Ro», 20. Mai. Dem Journal „Italia Militare" zufolge wird nunmehr das in allen Details sertiggestellte Modell des kleinkalibrigen neuen Gewehrs umfassend erprobt und die Ankündigung des Kriegsministers, daß die Fabrikation desselben Anfangs 1892 beginne, dadurch bestätigt.
Mailand, 20. Mai. Die Verhandlungen zur Beilegung des Seide nspinner-Strikes in Como haben zu einem befriedigenden Ergebniß geführt, da die Fabrikanten den redu- cirten Tarif von 1890 vorerst für vier Monate bewilligt haben. Einige untergeordnete Fragen, die noch zu erledigen bleiben, bieten keine besonderen Schwierigkeiten und ist der Ausstand somit als beendet zu betrachten.
Paris, 20. Mai. Der französische Botschafter beim Batican übersandte Carnot ein reich ausgestattetes Exemplar der Encyclica des Papstes über die sociale Frage nebst einem Handschreiben des Papstes. — Der serbische Gesandte machte der französischen Regierung offiziell Mittheilung von der Ausweisung der Königin Natalie.
Brussel, 20. Mai. Das Zuchtpolizeigericht verur- th eilte heute 75 anläßlich der Unruhen vor der Börse Verhaftete zu 2 bis 6 Wochen Gesängniß.
Brüssel, 20. Mai. Das „Jourral de Bruxelles" meldet, Portugal und der Congostaat seien zu einem Einvernehmen gelangt, dessen Unterzeichnung unmittelbar bevorstehe. Danach solle die Südgrenze des Congostaates den 8. Parallelgrad südlicher Breite bis zu dessen Kreuzung mit dem Kassaifluß und darauf das rechte User des letzteren entlang laufen.
Charleroi,' 20. Mai. Die Nachricht von dem Beschluß der Centralsection betreffs der Verfassuugs-Revision wurde hier mit großer Befriedigung ausgenommen. Die Führer der Arbeitervereinigungen beabsichtigen, den letzteren die Wiederausnahme der Arbeit zu empfehlen.
Charleroi, 20. Mai. Etwa 8 00 Kohl engrub en- arbeirer nahmen heute Morgen die Arbeit in Chatelet, Fleurus, Jumet und Gilly wieder auf. In den Kohlenbecken von Charleroi striken etwa 29,000 Mann. Der Strike dauert voraussichtlich nicht mehr lange. Keinerlei Zwischenfall hat sich in den Kohlenbecken des Centrums ereignet. Die Lage ist gegen gestern unverändert.
London, 20. Mai. Die deutsche Ausstellung wurde gestern von 11000 Personen besucht.
Bukarest, 20. Mai. Dem Leichenbegängnisse B r a t i a n o s wohnten der Thronfolger und der Erbprinz von Hohenzollern, sowie die Minister des Aeußeren und des Krieges bei. — Die Königin Natalie trifft Nachts in Turn Severin ein und reist sofort nach Galatz weiter, von wo sie sich per Eisen- % bahn nach Jassy begibt.
Belgrad, 20. Mai. Auch heute wurden die Oppositionsblätter consiscirt. Die Eisenbahnzüge wurden auf der Eisenbalmbrücke untersucht, weil man die heimliche Rückkehr der Königin befürchtete.
Belgrad, 20. Mai. Der Polizeipräfect von Belgrad d emissionirte. — Die Königin Natalie übergab vor ihrer Entfernung einem hiesigewAdvocaten eine vorbereitete Klageschrift wegen Verletzung der staatsbürgerlichen Rechte mit dem Auftrage, dieselbe dem Staatsanwalt zu überreichen.
Belgrad, 20. Mai. Die Ruhe ist seit gestern nicht mehr gestört worden. Um Zuzüge von außen zu verhindern, sind militärische Maßnahmen getroffen.
Semlin, 20. Mai. Beim Abschiede bat die Königin Natalie ihre Freunde, für das Wohl des Königs zu sorgen. General Horvativic versprach, den König mit seinem Blute zu schützen. Als der Wagen am Landungsplätze ankam, versuchte die Menge den Polizeicordon zu durchbrechen, wich aber zurück, als die Polizisten blank zogen.
