Ausgabe 
21.10.1891
 
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Mittwoch den 21. Oktober 1891

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Gießener Anzeiger

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Amtlichem Theil

Seae|eit ein Anzeige« zu bet Nachmittag» für bto

IMynbte Lag erscheinen den Nummer bi» vor«. 10 Uhr.

lobte Frehcinet, dessen Werk eine Besriedigung des Patrio­tismus ergebe, indem Frankreich durch seine schöne Armee sich dem Elsaß nähere.

Belgrad, 18. October. Das amtliche Blatt veröffent­licht die Einberufung der zweiten ordentlichen Skupschtina zum 13. November nach Belgrads

Deutsches Reich.

Berlin, 19. October. Der Colonialrath tritt am Nachmittag des 21. October zu Berlin in den Räumen des Auswärtigen Amtes zusammen. Die genannte Körperschaft wird zunächst durch die Erörterung der Budgetanschläge für die verschiedenen deutschen Colonialgebiete in Anspruch ge­nommen werden, daneben werden den Colonialrath aber auch verschiedene andere Fragen colonialpolitischer Natur beschäf­tigen. Seine Verhandlungen dürsten daher auf alle Fälle einen beachtenswerthen Vorläufer für die Colonialdebatten in der Wintersession des Reichstags abgeben.

Am vorigen Sonntag haben in der Schweiz wieder einmal zwei große Volksabstimmungen stattgefunden. In der einen Abstimmung handelte es sich um das Bank­notenmonopol, in der anderen um den neuen Zoll­tarif, und in beiden Fällen hat die eidgenössische Bundes­regierung den Sieg davongetragen. Denn das Banknoten- Monopol wurde mit 213,264 gegen 128,320 Stimmen und der Zolltarif mit 204,821 gegen 128,584 Stimmen an­genommen. Letzteres Resultat namentlich erscheint um so bemerkenswerther, als die Gegner des neuen schweizerischen Zolltarifs eine ungemein rührige Agitation entfalteten, um denselben zu Falle zu bringen; trotzdem ist er nunmehr mit der ansehnlichen Mehrheit von 76,000 Stimmen angenommen worden. Wegen dieser wichtigen Abstimmung waren seiner­zeit die Wiener Verhandlungen über den deutsch-österreichisch- schweizerischen Handelsvertrag unterbrochen worden; nun können sie wieder ausgenommen werden, da ja dassou- veraine" Schweizervolk den neuen Zolltarif, welcher diesen Verhandlungen zu Grunde liegt, mit großer Mehrheit ge­nehmigt hat.

Die czechische Ausstellung in Prag ist am Sonntag unter großen Kundgebungen des versammelten Pub­likums für den Kaiser Franz Joses geschlossen worden. Gott sei Dank, daß dieser czechische Rummel nun glücklich zu Ende ist. Die Prager Ausstellung sollte bekanntlich den famosen Ausgleich zwischen Czechen und Deutsch-Böhmen besiegeln na, man weiß ja, wie es mit diesem Ausgleich steht, und daß die Prager Ausstellung nichts weniger als die Besiegelung desselben darstellt, hat das Fernbleiben der deutsch-böhmischen Industriellen und Gewerbetreibenden zur Genüge gezeigt.

Alle Xrmottcnf Vertrau? M In- trab Lu»Nmk» nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger- aitgcy*.

Ausland.

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Paris, 18. October. Bei dem in Bussang anläßlich ber Eröffnung der neuen Eisenbahnstrecke veran­stalteten Banket toastete Jules Ferry auf die Bevölkerung der Vogesen, indem er hervorhob, ein großes Volk sei wie eine große Industrie; beide müßten geeignete Werkzeuge haben. Er empfinde keine Gewissensbisse über die für die Eisenbahnen verausgabten Millionen und beglückwünschte den Minister der öffentlichen Arbeiten dafür, daß derselbe nicht die Mühe scheue, überall gegenwärtig zu sein. Meline be­

aus einem activen und zwei Landwehr-Bataillonen besteht. Jedes Armeecorps stellt vier Mischregimenter, deren Zahl demnach 72 betragen wird.

Paris, 19. October. Heute Vormittag stieß in Rouen ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. Beide Locomotiven und mehrere Waggons sind zertrümmert. Mehrere Personen sind verletzt, ein Schaffner schwer.

Kopenhagen, 19. October. Ritzaus Bureau meldet: Die russische Kaisersamilie, das dänische Königspaar und die Prinzessin Wales mit Töchtern reisen am 29. October aus demPolarstern" nach Danzig, von da über Warschau nach Livadia. Von dem dänischen Königspaar wird daselbst ein einmonatlicher Aufenthalt beabsichtigt, bis nach der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares.

Depeschen desBureau Herold".

Berlin, 19. October. DieNordd. Allg. Ztg." berichtet: Nach dem Ablauf der Trauerzeit wird das württem- bergischeKönigspaardas Kaiserpaar in Berlin besuchen.

