licherstraße dadurch zum Austrag gebracht, daß der eine in den Hof seines Arbeitgebers lief, ein Sielscheit holte und damit seinem Gegner einen Hieb auf den Kopf versetzte, daß der Mann zur Erde fiel. Der Verletzte wurde in seine Wohnung, der Thäter in das Haftlocal verbracht.
— Ein Aufruf wendet sich an die deutschen Frauen, einem Bunde zur Abwehr der Mode, Vögel als Kleiderputz zu verwenden, beizutreten. Das Protectorat über diesen „Deutschen Bund gegen den Vogel-Massenmord für Mode- zwecke" hat die Frau Herzogin Wilhelm von Mecklenburg übernommen und dem Bund bereits 100 Mk. zugewandt.
— Die Herbstzeitlose tritt jetzt wieder in großen Massen aus den Wiesen auf und wird, wegen ihres hübschen Aussehens, vielfach von Kindern gepflückt. Wir machen wiederholt daraus aufmerksam, daß sowohl in den Wurzeln, als in dem Samen dieser Pflanzen das giftige Colchicin enthalten ist und diese deshalb in den Händen von Kindern zu Vergiftungen Anlaß geben können.
§ Rieder Moos, 19. September. Heute wurde der in hiesiger Gemarkung gelegene große Karpfenteich gefischt. Das Ergebniß war ein sehr zufriedenstellendes. Eingesetzt wurden vor zwei Jahren 3600 Stück zweijährige Strecklinge. Die Karpfen wogen durchschnittlich 2 bis 4 Pfd. per Stück, so daß meistens 36 Stück auf den Centner gingen. Verkauft wurden die Fische zu 50 Mk. per Centner. Dieser Karpfenteich, welcher ca. 120 hessische Morgen groß ist, rentirt sich also (wie alle anderen Fischteiche in hiesiger Gegend) besser, als alle Gras-, Nadel- und Laubholz-Flächen. Besonders werden auch gerade die Karpfen aus den in hiesiger Gegend befindlichen Fischteichen von auswärtigen Händlern sehr gesucht, indem diese Fische ein sehr schmackhaftes Fleisch liefern.
Bad-Nauheim, 15. September. Seit einigen Wochen machen geheimnißvolle Diebe unsere Villen unsicher- deren Specialität sind Genußmittel, Speisen und Getränke. Es wird zu diesem Behufe in Küche und Keller eingestiegen oder eingebrochen. Andere Gegenstände, wie Wäsche, Kleider, Küchengeräthe 2c. reizen die Habgier der geheimnißvollen Eindringlinge nicht. So wurden nach und nach die Villen Karolo,