Semlin, 20. Mai. Die Königin Natalie ließ vor ihrer Abreise den Behörden für ihre freundliche Aufnahme danken. Die Abfahrt erfolgte ans dem Dampfer „Kasan".
Semlin, 20. Mai. Die Königin Natalie hielt sich
„Was ist denn los? was ist Dir?" fragt Fritz.
„Ach Gott, ach Gott, Lotze ist im Laden — nun ist alles vorbei, ach Himmel, mein Fritz, rette Dich!" so stieß Grethchen zitternd und athemlos hervor, und die braunen Aeuglein, aus denen schon hurtig die Thränen stürzten, hefteten sich verzweifelnd, hilfesuchend auf Fritz, der offenen Mundes die gräßliche Schreckensbotschaft anhörte. — Was thun? Vor dem Fenster ist leider ein Gitter — gefangen, — gefangen!
„Nur Ruhe, Kind, die Sache wird schon schief gehen, Ruhe! Aber ä propos, es sollte das erste Mal sein, daß wir in der Patsche blieben!"
Mit diesen tröstlichen Worten, in denen doch trotz des schönen Inhalts ein ganz klein wenig Erregung klang, erhob er sich und zog, sichtlich krampfhaft geistig arbeitend und einen Ausweg suchend, langsam die rothen Handschuhe an. — Der Augenblick genügte, dann trat er stolz erhobenen Hauptes in den Laden, während das arme Mädchen bebend und schluchzend auf einen Stuhl sank und die Händchen faltete zu bangem, inbrünstigem Stoßgebetlein.
Wie der zürnende Donnergott, ehe er den Todesblitz schleudert, stand hochaufgerichtet, funkelnden Auges, wuth- fchnaubend und nach Athem ringend, der gewaltige Hausherr im Laden. Welcher Schuldige sollte nicht Entsetzen fühlen beim Anblick eines solchen Richters?
Aber mit einer trockenen Ruhe und Urgemüthlichkeit begann Fritz, kurz sich räuspernd und freundlich lächelnd:
„Es ist sehr schönes Wetter draußen heute, Herr Lotze! Gehen Sie nicht ein bischen spazieren?"
„Wie? - Was? Sie erstechen sich, mein Herr! Was soll das heißen?"
Wie der Schrei eines Raubthieres erklangen diese donnernden Worte aus dem Munde des Hausherrn, der, aus das Aeußerste gereizt durch solche Unverfrorenheit, kaum Worte fand.
(Schluß folgt.)
in strengster Zurückgezogenheit in ihren Gemächern und em- l pfing gestern unausgesetzt Besuche ihrer Anhänger. Unter denselben befanden sich Garaschanin, General Horvatovitsch, Franassovitsch, Oberst Orescovitsch und Professor Stanojevitsch. Heute früh um 8 Uhr brachte ein Dampfer abermals über 1000 Belgrader, darunter verschiedene Deputationen. Aus 10 Uhr war die Abfahrt mittelst eines Sonderdampfers nach Turn Severin anberaumt - von da geht es weiter nach Galatz und Odessa. Der Weg zum Landungsplatz war polizeilich abgesperrt, in den Straßen herrschte lebhafte Bewegung. Sechszig an den Excessen in Belgrad betheiligte Hochschüler sind hierher geflüchtet.
Newyork, 20. Mai. Eine Versammlung der ausständigen Bergleute in Scotrdale (Pensylvanien) beschloß gestern die Fortsetzung des Strikes. Zwei widersprechende Arbeiter wurden schwer mißhandelt. Die Feuerwehr schleuderte Wasserstrahlen gegen die Menge. Die Friedensrichter, welche ihr Ansehen geltend machen wollten, wurden von der Menge zu Boden geworfen, von der Polizei aber gerettet.
Konstantinopel, 20. Mai. Das gestrige erste Concert des Wiener Männergesangvereins im Garten der österreichischen Botschaft hatte einen glänzenden Erfolg. Die Diplomatie, sowie zahlreiche türkische Hofwürdenträger und Beamte wohnten demselben bei.