Berlin, 19. October. DasBerl. Tagebl." meldet aus Zanzibar: Lieutenant Prince begab sich mit 80 schwarzen Soldaten der Schutztruppe in das Innere zum Schutz der katholischen Mission bei Kondoa und Tununguu. In Zanzibar ist das Gerücht verbreitet, Emin Pascha befinde sich im Gebiet der englischen Seeen.

Berlin, 19. October. Nach derNational-Ztg." sind die Nachrichten aus Oberschlesien über den bevorstehenden Abschluß der Kohlenconvention unrichtig. Es liege dort kein Anlaß für solche Maßregeln vor. Die Kohlen­convention sei auch unmöglich, weil die fiscalischen Gruben den größten Theil der Kohlenförderung in Händen haben. Der jetzige Wagenmangel in Oberschlesien resultire aus der vierwöchentlichen Verspätung der Rübenernte, welche 1100 Wagen täglich erfordere gegen 600 im Vorjahre.

Berlin, 20. October. Nach derNordd. Allg. Ztg." liegt der sertiggestellte Entwurf des Volksschulgesetzes nunmehr dem Staatsministerium vor.

DasBerl. Tagebl." meldet aus Bern: In schweizeriscyen Bundesrathskreisen erwartet man die Eröffnung der Handelsvertrags-Verhandlungen zwischen der Schweiz und Italien schon für die nächste Zeit. Betreffs Wiederaufnahme der Unterhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich mit der Schweiz wird die Initiative von ersteren erwartet, da s. Zt. der Abbruch der Verhandlungen von diesen erfolgte.

Berlin, 20. October. Nach derVoss. Ztg." beträgt die Gesammtsumme für die Befestigung Helgolands angeblich 10 Millionen. Die Begründung dieser Forderung wird dem Reichstag in einer Denkschrift unterbreitet.

Erfurt, 19.October. Socialisten-Congretz. Schmidt- München erklärt, die Münchener Genossen müßten Vollmar desavouiren, sie erwarteten aber Vollmars Unterwerfung unter die Entscheidung der Partei. Die Münchener sind aber gegen Specialisirung jeder Programm-Uebertretung und gegen den AntiM Oertel. Parteisecretär Fischer führt aus, das sei undiscutirbar, weil es selbstverständlich sei, daß der Antrag Oertel, welcher Vollmars Tacük verwirft, keine persönliche Spitze habe. Die Annahme des Antrags Oertel ist gesichert, ebenso die Unterwerfung Vollmars. Die weitere Discussion über die Tactik berührt die Gewerkschaften. Das Veranlassen leichtsinniger Streiks und das Genoffenschafts­gründungsfieber wurde getadelt.

Erfurt, 19. October (Abends). So cialistent ag. Vollmar hielt eine sehr einlenkende Rede, worin er erklärt, er sei mit Bebel einverstanden. Er bestand aber am Schluß unerwartet' auf der Ablehnung des Antrages Oertel, sonst habe er zum letztenmal vor den Parteigenossen gesprochen. Bebel sprach in langer meisterhafter Rede für das Amen­dement , das der persönlichen Spitze entbehre. Ehrhardt- Ludwigshafen beantragt, da Vollmar sich heute auf den Boden der jetzigen Tacük gestellt, über den Antrag Oertel zur Tagesordnung überzugehen. Es wurde eine Resolution Bebels angenommen und ein modus vivendi hergestellt. Von der Opposition wurde eine Erklärung erlassen, wonach sie nicht mehr Mitglieder dieser Socialdemokratie seien.

Wien, 19. October. Das Kriegsmini ft erium be­schloß principiell die Verringerung des Calibers der Magaziner­gewehre auf 54/2 mm. Die Schießversuche mit diesem Caliber ergaben überraschende Ergebnisse.

Wien, 20. October. DiePolit. Corresp." meldet aus Athen, der König habe Virchow anläßlich seines Geburts­tages das Großkreuz des Erlöserordens verliehen.

Prag, 19. October. Nach dem Schluß der Landes- Ausstellung ereigneten sich wieder Pöbel-Excesse. Auf dem Ausstellungsplatze sollte eine Militärcapelle, auf Geheiß

Einladung.

Zu zahlreicher Theilnahme an der

Donnerstag, 22. Oktober 1891, Borm. 11 Uhr im Negierungsgebäude dahier stattfindenden General-Versamm­lung des Vereins zur Unterstützung und Besse­rung der aus Strafanstalten Entlassenen beehren wir uns die Mitglieder des B^irksvereins Gießen hiermit noch besonders aufzufordern.

Die Bezirks-Vereins-Commission Gießen.

v. Gagern.

Bekanntmachung,

betr. die Zulassung der K. K. privilegirten Lebensversiche- rungSgesellschaftOesterreichischer Phönix" in Wien zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hessen.

ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz der St K. privilegirten LebensversicherungsgesellschaftOester­reichischer Phönix" in Wien für Lebens-, Aussteuer- und Ren- tenversicherungen die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Groß­herzogthum Hessen auf Widerruf ertheilt hat.

Gießen, den 19. October 1891.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Torresponbmz-Bureau.

Berlin, 19. October. DerReichsanzeiger" publicirt ein kaiserliches Telegramm an Professor Helm­holtz mit der Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädicat Excellenz. Das Telegramm besagt: Ihr stets den reinsten, höchsten Idealen nachstrebender Geist ließ in seinem hohen Fluge alles Getriebe von Politik und den damit verbundenen Parteiungen weit hinter sich zurück. Ich und mein Volk sind stolz darauf, solch bedeutenden Mann unser zu nennen. Ich habe den Geburtstag meines heiß­geliebten, unvergeßlichen Vaters zu dieser Anerkennung ge­wählt, wohl wissend, wie hoch er Sie schätzte, ein wie treu ergebener Freund und Unterthan Sie ihm waren. Möge Gott uns Ihr theures Leben noch lange zum Wohl Deutsch­lands und der gesummten Welt erhalten. DerReichsanzeiger" publicirt ferner den Dank des Prof. Helmholtz, welcher die Auszeichnung im Augenblick der Abreise nach Frankfurt a. M. erfuhr.

Berlin, 19. October. Reichsgerichtsrath S t o l t e r f o t h ist vom Bundesrath für das Amt eines Mitglieds des kaiser­lichen Disciplinarhofes, der Oberlandesgerichtsrath Blasius in Colmar als Präsident der Disciplinarkammer für die Reichs­beamten in Elsaß-Lothringen zu Straßburg in Vorschlag gebracht worden.

Berlin, 19. October. Die bevorstehende Veröffent­lichung Robert Kochs wird zum ersten Male genaue Details über die Herstellung des Tuberkulin bringen und über die Versuche zur Reindarstellung des Tuberkulins. Diese Versuche bezwecken, diejenigen Stoffe aus dem Tuberkulin auszuscheiden, welche die das Leben der Patienten bedrohenden Entzündungs-Erscheinungen nach Tuberkulin-Jnjectionen her­vorriefen, ohne die Heilwirkung des Mittels auf die eigentlich tuberkulös erkrankten Organe aufzuheben.

Berlin, 19. October. Der Unterstaatssecretär v. Rotten- b ur g empfing heute in Gegenwart von fünf Mitgliedern des Reichsgesundheisamts den Amerikaner Murphy, welchem die Regierung 300 verschiedener Maissorten zur Prüfung zur Verfügung stellen wird.

Berlin, 19. October. Das Unglück in Kohlfurth ist, soweit bis jetzt festgestellt, durch den Vorwitz oder Leicht­sinn eines Unterbeamten erfolgt. Die Rangirmaschine ist plötzlich ohne jeden Auftrag von ihrer Haltestelle gefahren, wahrscheinlich um bei dem Schnellzug, der von Bunzlau mit 11 Minuten Verspätung abgegangen war, irgendwelche Rangir- hilfe zu leisten. Dabei fuhr sie den Schnellzug-Maschinen in die Seite, brachte sie zum Entgleisen, fuhr in den Gepäck­wagen und den Schlafwagen hinein und zerstörte einen Theil desselben vollständig.

Breslau, 19. October. Einem Telegramm desGeneral­anzeigers" zufolge sind bei dem Kohlfurter Eisenbahn­unglück fünf Personen getödtet und mehrere schwer ver­wundet. Von hier sind Aerzte nach Kohlfurt abgegangen, um Hilfe zu bringen.

Hamburg, 19. October. Auf dem gestern von Afrika eingetroffenen DampferAkassa" starben während der Her­fahrt zwölf Mann der schwarzen Besatzung am Fieber. Aus dem ebenfalls nach Hamburg bestimmten DampferAfrika" sind auf der Fahrt von Banana nach Boni von 27 Passagieren 17 am Fieber gestorben.

Rom, 19. October. Das meteorologische Centralbureau erhielt ein Telegramm aus Pantelleria, wonach die vulkanischen Eruptionen und die gestern Abend ver­spürten Erdstöße an Ausdehnung und Heftigkeit zugenommen haben.

Rom, 19. October. Der Kammerpräsident Biancheri sprach den Wunsch aus, nicht zum Präsidenten des Comites für den Friedenscongreß gewählt zu werden. Nach der Riforma" wird das Comite demnächst Zanardelli oder Grimaldi wählen.

Paris, 19. October. Der Papst richtete ein Dank­schreiben an Harmel, den Veranstalter der Pilgerfahrten, in dem er zugleich feinen tiefen Schmerz darüber ausdrückt, daß die Pilger ohne wirkliche Provocation ihrerseits von einem zügellosen Pöbel beschimpft und mißhandelt wurden.

Paris, 19. October. Freycinet beschloß die ge­mischten Regimenter derartig zu organisiren, daß jedes