Sansibar, 20. Mai. Nachdem der neue Gouverneur von Deutsch-Ost-Afrika, Frhr. v. Soden, gestern dem Sultan von Sansibar einen officiellen Besuch gemacht hatte, erwiderte dieser denselben.
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Gießen, 21. Mai.
— Aus der Garnison. Major Schmidt, beauftragt mit den Functionen des etatsmäßigen Stabsoffiziers des 2. Großh. Hess. Jns.-Regts. (Großherzog) Nr. 116 wurde unter Ernennung zum etatsmäßigen Stabsoffizier des Regiments zum Oberstlieutenant besördert. — Premierlieutenant Lintpaintner wurde unter Beförderung zum Hauptmann und Compagnie-Chef in das Jns.-Regt. von der Marwitz (8. Pommersches Nr. 61) versetzt, Seconde- Lieutenant Frhr. v. Dalwig zum Premier-Lieutenant besördert. — Hauptmann v. Kurnatowiski wurde unter Beförderung zum überzähligen Major dem 2. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 aggregirt. — Hauptmann Deter vom 3. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Leib-Regt.) wurde in das 2. Gr. Hess. Jns.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 versetzt.
— Es war bei dem leider so überaus schlechten Feiertagswetter, das eher für Weihnachten als für Pfingsten eingerichtet war, nicht zu verwundern, daß die Beiheiligung an dem vom Marburger und Gießener Geschichtsverein unternommenen Ausflug am 19. Mai geringer war, als bei früheren ähnlichen Gelegenheiten. Dafür aber war der Zuzug durch Hanauer Geschichtsfreunde um so stärker. Es boten die beiden alten Städte Gelnhausen und Büdingen so viel des Sehenswerthen und war die Führung durch sachverständige Einheimische so zweckmäßig, daß trotz der Kürze der Zeit doch das Wesentliche eingehend besichtigt werden konnte. In Gelnhausen galt der erste Gang natürlich den wenigen, aber immer noch prachtvollen Resten der Barbarossaburg, daraus dem wiederhergestellten romanischen Hause und der prachtvollen Kirche; auch der Gang durch und um die Stadt mit ihren theilweise erhaltenen Mauern bot viel Sehens- werthes, namentlich war der Blick von dem halbrunden Thurm auf Stadt und Gegend entzückend. In Büdingen war durch das an diesem Tage stattfindende Schützenfest die Besichtigung des Schlosses etwas beeinträchtigt, aber es ist mit herzlichem Danke anzuerkennen, daß sie nicht ganz unmöglich wurde. Ritter- und Speisesaal sind sehenswerth, aber einzig in ihrer Art ist die Schloßcapelle, sowohl in architectonischer wie künstlerischer Beziehung. Die geschnitzten Chorstühle sind Meisterwerke der Holzschnitzerei. Auch hier bot wieder ein Gang um und durch die Stadt eine große Menge malerischer Ansichten, die auch geschichtlich und architectonisch von Bedeutung sind. Nur zu früh mußte wieder geschieden sein und der Heimweg angetreten werden.
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 16. l. Mts. den Amtmann Gustav Röm Held zu Gießen zum zweiten Beamten bef Cabinetsdirection mit dem Titel eines Cabinetssecretärs zu ernennen. — Der Stationsgehilse Friedrich Zimmermann aus Vaitsham wurde zum Stationsassistenten bei den Oberhessischen Eisenbahnen, der Controllgehilse bei der Main- Neckar-Eisenbahn Robert Neumann aus Stollberg zum Calculator bei den Oberhess. Bahnen ernannt.
-r. Elpenrod, 21. Mai. Am 18. d. Mts. Nachmittags brach dahier in einem zur Aufbewahrung von Holz und Futter bestimmten Anbau auf unbekannte Weise Feuer aus.
-r. Eifa, Kr. Alsfeld, 19. Mai. Der 36jährige Schreiner- Schwalm hat sich am 15. d. Mts. in den Sträuchen an der Straße nach Alsfeld erhängt.
| Lich, 21. Mai. Gestern fand in Gr. Präparandenschule die Aufnahmeprüfung für die II. Klasse dieser Anstalt statt. Diese Klasse zählt nunmehr 25 Schüler, während sich in der I. Klasse 29 Schüler, mithin in beiden Klassen 54 Schüler befinden. Nach der Consession vertheilen sich dieselben in 44 Evangelische, 6 Katholiken und 4 Israeliten.
Vom Vogelsberg, im Mai. Zum Besuch des Vogelsberges ist eben die schönste Jahreszeit. Die Wiesen erglänzen in saftigem, dunklem, die herrlichen Buchenwälder in Hellem Grün, dazwischen die zahlreichen blühenden Kirschen, bene, sich in den niederen Regionen bereits Aepfel und Birnen anschließen. In den höheren Theiten sind, wie uns ein Besuch Ulrichsteins und Umgegend lehrte, die Kirschbäume jetzt gerade int schönsten Schmuck. Auch der unvergleichliche Oberwald ist beinahe ganz ergrünt, wenn auch in einzelnen sehr hoch gelegenen Stellen Buchen und namentlich Eichen noch etwas
zurück sind. Die Lust ist rein und klar, die Temperatur zu Fußwanderungen eben gerade recht, nicht zu kalt und nicht zu heiß. Die Verpflegung in Büdingen, Gedern, Schotten, Laubach, Ulrichstein und dem Hohenrodskopfhaus entspricht allen nicht zu hoch gestellten Erwartungen.
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* Salzschlirf, 2l. Mai. Wo und wie weit von Schlitz liegt das Bad Salzschlirf? lauteten die an hiesige Ortsbehörde und Badeverwaltung aus allen Gegenden Deutschlands eingegangenen (und noch eingehenden) Anfragen, als die Nachricht die Runde durch die Presse machte: Seine Majestät der Kaiser treffe am 9. d. Mts. auf hiesiger Station zum Besuche des Grasen Görtz-Schlitz ein. — Unser Badeort ist die zweite Station von Fulda an der Bahnstrecke Fulda-Gießen und liegt idylisch in einem von bewaldeten Höhen umschlossenen lieblichen Wiesenthale, in welchem die beiden Gebirgsbäche Lauterbach und Altefeld zusammenfließen und das Flüßchen Schlitz bilden, an dem 1>/2 Stunden abwärts die Stadt und der Herrschastssitz des Grasen Görtz-Sch litz liegt. — Als bei der abendlichen Ankunft der Kaiser mit dem ihn empfangenden Grasen Görtz in offenem Wagen nach Schlitz den hiesigen Kurpark entlang fuhr, erglänzte dieser mit all' seinen Kurgebäuden in strahlendster Beleuchtung, während ringsum die nahen Waldeshöhen in bengalischem Rothseuer erglühten, sodaß Se. Majestät sichtlich angenehm überrascht war. Dem Großvater des jetzigen Grasen Görtz verdankt Salzschlirf die Begründung seines Bades, tndem derselbe die Bonifaciusquelle fassen und zu Trink- und Badekuren zuerst in Anwendung bringen ließ. Als stärkste aller existirenden Lithionquellen ist der Boni- faciusbrunnen das anerkannt wirksamste Heilmittel gegen Gicht, Rheumatismus, Nieren-, Gries- und Steinleiden, Leberund Magenleiden.
*x Frankfurt a. M., 17. Mai. Die Internationale electrotechnischeAusstellung ist gestern Mittag 12 Uhr vor einem zahlreich geladenen Publikum eröffnet worden. Von Fürstlichkeiten nahmen an der Eröffnungsfeier Theil: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog von Hessen, Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich mit der Prinzessin Margarethe, die Landgräfin von Hessen,- ferner waren erschienen: Oberpräsident Gras Eulenburg aus Kassel, Regierungspräsident von Tepper- Laski aus Wiesbaden, sowie die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden. Nachdem die Fürstlichkeiten unter dem Thronhimmel vor der Hauptrestauration Aufstellung genommen hatten, hielt der Vorsitzende des Ausstellungsvorstandes, Herr L. Sonnemann, eine Ansprache; ihm folgte der Finanzminister Miquel, nach dessen Ansprache die Ausstellung für eröffnet erklärt wurde. — Oberbürgermeister Adickes brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Hierauf begann der Rundgang durch die Ausstellung. Der Großherzog von Hessen und der zweite Präsident der Ausstellung, Herr Oscar von Miller, führten die Kaiserin Friedrich, der erste Präsident, Herr Sonnemann die Landgräfin von Hessen, worauf die übrigen Fürstlichkeiten und die anwesenden Würdenträger, begleitet von Vorstandsmitgliedern, folgten. Zuerst begaben sich die Herrschaften in die telegraphische und telephonische Ausstellung der deutschen Reichspost. Zunächst hörten sie die telephonische Uebertragung der Oper „Le roi Pa dit“ von Delibes vom Münchener Hofoperntheater; die Uebertragung war sehr gut gelungen und befriedigte die Zuhörenden außerordentlich. Es folgte Edisons Phonograph, der ein englisches Volkslied zum Besten gab und gleichfalls Beifall sand. Weiter beobachtete die Kaiserin mit regem Interesse eine sunctionirende Kabelleitung mit starken Electromagneten (Seekabel) und besichtigte später die historische Postausstellung. Die Kaiserin, die übrigen Fürstlichkeiten und hohen Beamten spendeten der Ausstellung ihre volle Anerkennung. Während der Besichtigung begann es stark zu regnen, so daß--bie Fortsetzung des Rundganges unterbleiben mußte und die Herrschaften zur Eisenbahn-Ausstellung die Wagen zu benützen gezwungen waren.
*nn. Darmstadt, 19. Mai. Die dritte Gesellenprüfung des Ortsgewerbvereins Darmstadt, welche in den letzten Tagen von den Mitgliedern der Gesellenprüfungs-Commission stattgefunden hatte, wurde heute durch die Uebergäbe der vom Landesgewerbeverein genehmigten Gesellenbriefe in äußerst feierlicher Weise zum Abschluß gebracht. Um 11 Uhr versammelten sich in der Aula der Großherzogl. Realschule die Mitglieder des Gewerbvereins, Jnnungsmeister, die Lehrmeister, sowie die Eltern der Lehrlinge. Außerdem waren dabei anwesend der Präsident der Großh. Centralstelle für die Gewerbe Geh. Baurath Sonne, die Vorsitzenden des Ortsgewerbvereins Dr. Schröder und Stadtverordneter Rockel, sowie der Director der hiesigen Handwerkerschule Dr. Maißel und Vertreter der Stadt. Nach den einleitenden Mittheilungen des Vorsitzenden der Gesellenprüfungs-Commission, Professor Lincke hatten sich 76 Bewerber für die diesmalige Prüfung gemeldet,- eine Zahl, welche besser als Alles andere dafür spricht, daß man gerade in den Kreisen des Kleinhandwerks von der Nützlichkeit dieser segensreichen Einrichtung durchdrungen ist. Von diesen 76 Bewerbern haben 66 die Prüfung unter der Aussicht der hierzu ernannten Prüsungsmeister zur Durchführung gebracht, so daß diesen der Gesellenbrief theilweise mit der Note „gut" und „sehr gut" heute ausgehändigt werden konnte. An den diesmaligen Prüfungen waren fast alle Gewerbe des Handwerks vertreten, während die Fabrikindustrie sich nur schwach betheiligt hatte. Von den ausgestellten Prüfungsarbeiten sind einige wahrhafte Musterleistungen und nahm auch der Vorsitzende Veranlassung, hierauf hinzuweisen, nachdem derselbe noch weiter mittheilte, daß auch die Großherzogl. Staatsregierung, in weiser Fürsorge um die Hebung des Handwerks und seiner gewerblichen Entwickelung, einen namhaften Geldbetrag für die Gesellen- Prüsungen verwilligt habe, wofür ihr der Dank aller Ge- werbtreibenden auszusprechen sei. Auch der Präsident der Großherzogl. Centralstelle für die Gewerbe, Geh. Baurath


